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	<title>St. Galler Tagblatt | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 16 Jul 2022 08:49:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>«Lasse mir kein Magengeschwür anhängen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/16/lasse-mir-kein-magengeschwuer-anhaengen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jul 2022 08:49:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1998 vom «Tagblatt» aus der Konkursmasse der «Ostschweiz» übernommen, war Reto Voneschen 24 Jahre lang ununterbrochen Stadtredaktor. Das Interview zur Pensionierung über die alternative Szene, Stadtentwicklungen und die Zukunft des Lokaljournalismus.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/16/lasse-mir-kein-magengeschwuer-anhaengen/">«Lasse mir kein Magengeschwür anhängen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>1998 vom «Tagblatt» aus der Konkursmasse der «Ostschweiz» übernommen, war Reto Voneschen 24 Jahre lang ununterbrochen Stadtredaktor. Das Interview zur Pensionierung über die alternative Szene, Stadtentwicklungen und die Zukunft des Lokaljournalismus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/16/lasse-mir-kein-magengeschwuer-anhaengen/">«Lasse mir kein Magengeschwür anhängen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Live aus dem Newsroom: So entstehen das St. Galler Tagblatt und die Thurgauer Zeitung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/23/live-aus-dem-newsroom-so-entstehen-das-st-galler-tagblatt-und-die-thurgauer-zeitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 06:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie werden Themen ausgewählt? Wie arbeiten Journalistinnen und Journalisten für Online und Print? Und wer sind die Macherinnen und Macher hinter den Schlagzeilen? Heute nehmen wir Sie mit in die Ostschweizer Newsrooms und gewähren Ihnen einen Blick hinter die Kulissen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/23/live-aus-dem-newsroom-so-entstehen-das-st-galler-tagblatt-und-die-thurgauer-zeitung/">Live aus dem Newsroom: So entstehen das St. Galler Tagblatt und die Thurgauer Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie werden Themen ausgewählt? Wie arbeiten Journalistinnen und Journalisten für Online und Print? Und wer sind die Macherinnen und Macher hinter den Schlagzeilen? Heute nehmen wir Sie mit in die Ostschweizer Newsrooms und gewähren Ihnen einen Blick hinter die Kulissen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/23/live-aus-dem-newsroom-so-entstehen-das-st-galler-tagblatt-und-die-thurgauer-zeitung/">Live aus dem Newsroom: So entstehen das St. Galler Tagblatt und die Thurgauer Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie eine heisse Story zum Verschwinden gebracht wurde</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/05/17/wie-eine-heisse-story-zum-verschwinden-gebracht-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2019 10:40:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Anfang stand eine spannende Recherche über das Finanzimperium eines iranisch-schweizerischen Doppelbürgers. Inzwischen ist es eher ein Fall für die Medienpolitik. Denn über Nacht verschwand die Story, nachdem sich das Imperium und ein Kommunikationsberater eingeschaltet hatten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Anfang stand eine spannende Recherche über das Finanzimperium eines iranisch-schweizerischen Doppelbürgers. Inzwischen ist es eher ein Fall für die Medienpolitik. Denn über Nacht verschwand die Story, nachdem sich das Imperium und ein Kommunikationsberater eingeschaltet hatten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/17/wie-eine-heisse-story-zum-verschwinden-gebracht-wurde/">Wie eine heisse Story zum Verschwinden gebracht wurde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Ostschweiz braucht eine starke Zeitung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/12/29/die-ostschweiz-braucht-eine-starke-zeitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Dec 2018 09:15:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=64717</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Jahr 2018 war mies. Und 2019 wird für die privaten Schweizer Medien kaum besser. Sparen ist unumgänglich. Ob mit Journalismus im digitalen Zeitalter noch genug Geld verdient werden kann, ist offen. Gesellschaft und Politik müssen sich deshalb der Frage stellen: Wollen sie weiterhin unabhängige und starke Regionalmedien?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahr 2018 war mies. Und 2019 wird für die privaten Schweizer Medien kaum besser. Sparen ist unumgänglich. Ob mit Journalismus im digitalen Zeitalter noch genug Geld verdient werden kann, ist offen. Gesellschaft und Politik müssen sich deshalb der Frage stellen: Wollen sie weiterhin unabhängige und starke Regionalmedien?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/12/29/die-ostschweiz-braucht-eine-starke-zeitung/">Die Ostschweiz braucht eine starke Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Was wir als Zeitung leisten, kann nicht gratis sein»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/05/18/was-wir-als-zeitung-leisten-kann-nicht-gratis-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 May 2018 08:15:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das «St.Galler Tagblatt» mit seinen Regionalausgaben ist das bedeutendste Medium in der Ostschweiz. Es erlebt bewegte Zeiten. Die Digitalisierung erschüttert die klassischen Medien in ihren Grundfesten. Wir haben mit Chefredaktor Stefan Schmid über die Reorganisation der Redaktion, permanenten Spardruck und Leserbeteiligung im Journalismus gesprochen</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das «St.Galler Tagblatt» mit seinen Regionalausgaben ist das bedeutendste Medium in der Ostschweiz. Es erlebt bewegte Zeiten. Die Digitalisierung erschüttert die klassischen Medien in ihren Grundfesten. Wir haben mit Chefredaktor Stefan Schmid über die Reorganisation der Redaktion, permanenten Spardruck und Leserbeteiligung im Journalismus gesprochen</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/18/was-wir-als-zeitung-leisten-kann-nicht-gratis-sein/">«Was wir als Zeitung leisten, kann nicht gratis sein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Tagblatt-Journalisten und ihre Büros: «Fast wie mein Zuhause»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/02/tagblatt-journalisten-und-ihre-bueros-fast-wie-mein-zuhause/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2018 20:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das St.Galler Tagblatt bezieht Anfang April einen modernen Newsroom an der Fürstenlandstrasse. Journalistinnen und Journalisten bieten einen letzten Blick in ihre alten Büros.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das St.Galler Tagblatt bezieht Anfang April einen modernen Newsroom an der Fürstenlandstrasse. Journalistinnen und Journalisten bieten einen letzten Blick in ihre alten Büros.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/02/tagblatt-journalisten-und-ihre-bueros-fast-wie-mein-zuhause/">Tagblatt-Journalisten und ihre Büros: «Fast wie mein Zuhause»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Stadtredaktion muss weg</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/28/die-stadtredaktion-muss-weg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2018 12:31:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nächsten Dienstag nimmt das St. Galler Tagblatt seinen neuen Newsroom in Betrieb. Ins Grossraumbüro im Westen der Stadt muss auch die Lokalredaktion umziehen – am Oberen Graben 8 endet damit ein Stück St.Galler Zeitungsgeschichte. Ein Abgesang.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nächsten Dienstag nimmt das St. Galler Tagblatt seinen neuen Newsroom in Betrieb. Ins Grossraumbüro im Westen der Stadt muss auch die Lokalredaktion umziehen – am Oberen Graben 8 endet damit ein Stück St.Galler Zeitungsgeschichte. Ein Abgesang.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/28/die-stadtredaktion-muss-weg/">Die Stadtredaktion muss weg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Unsere ärgsten Konkurrenten sind Facebook und Google»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/29/unsere-aergsten-konkurrenten-sind-facebook-und-google/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2017 11:54:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das «St.Galler Tagblatt» reagiert auf den Inseraterückgang und baut sich zur Zweibundzeitung um. Nächsten Dienstag ist es soweit. Chefredaktor Stefan Schmid erklärt, was die Gründe und die Folgen sind.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das «St.Galler Tagblatt» reagiert auf den Inseraterückgang und baut sich zur Zweibundzeitung um. Nächsten Dienstag ist es soweit. Chefredaktor Stefan Schmid erklärt, was die Gründe und die Folgen sind.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/29/unsere-aergsten-konkurrenten-sind-facebook-und-google/">«Unsere ärgsten Konkurrenten sind Facebook und Google»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wider den lokalen Filz und Betriebsblindheit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/24/wider-den-lokalen-filz-und-betriebsblindheit/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2016/01/24/wider-den-lokalen-filz-und-betriebsblindheit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Ryser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2016 20:50:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Hooligans]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichten liegen auf der Strasse. Sie wollen nur aufgehoben werden. Dazu braucht es Journalistinnen und Journalisten mit Gespür, Geduld und Zeit für Gespräche. Nur wenn sie ihrem Gegenüber mit Respekt begegnen, kriegen sie die guten Geschichten. Ein Gastbeitrag von WOZ-Redaktor und Buchautor Daniel Ryser anlässlich des MAZ-Recherchetags. Manchmal scheint es ja tatsächlich so, als würde <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/24/wider-den-lokalen-filz-und-betriebsblindheit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichten liegen auf der Strasse. Sie wollen nur aufgehoben werden. Dazu braucht es Journalistinnen und Journalisten mit Gespür, Geduld und Zeit für Gespräche. Nur wenn sie ihrem Gegenüber mit Respekt begegnen, kriegen sie die guten Geschichten. Ein Gastbeitrag von WOZ-Redaktor und Buchautor Daniel Ryser anlässlich des <a href="http://www.maz.ch/recherchetag16/" target="_blank">MAZ-Recherchetags</a>.<br />
<span id="more-26644"></span><br />
Manchmal scheint es ja tatsächlich so, als würde es einen stillen Handschlag geben zwischen den Mächtigen und der Presse. Wie konnte es zum Beispiel sein, dass es die Zürcher «Weltwoche» brauchte, die aufdeckte, dass der St. Galler Kantonsratspräsident (FDP) <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2015-25/koenig-des-rheintals-am-abgrund-die-weltwoche-ausgabe-252015.html" target="_blank">46 offene Betreibungen</a> am Laufen hatte? Warum brachte die lokale Monopolzeitung «St. Galler Tagblatt» die Story nicht, die in St. Gallen offenbar längst die Runde machte? Spielte der FDP-Filz? Waren die ortskundigen Journalisten einfach zu faul? Steckte man zu sehr im Alltagsstress? Kannte man sich vielleicht sogar und war betriebsblind geworden? Und welche Rolle spielten die alten Hasen auf der «Tagblatt»-Redaktion, die häufig nur zu gerne an der Morgensitzung ihr Gärtchen verteidigen, in dem sie den jungen Journalisten sagen: «Das ist keine Story, denn darüber haben wir schon vor fünf Jahren berichtet.»</p>
<p>Eigentlich ist es eine kleine Schande, dass es den Zürcher Journalisten und «Weltwoche»-Vize Philipp Gut brauchte. Eine Quelle war an ihn herangetreten, die offenbar kein Vertrauen in die lokalen Medien hatte, und, noch schlimmer, laut Gut offenbar bereits einen Lokaljournalisten darauf aufmerksam gemacht hatte. Der brachte die Geschichte nicht.</p>
<p>Lauter Fragen, die man sich stellen muss, und die man auch in Bern stellte, nachdem ich in der WOZ getitelt hatte: <a href="https://www.woz.ch/-62bb" target="_blank">«Amtlich bewilligter Polizeiterror»</a>. Auf zwei Seiten breitete ich umstrittene Methoden einer Sondereinheit der Kantonspolizei Bern aus, die besetzte Häuser stürmte – nota bene legal zwischengenutzte – und dort Dinge veranstaltete, die ein von mir zu Rate gezogener Berner Staatsrechtsprofessor als derart haarsträubend einstufte, dass sie, sollten sie nachgewiesen werden können, kriminell sind. Die Folge der Berichterstattung war, dass der Kanton Bern erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte einen ausserkantonalen Staatsanwalt beauftragte, die Ereignisse zu untersuchen.</p>
<p><strong>Warum brauchte es dazu die WOZ?</strong><br />
Als ich 2010 in Zürich lange über Fussballhooligans recherchierte, waren sie ganz verblüfft, dass man mit einem Journalisten reden kann (und dies, obwohl die Vorzeichen schlecht gestanden hatten – ich hatte in der WOZ publik gemacht, dass der Sicherheitschef des Zürcher Lezigrund-Stadions für Hooligans seltsame Erotikshows veranstaltet hatte). Sie hatten noch nie mit einem Journalisten gesprochen, die Journalisten wiederum schienen aus der Ferne alles über Hooligans zu wissen, obwohl auch sie noch nie mit einem Hooligan geredet hatten. Als Quelle dienten Einschätzungen von Polizei und Szeneexperten, aber nicht die Akteure selbst. So schafft man eine Distanz, die irgendwann unüberbrückbar wird. Wir Journalisten werden dann zu Experten aus der Ferne, zu Experten in Anführungszeichen.</p>
<p>Der Schlüssel zur Recherche lag darin, sich Zeit zu nehmen. Das ist einerseits wirklich keine Hexerei, andererseits: Zeit muss man sich in diesem temporeichen Geschäft in der Tat ganz aktiv nehmen, sich also auch dem nervenden Redaktor verweigern, der ja eine leere Zeitung füllen muss und die Story schon morgen im Blatt haben will, sowie auch dem eigenen schlechten, (protestantischen?) Gewissen, das nagt, wenn man mal ein paar Ausgaben aussetzt. Dabei arbeitet man im Hintergrund ja fleissig! Die Recherche über die Zürcher Fussballhooligans dauerte letztlich ein Jahr, bevor ich sie als Buch publizierte (<a href="https://www.woz.ch/shop/buecher/daniel-ryser-feld-wald-wiese-hooligans-in-zuerich" target="_blank">«Feld-Wald-Wiese. Hooligans in Zürich»</a>).</p>
<p>Als ich mit den Berner Hausbesetzern redete (die Häuser waren, ein wichtiges Detail, längst legal zwischengenutzt, die Bewohner angemeldet), waren sie verblüfft, dass es möglich ist, sich mit einem Journalisten hinsetzen und einfach mal die eigene Sicht der Dinge schildern zu können. So, als gäbe es in Bern keine lokalen Zeitungen. Der Lokaljournalismus hat in diesem Fall gepennt, und es ist mir unverständlich wieso. Denn die Geschichte wurde den JournalistInnen in die Redaktion geworfen: Man hat sich aber darauf beschränkt, Communiqués abzudrucken, welche die Hausbesetzer den Medien zustellten. Man zitierte die schweren Vorwürfe, dem stellte man die Antworten der Polizei gegenüber, die natürlich alles in Abrede stellt.</p>
<p>Die logische Konsequenz: Man drehte sich im Kreis und kam nicht weiter. Aber wenn ich in kurzer Zeit zwei Communiqués in den Händen halte, wo man mir mitteilt, dass eine schwer bewaffnete Sondereinheit eine legale Zwischennutzung gestürmt und kurz und klein geschlagen habe, und dabei zudem mehreren Hausbewohnern die Augen verbunden habe, dann schreit das doch nach einer Geschichte. Schon nur aus pragmatischen Gründen: So spannend ist das Journalistenleben nun auch wieder nicht. Stattdessen taten die Lokaljournalisten nichts, und ich kam, erst Monate später, ins Spiel, durch eine Bernerin, die mich auf die Geschichte aufmerksam machte und auch mit dem Hinweis, die lokalen Medien würden sich der Sache nicht annehmen.</p>
<p>Man muss sich im Lokalen natürlich gegen alle möglichen Verstrickungen abgrenzen: Gegenüber lokalen Verbandelungen (mehrere ehemalige Journalisten haben den heute üblichen aber eigentlich bizarren fliegenden Wechsel vom Journalismus in die PR-Branche vollzogen und arbeiten inzwischen bei der Berner Kantonspolizei im Mediendienst); abgrenzen muss man sich womöglich auch gegen den Umstand, dass der Chef mit dem anderen Chef freitags Golf spielt; oder im Rotary-Club diniert. Wo sich Chefredakteur und Verleger halt so rumtreiben. Kann ein Problem sein. Man muss sich auch abgrenzen gegen Vorurteile, wonach die Polizei, mit der man ja immer wieder mal zu tun hat, immer recht hat und Hausbesetzer hingegen, mit denen man eher weniger zu tun hat, grundsätzlich zweifelhaft seien, weil eine Hausbesetzung ja schon grundsätzlich ein Straftatbestand darstellt. Derartige Voreingenommenheit dürfen wir uns als Journalisten nicht leisten – uns braucht zu interessieren, ob unsere Quellen glaubwürdig sind.</p>
<p>Und wenn mir zwölf knapp zwanzig jährige Frauen unabhängig voneinander immer wieder die gleiche Geschichte erzählen, und, für meine Akten, auch mit ihren Namen dazu stehen, dann muss etwas dran sein – vor allem, wenn wie in diesem Fall, die Polizei die Härte der Einsätze mit der Gefährlichkeit der Bewohnerinnen und Bewohner rechtfertigt. Aussage stand gegen Aussage, aber die Aussagen der Hausbesetzer erschienen derart schlüssig, dass die Justiz zum Schluss kam, dass die Möglichkeit besteht, dass die Polizei mit ihren Gegendarstellungen hier nicht informiert, sondern desinformiert hat. Im Fall von Bern gab es in der Folge einen Knall, die Geschichte stiess auf erhebliche Resonanz – weil in Bern offenbar sehr viele Leute schlechte Erfahrungen mit einer – so der Vorwurf – häufig unverhältnismässig agierenden Polizei gemacht hatten, und somit regelrecht auf diese Geschichte gewartet hatten. Aber, und das ist die Kritik in diesem Fall, die Geschichte hatte ja auch auf der Strasse gelegen. Man hätte nur loslegen müssen.</p>
<p><strong>Warum hat man nicht?</strong><br />
Man macht es sich zu einfach, wenn man sagt, eine Wochenzeitung hätte eben andere Möglichkeiten als eine Tageszeitung. Letztere müsse vor allem schnell agieren, schnell reagieren. Das stimmt, aber eben nur zur Hälfte. Ich habe selbst fünf Jahre lang für eine Tageszeitung gearbeitet, das zu Beginn gescholtene «St. Galler Tagblatt», und ich lieferte während Jahren täglich eine Story ab. Ich kenne die Mechanismen. Man läuft in der Tat Gefahr, vor lauter Abfüllen – Gemeinderatsberichterstattung, und da noch ein neues Restaurant, und dort noch ein Konzert und einer stellt am Freitag noch seine neuen Aquarelle aus – keine Zeit mehr zu finden für die Geschichten, die über das hektische Tagesgeschäft hinausgehen, für aufwändige Recherchen, oder Gedanken, die über Tage reifen müssen. Aber diese Zeit, dafür kann ich nur wiederholt plädieren, muss man sich nehmen, und man kann sie sich auch nehmen. Das sind wir unserem Job schuldig.</p>
<p>Schön hochgestochen geredet, stimmt. Nur wie sich die Zeit auch wirklich nehmen? Hier einige Tipps für den stressigen Redaktionsalltag nach fünf Jahren Tageszeitung, fünf Jahren Wochenzeitung und dreieinhalb Jahren beim «Magazin»:</p>
<ul>
<li>Nicht sofort an der Redaktionssitzung ankündigen, dass man eine Story am laufen habe: Sich damit einer Deadline verweigern, das nimmt erheblich Druck.</li>
<li>Sich nicht von Vorurteilen leiten lassen, und schon gar nicht von denen der alten Gärtchenverteidiger, die alles schon wissen, bevor es erzählt ist.</li>
<li>Zuerst einmal Ordnung: Was weiss ich? Was will ich wissen?</li>
<li>Dann in aller Ruhe die Leute angehen, sie auch mal zu rein informellen Gesprächen treffen</li>
<li>Mantra: Die Geschichte kommt erst, wenn sie fertig ist, ich lass mich nicht stressen, denn dann mache ich nur Fehler (das hilft wirklich ungemein!)</li>
<li>Erzähl deiner besten Freundin, was du für eine Geschichte am laufen hast (und am besten nimmst du deinen Monolog gleich auf Band auf – denn mit ein bisschen Glück reduziert sich der riesige Stapel an gesammeltem Material in der mündlichen Erzählung auf die spannendenden und wesentlichen Aspekte – und das ist dann womöglich schon der rote Faden deiner Story)</li>
<li>Zu einer grossen Recherche gehört auch die Produktionszeit, also sorgfältiges Gegenlesen – auch dazu muss man sich Zeit einplanen</li>
<li>Hausbesetzer sagen genauso die Wahrheit wie Polizisten (Was ich sagen will: Wenn dir jemand glaubwürdig erscheint, dann nimm ihn genauso ernst wie einen Polizeisprecher, der quasi seines Amtes die Wahrheit sagt – aber sagt er wirklich immer die Wahrheit?)</li>
<li>Fürchte nicht, dass du abgestraft wirst! Dies wiederum ist in der Tat der Vorteil einer überregionalen Wochenzeitung: Mir kann man in Bern nichts nachtragen, dem lokalen «Bund»-Redaktor schon. Nichts mühsamer, wenn morgens ein empörter Bürger im Büro steht, dem man Rechenschaft ablegen muss (andererseits: Konfrontation kann auch hilfreich sein!); definitiv mühsam ist es, wenn der Chef nervt, weil ihm sein Golfpartner vorgeschimpft hat, was für eine unseriöse Scheisse dieser Jungjournalist zusammenerfunden habe (obwohl er vielleicht sogar richtig lag). Nichts mühsamer, wenn Anzeigenkunden abspringen. Nichts mühsamer, wenn die ehemalige Bürokollegin plötzlich bei der Polizei arbeitet. Und trotzdem: Als Journalist muss man das aushalten können, auch wenn es in der Tat viel einfacher klingt, als es ist.</li>
<li>Rauchen hilft.</li>
<li>Trinken hilft übrigens nur bedingt (ist eigentlich dann am besten, wenn die Story abgeschlossen ist). Mal einen Monat lang keinen Alkohol trinken und demnach auch nicht dauernd in Bars rumlungern und klugscheissern, wie wir Journalisten das wahnsinnig gerne tun, kann in der Tat Wunder bewirken: Sich voll und ganz auf eine grosse Story konzentrieren; nur noch an die Story denken, so dass sich im Kopf alles zusammensetzt, und man am Schluss wie aus der Pistole geschossen alle Fragen, die sich stellen, beantworten kann.</li>
<li>Zuletzt: Wie das Vertrauen gewinnen von Leuten, die den Medien abgeneigt sind? Es gab mal auf einem Online-Portal eine Zusammenstellung von Gruppen, die an jenem berüchtigten «Reclaim the Streets» im Dezember 2013 teilgenommen haben sollen. Entstanden durch Rätselraten von Aussenstehenden. Das kann erstens nicht wirklich präzis sein und zweitens verbauen solche Storys dir den Zugang. Stichwort: «Lügenpresse!» Und vielleicht kann man diesen Vorwurf den Leuten manchmal ja nicht einmal verübeln. Wer dauernd aus der Ferne fertig gemacht wird, will nichts von Journalisten wissen. Dabei sollten wir Journalisten zwingend auch an den Rändern präzis sein, und nicht nur dort, wo die Macht sich ballt. Drum: Verzichte besser, wenn es irgendwie geht, im Zweifel auf die schnelle News-Story, bei der du selbst nicht sicher bist, ob sie so wasserdicht ist – halte dich für einmal zurück, denn du machst mit dem Schnellschuss mehr kaputt als du gewinnst (und zumindest hier weiss ich, wovon ich rede, es ist mir selbst zur Genüge passiert).</li>
<li>Versuche – aber immer mit offenen Karten – in eine Szene einzutauchen, und zwar anfangs ohne gezückten Stift in der Hand. Vertrauen braucht Geduld. Wir sollten uns dringend wieder davon verabschieden, jede Story gleich raushauen zu wollen. Im Moment arbeite ich, dies als praktisches Beispiel, intensiv an einer Recherche, die aber erst im Oktober erscheinen wird. Gewisse Dinge, gerade, wenn man sich an Rändern bewegt, lassen sich nicht erzwingen. Und klar, auch mit dem Bedenken, dass plötzlich ein anderer die Story bringen könnte – was aber bei komplizierten Geschichten sowieso eher nicht der Fall ist – muss man als Reporter leben können.</li>
</ul>
<p>Der Text ist das Handout zum Werkstattgespräch mit Daniel Ryser <a href="http://www.maz.ch/recherchetag16/" target="_blank">am 4. Schweizer Recherchetag</a> am MAZ in Luzern zu seinen Kapo-Bern-Recherchen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/24/wider-den-lokalen-filz-und-betriebsblindheit/">Wider den lokalen Filz und Betriebsblindheit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Mobil nur bedingt einsatzbereit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 13:37:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[luzernerzeitung.ch]]></category>
		<category><![CDATA[NLZ]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ-Mediengruppe]]></category>
		<category><![CDATA[responsive]]></category>
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		<category><![CDATA[Mobile]]></category>
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		<category><![CDATA[Rolf Cavalli]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem Mediennutzungsverhalten zählt die Schweizer Bevölkerung zur mobilen Weltelite. Doch viel Zeitungsverlage hinken hinter dieser Entwicklung her. Ihre Webseiten sind nicht geeignet sind für den Abruf mit dem Smartphone. Eine Mängelliste. Was jedem noch so kleinen Blog recht ist, sollte einer Zeitung billig sein – ist es aber nicht. Obwohl heute ein beträchtlicher Teil <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/">Mobil nur bedingt einsatzbereit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ihrem Mediennutzungsverhalten zählt die Schweizer Bevölkerung zur mobilen Weltelite. Doch viel Zeitungsverlage hinken hinter dieser Entwicklung her. Ihre Webseiten sind nicht geeignet sind für den Abruf mit dem Smartphone. Eine Mängelliste.<br />
<span id="more-21667"></span><br />
Was jedem noch so kleinen Blog recht ist, sollte einer Zeitung billig sein – ist es aber nicht. Obwohl heute ein beträchtlicher Teil der Online-Nutzung <a href="http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/16/04/key/approche_globale.indicator.30106.301.html?open=311#311" target="_blank">mit mobilen Geräten stattfindet</a>, präsentieren sich immer noch überraschend viele Medien im Netz, als sei das Smartphone noch nicht erfunden. Dass es durchaus anders geht, zeigen die zahlreichen gelungenen Beispiele mobiler Websites. Ob NZZ, Blick, 20 Minuten, Tages-Anzeiger oder auch SRF präsentieren ihr Angebot dem Ausgabemedium angemessen. Es sind vor allem kleinere und mittelgrosse Zeitungen, die mit der Aufbereitung ihres Angebots dem aktuellen Nutzungsverhalten hinterherhinken. Aber auch ein paar Grosse sind nicht mängelfrei.</p>
<p>Fragt man nach den Gründen für die Versäumnisse, heisst es: wenig Geld, wenig Zeit. Darum hat es beispielsweise die Aargauer Zeitung bei der jüngsten Überarbeitung ihrer Website nicht geschafft, die Darstellung für die mobile Nutzung zu optimieren. Man bittet um Geduld, alles folge zu seiner Zeit. «Das Projekt ist aufgegleist, ein konkretes Datum kann ich noch nicht nennen», teilt Rolf Cavalli, Chef Digitale Medien der Aargauer Zeitung, auf Anfrage mit.</p>
<p>Wer bis zu diesem unbekannten Zeitpunkt mit seinem Smartphone einen Link zu einem Artikel der viertgrössten Schweizer Bezahlzeitung ansteuert, sieht eine Miniaturansicht der gesamten Website auf seinen Telefonbildschirm. Erst mit Daumen- und Zeigfingerakrobatik erhält man eine lesbare Darstellung und riskiert nicht mehr, sich zu vertippen. «Klarer» und «leserfreundlicher», wie die <a href="http://azmedien.ch/newsletter/medien/2014/2014-09-30_aznordwestschweiz_websites_klarer_leserfreundlicher_mehr_inhalt.php" target="_blank">AZ-Medien den Relaunch angepriesen haben</a>, sehen anders aus.</p>
<p>Ein Verlag, der seine Website im Jahr sieben nach iPhone nur für die Nutzung mit stationären Rechnern und Grossbildschirm auslegt, hat entweder seine Hausaufgaben nicht gemacht oder setzt andere Prioritäten, wie im vorliegenden Fall die AZ Medien. Mit dem millionenschweren Engagement beim neu gegründeten Nachrichten- und Unterhaltungsportal Watson verfügt der Verlag über ein Standbein in den Online-Medien, das den Bedürfnissen der mobilen Nutzung vollumfänglich gerecht wird. Gleichzeitig haben die AZ Medien jüngst viel Geld für eine neue Druckmaschine ausgeben. Neben diesen kostspieligen Projekten geniesst das Update der Zeitungswebsite offensichtlich nicht die höchste Priorität.</p>
<p>Auch nicht ganz auf der Höhe des Nutzungsverhaltens befinden sich die Websites der beiden NZZ-Regionaltitel Neue Luzerner Zeitung und St. Galler Tagblatt. Während sich das Mutterblatt mit digitalen Plattformen einigermassen erfolgreich ein zweites Standbein neben der gedruckten Zeitung aufbaut, müssen sich die Töchter noch etwas gedulden, bis auch sie in den Genuss zeitgemässer Netzlösungen kommen.</p>
<p>Wer auf seinem Mobiltelefon einen Link auf tagblatt.ch oder luzernerzeitung.ch anklickt, wird zuerst gefragt, ob man den Text nun in der Smartphone-Ansicht, der klassischen Ansicht oder nicht doch lieber auf der iOS-App lesen möchte. Was auf den ersten Blick nach einer Dienstleistung aussieht, ist das Gegenteil davon: eine unnötige Hürde und ein unerwünschter Zeitfresser. Diese Weiche sollte eigentlich nur beim ersten Besuch aufscheinen und den einmal getroffenen Entscheid des Lesers speichern. Langjährige Nutzungserfahrung zeigt aber ein anderes Bild. Die lästige Frage, wie man den gerne Text serviert haben möchte, taucht – zumindest gefühlt – jedes Mal auf.</p>
<p>Natürlich hat sich auch hier jemand etwas überlegt. Die Weiche sei eingebaut worden, um den Leser auf die App der Zeitungen aufmerksam zu machen, weiss ein Online-Redaktor; hier kommt also Marketing vor Nutzerfreundlichkeit. Doch noch in diesem Jahr soll alles besser werden und die Weiche möglicherweise verschwinden.</p>
<p>Bereits gehandelt hat die Sonntagszeitung und seine Webseite für die Nutzung mit allen Gerätetypen optimiert. Aber nicht unbedingt zum besseren. Seit April trifft auf eine sogenannte Webapp, wer sonntagszeitung.ch ansteuert. Bevor der gesuchte Artikel auftaucht, darf man einen blauen Statusbalken bei seinen Hin- und Her-Bewegungen bewundern. Das war früher nicht so. Da ging es direkt zur Sache. Ungeachtet der Verschlimmbesserung verkündet das Blatt stolz: «Erstmals kann unsere Zeitung auf allen digitalen Kanälen gelesen werden». Schön für den Verlag, wenn er eine Responsive-Lösung hingekriegt hat, weniger schön für den Leser, wenn er unnötig warten muss.</p>
<p>Die Liste könnte nahezu beliebig verlängert werden. Und selbst wenn die Darstellung auf mobilen Geräten einwandfrei funktioniert, wie etwa beim Newsnet von Tamedia, gibt es bestimmt irgendeine andere Macke, die den Online-Lesegenuss schmälert. So werden die Newsnet-URLs von der Struktur mobile2.tagesanzeiger.ch auch auf dem Desktop als mobile Websites angezeigt. Die Folge: aufgeblasene Bildern und überlange Zeilen.</p>
<p>Natürlich steckt der Teufel immer im Detail. Wo der Laie einen simplen Eingriff vermutet, der schnell Abhilfe schaffen würde, sieht der Profi den Aufwand schnell ins Unermessliche wachsen. Am Ende bleibt es ein Abwägen zwischen Aufwand und Ertrag. Und mit Letzteren hapert es bekanntlich im Zeitungsgeschäft. Solange Online ein Verlustgeschäft ist, hält sich die Bereitschaft in Grenzen, grosse Beträge zu investieren. Nur merkt der Nutzer sehr schnell, wenn etwas nicht funktioniert. Der Vergleich mit der perfekten Lösung liegt immer nur ein Daumendruck entfernt. Der Markenbindung sind selbst kleine Versäumnisse abträglich. Es ist immer einfacher, das Publikum zu vergraulen, als es langfristig an sich zu binden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/">Mobil nur bedingt einsatzbereit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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