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	<title>Stage | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Dec 2021 10:30:50 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Bei diesen Medien werden Talente geschmiedet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/12/07/bei-diesen-medien-werden-talente-geschmiedet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 10:30:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Stage]]></category>
		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Private Medienhäuser investieren viel in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Dies zeigt eine persoenlich.com-Umfrage bei CH Media, NZZ, Ringier, Tamedia und 20 Minuten. Auch wenn SRF den Stage bis 2025 aussetzt: An Ausbildungsplätzen mangelt es nicht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Private Medienhäuser investieren viel in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Dies zeigt eine persoenlich.com-Umfrage bei CH Media, NZZ, Ringier, Tamedia und 20 Minuten. Auch wenn SRF den Stage bis 2025 aussetzt: An Ausbildungsplätzen mangelt es nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/07/bei-diesen-medien-werden-talente-geschmiedet/">Bei diesen Medien werden Talente geschmiedet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wir zeigen alles</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/02/29/wir-zeigen-alles/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Feb 2016 14:38:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht alle Medien halten den Persönlichkeitsschutz gleich hoch. Um das zu sehen, muss man nicht nach Nicaragua gehen, wo unser Kolumnist derzeit ein Stage absolviert. Doch dort treibt die öffentliche Zurschaustellung die grässlichsten Blüten – und das nicht einmal nur auf dem Boulevard. «Periodismo con valores», also «Journalismus mit Werten», steht gleich unter dem Titel <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/29/wir-zeigen-alles/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht alle Medien halten den Persönlichkeitsschutz gleich hoch. Um das zu sehen, muss man nicht nach Nicaragua gehen, wo unser Kolumnist derzeit ein Stage absolviert. Doch dort treibt die öffentliche Zurschaustellung die grässlichsten Blüten – und das nicht einmal nur auf dem Boulevard.<br />
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«Periodismo con valores», also «Journalismus mit Werten», steht gleich unter dem Titel von «El Nuevo Diario» – jener nicaraguanischen Tageszeitung, bei der ich seit Anfang Januar <a href="http://stages.mazblog.ch/category/2016/nicaragua-antonio-fumagalli/" target="_blank">ein befristetes Stage absolviere</a>. Nun, über Werte lässt sich genüsslich streiten, erst recht über die Ozeane hinweg. Um dafür Munition zu erhalten, reicht manchmal ein Blick auf die Titelseite des «Nuevo Diario». Wird man auf der Front nicht fündig, dann mit grosser Wahrscheinlichkeit auf den hinteren Seiten.</p>
<p>Kaum ein Tag vergeht, an dem sich in unserer Zeitung nicht irgendein mutmasslicher Straftäter mit Bild, vollem Namen und biographischen Angaben wiederfindet. Da wird Adrián Salmerón – ein 24-jähriger Händler aus der Kleinstadt Séboca, der beschuldigt wird, in Costa Rica ein Tötungsdelikt verübt zu haben – auf dem vierspaltigen Frontbild gezeigt. Oder der Taxifahrer Rubén Alberto Marenco aus Potosí, der für seine 39 Jahre schon erstaunlich viele graue Haare hat und des Drogenhandels verdächtigt wird. Die Liste könnte ewig weitergeführt werden.</p>
<p>Immer gilt: Die Männer, ja es sind fast ausschliesslich Männer, sehen auf den Bildern denkbar unvorteilhaft aus. Vor allem aber: Es sind Taten, die sie mutmasslich ausgeführt haben. Kein Richter hat je darüber befunden und auch ein Geständnis liegt nicht immer vor.</p>
<p>Als ich den hiesigen Chefredaktor darauf ansprach, zuckte er nur mit der Schulter. Solange man keine Kinder zeige und im Text darauf hinweise, dass die Straftäter eben nur beschuldigt und nicht verurteilt seien, sei das kein Problem – weder juristisch noch moralisch. Die Behörden würden jeweils die Zeitung informieren, wann und wo man einen Angeklagten zu sehen bekomme.</p>
<p>Es ist an sich schon problematisch, dass das nicaraguanische Rechtssystem gemäss internationaler Einschätzung westlichen Standards nicht genügt. Man hört, dass bei stockenden Ermittlungen auch schon willkürlich Leute verhaftet worden sind, damit die Polizei einen «Erfolg» vorweisen kann. In solchen Fällen ist es die Praxis der Zeitungen, Verdächtige mit voller Identität zu präsentieren, natürlich besonders perfid &#8211; und wirft ein besonders schiefes Licht auf die ethische Befindlichkeit der Medien.</p>
<p>Zu einfach wäre es jedoch, diese journalistische Gepflogenheit einfach als Ausdruck von fehlenden juristischen und berufsethischen Regeln abzukanzeln, wie es in einem Entwicklungsland mit schwachen Institutionen halt vorkommt. Auch die USA mit einer langen Rechts- und Medien-Tradition kennen eine durchaus vergleichbare Form davon: Den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perp_walk" target="_blank">sogenannten «Perp Walk»</a>, wobei «perp» für «perpetrator» (Straftäter) steht. In Handschellen, vorgeführt von grimmig schauenden Polizisten, absolviert der Beschuldigte dabei einen eigentlichen Spiessrutenlauf zwischen filmenden und fotografierenden Medienvertretern. Besonders beliebt ist die Praxis in New York City seit den 1980er-Jahren, wo sich der damalige Staatsanwalt (und spätere Bürgermeister) Rudy Giuliani damit profilieren konnte.</p>
<p>Nun sind aber auch die in den USA öffentlich vorgeführten Personen halt eben keine verurteilten Straftäter, sondern nur Angeklagte. Nicht, dass die Unschuldsvermutung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gelten würde. Nur wird das Interesse der Öffentlichkeit stärker gewichtet als der Persönlichkeitsschutz der Angeklagten. Abgesehen davon, dass eine abschreckende Wirkung auf potentielle Täter erhofft wird, sollen die Medien den Behörden im wahrsten Sinn des Wortes auf die Finger schauen. Auch dann, wenn sich diese an den Oberarm eines Beschuldigten klemmen. Umso mehr gilt das, wenn es sich prominente Persönlichkeiten handelt. Getreu dem Grundsatz: «Vor dem Gesetz sind alle gleich.» Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kann ein Lied davon singen, die Bilder von seinem «Perp Walk» im Jahr 2011 haben schon fast Ikonen-Status – was in seinem Heimatland Frankreich für empörte Reaktionen sorgte.</p>
<p>Zu Recht, finde ich. Nicht weil DSK besonders schützenswert wäre. Sondern weil Gerichte – was gerade in seinem Fall dann passiert ist – Angeklagte selbstverständlich vom Verdacht freisprechen können. Staatsanwälte können sich, genauso wie Gerichte, irren. Der Schaden, der dem zu Unrecht Angeklagten davor durch den «walk of shame» zugeführt wurde, ist irreparabel – mit dem Internet als ewiges Gedächtnis sowieso. Da hilft auch das Gerichtsurteil gegen Google wenig, dank dem man das Löschen eigener Einträge beantragen darf.</p>
<p>In Nicaragua wird die öffentliche Zurschaustellung in den Medien allerdings noch auf eine besonders fragwürdige Art praktiziert. Nicht nur mutmassliche Straftäter werden vorgeführt, sondern auch Opfer jeglicher Art – von Verbrechen, Unfällen oder Naturkatastrophen. Und zwar auf allen Kanälen: In unserer Zeitung wird immerhin noch darauf geachtet, dass das Gesicht von Toten nicht erkennbar ist – das Leichentuch, das den 35-jährigen Rodolfo Andrades bedeckt, der im vom Moisés Alí Rodas Calderón gelenkten Kleinbus verunglückte, durfte der Leser dennoch sehen.</p>
<p>Im Radio konnte man derweil hören, dass der 26-jährige Ronald Ariel Ponce Andrade verhaftet werden konnte. Er habe seine Frau Junieth Cacéres getötet, weil sie ihn mit einem anderen betrügt habe und er ihr zuvor schon zweimal vergeben habe. Nur der Name des Liebhabers fehlte.</p>
<p>Am aggressivsten gehen gewisse TV-Stationen vor, insbesondere zwei Regierungssender. Pünktlich zur Mittagszeit werden die Verbrechen und Unfälle der vergangenen Tagen genussfertig aufbereitet, wobei mutmassliche Täter und Opfer aus schamloser Nähe gezeigt werden. Bei Bildern von blutverschmierten Strassenverkehrsopfern bleibt einem da schon mal die frittierte Banane im Hals stecken. Schlimmer aber noch ist, was diese Sendungen bei allzeit bereiten Handy-Kameras in der Bevölkerung auslösen: Sie rufen die niedrigsten Instinkte der Leute hervor – in der Hoffnung, dass es ihre Aufnahmen danach ins Fernsehen schaffen.</p>
<p>Eine Freundin fuhr kürzlich per Zufall bei Matagalpa an einer Stelle vorbei, an der nur wenige Minuten zuvor ein Bus von der Strasse abgekommen war und den Hang hinunterstürzte. Eine erstes Feuerwehrauto war zwar bereits zur Stelle, aber im Innern des Buses waren noch zahlreiche Passagiere gefangen. Und was machten die dutzenden Zaungäste? Sie hielten hemmungslos auf alles mit der Kamera drauf, teilweise aus nächster Nähe. Wie die Polizei später erklärte, wurden in jenem Bus über fünfzig Personen verletzt. Sieben starben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/29/wir-zeigen-alles/">Wir zeigen alles</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Selbstzensur aus Angst vor der «Hexe»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/18/selbstzensur-aus-angst-vor-der-hexe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2016 09:33:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Kolumnist absolviert derzeit ein Stage bei «El Nuevo Diario» in Nicaragua &#8211; und hat dabei Einblick in eine Medienlandschaft, die weit davon entfernt ist, die vierte Gewalt im Staat zu sein. Ernsthaft zwar, aber nie verärgert und schon gar nicht böse – so lernte ich Orlando, einen Fotografen der nicaraguanischen Tageszeitung «El Nuevo Diario» <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/18/selbstzensur-aus-angst-vor-der-hexe/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kolumnist absolviert derzeit ein Stage bei «El Nuevo Diario» in Nicaragua &#8211; und hat dabei Einblick in eine Medienlandschaft, die weit davon entfernt ist, die vierte Gewalt im Staat zu sein.<br />
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Ernsthaft zwar, aber nie verärgert und schon gar nicht böse – so lernte ich Orlando, einen Fotografen der nicaraguanischen Tageszeitung «El Nuevo Diario» in den ersten<br />
Tagen <a href="http://www.maz.ch/stages/stages/aktuell-unterwegs/" target="_blank">meines Aufenthalts</a> kennen. Bis an jenem Mittwoch, um 17.01 Uhr in der ehemaligen Kolonialstadt Leòn. Sein Gesicht verfinsterte sich, hastig zog er mich zur Seite. «Du hast gerade einen grossen Fehler begangen», liess er mich in typischem Nica-Spanisch, das «s» verschluckend, wissen.</p>
<p>Nun, was hatte ich getan? Orlando, der mich schon zweimal auf Reportage begleitet hat, wollte mir unbedingt das Dach von Leòns Kathedrale zeigen. Er selbst brauchte von dort oben ein paar Fotos für einen Artikel. Dummerweise erbaten wir exakt eine Minute nach dem Ende der offiziellen Besuchszeiten um Einlass. Also versuchte ich einen vermeintlichen Trumpf auszuspielen: Wir seien Journalisten und möchten uns für einen Artikel gerne einen kurzen Überblick verschaffen, erklärte ich dem Türsteher. Ich dachte, dass dies für einen Touristen-Hotspot wie die Kathedrale nur positiv sein kann. In der Schweiz hätte eine solche Flucht nach vorne durchaus erfolgreich sein können. Nicht so hier. Die Türe blieb verschlossen und Orlando hielt mir kurz darauf eine Standpauke. Wir könnten nur hoffen, dass am kommenden Morgen ein anderer Türsteher Dienst habe (was dann auch der Fall war), sagte er. Ansonsten kämen wir nur mit der persönlichen Genehmigung des Tourismus-Ministers auf die Kathedrale.</p>
<p>Ich liess mir erklären: In Nicaragua hat man als Journalist gegenüber behördlichen Stellen per se das Nachsehen. Medienschaffende sind der Regierung, die seit 2007 wieder vom einstigen Revolutionsführer Daniel Ortega angeführt wird, suspekt. Wer eine Information will, braucht einen direkten Kontakt in ein Ministerium oder muss aus den offiziellen Verlautbarungen zitieren. Eine Website mit den Ansprechpartnern, wie wir sie <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/service/kontakt/medienstellen.html" target="_blank">in der Schweiz kennen</a>? Hier undenkbar. Entsprechend konnten es meine nicaraguanischen Redaktionskollegen fast nicht glauben, als mir das Schweizer Justizministerium innert Tagesfrist und ziemlich ausführlich schilderte, wie der Gefängnisalltag eines Auslieferungshäftlings – zu denen auch ein nicaraguanischer Fifa-Funktionär gehört – aussieht. Für eine solche Antwort hätte man mich hier wochenlang vertröstet, um die Anfrage letztlich versanden zu lassen, sagten mir die Kollegen.</p>
<p>Das Erstaunliche an der behördlichen Verweigerungshaltung: Ich arbeite hier für eine Zeitung, die der sandinistischen Regierung überaus freundlich gestimmt ist. Dem war allerdings nicht immer so, bis ins Jahr 2009 – Ortega war damals bereits wieder an der Macht – war die Zeitung gemäss der Schilderungen meiner Redaktionskollegen der (zerstückelten) Opposition näher. Dann übernahm eine der wichtigsten Banken des Landes, über welche die Regierung Löhne und weitere Zahlungen abwickelt, das Ruder. Die Bank ihrerseits ist in erster Linie an politischer Stabilität interessiert. Einige führende Journalisten verliessen den «Nuevo Diario» im Zuge dieser Übernahme, andere passten sich an.</p>
<p>Was seither abläuft, kann am besten mit «Selbstzensur» beschrieben werden: Im Wissen, dass die Chefredaktion missliebige – ergo: regierungskritische – Artikel aus dem Blatt kippt, versuchen es die Journalisten gar nicht mal erst. Ein Beispiel: Eine Redaktionskollegin vermittelte mir kürzlich den Kontakt zu einer Gesundheitsexpertin, die in den 1980er-Jahren der Revolutions-Regierung angehörte. Gleichzeitig fügte sie an, dass es sich nicht lohne, diese für ein Statement anzufragen – weil sie in der Zeitung ohnehin nicht erwähnt werden dürfe. Wie die meisten der damaligen Mitstreiter hat die Ex-Ministerin nämlich mit Ortega gebrochen und gehört nun einer Oppositionsgruppierung an. Mit diesem Schritt ist sie für unsere Zeitung zum roten Tuch geworden.</p>
<p>Neben der Chefredaktion und den Ressortleitern überwacht offenbar ein eigens dazu abgestellter Kadermann der Bank, dass die publizistische Ausrichtung der Zeitung nicht aus dem Ruder läuft (das «offenbar», weil ich diesen Mann noch nie gesehen habe – alle kennen ihn aber). Gefällt ihm ein Artikel nicht, ruft er am nächsten Tag an. Auch wichtige Inserenten – etwa Telekomunternehmen – werden verschont. Einige Redaktoren gehen gar davon aus, dass der «Kontrolleur» noch am Abend die wichtigsten Artikel des folgenden Tages überprüft.</p>
<p>Exemplarisch zeigt sich unsere Hofberichterstattung auch im Umgang mit der wohl schillernsten Frau des Landes: Firstlady Rosario Murillo, in der Bevölkerung wahlweise auch als «la bruja» (die Hexe) oder «la chayo» (Eigenwort) bekannt. Sie ist jedoch weit mehr als einfach nur die Frau des Präsidenten. Innenpolitisch gibt sie in Nicaragua den Ton an. Und sie ist mit Abstand die Kommunikativste im Lande: Jeden (!) Mittag hält sie per Telefon eine Art Pressekonferenz ab, bei der sie sich zu allen möglichen Themen äussert – von den Arbeitslosenzahlen über den Tourismusboom bis hin zum bevorstehenden Vulkanausbruch. Denn sie ist offizielle Sprecherin der Regierung (wohlgemerkt: derjenigen ihres Mannes). Entsprechend oft erscheint sie in der Zeitung. Früher hat man sie dabei schlicht als «primera dama» betitelt, doch das hat sie irgendwann geärgert. Also hat sie interveniert. Seither heisst sie bei uns «Coordinadora del Consejo de Comunicación y Ciudadanía» (so viel wie: «Koordinatorin des Kommunikations- und Bürgerrats»).</p>
<p>Es sind dies persönliche Einblicke in eine Medienlandschaft, die weit davon entfernt ist, ihre Rolle als vierte Gewalt im Staat wahrzunehmen. Ohnehin teilt sie sich in ein regierungsfreundliches und in ein -kritisches Lager auf – wobei Ersteres längst Überhand genommen hat. Etwas dazwischen gibts kaum. Alle TV-Kanäle bis auf zwei sind staatlich kontrolliert. Und von den grossen Printprodukten gilt nur noch «La Prensa» als regierungskritisch. Diese nimmt ihre Rolle dafür mit umso mehr Furor wahr. Nennt sie Machthaber Daniel Ortega, tut sie dies in Anlehnung auf dessen juristisch überaus umstrittene Regierungstätigkeit konsequent mit folgendem Zusatz: «el presidente inconstitucional» – «der verfassungswidrige Präsident».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/18/selbstzensur-aus-angst-vor-der-hexe/">Selbstzensur aus Angst vor der «Hexe»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Als NZZ-Volontär bei Economiesuisse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Edith Hollenstein]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 08:34:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Economiesuisse]]></category>
		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>
		<category><![CDATA[Stage]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Neue Zürcher Zeitung bietet ein Volontariat im Wirtschaftsressort für frischgebackene Ökonomen an – Seitenwechsel inklusive. Nach sechs Monaten auf der Redaktion gehts direkt in die Kommunikationsabteilung des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. Peter A. Fischer, Leiter der NZZ-Wirtschaftsredaktion, spricht von einem «Experiment» und hält die Kooperation für «nicht problematisch». Erstmals bietet die NZZ ein zweiteiliges Volontariat an, <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/03/als-nzz-volontar-bei-economiesuisse/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/03/als-nzz-volontar-bei-economiesuisse/">Als NZZ-Volontär bei Economiesuisse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/NZZ-logo.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> Die Neue Zürcher Zeitung bietet ein Volontariat im Wirtschaftsressort für frischgebackene Ökonomen an – Seitenwechsel inklusive. Nach sechs Monaten auf der Redaktion gehts direkt in die Kommunikationsabteilung des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. Peter A. Fischer, Leiter der NZZ-Wirtschaftsredaktion, spricht von einem «Experiment» und hält die Kooperation für «nicht problematisch».<br />
<span id="more-28900"></span><br />
Erstmals bietet die NZZ ein zweiteiliges Volontariat an, bei dem ein Volontär nach einem halben Jahr auf der Wirtschaftsredaktion auf die andere Seite, in die Kommunikationsabteilung von Economiesuisse, wechselt. «Economiesuisse fragte uns an, ob wir mit ihnen ein kombiniertes Volontariat durchführen wollen», sagt Peter A. Fischer, Leiter der Wirtschaftsredaktion. Zwei Hochschulabsolventen sollten die Chance bekommen, einen Einblick in beide Karrierewege zu erhalten: sowohl Journalismus bei der führenden Wirtschaftszeitung als auch Verbands-PR beim Dachverband der Wirtschaft.</p>
<p>Im institutionalisierten Seitenwechsel sieht Fischer kein Problem: «Wir werden den Volontär nicht einsetzen, um über Economiesuisse zu schreiben», erklärt Fischer auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Dennoch: Der Dachverband der Schweizer Wirtschaft hat in verschiedenen Bereichen klare Positionen, etwa bei Energiefragen, bei der Zuwanderung oder der Nationalbank-Politik. All diese Themen kann ein Volontär nicht einfach aussparen. Fischer sagt dazu: «Ein Volontär muss ja keinen Leitartikel schreiben, sondern das journalistische Handwerk lernen, also die Instrumente und Abläufe sowie die Schnittstelle zwischen Print und Online kennenlernen.» Nach Volontariatsende müsse sich der Volontär schon für eine Seite entscheiden und könne nicht gleichzeitig im Journalismus und der Verbandskommunikation tätig sein.</p>
<p>«Economiesuisse zahlt ihren Teil und wir unseren», sagt Fischer auf die Frage zur Finanzierung. Lohn und Spesen würden hälftig bezahlt – zusätzliches Geld sei keines geflossen. Ob eine ähnliche Kooperation auch mit einem anderen Verband, etwa mit der Unia, Swissmem oder dem Gewerbeverband möglich wäre? «Ich wüsste nicht wieso», sagt Fischer. Die Kapazitäten seien beschränkt. Bei diesem kombinierten Kurs handle es sich um ein Ausprobieren. Da Economiesuisse ein Dachverband sei und sich mit ähnlichen volkswirtschaftlichen Grundsatzfragen auseinandersetze wie die NZZ, sei die Kooperation nicht problematisch. Wie realistisch wäre eine vergleichbare Ausbildungszusammenarbeit mit UBS, CS, ZKB oder einer anderen Bank? «Das wäre wohl schwierig», sagt Fischer.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/03/als-nzz-volontar-bei-economiesuisse/">Als NZZ-Volontär bei Economiesuisse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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