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	<title>Südamerika | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 22 Nov 2017 13:02:26 +0000</lastBuildDate>
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		<title>NZZ: Ausdünnen von Redaktionen hat Folgen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/11/22/nzz-ausduennen-von-redaktionen-hat-folgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2017 13:02:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Südamerika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit vier Jahren muss ein einziger NZZ-Korrespondent über sämtliche Länder Südamerikas informieren. Da sind Fehler unvermeidlich.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit vier Jahren muss ein einziger NZZ-Korrespondent über sämtliche Länder Südamerikas informieren. Da sind Fehler unvermeidlich.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/22/nzz-ausduennen-von-redaktionen-hat-folgen/">NZZ: Ausdünnen von Redaktionen hat Folgen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wo man den Esel über den Äther bestellt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/01/31/wo-man-den-esel-ueber-den-aether-bestellt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Metzler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jan 2013 13:01:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[UKW]]></category>
		<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Südamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Radio als Kommunikationsapparat: Der Sender Aclo Potosí in Bolivien ist Nachrichtenkanal, Telefonersatz und Schule für die Landbevölkerung zugleich. Zu Besuch bei einem Medium mit einer Mission im ärmsten Land Südamerikas. Das Gebäude von Radio Aclo Potosí ist unscheinbar. Nur ein einfaches Schild an der Fassade lässt erkennen, dass hier ein Sender zuhause ist. Durch <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/31/wo-man-den-esel-ueber-den-aether-bestellt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Radio als Kommunikationsapparat: Der Sender Aclo Potosí in Bolivien ist Nachrichtenkanal, Telefonersatz und Schule für die Landbevölkerung zugleich. Zu Besuch bei einem Medium mit einer Mission im ärmsten Land Südamerikas.<br />
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Das Gebäude von <a href="http://aclo.org.bo/bolivia/index.php?option=com_content&amp;view=category&amp;layout=blog&amp;id=52&amp;Itemid=436" target="_blank">Radio Aclo Potosí</a> ist unscheinbar. Nur ein einfaches Schild an der Fassade lässt erkennen, dass hier ein Sender zuhause ist. Durch die Tür betritt man einen kleinen Raum mit Schalter. Dahinter sitzt eine Frau mit farbigen Kleidern und Hut – den typischen Kleidern der Indigenas. Immer wieder kommen Leute, unterhalten sich kurz mit ihr, reichen ein paar Münzen unter der Glastrennscheibe hindurch und verschwinden wieder. Die Besucher stammen hauptsächlich aus der indigenen Landbevölkerung.</p>
<p><strong>Radio als Telefonersatz</strong><br />
Wie sich herausstellen wird, nehmen diese eine der wichtigsten Dienstleistung des Radios in Anspruch: Die Möglichkeit, Botschaften, Hinweise und Grüsse an Familien und Bekannte auf dem Land zu schicken. Jeden Tag um 18 Uhr liest der Moderator die gesammelten Mitteilungen dann im Studio vor – eine soziale Funktion, die das Radio in unseren Breitengraden längst verloren hat.</p>
<p>Wie der für das Radio verantwortliche Grover Alejandro Pillco erklärt, sind diese Botschaften für die Landbevölkerung ein Ersatz fürs Telefon. Die Durchsagen kosten umgerechnet 35 Rappen, ungefähr so viel wie ein frischer Fruchtsaft. So gebe es beispielsweise Bauern, die in der Stadt eingekauft haben, dann schwer bepackt mit dem Bus wieder aufs Land zurück fahren und von der Strasse noch einen Fussmarsch von drei bis vier Stunden hinter sich bringen müssen, bis sie schliesslich zu Hause ankommen. Bevor sie sich auf den Weg machen, schauen sie deshalb nochmals kurz beim Radio vorbei und wenden sich über das Radio an ihre Söhne: «Bringt mir um die und die Zeit ein Maulesel zur Strasse. Ich habe Lasten zu transportieren», sind typische Nachrichten erzählt Pillco.</p>
<p>Das Radio hat aber gerade in diesem Bereich der Kommunikationsdienstleistung mit dem Strukturwandel zu kämpfen: «Früher kamen die Leute in Scharen und standen regelrecht Schlange vor unserem Schalter, um ihre Durchsagen aufzugeben. Aber dies hat stark angenommen, seit das Mobiltelefon auch in der Landbevölkerung immer verbreiteter ist.» Das Funksignal erreicht auch im ärmsten Land Südamerikas immer entlegenere Regionen. «Heute kommt es vor, dass ein Sohn seinem Vater die Nachricht sendet, er solle auf den Hügel vor dem Haus steigen, um dem Funkloch zu entkommen», erzählt Pillco. Im 21. Jahrhundert wird der Esel vermehrt per Mobiltelefon angefordert.</p>
<p><strong>Alphabetisierung über den Äther</strong><br />
Bei Radio Aclo Potosí arbeiten acht Mitarbeiter – alle sind zweisprachig: Das Radio sendet rund die Hälfte der Sendungen auf Quechua – die Sprache der Inkas und seit 2000 auch eine der über 30 offiziellen Landessprachen Boliviens – und die andere auf Spanisch. Nachrichten gehören laut Pillco zu den meistgehörten Sendungen, danach folgen Musik, Ausbildungsprogramme und die Kommunikationsdienstleistungen für die Landbevölkerung.</p>
<p>Die Nichtregierungsorganisation <a href="http://aclo.org.bo/bolivia/" target="_blank">Acción cultural Loyola (Aclo)</a> wurde 1966 im Süden Boliviens von einer Gruppe Studenten gegründet, die von einem jesuitischen Pfarrer motiviert worden war. Die Studenten wollten etwas für die Entwicklung und die Integration der indigenen Landbevölkerung leisten. Sie begannen mit Alphabetisierungsprogrammen. Später mietete die NGO dafür Sendezeit bei Lokalradios. 1977 gründete die Organisation den ersten eigenen Sender in Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens.1981 folgte ein Radio in Tarija und 2004 schliesslich ein eigenständiges Radio in Potosí.</p>
<p><strong>Der Sender als Schule</strong><br />
Grundausbildung per Radio gehört auch heute noch zu einem der wichtigsten Dienstleistung der Aclo-Senderfamilie. Frauen und Männer über 15 Jahre, die ihre Grundschulausbildung fortsetzen wollen, können dies von ihrem Empfangsgerät aus tun. Der Stoff reicht von der 3. bis zur 8. Klasse. Gelehrt wird das ABC oder Rechnen. Um mehr Hörer zu erreichen, wechseln sich Ausbildungsmodule und Musik ab. Der Staat gibt die Schulbücher gratis ab. Jeden Monat geht ein Lehrer in die Dörfer und beantwortet Fragen, nimmt Prüfungen ab oder stellt Zeugnisse aus.</p>
<p>Pillco glaubt, dass das Radio schon einige seiner Ziele erreicht hat, vor allem was die Meinungsbildung und die Teilnahme am öffentlichen Leben angeht. «Wir konnten das Bewusstsein der Leute wecken, damit nicht einfach von oben über sie bestimmt wird. Früher konnte man mit ein paar geschenkten Heften und Stiften die Stimmen der Landbevölkerung kaufen. Das ist heute nicht mehr möglich. Die von uns ausgebildeten, indigenen Führungspersönlichkeiten sind heute Bürgermeister, Berater von Abgeordneten oder stehen Organisationen vor.“</p>
<p><strong>Dank UKW in die Städte</strong><br />
Bei der Landbevölkerung Boliviens ist Radio als Medium äusserst beliebt. Bei den langen Fussmärschen und Arbeiten auf dem Feld ist ein tragbares Radiogerät oft die einzige Unterhaltungs- und Informationsmöglichkeit. Der Reichweite von Aclo Potosí, das in rund der Hälfte der Gemeinden der Provinz empfangen werden kann, ist beachtlich: Eine Hörererhebung von 2008 zeigt, dass das Radio von knapp 90 Prozent der Landbevölkerung gehört wird und damit das mit Abstand populärste Radio ist. In der Stadt sind es deutlich weniger Hörer: Mit rund 10 Prozent liegt das Radio an zweiter Stelle.</p>
<p>Zuerst wurde nur per Mittelwelle gesendet. Seit 2008 will man per UKW auch die städtische Hörerschaft stärker ansprechen, um «der indigenen Landbevölkerung auch in der Stadt eine Stimme zu geben, um eine Brücke zwischen Stadt und Land zu bauen sowie um Quechua und die ursprüngliche Kultur in einem immer globaleren Umfeld zu fördern.» Seit Juni 2012 ist die UKW-Frequenz aber ausser Betrieb. Grund für die Abschaltung sei ein neues Mediengesetz. Bald soll sie wieder auf Sendung gehen. «Die Konsolidierung der UKW-Frequenz ist für uns die grosse Herausforderung», so Pillco. «In Taxis und Mobiltelefonen funktioniert nur UKW. Es ist eine Voraussetzung, um in der Stadtbevölkerung mehr Hörer zu gewinnen.»</p>
<p><strong>Schwierige Finanzierung</strong><br />
Die Finanzierung des Radios sei die schwierigste Aufgabe, erzählt Pillco. «Wir versuchen uns allein über Werbung und die Gebühren für Durchsagen zu finanzieren. Am Ende des Jahres wird es immer sehr knapp.» Neben dem Radio betreibt die Redaktion auch <a href="http://aclo.org.bo/bolivia/index.php?option=com_content&amp;amp;view=category&amp;amp;layout=blog&amp;amp;id=52&amp;amp;Itemid=436" target="_blank">eine eigene Website</a>. «Wie die grossen Zeitungen versuchen wir unsere Website zwei bis drei Mal am Tag zu aktualisieren. Geld kann man damit aber nicht verdienen», sagt Pillco.</p>
<h2>Potosí – in lebensfeindlicher Höhe</h2>
<p>Die bolivianische Stadt Potosí liegt auf rund 4000 Meter über Meer und wächst rasant. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein lebensfeindlicher, von Armut geprägter Moloch, der sich den Cerro Rico hochfrisst – den Berg, deren Minen schon den spanischen Konquistadoren einen grossen Teil ihres Silberreichtum bescherten. Im 17. Jahrhundert war Potosí grösser als Paris oder London. Noch heute zeugt die prunkvolle koloniale Architektur davon. Obwohl es kaum noch Silber gibt, graben die Minenarbeiter unter prekären Bedingungen weiter nach den letzten Resten Mineralien, die der Berg noch hergibt. Potosí ist eine arme Stadt mit einem hohen Anteil an indigener Bevölkerung. Immer mehr ziehen vom Land her. Oftmals suchen sie sich in der Stadt einen Zweitwohnsitz neben ihrer Hauptexistenz auf dem Land. «Sie wechseln ihre Lebensform, bleiben aber gleichzeitig Bauern», erklärt Radiochef Pillco.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/31/wo-man-den-esel-ueber-den-aether-bestellt/">Wo man den Esel über den Äther bestellt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wer hat Max umgebracht?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/13/wer-hat-max-umgebracht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Metzler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2012 10:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Serien]]></category>
		<category><![CDATA[Avendia Brasil]]></category>
		<category><![CDATA[Blockbuster]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Novela]]></category>
		<category><![CDATA[Südamerika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Brasilien vermag eine Telenovela weiterhin die Hälfte der rund 70 Millionen Haushalte vor den Fernseher zu locken. «Avenida Brasil» ist ein Massenphänomen, wie es bei uns nicht mehr existiert. Die Novela konnte den Abwärtstrend bei den Einschaltquoten brechen, weil sie erstmals vor allem auf Protagonisten aus der aufstrebenden Mittelklasse setzte. Dem Sender Rede Globo <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/13/wer-hat-max-umgebracht/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Brasilien vermag eine Telenovela weiterhin die Hälfte der rund 70 Millionen Haushalte vor den Fernseher zu locken. «Avenida Brasil» ist ein Massenphänomen, wie es bei uns nicht mehr existiert. Die Novela konnte den Abwärtstrend bei den Einschaltquoten brechen, weil sie erstmals vor allem auf Protagonisten aus der aufstrebenden Mittelklasse setzte. Dem Sender Rede Globo bringt dies Millionen.<br />
<span id="more-11392"></span><br />
Freitagabend in Rio de Janeiro. In jedem Restaurant laufen die Fernseher. Der Ton so laut, dass man das Wort des Gegenübers nicht mehr versteht. Gezeigt wird nicht etwa der Fussball-Klassiker Brasilien-Argentinien, sondern eine Novela – die brasilianische Spielart der Seifenoper.</p>
<p>Als man – leicht irritiert – den Kellner fragt, ob er nicht ein klein wenig leiser stellen könne, verneint er und erklärt, dass es die letzte Folge der Novela «Avenida Brasil» sei. «Alle wollen wissen, wie es ausgeht.» Und tatsächlich: Die meisten Gäste richten ihre Blicke gebannt auf einen der insgesamt vier Flachbildschirme. Und dies nicht nur hier, sondern in jedem Restaurant und jeder Bar der Stadt. Für einen Freitagabend ist es draussen auf den Strassen erstaunlich ruhig. Die Novela, ein veritabler Blockbuster. Es sind Szenen, wie man sie bei uns nur noch beim Finale der Fussball-Weltmeisterschaft erleben kann. Anders als in Europa bewegt hier das Fernsehen mit fiktiven Inhalten noch die Massen.</p>
<p>Über den Bildschirm flimmern bedrohlich Pistolen, eine Frau wird von Selbstzweifeln zerfressen – die melodramatische Musik deutet an, dass entscheidende Dinge geschehen. Die Streicher schrauben die traurige Melodie immer höher und höher. Süss und sauer zugleich – wie der Caipirinha auf dem Tisch. Auch die Kellner glotzen auf die flimmernden Kisten. Zeitgleich mit Dutzenden von Millionen Brasilianerinnen und Brasilianern.</p>
<p><a href="http://tvg.globo.com/novelas/avenida-brasil/index.html" target="_blank">«Avenida Brazil»</a> lief seit März sechsmal pro Woche. Von Montag bis Samstag auf <a href="http://redeglobo.globo.com/" target="_blank">Rede Globo</a> – die nach Umsatz gemessen zweitgrösste TV-Anstalt der Welt. Der unangefochtenen Marktführer für Novelas strahlt täglich drei Serien aus, die erste um 17 Uhr, die zweite um 18 Uhr und die wichtigste in der Primetime um 21 Uhr. Anders als bei der Seifenoper enden Novelas nach jeweils rund acht Monaten.</p>
<p>Die Novelas wollen ein realistisches Bild der unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten vermitteln. Letztlich sind sie aber immer nach einem ähnlichen dramaturgischen Mustern gestrickt. Die Helden und Anti-Helden entsprechen den immer gleichen Archetypen; ein der auf Rache schwörende Held, sein Mentor und der Bösewicht dürfen nicht fehlen. Von Zeit zu Zeit werden neue gesellschaftliche Phänomene beleuchtet.</p>
<p>Produziert werden die Folgen in Studios in Barra da Tijuca, dem schicken Viertel Rios, wo auch die Athleten der Olympischen Spiele 2014 ihr Dorf aufschlagen werden. Aufgezeichnet wird lediglich zwei Wochen vor Ausstrahlung, um flexibel auf das Echo der Zuschauer reagieren zu können.</p>
<p>Während sich die Zuschauerzahlen anderer Novelas über die Jahre <a href="http://f5.folha.uol.com.br/televisao/1172132-apesar-do-fenomeno-avenida-brasil-novelas-da-globo-estao-em-baixa.shtml" target="_blank">im Rückwärtsgang befinden</a>, ist «Avenida Brasil» eine selbst für brasilianische Verhältnisse aufsehenerregende Ausnahme: Im Schnitt lief die Serie beinahe auf der Hälfte der eingeschalteten Fernsehgeräte. Die Einschaltquote stieg von 37% zu Beginn auf 51% am Ende. Der Marktanteil kletterte gar von 61% auf eindrückliche 75% <a href="http://f5.folha.uol.com.br/televisao/1172364-ultimo-capitulo-de-avenida-brasil-e-o-programa-mais-visto-de-2012.shtml" target="_blank">beim grossen Finale</a>. Damit war es die meistgeschaute Sendung des Jahres 2012. Alle wollten wissen, wie es ausgeht. Alle wollten wissen, wer Max umgebracht hat.</p>
<p>Das Fernsehen ist in Brasilien omnipräsent. Das merkt man schon, wenn man am Flughafen das Taxi zur Innenstadt nimmt: Auf dem Armaturenbrett läuft auf einem kleinen Flachbildschirm Fussball – im nächsten Taxi eine Telenovela. Auch in Bars, Restaurants, Busen, Metros, Supermärkten, Spitälern läuft ständig eine Flimmerkiste. Nach den Gemeindewahlen werden die Abendnachrichten flugs an die nächste Hausmauer projiziert. In jedem noch so einfachen Backsteinhäuschen einer Favela – den Armenvierteln, wo rund sechs Prozent der brasilianischen Bevölkerung wohnt – steht mindestens ein Fernseher.</p>
<p>Im Vorfeld machten sich Regierungsvertreter Sorgen darüber, dass es zu Stromausfällen kommen werde, weil die Stromgesellschaften die zusätzliche Nachfrage all der Haushalte, die um 21 Uhr gleichzeitig den Fernseher anschalten, <a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-latin-america-20001198" target="_blank">nicht würden verkraften können</a>. Die Sorgen waren unbegründet. Selbst Brasiliens Präsidentin, Dilma Rousseff, sagte ihre Teilnahme an einer am Freitagabend stattfindenden <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2012/oct/18/avenida-brasil-clash-president-cancel-rally" target="_blank">Wahlveranstaltung ab</a>. Sie dürfte gewusst haben, dass sie zur Sendezeit der Novela keinerlei Aufmerksamkeit erhalten würde – und angeblich ist sie selbst ein Fan der Novela.</p>
<p>«Avenida Brasil» knüpft an die Erfolge der Novelas der 1990er Jahren an. Wie gelang diese spektakuläre Trendwende? Bisher zeigte das Genre hauptsächlich das Leben der Oberschicht in schicken Quartieren von Rios Süden. «Avenida Brasil» ist die erste Novela, deren Protagonisten aus der neu entstehenden Mittelschicht aus der nördlichen Vorstadt Rios stammen. Der Fokus auf die Mittelschicht erklärt den Erfolg: Die im Wirtschaftsaufschwung anwachsende Schicht erkennt sich im Spiegel ihrer eigenen Ängste und Hoffnungen wieder. Je stärker sich der Zuschauer identifiziert, desto grösser die Neugier auf die nächste Folge. Die Novela wird so zu einem Gemeinschaftserlebnis einer Schicht, die den Aufbruch spürt. Rede Globo verstärkte den Erfolg, in dem das Medienkonglomerat auf all seinen Kanälen darüber berichtete.</p>
<p>Rede Globo stösst damit nicht nur in neue Zielgruppen vor, sondern erschliesst für Werbetreibende ein immer kaufkräftigeres Publikum. Der Konsumrausch der Mittelschicht, der oft auf Pump finanziert wird, ist zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor geworden. Immer wieder wurden die einzelnen Folgen mit Werbung für Flachbildschirme und Kühlschränke unterbrochen. Telenovelas sind äusserst erfolgreichen Vermarktungsmaschinerien.</p>
<p>«Avendia Brasil» spielte mit Werbung insgesamt rund 2 Milliarden Real (922 Millionen Franken) ein – bei Kosten von gerade einmal 45 Millionen Real (21 Millionen Franken) <a href="http://www.forbes.com/sites/andersonantunes/2012/10/19/brazilian-telenovela-makes-billions-by-mirroring-its-viewers-lives/" target="_blank">für alle 180 Episoden</a>. Zusätzliches Geld verdient der Sender mit dem Verkauf der Rechte an andere Länder. Rede Globo ist mit einem potenziellen Zielpublikum von insgesamt 196 Millionen Brasilianer gesegnet. Entsprechend grossen gesellschaftlichen Einfluss kann der Sender über seine Novelas nehmen. Vielleicht war der Riesenerfolg von «Avenida Brasil» aber nur ein letztes Aufbäumen und bald kommt auch in Brasilien mit dem wirtschaftlichen Aufschwung die Zeit, in der eine TV-Sendung den Grossteil der Masse kalt lässt.</p>
<p>Und wer hat Bösewicht Max getötet? Es war seine Komplizin Carminha, die dafür schliesslich ins Gefängnis wandert, aber durch die Vergebung durch Heldin Nina Erlösung findet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/13/wer-hat-max-umgebracht/">Wer hat Max umgebracht?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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