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	<title>Tageszeitung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 07:03:03 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Warum die Tageszeitung zum Hoffnungsträger der Digitalstrategie wird</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/20/warum-die-tageszeitung-zum-hoffnungstraeger-der-digitalstrategie-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2015 12:11:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungskrise]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Horizont]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer hätte das gedacht: Print wird in Gestalt der digitalen Zeitung zum Rettungsanker der Digitalaktivitäten von Premiumtiteln. Einige Argumente, warum die Strategie von „SZ“ und „FAZ“ aufgehen könnte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/20/warum-die-tageszeitung-zum-hoffnungstraeger-der-digitalstrategie-wird/">Warum die Tageszeitung zum Hoffnungsträger der Digitalstrategie wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hätte das gedacht: Print wird in Gestalt der digitalen Zeitung zum Rettungsanker der Digitalaktivitäten von Premiumtiteln. Einige Argumente, warum die Strategie von „SZ“ und „FAZ“ aufgehen könnte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/20/warum-die-tageszeitung-zum-hoffnungstraeger-der-digitalstrategie-wird/">Warum die Tageszeitung zum Hoffnungsträger der Digitalstrategie wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wieso senken Tageszeitungen nicht die Drucktage?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/09/wieso-senken-tageszeitungen-nicht-die-drucktage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2015 23:02:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpiloten.de]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Langeveld]]></category>
		<category><![CDATA[Druckindustrie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hilft es Tageszeitungen einfach seltener zu erscheinen und mehr digital zu machen? Eine Untersuchung am Beispiel des US-Zeitungsmarktes.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Hilft es Tageszeitungen einfach seltener zu erscheinen und mehr digital zu machen? Eine Untersuchung am Beispiel des US-Zeitungsmarktes.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/09/wieso-senken-tageszeitungen-nicht-die-drucktage/">Wieso senken Tageszeitungen nicht die Drucktage?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Jugendliche vertrauen Tageszeitungen am meisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/28/jugendliche-vertrauen-tageszeitungen-am-meisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2014 22:56:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tageszeitung ist für Jugendliche in Deutschland das glaubwürdigste Medium. Bei widersprüchlicher Berichterstattung vertrauten 40 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen den Darstellungen der Tageszeitungen, ergab die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Dem Fernsehen sprechen Jugendliche mit 26 Prozent deutlich weniger Glaubwürdigkeit zu. Radiomeldungen und Internetberichterstattung wird mit 17 und 14 Prozent am wenigsten vertraut.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tageszeitung ist für Jugendliche in Deutschland das glaubwürdigste Medium. Bei widersprüchlicher Berichterstattung vertrauten 40 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen den Darstellungen der Tageszeitungen, ergab die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Dem Fernsehen sprechen Jugendliche mit 26 Prozent deutlich weniger Glaubwürdigkeit zu. Radiomeldungen und Internetberichterstattung wird mit 17 und 14 Prozent am wenigsten vertraut.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/28/jugendliche-vertrauen-tageszeitungen-am-meisten/">Jugendliche vertrauen Tageszeitungen am meisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>In der Regel ein Artikel pro Redaktor und Tag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2014 10:38:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
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		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
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		<category><![CDATA[Nordwestschweiz]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Richtig: Wenn ein Journalist sein Büro verlässt, kriegt er authentischere Eindrücke. Aber wer hat dafür heute noch Zeit? Ein Einblick in den Redaktionsalltag unseres Kolumnisten zeigt: Der Produktionsdruck ist hoch. Manchmal braucht es im Leben auch ein bisschen Glück – besonders als Reporter, wie Nik Niethammer in seiner letzten Kolumne eindrücklich beschrieb. Aufgrund des krankheitsbedingten <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Richtig: Wenn ein Journalist sein Büro verlässt, kriegt er authentischere Eindrücke. Aber wer hat dafür heute noch Zeit? Ein Einblick in den Redaktionsalltag unseres Kolumnisten zeigt: Der Produktionsdruck ist hoch.<br />
<span id="more-22074"></span><br />
Manchmal braucht es im Leben auch ein bisschen Glück – besonders als Reporter, wie Nik Niethammer in seiner letzten Kolumne eindrücklich beschrieb. Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls eines Kollegen erlebte er als junger Redaktor der Schweizer Illustrierte den Fall der Berliner Mauer hautnah mit. Zwei Tage später kehrte er mit tausend Bildern im Kopf, einer 15&#8217;000-Zeichen-Geschichte in petto und null Schlaf in den Knochen nach Zürich zurück.</p>
<p>Wer wünscht sich so etwas als Journalist nicht: Ein welthistorisches Ereignis, dem man live beiwohnen und seine Eindrücke danach nicht nur mit dem eigenen Tagebuch, sondern sozusagen mit der ganzen Welt teilen kann. Aus dem warmen Büro heraus geht das nicht. Folgerichtig schreibt Nik Niethammer, dass Ereignisse dieser Dimension auch heute noch nur mit Reportagen verständlich werden. Und: Dass gerade wir jungen Journalisten «rausgehen, in andere Menschen kriechen, zum Entdecker werden» sollen, da uns sonst das Handwerk der Reportagen verlustig geht.</p>
<p>Ich teile jedes Wort dieser Einschätzung. Wer etwas mit eigenen Augen sieht, kann besser beurteilen, welchen Quellen zu trauen ist, welche Information Gewicht erhalten sollte, welche Bilder aussagekräftig sind und damit letztlich eine authentischere Reportage schreiben. Nur: Zumindest bei den tagesaktuell arbeitenden Medien hat kaum ein Redaktor mehr die Zeit, einfach mal «rauszugehen» – so gern wir es auch tun würden.</p>
<p>Ich schätze mich in der glücklichen Situation, auf einer Redaktion arbeiten zu dürfen, bei der eine Geschichte nicht auf Teufel komm raus auf den kommenden Tag «abgeschossen» werden muss, sofern sie bei einem zusätzlichen Tag Reifezeit bedeutend besser wird und potenziell gar das Zeug zur Frontgeschichte hat. Der Zeitdruck ist dennoch allgegenwärtig. Zur Illustration dazu ein Einblick in den Alltag unserer je nach zählweise fünf- oder sechsköpfigen Inlandredaktion von «Nordwestschweiz» und «Südostschweiz» im Berner Medienzentrum.</p>
<p>Um 9 Uhr morgens sollten wir auf der Matte stehen, dann ist Morgensitzung. Via Konferenztelefon sind wir mit dem Blattmacher in Aarau verbunden und präsentieren unser Programm für den Tag. Das können Eigengeschichten, Interviewvereinbarungen oder sogenannte Agendatermine, wie zum Beispiel eine Pressekonferenz sein. Naturgemäss ist der Inhalt der daraus entstehenden Geschichten noch unausgegoren, die Stossrichtung sollte im Idealfall aber bereits skizziert werden. Wer clever ist, kontaktiert  Gesprächspartner bereits am Vorabend.</p>
<p>Dann geht die Recherche los – und ja, die findet in erster Linie mit Computer und Internet statt. Nehmen wir an, ich habe mir zur Aufgabe gesetzt, die Auswirkungen eines Ja zur Pauschalbesteuerungs-Initiative auf den Steuerertrag von wohlhabenden Gemeinden zu untersuchen: Gerne würde ich dafür ins zürcherische Zollikon reisen, um mir vom Gemeindepräsidenten die Strasse zeigen zu lassen, wo seit der kantonalen Abschaffung ein paar Superreiche weggezogen sind (und wohl ebenso viele wieder hinzugezogen). Vielleicht wäre auch ein Besuch beim lokalen Bootsbauer oder in der englischsprachigen Privatschule aussagekräftig.</p>
<p>Das Gesamtbild meines Artikels würde damit sicherlich reicher werden, aber weil es sich nicht um eine bahnbrechende Fragestellung handelt und featuremässige Elemente nicht zwingend sind, wird der Artikel am folgenden Tag erscheinen müssen – was rein zeitlich den Augenschein am Zürichsee verunmöglicht. Also nehme ich das Telefon zur Hand und versuche mir die entscheidenden Fakten von der Gemeinde und dem kantonalen Steueramt zu geben. Ein paar Statements von Politikern runden die Geschichte ab.</p>
<p>Im Idealfall – der allerdings kaum je eintrifft – habe ich die Informationen bis 14 Uhr beisammen, denn dann findet die entscheidende Nachmittagssitzung statt. Wieder in enger Koordination mit der Tagesleitung in Aarau wird entschieden, welche Geschichte in welcher Länge am nächsten Tag ins Blatt kommt. Braucht es vielleicht noch ein Kurzinterview oder eine Informations-Box dazu? Dass jemand der anwesenden Redaktoren keine Zeile für die nächste Ausgabe schreibt, ist definitiv die Ausnahme. Im Regelfall gilt: Ein Artikel pro Redaktor und Tag. Ist es eine grössere Geschichte, können wegen Front-Text und Kommentar schnell auch drei daraus werden. Bei anderen Zeitungen mag diese Kadenz ein bisschen tiefer liegen, auf Online-Redaktionen dafür umso höher.</p>
<p>Welche schreibende Journalisten gehen also heute noch regelmässig raus? Gewiss, bei Wochen- oder Monatspublikationen ist der Zeitdruck geringer und sogar bei Tageszeitungen mag es ein paar Exoten geben, die ein Reporterleben aus dem Bilderbuch führen. Die Regel sind sie aber gewiss nicht. Am ehesten finden sich noch freie Journalisten, die sich, abgekoppelt vom redaktionellen Alltag, die Zeit für eine ausgiebige Recherche vor Ort nehmen können. Doch dann müssen sie für ihre Geschichte zuerst einen Abnehmer finden – und rechnen am Ende wohl besser nicht nach, wie hoch der Stundenansatz für ihre Arbeit war.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/">In der Regel ein Artikel pro Redaktor und Tag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die «Zürichsee-Zeitung» gibt Aussenposten auf</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/15/die-zuerichsee-zeitung-gibt-aussenposten-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Aug 2014 08:39:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lokaljournalismus aus Distanz? Die traditionsreiche «Zürichsee-Zeitung» versucht es. Ab September zieht sie alle ihre Regionalredaktionen in Stäfa zusammen. Am linken Seeufer und im Linthgebiet reagiert man zurückhaltend, aber besorgt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lokaljournalismus aus Distanz? Die traditionsreiche «Zürichsee-Zeitung» versucht es. Ab September zieht sie alle ihre Regionalredaktionen in Stäfa zusammen. Am linken Seeufer und im Linthgebiet reagiert man zurückhaltend, aber besorgt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/15/die-zuerichsee-zeitung-gibt-aussenposten-auf/">Die «Zürichsee-Zeitung» gibt Aussenposten auf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Lösung heisst Rückschritt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/08/16/die-loesung-heisst-rueckschritt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2013 08:08:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die gedruckten Zeitungen verfügen über eine unterschätzte Zukunftschance: Wenn das Internet eine totalüberwachte Zone ist, werden Redaktionsräume und -systeme, auf die Regierungen und Geheimdienste keinen Zugriff haben, zur Geheimwaffe. Gedruckte Zeitungen auf dem technischen Stand des 19. Jahrhunderts könnten wieder zur Speerspitze der Medienfreiheit werden. Seit doch schon einigen Jahren sind Texte zu lesen, die <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/16/die-loesung-heisst-rueckschritt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die gedruckten Zeitungen verfügen über eine unterschätzte Zukunftschance: Wenn das Internet eine totalüberwachte Zone ist, werden Redaktionsräume und -systeme, auf die Regierungen und Geheimdienste keinen Zugriff haben, zur Geheimwaffe. Gedruckte Zeitungen auf dem technischen Stand des 19. Jahrhunderts könnten wieder zur Speerspitze der Medienfreiheit werden.<br />
<span id="more-15462"></span><br />
Seit doch schon einigen Jahren sind Texte zu lesen, die Fragen stellen zur Zukunft der Zeitungen, insbesondere der Tageszeitungen. Die Antwort darauf ist kurz und schmerzvoll: Tageszeitungen in ihrer bekannten, gedruckten Form haben keine Zukunft &#8211; es sei denn, die aktuellen Trends ändern sich grundsätzlich. Vielleicht gibt es sie auch in Jahrzehnten noch, als überkommenes und verzichtbares Luxusprodukt, wie beispielsweise Schallplatten. Die Bedeutung der letzten Jahrhunderte werden sie wohl aber einbüssen. In dieser ganzen Flut an Debattenbeiträgen ist aber noch kaum jemand auf die – eigentlich naheliegende – Idee gekommen, die Lösung in der Vergangenheit zu suchen.</p>
<p>Denn mit einer Totalüberwachung des Internets eröffnen sich neue Chancen. Die keine Rückmeldungen erzeugenden Papierprodukte könnten den rückverfolgbaren Digitalprodukten bevorzugt werden &#8211; von Konsumenten, die ihre Privatsphäre bei der Lektüre bewahren möchten. Wer die Zeitung auf Papier liest und vernichtet, kann verheimlichen, welche Artikel seine besondere Aufmerksamkeit gefunden haben. Ein weiterer Vorteil bietet sich in der konsequenten Verweigerung aller überwachbaren Kommunikationsmittel.</p>
<p>Ich rede von der Zeitung als &#8230;<br />
&#8230; hermetisch abgeschlossene, unverwanzte Redaktionseinheit.<br />
&#8230; private und durch das Redaktionsgeheimnis geschützte Zone.<br />
&#8230; Hafen für Daten und Informationen, die dem Zugriff von Staaten und Geheimdiensten verwehrt bleiben sollen.</p>
<p>Um alte Stärken zu neuer Blüte zu bringen, benötigt es den Rückschritt, also die Abschaffung von überwachbaren Kommunikationsmitteln wie E-Mails, Telefonen oder dem Internet. Um eine sichere Anlaufstelle für Informanten zu werden, müssen Journalisten so vorgehen, als wären sie Bewohner einer Diktatur in einer vormodernen Zeit.</p>
<p>Ich rede von &#8230;<br />
&#8230; Treffen von Informanten in der abhörsicheren Öffentlichkeit.<br />
&#8230; Notizen auf Papier oder einem anderen leicht zu vernichtenden Stoff.<br />
&#8230; einem Verzicht auf jegliche Recherchemethoden, die eine Mitaufzeichnung ermöglichen.</p>
<p>Das klingt höchst unrealistisch? Ein Leben ohne Kommunikationshilfsmittel ist für Journalisten durchaus möglich, wie Selbstversuche wie <a href="http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Ich-bin-dann-mal-offline-Ein-Selbstversuch-Leben-ohne-Internet-und-Handy/Christoph-Koch/e341523.rhd">«Ich bin dann mal offline»</a> (Christoph Koch) oder <a href="http://www.klett-cotta.de/buch/Gesellschaft_/_Politik/Ohne_Netz/12529">«Ohne Netz»</a> (Alex Rühle) bewiesen haben. Und auch sonst könnten sich Recherchemethoden des 19. Jahrhunderts (vor die Tür gehen, mit Menschen reden, Dinge mit eigenen Augen sehen) als Vorteile gegenüber einer im Mainstream schwimmenden Konkurrenz herausstellen.</p>
<p>Verleger Axel Springer wurde im 19. Stock des Berliner Verlagsgebäudes abgehört &#8211; in seinem eigenen Büro von seiner eigenen Sekretärin «Rosie», auch bekannt unter dem Kürzel «IM Grunewald». Sie berichtete der DDR-Staatssicherheit stets brühwarm, was im Verlegerbüro so passierte (vgl. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_83xk3kZxlM">«Bespitzelt Springer! Wie die Stasi einen Medienkonzern ausspähte»</a>). Im Vergleich zum damaligen Coup der Stasi ist es für den Staat und die Geheimdienste heute eher einfacher, an Informationen zu gelangen: Sie sind zuhauf vorhanden und was fehlt, wird irgendwann geleakt.</p>
<p>Wer den Überwachungstätigkeiten des Staats selbst etwas entgegensetzen möchte, findet im Netz viele Websites, die Abhörgeräte zu einem bezahlbaren Preis offerieren: Der <a href="http://www.abhoergeraete.biz/abhorgerate/tonspy-pro.html">Tonspy Pro für 239 Euro</a> beispielsweise ruft an, sobald in der Nähe des Geräts geredet wird («Dadurch können Sie ganz bequem vom Büro aus prüfen, wie es Ihren Kindern zu Hause geht»). Aber warum sollte ein Zeitungsverlag nicht grösser planen? Er hat die Mittel, um eine private Gegenoffensive zu starten und ein abhörsicheres Gebäude mit rigider Zutrittskontrolle in bescheidenem Umfang zu bauen. Ganz so gross wie die neue Zentrale des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesnachrichtendienst">Bundesnachrichtendiensts</a> in Berlin Mitte (4000 Arbeitsplätze in 3300 Büros auf 10 Hektaren <a href="http://www.bnd.bund.de/DE/Einblicke/Neubau_der_Zentrale/Fakten_neue_Zentrale/fakten_zentrale_node.html">Fläche</a>, voraussichtliche Fertigstellung <a href="http://www.bnd.bund.de/DE/Einblicke/Neubau_der_Zentrale/Bauablauf/bauablauf_node.html">2015</a>) kann es ja schon aus finanziellen Gründen gar nicht werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/16/die-loesung-heisst-rueckschritt/">Die Lösung heisst Rückschritt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Krise zum Trotz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/17/der-krise-zum-trotz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2013 11:18:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungskrise]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Bernard Arnault]]></category>
		<category><![CDATA[L'Opinion]]></category>
		<category><![CDATA[LVMH]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zeitungskrise? In Frankreich erscheint seit Mittwoch eine neue Tageszeitung. L’Opinion wurde vom ehemaligen Chefredakteur des Figaro gegründet und publiziert vor allem Analysen und Meinungsstücke. Die Redaktion zählt rund 20 Journalisten. Allerdings: Die Eigentumsverhältnisse sind unklar. Mit von der Partei sein könnte Bernard Arnault vom Luxusgüterkonzern LVMH. Französische Zeitungsleser konnten am Mittwoch an den Kiosks eine <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/17/der-krise-zum-trotz/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zeitungskrise? In Frankreich erscheint seit Mittwoch eine neue Tageszeitung. L’Opinion wurde vom ehemaligen Chefredakteur des Figaro gegründet und publiziert vor allem Analysen und Meinungsstücke. Die Redaktion zählt rund 20 Journalisten. Allerdings: Die Eigentumsverhältnisse sind unklar. Mit von der Partei sein könnte Bernard Arnault vom  Luxusgüterkonzern LVMH.<br />
<span id="more-14166"></span><br />
Französische Zeitungsleser konnten am Mittwoch an den Kiosks eine Neuheit in Augenschein nehmen: <a href="http://www.lopinion.fr/" target="_blank">L’Opinion</a> (auf Deutsch: Die Meinung). Die Tageszeitung, die einen Umfang von acht bis zwölf Seiten hat, erscheint von Montags bis Freitags und kostet im Einzelbezug 1,50 Euro. L’Opinion wird fürs erste an 8000 Zeitungsständen in Paris und in den großen Städten Frankreichs verkauft. Am Mittwochvormittag waren am Kiosk «Sèvres-Babylone» in Paris die meisten Exemplare bereits vergriffen. «Das verkauft sich gut», sagt der Kioskbesitzer. Nur das kryptische Kürzel «M 000118» – die Vertriebsnummer für das Presseerzeugnis – hat den Mann irritiert. «Komisch, die gibt es doch erst seit heute!».</p>
<p>Das letzte Mal, dass eine neue kostenpflichtige Zeitung in Frankreich in Druck ging, war vor knapp 20 Jahren: 1994 erschien die Tageszeitung Info-Matin. Der Preis damals: drei Francs. 1996 wurde das Blatt aus Kostengründen wieder eingestellt. Den Printmedien in Frankreich geht es heute nicht besser. Obwohl die Presseprodukte zwischen 2009 und 2011 laut Rechnungshof mit fünf Milliarden Euro subventioniert wurden und ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 2,1 Prozent gilt, sind Anzeigen und Auflagen in den letzten Jahren kontinuierlich geschrumpft. L’Opinion stemmt sich gegen diesen Abwärtstrend.</p>
<p>Es sei ein «optimistisches Signal an all diejenigen, die glauben, dass Printmedien wichtig sind», schreibt Chefredakteur <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Nicolas_Beytout" target="_blank">Nicolas Beytout</a> im Editorial der ersten Ausgabe. Über eineinhalb Jahre hat der einstige Chefredakteur des Tageszeitungen Les Echos und Le Figaro die Publikation mit seinem Team minutiös vorbereitet. In den nagelneuen Redaktionsräumen im 16. Pariser Arrondissement herrscht ein Aufbruchsgeist. Neben Nicolas Beytout kommt Remi Godeau von L’Est Républicain aus Lothringen und Luc de Barochez, zuvor Chefredakteur der Online-Ausgabe des Figaro. <a href="http://www.lopinion.fr/redaction" target="_blank">20 weitere Redaktorinnen und Redaktoren</a> ergänzen das Team. Beytout setzt auf eine flache Hierarchie. «Kein stellvertretender Chefredakteur, kein Ressortleiter – nur Journalisten, die ihre Arbeit machen», sagte er der Gratiszeitung «Metro».</p>
<p>«L’Opinion» hat sich ein «liberales, europäisches und pro-wirtschaftliches» Leitbild auf die Fahnen geschrieben. Die Artikel decken die Bereiche Politik, Wirtschaft und Internationales ab. Die erste Ausgabe kommt schlicht und unaufgeregt daher: vier Spalten, übersichtliche Texte, wenig Bilder, viel Weißfläche. Dass L’Opinion überhaupt als gedruckte Ausgabe erscheint (im Gegensatz zu rue89 oder Mediapart), liegt daran, dass Print nach Einschätzung der Redaktion mehr Werbeeinnahmen generiert als eine reine Internetzeitung. Der Herausgeber Christophe Chenut sagte gegenüber dem Radiosender France Info: «Letztlich kommen unsere Einnahmen zu 40 Prozent aus dem Anzeigengeschäft, zu 60 Prozent aus Abonnements und Einzelverkauf.» Die Papierausgabe wird von einem Webauftritt ergänzt, der sich aus Videoanalysen, Meinungsbeiträgen und einem täglich produzierten TV-Journal («L’Opinion Soir») speist. Um die Integralität der Artikel (auf Smartphones, Tablets) sehen zu können, ist ein Bezahlabonnement von 21 Euro pro Monat erforderlich.</p>
<p>Allein, wer die Zeitung besitzt, ist nicht klar. Fakt ist, dass Chefredakteur Beytout 10 Prozent am Kapitalstock hält. Die anderen Aktionäre der Holding «Bey Medias» sind unbekannt. Für den Journalisten Jean Stern, Auteur des Buches «Les patrons de la presse nationale – tous mauvais» (ed. La Fabrique) besteht ein Transparenzproblem. «Seit den Verordnungen von 1944 müssen die Eigentümer der Zeitungen bekannt sein. Das System der Holding erlaubt es, die eigentlichen Aktionäre der Pressetitel zu verdecken», sagte er gegenüber France Info.</p>
<p>Im Fall von L’Opinion wird spekuliert, dass der milliardenschwere Unternehmer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Arnault" target="_blank">Bernard Arnault</a>, Besitzer von Les Echos und dem Luxusgüterkonzern LVMH, mit sechs Millionen Euro Kapital eingestiegen ist. Daneben soll Claude Perdriel, u.a. Eigentümer der Wochenzeitung Le Nouvel Observateur, beteiligt sein. Der Chefredakteur schweigt beharrlich. «Die seltsame Stille um Nicolas Beytout», kommentierte die Online-Zeitung «rue89». Laut Le Monde ist Bernard Arnault – der reichste Mann Frankreichs lebt seit wenigen Monaten im belgischen Steuerexil – gar nicht mit seinem Mischkonzern LVMH (u.a. Louis Vuitton, Bulgari, Tag Heuer) beteiligt, sondern mit einer ominösen Tochtergesellschaft. «Die mysteriösen Investoren von L’Opinion», titelte Le Monde bereits im Vorfeld der Erscheinung. Die undurchsichtige Eigentümerstruktur lässt bezweifeln, ob mit L’Opinion wirklich ein Wandel in der Medienlandschaft eintritt. In Aufmachung und Inhalten hebt sich L’Opinion nur schwer vom Wirtschaftsblatt «Les Echos» ab. Mangels Originalität könnte das Blatt bald ein Schattendasein in den Zeitungsläden von Frankreich führen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/17/der-krise-zum-trotz/">Der Krise zum Trotz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Papst tot, König erstochen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/17/papst-tot-koenig-erstochen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2012 08:25:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ära der gedruckten Zeitungen läuft allmählich aus. Und doch prägen sie unser Bild der Welt seit über 400 Jahren. Ein Besuch in der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek am Berliner Westhafen gibt Aufschluss über ihre Geschichte. Wieso heissen Zeitungen eigentlich Bote der Urschweiz, Landbote, Engadiner Post oder Prättigauer Post? Es liegt am Übertragungsweg der Nachrichten. Die <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/17/papst-tot-koenig-erstochen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/17/papst-tot-koenig-erstochen/">Papst tot, König erstochen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ära der gedruckten Zeitungen läuft allmählich aus. Und doch prägen sie unser Bild der Welt seit über 400 Jahren. Ein Besuch in der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek am Berliner Westhafen gibt Aufschluss über ihre Geschichte.<br />
<span id="more-10681"></span><br />
Wieso heissen Zeitungen eigentlich Bote der Urschweiz, Landbote, Engadiner Post oder Prättigauer Post? Es liegt am Übertragungsweg der Nachrichten. Die Zeitungen wurden von der Post verbreitet, und die Postboten dienten nicht nur als Verträger, sondern auch als Korrespondenten. Sie waren die ersten, die Neuigkeiten aus den Regionen erfahren und zurück in die Regionen getragen haben. Wie die Informationen geliefert wurden, ist in Zeitungsnamensbestandteilen wie «Express» oder «Telegraph» zu erkennen. Die Texte im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Danziger_Dampfboot">«Danziger Dampfboot»</a> wurden beispielsweise per Schiff transportiert.</p>
<p>Solche Übermittlungen bergen einige Fehlerquellen, doch vorher war alles noch viel unsicherer. So notiert der fleissige und stellenweise höchst unterhaltsame Tagebuchschreiber <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Pepys">Samuel Pepys</a> am <a href="http://www.pepysdiary.com/archive/1665/10/08/">8. Oktober 1665</a>, der Anfangszeit der Ära der Zeitungen, dramatische News:</p>
<blockquote><p>Heute hörte ich, daß der Papst gestorben ist; ausserdem soll der König von Frankreich erstochen worden sein, doch gilt nur die erste Meldung als gesichert. Zweifellos wird das die Unruhe in diesem Teil der Welt erheblich vergrössern, nachdem erst kürzlich der König von Spanien gestorben ist.</p></blockquote>
<p>Also: Papst tot, König von Frankreich erstochen? Was für ein aufregender Nachrichtentag! Doch am <a href="http://www.pepysdiary.com/archive/1665/10/09/">9. Oktober 1665</a> wird alles wieder dementiert:</p>
<blockquote><p>Die Nachricht von der Ermordung des Königs von Frankreich hat sich als falsch erwiesen, genauso wie die vom Tod des Papstes.</p></blockquote>
<p>In der NZZ begannen Korrespondentenberichte während vielen Jahrzehnten wie von Boten übermittelte Briefe, zum Beispiel «win. Nairobi, im April», «U. Sd. Peking, im Juni» oder «cja. Ottawa, 8. September». Erst seit dem Relaunch der Zeitung im September 2009 werden die Artikel nur noch mit «win. Washington» oder «Ingrid Meissl Årebo, Stockholm» gezeichnet. Martin Woker, Leiter der NZZ-Auslandredaktion, schreibt auf Anfrage: «Wir hatten allerdings schon zuvor immer häufiger bei grösseren Artikeln die sogenannte Korrespondentenzeile verwendet: Also ‹Von unserem Korrespondenten xy aus z›. Erklären lässt sich die Anpassung damit, dass auf diese Weise die Einzigartigkeit des NZZ-Korrespondentennetzes besser verankert wird.»</p>
<p>Die erste Ausgabe der damaligen «Zürcher Zeitung» erschien am 12. Januar 1780. Der erste Zeitungsverleger überhaupt, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Carolus">Johann Carolus</a>, kam aus Strassburg und forderte gleich das Monopolrecht für seine ab 1605 gedruckte Zeitung (was ihm vom Stadtrat verwehrt wurde) &#8211; um Geld verdienen zu können. Ihren Höhepunkt feierten die Zeitungen dann in den 1920er-Jahren, bevor nacheinander Radio, Fernsehen und Internet Aufmerksamkeit abschöpften. An manchen Tagen wurden bis zu sechs Ausgaben gedruckt und verkauft (die NZZ kam von 1894 bis 1969 mit täglich drei Ausgaben heraus). Zu dieser Zeit erschienen allein in Berlin mehr als 120 Tages- und Wochenzeitungen, wie Christoph Albers von der Staatsbibliothek zu Berlin erklärt, die zur Stiftung Preussischer Kulturbesitz gehört.</p>
<p>Die Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek gibt es erst seit 1993, als die Bestände der geteilten Stadt zusammengeführt wurden. Seit 1997 lagern diese auf 24.000 m² in einem ehemaligen Getreidespeicher. Kein idealer Ort, denn auf der anderen Seite des Wassers am Westhafen stehen elf weisse Tankbehälter, die bei einem Brand die über 180.000 Zeitungsoriginalbände und über 150.000 Mikrofilme zerstören könnten (weshalb eine Umsiedlung schon lange geplant ist). Sie lagern in mehreren Etagen. Beim Betreten der Räume schlägt einem ein dumpfer, leicht modriger Geruch entgegen. Es ist auch etwas dunkler als sonst, denn die Bestände werden durch eine Spezialfolie an den Fenstern vor UV-Licht geschützt.</p>
<p>Als die die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, kürzlich <a href="http://diepresse.com/home/kultur/literatur/1298068/Alles-digital_Das-Ende-des-Buches">ankündigte</a>, Bücher, die sowohl elektronisch als auch in der Print-Ausgabe verfügbar sind, nur noch elektronisch sammeln, erntete sie prompt Proteste &#8211; auch wenn das die unbestreitbare Zukunft sein wird. Die Staatsbibliothek zu Berlin würde gerne mehr digitalisieren, aber dazu fehlen aktuell die Gelder und es sind auch Urheberrechtsfragen offen, wie Albers sagt. Auch wenn der Staatsbibliothek keine konkreten Fälle vorliegen, gibt es natürlich «Leute, die nicht wollen, dass zum Beispiel DDR-Zeitungen frei verfügbar sind, weil sie so via Google mit Aussagen gefunden werden könnten, zu denen sie nicht mehr stehen.» Bisher wurden lediglich drei Zeitungen aus der Bismarckzeit mit Volltextsuche verfügbar gemacht, sogenannte <a href="http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/">«Image-Digitalisierungen»</a> gibt es aber einige mehr.</p>
<p>Nicht vergessen sollte man angesichts der vielen Zeitungen, dass das, was drin steht, oft gar nicht so wichtig ist, wie das, was nicht drinsteht. «Seit es Zeitungen gibt, gibt es das Problem der Zensur», sagt Christoph Albers. Sobald es politisch unruhig wird, werde aus «Sicherheitsgründen» die Pressefreiheit eingeschränkt oder gleich abgeschafft, wie 1933, als die deutsche Presse durch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung">Gleichschaltungsgesetze</a> ihre Freiheit verlor. «Viele mussten die Titelblätter vom Propagandaministerium übernehmen, nur im Lokalteil konnte man noch frei schreiben.» Es kann aber auch in Zeiten grösster Freiheit nicht berichtet werden: «Die stärkste Waffe einer Zeitung mit Monopolstellung ist das Nichtberichten. So kann man ganz schön manipulieren: meinungsbildend sein, auch ohne dass das besonders bemerkt wird.»</p>
<p><small>Der Besuch in der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek am Berliner Westhafen fand am 2. Oktober 2012 statt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/17/papst-tot-koenig-erstochen/">Papst tot, König erstochen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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