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	<title>Tele Züri | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Totgesagte leben vielleicht länger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2013 11:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den Deutschschweizer TV-Markt ist Bewegung gekommen. Nach dem erfolgreichen Start von 3+ und joiz, suchen jetzt weitere Sender ihr Glück: CHTV und S1 sind in diesem Jahr gestartet, TV24 und 5+ sollen bald folgen. Eine Suche nach Gründen und Grenzen des Booms. Fernsehsterben, Sendepause, Katzenjammer: So lauteten die Schlagzeilen zum Deutschschweizer TV-Markt Ende 2001. <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/20/totgesagte-leben-vielleicht-laenger/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den Deutschschweizer TV-Markt ist Bewegung gekommen. Nach dem erfolgreichen Start von 3+ und joiz, suchen jetzt weitere Sender ihr Glück: CHTV und S1 sind in diesem Jahr gestartet, TV24 und 5+ sollen bald folgen. Eine Suche nach Gründen und Grenzen des Booms.<br />
<span id="more-17473"></span><br />
Fernsehsterben, Sendepause, Katzenjammer: So lauteten die Schlagzeilen zum Deutschschweizer TV-Markt Ende 2001. Nach dem frühzeitigen Ende von Tele24, TV 3 und den Schweizer Fenstern von RTL/PRO 7 und Sat1 glaubte kaum jemand in der Medienbranche, dass sprachregionales Fernsehen je noch eine Erfolgschance haben würde. Ein zu kleiner Markt und zu mächtige Konkurrenz würden jede Initiative im Keim ersticken, prognostizieren Experten jeglicher Herkunft.</p>
<p>Zwölf Jahre später hat der Wind gedreht: Heute sucht ein Sender nach dem anderen sein Glück auf einem Markt, von dem es einst hiess, es gebe ihn gar nicht. Als Pionier der jüngeren Entwicklung steht Dominik Kaiser mit seiner 3 Plus TV Network AG. Bereits 2006, nur fünf Jahre nach den letzten gescheiterten TV-Versuchen, suchte Kaiser mit einem neuen Sender das Glück. Und fand es auch. Sein Erfolgsrezept: Serien, Spielfilme und Casting-Formate, die zu reden geben (Bachelor; Bauer, ledig, sucht; Jung, wild &amp; sexy). Vor einem Jahr hat Kaiser bereits mit dem Blockbuster-Kanal 4+ aufgestockt. Demnächst soll mit 5+ ein Sender für Dokumentarfilme folgen.</p>
<p>Doch selbst Kaisers Optimismus ist nicht grenzenlos: «Die Deutschschweiz ist nach wie vor ein sehr harter Markt», schreibt er auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Heute einen Sender zu starten, meint Kaiser, sei deutlich schwieriger als noch im Sommer 2006. Ähnlich klingt es auch bei joiz, der zweiten erfolgreichen Neugründung der letzten Jahre. Der Jugendsender hat sich mit einem konsequent auf die Zielgruppe ausgerichteten Programm innert Kürze als relevanter Akteur etabliert. Aber auch joiz-CEO Alexander Mazzara sieht die Bäume <a href="https://medienwoche.ch/2013/11/20/interview-alexander-mazzara/" target="_blank">nicht in den Himmel wachsen</a>: «In der Schweiz zeigt uns der kleine TV-Markt die Grenzen des Machbaren auf.»</p>
<p>Pessimistischer sieht es Branchenbeobachter Ueli Custer. Der <a href="http://www.uelicuster.ch/uelicuster/home.html" target="_blank">Fachjournalist und IGEM-Geschäftsführer</a> erkennt schon heute Anzeichen eines sogenannten Schweinezyklus: «Wenn die Nachfrage steigt, fangen alle an, Schweine zu züchten, dadurch sinkt dann der Preis und viele hören wieder auf.» Entsprechend erwartet Custer, «dass es spätestens Ende 2015 einige dieser neuen Sender nicht mehr gibt». Doch vorerst stehen die Ampeln auf grün wie Gründung.</p>
<p>2013 gingen zwei neue Programme für die Deutschschweiz auf Sendung, für 2014 ist der Start von zwei weiteren angekündigt. CHTV sendet seit Juni ein Programm mit viel Schweizbezug oder «Swissness Reloaded» in den Worten der Macher mit Schwerpunkten in Musik und Kultur. Auch der zweite Neustart im 2013 rückt die Schweiz ins Zentrum. Wobei im Programmraster vor allem die vielen eingekauften ausländischen Formate und die Call-in-Sendungen auffallen. Im nächsten Jahr wollen Dominik Kaiser mit 5+ und die AZ-Medien mit TV24 folgen. Der neue Sender soll aber nicht die AZ-Regionalsender Tele Züri, Tele M1 und Tele Bärn ersetzen, sondern als sprachregionale Ergänzung dienen mit Dokumentar- und Spielfilmen, sowie bisher nicht weiter bekannten Eigenproduktionen.</p>
<p>«Jetzt riechen alle den Braten», beschreibt Ueli Custer den Trend. Neben dem Nachahmungseffekt sieht er in der Gründungswelle eine verspätete Reaktion auf liberalisierte Rahmenbedingungen anlässlich der letzten Gesetzesrevision. «Nach meiner Erfahrung geht es immer recht lange, bis die Akteure merken, dass sich die gesetzlichen Voraussetzungen verändert haben», so Custer weiter.</p>
<p>Neben dem legalen Rahmen, sind es eine ganze Reihe von Veränderungen, die das Fernsehgeschäft wieder verstärkt in den Fokus rücken liessen. Als zentraler Treiber wirkt die Digitalisierung, sowohl bei Produktion, Distribution als auch Empfang. Die drei Faktoren tragen wesentlich zu geringeren Kosten und damit tieferen Eintrittshürden bei. Damit erreicht man aber nicht die Massen. Platz gibt es nur für Nischenangebote. Davon aber umso mehr. «Diese Fragmentierung ist ein unübersehbarer Trend», beobachtet Timo Gieb vom TV-Vermarkter Seven One Media. Aber auch in der Nische gilt: Erfolg hat nur, was gefällt. «Dies gilt insbesondere für Spartensender mit einem zielgruppenspezifischen Programm», weiss Martin Schneider, Direktor Publisuisse.</p>
<p>Auch wenn das Fernsehen in dieselbe Sinn- und Existenzkrise zu schlittern droht, wie zuvor schon Print, öffnet sich jetzt noch einmal ein Zeitfenster für neue Nischenplayer. Entweder gehen sie als Pioniere in eine neue Ära voran. Oder sie scheitern als Teil einer untergehenden Fernsehwelt. Das ist massgeblich eine Frage des Geldes. Denn auch mit neuen Regeln, bleibt die alte Frage: Wer kriegt die Werbung?</p>
<p>Hier sieht man die Zeichen auf Erfolg stehen: «Der Schweizer TV-Markt war in den letzten Jahren sehr attraktiv, es herrscht eine hohe Nachfrage», sieht Timo Gieb. Er macht die einfache Gleichung: Die Schweiz hat einen überdurchschnittlich printlastigen Werbemarkt, Print befindet sich in der Krise, TV könnte das auffangen. Die Sache hat allerdings einen Haken: Es gibt in der Schweiz für Nischensender keine verbindliche Messgrösse für die Nutzerzahlen. Das grosse Mediapulse-Panel kostet viel und bringt wenig. Denn je kleiner der Sender, desto ungenauer die Zahlen. Joiz verzichtet deshalb auf die Dienste des einstigen Referenzanbieters. «Dessen Zahlen sind für uns auf dem Werbemarkt schlicht unbrauchbar», sagt joiz-Chef Mazzara.</p>
<p>Ohne eine einheitliche Währung auf dem Werbemarkt entscheiden andere Faktoren über Gedeihen oder Verderben. «Unter diesen Voraussetzungen haben nur Sender eine Chance, denen der Markt einen Erfolg zutraut», mutmasst Branchenkenner Ueli Custer. TV24 vom Aargauer Verleger Peter Wanner hat in einem solchen Markt sicher die besseren Startbedingungen als ein CHTV mit seinen weitgehend unbekannten Investoren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/20/totgesagte-leben-vielleicht-laenger/">Totgesagte leben vielleicht länger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>An den Originalschauplätzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob &#124; Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 11:10:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Paul Engeler]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalbank]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
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		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
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		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Telezüri]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Ackeret]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei aller unterschiedlicher Einschätzung der Vorgänge, die zum Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand führten, lieferten die letzten Wochen einen erhellenden Einblick in die Mechanismen der Medien. Zehn Beobachtungen auf zehn Schauplätzen. Ideologie statt Solidarität Der Jäger Online schlägt Print Im Twitter-Sog Die Medienkonferenz der SNB Auf wessen Namen lautet das Konto? Was ist ein Screenshot? <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/12/an-den-originalschauplatzen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/01/hildi_klein.jpg" alt="" width="120" height="119" /> Bei aller unterschiedlicher Einschätzung der Vorgänge, die zum Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand führten, lieferten die letzten Wochen einen erhellenden Einblick in die Mechanismen der Medien. Zehn Beobachtungen auf zehn Schauplätzen.<br />
<span id="more-30419"></span></p>
<ol>
<li><a href="#ideologie">Ideologie statt Solidarität</a></li>
<li><a href="#upe">Der Jäger</a></li>
<li><a href="#online">Online schlägt Print</a></li>
<li><a href="#twitter">Im Twitter-Sog</a></li>
<li><a href="#medienkonferenz">Die Medienkonferenz der SNB</a></li>
<li><a href="#konto">Auf wessen Namen lautet das Konto?</a></li>
<li><a href="#screenshot">Was ist ein Screenshot?</a></li>
<li><a href="#quellen">Die Sache mit den Quellen</a></li>
<li><a href="#gilli">TV-Duell: Gilli vs. Ackeret 1:0</a></li>
<li><a href="#treibjagd">«Mechanik einer Treibjagd»</a></li>
</ol>
<p><a name="ideologie"><strong>Ideologie statt Solidarität</strong></a><br />
Es ist erstaunlich, wenn nicht verstörend, wie viele Journalisten auf die Enthüllungen reagierten. Statt die Vorwürfe selbst zu prüfen und sich ein eigenes Bild der Lage zu machen, kümmerten sie sich zu allererst um die Enthüller (Weltwoche, Blocher, Whistleblower) und fragten nach deren Motiven. <a href="http://journal21.ch/k%C3%B6ppel-muss-gehen">Auf Journal21.ch</a> will ein aufgeregter René Zeyer gar die «Weltwoche» schliessen und hält das nicht mal für einen Eingriff in die Pressefreiheit. Wer einzelne Artikel liest und Journalisten auf Twitter und Facebook zuhört, stösst auf Ideologie statt Solidarität. Müssten Journalisten nicht Leute, die möglicherweise relevante Vorwürfe erheben, zunächst mal unterstützen, unabhängig ihrer Herkunft? Bis zum Beweis des Gegenteils bleibt zwar jeder Angeschuldigte unschuldig, aber als Teil der kritischen Öffentlichkeit sind Journalisten doch selbst dringend auf die Solidarität des anderen Teils der kritischen Öffentlichkeit angewiesen. (rg)</p>
<p><a name="upe"><strong>Der Jäger</strong></a><br />
Seine Trophäensammlung wurde eben um einen prominenten Namen reicher. Urs Paul Engeler, meinungsstarker Reporter mit ausgeprägtem Jagdinstinkt, brachte mit seinem Artikel in der Weltwoche jene Dynamik in Gang, die zum Rücktritt von Philipp Hildebrand führte. Wenige Wochen zuvor war es Bundesratskandidat Bruno Zuppiger, dem ein Engeler-Artikel zum Verhängnis wurde und auch an der Demontage von Bundesanwalt Erwin Beyeler schrieb der Weltwoche-Autor fleissig mit. Der Branche scheint diese Form von Journalismus zu gefallen. Aus einer Publikumswahl ging Engeler jüngst als «Journalist des Jahres» hervor. Ein Titel, aus dem sich der Ausgezeichnete nicht viel macht. Ja, er wäre sogar bereit, darauf zu verzichten – allerdings nicht als Eingeständnis irgendwelcher Verfehlungen. In der Affäre Hildebrand stehe er weiterhin «zu jeder Zeile meines Artikels», sagte Engeler der Basler Zeitung. Nun fragt man sich natürlich: Who&#8217;s next? Die Liste der Zielobjekte ist lang. Engeler hält den halben Bundesrat, den ganzen Bankrat und den Chef der Finanzkontrolle wegen ihrer Rolle in der Affäre Hildebrand für «untragbar». (nil)</p>
<p><a name="online"><strong>Online schlägt Print</strong></a><br />
Es gibt nichts älteres als die Zeitung von gestern, lautet ein Sprichwort. In der Affäre Hildebrand kam es noch schlimmer für das gedruckte Medium: Es gibt nichts älteres als die Zeitung von morgen. Noch bevor die Weltwoche am vergangenen Donnerstag ausgeliefert wurde, hatte Wirtschaftspublizist Lukas Hässig <a href="http://www.20min.ch/news/dossier/hildebrand/story/Bank-Sarasin-dementiert-Vorwuerfe-13437818" target="_blank">am Vorabend auf 20 Minuten online</a> bereits den Artikel von Urs Paul Engeler zerpflückt. Das war natürlich nur deshalb möglich, weil auch die Weltwoche einen Teil ihrer Texte zuerst im Netz zugänglich gemacht hatte. Überhaupt blieben nur wenige Texte den bezahlenden Zeitungskäufern und -abonnenten vorbehalten; die Musik spielt online. Breaking News, überraschende Wendungen, Enthüllungen und die Post vom Datendieb halten sich nicht an einen Redaktionsschluss. Wer mit der Veröffentlichung bis zur nächsten Zeitungsausgabe wartet, riskiert von der Konkurrenz abgehängt zu werden. (nil)</p>
<p><a name="twitter"><strong>Im Twitter-Sog</strong></a><br />
Während der heissen Phase der Affäre Hildebrand fungierte Twitter als öffentliche Informations- und Diskussionsplattform in einem für Schweizer Verhältnisse noch nie gesehenen Ausmass. Aus allen Redaktionen, die zum Fall recherchierten, waren zahlreiche Journalistinnen und Redaktoren auf Twitter präsent. Den Peak erreichte das Gezwitscher während den beiden Medienkonferenzen von Philipp Hildebrand. Aber auch nach der Veröffentlichung von Primeurs und neuen Erkenntnisse schnellte der Pegel jeweils hoch. Die Dynamik auf Twitter entwickelte sich zu einem regelrechten Sog, dem sich auch Journalisten nicht mehr entziehen konnten, die bislang auf Twitter vor allem durch Schweigen aufgefallen waren. Neuerdings aktiv mit dabei sind zum Beispiel <a href="https://twitter.com/#!/hbritschgi">Hannes Britschgi</a> (Ringier), <a href="https://twitter.com/#!/andikunz">Andreas Kunz</a> (Weltwoche) oder <a href="https://twitter.com/#!/a_durisch">Andreas Durisch</a> (Ex-CR Sonntagszeitung) (nil).</p>
<p><a name="medienkonferenz"><strong>Die Medienkonferenz der SNB</strong></a><br />
Philipp Hildebrand eröffnete die Pressekonferenz der SNB am 5. Januar um 16 Uhr mit klaren, sicheren Worten, ohne irgendwelche Ähs oder Öhs (<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=6012e730-e23a-4357-9af0-0447a3918083">hier in voller Länge</a>). Aber offenbar war es sehr heiss im Saal, denn Hildebrand begann schon nach wenigen Minuten stark zu schwitzen &#8211; man hätte ihm <a href="http://www.hossli.com/articles/2011/12/19/der-fehlgriff-in-den-kleiderschrank/">wie Richard Nixon</a> ein Taschentuch reichen wollen. Wenn Schwitzen Teil der Körpersprache ist, dann hat die Körpersprache deutlich gesprochen (ab Minute 24). Bei den Fragen der Journalisten fasste Hildebrand wieder Tritt und bedankte sich zuerst artig für jede Frage, um sie dann aber ausweichend oder auch gar nicht zu beantworten. Nicht genehme Fragen wurden abgewürgt, offenbar genehme Fragen, zum Beispiel jene des Westschweizer TV und Radios, länglich beantwortet. Fragesteller wurden willkürlich ausgewählt, die Veranstaltung nach einer Stunde abgebrochen und nicht, als es keine Fragen mehr gab. Hildebrand: «Was wollen wir, noch eine oder noch zwei? Also, noch eine.». Dass Roger Köppel, der selbst keine Frage stellen durfte, in der Konferenz <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=99457">«sowjetische Züge»</a> erkannte, verwundert nicht. Zwar war die aufgeräumte Gutgelauntheit von Hansueli Raggenbass an der Pressekonferenz so gar nicht sowjetisch, um so mehr aber seine Anwesenheit. Als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Nationalbank#Bankrat">Präsident des Bankrats</a> sollte er doch die angeschuldigte Geschäftsführung der Nationalbank beaufsichtigen und kontrollieren &#8211; und nicht beim Aufkommen von Vorwürfen diese Seite an Seite verteidigen. (rg)</p>
<p><a name="konto"><strong>Auf wessen Namen lautet das Konto?</strong></a><br />
Was wurde nicht alles geschrieben über Kashya Hildebrand, die Frau des Nationalbankpräsidenten. Fantasien über fiktive Frühstücksgespräche des Ehepaars waren nicht nur <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Hach-ich-fuehle-mich-wohl-bei-dieser-Transaktion/story/23080724">auf tagesanzeiger.ch</a> zu lesen, sondern auch in der «Südostschweiz am Sonntag». Felix E. Müller, Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», behauptete in seinem <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/blochers_fragwuerdige_rolle_1.14015441.html">Text vom 1. Januar</a> gar fälschlicherweise, dass sich die Transaktionen auf ihrem, nicht seinem Konto abspielten: «Auf welchem Weg die Unterlagen über die privaten Konti von Kashya Hildebrand zu Blocher gelangt sind, ist unklar.» Die beiden Schlusssätze des Artikels, der auf nzz.ch seltsamerweise ohne den Namen des Autors auskommen muss, lauten: «Das Gewinnpotenzial, das Hildebrand aus den beiden Transaktionen winkt, beläuft sich laut Informationen der NZZ am Sonntag auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Dafür riskiert kein Zentralbanker der Welt seinen Job.» Es ist das Verdienst des Whistleblowers und den zuerst berichtenden Medien («Tages-Anzeiger» am 4.1., «Weltwoche» am 5.1.), dass die Öffentlichkeit erfahren hat, dass dem nicht so ist, dass die Währungsspekulationen auf dem Konto von Philipp Hildebrand vorgenommen wurden. Um diese Information zu bekräftigen, hat Urs Paul Engeler in seinen Artikel sogar das Geburtsdatum und die vollständige Adresse von Philipp Hildebrand dazugeschrieben. Das ist einerseits völlig übertrieben, andererseits ist dieser allerwichtigste Fakt der Story bei den meisten anderen Journalisten eben genau nicht angekommen. Noch einmal: Seit dem 4. Januar 2012 ist bekannt, dass auf dem Konto des Nationalbankpräsidenten, der durch seine Handlungen die Währung beeinflussen kann, Devisengeschäfte in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken abgehandelt wurden, also weit über den alltäglichen Gebrauch, zum Beispiel für eine Ferienreise, hinausgehen. Wenn Journalisten darin nicht durch eigenständiges Nachdenken einen Skandal erkennen können und stattdessen erst mal blind auf die Überbringer der Nachricht schiessen, sind sie fehl am Platz, jedenfalls als Journalisten. (rg)</p>
<p><a name="screenshot"><strong>Was ist ein Screenshot?</strong></a><br />
Gegen Ende der Pressekonferenz kam Hildebrand darauf zu sprechen, dass «mit einem Handy oder mit einer Kamera» Fotos von Screenshots genommen wurden. «Offensichtlich wurden so drei Seiten, drei Screenshots entwendet. Ich weiss nicht, ob es per Handy oder per Fotoapparat war, das wurde nicht präzisiert. Aber es wurden Fotografien gemacht von diesen Screenshots, die dann aus der Bank kamen.» Wer nun stutzt und sich fragt, warum nicht einfach Screenshots angefertigt und ausgedruckt wurden, der rechnet nicht mit Nachvollziehbarkeit solcher Vorgänge durch die IT, also der Totalüberwachung der Bankangestellten. Hildebrand weiter: «Ich habe mich da etwas erkundigt, auch bei anderen Banken. Es ist offensichtlich ein generelles Problem. Es gibt jetzt Banken, die angefangen haben, Kameras zu installieren, die sozusagen permanent auf die Screens gerichtet sind, damit man auch sehen könnte, wenn jemand mit einem Handy oder einem Fotoapparat diese Screenshots macht.» (rg)</p>
<p><a name="quellen"><strong>Die Sache mit den Quellen</strong></a><br />
Wie war das schon wieder mit den Quellen im Journalismus? Erst wenn zwei Quellen unabhängig voneinander das gleiche sagen, gilt ein Fakt als gesichert und darf als solcher veröffentlicht werden. Das weiss jeder Journalist. Doch in der Praxis sieht es oft anders aus, so auch in der Causa Hildebrand. Die Geschichte der Weltwoche fusste auf einer einzigen Quelle. Dass er den Artikel gleichwohl veröffentlicht habe, begründet Autor Urs Paul Engeler mit einer simplen Gleichung: <a href="https://twitter.com/#!/SimonBaertschi/status/155197193328934913" target="_blank">«Mit null Risiko gibts auch null Artikel.»</a> Und ergänzt im Gespräch mit der <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Ich-habe-natuerlich-Plausibilitaetstests-gemacht/story/18143284" target="_blank">«Basler Zeitung</a>»: «Wenn sich jeder Artikel auf zwei Quellen abstützen würde, würden Tageszeitungen höchstens im Wochenrhythmus erscheinen oder gar nicht.» Wie wahr. Doch die Weltwoche ist keine Tageszeitung. Aber auch die Kritiker nehmen es nicht immer so genau mit der Zwei-Quellen-Regel: Als Beleg dafür, dass sich Politiker (Plural), die der Weltwoche gegenüber bisher wohlgesinnt waren, vom Blatt abwenden, <a href="http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/2063/" target="_blank">nennt «Der Sonntag»</a> gerade mal einen: Martin Bäumle. (nil)</p>
<p><a name="gilli"><strong>TV-Duell: Gilli vs. Ackeret 1:0</strong></a><br />
Zu einem Duell der besonderen Art kam es letzte Woche in Bad Horn. Innerhalb weniger Stunden empfingen sowohl Markus Gilli als auch Matthias Ackeret den SVP-Strategen und «Briefträger» Christoph Blocher zum Fernsehinterview – Gilli für <a href="http://www.telezueri.ch/index.php?id=6815&amp;show_uid=10753&amp;yyyymm=2012.01&amp;cHash=c0c94577ad" target="_blank">TeleZüri</a> und Ackeret für <a href="http://www.teleblocher.ch/new/archives/1080" target="_blank">Teleblocher</a>. Gilli legte am Donnerstagabend  im «Talk täglich» vor mit einer Leistung, die nur schwer zu toppen sein würde. Knappe, direkte Fragen zu den wesentlichen Punkten, die Blocher offensichtlich nicht gerne hört. Der Alt-Bundesrat reagiert mehrfach aufgebracht und wird laut. Als Gilli Blocher nach möglichen politischen Motiven für sein Handeln befragt, wird dieser gar persönlich: «Sie enttäuschen mich, dass Sie diesen Mainstream-Medien nachschwätzen.» Gewohnheitsgemäss gemütlicher zu und her geht es bei Teleblocher. Doch eigentlich würde nichts dagegen sprechen, dass auch Matthias Ackeret Fragen stellt und nicht nur Stichworte liefert und seinem Gegenüber zustimmend zunickt. Umso mehr, als dass Teleblocher ausnahmsweise in direkter Konkurrenz steht zu einem anderen Sender, der den gleichen Gast zum gleichen Thema befragt hat. Doch gefehlt. Auch die spezielle Konstellation vermag den journalistischen Instinkt in Ackeret nicht zu wecken; er lässt die Chance verstreichen. Wie gewohnt gibt sich Ackeret devot, ja unterwürfig und spricht Blocher gar als «Justizminister» an. Nichts Neues aus Bad Horn. Klarer Sieg nach Punkten für Gilli. (nil)</p>
<p><a name="treibjagd"><strong>«Mechanik einer Treibjagd»</strong></a><br />
Vor fünf Jahren beschrieb Weltwoche-Chef Roger Köppel die <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-50/artikel-2006-50-mechanik-einer-t.html" target="_blank">«Mechanik einer Treibjagd</a>». Auch damals ging es um eine Bank. Allerdings um eine private. Doch die Zeilen von damals sind im heutigen Kontext durchaus erhellend zu lesen. Zumal dann, wenn man im Originaltext «Bank Swissfirst» mit Nationalbank, «Boulevardpresse und NZZ am Sonntag» mit Weltwoche und «Thomas Matter» mit «Philipp Hildebrand» ersetzt – und siehe da: «Die angebliche Affäre um die Nationalbank droht zu einem Medienskandal zu werden. Die Vorwürfe lösen sich in Luft auf. Aller Voraussicht nach liegt kein Verschulden vor. Seit Monaten dröhnt die Kampagne. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass die Weltwoche mit schäumender Vehemenz neue Erörterungen zur Nationalbank präsentiert. Die Berichterstattung über die Notenbank sprengt alle Proportionen. Das Sperrfeuer setzte im letzten März ein. Im Januar trat unter dem Druck der öffentlichen Aufregung Nationalbankpräsident Hildebrand zurück. (..) Stellt man ab auf die Schlagzeilen der Weltwoche, spielte sich Besorgniserregendes, ja Skandalöses ab (..) Selten haben die medialen Gerichtshöfe der Moral gnadenloser und erfolgreicher zugeschlagen.» (nil)</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/12/an-den-originalschauplatzen/">An den Originalschauplätzen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Bei Tamedia sind die Chefredaktoren frei»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 10:45:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Hugo Bigi]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wanner]]></category>
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		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
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		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Tele Züri»-Zampano Markus Gilli macht jedes Jahr 200 Live-Sendungen. Im Gespräch mit «Medienwoche» bestreitet er, der SVP nahe zu stehen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer, den AZ Medien. Zum Schweizer Fernsehen würde er nie gehen. Durch den Kauf von «Tele Züri» durch die AZ Medien werden Sie ja nun irgendwie <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/09/Telezueri-2001.png" class="alignleft" width="120" height="80" /> «Tele Züri»-Zampano Markus Gilli macht jedes Jahr 200 Live-Sendungen. Im Gespräch mit «Medienwoche» bestreitet er, der SVP nahe zu stehen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer, den AZ Medien. Zum Schweizer Fernsehen würde er nie gehen.<br />
<span id="more-28925"></span><br />
<strong>Durch den Kauf von «Tele Züri» durch die AZ Medien werden Sie ja nun irgendwie zum Aargauer. Trifft Sie das hart? Würden Sie es wagen, mit einem AG-Kennzeichen durch Zürich zu fahren?</strong><br />
(Lacht) So einschneidend wird der Verkauf ja gar nicht sein. Der neue Besitzer hat klar gesagt, dass Tele Bärn, Tele M1 und Tele Züri regional bleiben müssen. Wir werden weiterhin Zürcher Kontrollschilder haben an unseren Fahrzeugen, da bin ich fast überzeugt. Ich würde aber auch mit einem Aargauer Kontrollschild herumfahren, denn Aargau ist für mich kein Schreckgespenst und keine Abwertung. Ich kenne den Aargau doch auch etwas, und ich finde, das ist ein prosperierender Kanton. Wie ich feststelle, gibt es aber offenbar viele Vorurteile von Zürchern.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie zum neuen Besitzer? </strong><br />
Peter Wanner ist ein ausgezeichneter Unternehmer. Die ersten Gespräche sind sehr gut verlaufen, auch, weil man merkte, dass er aus einer publizistischen Ecke kommt. Auch auf der operativen Ebene werden wir mit Christoph Bauer eine gute Zusammenarbeit haben.</p>
<p><strong>Tamedia hat ja mit dem Regional-TV offenbar zu wenig Geld gemacht hat und es deshalb verkauft. Weshalb sind die AZ Medien die besseren Eigentümer?</strong><br />
Das Gute bei AZ Medien ist die Abdeckung: Bern, Solothurn, Aargau, Zürich – dazu wir, die bis in die Zentralschweiz und die Ostschweiz senden. Wir werden mit diesen drei TV-Kanälen rund 800.000 tägliche Zuschauer erreichen. Bei AZ Medien werden E-Medien [Gilli meint damit Fernsehen und Radio] rund 20 Prozent des Umsatzes ausmachen, das war bei Tamedia viel weniger – unsere Bedeutung innerhalb des neuen Verlags ist darum grösser.</p>
<p><strong>Unter dem AZ-Dach gibt es zwei Kategorien Sender: TeleBärn und Tele M1 haben Konzession, Gebührengelder und Leistungsauftrag, TeleZüri ist frei im Markt. Wie schränkt diese Konstellation das Synergiepotenzial der drei Sender ein?</strong><br />
Der Kauf durch AZ Medien war nur möglich, weil Tele Züri keine Konzession hat, denn das Radio- und Fernsehgesetz schreibt ein Maximum von zwei Sendern pro Verleger vor.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie selbst zu den Konzessionen?</strong><br />
Es ist eine Gnade, keine Konzession zu haben (publizistische Freiheit, keine staatlichen Kontrollen) &#8211; und gleichzeitig eine verdammte Ungerechtigkeit. Während andere Sender 2 bis zu 3 Millionen Franken im Jahr erhalten, müssen wir ohne Gebührengelder auskommen. Trotzdem: Tele Züri wird 2011 das erfolgreichste Jahr seit Bestehen feiern und ohne Konzession fühlen wir uns frei und unabhängig.</p>
<p><strong>Wenn es nach Ihnen ginge: die Konzessionen abschaffen oder nicht?</strong><br />
Das Radio- und Fernsehgesetz hätte bereits am ersten Tag revidiert werden müssen. Ich rede nicht über die Konkurrenz, aber es geht doch nicht, dass subventioniert wird, was kaum gefragt ist. Ich war immer ein Anhänger des freien Marktes und freien Wettbewerbs – und demzufolge für eine Liberalisierung des Gesetzes. Darum habe ich vor über 30 Jahren bei Radio 24 angefangen: Um staatlich gestützte Monopole zu beenden.</p>
<p><strong>Bietet die neue Eigentümerschaft weitere Wachstumsperspektiven in Richtung sprachregionales TV?</strong><br />
Der Deal heisst nicht, dass die Idee des damaligen Tele24 neu belebt wird, das wäre vollkommen falsch. Wir müssen die Regionen sehr stark regional behandeln, so müssen die Nachrichtensendungen weiterhin ein regionales Schwergewicht haben. Das ist unsere Nische, das ist unsere einzige Chance, die wir gegenüber den deutschen Privaten und der SRG haben. Doch bei überregionalen Ereignissen wie Bundesratswahlen oder grossen Sportanlässen werden wir in der neuen Senderfamilie zusammenarbeiten. Dies gilt auch in den Bereichen Talk und Unterhaltung.</p>
<p><strong>Sie und auch Hugo Bigi sind schon sehr lange auf den Bildschirmen und beide Mitte 50. Bei den AZ Medien gibt es ja ein paar fixe Köpfe, die Sie ersetzen können. Haben Sie Angst um Ihre persönliche Zukunft?</strong><br />
(Ruft laut und lacht) Nein! Ich mache seit zehn Jahren über zweihundert Livesendungen im Jahr – wenn ich nur noch hundert hätte, dann wäre das kein Unglück! Ich hege zwar keine Rücktrittsgedanken, aber ich bin doch auch schon 56, aber irgendwann muss ja auch mal die Nachfolgefrage gestellt werden.</p>
<p><strong>Haben Sie Angst um eine Einschränkung ihrer Unabhängigkeit, bzw. Narrenfreiheit?</strong><br />
Narrenfreiheit wäre das falsche Wort. Ich darf aber sagen, dass es einer der ganz grossen Vorteile bei Tamedia war, publizistisch unabhängig arbeiten zu dürfen. Die Chefredaktoren bei Tamedia sind frei. Es gibt keine Absprachen unter den Redaktionen, es gibt keinen Konzernjournalismus. Und ich bin überzeugt, dass das bei den AZ Medien auch so ist.</p>
<p><strong>Sie sind Programmleiter, Chefredaktor und einer der Geschäftsführer von &#8222;Tele Züri&#8220;, machen &#8222;Talk Täglich&#8220; und &#8222;Sonntalk&#8220;. Haben Sie überhaupt noch Freizeit?</strong><br />
Ja, die erkämpfe ich mir, auch wenn ich sechs Tage die Woche arbeite. Morgens nehme ich mir jeweils das Recht heraus, zuhause ausführlich Zeitung zu lesen – und erst am späteren Morgen einzutreffen.</p>
<p><strong>Sie haben eine ganz eigene Art gefunden, zu reden: Sie bilden klare schweizerdeutsche Sätze. Und streuen darin viele boulevardeske Ausdrücke (zB &#8222;Kampfzone&#8220;) und viele stehende Wendungen und Floskeln, gerne auch auf hochdeutsch, seltener auch auf englisch. Stimmen Sie da zu?</strong><br />
Ja, das ist ein bewusst gewähltes Stilmittel.</p>
<p><strong>Mir fällt auf, dass sie sich eigentlich nie in öffentliche Debatten einschalten, sondern einfach ihr Ding durchziehen. Warum halten Sie sich zurück?</strong><br />
Meine Meinung trägt da nichts zur Sache bei. Ich sehe mich in einer neutralen Funktion als Journalist.</p>
<p><strong>Aber neutrale Journalisten gibt es doch gar nicht, jeder hat einen Standpunkt (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">«Das Märchen der Objektivität»</a>, «Medienwoche» vom 1. Februar 2011).</strong><br />
Sehen Sie, wenn ich eine Antwort gebe auf die Frage einer Einschätzung eines bestimmten Themas, sagen wir die Ständeratskandidatur von Christoph Blocher, dann bin ich doch gleich auf einer Schiene &#8211; und das will ich nicht. Es gab mal eine Umfrage auf 20min.ch, die fragte: &#8222;Wo steht Gilli politisch?&#8220; Je ein Viertel teilte mich in die Lager SP, SVP und FDP ein, ein Viertel wusste keine Antwort. Für mich ist das das grösste Kompliment!</p>
<p><strong>Was wählen Sie denn am <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Schweizer_Parlamentswahlen_2011">23. Oktober</a>?</strong><br />
Ich nehme eine leere Liste und stelle sie querbeet mit Kandidaten verschiedener Parteien zusammen. Mitglied einer Partei bin ich nicht.</p>
<p><strong>Aber viele Journalisten nehmen Sie als SVP-nah wahr.</strong><br />
(Ruft laut) Sonen Chabis! Ich weiss das, aber ich verwahre mich dagegen. Das grosse Problem in diesem Land ist doch, dass die Journalisten immer noch nicht mit dieser Partei umgehen können. Das Blocher-Bashing, das sich so viele Journalisten offenbar zur Lebensaufgabe gemacht haben, bringt ja eher eine gegenteilige Wirkung mit sich. Wenn sie ihn nur wie jeden anderen nehmen könnten. Die SVP wie alle anderen Parteien zu behandeln und dabei keine Schaumkrone vor dem Mund zu haben, bedeutet noch lange nicht journalistische SVP-Nähe. Dieses Verhalten würde ich fair und ausgewogen nennen.</p>
<p><strong>2007 hat Hugo Bigi den Radfahrer und Entertainer Beat Breu eingeladen, der durfte dann <a href="http://netzwertig.com/2007/07/04/beat-breu-narrt-tele-zueri-mit-pr-aktion/">ein Wunderwasser namens «H2Ohoch3» vorstellen</a>. Können Sie sich erinnern?</strong><br />
Diese Sendung ist mir absolut präsent.</p>
<p><strong>Ich hatte den Eindruck, dass der Auftritt von Beat Breu mit der Präsentation dieses Wassers verknüpft war. War das ein Deal?</strong><br />
Wir machen keine Werbedeals mit dem Programm, das gibt es nicht. Soweit mir die Sendung in Erinnerung ist, hat Hugo Bigi sehr kritisch nachgefragt. Bei uns kann man, anders als bei anderen Sendern, keine Gesprächsformate buchen, wir trennen das sehr genau. Wir gehen vom Thema aus und fragen uns, ob das die Leute interessiert. Wenn das nicht so ist, dann lehnen wir das Thema ab, und wenn der Druck aus der PR und der Werbung hoch ist.</p>
<p><strong>Auf <a href="http://www.telezueri.ch/">telezueri.ch</a> sind Videofunktionen zwar vorhanden, aber kaum benutzbar, auf jeden Fall, was Formate wie &#8222;Talk Täglich&#8220; oder &#8222;Sonntalk&#8220; angeht. Wie alt ist die Website von &#8222;Tele Züri&#8220; eigentlich?</strong><br />
Die wurde in Deutschland gemacht und ist heute eher vernachlässigt. Der geplante grosse Wurf, zusammen mit 20 Minuten oder Newsnetz, wurde nie umgesetzt. Nun haben wir Nachholbedarf: Wenn mich Schulklassen hier besuchen, dann sagen mir viele, dass sie die Sendungen im Web schauen. Das Web ist sehr wichtig für die Zukunft.</p>
<p><strong>Ich habe meine Grossmutter gefragt, was ich Sie fragen soll und sie bat mich darum, zu fragen, ob Sie nicht Einfluss nehmen können, dass nicht immer alle durcheinander reden. Ältere Leute wie sie würden dann nämlich nichts mehr verstehen.</strong><br />
Diesen Vorwurf höre ich sehr oft, vor allem von älteren Menschen. Auch wenn ich selbst es meistens noch verstehe, schreite ich jeweils ein und erteile den Teilnehmern das Wort. Doch es fragt sich, ob man überhaupt etwas dagegen tun soll &#8211; weil es natürlich dynamisch ist, wenn zum Beispiel Christine Goll und Ulrich Giezendanner gleichzeitig rufen [O-Ton «heeped»]. Diese lebhafte Diskussion ist ein Markenzeichen des &#8222;Sonntalk&#8220; &#8211; es war ja bei der &#8222;Arena&#8220; zu beobachten, was passiert, wenn jegliche Dynamik herausgenommen wird.</p>
<p><strong>Gibt es Fragen, die Sie niemals stellen würden?</strong><br />
Das entscheide ich intuitiv. Es gibt Gesprächspartner, bei denen man sehr weit gehen kann, und andere, die unglaublich nervös und sensibel sind – bisher konnte ich noch mit jedem auch nach der Sendung noch reden. Überhaupt kann man Sendungen nur bedingt planen: Ich habe zwar ein Manuskript und bin eingelesen, doch es gibt Situationen, gerade bei hochemotionalen Themen, wo einem das nichts mehr nützt. Ich möchte mit meinen Fragen niemals einen Menschen verletzten und nehme deshalb bei Gästen, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben, grosse Rücksicht.</p>
<p><strong>Haben Sie noch Ziele? Gehen Sie auch zum Schweizer Fernsehen wie Roger Schawinski?</strong><br />
Nein, nie im Leben! Das ist für mich unvorstellbar. Ich erlebe die SRG als teilweise unangenehmen Konkurrenten. Ich kann doch nicht über Jahrzehnte einen Moloch bekämpfen – und dann dort arbeiten. Aber jeder soll machen, was ihm Freude macht.</p>
<p><strong>Wie fühlen Sie sich nach diesem Gespräch?</strong><br />
(Lacht) Absolut pudelwohl.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Markus Gilli wurde am 13. September 2011 in Zürich geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/">«Bei Tamedia sind die Chefredaktoren frei»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Natürlich muss man pokern»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 10:46:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma Escor die Radio- und Fernsehsender von Tamedia kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche. Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel? Martin <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma <a href="http://escor.ch/newweb/index.php?escor&amp;escororgan&amp;ct=organisation&amp;pagenav=1" target="_blank">Escor</a> die Radio- und Fernsehsender <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/" target="_blank">von Tamedia</a> kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche.<br />
<span id="more-1866"></span><br />
<em>Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Martin Wagner: Nein, Medien sind kein Glücksspiel, sondern ein Business. Im Hinblick auf die digitalen Veränderungen der Medienlandschaft sind wir hier aber vor grössere Herausforderungen gestellt als in anderen Branchen. Die Konvergenz schafft neue Geschäftsmodelle.</p>
<p><em>Sie haben in der Vergangenheit immer wieder Medien gekauft und dann wieder verkauft. Sind Medien also doch ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Jeder dieser Käufe und Verkäufe stand im Zusammenhang mit einer weiteren Transaktion. Das war bei Jean Frey so mit der späteren Veräusserung an Axel Springer und Roger Köppel. Radio Basilisk habe ich an Matthias Hagemann verkauft, damit ich Geld hatte, um die Basler Zeitung zu kaufen. Die BaZ habe ich verkauft, weil ich nicht die Rolle spielen konnte, die ich eigentlich wollte. Ich bin nicht ein Raider, der Beteiligungen kauft, um Profit zu machen. Natürlich muss man bei den Verhandlungen auch pokern. So gesehen schadet es sicher nicht, wenn man sich mit Glücksspiel auskennt.</p>
<p><em>Wie kommen die Kaufverhandlungen mit Tamedia voran?<br />
</em><br />
Wir haben erst unser Interesse angemeldet. Der Verkaufsprozess wird erst noch lanciert. Von den Preisvorstellungen von Tamedia habe ich keine Ahnung. Ich kann mir denken, dass die sich ihre Käufer gut aussuchen und strategische Überlegungen einfliessen lassen.</p>
<p><em>Weshalb wollen Sie ausgerechnet mit ihrer Glücksspielfirma Escor Radio und Fernsehen kaufen? Wie passt das zusammen?<br />
</em><br />
Bei Escor stehen wir vor grösseren Veränderungen. Wir haben unser Glück in Casinos im Ausland gesucht und sind damit gescheitert. Das Auslandgeschäft wird eingestellt. Nun konzentrieren wir uns ganz auf die Schweiz, auf das vielversprechende Casinoprojekt in Zürich, auf den Handel mit Spielautomaten und die Entwicklung von Geschicklichkeitsspielen. Der Bereich Gaming ist dann auch der Link zum Mediengeschäft. Spiele sind ja auch Unterhaltung. Wir streben mit all dem eine Diversifizierung der Firma Escor an zu einer Unterhaltungsholding mit verschiedenen Sektoren.</p>
<p><em>Der Kaufpreis der Tamedia-Sender dürfte sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Woher nehmen sie das Geld?<br />
</em><br />
Ich kann nichts zu den Preisvorstellung sagen, weil es noch keine Zahlen gibt. Da die Escor börsenkotiert ist, können wir einfacher neues Geld aufnehmen auf dem Kapitalmarkt. Ausserdem könnten wir einen Teil des Kaufpreises in Aktien bezahlen. Das wäre für den Käufer interessant, da er die Anteile später zu einem höheren Preis verkaufen kann.</p>
<p><em>Den Kauf der Jean-Frey und der Basler Zeitung Medien tätigten sie jeweils zusammen mit Financier Tito Tettamanti. Wird er nun auch wieder mit von der Partie sein?</em></p>
<p>Nein, das ist ausgeschlossen.</p>
<p><em>Glücksspiel und Rundfunk sind in der Schweiz gesetzlich stark reguliert. Würden Sie beim Kauf von Radio und Fernsehen von ihren Erfahrungen um Umgang mit engen regulatorischen Schranken profitieren?<br />
</em><br />
Absolut. Wir sehen ja in beiden Branchen, wie die Regulierung der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Die Regulierung hat im Glücksspielbereich eine ganze Branche vernichtet. Die erlaubten Geschicklichkeitsspiele sind kommerziell nicht sehr interessant. Inzwischen sind wir da aber wieder so weit, dass wir Geschäftsmodelle gefunden haben. Bei Radio und Fernsehen kann es in Zukunft nicht mehr so aufwändige Konzessionsverfahren geben. Das ist doch nicht zeitgemäss. In acht Jahren, wenn die aktuellen Konzessionen auslaufen, stehen wird vor einer ganz neuen Situation.</p>
<p><em>Die Regulierung und der kleine Markt in der Deutschschweiz sorgen dafür, dass Privatradio und Fernsehen bisher nicht eben Goldgruben waren. Weshalb haben Sie Interesse an Low-Profit-Unternehmen?<br />
</em><br />
Das war in der Vergangenheit sicher so. Da ich aber geschäftlich auch mit Medieninhalten zu tun habe, und nicht nur mit der Distribution, habe ich klare Vorstellungen, wie man in der digitalen Welt erfolgreich geschäften kann. Wichtig ist es, die richtige Zielgruppe anzusprechen. Hier wurde vor allem die Jugend vernachlässigt. Da muss auch bei der Vermarktung ein Umdenken stattfinden. Die Altersgruppe 14 bis 19 ist ebenso interessant, wenn nicht interessanter, als die 19- bis 49-Jährigen. Unsere Aufgabe wird es sein, eine optimale Verknüpfung von Information, Unterhaltung, Gaming und Film hinzukriegen.</p>
<p><em>Ihr Ziel sei es, so sagten sie schon mehrfach, ein Medien- und Unterhaltungsunternehmen nach dem Vorbild von Ringier aufzubauen. Ringier macht vor allem im Ausland gute Geschäfte. Ist das auch ihr Ziel?<br />
</em><br />
Ich sage nicht, dass Ringier mein Vorbild ist. Sie haben einfach die richtige Strategie gewählt. Aber Escor bleibt vorerst ein Schweizer Unternehmen. Was international entstehen kann, sehe ich noch nicht. Aber alles ist ja möglich.</p>
<p><em>In Basel gibt es als Reaktion auf die von ihnen mitverursachten Turbulenzen bei der BaZ eine neue Zeitung. Hat sich das Komitee «Rettet Basel» schon bei Ihnen bedankt?<br />
</em><br />
(lacht) Nein, ich habe noch kein Dankeschön erhalten. Aber ich habe ihnen zu diesem Schritt gratuliert. Diese Leute verstehen das journalistische Handwerk. So wie ich das beurteilen kann, versuchen sie mit ihrem multimedialen Zeitungsprojekt das zu realisieren, was für mich bei der BaZ wegen den politischen Wirren unmöglich wurde. Eine Zeitung muss breit abgestützt sein und darf sich nicht politisch in die eine oder andere Richtung zu stark exponieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">«Natürlich muss man pokern»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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