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	<title>Telebärn | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Ohne public, ohne Zukunft?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 17:12:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>32 Millionen Franken erhalten 13 Regionalfernsehsender pro Jahr aus dem Gebührentopf. Neben der SRG ist dies das zweite Standbein des Service public in der Schweiz. Als Gegenleistung für die Gebühren müssen die Sender einen regionalen Service public liefern. Das tun sie ganz zur Zufriedenheit der amtlichen Qualitätsprüfer. Bei der Abstimmung mit der Fernbedienung schneiden die <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/07/ohne-public-ohne-zukunft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/tv_klein.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> 32 Millionen Franken erhalten 13 Regionalfernsehsender pro Jahr aus dem Gebührentopf. Neben der SRG ist dies das zweite Standbein des Service public in der Schweiz. Als Gegenleistung für die Gebühren müssen die Sender einen regionalen Service public liefern. Das tun sie ganz zur Zufriedenheit der amtlichen Qualitätsprüfer. Bei der Abstimmung mit der Fernbedienung schneiden die Regionalsender dagegen miserabel ab.<br />
<span id="more-30431"></span><br />
Selbst in ihren Stammlanden erreichen die Privatsender nur Marktanteile um die Ein-Prozent-Marke. Bei der Nutzungsdauer sieht das Bild nicht besser aus. Die wenigen Zuschauer verweilen im Schnitt zehn Minuten bei «ihrem» Sender. Anders als beim Schweizer Fernsehen, wo ein Marktanteil unter 30 Prozent als mittlere Katastrophe gehandelt wird, spielen die Quoten beim regionalen Gebühren-TV keine Rolle. Ausser dem garantierten Geldstrom, hält dieses Modell wenig am Leben. Die MEDIENWOCHE hat nach Gründen gesucht und stellvertretend für die abwesenden Zuschauermassen vier Gebührensender genauer angeschaut. Eine Momentaufname der Nachrichtensendungen am Montag, 30. Januar.</p>
<p><a href="#latele">La Télé: Mini-Généraliste zum Frösteln</a><br />
<a href="#tele1">Tele 1: Staatsnah und unkritisch</a><br />
<a href="#teleb">TeleBärn: Behäbiger Seniorensender</a><br />
<a href="#teletop">Tele Top: Service public auf dem Seegrund</a></p>
<p><a name="latele"></a><strong>La Télé: Mini-Généraliste zum Frösteln</strong><br />
<spacer><br />
<img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/latele.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> La Télé ist keine Augenweide. Das Dekor wirkt kalt und schnell hingeworfen. Im weiss getünchten Raum, mehr eine Kammer, wo man bestimmt genausogut Rinderhälften kühlen könnte, formen zwei weisse Stehtische ein L. Vom Barhocker aus moderiert an diesem Abend Gabriel de Weck im schwarzen Sakko und schwarzem Pullover durch die Sendung, meist in Close-up. Hinter ihm wuseln Filmfetzen der Beiträge über fünf hastig an die Wand gezimmerte Flachbildschirme, die wohl im Supermarché gerade zu greifen waren und stören die Konzentration auf das, wovon de Weck soeben berichtet. Er hingegen macht seine Sache gut, unaufgeregt, locker und ohne Animationsgetue. Und klar, es geht um Inhalt und den präsentiert La Télé mit unambitioniertem und leidlich solidem journalistischem Handwerk.<br />
La Télé versteht sich als kleine Generalistin und Chronistin der Ereignisse an Lokalschauplätzen in der Waadt (bis ins Vallée de Joux) und Fribourg. So beleuchtet der längste Beitrag die Stimmung in St. Sulpice ein Jahr nach dem Verschwinden der beiden Zwillinge Alessia und Livia mit Stimmen von Nachbarn, Passanten und dem DirektorderKantonspolizei.WeiterforschendieJournalisteninden Gassen von Bulle nach den Vorbereitungen der Leute auf die erwarteten minus 22 Grad Celsius. Im Studiointerview befragt de Weck den anwesenden Lausanner Kulturchef Fabien Ruf, ob die Kulturveranstalter auch die Bedürfnisse von Menschen in der dritten Lebenshälfte berücksichtigen. Der Moderator sitzt dabei um Tischlänge von Ruf entfernt, verwunderlich, dass beide einander ohne zu brüllen verstehen.Ein Kurzbeitrag berichtet vom Entgiften des Boxel-Areals in Fribourg und in der Serie vor den Grossratswahlen am 11. März schreibt SP-Kandidatin Nuria Gorrite ihren Wählern vor laufender Kamera eine Postkarte. Nach den Fribourger Basketballern sind schliesslich die Kältetoten in Rumänien und Serbien sowie Sarkozys Rede Thema. Das wars dann auch schon. Muss man gesehen haben? Nein, auch nicht, wer in St. Sulpice oder Bulle wohnt.</p>
<p><a name="tele1"></a><strong>Tele 1: Unkritisch und staatsnah</strong><br />
<spacer><br />
<img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/tele_1.jpg" class="alignleft" width="120" height="75" /> Im Konzessionsgesuch von «Tele 1» steht: «Der Sender ist einem kritischen, aber ausgewogenen und fairen Journalismus verpflichtet, der dem Publikum die Meinungsbildung erleichtern soll.» So lautet die Theorie. Die Praxis des Zentralschweizer Fernsehens müsste man dagegen so beschreiben: «Der Sender bietet einen unkritischen und staatsnahen Journalismus, der dem Publikum die Meinungsbildung nicht einfach macht.» Und das geht so: Joachim Eder (FDP) verlebt nach 19 Jahren im Kantonsrat und 10 Jahren im Regierungsrat seinen letzten Arbeitstag als Gesundheitsdirektor des Kantons Zug – weil er in den Ständerat gewählt wurde. Dem zwischen Heiterkeit (Eder findet einen Essensgutschein in der Höhe von 200 Franken, der noch nicht abgelaufen ist) und Wehmut (die Sekretärin: «Es tut schon sehr weh.») angesiedelten Beitrag folgt ein zehnminütiges «Fokus»-Gespräch, in dem Tele1-Chefredaktor Oliver Kuhn dem scheidenden Regierungsrat einen wunderschönen Teppich zur Selbstentfaltung auslegt. Nicht eine kritische Frage muss der Politiker beantworten, stattdessen erinnert ihn Kuhn daran, dass er doch mutig als Erster die Impfungen gegen die Schweinegrippe angeordnet hatte und dass es zu seinem Abschied langen Applaus gab. Die erste Frage an Eder lautet ungelogen: «Ein grosser Abschied?» So fällt Bescheidenheit leicht.<br />
In den beiden anderen Hauptbeiträgen der Nachrichtensendung darf zum einen der Finanzdirektor von Luzern die Details einer Steuererhöhung kommunizieren. Zum anderen geht es um das Kinderatelier Akku, in dem Kinder im Primarschulalter mit Farben experimentieren («Freiräume für kreative Kinder», «Die Kinder geniessen den kreativen Raum ohne Leistungsdruck.»). Die hinter dem Atelier stehende Stiftung Akku ist zwar als gemeinnützige Organisation anerkannt – doch das kann nicht der Grund sein für diesen glattpolierten Bericht, der ein PR-Unternehmen nicht besser hingekriegt hätte. Finanziert wird sie von verschiedenen Sponsoren und Gönnern, rund 200’000 Franken pro Jahr kamen in den letzten vier Jahren von der Gemeinde Emmen.</p>
<p><a name="teleb"></a><strong>TeleBärn: Behäbiger Seniorensender</strong><br />
<spacer><br />
<img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/telebaern.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> Inzwischen wirbt TeleBärn nicht mehr mit dem Slogan. Das ist auch besser so. Denn ein «CNN für die Region» war der Berner Regionalsender beim besten Willen nie. Das Einzige, was mit viel Fantasie einem Vergleich mit dem Nachrichtenpionier aus Atlanta standhält, ist das Studiodekor. Da ist Telebärn stets mit der Zeit gegangen und sendet heute aus topmodernen Räumlichkeiten. Der regionale Service public, den der Sender von Gesetzes wegen zu liefern verpflichtet ist, präsentiert sich als solides und behäbiges Handwerk: Ereignisse des Tages aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport aus der Region. Dem Themenmix haftet oft etwas Zufälliges an. Nichts Zwingendes, kein Knüller, einfach Nachrichten aus der Region. So auch an diesem Montagabend im Januar.<br />
Als Aufmacher ein kompakter und kompetenter Bericht zum Auftakt der Gerichtsverhandlung gegen einen Solothurner SVP-Kantonsrat wegen der Veruntreuung von Firmengeldern. Der Berner Zuschauer fragt sich: Was geht mich das an? Doch dann kommt er auf seine Rechnung: ein Nachzieher zu den tags zuvor veröffentlichten Plänen des Islamischen Zentralrats für den Bau einer Moschee in Bern. Mehr als die Sonntagspresse bringt aber auch TeleBärn nicht heraus. Viel Sendezeit widmet TeleBärn schliesslich einer Lesung von Endo Anaconda. Der Autor und Sänger von Stiller Has musste sich einer Tumoroperation unterziehen und trat erstmals wieder vor Publikum auf. Bei diesem Beitrag lässt die Tonqualität zu wünschen übrig, dafür erfährt man allerlei Lebensphilosophisches aus dem Mund des Berner Originals. Zusammen mit Sport, Wetter und den Börsenkursen der Bank EEK ergibt das einen soliden Infoblock von rund 20 Minuten. Besonders gut kommt dieses Programm beim älteren Publikum an: Zwei von fünf TeleBärn-Zuschauern sind älter als 60 Jahre. Einen besonders fitten Eindruck für die Zukunft hinterlässt der Sender nicht. Das hat sich wohl auch Tamedia gedacht, als sie den Berner Sender kürzlich in den Aargau verkaufte. Nun dürfen die AZ Medien ihr Glück versuchen.</p>
<p><a name="teletop"></a><strong>Tele Top: Service public auf dem Seegrund</strong><br />
<spacer><br />
<img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/teletop.jpg" class="alignleft" width="120" height="90" /> Die Wetterfee soll sich bei den Miss-Schweiz-Wahlen anmelden und die Nachrichtenmoderatorin soll sich bei SF bewerben. Das wäre die beste Lösung für diesen traurigen Sender, bis 2019 konzessioniert mit einem Leistungsauftrag für die Region Zürich-Nordostschweiz. Tele Top ist gelb. Und mit einem Blitz durchzogen. Das Corporate Design wirkt kindlich, fernab vom zeitgenössischen Dogma «reduce to the max». Das Logo will auch nicht zum modernen Studio in Winterthur passen. Dieses ist hell, mit einer massiven Holzplatte und einer charmanten Nachrichtenmoderatorin aus- gestattet. Die junge Frau strahlt mit Präsenz, hat eine prägnante Aussprache, trägt einen schwarzen Blazer und wurde mit blonden Locken gesegnet. So sollte das sein. Stil- und niveauvoll. Nur leider muss sie über Kälte-Tipps, chinesische Alternativmedizin und eine geklaute Hafenglocke in Altnau berichten. Altnau? Am Bodensee. Der längliche Hafenglocken-Beitrag dauert mehrere Minuten, der Hafenmeister weint schier in die Kamera und in der Off-Moderation heisst es, dass diese goldige Glocke die «einzigartige, idyllische Atmosphäre» am Altnauer Hafen geschaffen habe. Was der Zuschauer sieht, ist ein Holzsteg im Nebel. Hierfür sollte niemand Empfangsgebühren zahlen müssen. Service public? Auf dem Seegrund. Oder noch tiefer unten. Im Konzessionsgesuch von Tele Top steht, dass die Nachrichtensendung die «journalistische Visitenkarte» des Senders ist. Dieses Versprechen wird an diesem Montagabend immerhin mit einem Beitrag zur Kulturförderung des Kantons Zürich eingelöst. Ein hübsches Ensemble: schmunzelnder Opernhaus-Pereira, schlechtgekleidete SVP, übermotivierte CVP und adrette FDP. Nach den Nachrichten das Wetter. Das ist schlecht. Präsentiert von einer jungen Dame in Leggings, ihre BH-Träger sind sichtbar. Und dann sagt sie zum Auftakt «Hallöchen», später dann: Es wird «flöckle» und «eiszapfenkalte minus 14 Grad.». Und auch am Bildschirm war es an diesem Abend kalt und düster. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/07/ohne-public-ohne-zukunft/">Ohne public, ohne Zukunft?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Natürlich muss man pokern»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 10:46:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma Escor die Radio- und Fernsehsender von Tamedia kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche. Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel? Martin <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">«Natürlich muss man pokern»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma <a href="http://escor.ch/newweb/index.php?escor&amp;escororgan&amp;ct=organisation&amp;pagenav=1" target="_blank">Escor</a> die Radio- und Fernsehsender <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/" target="_blank">von Tamedia</a> kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche.<br />
<span id="more-1866"></span><br />
<em>Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Martin Wagner: Nein, Medien sind kein Glücksspiel, sondern ein Business. Im Hinblick auf die digitalen Veränderungen der Medienlandschaft sind wir hier aber vor grössere Herausforderungen gestellt als in anderen Branchen. Die Konvergenz schafft neue Geschäftsmodelle.</p>
<p><em>Sie haben in der Vergangenheit immer wieder Medien gekauft und dann wieder verkauft. Sind Medien also doch ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Jeder dieser Käufe und Verkäufe stand im Zusammenhang mit einer weiteren Transaktion. Das war bei Jean Frey so mit der späteren Veräusserung an Axel Springer und Roger Köppel. Radio Basilisk habe ich an Matthias Hagemann verkauft, damit ich Geld hatte, um die Basler Zeitung zu kaufen. Die BaZ habe ich verkauft, weil ich nicht die Rolle spielen konnte, die ich eigentlich wollte. Ich bin nicht ein Raider, der Beteiligungen kauft, um Profit zu machen. Natürlich muss man bei den Verhandlungen auch pokern. So gesehen schadet es sicher nicht, wenn man sich mit Glücksspiel auskennt.</p>
<p><em>Wie kommen die Kaufverhandlungen mit Tamedia voran?<br />
</em><br />
Wir haben erst unser Interesse angemeldet. Der Verkaufsprozess wird erst noch lanciert. Von den Preisvorstellungen von Tamedia habe ich keine Ahnung. Ich kann mir denken, dass die sich ihre Käufer gut aussuchen und strategische Überlegungen einfliessen lassen.</p>
<p><em>Weshalb wollen Sie ausgerechnet mit ihrer Glücksspielfirma Escor Radio und Fernsehen kaufen? Wie passt das zusammen?<br />
</em><br />
Bei Escor stehen wir vor grösseren Veränderungen. Wir haben unser Glück in Casinos im Ausland gesucht und sind damit gescheitert. Das Auslandgeschäft wird eingestellt. Nun konzentrieren wir uns ganz auf die Schweiz, auf das vielversprechende Casinoprojekt in Zürich, auf den Handel mit Spielautomaten und die Entwicklung von Geschicklichkeitsspielen. Der Bereich Gaming ist dann auch der Link zum Mediengeschäft. Spiele sind ja auch Unterhaltung. Wir streben mit all dem eine Diversifizierung der Firma Escor an zu einer Unterhaltungsholding mit verschiedenen Sektoren.</p>
<p><em>Der Kaufpreis der Tamedia-Sender dürfte sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Woher nehmen sie das Geld?<br />
</em><br />
Ich kann nichts zu den Preisvorstellung sagen, weil es noch keine Zahlen gibt. Da die Escor börsenkotiert ist, können wir einfacher neues Geld aufnehmen auf dem Kapitalmarkt. Ausserdem könnten wir einen Teil des Kaufpreises in Aktien bezahlen. Das wäre für den Käufer interessant, da er die Anteile später zu einem höheren Preis verkaufen kann.</p>
<p><em>Den Kauf der Jean-Frey und der Basler Zeitung Medien tätigten sie jeweils zusammen mit Financier Tito Tettamanti. Wird er nun auch wieder mit von der Partie sein?</em></p>
<p>Nein, das ist ausgeschlossen.</p>
<p><em>Glücksspiel und Rundfunk sind in der Schweiz gesetzlich stark reguliert. Würden Sie beim Kauf von Radio und Fernsehen von ihren Erfahrungen um Umgang mit engen regulatorischen Schranken profitieren?<br />
</em><br />
Absolut. Wir sehen ja in beiden Branchen, wie die Regulierung der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Die Regulierung hat im Glücksspielbereich eine ganze Branche vernichtet. Die erlaubten Geschicklichkeitsspiele sind kommerziell nicht sehr interessant. Inzwischen sind wir da aber wieder so weit, dass wir Geschäftsmodelle gefunden haben. Bei Radio und Fernsehen kann es in Zukunft nicht mehr so aufwändige Konzessionsverfahren geben. Das ist doch nicht zeitgemäss. In acht Jahren, wenn die aktuellen Konzessionen auslaufen, stehen wird vor einer ganz neuen Situation.</p>
<p><em>Die Regulierung und der kleine Markt in der Deutschschweiz sorgen dafür, dass Privatradio und Fernsehen bisher nicht eben Goldgruben waren. Weshalb haben Sie Interesse an Low-Profit-Unternehmen?<br />
</em><br />
Das war in der Vergangenheit sicher so. Da ich aber geschäftlich auch mit Medieninhalten zu tun habe, und nicht nur mit der Distribution, habe ich klare Vorstellungen, wie man in der digitalen Welt erfolgreich geschäften kann. Wichtig ist es, die richtige Zielgruppe anzusprechen. Hier wurde vor allem die Jugend vernachlässigt. Da muss auch bei der Vermarktung ein Umdenken stattfinden. Die Altersgruppe 14 bis 19 ist ebenso interessant, wenn nicht interessanter, als die 19- bis 49-Jährigen. Unsere Aufgabe wird es sein, eine optimale Verknüpfung von Information, Unterhaltung, Gaming und Film hinzukriegen.</p>
<p><em>Ihr Ziel sei es, so sagten sie schon mehrfach, ein Medien- und Unterhaltungsunternehmen nach dem Vorbild von Ringier aufzubauen. Ringier macht vor allem im Ausland gute Geschäfte. Ist das auch ihr Ziel?<br />
</em><br />
Ich sage nicht, dass Ringier mein Vorbild ist. Sie haben einfach die richtige Strategie gewählt. Aber Escor bleibt vorerst ein Schweizer Unternehmen. Was international entstehen kann, sehe ich noch nicht. Aber alles ist ja möglich.</p>
<p><em>In Basel gibt es als Reaktion auf die von ihnen mitverursachten Turbulenzen bei der BaZ eine neue Zeitung. Hat sich das Komitee «Rettet Basel» schon bei Ihnen bedankt?<br />
</em><br />
(lacht) Nein, ich habe noch kein Dankeschön erhalten. Aber ich habe ihnen zu diesem Schritt gratuliert. Diese Leute verstehen das journalistische Handwerk. So wie ich das beurteilen kann, versuchen sie mit ihrem multimedialen Zeitungsprojekt das zu realisieren, was für mich bei der BaZ wegen den politischen Wirren unmöglich wurde. Eine Zeitung muss breit abgestützt sein und darf sich nicht politisch in die eine oder andere Richtung zu stark exponieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">«Natürlich muss man pokern»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Senderlos glücklich</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 22:01:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Favre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits im Februar die Rede. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten. Aufschlussreich ist <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits <a href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/ende-einer-television" target="_blank">im Februar die Rede</a>. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten.<br />
<span id="more-28785"></span><br />
Aufschlussreich ist nicht nur, was jemand sagt, sondern auch, was er verschweigt. Wie im Fall von Tamedia-Unternehmensleiter Martin Kall. In seinem <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/kall_2010.pdf" target="_blank">Kommentar zum vergangenen Geschäftsjahr</a> spricht Kall viel von Zeitungen und Onlinemedien. Radio und TV erwähnt er mit keinem Wort. Kein Wunder: Tamedia will seine vier <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Gemeinsame%20Unternehmensstrategie%20nach%20Zusammenschluss%20mit%20Edipresse%20Schweiz.aspx" target="_blank">Sender loswerden</a>, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Kall hat sich wohl schon beim Verfassen des Geschäftsberichts mental von Telezüri, Telebärn, Radio 24 und Capital FM getrennt.</p>
<p>Der Abschied von der Rundfunksparte erscheint im Licht der Geschäftspolitik von Tamedia der letzten Jahre nur folgerichtig. Eine auf Gewinnoptimierung getrimmte <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Tamedia%20waechst%202010%20dank%20Z%C3%BCrcher%20Regionalzeitungen%20und%20Onlinemedien.aspx" target="_blank">Geldmaschine</a> (Gewinn 2010: 110 Mio. Fr.) verträgt keine Unternehmensteile, deren kommerzielles Entwicklungspotenzial beschränkt ist. Mit Radio und TV lässt sich in der Schweiz nicht das grosse Geschäft machen. Das hat zum einen mit dem vergleichsweise kleinen Markt in der Deutschschweiz zu tun und der gesetzlichen Reglementierung, die den Unternehmen klare kommerzielle und publizistische Leitplanken setzt. Zum anderen kostet die Fernsehproduktion mit ihrer aufwendigen Technik eine ganze Stange Geld. Davon kann Tamedia ein Lied singen: Vor zehn Jahren setzte der Konzern mit TV3 <a href="http://www.blick.ch/news/mit-flop-tv-112-millionen-verpulvert-aid4119" target="_blank">über 100 Millionen Franken in den Sand</a> und warf 90 Millionen auf für den Kauf von Telezüri und Radio 24.  Die Verantwortung für diese Entscheide trug Michel Favre als Konzernleiter. Unter der Führung von Martin Kall handelt Tamedia schnell und konsequent, wenn es auf der Habenseite mal nicht mehr ganz so rosig aussieht, wie sich Aktionariat und Besitzerfamilie das vorstellen. Das zeigte der Konzern in der Vergangenheit mehrmals mit Massenentlassungen bei seinen Zeitungen.</p>
<p>Wenn Tamedia nun bekanntgibt, seine vier Sender verkaufen zu wollen, hat das Signalwirkung für die ganze Branche. Denn es ist nicht ganz unerheblich, wenn das grösste private schweizerische Medienunternehmen Radio und Fernsehen als strategisch bedeutungslose Geschäftsfelder sieht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein weiterer Grund, den Tamedia für seine Verkaufsabsichten nennt: Das Medienhaus will sich nicht ein weiteres Mal dem Konzessionsverfahren stellen, wenn die Sendebewilligungen für Schweizer Privatsender in acht Jahren neu vergeben werden. Seine Sender könnten dabei leer ausgehen, fürchtet Tamedia bereits heute.</p>
<p>Zumindest für Telezüri dürfte es kein Problem sein, einen Käufer zu finden. So hat Ringier das Interesse an einem eigenen TV-Sender angemeldet und Telezüri als potenziellen Kaufkandidaten genannt. Gut möglich, dass die beiden Unternehmen bereits hinter den Kulissen verhandeln. Schwieriger sieht es für die anderen drei Sender aus. Besonders für die beiden Berner Lokalmedien Telebärn und Radio Capital FM <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/TeleBaern-und-Capital-FM-hoffen-auf-einen-Kaeufer/story/29448093" target="_blank">dürfte es nicht einfach werden</a>, einen neuen Besitzer zu finden. Erst vor zwei Jahren wurden die Sender zusammen mit der Berner Zeitung BZ in das <a href="http://www.espacemedia.ch/em_de/aktuelles/meldungen/2008/2008_11_06_multimediahaus.php" target="_blank">neue Multimediahaus</a> in Bern integriert. Seither arbeiten die drei Medien eng zusammen, wobei Radio und Fernsehen vom journalistischen Know-how der BZ profitieren und die Zeitung Ton und Bild auf ihrer Website verwerten darf. Mit einem neuen Besitzer würden solche Kooperationen komplizierter, wenn nicht gar unmöglich. Ein Verkaufserfolg ist also alles andere als gewiss. Wenn Tamedia keine Käufer findet, müsste wohl mit der Schliessung des einen oder anderen Senders gerechnet werden.</p>
<p>Ob das ein Verlust für die Deutschschweizer Medien und die Meinungsvielfalt bedeuten würde, steht freilich auf einem anderen Blatt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Senderlos glücklich</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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