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	<title>Theater | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 18 Oct 2018 08:13:53 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Hurra, wir sterben aus! Theaterstück zur Zeitungskrise</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/12/18/theater-hurra-wir-sterben-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sebastian Nübling zeigt in der Schiffbau-Box Guy Krnetas Stück «In Formation». Das Lied vom Tod der Presse hat für einen vergnüglichen Abend die Theaterbühne erreicht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sebastian Nübling zeigt in der Schiffbau-Box Guy Krnetas Stück «In Formation». Das Lied vom Tod der Presse hat für einen vergnüglichen Abend die Theaterbühne erreicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/18/theater-hurra-wir-sterben-aus/">Hurra, wir sterben aus! Theaterstück zur Zeitungskrise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Theater: Ohne Recherche geht nichts</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/08/theater-ohne-recherche-geht-nichts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 May 2016 06:39:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Trend verändert das Theater in seinen Grundfesten: die spielerische Dokumentation von echten Schicksalen. Regisseure erarbeiten sich ihre Stücke mit dem Rüstzeug von Journalisten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Trend verändert das Theater in seinen Grundfesten: die spielerische Dokumentation von echten Schicksalen. Regisseure erarbeiten sich ihre Stücke mit dem Rüstzeug von Journalisten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/08/theater-ohne-recherche-geht-nichts/">Theater: Ohne Recherche geht nichts</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Mordaufruf ist ein Mordaufruf</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/10/05/ein-mordaufruf-ist-ein-mordaufruf/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/10/05/ein-mordaufruf-ist-ein-mordaufruf/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2015 13:09:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Aebersold]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Surprise]]></category>
		<category><![CDATA[Medienfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvia Egli von Matt]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Mordaufruf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Namhafte Schweizer Publizistinnen, Chefredaktoren und Juristen stellen in Abrede, dass es sich bei «Tötet Roger Köppel» um einen Mordaufruf handele. Zwar hält es die Redaktion von «Surprise» inzwischen für einen «Fehler», diese Zeile veröffentlicht zu haben, aber damit ist es nicht getan. «Tötet Roger Köppel! Köppel Roger tötet!»: Nicht in einem Hetzorgan fundamentalistischer Wahnsinniger, sondern <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/05/ein-mordaufruf-ist-ein-mordaufruf/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/05/ein-mordaufruf-ist-ein-mordaufruf/">Ein Mordaufruf ist ein Mordaufruf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Namhafte Schweizer Publizistinnen, Chefredaktoren und Juristen stellen in Abrede, dass es sich bei «Tötet Roger Köppel» um einen Mordaufruf handele. Zwar hält es die Redaktion von «Surprise» inzwischen für einen «Fehler», diese Zeile veröffentlicht zu haben, aber damit ist es nicht getan.</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/10/surp_20150911_0_0_18.pdf">«Tötet Roger Köppel! Köppel Roger tötet!»</a>: Nicht in einem Hetzorgan fundamentalistischer Wahnsinniger, sondern im <a href="http://www.vereinsurprise.ch/magazin/archiv-2015/surprise-35815/" target="_blank">«führenden Strassenmagazin der Schweiz Surprise»</a>, laut Selbsteinschätzung «journalistisch hochwertig», ist dieser Mordaufruf erschienen. Bereits einmal musste sich Roger Köppel <a href="http://zhpv.ch/mohammed-karikaturen-koppel-unter-polizeischutz/" target="_blank">Sorgen um seine persönliche Sicherheit</a> machen, als er 2006 mutig die Mohamed-Karikaturen nachdruckte. Islamistische Hetzer riefen dazu auf, ihn umzubringen und ein Pakistanischer Student versuchte mit einem Messer <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/karikaturenstreit-selbstmord-nach-versuchtem-angriff-auf-chefredakteur-der-welt-a-414669.html" target="_blank">den Worten die Tat folgen</a> zu lassen. Zum Glück erfolglos.</p>
<p>Dass nun ausgerechnet der Zürcher Tages-Anzeiger für den Mordaufruf <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/theater/kuenstler-knoepfen-sich-koeppel-vor/story/28003800" target="_blank">Verständnis aufbringt</a>, entbehrt nicht einer bitteren Ironie der Geschichte. Publizistisch zu verantworten hat die feige Reaktion auf die infame Interpretation der Skandalzeile letztlich Chefredaktor Res Strehle. Ausgerechnet er, den die «Weltwoche» von Roger Köppel mit Dokumenten aus Strehles linksradikaler Vergangenheit in Verlegenheit gebracht hatte.</p>
<p>«Die Message und die Bildsprache des Gastbeitrags (in «Surprise») scheinen unmissverständlich, mit der zum Mord an Köppel aufgerufen wird», leitete Andreas Tobler, «Mitarbeiter Kultur» am Tages-Anzeiger, seinen launigen Beitrag ein. Was heisst da «scheinen»? Dieser «Aufruf zum Mord» könne als eine Reaktion auf Köppels Auftritt in der Talkshow «Menschen bei Maischberger» im deutschen Fernsehen «verstanden werden», wo er sich «in gewohnt pointierter Manier» geäussert habe, erklärt Tobler. Verstanden werden? Zudem stehe diese «Künstleraktion» in der Tradition von Christoph Schlingensief, der auch wiederholt zum Mord an <a href="http://www.schlingensief.com/projekt.php?id=t006" target="_blank">Helmut Kohl</a> und <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2002-46/artikel-2002-46-toetet-blocher.html" target="_blank">Christoph Blocher</a> aufgerufen habe.</p>
<p>Ach so, hier wird die Freiheit der Kunst in Anspruch genommen. Satire darf alles, Künstler neigen halt zu Zuspitzungen, wollen Denkanstösse geben. Schliesslich handle es sich nur um einen «Theatermord», schreibt der Tages-Anzeiger im Vorspann zum Artikel. Da kann der Kunstkenner feinsinnig zwischen Mordaufrufen von religiösen Wahnsinnigen und künstlerisch wertvollen Mordaufrufen von anderen Amoks unterscheiden. Während wir alle entrüstet über Hass- und Hetzkommentare in den asozialen Netzwerken und im Internet allgemein sind, veröffentlicht dieses Blatt eine wohlwollende Rezension eines hetzerischen Mordaufrufs.</p>
<p>Zu verantworten hat die in «Surprise» gezeigte Zeile «Tötet Köppel» ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Ruch" target="_blank">Philipp Ruch</a>, seines Zeichens «Chefunterhändler» und «Theatermacher» beim <a href="http://www.politicalbeauty.de/" target="_blank">«Zentrum für politische Schönheit»</a> in Berlin, der damit Werbung für ein Theaterstück machen möchte. Das Strassenmagazin «Suprise» wird von einem Trägerverein herausgegeben, der vom emeritierten Basler Strafrechtsprofessor Peter Aebersold präsidiert wird. Und der Tages-Anzeiger schliesslich versteht sich den höchsten journalistischen Standards verpflichtet, denen auch der Autor Tobler nachzuleben hätte. Strehle sieht in diesem «nachrichtlich und nicht reisserisch aufgemachten Beitrag» keine «journalistische Fehlleistung». Im Übrigen sei seine persönliche Meinung, dass der Mordaufruf «geschmacklos» sei. Geschmacklos? Ein Redaktor von «Surprise» liess eine längliche «Stellungnahme der Redaktion» zukommen. Es handle sich «nicht um einen Aufruf zur Gewalt gegen eine Person». Ach nein?</p>
<p>Und Strafrechtsprofessor Aebersold sieht «strafrechtlich kaum ein Problem», würde allerdings mit der Redaktion von «Surprise» «ein Gespräch führen», falls diese Veröffentlichung «zu einem Einbruch der Verkaufszahlen» führen sollte. «Frau Sylvia Egli von Matt, die im Vorstand für die journalistischen Belange zuständig ist, geht aber nicht von einer solchen Entwicklung aus.» Da ist der Umkehrschluss erlaubt, dass Mehrverkäufe durch einen Mordaufruf allgemeinen Beifall fänden. Insbesondere von Egli von Matt, die ansonsten überall anzutreffen ist, wo es um die Bewahrung höchster ethischer Massstäbe im Qualitätsjournalismus geht. Vielleicht könnte sie im «Stifterverein Medienqualität Schweiz» mal einen Vortrag halten: «Wie man mit einem knackigen Mordaufruf die Auflage steigert.»</p>
<p>Fachlich nicht sattelfest behauptet Egli von Matt gegenüber der Medienwoche, «im äussersten Fall» könnten nur «die Autoren belangt werden», im Übrigen handle es sich nicht um einen «Mordaufruf», sondern um den «Versuch, mittels eines künstlerischen Stilelements zum Nachdenken zu animieren». Markus Notter, Präsident des <a href="http://medienqualitaet-schweiz.ch/" target="_blank">«Stiftervereins Medienqualität Schweiz»</a>, hält zwar die Publikation «für völlig verfehlt», ist aber davon «überzeugt, dass Frau Egli von Matt bei der internen Aufarbeitung dieses umstrittenen Beitrags ihre Verantwortung wahrnehmen wird». Das könnte schwierig werden, da sie betont, dass sie keine Aufsichtspflicht habe und die Redaktion «unabhängig agiert». Allenfalls werde man in «Ruhe analysieren und prüfen, ob und welche Massnahmen zu treffen sind, um künftig Missinterpretationen vermieden werden können». Eine fehlerfreie Beherrschung der deutschen Sprache wäre sicher ein Anfang.</p>
<p>Der Autor des Artikels im Tages-Anzeiger antwortete nicht auf mehrere Anfragen, ebenso wenig der eigentliche Urheber. Zum Mord aufrufen, den Mordaufruf publizieren, dem Mordaufruf unkritisch, distanzlos und ungefiltert die Plattform der grössten Qualitätszeitung der Schweiz bieten, das können diese Herren. Da es nicht nur fundamentalistische Amoks gibt: Was sagen diese verantwortungslosen Gesellen, wenn Roger Köppel tatsächlich etwas zustossen sollte? «Das haben wir nicht gewollt? Nie hätten wir gedacht, dass eine Kunstaktion solche Folgen haben könnte?» Wie würden sie sich erregen, wenn eine «Kunstaktion» formulieren würde: «Res Strehle lässt zum Töten aufrufen! Ruft zum Strehle Res Töten auf!» Strafrechtsprofessor Aebersold würde pro bono diesen Fall übernehmen.</p>
<p>Während weder Aebersold noch Egli von Matt Probleme mit diesem Mordaufruf haben, schiebt die «Redaktion Strassenmagazin und Geschäftsleitung Verein Surprise» <a href="http://www.vereinsurprise.ch/erklaerung/" target="_blank">eine «Erklärung»</a> nach. Die Publikation des «Gastbeitrags» sei «ein Fehler» gewesen, dass man «viele Menschen vor den Kopf gestossen und Gefühle verletzt» habe, tue «leid». Ja sogar: «Dazu müssen wir ernüchtert und selbstkritisch feststellen: Wir haben die Wirkungen und Interpretationen dieses Gastbeitrags eindeutig unterschätzt.» Eine Kehrtwende in Form von Geschwafel. Denn was könnte man an der Wirkung eines Mordaufrufs unterschätzen? Auf Nachfragen antwortet Prof. Aebersold nicht mehr. Inzwischen <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/mord-drohung-gegen-koeppel-jetzt-ermittelt-die-staatsanwaltschaft-id4174354.html" target="_blank">laufen Vorermittlungen</a> im Auftrag der Zürcher Staatsanwaltschaft. So untersucht die Polizei, ob sich der Autor des Aufrufs wegen einer öffentlichen Aufforderung zur Gewalttätigkeit strafbar gemacht hat.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Ich halte nichts von strafrechtlicher Verfolgung in diesem Fall. Ich halte dagegen sehr viel von Verantwortung. Mit der Übernahme der Kostenfolgen eines Personenschutzes für Roger Köppel ist es nicht getan. Professor Aebersold muss seiner Verantwortung nachleben, indem er sich für diese unglaubliche Fehlleistung entschuldigt und von seinem Amt als Präsident von «Surprise» zurücktritt. Res Strehle muss seiner Verantwortung nachleben, indem er sich für diesen unglaublichen Artikel in seinem Blatt entschuldigt und als Chefredaktor zurücktritt. Mitsamt der Redaktion von «Surprise».</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/05/ein-mordaufruf-ist-ein-mordaufruf/">Ein Mordaufruf ist ein Mordaufruf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>To stream or not to stream – soll man Theater im Netz übertragen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/13/to-stream-or-not-to-stream-soll-man-theater-im-netz-uebertragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2014 15:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Kranz]]></category>
		<category><![CDATA[srf.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Streaming]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die einen nennen es das Ende des Theaters. Die anderen sehen in der Live-Übertragung einer Theater-Vorstellung eine Chance: Das Theater rücke so verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat in Berlin zur Diskussion geladen – mit einem klaren Ergebnis.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/13/to-stream-or-not-to-stream-soll-man-theater-im-netz-uebertragen/">To stream or not to stream – soll man Theater im Netz übertragen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die einen nennen es das Ende des Theaters. Die anderen sehen in der Live-Übertragung einer Theater-Vorstellung eine Chance: Das Theater rücke so verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat in Berlin zur Diskussion geladen – mit einem klaren Ergebnis.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/13/to-stream-or-not-to-stream-soll-man-theater-im-netz-uebertragen/">To stream or not to stream – soll man Theater im Netz übertragen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachhilfe für die Weltwoche</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/10/nachhilfe-fuer-die-weltwoche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 May 2013 12:52:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Milo Rau]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Prozesse]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gerichtsshow der «Zürcher Prozesse» von Milo Rau stellte sich als hervorragende Anlage für eine gepflegte Diskussionskultur heraus. Nun ist es an der Weltwoche, aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen. Das einzige politische Wochenmagazin der Schweiz verfügt über eine hervorragende Ausgangslage, um zu einer breit anerkannten Leitschrift zu werden. Die von Milo Rau <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/10/nachhilfe-fuer-die-weltwoche/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/10/nachhilfe-fuer-die-weltwoche/">Nachhilfe für die Weltwoche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gerichtsshow der «Zürcher Prozesse» von Milo Rau stellte sich als hervorragende Anlage für eine gepflegte Diskussionskultur heraus. Nun ist es an der Weltwoche, aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen. Das einzige politische Wochenmagazin der Schweiz verfügt über eine hervorragende Ausgangslage, um zu einer breit anerkannten Leitschrift zu werden.<br />
<span id="more-14038"></span><br />
Die von Milo Rau inszenierten «Zürcher Prozesse» übertrafen die zuvor an das Ereignis gestellten Erwartungen in erfreulicher Weise. Ihre strenge Form ermöglichte einen befruchtenden Austausch zu einer landesweit immer wieder gestellten und diskutierten Frage, nämlich: «Wie stehst Du zur Weltwoche?». Es wurde am Sonntag in der Zürcher Altstadt so gepflegt und gesittet debattiert wie gleichentags <a href="http://www.direktedemokratie.com/2013/05/08/landsgemeinde-2013-direkte-demokratie-in-glarus/">an der Landsgemeinde in Glarus</a>. Die beiden diszipliniert durchgeführten und fruchtbar beendigten Debatten-Ereignisse stehen in grellem Gegensatz zur Stammtisch-Kultur der Elite, wie sie mitunter an Podiumsdiskussionen oder in den vielen ARD-Talkshows zu beobachten ist. Man versammelt sich dort unter seinesgleichen, stellt sich selbst dar, wird nach jedem Satz lauter, hört einander nicht zu und schneidet dem Gegenüber das Wort ab.</p>
<p>Die angeklagte Weltwoche wurde von den Geschworenen mit 6 gegen 1 Stimme freigesprochen. Das stets verlässlich gegen Weltwoche und Basler Zeitung anschreibende Medienmagazin «Edito + Klartext» nahm es zum Anlass, jene Geschworene zum <a href="http://dev.edito.ch/de/2013/05/07/die-geschworene-die-die-weltwoche-schuldig-sprach-2/">Interview</a> zu bitten, die die Weltwoche verurteilt hatte, Patrizia Fedier, 84. Sie sagte:</p>
<blockquote><p>«Es war für mich auch sehr spannend zu hören, der Anteil der ‹Weltwoche› an der Presseauflage mache nur sieben Prozent aus. Ich war sehr erstaunt: Wenn der Anteil wirklich so klein ist, weshalb hat die ‹Weltwoche› mit ihren Artikeln eine so grosse Popularität? Dann habe ich verstanden, dass viele Medien und Personen reproduzieren, was die ‹Weltwoche› schreibt – auch wenn sie eigentlich dagegen sind.»</p></blockquote>
<p>Klare Analyse, die Weltwoche ist ein Leitmedium, so wie in Deutschland «Spiegel» und «Bild». Gemacht von einem kleinen Trupp unabhängiger Journalisten, wenn man denn glauben darf, was Redaktor Alex Baur zu Protokoll gegeben hat (<a href="http://www.srf.ch/player/tv/videoembed?id=ee1da1c2-df18-458e-a3d7-b7a3fd4c1fb2&#038;width=624&#038;height=351&#038;mode=inline&#038;autoplay=true">ab Minute 6</a>):</p>
<blockquote><p>«Ich habe schon auf vielen Redaktionen gearbeitet, und selten habe ich einen derart offenen und liberalen Geist erlebt, wie ich ihn auf der Weltwoche Tag für Tag erlebe. Da wird gestritten und debattiert, dass es eine Freude ist und manchmal auch eine Qual. Aber schlussendlich habe ich immer das geschrieben, was ich für richtig hielt. Und da hat mir niemand irgendwelche Devisen erteilt, weder Köppel, noch Herr Tettamanti, noch Herr Blocher, noch irgendwer. Und ich kann ihnen sagen, die anderen Autoren der Weltwoche, die halten das auch so.»</p></blockquote>
<p>Inklusive dem Chefredaktor und seinem Stellvertreter sind es gerade mal 15 Personen, die die Schweiz und manchmal auch das Ausland aufmischen (ohne Korrespondenten und freie Mitarbeiter, gemäss Impressum). Im Vergleich die Sonntagszeitung: <a href="http://sonntagszeitung.ch/impressum/">64</a>. Die NZZ am Sonntag: <a href="http://www.nzz.ch/impressum">60</a>. Die WOZ: <a href="http://www.woz.ch/impressum/redaktion">19</a>. Das Magazin: <a href="http://leserbriefe.dasmagazin.ch/impressum/">8</a>. Mit 15 festen Personen jede Woche bis zu 80 Seiten hinzukriegen mit in aller Regel lesenswerten Artikeln, das ist eine schöne Leistung, an der sich der Rest der Schweizer Medienlandschaft messen darf. Der Output einiger anderer Redaktionen ist quantitativ und qualitativ geringer.</p>
<p>Die Ankläger gingen voller Selbstbewusstsein in den Prozess, und kamen voller Zweifel wieder heraus. Wieso bloss sind nicht mal Geschworene einer Gerichtsshow zu überzeugen, die Weltwoche zu verurteilen? <a href="http://www.woz.ch/1319/die-zuercher-prozesse/diskriminierung-als-geschaeft">Die WOZ schrieb</a> zum 6:1-Entscheid der Jury:</p>
<blockquote><p>«Den Entscheid begründet die Geschworene Erika Nart so: ‹Um es wie im Fussball zu sagen: Der Ball hat die Linie berührt, aber nicht überquert.› Die Glarnerin Nart ist beruflich im Sozialbereich tätig. Während des dreitägigen Prozesses hat sie an der Neumarktbar jeden Abend bei Weisswein mit ‹Weltwoche›-Autor Alex Baur fraternisiert.»</p></blockquote>
<p>Scharf beobachtet! Aber was, wenn die Weltwoche von «fraternisieren» schreibt über eine Geschworene, die sich erlaubt, Weisswein zu trinken mit einem WOZ-Redaktor?</p>
<p>Nicht nur die Beschuldigte, auch die Kläger müssen sich hinterfragen. In der Urteilsverkündung der Geschworenen hiess es (<a href="http://www.srf.ch/player/tv/videoembed?id=66bcc8e5-b125-4a03-b7c9-57e5e69d3b74&#038;width=624&#038;height=351&#038;mode=inline&#038;autoplay=true">ab Minute 5</a>):</p>
<blockquote><p>«Die Anklage war teils zu wenig glaubwürdig, es geschahen zu viele Angriffe gegenüber Abwesenden. Die Anklage hat sich teils im selben beklagenden Muster wie die Weltwoche verhalten.»</p></blockquote>
<p>Die Doppelmoral der Kläger steht gross im Raum. Man darf die Weltwoche schon anklagen wegen «Schreckung der Bevölkerung». Aber wie viele Medien und Journalisten dürften sich gleich daneben auf die Anklagebank setzen? Vogelgrippe, Schweinegrippe, radioaktive Strahlung, Handystrahlung, Waldsterben, EHEC, die Liste der von den Medien verbreiteten Schrecknisse ist endlos. Nur mit den <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/08/die-rechnung-fur-die-panikmache/">Folgen der Panikmache</a> möchte man nichts zu tun haben (die trägt in der Regel am Ende der Steuerzahler). Die beiden anderen Anklagepunkte, «Rassendiskriminierung» sowie «Gefährdung der verfassungsmässigen Ordnung», sind breit auslegbar: Diskriminiert werden von den Medien jeden Tag Menschen, und von einem guten Rechercheur werden sich staatliche Organe schnell mal in ihrer Ordnung gestört fühlen.</p>
<p>Roger Köppel selbst <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-19/editorial-der-prozess-die-weltwoche-ausgabe-192013.html">gibt sich nach dem Prozess einsichtig</a>:</p>
<blockquote><p>«Offensichtlich ist es der Weltwoche nicht immer gelungen, eine kritische Leserschaft von der Lauterkeit ihrer Ziele und Mittel zu überzeugen. Ohne ­eigenes Ungenügen hätte es keine fundierte Kritik und damit auch keine ‹Zürcher Prozesse› gegeben. Wir nehmen das Verfahren daher als Auftrag und Ansporn, uns noch intensiver darum zu bemühen, auch jene Leser mitzunehmen, die dem Blatt nicht auf Anhieb zu folgen bereit sind.»</p></blockquote>
<p>Köppels Weltwoche verfügt über eine hervorragende Ausgangslage. Sie könnte viel mehr sein, als vornehmlich ein Medium für «swiss native men», wie man sich das Woche für Woche anhand der Vornamen auf der Leserbriefseite zusammenreimen kann:</p>
<p><strong>Kaum Konkurrenz:</strong> Sie steht im Markt der Schweizer Wochenpublikationen nur der (lauen) Konkurrenz der WOZ und den Schweizer Seiten der «Zeit» gegenüber (während es haufenweise Sonntagszeitungen gibt).<br />
<strong>Neue Leser:</strong> Sie könnte der Schweizer «Spiegel» sein, wenn sie sich vermehrt auch Fragen öffnen würde, die abseits von Politik, Wirtschaft und Geschichte liegen oder sich auch mal darum kümmern würde, was wohl liberale Frauen gerne lesen würden.<br />
<strong>Neue Märkte:</strong> Sie könnte expandieren in den ganzen deutschsprachigen Raum, wenn sie sich die unnötigen Pauschalisierungen und Provokationen austreiben könnte, was «Schreiben, was ist» ja bekanntlich genau nicht ist.<br />
<strong>Neue Einkünfte:</strong> Sie könnte ein Leitblatt des liberalen Aufbruchs werden, vielleicht sogar finanziert von ihren eigenen Lesern (<a href="https://medienwoche.ch/2013/03/20/lernen-von-kalle/">wie die Taz</a>).<br />
<strong>Neue Verbreitungsgebiete:</strong> Sie könnte die vielen potentiell «Weltwoche»-freundlichen Leser im Internet erobern &#8211; wenn sie denn den Mut dazu hätte.</p>
<p>Die «Zürcher Prozesse» haben Sachlichkeit in eine viel zu emotional geführte Debatte gebracht. Weil die Teilnehmer dazu gezwungen waren, den Argumenten der Gegner auch mal länger zu folgen, hat sich sogar die eine oder andere Sichtweise verschoben oder erweitert. Und tatsächlich machen der daueraufgeregte Claudio Zanetti und der bis ins Mark empörte Robert Misik einfach einen besseren Eindruck, wenn ihr Puls im Normalbereich schlägt. Wer seine Ziele stets mit äusserstem Engagement verfolgt, neigt zur Verblendung und dazu, seine eigene Position nicht mehr zu reflektieren. Auch die Ausdrucksweise entfernt sich dann vom Reden und verkommt zum Rumbrüllen, <a href="https://soundcloud.com/peter-breuer-3/loudest-of-rainer-bruederle">hier ein Beispiel von Rainer Brüderle</a>. Gute Argumente kommen auch an, wenn sie fair, in gefälliger Weise und ohne unzulässige Verkürzungen und Verallgemeinerungen geäussert werden. Nichts mehr verlangt die Öffentlichkeit von der Weltwoche.</p>
<p>Es ist wirklich ganz einfach, Michel Friedman <a href="http://www.srf.ch/player/tv/videoembed?id=be221e82-ebb7-4e51-80a1-01b90c2853ca&#038;width=624&#038;height=351&#038;mode=inline&#038;autoplay=true">brachte es auf den Punkt</a>:</p>
<blockquote><p>«<em>Die</em> ist immer Aufhetzung.»</p></blockquote>
<p>Also lasst uns doch versuchen, nicht zu oft von <em>denen</em> zu reden &#8211; es sei denn, man könne <em>sie</em> konkret mit statistischem, wissenschaftlichem oder anderem relevanten Material zu Gruppen zusammenführen. Ganz egal, ob es Muslime, Christen, Juden, Männer, Frauen, Homosexuelle, Heterosexuelle, Veganer, Russinnen, IV-Bezüger, SRF-Mitarbeiter, SVP-Mitglieder, Roma, Weltwoche-Redaktoren, Afrikaner oder Autofahrerinnen sind. «Schreiben, was ist» erfordert genauere Angaben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/10/nachhilfe-fuer-die-weltwoche/">Nachhilfe für die Weltwoche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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