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	<title>Thierry Meyer | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Unsere Arbeit muss nicht gefallen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner A. Meier &#124; Manuel Puppis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 10:06:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Verband Schweizer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
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		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
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		<category><![CDATA[Publizistikwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Thierry Meyer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut Verlegern und Medienmanagern haben nicht die Medien ein Strukturproblem, sondern die Publizistik- und Medienwissenschaft. Eine Antwort auf den aktuellen Liebesentzug von Werner A. Meier und Manuel Puppis. Die beiden Medienwissenschaftler der Universität Zürich eröffnen mit diesem Beitrag die neue Rubrik «Perspektiven». Hier bieten wir Fachleuten – Theoretikern und Praktikern – eine Plattform für ihre <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/perspektiven_logo.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Laut Verlegern und Medienmanagern haben nicht die Medien ein Strukturproblem, sondern die Publizistik- und Medienwissenschaft. Eine Antwort auf den aktuellen Liebesentzug von Werner A. Meier und Manuel Puppis. Die beiden Medienwissenschaftler der Universität Zürich eröffnen mit diesem Beitrag die neue Rubrik «Perspektiven». Hier bieten wir Fachleuten – Theoretikern und Praktikern – eine Plattform für ihre Sicht auf den Medienbetrieb; für Analysen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen und Ereignissen.<br />
<span id="more-28907"></span><br />
Im Editorial des Magazins des Verbandes Schweizer Medien vom August 2011 beschäftigt sich  Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument mit den <a href="http://issuu.com/schweizermedien/docs/flashextra_2011/4" target="_blank">Fehlleistungen der Publizistikwissenschaft</a>. Er schreibt von «fragwürdiger Forschung» und unverständlichen Ergebnissen. Sein harsches Urteil: In der Medienkrise hat die drittklassige Publizistikwissenschaft zur Qualitätsdebatte nichts Brauchbares zustande gebracht.</p>
<p>Mit dieser Beurteilung steht  Lebrument nicht alleine da. Andrea Masüger (Südostschweiz Medien) fühlt sich von Experten umzingelt und <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002837.html" target="_blank">beklagt «weltfremde» Systemkritik</a> und <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002762.html" target="_blank">«hanebüchene Erkenntnisse»</a>. Norbert Neininger (Schaffhauser Nachrichten) kritisiert <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/man_koennte_es_klarer_sagen_1.10064379.html" target="_blank">die verwendete Sprache</a> der Wissenschaft. Und auch Thierry Meyer (24heures) attestiert der Forschung <a href="http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/115/wie-die-wissenschaft-die-medien-schlecht-macht/?lang=de" target="_blank">«Selbstgefälligkeit», «nicht überprüfbare Thesen und methodologische Lücken»</a>. Kurz, die Wissenschaft macht lediglich die Presse schlecht. Offenbar haben also nicht die Medien ein Problem, sondern die Publizistikwissenschaft. Grund genug, uns einige Gedanken zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Medienpraxis zu machen.</p>
<p>Wissenschaft darf keine Akzeptanzforschung im Interesse von Regierung, Verwaltung, Parteien oder Medienunternehmen betreiben, sich Fragen, Vorgehensweisen und Interpretationen nicht diktieren lassen. Denn: Eine Wissenschaft, die sich von Partikularinteressen leiten lässt, ist für die Gesellschaft wertlos. Nur wenn die Publizistikwissenschaft sich an akzeptierten wissenschaftlichen Kriterien orientiert, kann sie der Gesellschaft eine eigenständige Sichtweise auf die Medienentwicklung bieten, die Grundlage für politische Entscheide verbessern sowie neue und unbequeme Fragen aufwerfen.</p>
<p>Wir müssen unsere Forschung gemäss den Regeln und Gepflogenheiten wissenschaftlichen Arbeitens durchführen. Dabei versteht sich von selbst, dass auch wir uns – genauso wie die Medien – den internen und externen Qualitätsdebatten und der Kritik aus Wissenschaft, Politik und Praxis stellen müssen.</p>
<p>Mit dem Schreiben von Berichten im Fachjargon ist es jedenfalls nicht getan. Zur Aufgabe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehört es auch, Resultate in verständlich aufbereiteter Form in die öffentliche Diskussion einzubringen und der Politik wie der Medienpraxis zur Verfügung zu stellen. Das wollen wir zukünftig noch stärker tun, auch wenn sich die Schweizer Publizistikwissenschaft seit jeher <a href="http://www.kleinreport.ch/news/ideenlieferanten-und-stoerenfriede-65355.html" target="_blank">nicht über mangelnde Beachtung beklagen</a> kann.</p>
<p>Unsere Ergebnisse müssen aber nicht gefallen – weder der Branche noch der Politik. Unsere Forschung kann von allen Seiten für die je eigenen Zwecke instrumentalisiert werden. Unsere Sichtweise ist nur eine von vielen – und sie ist den nicht-wissenschaftlichen Sichtweisen auch nicht a priori überlegen. Regierung und Verwaltung stehen denn auch alle Optionen offen: Forschung kann in der Schublade verschwinden, stillschweigend zur Kenntnisse genommen werden oder gar direkt oder indirekt als Grundlage für Entscheide dienen. Im aktuellen Fall teilt der Bundesrat viele <a href="http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&amp;msg-id=39886" target="_blank">Bedenken der Wissenschaft</a>, setzt aber auf die Eigenverantwortung der Medienwirtschaft – <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/30/problem-erkannt-entscheid-verweigert/" target="_blank">und tut nichts</a>. Die Verleger applaudieren dem Bundesrat und diskreditieren vor allem diejenige Forschung, die ihren wirtschaftlichen und politischen Interessen zu widersprechen scheint.</p>
<p>Mit diesem Liebesentzug können wir leben. Deswegen ziehen wir uns noch lange nicht in den viel bemühten Elfenbeinturm zurück, sondern mischen uns auch weiterhin ein. Das ist unser professioneller Auftrag. Und dafür liegen uns die Schweizer Medien und ihr Beitrag für eine funktionierende Demokratie zu sehr am Herzen. Auch wenn diese Liebe manchmal verschmäht wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/">Unsere Arbeit muss nicht gefallen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wir da oben, ihr da unten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/21/wir-da-oben-ihr-da-unten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 07:07:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[tagesanzeiger.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Chapman]]></category>
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		<category><![CDATA[Newsnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Politblog]]></category>
		<category><![CDATA[Thierry Meyer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Auftrag des Bundesrats beschäftigten sich mehrere Studien mit der Qualität der Schweizer Medien, was wiederum von diesen kommentiert wurde. Während sich Andrea Masüger von der «Südostschweiz» über eine «Inflation an Untersuchungen» beklagte, «auf die niemand gewartet» habe, kritisierte Norbert Neininger von den «Schaffhauser Nachrichten» die «für andere schwer verständliche Sprache» der Wissenschaftler. Für den ohnehin <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/21/wir-da-oben-ihr-da-unten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/21/wir-da-oben-ihr-da-unten/">Wir da oben, ihr da unten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Auftrag des Bundesrats beschäftigten sich <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/03479/index.html?lang=de">mehrere Studien</a> mit der Qualität der Schweizer Medien, was wiederum von diesen kommentiert wurde. Während sich <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002837.html">Andrea Masüger von der «Südostschweiz»</a> über eine «Inflation an Untersuchungen» beklagte, «auf die niemand gewartet» habe, kritisierte <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/man_koennte_es_klarer_sagen_1.10064379.html">Norbert Neininger von den «Schaffhauser Nachrichten»</a> die «für andere schwer verständliche Sprache» der Wissenschaftler. Für den ohnehin nicht überraschenden Befund, dass die eingeleiteten Sparmassnahmen Auswirkungen auf die Qualität hatten, erhalten die Wissenschaftler Zustimmung von den Lesern in den Kommentaren. Die Diskrepanz zwischen den Lesern und den Entscheidungsträgern in den Printverlagen wird immer offensichtlicher &#8211; eine Gefahr für den Journalismus und die Demokratie.</p>
<p><span id="more-28799"></span><br />
Auch Thierry Meyer, Chefredaktor von «24heures», versuchte im zweisprachigen Newsnetz-Politblog zu beweisen, <a href="http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/115/wie-die-wissenschaft-die-medien-schlecht-macht/?lang=de">«Wie die Wissenschaft die Presse schlecht macht»</a>. Sein Text ist einigermassen überraschend, unterstellt er doch den Bakom-Studien nicht nur «Unwahrheiten», sondern auch «Inhaltsfehler, nicht überprüfbare Thesen und methodologische Lücken»  &#8211; ausserdem sei das Ganze «mit einer Selbstgefälligkeit verfasst, die man nicht einmal dem erst besten Praktikant verzeihen würde».</p>
<p>Doch noch viel mehr ins Staunen gerät, wer die 105 bisher von Lesern des Politblogs abgegebenen Meinungen dazu liest. Man muss schon sehr lange scrollen, bis man auf einen Kommentar stösst, welcher die Kritik von Meyer an den Studien verteidigt (Edith Habermann: «Ich stimme Thierry Meyer weitgehend zu.»). Die meisten Zu-Wort-Meldungen bestätigen den von der Wissenschaft ermittelten Qualitätsverlust. Das hört sich so an:</p>
<blockquote><p>Ich kann keinen wissenschaftlichen Beweis geben, aber aus Sicht eines Leser kann ich den Verfall der Medien nur bestätigen. In der Presse wird heutzutage praktisch nur noch abgeschrieben und relativ viel einfach kopiert. (&#8230;)</p>
<p>Es kopieren alle von den selben Newstickern und der Text wird eigentlich nur mehr leicht modifiziert. (&#8230;)</p>
<p>Mag sein, dass die von T. Meyer zerrissene Studie wissenschaftlich nicht überragend ist. Es würde mich aber wundern, wenn ein engagierter Journalist zufrieden wäre mit dem Tiefgang der heutigen politischen Presse. (&#8230;)</p>
<p>Ich würde behaupten, dass die Qualität seit einigen Jahren ständig leidet und dementsprechend abnimmt! (&#8230;)</p>
<p>Es ist fast schon haarsträubend wie einseitig manche Schweizer Zeitungen berichten. (&#8230;)</p>
<p>Ich finde auch, dass es mit den Medien abwaerts geht. (&#8230;)</p>
<p>Komischer Polit-Blog. Bis jetzt jammern nur die Journalisten – im ersten Beitrag, daß sie es ja nur falsch machen können und man ihnen Unterstützung der SVP andreht, und nun, daß Studien, die mangelnde Qualtiät bescheinigen, ja sooo unseriös sind. Also mit Verlaub, die Qualität der Medien, allen voran der Presse, I S T definitiv am Sinken, nicht nur in der Schweiz, aber ganz besonders in der Schweiz. (&#8230;)</p>
<p>Das finde ich ja mal interessant. Die Journalisten zitieren blind und undifferenziert aus jeder Studie die sie gerade finden und ihrer Ideologie entspricht. Erscheinen sechs (!!!) Studien, welche die schweizerische Medianlandschaft kritisieren, dann werden diese in der Luft zerrissen und unsachlich kommentiert. Genau nach dem Vorwurf, welche die Studien der schreibenden Klasse macht. Kult!</p></blockquote>
<p>Der Newsnetz-Redaktion zugute halten muss man, dass sie sich bemüht, mitzudiskutieren. So beantwortet der stellvertrendende Chefredaktor <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/stichwort/autor/michael-marti/s.html">Michael Marti</a> einige Kommentare. Und Redaktor <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/stichwort/autor/matthias-chapman/s.html">Matthias Chapman</a> sieht das Offensichtliche ein:</p>
<blockquote><p>Da prasselt ja ein voller Korb an Kritik auf uns Medienschaffende nieder. Ich nehme das zur Kenntnis, und gebe weiter jeden Tag mein Bestes.</p></blockquote>
<p>Ich bin überzeugt, dass viele Journalisten täglich ihr Bestes geben. Trotzdem ist die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung in den Verlagen bemerkenswert &#8211; und fast scheint, als würde sie direkt proportional zum Einkommen und zur Kaderstellung der Mitarbeiter zunehmen. Das Sahnehäubchen ist dann, so zu tun, als ob es diese sich im Web artikulierende Fremdwahrnehmung gar nicht geben würde.</p>
<p>Es geht nicht nur um die Beurteilung der Qualität, sondern auch um die Herangehensweise an Themen. Nehmen wir das Web: Es kommt in den Zeitungen nach wie vor zumeist negativ vor. Auch sachliche Artikel über die alltäglichen Umwälzungen, die das Web bereits verursacht hat und noch verursachen wird, erscheinen selten. Stattdessen werden Morde mit Computerspielen in Verbindung gebracht. Jugendliche pauschal als Raubkopierer verunglimpft. Publizisten als Klowand-Schmierer dargestellt. Facebook ist ein Sicherheitsrisiko. Google eine Datenkrake.</p>
<p>Keine Frage, die Einsicht, dass das Internet nicht nur Sodom und Gomorrha hervorbringt, ist verbreiteter als auch schon. In Funktionen, in denen sie etwas bewegen und entscheiden könnten, geraten Personen mit solchen Meinungen in etablierten Organisationen aber nur selten. So erreichen die publizistischen Produkte der einst die Gesellschaft so prägenden Verlage je länger je mehr nur einen ausgewählten, finanzstarken, hochgebildeten Club mit einem Durchschnittsalter weit über dem Durchschnitt der Lesenden. Die mit dem Web aufgewachsenen Jugendlichen, also der die Zukunft sichernde Nachwuchs, blättern dagegen gelangweilt in Gratispostillen und fragen sich dann zurecht, warum sie eigentlich Zeitungen lesen sollen. Suchen sie online nach Qualität, werden sie genau so enttäuscht. Geht es nach den Führungskräften der Verlage, sollen sie Zeitungen kaufen und basta! So funktioniert die Marktwirtschaft aber nicht.</p>
<p>Wertvolle publizistische Produkte erreichen die Mitte der Gesellschaft immer weniger. Was nicht verwundert, findet doch die normale Mittelschicht gar keinen Einlass mehr in die Redaktionen, von der nicht so gebildeten Unterschicht braucht man gar nicht erst zu reden. Die «Süddeutsche Zeitung» beispielsweise <a href="http://meedia.de/details-topstory/article/wie-die-sddeutsche-ihre-volontre-rekrutiert_100034371.html">verlangt</a> schon von ihren Volontären zwingend einen Studienabschluss («Abgeschlossenes Studium muss sein, am liebsten Master-Abschluss»).</p>
<p>Journalismus darf nicht als Edukationsprogramm von oben nach unten doziert werden, sozusagen als Transfer von den angeblich gescheiteren zu den angeblich dümmeren Schichten. Journalismus muss aus der Mitte der Gesellschaft für die Mitte der Gesellschaft produziert werden. Wer den Leser mit all seinen Ängsten, Sorgen und Bedürfnissen nicht ernst nimmt, muss sich nicht wundern, wenn dieser sich abwendet und sich weitaus fragwürdigeren Quellen zuwendet. Diese Entwicklung ist nicht nur für den seriösen Journalismus eine grosse Gefahr, sondern für die Demokratie überhaupt.</p>
<p><em>Zum Newsnetz-Politblog siehe auch unseren Beitrag <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/07/viel-redundanz-und-wenig-substanz/">«Viel Redundanz und wenig Substanz»</a> vom 7. März 2011.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/21/wir-da-oben-ihr-da-unten/">Wir da oben, ihr da unten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Viel Redundanz und wenig Substanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 14:23:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals lanciert Tamedia ein mehrsprachiges publizistisches Angebot. Im Politblog, an dem vier Deutschschweizer Zeitungen und zwei Redaktionen aus der Romandie beteiligt sind, will der Sprachaustausch aber nicht recht gelingen. Und auch sonst liegt in diesem Projekt des Newsnetz zum «Superwahljahr» einiges im Argen. «Online-Foren sind Hochemotionszonen» schrieb kürzlich tagesanzeiger.ch in einem Artikel über die «zehn <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/07/viel-redundanz-und-wenig-substanz/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erstmals lanciert Tamedia ein mehrsprachiges publizistisches Angebot. Im <a href="http://politblog.derbund.ch/blog/" target="_blank">Politblog</a>, an dem vier Deutschschweizer Zeitungen und zwei Redaktionen aus der Romandie beteiligt sind, will der Sprachaustausch aber nicht recht gelingen. Und auch sonst liegt in diesem Projekt des Newsnetz zum «Superwahljahr» einiges im Argen.<br />
<span id="more-28748"></span><br />
«Online-Foren sind Hochemotionszonen» schrieb kürzlich tagesanzeiger.ch in einem <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/SIND-HIER-ALLE-BESCHEUERT/story/29036155" target="_blank">Artikel über die «zehn häufigsten Typen von Online-Kommentatoren»</a>. Dabei blieb unerwähnt, dass die Redaktion mit ihrer Themenwahl die Art und Weise sowie die Qualität der Publikumsreaktionen massgeblich beeinflusst. Es gibt Reizthemen, polarisierende Sujets, die eine rege und laute Kommentarbeteiligung geradezu garantieren. Dazu zählt die SVP. Reizthemen bringen Quote. Das wissen Medienmacher.</p>
<p>Wenn das neue Newsnetz-Politblog mit einem Text zur SVP loslegt, kann das kaum Zufall sein. Gepaart mit dem etwas schwächeren, aber dennoch quotenträchtigen Reizbegriff «Medien», ergab das die perfekte Mixtur für einen zumindest quantitativ erfolgreichen Start. Inhaltlich lag der Text <a href="http://politblog.derbund.ch/blog/index.php/61/helfen-die-medien-der-svp-3/?lang=de" target="_blank">«Helfen die Medien der SVP?»</a> unter dem Niveau, das Co-Chefredaktor Res Strehle eigentlich bieten könnte. Der analytisch stumpfe Beitrag, der den Medien pauschal eine Absolution erteilt, in der Berichterstattung zur SVP nichts falsch gemacht zu haben, ja: gar nichts falsch machen zu können, verheisst wenig Gutes für die Zukunft des Politblog. Dem Publikum ist das egal. Kommentiert wird sowieso. Zum Thema selbst, aber auch zu Grundsatzfragen. Viel Redundanz und wenig Substanz. Die ist zwar in einzelnen Kommentaren vorhanden, nicht aber im gesamten Strang der bisher fast 400 veröffentlichten Talk-backs.</p>
<p>Als wollten die Politblog-Verantwortlichen Strehles These Nachdruck verleihen, erhielt <a href="http://politblog.derbund.ch/blog/index.php/259/dunkelkammer-standerat/?lang=de" target="_blank">SVP-Nationalrat Lukas Reimann als Gastautor eine Carte blanche</a>, die er zu einem Angriff auf den Ständerat als Institution nutzt. Auch die weiteren in der ersten Woche veröffentlichten Beiträge lassen wenig Hoffnung aufkommen, dass die Redaktion neue Akzente zu setzen imstande ist in der bisher nicht besonders erspriesslichen Online-Debattenkultur. <a href="http://politblog.derbund.ch/blog/index.php/115/wie-die-wissenschaft-die-medien-schlecht-macht/?lang=de" target="_blank">Ein erzürnter Thierry Meyer</a>, Chefredaktor von 24 Heures, bezichtigt die Medienwissenschaft des Dilettantismus bei ihrer Einschätzung zur Zukunft der Medien und beschwört die grandiosen staatsbürgerlichen Leistungen der Presse im Internet. Dumm nur, dass Meyer ebenso selbstgefällig und überheblich daherschreibt, wie er dies den Akademikern vorwirft. Vielleicht entsteht dieser Eindruck auch nur wegen der Übersetzung von Meyers Artikel aus dem Französischen, was die Sache aber auch nicht wirklich besser macht.</p>
<p>Überhaupt will das mit der Zweisprachigkeit noch nicht so recht gelingen, obwohl gerade der Brückenschlag über den Röstigraben das Innovative am Politblog sein könnte. Mit der «Tribune de Genève» und «24 Heures» kommen zwei der vier beteiligten Redaktionen aus der Westschweiz. Tamedia als inzwischen gesamtschweizerischer Konzern lanciert mit dem Politblog erstmals ein zweisprachiges Angebot mit identischen Artikeln in Deutsch und Französisch. Doch die Leser der welschen Titel haben offensichtlich keine Lust zum Mitdiskutieren. Abgesehen von vereinzelten französischen Kommentaren, bleibt das Politblog eine Deutschschweizer Veranstaltung. Von einem Dialog zwischen den Landesteilen kann keine Rede sein. Das sagt vermutlich weniger über die Debattierlust der Romands aus, als über die Kommentarkultur der Deutschschweizer.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/07/viel-redundanz-und-wenig-substanz/">Viel Redundanz und wenig Substanz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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