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	<title>Treffpunkt | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Lindenstrasse und Lückenfüller</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/04/25/lindenstrasse-und-lueckenfueller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 05:08:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der DRS-1-«Treffpunkt»: Moderator Dani Fohrler widmet sich mit Hilfe des Lindenstrassen-Fanclubs, einer Medienwissenschaftlerin, einem Drehbuchautor und drei Zuhörern zwei Stunden lang Fernsehserien, die auch DRS-1-Hörer interessieren könnten. Noch vor ein paar Jahrzehnten steckten Serien ganz tief in der Trashkiste. Wer etwas auf sich hielt, las ein Buch oder schaute sich Filme an, im Kino. Heute <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/25/lindenstrasse-und-lueckenfueller/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der DRS-1-«Treffpunkt»: Moderator Dani Fohrler widmet sich mit Hilfe des Lindenstrassen-Fanclubs, einer Medienwissenschaftlerin, einem Drehbuchautor und drei Zuhörern zwei Stunden lang Fernsehserien, die auch DRS-1-Hörer interessieren könnten.<br />
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Noch vor ein paar Jahrzehnten steckten Serien ganz tief in der Trashkiste. Wer etwas auf sich hielt, las ein Buch oder schaute sich Filme an, im Kino. Heute zeigt sich die Begeisterung des Publikums für Serien in den Einschaltquoten, den DVD-Verkäufen, den Up- und Downloads, den Tischgesprächen. Auch wenn sie in der medialen Rezeption kaum vorkommen. Die zweistündige «Treffpunkt»-Sendung zum Thema «Meine liebste Fernsehserie» versuchte herauszufinden, wer Serien schaut und warum.</p>
<p>Nachdem Moderator Dani Fohrler die Medienwissenschaftlerin Ursula Ganz-Blättler ein paar Mal Barbara Ganz-Blättler nennt, muss er kurz vor Ende der zweistündigen Sendung zwei dringende Verkehrsmeldungen verlesen. Und dann will er zu dem kommen, was er den «Höhepunkt» der Sendung nennt: Die Auswertung der <a href="http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/treffpunkt/2785.sh10220917.html">Online-Umfrage auf drs1.ch</a>, die eine Antwort auf die Frage «Welches ist Ihre liebste TV-Serie?» einfordert. Fohrler wundert sich, dass «Mein cooler Onkel Charlie», wie die US-Sitcom «Two and a Half Men» in hiesigen Programmen unpassenderweise heisst, beim DRS-1-Publikum auf Rang 3 abgeschnitten hat. Nun ja, es könnte an den drei oder vier Stimmen liegen, die ich trotz eingebauten Cookie-Schutz dafür abgeben konnte. «Gewonnen» hat die sinnlose Umfrage die ARD-Serie Lindenstrasse vor der ZDF-Serie «Ein Fall für zwei». Da half es auch nichts, dass der Serienmontag auf SF2 mit den ebenfalls zur Auswahl stehenden «Grey’s Anatomy» und «Dr. House» mehrfach positiv angesprochen wurde.</p>
<p>Die Umfrage nimmt viel Zeit ein, Fohrler spricht sie in den zwei Stunden mindestens fünf mal an. Vielleicht versteht er darunter die viel gepriesene Konvergenz zwischen Radio und Online. Doch eigentlich ist sie nicht mehr als ein Lückenfüller, wie auch die Marotte, vor jedem Musikstück anzukündigen, was nach dem Musikstück zu hören sein wird, «grad i wenige Augeblick». Diese Zeit könnte man genau so gut mit Musik füllen. Oder noch besser mit Inhalten.</p>
<p>Ein Sender wie Deutschlandfunk hat jedenfalls keine Mühe, sich einem Thema zwei Stunden lang nur mit Worten zu widmen. Dass man das dem gemeinen DRS-1-Hörer nicht zumuten mag, ist verständlich, aber Pseudoinhalte braucht auch der keine. Als Musik zwischen den Textbeiträgen läuft, was vor mehr als 20 Jahren mal hippe Musik auf DRS3 war und heute das Rauschen der sogenannten Evergreens. Nacheinander gespielt werden: Dexys Midnight Runners, Rod Stewart, Bryan Adams, F.R. David.</p>
<p>Dani Fohrler meistert seine Moderationsaufgabe aber sehr gut. Er ist engagiert, fast schon aufgedreht und bringt tatsächlich Schwung in die Sendung. Etwas mühsam ist, wie er mit den Fans der Lindenstrasse, die einen guten Teil der Sendung einnimmt, umgeht. Markus Rickli und Barbara Knoch, zwei Mitglieder aus einem Fanclub zur deutschen Serie (<a href="http://listra-fanclub.ch">listra-fanclub.ch</a>), werden von ihm mehrfach darauf hingewiesen, was es doch für ein Highlight gewesen sein muss, als sie in Köln den Stars der Sendung nahe sein konnten &#8211; was die beiden bedeutend unaufgeregter sehen. Die fahren nämlich alle paar Jahre mal nach Köln. Barbara Knoch fand es zwar schön, die Schauspieler zu sehen und von «Mutter Beimer» <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marie-Luise_Marjan">Marie-Luise Marjan</a> manchen Schwank aus ihrem Leben erzählt zu kriegen. Allerdings war sie auch etwas enttäuscht, «weil alles sehr klein ist, weil alles nur Attrappe ist und weil so viele Scheinwerfer da sind».</p>
<p>Weiter zu Wort kommt Michael Meisheit, der seit 15 Jahren Lindenstrasse-Drehbücher schreibt («Wir entwickeln das Drehbuch meist ein, eineinhalb Jahre im Voraus»), Werner Messmer, der für SRF Serien einkauft («Das ein Teamwork von Redaktoren und der Programmleitung, ein aufwändiger Aushandlungsprozess, die oberste Geschäftsleitung redet auch ein Wörtchen mit») und eben Ursula Ganz-Blättler, Dozentin für Medienwissenschaft an der Uni St. Gallen («Etwas wie Dexter hätte es vor 20 bis 30 Jahren nicht gegeben»).</p>
<p>Während man sich die Online-Umfrage hätte sparen müssen, ist der Einbezug des Publikums zu Beginn der Sendung ein Gewinn. Drei Hörer sind live in der Sendung: Eine gesteht, wie sie «Wege zum Glück» fast in die Sucht getrieben habe und wie sie sonnige Tage drinnen verbrachte und sich vorzeitig von ihrem Jass-Chränzli verabschiedete, um keine Folge zu verpassen &#8211; nun will sie keine neue Serie mehr anfangen. Ein anderer Hörer hat seit «Dallas» und «Denver-Clan» nichts mehr richtig gepackt. Und für einen weiteren wird Lindenstrasse zu einer ungünstigen Zeit gesendet, weil dann nämlich das Abendessen stattfindet.</p>
<p><small><a href="http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/top/treffpunkt/2785.sh10220917.html">«Meine liebste Fernsehserie»</a> vom 24. April 2012, 9 bis 11 Uhr, Radio DRS1.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/25/lindenstrasse-und-lueckenfueller/">Lindenstrasse und Lückenfüller</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wir erweisen uns die Referenz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/14/wir-erweisen-uns-die-referenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 07:25:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF verweist allzu gerne auf eigene Angebote und verschwendet so Sendezeit mit penetranter Eigenwerbung. Die wachsende Selbstreferenzialität kostet zwar nichts, bringt dem Zuschauer aber auch keinen echten Mehrwert. Das öffentliche Radio und Fernsehen wird von Gebühren finanziert, damit der Konsument mit Informationen versorgt wird, die er von privater Seite so <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/14/wir-erweisen-uns-die-referenz/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF verweist allzu gerne auf eigene Angebote und verschwendet so Sendezeit mit penetranter Eigenwerbung. Die wachsende Selbstreferenzialität kostet zwar nichts, bringt dem Zuschauer aber auch keinen echten Mehrwert.<br />
<span id="more-28892"></span><br />
Das öffentliche Radio und Fernsehen wird von Gebühren finanziert, damit der Konsument mit Informationen versorgt wird, die er von privater Seite so nicht erhalten würde. Der <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/784_40/a24.html">Programmauftrag der SRG</a> (Artikel 24 im Bundesgesetz über Radio und Fernsehen) führt vier Punkte auf: freie Meinungsbildung des Publikums, Stärkung der kulturellen Werte des Landes, Bildung des Publikums, Unterhaltung.</p>
<p>Man kann nun einwenden, dass dümmliche Unterhaltungssendungen, Boulevardmagazine und Reisesendungen, in denen SF-Mitarbeiter ihre alten Kollegen besuchen, zu keiner dieser Kategorien gehören. Aber das ist eine Frage der Einschätzung.</p>
<p>Keine Frage der Einschätzung ist die Anhäufung von Selbstreferenzialität. Nicht in Form einer selbstkritischen Auseinandersetzung (was zu begrüssen wäre), sondern in Form von penetranten Hinweisen auf das eigene Programm. Beispiele gefällig?</p>
<p><strong>1. Zwangstrailer online:</strong><br />
Ein konstantes Ärgernis sind die Clips im <a href="http://www.videoportal.sf.tv/">Videoportal auf sf.tv</a>. Ein Konsument, der einen Clip anwählt, wird fast immer dazu gezwungen, sich zuerst einen Trailer anzusehen, der auf irgendeine andere Sendung hinweist, von der er gar nichts wissen möchte und den er weder wegklicken noch beschleunigen kann. In der Werbeindustrie sind solche vorgeschalteten Einspieler als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Online_Video_Advertising#Video-Ads">Pre-Rolls</a> bekannt. Wie Martin Hitz schon <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/10/12/juerg-acklin-ist-nicht-pestalozzi/#comment-2994">2009</a> mutmasste, sollen die Zuseher so schon mal an potentiell in der Zukunft erlaubte Online-Werbung gewöhnt werden.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Der Konsument möchte jenes Video, das er sich ausgewählt hat, ansehen. Und nicht eines, das ihm vor die Nase gesetzt wird. Wer sich ärgert, dass er von Erziehungsmassnahmen gegängelt wird, ist nicht in der Stimmung, sich für andere Sendungen zu begeistern.</p>
<p><strong>2. Verweise auf das Online-Angebot:</strong><br />
ARD und ZDF treiben es besonders bunt: Kaum eine Sendung, in der der Moderator nicht auf irgend ein Online-Angebot hinweist. Dafür räumen sogar Nachrichtenflaggschiffe wie die «Tagesschau» oder das «heute-journal» manchmal bis zu 30 Sekunden ihrer begrenzten Sendezeit ein.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Ein Grossteil des Fernsehpublikums, das sich im Schnitt dem Pensionsalter annähert, kann mit den ständigen Hinweisen auf das Online-Angebot sowieso nichts anfangen. Und die anderen entscheiden vielleicht auch gerne selbst, ob und wann sie eine Website besuchen. Eine unauffällige Einblendung der Website reicht als Service völlig aus.</p>
<p><strong>3. Verweise vom Radio auf das Fernsehen:</strong><br />
Richtig bunt trieb es am 8. Juli DRS1, wie <a href="http://www.kleinreport.ch/news/zweistuendiger-sf-1-programmtrailer-auf-drs-1-65809.html">«Klein Report» berichtet</a>. 120 Minuten lang wurde die Sendung «Treffpunkt» dazu missbraucht, Aufmerksamkeit zu schaffen für die Samstagabendshow «SF bi de Lüt &#8211; Live». Ein Programmtrailer von zwei Stunden Länge &#8211; dazu muss man erst mal den Mut haben.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Aufmerksamkeit, also Quote für die Samstagabendshow. Gut gemacht kann so eine Sendung den Zuhörer unterhalten. Crossmediale Promotion wird auch bei privaten Verlagen praktiziert (und auch dort von Publikum und Kritikern kritisch angesehen), aber wenn der «Tages-Anzeiger» zwei Seiten freischaufeln würde, um auf eine besondere Sendung von «Tele Züri» hinzuweisen, dann gäbe es einen Aufschrei. Zurecht.</p>
<p><strong>4. Interviews mit sich selbst:</strong><br />
Es finden sich immer mehr «Experten» aus den eigenen Reihen. Die Moderatorin befragt den Wirtschaftsredaktor, die Nachrichtensprecherin schaltet zum Korrespondenten oder eine der vielen über Jahrzehnte mit dem Haus verbundenen Stimmen wird angerufen: Peter Studer, Arnold Hottinger, you name it. Weitere Namen finden Sie <a href="http://journal21.ch/ueber-uns">bei journal21.ch</a>.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Gespräche innerhalb der Redaktion täuschen den Dialog meistens nur vor, tatsächlich handelt es sich um die Herausarbeitung einer Einschätzung im Frage-Antwort-Spiel. So können Meinungen portiert werden, ohne dass jemand das Gefühl erhält, mit einer Meinung belästigt zu werden. Das gilt natürlich nicht für alle Fälle, manchmal machen solche Gespräche durchaus Sinn.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Der neue Konvergenzriese SRF verhält sich immer mehr wie ein Unterhaltungskonzern, der sein Publikum mit Querverweisen von einem Medium ins andere, von einem Programm ins nächste weist. Mit dem kleinen Unterschied, dass trotz ständiger Werbung kein Ertrag erwirtschaftet werden muss.</p>
<p>Die Gebührengelder sind für das Programm da, nicht für ständige Hinweise auf das Programm. Was Private zur Optimierung ihrer Quote machen, geht bei öffentlich-rechtlichen Anstalten ganz klar an der gestellten Aufgabe vorbei, der Ermöglichung von Sendungen, die ohne Fremdfinanzierung nicht möglich wären. Niemand zahlt Gebühren, um von ständig wiederholten Trailern und von Selbstreferenzialität genervt zu werden. Der immer wiederkehrende Besuch in der Hotelanlage von Ex-Mitarbeiterin Jana Caniga ist Ärger genug.</p>
<p><small>Zum Titel <a href="http://www.blog.institut1.de/2009/reverenz-und-referenz/">als Erinnerung</a>:<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reverenz">Reverenz</a>: Ehrfurchtsbezeugung<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Referenz_%28Linguistik%29">Referenz</a>: Gegenstandsbeziehung</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/14/wir-erweisen-uns-die-referenz/">Wir erweisen uns die Referenz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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