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	<title>Uni Zürich | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 09 Jul 2021 13:05:13 +0000</lastBuildDate>
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		<title>«Es geht nicht nur darum, einfach mehr über Frauen zu schreiben»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/09/es-geht-nicht-nur-darum-einfach-mehr-ueber-frauen-zu-schreiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Häusermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2021 09:11:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[fög]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenquote]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zahlen sind unverändert ernüchternd: Nur jede vierte Person, über die in Schweizer Medien berichtet wird, ist eine Frau. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Zürich. Was denken die Verlage und Redaktionen über den anhaltend tiefen Frauenanteil in ihren Medien? Welche Massnahmen wollen sie ergreifen, um die Situation zu verbessern? Die MEDIENWOCHE hat sich <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/09/es-geht-nicht-nur-darum-einfach-mehr-ueber-frauen-zu-schreiben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Zahlen sind unverändert ernüchternd: Nur jede vierte Person, über die in Schweizer Medien berichtet wird, ist eine Frau. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Zürich. Was denken die Verlage und Redaktionen über den anhaltend tiefen Frauenanteil in ihren Medien? Welche Massnahmen wollen sie ergreifen, um die Situation zu verbessern? Die MEDIENWOCHE hat sich umgehört.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Frauenanteil-in-Schweizer-Medien-20210709.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-90059" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Frauenanteil-in-Schweizer-Medien-20210709.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Frauenanteil-in-Schweizer-Medien-20210709-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Frauenanteil-in-Schweizer-Medien-20210709-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Frauenanteil-in-Schweizer-Medien-20210709-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Frauenanteil-in-Schweizer-Medien-20210709-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Über 100&#8217;000 Medienbeiträge aus dem vergangenen Jahr analysierten Wissenschaftler:innen der <a href="https://www.foeg.uzh.ch/de/news/Frauen-in-Schweizer-Medien.html" rel="noopener" target="_blank">Universität Zürich</a>, um die Darstellung der Frau in Schweizer Print- und Onlinemedien zu untersuchen. Wie oft kommen Frauen zu Wort? In welchen Rollen treten sie auf? Die Studie analysiert die Berichterstattung aus den Jahren 2015 bis 2020. Die Resultate sprechen eine deutliche Sprache: Frauen bleiben in der hiesigen Berichterstattung weiterhin stark untervertreten.<br />
</p>
<p>Konnte im Frauenstreik-Jahr 2019 ein leichter Anstieg auf 25 Prozent Frauenanteil verzeichnet werden, so fällt der Wert in der diesjährigen Auswertung zurück auf 23 Prozent. Die Sichtbarkeit des weiblichen Geschlechts in den Schweizer Medien stagniert damit seit 2015, der zwischenzeitliche Aufschub durch eine verstärkte Gleichstellungs-Diskussion scheint bereits wieder verpufft.</p>
<p>Die 44 untersuchten Medientitel weisen Unterschiede auf, was die Sichtbarkeit von Frauen betrifft:</p>
<blockquote><p>Die «Wochenzeitung» WOZ verzeichnet mit 29 Prozent den höchsten Frauenanteil in der Berichterstattung.</p></blockquote>
<p>Auf den weiteren Plätzen folgen RTS (27 Prozent) und Blick.ch (26 Prozent). Das Schlusslicht bilden NZZ Online, «Watson» (beide 20 Prozent) und die gedruckte NZZ (19 Prozent). «Viele der untersuchten Medientitel liegen nahe beieinander. Bei über der Hälfte bewegt sich der Frauenanteil in der Berichterstattung zwischen 19 bis 23 Prozent», sagt Studienautorin Silke Fürst gegenüber der MEDIENWOCHE. Mit durchschnittlich 23 Prozent Präsenz fristen Frauen in der Schweizer Medienberichterstattung also ein marginales Dasein. </p>
<p>Wie reagieren die Schweizer Medienhäuser auf die Resultate der Studie? Werden sie Massnahmen ergreifen, um den Status Quo zu ändern? Die MEDIENWOCHE hat bei den grossen Verlagen CH Media, Tamedia, NZZ und Ringier nachgefragt – und sich bei der WOZ erkundigt, was sie besser macht als die Konkurrenz. </p>
<p>Bei der WOZ freut man sich zwar über den Spitzenplatz im Ranking der Frauen-Sichtbarkeit, betont aber, es gebe noch «Luft nach oben». «29 Prozent Frauenanteil in der Berichterstattung ist natürlich noch zu wenig», sagt Redaktionsleiterin Silvia Süess. «Wir sind uns der Problematik seit Jahrzehnten bewusst. Sichtbarkeit wird daher bei uns bewusst gefördert: Wir suchen aktiv nach Protagonistinnen für Geschichten – oder nach Geschichten mit Protagonistinnen.» Auch komme es vor, dass man einen Text um eine Woche verschiebe, weil man merke, dass die Ausgabe sonst zu männerlastig werden würde. Hilfreich seien die basisdemokratischen WOZ-Strukturen, in der jede Stimme gleich viel zähle: «Wir haben keine männlich geprägte Chefredaktion, der es oft an Sensibilität und Interesse für diese Fragen fehlt – wie das in der Schweizer Medienlandschaft leider noch immer üblich ist.»</p>

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<p>Den Rang mit dem tiefsten Frauenanteil in der Berichterstattung belegt die NZZ, welche die Studie als Förderpartnerin unterstützt hat. Dem Teil der Analyse, der allein die Anzahl vorkommender Frauen in der Berichterstattung aufzeigt, stehe man jedoch «mit einer gewissen Skepsis» gegenüber, sagt Kommunikationschefin Seta Thakur zur MEDIENWOCHE:</p>
<blockquote><p>«Da die NZZ einen hohen Anteil an Wirtschaftsberichterstattung hat, fallen die tiefen Frauenanteile im Themenbereich Wirtschaft besonders stark ins Gewicht.»</p></blockquote>
<p>Tatsächlich hat das Thema eines Beitrags einen beachtlichen Einfluss darauf, ob Frauen zu Wort kommen. Geht es um Politik, Wirtschaft oder Sport, sind Frauen besonders unterrepräsentiert. Etwas weniger gross ist der Gender Gap in Bereichen wie Kultur oder Human Interest. Die Studienergebnisse sind damit auch auf gesellschaftliche Strukturen zurückzuführen: Die Medien bilden eine männerdominierte Realität ab. Gleichzeitig betonen die Studienautor:innen, dass auch journalistische Routinen einen Einfluss hätten: Sprecherinnen und Expertinnen stünden oft zur Verfügung, würden aber nicht berücksichtigt.</p>
<blockquote><p>Als einen weiteren Haupttreiber für eine ungleiche Geschlechterberücksichtigung nennt die Studie fehlende redaktionelle Ressourcen.</p></blockquote>
<p>Wenn Medienschaffende – unabhängig ihres Geschlechts – mehr Zeit haben, sich einem Beitrag zu widmen, steigt auch die Chance, dass weibliche Akteure miteinbezogen werden. Berichte, die hingegen auf Agenturmeldungen beruhen, weisen einen nur halb so hohen Frauenanteil aus, wie selbst recherchierte Artikel. «Agenturmeldungen sind häufig vergleichsweise kurz, bieten dadurch eine geringere Vielfalt an Akteur:innen und fokussieren tagesaktuell häufig auf Akteure aus der hierzulande stark männerdominierten Wirtschafts-, Politik- und Sportelite», erklärt Studienautorin Silke Fürst. </p>
<p>Die journalistische Eigenleistung stärker als bisher fördern? Ringier, CH Media und NZZ winken ab – man investiere bereits viel in den Journalismus und werde das auch weiterhin tun, heisst es auf Anfrage. Auch Tamedia sieht keinen Grund, die Redaktionen zu vergrössern, um so den Gender Gap in der Berichterstattung zu verkleinern. «Was die Ressourcen betrifft, sehen wir die Lösungsansätze mehr in diverseren Redaktionsstrukturen», sagt Nicole Bänninger, Leiterin Kommunikation Tamedia. «Wir streben einen höheren Frauenanteil an, besonders auch auf Führungsebene.» Mit anderen Worten: Auch wenn die Studie zum Schluss kommt, dass «Gendergerechtigkeit auch von finanziellen und zeitlichen Ressourcen der Redaktionen abhängt» – ändern werden die meist unter Spardruck stehenden Verlage in dieser Hinsicht wohl nichts. </p>
<p>Doch ganz untätig bleiben sie nicht. Stefan Heini, Kommunikationsleiter von CH Media, sagt, man sensibilisiere die Redaktionen durchaus dafür, dass relevante weibliche Stimmen zu Wort kommen und gleichwertig positioniert werden. Die Titel von CH Media liegen punkto Frauenanteil im Mittelfeld der untersuchten Medien. So kommt beispielsweise die «Aargauer Zeitung» auf 25 Prozent, die «Schweiz am Wochenende» auf 23 Prozent. Der NZZ wiederum sei es generell ein Anliegen, in der Berichterstattung die Diversität der Gesellschaft «angemessen abzubilden», sagt Seta Thakur, Leiterin Unternehmenskommunikation. «Dabei geht es nicht nur um das Verhältnis von Mann/Frau, sondern generell um verschiedene Lebenswelten.» Man sei überzeugt, dass die Zusammensetzung der Redaktionen zu einer Veränderung beitrage und habe im letzten Jahr den Frauenanteil in der Chefredaktion auf 40 Prozent erhöhen können. </p>
<p>Ringier misst seit 2019 im Rahmen von EqualVoice die Frauenanteile in der Berichterstattung der eigenen Medien. Die «Handelszeitung» beispielsweise steigerte den Frauenanteil so innerhalb eines Jahres von 17 auf 24 Prozent, die «Bilanz» von 20 auf 26 Prozent. Weiter stellt Ringier den Redaktionen eine Expertinnenliste für die Recherche bereit und thematisiert in Workshops, wie Frauen in der Berichterstattung dargestellt werden – auch punkto Bildwahl. «Aber natürlich sind wir uns bewusst, dass das ein Marathon ist und kein Sprint», sagt Katia Murmann-Amirhosseini, Leiterin Digital der «Blick»-Gruppe und Initiantin von EqualVoice:</p>
<blockquote><p>«Es braucht die ständige, tägliche Auseinandersetzung mit dem Thema in den Redaktionen, um eine langfristige Veränderung zu schaffen.»</p></blockquote>
<p>Auch Tamedia analysiert seit Anfang 2020 die Sichtbarkeit der Geschlechter in Text und Bild. Kommunikationsleiterin Nicole Bänninger sagt: «In internen Kanalkritiken wird ein besonderes Augenmerk auf eine ausgeglichene Berichterstattung gelegt: Wann werden Frauen gezeigt, in welchem Zusammenhang, ohne Klischee?» so Bänninger – und spricht damit einen weiteren zentralen Untersuchungsgegenstand der Studie an. </p>
<p>Im zweiten Teil der Studie wird nämlich analysiert, in welchen Rollen die Geschlechter in den Medien dargestellt werden. Treten etwa einfache Bürger:innen auf, ist der Gender Gap mit einem Frauenanteil von 44 Prozent gering. Auch als Augenzeuginnen (42 Prozent) sind Frauen oft zu sehen – nicht aber als Expertinnen (23 Prozent) oder Repräsentantinnen und Sprecherinnen (21 Prozent). Im Vergleich zu Männern werden Frauen häufiger in einem privaten Kontext dargestellt. Bei weiblichen Hauptakteurinnen thematisieren sie zudem häufiger das Liebesleben (17 Prozent) als bei den männlichen Pendants (8 Prozent) – und auch auf Kinder wird bei Frauen öfter verwiesen als bei Männern (9 Prozent vs. 5 Prozent). WOZ-Redaktionsleiterin Silvia Süess findet das bedenklich. «Es geht eben nicht nur darum, einfach mehr über Frauen zu schreiben. Zentral ist auch, wie Medien über Frauen schreiben und in welchem Kontext sie repräsentiert werden.»</p>
<blockquote><p>Es scheint also, als bleibe noch viel zu tun für die Schweizer Medien, um das Problem der weiblichen Unterrepräsentation effektiv anzugehen.</p></blockquote>
<p>Auch wenn Wille, Ideen und Projekte vorhanden sind, fruchten die Bemühungen noch nicht. Während Ringier und Tamedia im Rahmen von grösseren Projekten die eigene Berichterstattung auf die Sichtbarkeit der Geschlechter hin analysieren und intern thematisieren, sind NZZ und CH Media weniger weit und konkret. Tamedia und NZZ sehen die Lösung auch in diverseren Redaktionen und vor allem in mehr weiblichen Führungskräften. </p>
<p>Silvia Süess sieht in der fehlenden redaktionellen Diversität denn auch die Hauptursache für das Problem fehlender Sichtbarkeit von Frauen in den Medien: «Die Schweizer Medienunternehmen sind leider noch immer männlich dominierte Unternehmen. Je höher die Hierarchie, umso höher der Männeranteil – das spiegelt sich auch in der Berichterstattung wieder.»</p>
<p>Die Frage, welchen Einfluss die Frauenanteile in den Redaktionen auf die Sichtbarkeit der Frauen in der Berichterstattung wirklich hat, wird von der Studie indes nicht beantwortet. «Es handelt sich hierbei aber um eine wichtige Frage, die noch zusätzliche Forschung verlangt», sagt Studienleiterin Lisa Schwaiger gegenüber der MEDIENWOCHE. «Ich kann mir vorstellen, dass ein höherer Frauenanteil in Chefetagen oder mehr Journalistinnen vor allem in den Bereichen Sport, Wirtschaft und Politik die Sensibilität für das Thema gleichberechtigte Geschlechterdarstellung in den Medien erhöhen könnte.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/09/es-geht-nicht-nur-darum-einfach-mehr-ueber-frauen-zu-schreiben/">«Es geht nicht nur darum, einfach mehr über Frauen zu schreiben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Acht Vorstösse für mehr Diversität an Hochschulen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/11/acht-vorstoesse-fuer-mehr-diversitaet-an-hochschulen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 05:20:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[beeinträchtigte Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Einbezug aller gesellschaftlichen Gruppen ist in der akademischen Welt zu einer Priorität geworden. Acht Beispiele zeigen ein Kaleidoskop möglicher Massnahmen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Einbezug aller gesellschaftlichen Gruppen ist in der akademischen Welt zu einer Priorität geworden. Acht Beispiele zeigen ein Kaleidoskop möglicher Massnahmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/11/acht-vorstoesse-fuer-mehr-diversitaet-an-hochschulen/">Acht Vorstösse für mehr Diversität an Hochschulen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Journalismus und das Geld: Historische und aktuelle Perspektiven auf eine schwierige Beziehung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/25/der-journalismus-und-das-geld-historische-und-aktuelle-perspektiven-auf-eine-schwierige-beziehung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2019 10:40:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Magazins Elfenbeintürmer (etü), der studentischen HistorikerInnen-Zeitung der Universität Zürich, diskutierten ein Medienjournalist, eine Historikerin und ein Historiker über die aktuelle Situation der Medien in Zeiten von Gratiskultur und Internetwerbung sowie eine epochenübergreifende Perspektive auf das Verhältnis von Medien und Geld.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/25/der-journalismus-und-das-geld-historische-und-aktuelle-perspektiven-auf-eine-schwierige-beziehung/">Der Journalismus und das Geld: Historische und aktuelle Perspektiven auf eine schwierige Beziehung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Magazins Elfenbeintürmer (etü), der studentischen HistorikerInnen-Zeitung der Universität Zürich, diskutierten ein Medienjournalist, eine Historikerin und ein Historiker über die aktuelle Situation der Medien in Zeiten von Gratiskultur und Internetwerbung sowie eine epochenübergreifende Perspektive auf das Verhältnis von Medien und Geld.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/25/der-journalismus-und-das-geld-historische-und-aktuelle-perspektiven-auf-eine-schwierige-beziehung/">Der Journalismus und das Geld: Historische und aktuelle Perspektiven auf eine schwierige Beziehung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Ritual verliert an Kraft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/11/10/ein-ritual-verliert-an-kraft/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/11/10/ein-ritual-verliert-an-kraft/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2015 13:16:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Eisenegger]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Imhof]]></category>
		<category><![CDATA[fög]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität der Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=26084</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zum sechsten Mal ist Ende Oktober das Jahrbuch «Qualität der Medien» erschienen. Die Branche nimmt die Befunde der Forscher – wenn überhaupt – nur noch nüchtern rapportierend zur Kenntnis. Das Aufregerpotenzial ist verpufft. Als Anknüpfungspunkt für eine Qualitätsdebatte hat das Jahrbuch an Kraft verloren. Der Verlust von Kurt Imhof ist spürbar. Am heftigsten jaulten jeweils <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/10/ein-ritual-verliert-an-kraft/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/10/ein-ritual-verliert-an-kraft/">Ein Ritual verliert an Kraft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum sechsten Mal ist Ende Oktober das Jahrbuch «Qualität der Medien» erschienen. Die Branche nimmt die Befunde der Forscher – wenn überhaupt – nur noch nüchtern rapportierend zur Kenntnis. Das Aufregerpotenzial ist verpufft. Als Anknüpfungspunkt für eine Qualitätsdebatte hat das Jahrbuch an Kraft verloren. Der Verlust von Kurt Imhof ist spürbar.<br />
<span id="more-26084"></span><br />
Am heftigsten jaulten jeweils jene auf, die sich besonders missverstanden fühlten. <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Wissenschaftlicher-Boulevard/story/12991470" target="_blank">Erfolgreiche Online-Strategen</a> und gestandene <a href="http://philippe-wampfler.com/2010/08/15/die-journalisten-schlagen-zuruck-imhof-und-die-qualitat-der-medien/" target="_blank">Boulevard-Profis</a> konterten mal wortreich analytisch, mal zugespitzt und im Frontalmodus die Befunde des Jahrbuchs «Qualität der Medien». Woraufhin die Forscher nicht <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002948.html" target="_blank">minder pointiert replizierten</a> und so eine Art Debatte entstehen konnte, wenn auch weniger über die Qualität im Journalismus an sich, als über die von den Praktikern angezweifelten Methoden und Messgrössen. Ein Forschungstransfer von der Uni in die Redaktion gelang so zumindest in Teilen.</p>
<p>Triebkraft für die Diskussionen war Kurt Imhof. Der Soziologe und Initiator des Jahrbuchs meldete sich zu Wort, wo immer sich Kritik und Zweifel an der Arbeit seines Forschungsinstituts erhob. Anfänglich bot er damit eine willkommen Zielscheibe für all jene, die im Jahrbuch eine praxisferne Veranstaltung mit untauglichem Instrumentarium sahen und sich grundsätzlich gegen wissenschaftliche Aussagen über ihr journalistisches Handeln sträubten. Mit seiner aktiven Medienpräsenz, sei es in Gastbeiträgen, unzähligen Radio- und Fernsehauftritten, aber auch <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002959.html#comment-5631" target="_blank">Blog-Kommentaren</a> sowie oft gewitzten <a href="https://twitter.com/kurtimhof/status/511579434923868160" target="_blank">Twitter-Wortwechseln</a>, gab Imhof dem Jahrbuch ein Gesicht. So wandelte er sich auch in der Wahrnehmung seiner Kritiker vom Punchingball zum Sparringpartner. Selbst eingefleischte Gegner einer wissenschaftlichen Messbarkeit der Medienqualität <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ein-grosser-Verlust-aller-Kritik-zum-Trotz/story/20804814" target="_blank">schätzten schliesslich seine Offenheit und Beharrlichkeit</a> in der Debatte.</p>
<p>Vor einem halben Jahr ist Kurt Imhof gestorben. Das Jahrbuch erscheint weiterhin. In diesem Jahr zum sechsten Mal. Und Imhof fehlt. Besonders jetzt, wo ein gewisser Gewöhnungseffekt an die stets gleich lautenden Qualitätsbefunde einsetzt. Wohl im Wissen darum haben die Forscher und Wissenschaftlerinnen den Fokus in diesem Jahr nicht auf das in früheren Jahren zentrale Qualitätsranking gelegt, sondern auf das Mediennutzungsverhalten junger Erwachsener. Darüber wurde denn auch brav berichtet. Eigenständige Ansätze, <a href="http://medienmonitor.ch/post-dossier/zielgruppe-jugend/" target="_blank">dieses topaktuelle Thema</a> zu vertiefen, suchte man allerdings vergeblich. Die Berichterstattung erfolgte «wie von den Forschern mit ihrer Pressemitteilung intendiert», beobachtete etwa Stephan Russ-Mohl, Medienwissenschaftler an der Uni Lugano.</p>
<p>Im Vergleich mit den Vorjahren gab es noch nie so wenige Reaktionen. In Deutschschweizer Publikumsmedien finden sich rund ein Dutzend Eigenleistungen zum Thema, in der Westschweiz gar nur ein einziger Artikel (gemäss Nennung in der Schweizer Mediendatenbank SMD). Dass der Forschungstransfer nur mehr schlecht gelingt, liegt nicht allein daran, dass Jahrbuch-«Botschafter» Kurt Imhof fehlt:</p>
<ul>
<li>In diesem Jahr fiel die Veröffentlichung in eine Zeit, wo gleich mehrere Redaktionen stark mit sich selbst beschäftigt waren. Das Leitungspersonal, das in den letzten Jahren immer wieder Zeit fand, gegen die Wissenschaftler anzuschreiben, musste sich diesmal mit neuen Führungsstrukturen und Sparmassnahmen herumschlagen. Dass sich der Tages-Anzeiger nicht mit einer Agenturmeldung begnügte, mag vermutlich der Tatsache geschuldet sein, dass dessen Inlandchef als geladener Diskutant an der Präsentation des Jahrbuchs teilnahm.</li>
<li>Die Herausgeberschaft vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft fög der Uni Zürich besteht aus den Medien weitgehend unbekannten Figuren. Einzig Mark Eisenegger, der Leiter des Projekts, konnte sich in den letzten Jahren mit regelmässigen Medienauftritten eine gewisse Bekanntheit erarbeiten, zählt aber nicht zum Kreis der Allerweltsexperten.</li>
<li>Von den prominenten Donatoren (u.a. Post, Credit Suisse, Allreal), welche die Herausgabe des Jahrbuchs mit stattlichen Summen erst ermöglichen, wäre kein Engagement bekannt, mit dem sie ihre Unterstützung für das Forschungsprojekt öffentlich begründen.</li>
</ul>
<p>Den Herausgebern ist das Defizit ihrer Transferleistung durchaus bewusst und das fög unternimmt auch einiges dagegen. So wurde an der Medienkonferenz zur Vorstellung das aktuellen Jahrbuchs die Präsentation der Ergebnisse bewusst knapp gehalten und die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion aufgelockert, wo Redaktoren, Forscher und professionelle Beobachter die Befindlichkeit der Branche im Spiegel der wissenschaftlichen Diagnose ausloteten. Ausserdem präsentierte Mark Eisenegger die Ergebnisse des Jahrbuchs <a href="https://jourtagblog.wordpress.com/2015/11/04/junge-menschen-sind-unterinformiert/" target="_blank">jüngst am Journalistentag</a> in Winterthur.</p>
<p>Natürlich setzen solche Bemühungen auch die Bereitschaft der Medienschaffenden voraus, sich auf eine Qualitätsdiskussion einzulassen. Aber die war noch nie besonders ausgeprägt. Schnell ist jeweils das Totschlagargument zur Hand: Ihr habt keine Ahnung, uns geht es ausgezeichnet und überhaupt waren die Medien noch nie so gut und vielfältig wie heute. Man solle doch nur einmal eine Zeitung von vor 20 Jahren in die Hand nehmen und mit dem heutigen Angebot vergleichen.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">&#8222;Wer an der Qualität der heutigen Zeitungen zweifelt, soll ins Archiv gehen und eine Ausgabe von vor 20 Jahren anschauen&#8220; <a href="https://twitter.com/Peter_Jost">@Peter_Jost</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/bmt15?src=hash">#bmt15</a></p>
<p>— Berner Medientag (@medientag_be) <a href="https://twitter.com/medientag_be/status/660454793694048256">October 31, 2015</a></p></blockquote>
<p>In diesem Zusammenhang wäre es höchst aufschlussreich, wenn das fög seine Qualitätsuntersuchung für einmal in die Vergangenheit verlegen und einen historischen Pressejahrgang unter die Lupe nehmen würde mit dem Ziel, einen aussagekräftigen Vergleich zwischen der Medienqualität von gestern und heute zu erhalten.</p>
<p>Doch auch für Gegenwart und nahe Zukunft fehlen teilweise verlässliche Daten. Insbesondere bei der Messung der Social-Media-Nutzung gibt es Defizite. So hat das fög für das aktuelle Jahrbuch via themenpuls.ch ermittelt, welche Inhalte über Facebook und andere Plattformen häufig geteilt werden und daraus auf das Mediennutzungsverhalten in Social Media insgesamt geschlossen – was denn auch prompt von Sachverständigen als unzulässiger (Kurz)schluss kritisiert wurde.</p>
<p>Wenn die Autor- und Herausgeberschaft des Jahrbuchs «Qualität der Medien» in Zukunft wieder die Debatte über Medienleistung und -qualität befeuern will, taugt ihr bisheriges Instrumentarium dazu nur noch beschränkt. Ein zweiter Kurt Imhof ist nicht in Sicht. Die Aussicht, irgendwann allein dazustehen und zu sagen, wir haben es schon immer gewusst, reicht nicht als Antrieb für Forschung mit einem hohen Transferanspruch.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/10/ein-ritual-verliert-an-kraft/">Ein Ritual verliert an Kraft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Neutrale Beobachter trotz Eigeninteressen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 May 2015 21:24:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[RTVG]]></category>
		<category><![CDATA[fög]]></category>
		<category><![CDATA[Abstimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von der SRG wird im Vorfeld der RTVG-Abstimmung Zurückhaltung erwartet. Es könne nicht sein, so die Mahnung, dass der grösste Nutzniesser der öffentlichen Gelder selbst Propaganda für da neue Gebührenregime betreibe. Eine sachliche Berichterstattung sollte aber auch für private Medien gelten. Auch sie sind in vielen Fällen Partei. Die Analyse der Abstimmungsberichterstattung zeigt aber, dass <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/30/neutrale-beobachter-trotz-eigeninteressen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/30/neutrale-beobachter-trotz-eigeninteressen/">Neutrale Beobachter trotz Eigeninteressen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von der SRG wird im Vorfeld der RTVG-Abstimmung Zurückhaltung erwartet. Es könne nicht sein, so die Mahnung, dass der grösste Nutzniesser der öffentlichen Gelder selbst Propaganda für da neue Gebührenregime betreibe. Eine sachliche Berichterstattung sollte aber auch für private Medien gelten. Auch sie sind in vielen Fällen Partei. Die Analyse der Abstimmungsberichterstattung zeigt aber, dass private Medien vor allem jene Aspekte der Vorlage betonen, die mit ihren eigenen wirtschaftlichen oder weltanschaulichen Interessen übereinstimmen. Eine Analyse von Mark Eisenegger, Linards Udris, Mario Schranz<br />
<span id="more-24687"></span><br />
Die anstehende Abstimmung über die Teilrevision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) ist eine Herausforderung und Gratwanderung für die Schweizer Medien, da sie selbst zum Objektbereich der Thematisierung werden und ihre Interessen durch diese Berichterstattung zentral tangiert sind. So steht die Pflicht zur objektiven und ausgewogenen Berichterstattung (durch Berufsnormen und Richtlinien vorgegeben) einer (eigen-)interessengeleiteten Berichterstattung gegenüber.</p>
<p>Medien sind gefährdet eine Berichterstattung zum eigenen Vorteil zu betreiben («Selbstbeobachtungsfalle»), wenn wichtige eigene Interessen des Verlags oder der Medienorganisation auf dem Spiel stehen. Zudem machen sie ihre eigene Interessengebundenheit kaum zum Thema. Das zeigen Erkenntnisse der Medienjournalismus-Forschung (u.a. Pointer 2010 Beuthner/Weichert 2005, Malik 2004, Trappel/Meier 2002) Diese These der Interessengebundenheit wird auch durch die Analyse der aktuellen Medienberichterstattung zur RTVG-Abstimmung bestätigt. Während die meisten privaten Medienorganisationen aus Eigeninteressen starke Kritik an der Vorlage und der SRG üben, sind es die Kanäle der SRG selber, die am ausgewogensten über die Vorlage berichten.</p>
<p>Bei der aktuellen RTVG-Abstimmung und der in diesem Zusammenhang entfachten Grundsatzdebatte über den audiovisuellen Service public sind nicht nur die Interessen der SRG, sondern auch jene der privaten Medienorganisationen aus zwei Gründen zentral betroffen. Die Privaten stehen erstens im Online-Bereich mit der SRG in direkter Konkurrenz und möchten deren Handlungsfeld hier eingeschränkt sehen. Darauf zielte die umfassende, grundlegende und landesweit gestreute <a href="http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/expansion-der-srg-einschraenken-1.18513602" target="_blank">Kritik an der SRG von Pietro Supino</a>, Verwaltungsratspräsident der Tamedia, zu Beginn des Abstimmungskampfes.</p>
<p>Zweitens beziehen einige private Medienorganisationen, die regionale Radio- und Fernsehprogramme betreiben, ebenfalls Gelder aus dem Gebührentopf. Eine Ablehnung der RTVG-Vorlage würde die gegenwärtigen medienpolitischen Spielregeln zwar nicht ändern. Die damit verbundene symbolische Schwächung der SRG würde angesichts der anstehenden Grundsatzdebatte über den Service public den privaten Medienorganisationen wie Tamedia, Ringier oder NZZ-Gruppe aber zweifellos in die Hände spielen.</p>
<p>Auf der anderen Seite würden einige Medienorganisationen direkt von einer Annahme der RTVG-Vorlage profitieren – nämlich dann, wenn sie selber Radio und Fernsehen betreiben, da deren Anteil am Gebührentopf steigen würde. Die zusätzlichen Gebühreneinnahmen sind insbesondere für die AZ Medien wichtig, die mit ihrem neuen, gleichsam überregionalen Sender TV24 Synergien zu den eigenen regionalen TV-Sendern TeleBärn, Tele M1 (beide gebührenunterstützt) und TeleZüri (ohne Gebühren) nutzen möchte. Auch für Somedia mit ihrer herausragenden Stellung in der Region Südostschweiz sind die eigenen Tele Südostschweiz und Radio Südostschweiz (beide gebührenunterstützt) von grosser Bedeutung.</p>
<p>Die NZZ-Gruppe schliesslich müsste aus rein strukturellen Gründen ambivalent bis kritisch gegenüber der Vorlage eingestellt sein: Denn sie erhält zwar Gebühren für die Regionalsender Tele 1 und Tele Ostschweiz, richtet sich aber strategisch nicht am Rundfunkgeschäft aus; hier ist die Konkurrenzsituation der NZZ-Gruppe zur SRG im Online-Bereich ein wahrscheinlich wichtigerer Faktor. Aus einer rein ökonomischen Perspektive betrachtet, liegt eine Zustimmung zur RTVG-Vorlage, wenn auch nicht unbedingt eine gestärkte SRG generell, also nur im Interesse der AZ Medien und der Somedia.</p>
<p>Ob die verschiedenen Medien bei der aktuellen RTVG-Revision in diesem Sinne eine «faire» Berichterstattung unabhängig von den eigenen Interessen betreiben, wird im Folgenden auf der Grundlage eines aktuellen Forschungsprojekts nachgegangen. Seit 2013 analysieren wir in regelmässigen Abständen die Berichterstattung zu den eidgenössischen Abstimmungsvorlagen in den Leitmedien der Schweiz («Abstimmungsmonitor»), so auch zur aktuellen RTVG-Revision. In diesem Beitrag können wir erste Zwischenfunde des Abstimmungsmonitors präsentieren.</p>
<p><strong>1. Starke Resonanz für Vorlage und SRG</strong><br />
Die untersuchten Deutschschweizer Medien schenken der RTVG-Vorlage und der SRG generell sehr grosse Beachtung. Erste Auswertungen zur aktuellen, medialen Abstimmungsdebatte (Zeitperiode: 1.3.2015-19.5.2015) zeigen, dass von allen vier Vorlagen, über die am 14. Juni abgestimmt wird, die RTVG-Abstimmung mit Abstand am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht, fast doppelt so viel wie die Erbschaftssteuer-Initiative, vier Mal mehr als die Vorlage zur Präimplantationsdiagnostik und sieben Mal mehr als die Stipendieninitiative. Eine starke Resonanz für eine «Behördenvorlage», wie sie die RTVG-Vorlage ist, kommt regelhaft den Gegnern einer solchen Vorlage zugute – dies zeigt unter anderem das Beispiel der Vorlage über die Autobahnvignette vom November 2013.</p>
<p>Die Tonalität gegenüber der Revision ist in den Medien überwiegend negativ (vgl. Abb. 1). Das heisst, dass der Anteil an RTVG- und SRG-kritischen Beiträgen den Anteil an zustimmenden Beiträgen übersteigt, auch wenn man kontroverse und «kontradiktorische» Beiträge mitberücksichtigt. Contra-Argumente und Contra-Positionen dominieren den öffentlichen Diskurs also deutlich. Wir vermuten, dass die grundlegende Tonalität gegenüber der Vorlage in den einzelnen Medientiteln und Verlagen von einer interessengeprägten Berichterstattung der Medienorganisationen zeugt. Denn während die Medientitel von Tamedia, Ringier und NZZ deutlich die RTVG- und SRG-kritischen Argumente und Positionen herausstreichen, sind die Medien der AZ-Gruppe und des Somedia-Verlags, die von einer Annahme profitieren würden, in ihrer Berichterstattung deutlich ausgewogener bis sogar positiv. Dem generellen Muster entsprechen auch die Weltwoche und die Basler Zeitung. Dass dort die weitaus kritischste Berichterstattung vorherrscht, verweist darauf, dass beide Titel mit ihrer staatskritischen Haltung und einer grundlegenden Problematisierung (bis Skandalisierung) der SRG die RTVG-Abstimmung aus politisch-weltanschaulichen Gründen für einen grundlegenden Abbau des Service public zu nutzen versuchen. In den Informationssendungen der SRG wird deutliche Zurückhaltung geübt. Bei den SRG-Sendungen kann man empirisch tatsächlich eine selbstauferlegte Zurückhaltung im Vorfeld der RTVG-Abstimmung feststellen.</p>
<p>Die Befunde im Vergleich der Medienorganisationen geben also Anlass zur Vermutung, dass sich Interessen der Medienorganisationen in der Berichterstattung niederschlagen. Gleichwohl gibt es weitere intervenierende Faktoren, welche die aktuelle Berichterstattung erklären können. Dies zeigt sich auch daran, dass es innerhalb der jeweiligen Medienorganisationen Unterschiede zwischen den zugehörigen Medientiteln gibt. So fällt auf, dass die tagesaktuellen Flaggschiffe der Medienorganisationen (u.a. NZZ oder Tages-Anzeiger) über die RTVG-Vorlage und die SRG weniger kritisch berichten, als die anderen Titel einer Medienorganisation, vor allem die Sonntagszeitungen.</p>
<p>Im Einzelnen zeigt sich bei den Medien folgendes Bild:</p>
<ul>
<li>Die <strong>Ringier</strong>-Titel berichten am kritischsten über die Vorlage und die SRG, wenn auch bei relativ bescheidener Resonanz. Im Blick (-43), Blick am Abend und im Sonntagsblick (beide -33) sind die RTVG-kritischen Positionen deutlich im Vordergrund (zur Erklärung der Kennwerte vgl. den Abbildungstext).</li>
<li>Bei <strong>Tamedia</strong> erhält die Vorlage durchschnittliche Beachtung; vor allem in der SonntagsZeitung (-45), der Berner Zeitung (-37) und auch bei 20 Minuten (-25) herrscht eine sehr kritische Betrachtung vor, während die Berichterstattung beim Flaggschiff Tages-Anzeiger moderater ausfällt und kritisch bis ausgewogen ist (-21). Beim Tages-Anzeiger hat sich Chefredaktor Res Strehle auch aktiv für die Vorlage ausgesprochen und die grundlegende Bedeutung der SRG für die demokratische Debatte betont.</li>
<li>In den Titeln der<strong> NZZ Mediengruppe</strong> wird die Vorlage stark thematisiert; sie wird vor allem in der NZZ am Sonntag (-31), aber auch in der Neuen Luzerner Zeitung (-30) tendenziell sehr kritisch betrachtet, während die Berichterstattung in der Neuen Zürcher Zeitung (-7) ausgewogener ausfällt. Zwar beziehen NZZ-Redakteure in Kommentaren kritisch Stellung zur Stellung. Die NZZ lässt aber auch Raum für Gastautoren, die sich für die Vorlage oder den audiovisuellen Service public aussprechen. Dass die oben beschriebenen Eigeninteressen bei der NZZ-Gruppe divergieren und die Positionierung ambivalent ist, lässt insofern kein eindeutiges Bild erwarten.</li>
<li>Eine positivere Darstellung erhält die RTVG-Vorlage, wie vor dem Hintergrund der Interessenlage erwartet, nur in den Titeln von <strong>AZ-Medien </strong>und<strong> Somedia</strong>, die beide über ihre privaten Rundfunkunternehmen vom neuen RTVG profitieren würden. Dennoch fällt bei den AZ Medien eine merkwürdige, ambivalente Positionierung auf. Bereits in einer frühen Phase des Abstimmungskampfes stilisiert die AZ in einer eigenen Serie zum «Mediengiganten SRG» die SRG zum Problem und sorgt mit der intensiven Thematisierung dafür, dass vor allem die Argumente der Gegner Resonanz erhalten und der Abstimmungskampf Fahrt aufnimmt. Erst in einer späteren Phase, als die Gegenkampagne lanciert ist und die Deutungshoheit in den Medien errungen hat, erhalten in Reaktion darauf in der Aargauer Zeitung und teilweise auch beim verlagseigenen Onlinemedium Watson.ch vor allem die Befürworter Resonanz, so dass in der Summe die Vorlage bei AZ Medien im Untersuchungszeitraum leicht positiv bewertet wird (+9) respektive bei Watson.ch (nur) knapp negativ ausfällt (-7). Negativ ist die Berichterstattung hingegen in der Schweiz am Sonntag (-29).</li>
<li>Die Berichterstattung der <strong>SRG</strong> ist im selben Untersuchungszeitraum ausgeglichen bis leicht positiv, wenn man die reichweitenstärksten Informationsprogramme Tagesschau, 10vor10 und Schawinski berücksichtigt. Die acht ausgestrahlten Beiträge (Tagesschau, 10vor10) resp. Sendungen (Schawinski) verteilen sich auf drei positive, zwei negative und drei kontroverse Fälle. Am 16.3.2015 beispielsweise, als die Tagesschau den Argumenten des Bundesrates viel Platz einräumt, kann auch Hans-Ulrich Bigler vom Gewerbeverband in der Sendung Schawinski seine Argumente gegen die Vorlage ausführlich darlegen. Zumindest auf der Ebene der Berichterstattung lassen sich demnach keine Indizien festmachen, wonach die SRG-Sendungen zu Gunsten der SRG und zu Gunsten der Vorlage einseitig berichten würden.</li>
</ul>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/05/abbildung_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-24696" alt="Abbildung_1" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/05/abbildung_1-Kopie.jpg" width="460" height="277" /></a><br />
<em><strong>Abbildung 1</strong>: (zum Vergrössern Bild anklicken) Die Grafik zeigt pro Medienorganisation in dunkelblauen Balken die Resonanz für die RTVG-Abstimmung und in orangen Balken die Tonalität (Spektrum von +100, ausschließlich positiv, bis -100 ausschließlich negativ), d.h. die Positionierung gegenüber der Vorlage und/oder der SRG, die mit der Vorlage in Verbindung gebracht wird (n = 283 Beiträge resp. Sendungen).</em></p>
<p>Diese ersten Befunde legen nahe, dass gerade bei privaten Medien ein Journalismus betrieben wird, der den eigenen Interessen entspricht. Neben allen anderen Faktoren, die immer auch die Berichterstattung mitbestimmen – u.a. die Ereignislage oder unterschiedliche Medienlogiken – scheinen sich also die Interessen der Medienorganisationen in der Berichterstattung niederzuschlagen. Dabei denken wir gar nicht so sehr an Interventionen in die Redaktionsarbeit oder gar direkte Druckversuche von oben, – von den vereinzelten publizistischen Inputs einiger Verlagsoberen einmal abgesehen.</p>
<p>Es sind wohl subtilere Prozesse die hier wirken, nämlich Selbstzensur oder ein Anti-Staats-Reflex vieler Journalistinnen und Journalisten in Fragen der Medienpolitik. In der SonntagsZeitung, dem Sonntagsblick, der Schweiz am Sonntag und der NZZ am Sonntag besteht ein klarer RTVG-Nein-Überhang, dies im Gegensatz zu einigen tagesaktuellen Medientiteln, die deutlich ausgewogener berichten (z.B. NZZ, AZ oder Tages-Anzeiger). Zu vermuten ist hier ein Muster, das sich auch generell bei Sonntagszeitungen zeigt und durch unsere Daten in den Jahrbüchern «Qualität der Medien» belegt ist: Sonntagszeitungen spitzen stärker als Tageszeitungen im Kampf um Aufmerksamkeit Konflikte zu und bewirtschaften eher moralisch-emotionale Themen und Argumente. Davon scheinen nun in diesem Fall die Gegner der Vorlage und der SRG zu profitieren.</p>
<p><strong>2. Akteure und Argumente</strong><br />
Die oben gezeigte ablehnende Haltung transportieren die Medien insbesondere durch den Gewerbeverband, der das Referendum gegen das revidierte RTVG lanciert hatte. Hans-Ulrich Bigler erhält in seiner Funktion als Gewerbeverbandsdirektor in der Medienarena sehr viel Raum, um die ablehnende Haltung darzustellen. Nur die NZZ übt Zurückhaltung und gibt weder Bigler noch der jüngst erfolgten Gegen-Skandalisierung breiten Raum. Vertreter der SRG und hier insbesondere der Generaldirektor Roger de Weck selbst erhalten bei mehreren Medien ähnlich viel Raum wie Bigler, um für die Vorlage einzutreten oder um sich in der Service public-Debatte zu äussern. Allerdings fällt die Resonanz der SRG gegenüber dem Gewerbeverband in den Titeln von Tamedia und Ringier schwächer aus.</p>
<p>Die ablehnende Haltung der privaten Medienorganisationen wird auch durch die Thematisierung innerparteilicher Konflikte akzentuiert. Abweichende Positionen, die Kritik am RTVG und/oder der SRG beinhalten, werden vor allem bei der SP (in der Person von Ständerätin Anita Fetz) und der CVP (in der Person von Nationalrat Gerhard Pfister) herausgestrichen. Abweichende Positionen der SVP (Bsp. Regierungsrat Jakob Stark aus dem Kanton Thurgau) aber, mit denen die Vorlage und/oder die SRG unterstützt werden, finden dagegen praktisch kaum Beachtung.</p>
<p>Dies trifft auch auf BDP und FDP zu und erstaunt, da dem Pro-Komitee prominente BDP-Vertreter (u.a. Martin Landolt) angehören und die Partei offiziell die Ja-Parole ausgegeben hat und bei der FDP die Vorlage an der Delegiertenversammlung mit 136:78-Ja-Stimmen relativ umstritten war. Stattdessen vermag beispielsweise FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen mit seinem «Fünf-Punkte-Plan» zur Reduktion der SRG ab Anfang Mai ausserordentlich viel Resonanz zu erzielen, obwohl der Plan selbst seit März öffentlich einsehbar war und bereits vor der Eidgenössischen Medienkommission präsentiert wurde und damals nur am Rande Aufmerksamkeit erhielt.</p>
<p><strong>Debatte über Service public statt über Gebührenmodell</strong><br />
Was die Resonanz der eingebrachten Argumente betrifft, zeigt die Analyse eine Dominanz an Aspekten, die sich primär gegen die SRG als Ganzes und nicht gegen die Vorlage im Konkreten richten. Die Revision wird unter anderem mit den Positionen zur Ablehnung empfohlen, dass zuerst eine Diskussion über den medialen Service public in der Schweiz nötig sei. Viele Voten monieren zudem angeblich steigende Gebühreneinnahmen sowie die Expansion der SRG. Dabei kommt zumeist eine allgemein ablehnende Haltung gegenüber dem öffentlichen Sender zum Ausdruck (zu grosser und zu mächtiger «Staatssender»).</p>
<p>Es handelt sich hier allesamt um Argumente, die mit der Gesetzesrevision im Kern nichts zu tun haben und sich stattdessen gegen die SRG als Ganzes richten. Dazu gehört auch die Problematisierung und teilweise Diskreditierung der Kampagnenführung des Pro-Lagers u.a. in Basler Zeitung und Weltwoche, aber auch in Tamedia-Titeln wie 20 Minuten und der SonntagsZeitung. Direkte Argumente gegen die neue Haushaltabgabe erhalten im Vergleich dazu nur wenig Beachtung. Das heisst: Der grundsätzlichen Diskreditierung des Pro-Lagers wird mehr Raum gegeben, als dem Versuch, die Argumente des Pro-Lagers auf der Basis sachlicher Argumente zu entkräften.</p>
<p><strong>Kaum Reflexion von Eigeninteressen</strong><br />
Dass und welche Eigeninteressen die privaten Medienorganisationen verfolgen, wird praktisch nicht zum Thema gemacht. Auf den ersten Blick lässt sich zwar festhalten, dass die Medien vor allem jüngst auch die Kampagne der RTVG-Gegner kritischer beobachten. Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass diese Kritik nur bedingt dazu dient, Eigeninteressen von Akteuren sachlich und substanziell zu thematisieren. Denn sie erfolgt zumeist personalisiert gegen Gewerverbands-Direktor Bigler gerichtet und beschränkt sich neben dem Argument, dass Bigler als FDP-Nationalratskandidat Wahlkampf betreibe, vor allem auf Stilfragen der Kampagnenführung des Gewerbeverbandes. Die strukturelle Interessengebundenheit der privaten Medienorganisationen hingegen wird kaum thematisiert.</p>
<p>Wenn überhaupt, wird die Rolle privater Medien so zum Thema gemacht, dass einzelnen Medienunternehmen vorgeworfen wird, sie hätten sich «kaufen» lassen und würden sich wegen der versprochenen Zusatzeinnahmen für das RTVG aussprechen. Dass es auch umgekehrt sein könnte und private Medien – zum Teil im Zusammenspiel mit politischen Akteuren, die ihnen nahe stehen – Interesse an einer geschwächten SRG haben könnten, wird kaum thematisiert. Von den mehr als 1200 erfassten Aussagen weisen ganze fünfzehn (!) darauf hin, dass die Medienberichterstattung zulasten der SRG ausfalle und dass private Medien mit einer SRG- und RTVG-kritischen Berichterstattung durchaus Interessen verfolgen könnten.</p>
<p>Dass beispielsweise SVP-Politikerin Natalie Rickli, die sich mit viel Medienresonanz gegen die Vorlage ausspricht, gleichzeitig bei Goldbach Media arbeitet, die u.a. die Werbefenster privater Medien vermarktet und in direkter Konkurrenz zur SRG steht, wird in der untersuchten Medienberichterstattung nur gerade zwei Mal (sic!) in einem jeweils kurzen Abschnitt thematisiert. Es zeigt sich also, dass mediale Selbstreflexion ein äusserst steiniges Terrain darstellt.</p>
<p><strong>3. Muster der Berichterstattung</strong></p>
<ul>
<li><strong>Tamedia</strong>: Die Berichterstattung der Tamedia-Titel schenkt wie in den meisten anderen Medien auch dem Gewerbeverband die grösste Aufmerksamkeit, gibt aber (mit Ausnahme vom Tages-Anzeiger) SVP-Vertretern stärkere Resonanz als die anderen Medien und ist vor allem dadurch charakterisiert, dass Vertreter von privaten Medienorganisationen praktisch abwesend sind (vgl. Abb. 2). Dies bedeutet, dass gerade bei der grössten privaten Medienorganisation der Schweiz die Stellungnahmen von Privatmedien-Vertretern, die sich wiederum sehr unterschiedlich gegenüber der Vorlage positionieren und auf Konflikte innerhalb dieser Branche hinweisen, in der Berichterstattung nicht weiter verbreitet werden. Diesem Muster entsprechend, dominieren bei den Tamedia-Titeln diejenigen Argumente, bei denen auf die Notwendigkeit einer Service public-Debatte hingewiesen wird (v.a. Berner Zeitung), die finanzielle Belastung durch die neue Haushaltabgabe für den öffentlichen Rundfunk hervorgehoben wird (z.B. für die Wirtschaft) und die RTVG-Befürworter problematisiert werden. Die Resonanz primär von SRG-Vertretern, die auf die Vorteile des Gebührenmodells fokussieren, fällt im Vergleich dazu schwächer aus. Dieses Muster zeigt sich vor allem bei der SonntagsZeitung, der «Berner Zeitung» und 20 Minuten, während das Flaggschiff von Tamedia, der Tages-Anzeiger, sich aus der Service public-Debatte tendenziell zurückhält und sowohl Kritik an den Befürwortern als auch Gegnern der RTVG-Vorlage zulässt.</li>
<li><strong>Ringier</strong>: Auffallend ist, dass in der Berichterstattung der Ringier-Medien, dem zweitgrössten privaten Medienunternehmen der Schweiz, Vertreter von Privatmedien die grossen Abwesenden sind. Generell finden auch in den Ringier-Titeln Argumente, die auf die SRG selbst (wachsende Einnahmen) und deren Service public-Leistungen fokussieren, die grösste Resonanz. Jüngst allerdings findet die Kritik an der Kampagne des Gewerbeverbandes breitere Beachtung. Aussagen zur Interessengebundenheit privater Medienorganisation finden sich nur vier, dafür aber auch jüngst in einem Kommentar eines hochrangigen Ringier-Vertreters (<a href="http://www.blick.ch/news/politik/fam/frank-a-meyer-ueber-die-srg-das-glashaus-id3765624.html" target="_blank">Frank A. Meyer</a>).</li>
<li><strong>NZZ Mediengruppe</strong>: Die NZZ-Titel verteilen ihre Aufmerksamkeit generell gleichmässiger auf die verschiedenen Akteure; damit erhält der Gewerbeverband hier nicht dieselbe Bühne wie in anderen Medien. Vertreter von Privatmedien erhalten im Vergleich zu anderen Medientiteln in den NZZ-Titeln etwas mehr Aufmerksamkeit, u.a. Tamedia-Präsident Pietro Supino mit einem langen, SRG-kritischen Gastbeitrag. Doch auch bei den NZZ-Titeln finden Aussagen über die Interessengebundenheit der privaten Medien mit drei Fällen praktisch keine Resonanz (nur jüngst in einem Kommentar von Rainer Stadler). Auch bei den NZZ-Titeln überwiegen die Service public-Debatte und die Problematisierung der SRG (wachsende Einnahmen) sowie die Diskussion um die SRG als Konkurrentin von privaten Medien gegenüber einer Diskussion um die neue Haushaltabgabe. Allerdings erhalten hier auch Beiträge von Medienwissenschaftlern Resonanz, die sich für die SRG bzw. den audiovisuellen Rundfunk aussprechen.</li>
<li><strong>AZ Medien</strong>: Die Titel der AZ Medien verteilen ihre Resonanz neben dem Gewerbeverband etwas stärker auch auf die SRG und die CVP, aber fokussieren ebenso auf abweichende Positionen innerhalb der SP (Anita Fetz). Gleichzeitig erweisen sich die AZ-Medien als diejenigen Medien, bei denen noch am ehesten private Medien zu Wort kommen, und zwar in gleichem Umfang mit Kritik an der SRG (z.B. Hinweis auf die SRG als Konkurrentin privater Medien im Internet) sowie mit Pro-Stimmen zum neuen Inkassosystem, wie es durch die RTVG-Vorlage vorgeschlagen wird. Es fällt auf, dass von allen Medienorganisationen die AZ-Medientitel am stärksten diejenigen Argumente in den Vordergrund rücken, bei denen für die neue Haushaltabgabe geworben wird. Ebenfalls werden hier am ehesten noch die (positiven) Leistungen der SRG für den Service public betont und die Kampagne der RTVG-Gegner am stärksten skandalisiert. Dieses Gesamtbild weist auf die sehr ambivalente Position von AZ Medien hin, die sich einerseits als Herausgeberin von (Online-)Zeitungen in Konkurrenz zur SRG sieht, gleichzeitig aber vom neuen RTVG finanziell profitieren würde. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die jüngste Berichterstattung ein Stück weit die starke SRG-Problematisierung der ersten Phase zu korrigieren versucht. Auch für die AZ Medien gilt aber, dass in der Berichterstattung selbst die Interessenlage privater Medienorganisationen zumindest im Untersuchungszeitraum kaum ein Thema ist (fünf Fälle). Eine Ausnahme in dieser Hinsicht bildet das Schalten von zwei widerstreitenden Leitartikeln in der Aargauer Zeitung (23.5.), als Verleger Peter Wanner in seinem Pro-Beitrag explizit auf die ökonomischen Interessen der AZ Medien an der Vorlage hinweist.</li>
<li><strong>Somedia</strong>: Die Südostschweiz, die einen wesentlichen Teil der Inlandberichterstattung mit der Aargauer Zeitung (AZ Medien) teilt, betreibt nicht überraschend in mehreren Aspekten eine ähnliche Berichterstattung wie die Aargauer Zeitung. Es fällt aber auf, dass im Somedia-Titel die Resonanz deutlich verhaltener ausfällt, weil sich die Südostschweiz an der Problematisierung der SRG in der ersten Phase des Abstimmungskampfes nur bedingt beteiligt. Insgesamt stehen Argumente, die auf die Vorteile der Haushaltabgabe selbst hinweisen, bei der Südostschweiz im Vordergrund. Dies ist kompatibel mit der Erwartung, wonach die Somedia als Betreiberin privater Rundfunkmedien von der Vorlage finanziell profitieren würde. Dass Somedia selbst Akteur in der Auseinandersetzung ist, wird erst in einer sehr späten Phase des Abstimmungskampfes angesprochen, und zwar in einem Kommentar von Chefredaktor David Sieber am 23. Mai.</li>
<li><strong>Weltwoche/BaZ</strong>: Die Basler Zeitung und die Weltwoche schliesslich fokussieren in ihrer Berichterstattung primär auf die Kampagnenakteure Gewerbeverband, SRG und Bundesrat und blenden die Stellungnahmen politischer Parteien aus. Beiden Zeitungen ist gemeinsam, dass Journalisten öfter als in anderen Medien ihre eigenen Bewertungen in die Berichterstattung einfliessen lassen. Diese Bewertungen wiederum schlagen sich in einer starken Resonanz von Argumenten nieder, mit denen die angeblich zu grosse und zu einflussreiche SRG als «Staatssender» grundsätzlich infrage gestellt wird oder mit denen das Pro-Lager als unglaubwürdig skandalisiert wird. Auch finden sich in diesen beiden Medien von allen untersuchten Medien die meisten aus einer Qualitätsperspektive besonders problematischen ad-hominem-Aussagen, mit denen SRG-Generaldirektor Roger de Weck direkt angegriffen und als Person diskreditiert wird (u.a. Vorwurf der Überheblichkeit). Im Kontrast dazu ist die Interessengebundenheit privater Medien kein Thema, von einem Gastbeitrag des früheren SP-Präsidenten Helmut Hubacher einmal abgesehen.</li>
</ul>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/05/abbildung_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-24704" alt="abbildung_2 Kopie" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/05/abbildung_2-Kopie.jpg" width="460" height="291" /></a><br />
<em><b>Abbildung 2</b> (zum Vergrössern Bild anklicken) Die Grafik zeigt für jede Medienorganisation die vier resonanzstärksten Argumente-Gruppen. Für jeden der (maximal) drei Akteure, die in einem Beitrag erfasst wurden, wurden alle geäusserten Argumente gesammelt und in Argumente-Gruppen zusammengefasst (n = 1222 Aussagen). Pro Medienorganisation werden die jeweils vier resonanzstärksten Argumente-Gruppen abgebildet; die übrigen Argumente-Gruppen werden hier also weggelassen. Dargestellt sind in Grün die resonanzstärksten Argumente, die tendenziell die RTVG-Revision und/oder die SRG stützen, und in Rot die resonanzstärksten Argumente, mit denen Stellung gegenüber der RTVG-Vorlage und/oder der SRG bezogen wird. Wegen der generell sehr schwachen Resonanz werden in dieser Darstellung die SRG-Medien nicht berücksichtigt.</em></p>
<p><b>Fazit</b><br />
Die aktuelle Berichterstattung über die RTVG-Abstimmung kommt bislang nicht nur den gegnerischen Kampagnenakteuren zugute, sondern auch den meisten involvierten privaten Medienorganisationen. Die Analyse zeigt im Rahmen der Abstimmung über die RTVG-Reform eine deutlich negative Tonalität gegenüber der SRG in der öffentlichen Diskussion. In der aktuellen Berichterstattung über die RTVG-Revision werden relativ rasch die Fragen nach der neuen Haushaltabgabe mit den Fragen nach den Service public-Leistungen des öffentlichen Rundfunks vermischt und von ihnen überlagert.</p>
<p>Pro-Stimmen erhalten generell weniger Gehör als die Contra-Positionen. Dies zeigt sich besonders neben der Weltwoche und Basler Zeitung bei den Titeln von Tamedia (den Tages-Anzeiger teilweise ausgenommen), von Ringier und von der NZZ-Gruppe (die NZZ teilweise ausgenommen) – allesamt Medienorganisationen, die sich in starker Konkurrenz zur SRG sehen, sei es aus wirtschaftlichen, sei es aus weltanschaulichen Gründen. Nur bei denjenigen Medienorganisationen, die selber Rundfunkmedien betreiben und von der RTVG-Revision direkt finanziell profitieren (AZ Medien und Somedia, teilweise auch die NZZ-Gruppe), finden sich auch Argumente für die RTVG-Vorlage und kritische Äusserungen über die Kampagne des Gewerbeverbandes. Aber auch hier lässt sich eine starke Problematisierung der SRG beobachten.</p>
<p>Gesamthaft ist die aktuelle RTVG-Medienberichterstattung durch eine Einseitigkeit zuungunsten der Vorlage charakterisiert, wobei vor allem die Interessen der SRG oder jene des Gewerbeverbandes zum Thema werden, jedoch kaum jene der privaten Medienorganisationen, die durch die RTVG-Vorlage ebenfalls direkt oder indirekt selbst betroffen sind.</p>
<p><em>Die Autoren sind Mitarbeiter des fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/30/neutrale-beobachter-trotz-eigeninteressen/">Neutrale Beobachter trotz Eigeninteressen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Studie über Social Business Solutions: Social Media ja &#8211; aber wie?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/19/studie-ueber-social-business-solutions-social-media-ja-aber-wie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2014 12:53:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Social-Media-Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Uni Zürich hat eine Studie über Social Media in Unternehmen veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen auf Social Media setzen möchten, aber nicht wissen, wie.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/19/studie-ueber-social-business-solutions-social-media-ja-aber-wie/">Studie über Social Business Solutions: Social Media ja – aber wie?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Apple-style-span" style="color: #464646;">Die Uni Zürich hat eine Studie über Social Media in Unternehmen veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen auf Social Media setzen möchten, aber nicht wissen, wie.</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/19/studie-ueber-social-business-solutions-social-media-ja-aber-wie/">Studie über Social Business Solutions: Social Media ja – aber wie?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Unsere Arbeit muss nicht gefallen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner A. Meier &#124; Manuel Puppis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 10:06:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Verband Schweizer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[IPMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Publizistikwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Thierry Meyer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut Verlegern und Medienmanagern haben nicht die Medien ein Strukturproblem, sondern die Publizistik- und Medienwissenschaft. Eine Antwort auf den aktuellen Liebesentzug von Werner A. Meier und Manuel Puppis. Die beiden Medienwissenschaftler der Universität Zürich eröffnen mit diesem Beitrag die neue Rubrik «Perspektiven». Hier bieten wir Fachleuten – Theoretikern und Praktikern – eine Plattform für ihre <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/perspektiven_logo.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Laut Verlegern und Medienmanagern haben nicht die Medien ein Strukturproblem, sondern die Publizistik- und Medienwissenschaft. Eine Antwort auf den aktuellen Liebesentzug von Werner A. Meier und Manuel Puppis. Die beiden Medienwissenschaftler der Universität Zürich eröffnen mit diesem Beitrag die neue Rubrik «Perspektiven». Hier bieten wir Fachleuten – Theoretikern und Praktikern – eine Plattform für ihre Sicht auf den Medienbetrieb; für Analysen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen und Ereignissen.<br />
<span id="more-28907"></span><br />
Im Editorial des Magazins des Verbandes Schweizer Medien vom August 2011 beschäftigt sich  Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument mit den <a href="http://issuu.com/schweizermedien/docs/flashextra_2011/4" target="_blank">Fehlleistungen der Publizistikwissenschaft</a>. Er schreibt von «fragwürdiger Forschung» und unverständlichen Ergebnissen. Sein harsches Urteil: In der Medienkrise hat die drittklassige Publizistikwissenschaft zur Qualitätsdebatte nichts Brauchbares zustande gebracht.</p>
<p>Mit dieser Beurteilung steht  Lebrument nicht alleine da. Andrea Masüger (Südostschweiz Medien) fühlt sich von Experten umzingelt und <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002837.html" target="_blank">beklagt «weltfremde» Systemkritik</a> und <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002762.html" target="_blank">«hanebüchene Erkenntnisse»</a>. Norbert Neininger (Schaffhauser Nachrichten) kritisiert <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/man_koennte_es_klarer_sagen_1.10064379.html" target="_blank">die verwendete Sprache</a> der Wissenschaft. Und auch Thierry Meyer (24heures) attestiert der Forschung <a href="http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/115/wie-die-wissenschaft-die-medien-schlecht-macht/?lang=de" target="_blank">«Selbstgefälligkeit», «nicht überprüfbare Thesen und methodologische Lücken»</a>. Kurz, die Wissenschaft macht lediglich die Presse schlecht. Offenbar haben also nicht die Medien ein Problem, sondern die Publizistikwissenschaft. Grund genug, uns einige Gedanken zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Medienpraxis zu machen.</p>
<p>Wissenschaft darf keine Akzeptanzforschung im Interesse von Regierung, Verwaltung, Parteien oder Medienunternehmen betreiben, sich Fragen, Vorgehensweisen und Interpretationen nicht diktieren lassen. Denn: Eine Wissenschaft, die sich von Partikularinteressen leiten lässt, ist für die Gesellschaft wertlos. Nur wenn die Publizistikwissenschaft sich an akzeptierten wissenschaftlichen Kriterien orientiert, kann sie der Gesellschaft eine eigenständige Sichtweise auf die Medienentwicklung bieten, die Grundlage für politische Entscheide verbessern sowie neue und unbequeme Fragen aufwerfen.</p>
<p>Wir müssen unsere Forschung gemäss den Regeln und Gepflogenheiten wissenschaftlichen Arbeitens durchführen. Dabei versteht sich von selbst, dass auch wir uns – genauso wie die Medien – den internen und externen Qualitätsdebatten und der Kritik aus Wissenschaft, Politik und Praxis stellen müssen.</p>
<p>Mit dem Schreiben von Berichten im Fachjargon ist es jedenfalls nicht getan. Zur Aufgabe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehört es auch, Resultate in verständlich aufbereiteter Form in die öffentliche Diskussion einzubringen und der Politik wie der Medienpraxis zur Verfügung zu stellen. Das wollen wir zukünftig noch stärker tun, auch wenn sich die Schweizer Publizistikwissenschaft seit jeher <a href="http://www.kleinreport.ch/news/ideenlieferanten-und-stoerenfriede-65355.html" target="_blank">nicht über mangelnde Beachtung beklagen</a> kann.</p>
<p>Unsere Ergebnisse müssen aber nicht gefallen – weder der Branche noch der Politik. Unsere Forschung kann von allen Seiten für die je eigenen Zwecke instrumentalisiert werden. Unsere Sichtweise ist nur eine von vielen – und sie ist den nicht-wissenschaftlichen Sichtweisen auch nicht a priori überlegen. Regierung und Verwaltung stehen denn auch alle Optionen offen: Forschung kann in der Schublade verschwinden, stillschweigend zur Kenntnisse genommen werden oder gar direkt oder indirekt als Grundlage für Entscheide dienen. Im aktuellen Fall teilt der Bundesrat viele <a href="http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&amp;msg-id=39886" target="_blank">Bedenken der Wissenschaft</a>, setzt aber auf die Eigenverantwortung der Medienwirtschaft – <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/30/problem-erkannt-entscheid-verweigert/" target="_blank">und tut nichts</a>. Die Verleger applaudieren dem Bundesrat und diskreditieren vor allem diejenige Forschung, die ihren wirtschaftlichen und politischen Interessen zu widersprechen scheint.</p>
<p>Mit diesem Liebesentzug können wir leben. Deswegen ziehen wir uns noch lange nicht in den viel bemühten Elfenbeinturm zurück, sondern mischen uns auch weiterhin ein. Das ist unser professioneller Auftrag. Und dafür liegen uns die Schweizer Medien und ihr Beitrag für eine funktionierende Demokratie zu sehr am Herzen. Auch wenn diese Liebe manchmal verschmäht wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/">Unsere Arbeit muss nicht gefallen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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