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	<title>Urner Wochenblatt | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Wie ich aus der Ferne das Lokale wiederentdeckte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/26/wie-ich-aus-der-ferne-das-lokale-wiederentdeckte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jun 2017 10:07:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tierwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Urner Wochenblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Urner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Magazinjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele nutzen den Lokaljournalismus als Sprungbrett, um dereinst für ein Magazin oder ein nationales Medium zu arbeiten. Unsere Kolumnistin jedoch ging den umgekehrten Weg: Vom Magazinjournalismus zurück ins Lokale. Wieso? Eigentlich hatte ich dem Lokaljournalismus und dem Kanton Uri ja abgeschworen. Die immer gleichen Anlässe mit den immer gleichen Personen und Geschichten, und nicht zuletzt <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/26/wie-ich-aus-der-ferne-das-lokale-wiederentdeckte/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele nutzen den Lokaljournalismus als Sprungbrett, um dereinst für ein Magazin oder ein nationales Medium zu arbeiten. Unsere Kolumnistin jedoch ging den umgekehrten Weg: Vom Magazinjournalismus zurück ins Lokale. Wieso?</strong></p>
<p>Eigentlich hatte ich dem Lokaljournalismus und dem Kanton Uri ja abgeschworen. Die immer gleichen Anlässe mit den immer gleichen Personen und Geschichten, und nicht zuletzt der Umgang des Kantons mit dem Fall Walker brachten mich dazu, dem Mikrokosmos Uri und dem «Urner Wochenblatt» nach fünf Jahren den Rücken zu kehren. Weg von der Heimat in Uri und der Aktualität, hin zu den Tieren und zeitloseren Themen bei der «Tierwelt». Das war vor zweieinhalb Jahren.</p>
<p>Nun bin ich zurück – im Kanton Uri und im Lokaljournalismus. Bei einer anderen Zeitung zwar – der «Urner Zeitung», der Konkurrenz meines früheren Arbeitgebers – aber wieder konfrontiert mit all dem, was mich damals geradezu flüchten liess. Was war geschehen?</p>
<p>Der Wechsel hätte wohl radikaler nicht sein können. Von der auf einen Kanton spezialisierten Allroundern wurde ich von heute auf morgen zur Hunde-Spezialistin. Auch die Arbeitsweise änderte sich: Beim «Urner Wochenblatt» sass mir stets die Aktualität im Nacken, die ich in begrenzte Zeilen quetschen musste. Bei der «Tierwelt» konnte ich mich gut und gerne eine Woche einem einzigen 7000-Zeichen-Artikel widmen. Ich hatte freie Hand bei der Themenwahl und der Einteilung meiner Zeit.</p>
<p>Ich verstehe jeden Kollegen, der sich genau das wünscht. Und ich möchte die Erfahrungen, die ich während den zwei Jahren bei der «Tierwelt» sammeln durfte, auch keineswegs missen. Nur war das auf Dauer nichts für mich. Ich merkte, dass sich die Themen bei einem spezialisierten Gebiet ebenfalls oder gar noch schneller wiederholen als man denkt. Und mir fehlte plötzlich, was mich zwei Jahre zuvor weggetrieben hatte: die Aktualität, die Pflichtstoffe, die Kürze und – so absurd und unglaublich das auch klingen mag – sogar der Stress.</p>
<p>Trotzdem haderte ich zuerst, als mich der Redaktionsleiter der «Urner Zeitung» anrief und mir eine Stelle anbot. Würde ich wirklich auf den Luxus des langsamen Magazinjournalismus verzichten und in die Heimat zurückkehren wollen? Schliesslich warteten dort wieder die gleichen Anlässe, die gleichen Personen und die gleichen Themen, die mich vor zwei Jahren zur Flucht getrieben hatten. Doch ich sagte zu, mit der Befürchtung zwar, dass ich die Entscheidung schon bald bereuen würde.</p>
<p>Doch es kam anders. Der Anfang war zwar schwer. Das Wiedersehen mit alten Bekannten, denen ich Jahre zuvor als Journalistin auf die Füsse getreten war. Das flaue Gefühl vor dem Einschlafen, ob sich beim Artikel, den ich in kürzester Zeit schreiben musste und der morgen im Blatt ist, keine Fehler eingeschlichen hatten. Das Wissen, dass der verärgerte Leser nicht irgendwo am anderen Ende der Schweiz die Faust im Sack macht, sondern mir beim Spaziergang durchs Dorf begegnen würde. Daran musste ich mich erst wieder gewöhnen.</p>
<p>Seither sind es aber gerade diese Aspekte des Lokaljournalismus, die ich geniesse. Die Nähe zum Leser, die Unmittelbarkeit zu dem, was die Leute beschäftigt und das Gefühl, etwas bewirken zu können, wenn auch nur im Kleinen – all das wirkt ungemein belebend, selbst nach sehr langen und sehr stressigen Tagen.</p>
<p>Ich bin mir bewusst, dass die Euphorie, die ich jetzt verspüre, wieder abreissen könnte. Wie damals vor zweieinhalb Jahren. Im Gegensatz zu damals weiss ich aber heute, dass ich – allen Widrigkeiten zum Trotz, die der Lokaljournalismus mit sich bringt – früher oder später wieder ohnehin wieder zurückkehren würde. Einmal Lokaljournalistin, immer Lokaljournalistin.</p>
<p><em>Bildquelle Vorschaubild:</em> Collage, Hintergrund: <a href="https://www.google.ch/maps/place/Neue+Urner+Zeitung/@46.8802219,8.6467905,3a,75y,231.91h,85.97t/data=!3m7!1e1!3m5!1sblectUO2Cz1n8eXUH85ryg!2e0!6s%2F%2Fgeo1.ggpht.com%2Fcbk%3Fpanoid%3DblectUO2Cz1n8eXUH85ryg%26output%3Dthumbnail%26cb_client%3Dsearch.TACTILE.gps%26thumb%3D2%26w%3D234%26h%3D106%26yaw%3D198.4969%26pitch%3D0%26thumbfov%3D100!7i13312!8i6656!4m5!3m4!1s0x478543850ae6a2ab:0x9465bc5051794734!8m2!3d46.8796088!4d8.6465536">Google Street View</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/26/wie-ich-aus-der-ferne-das-lokale-wiederentdeckte/">Wie ich aus der Ferne das Lokale wiederentdeckte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das Du als strategischer Vorteil</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/05/19/das-du-als-strategischer-vorteil/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 May 2014 11:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Duzis]]></category>
		<category><![CDATA[Urner Wochenblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Zweifelsfall per Sie mit Politikern und anderen Auskunftsperson. Dafür plädierte unlängst unser Kolumnist und Bundeshausredaktor Antonio Fumagalli. Davon hält Carmen Epp wenig. Als Lokaljournalistin weiss sie, dass das Du auch Türen öffnen kann. Entscheidend ist dabei das Beharren auf einer klaren Rollenverteilung. Ist ein Journalist mit einem Politiker per Du, gerät er schnell unter <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/19/das-du-als-strategischer-vorteil/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zweifelsfall per Sie mit Politikern und anderen Auskunftsperson. <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/28/dann-bleiben-wir-doch-lieber-per-sie/" target="_self">Dafür plädierte unlängst</a> unser Kolumnist und Bundeshausredaktor Antonio Fumagalli. Davon hält Carmen Epp wenig. Als Lokaljournalistin weiss sie, dass das Du auch Türen öffnen kann. Entscheidend ist dabei das Beharren auf einer klaren Rollenverteilung.<br />
<span id="more-19676"></span><br />
Ist ein Journalist mit einem Politiker per Du, gerät er schnell unter den Generalverdacht: zu nah, nicht mehr objektiv, unprofessionell. Ich verstehe zwar die Skepsis, kann ein absolutes Duzis-Verbot allerdings nicht unterstützen. Mit Auskunftspersonen per Du zu sein, bringt gerade Lokaljournalisten meines Erachtens mehr Vor- als Nachteile – vorausgesetzt, die Rollenverteilung bleibt klar.</p>
<p>Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin wohl mit schätzungsweise jeder dritten Auskunftsperson, mit der ich als Journalistin regelmässig zu tun habe, per Du. Dazu gehören auch fünf der sieben Regierungsmitglieder des Kantons Uri, der Stabschef der Kantonspolizei, der Polizeikommandant und schätzungsweise jeder vierte Landrat.</p>
<p>Der Hauptgrund dafür ist schnell gefunden. Ich arbeite dort, wo ich aufgewachsen bin: im Kanton Uri. Einige der besagten Personen kenne ich von früher, aus einer Zeit also, in der ich noch nicht Journalistin war. Mit einigen verbindet mich sogar ein Verwandtschaftsverhältnis. Oder sie sind Bekannte von Bekannten. Kurzum: Man kennt sich in Uri. So wird das Du hier womöglich schneller angeboten als beispielsweise in einer Grossstadt, wo sich Menschen nicht zwingend zweimal begegnen.</p>
<p>Dass diese Nähe ein Problem sein könnten, daran habe ich zu Beginn meiner journalistischen Karriere nicht gedacht. Im Gegenteil: Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Einsätze als Freischaffende vor nun fast neun Jahren, als ich mich durch jedes neue Du – mit dem Gemeindepräsidenten, dem Kulturschaffenden, ja sogar mit dem damaligen Bildungsdirektor – regelrecht geehrt fühlte. Auch wenn es naiv scheinen mag – und das war ich damals wohl auch: Dass man mir, der Neuen, der Unbekannten, das Du anbot, galt für mich als Zeichen der Anerkennung und des Respekts. Bestand jemand hingegen über längere Zeit und nach mehreren Begegnungen weiterhin auf dem Sie, empfand ich das als Misstrauensvotum.</p>
<p>So nahm die Anzahl der Personen, mit denen ich per Du bin, immer weiter zu. Ernsthafte Gedanken darüber mache ich mir erst seit meiner Festanstellung vor viereinhalb Jahren, als ich es schliesslich regelmässiger mit Max oder eben Herrn Muster zu tun bekam. Der Problematik und Brisanz des Du bei Journalisten wirklich bewusst wurde ich mir dann erst, als ich die Ausbildung am MAZ antrat. Hier war die Frage «Du oder Sie?» immer mal Thema, sei es unter Mitstudierenden oder im Unterricht. Die Dozierenden vertraten fast ausnahmslos eine Nulltoleranz, wenn es um Du-Angebote geht. Wer als Journalist ein Du annimmt, lässt sich zu Manipuliermasse degradieren – so die vorherrschende Meinung.</p>
<p>Da stand ich also, mit einem Rucksack voller Du’s der letzten Jahre, der auf einmal ganz verdächtig roch. Was nun? Sollte ich etwas das Sie bei allen bisher geduzten Personen wieder zurückfordern? Mit der Begründung, nicht mehr länger als Manipuliermasse, sondern als Journalistin wahrgenommen zu werden?</p>
<p>Es gab kein Zurück mehr. Aber wollte ich das überhaupt? Meine Antwort ist klar: Nein. Nicht weil es unmöglich wäre, ein Sie zurückzufordern. Sondern vielmehr weil ich die kategorische Skepsis gegenüber dem Du nicht teilen kann. Ich bin nicht automatisch manipulierbarer, nur weil ich mit jemandem per Du bin. Meine Fragen an Regierungsratsmitglieder sind nicht weniger kritisch, nur weil ich sie in der zweiten Person singular stelle. Und meine Rolle als Journalistin wird keine andere, nur weil man mich mit «Carmen», statt mit «Frau Epp» anspricht.</p>
<p>Das Du wird hinsichtlich seiner Wirkung oft überschätzt. Ein einziges Wort kann nicht ein ganzes Machtgefüge zu Fall bringen. Es sagt letztlich auch wenig aus über die Beziehung zweier Menschen. Ein Du macht aus einer Person noch lange keinen Kumpel. Umgekehrt legitimiert es auch nicht dazu, das Gegenüber weniger zu respektieren, nur weil man es duzt.</p>
<p>Gleichzeitig wird das Du aber auch unterschätzt. Weil es meiner Erfahrung nach mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt. So steckt mir eine Person, mit der ich auf Du und Du bin, wohl eher eine Geschichte, als wenn dieses förmliche Sie zwischen uns steht. Daraus zu schliessen, dass deswegen die professionelle Distanz fehlt, halte ich für falsch. Weil meine Rolle als Journalistin unabhängig der Ansprechform stets klar ist. Nicht weil ich die Person nun duze oder sieze. Sondern weil ich mir den Respekt als Journalistin erarbeite. Durch seriöses und faires Schaffen. Und weil ich mein Gegenüber stets respektvoll behandle – ob nun gesiezt oder geduzt.</p>
<p>Nicht wer duzt wird zur Manipuliermasse, sondern jene, die ihre Rolle als Journalisten von einem einzigen Wort abhängig machen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/19/das-du-als-strategischer-vorteil/">Das Du als strategischer Vorteil</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mehr als ein Diplom</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/04/14/mehr-als-ein-diplom/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2014 11:25:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich! Nach zwei Jahren an der Schweizer Journalistenschule MAZ habe ich die Diplomausbildung erfolgreich abgeschlossen und ich halte das lang ersehnte Diplom in den Händen. Das MAZ hat mir während der Ausbildung aber nicht nur ein Stück Papier mit auf den Weg gegeben, sondern meinen Rucksack gefüllt mit Handwerkszeug, Selbstbewusstsein einem Netzwerk – und für <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/14/mehr-als-ein-diplom/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich! Nach zwei Jahren an der Schweizer Journalistenschule MAZ habe ich die Diplomausbildung erfolgreich abgeschlossen und ich halte das lang ersehnte Diplom in den Händen. Das MAZ hat mir während der Ausbildung aber nicht nur ein Stück Papier mit auf den Weg gegeben, sondern meinen Rucksack gefüllt mit Handwerkszeug, Selbstbewusstsein einem Netzwerk – und für mich am wichtigsten: mit Mut zur Reflexion.<br />
<span id="more-19050"></span><br />
Ich stand zwar nicht mit leerem Rucksack an der Murbacherstrasse 3 in Luzern, damals im März 2012, als ich zum ersten Kurstag meiner Diplomausbildung als Journalistin antrat. Schliesslich hatte ich zuvor bereits zweieinhalb Jahre als <a href="http://www.urnerwochenblatt.ch/start.asp?level=2" target="_blank">Redaktorin beim «Urner Wochenblatt»</a> gearbeitet. Bis dahin noch rein nach Gefühl und durch Learning-by-Doing. Erst am MAZ aber bin ich mir mit <a href="http://www.maz.ch/news/detail/1011-diplomfeier-des-jahrgangs-2012-14/" target="_blank">jedem der 90 Kurstage</a> bewusster geworden, wieso ich tat, was ich tat, und wie ich es noch besser tun kann.</p>
<p>Mit Sicherheit kann man auch ohne MAZ lernen und als Journalist besser werden – als Autodidaktin oder in der Auseinandersetzung mit seinen eigenen Texten unter Redaktionskollegen. Im Berufsalltag aber fehlt häufig die Zeit dafür. Wohingegen wir am MAZ teilweise mehrere Tage an einzelnen Texten feilen konnten. Ausserdem dürfte die Vielfalt der Inputs am MAZ durch die unterschiedlichen Mitstudenten und Dozenten aus den unterschiedlichsten Medienformen um ein Vielfaches grösser sein als in den eigenen vier Redaktionswänden.</p>
<p>Natürlich waren nicht alle Kurse überwältigend, und ich habe mich ab und zu schon auch gefragt, was ich da eigentlich tue. Rückblickend auf die gesamte Ausbildung aber muss ich sagen: Die Summe aller Einzelteile hat mich weiter gebracht. Und ich würd es jederzeit wieder tun.</p>
<p>Neben all dem Handwerkszeug, das man am MAZ mitkriegt, war es gerade für mich als Lokaljournalistin auch sehr lehrreich, aus meinem Mikrokosmos auszutreten und zu erfahren, wie andere arbeiten: Printjournalisten aus grösseren Medienhäusern, Radioleute, Agenturjournalisten oder VJ’s. Das MAZ hat mir eine grössere Welt von Journalismus erschlossen – ein Zugang, den ich sonst nicht so ohne weiteres erhalten hätte. Und von dem ich auch in Zukunft profitieren werde.</p>
<p>Diese neue Welt hat letztlich auch mein eigenes Rollenverständnis geprägt. Immer wieder stand ich am MAZ vor der Frage: Will ich so arbeiten wie die Dozenten es uns vormachen? Will ich solche <a href="http://www.echtzeit.ch/buecher.php?id=58" target="_blank">Interviews führen wie Peer Teuwsen</a>? Ein Porträt <a href="http://www.corneliakazis.ch/" target="_blank">mit persönlicher Meinung färben wie Cornelia Kazis</a>? Rein <a href="http://www.focus.de/intern/impressum/autoren/daniel-steil_auid_5690.html" target="_blank">auf Emotionen setzen wie Daniel Steil</a>? Solche Fragen waren mitunter die grösste Herausforderung für mich am MAZ und haben mich anfänglich ganz schön verunsichert. Rückblickend gesehen aber waren genau diese Fragen der grösste Gewinn für mich am MAZ. Denn sie gaben mir den Mut zur Reflexion meines Rollenverständnisses, von medienethischen Fragen und aktuellen Debatten in der Medienwelt, welche ich nach und nach <a href="http://eigenwach.wordpress.com/" target="_blank">in meinen Blog</a> einfliessen liess.</p>
<p>Erst durch diese Auseinandersetzung mit Dozenten und Mitstudenten konnte ich zu «meiner Schreibe» finden, ihr eine persönliche Note verpassen und den Blick öffnen für Anderes, Neues. Dass dies möglich ist, liegt in der Natur der Sache. Abgesehen von Medienrecht und Medienethik gibt es im Journalismus glücklicherweise keine exakte Lehre. Was gut oder schlecht ist, ist letztlich Geschmackssache und eine Frage der Selbstverständnisses. Insofern habe ich das MAZ auch nie so sehr als Schule verstanden, sondern vielmehr als Werkstatt: Ein Ort, an dem sich die Journalismus-Welt trifft, um gegenseitig voneinander profitieren zu können.</p>
<p>Und ich habe profitiert. Ob ich dank der Diplomausbildung am MAZ nun eine bessere Journalistin bin? Ich glaube ja. Zumindest weiss ich heute, mehr als noch vor zwei Jahren, was ich tue, bin mir meiner persönlichen Rolle als Journalistin bewusster geworden. Eine Eigenschaft, die ich einigen jungen, aber auch gestandenen Kollegen da draussen ebenfalls wünschen würde. Hier könnte das MAZ in Zukunft noch stärker werden. Indem es das Rollenverständnis der Studenten gezielt auf die Probe stellt und es nicht dem Zufall überlässt, ob sich jemand überhaupt Gedanken macht darüber, was er tut und wieso er es so tut.</p>
<p>Zwar werden wohl die verschiedenen Rollenbilder in einem Kurs vermittelt. Diese sollten aber während den zwei Jahren immer wieder hinterfragt werden. Damit letztlich jeder Absolvent nach zwei Jahren das MAZ mit einem Bewusstsein darüber verlässt, wie er als Journalist sein will und wie nicht. Denn das ist – neben der Vermittlung von Handwerk und Wissen – meines Erachtens die grösste Leistung, die eine Journalistenschule überhaupt erbringen kann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/14/mehr-als-ein-diplom/">Mehr als ein Diplom</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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