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	<title>Verkehrsnachrichten | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Das Radio im Dienst des Autoverkehrs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Vonlanthen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Aug 2019 07:46:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsnachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Radio-Verkehrsmeldungen sind ein Relikt aus einer Zeit, als das Auto noch als fortschrittliches Fortbewegungsmittel galt. Heute lassen sich die lästigen Programmunterbrechungen eigentlich nicht mehr rechtfertigen. Radio SRF sieht keinen Grund, etwas zu ändern. Die Verantwortlichen verweisen auf den öffentlichen Auftrag und betonen den Service-Nutzen der Verkehrsmeldungen. Baregg-, Gotthard- und Seelisbergtunnel, Limmatttaler Kreuz, Buchrain, Hagnau, Rubigen, <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/13/das-radio-im-dienst-des-autoverkehrs/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radio-Verkehrsmeldungen sind ein Relikt aus einer Zeit, als das Auto noch als fortschrittliches Fortbewegungsmittel galt. Heute lassen sich die lästigen Programmunterbrechungen eigentlich nicht mehr rechtfertigen. Radio SRF sieht keinen Grund, etwas zu ändern. Die Verantwortlichen verweisen auf den öffentlichen Auftrag und betonen den Service-Nutzen der Verkehrsmeldungen.</strong><br />
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Baregg-, Gotthard- und Seelisbergtunnel, Limmatttaler Kreuz, Buchrain, Hagnau, Rubigen, Grauholz, Wallisellen. Das Stammpublikum von Radio SRF kennt die schweizerischen Ortsnamen und die Satzbausteine, die dann folgen. Hin und wieder gut gemeinte Anweisungen: «Bilden Sie bitte eine Rettungsgasse.» Warnungen und Entwarnungen: «Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn.» Oder: «Der Stau hat sich aufgelöst.»</p>
<p>Die SRF-Hauptprogramme sind durchtränkt von solchen Verkehrsinformationen. Nicht nur Autofahrende, auch Umweltbewusste und Autolose, Rentner, Velofahrerinnen, Wanderer und Altersheimbewohnende müssen diese Durchsagen mehrmals täglich zur Kenntnis nehmen, wollen sie sich politisch, kulturell und über die Weltlage auf dem Laufenden halten. Radio SRF ist für viele Menschen Leitmedium.</p>
<p>Im Halbstundentakt – oft noch öfter – lenkt das Medium die Aufmerksamkeit der Radionation aufs dichte schweizerische Strassennetz. Niemand kann sich dem Verkehrsmeldungen entziehen, es sei denn, man wechselt das Programm oder schaltet das Radio aus.</p>
<blockquote><p>Weshalb plagt SRF treue Hörerinnen- und Hörer mit dem Verkehrslärm der Automobilgesellschaft?</p></blockquote>
<p>Weshalb räumt das Radio dem Automobil ausgerechnet in seinen Hauptprogrammen – und ausgerechnet in unserer Zeit, in der viele nicht zum Autofahren, sondern für Klimastreiks auf die Strasse gehen – einen so hohen Stellenwert ein?</p>
<p>Die Litanei der Verkehrsmeldungen durchkreuzt die Anstrengungen, den Strassenverkehr verträglich zu gestalten. Sie gaukelt dem Publikum in stetigem Rhythmus vor, Autofahren sei das Normalste der Welt; der Verkehr sei ein Phänomen wie das Wetter. Nachgerade schizophren mutet es dabei an, wenn SRF einerseits den Erhalt der Biodiversität im Programm predigt und gleichzeitig den Autoverkehr am Laufen hält mit den Verkehrsmeldungen als Schmiermittel.</p>
<p>Der Kern dieser unguten Verschmelzung von Informationskompetenz und Informationsverschleuderung liegt bei der <a href="https://viasuisse.ch/" target="_blank" rel="noopener">Firma Viasuisse AG</a>, an der die SRG mit 36 Prozent beteiligt ist, zu gleichen Teilen wie der TCS. Darum wird die ganze Nation Tag für Tag, Stunde für Stunde, mit den Auswüchsen der motorisierten Massenmobilität konfrontiert.</p>
<p></p>
<p>Die Zielformulierung von Viasuisse mag harmlos erscheinen: Die Verkehrsteilnehmenden in der Schweiz sollen «rasch, präzise und wenn möglich präventiv über Störungen und Beeinträchtigungen auf dem gesamten Strassennetz und im öffentlichen Verkehr» informiert werden. Diese Zielvorgabe erfüllt SRF nicht: In Tat und Wahrheit liegt der Fokus der Durchsagen mit geschätzten 95 Prozent eindeutig bei der Strasse; der öffentliche Verkehr bekommt kaum Beachtung, obwohl auch die SBB mit 20 Prozent an Viasuisse beteiligt ist.</p>
<blockquote><p>Überhaupt: Was nützen der Allgemeinheit Informationen im Nachhinein über das Unfallgeschehen?</p></blockquote>
<p>Wozu dient die Warnung, ein Reh befinde sich auf der Fahrbahn, wenn das Tier zum Zeitpunkt der Durchsage längst geflüchtet ist?</p>
<p>SRF-Verantwortliche verteidigen ihren Service mit Vehemenz gegen alle Kritik. Dieser gehöre zum Leistungsauftrag der SRG und habe eine grosse Bedeutung für die mobile Gesellschaft. Die überwältigende Mehrheit der Hörerinnen und Hörer begrüssten diese Durchsagen ausdrücklich, behauptet Walter Herger, Stabschef Bereich Radio. Zu den Befürwortern gehörten übrigens mehrheitlich auch diejenigen, die gar kein Auto besässen. Auch Georg Auf der Maur, Leiter SRF-Verkehrsinformation, verteidigt die Service-Elemente: Das auf ein mobiles Publikum ausgerichtete Radio müsse diese Programmteile leisten. «Diesem Auftrag können und wollen wir uns nicht entziehen, da wir mit einer Streichung dieser Dienstleistung die Hörerinnen und Hörer direkt in die Arme der Konkurrenz treiben würden.»</p>
<p>Auf der Maur beruft sich auf Umfragen sowohl in der Schweiz als auch in den Nachbarländern Deutschland und Österreich, die zeigten, «dass diese Serviceleistung gefragt ist». Es habe sich herausgestellt, «dass wir sofort mit massiven Reklamationen des Publikums konfrontiert sind, wenn wir einen plötzlich auftretenden Stau nicht umgehend am Sender verlesen». Interessanterweise sei die Verkehrsmeldung für die Leute erst dann «richtig» verbreitet, wenn diese am Sender von einer vertrauten Stimme verlesen werde, unabhängig von anderen Verbreitungskanälen wie Navigationsgeräten.</p>
<p>Die Argumente überzeugen nicht. Es sind gewiss nicht die Verkehrsdurchsagen, die das Publikum bei der Stange halten, sondern kompetente Nachrichtensendungen, Hintergrundbeiträge, Musik und – eben – vertraute Stimmen. Navigationsgeräte verbreiten Verkehrsinformationen in Echtzeit viel präziser. Viasuisse führt derartige digitale Datenpakete in der eigenen Produktpalette, allerdings gebührenpflichtig. Markt und Möglichkeiten der Navigation wachsen rasant.</p>
<p>Die negativen ökologischen und gesellschaftspolitischen Effekte der Gratis-Serviceleistung fürs breite Publikum blendet SRF bewusst aus. Theoretisch könnte es zwar sein, dass eine Durchsage im Einzelfall zu Stauverminderung oder gar Unfallverhütung führt. In der Praxis aber setzen die steten, immer gleichen Informationen in den Hauptprogrammen verkehrs- gesellschaftspolitisch falsche Signale: Sie konditionieren das Publikum auf den Strassenverkehr. Durch den Gewöhnungseffekt verliert es die kritische Distanz zum Auto, wodurch die negativen Seiten des motorisierten Individualverkehrs verblassen. Letztlich führt das System zur Förderung des Autoverkehrs statt zu dessen Vermeidung oder Verminderung. Fazit: Verkehrsinformationen sind keine Aufgabe des Service public, sondern des Transportgewerbes, Automobilmarkts, der Verkehrsbetriebe und der Polizei.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/13/das-radio-im-dienst-des-autoverkehrs/">Das Radio im Dienst des Autoverkehrs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein alter Radio-Zopf: Verkehrsnachrichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 10:14:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsnachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie gehören dazu wie die Nachrichten oder die Wetterprognosen: Die Radio-Verkehrsnachrichten zählen seit Jahrzehnten zum Dienstleistungsangebot öffentlich-rechtlicher Sender. Nur: Braucht es sie heute noch, wo satellitengestützte Navigationstechnologie und smarte Verkehrsleitsystem längst akkuratere Aussagen über die Staulage liefern als es das Radio je zu leisten imstande wäre. Noch bessere Informationen, findet Stephan Ebmeyer, liefern Systeme, die <a href="https://medium.com/@sebmeyer/verkehrsnachrichten-im-radio-d770c09d252">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie gehören dazu wie die Nachrichten oder die Wetterprognosen: Die Radio-Verkehrsnachrichten zählen seit Jahrzehnten zum Dienstleistungsangebot öffentlich-rechtlicher Sender. Nur: Braucht es sie heute noch, wo satellitengestützte Navigationstechnologie und smarte Verkehrsleitsystem längst akkuratere Aussagen über die Staulage liefern als es das Radio je zu leisten imstande wäre. Noch bessere Informationen, findet Stephan Ebmeyer, liefern Systeme, die auf Nutzerdaten zurückgreifen und so ein aktuelles Bild der Lage liefern. Wie sich die Zeiten wandeln, zeigt Ebmayer mit einem Fundstück von 1922, als die Verkehrsnachrichten in der Zeitung abgedruckt wurden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/10/ein-alter-radio-zopf-verkehrsnachrichten/">Ein alter Radio-Zopf: Verkehrsnachrichten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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