<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Vielfalt | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/vielfalt/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Jun 2022 08:13:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Was Wissenstransfer und Wissenschaftskommunikation unterscheidet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/02/was-wissenstransfer-und-wissenschaftskommunikation-unterscheidet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2022 08:13:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97592</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Transferbegriff sollte klar zur Wissenschaftskommunikation abgegrenzt werden, schreiben Alexandra Lux und Nicola Schuldt-Baumgart im Gastbeitrag. Darin werfen sie einen Blick auf die unterschiedlichen Ziele, mit denen beide Bereiche kommunizieren.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/02/was-wissenstransfer-und-wissenschaftskommunikation-unterscheidet/">Was Wissenstransfer und Wissenschaftskommunikation unterscheidet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header ph-article-header">
<div class="ph-article-header-title">
<div class="ph-article-text-lead">
<p>Der Transferbegriff sollte klar zur Wissenschaftskommunikation abgegrenzt werden, schreiben Alexandra Lux und Nicola Schuldt-Baumgart im Gastbeitrag. Darin werfen sie einen Blick auf die unterschiedlichen Ziele, mit denen beide Bereiche kommunizieren.</p>
</div>
</div>
</header><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/02/was-wissenstransfer-und-wissenschaftskommunikation-unterscheidet/">Was Wissenstransfer und Wissenschaftskommunikation unterscheidet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielfalt? Nein, Danke!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/01/vielfalt-nein-danke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 04:28:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<category><![CDATA[Rekrutierung]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=80889</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vielfalt zu leben, gehört bei Unternehmen zum guten Ton. Hier eine wohlklingende Marketingkampagne, da ein tolles Bekenntnis. Doch die Realität ist oft ernüchternd.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/01/vielfalt-nein-danke/">Vielfalt? Nein, Danke!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielfalt zu leben, gehört bei Unternehmen zum guten Ton. Hier eine wohlklingende Marketingkampagne, da ein tolles Bekenntnis. Doch die Realität ist oft ernüchternd.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/01/vielfalt-nein-danke/">Vielfalt? Nein, Danke!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diversität im Unternehmen ist wichtig. Aber ist sie auch immer richtig?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/07/07/diversitaet-im-unternehmen-ist-wichtig-aber-ist-sie-auch-immer-richtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2020 04:27:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmenskultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=79864</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vielfältige Teams sind innovativ, aber auch anstrengend – und nicht immer die richtige Lösung. Ein Aspekt zeigt allerdings, wann und in welchem Mass Diversität für Unternehmen notwendig ist.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/07/07/diversitaet-im-unternehmen-ist-wichtig-aber-ist-sie-auch-immer-richtig/">Diversität im Unternehmen ist wichtig. Aber ist sie auch immer richtig?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielfältige Teams sind innovativ, aber auch anstrengend – und nicht immer die richtige Lösung. Ein Aspekt zeigt allerdings, wann und in welchem Mass Diversität für Unternehmen notwendig ist.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/07/07/diversitaet-im-unternehmen-ist-wichtig-aber-ist-sie-auch-immer-richtig/">Diversität im Unternehmen ist wichtig. Aber ist sie auch immer richtig?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diversity am Arbeitsplatz: Die Schweiz kommt eher schlecht weg</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/01/07/diversity-am-arbeitsplatz-die-schweiz-kommt-eher-schlecht-weg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jan 2020 05:16:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Ranking]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=75410</guid>

					<description><![CDATA[<p>Viele Unternehmen haben sich Vielfalt auf die Fahnen geschrieben. Doch ist Diversity nur ein hübsches Buzzword oder wird Unterschiedlichkeit wirklich gelebt? Eine Studie hat dazu Mitarbeitende in Europa befragt und ein Ranking der Diversity Leaders 2020 erstellt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/01/07/diversity-am-arbeitsplatz-die-schweiz-kommt-eher-schlecht-weg/">Diversity am Arbeitsplatz: Die Schweiz kommt eher schlecht weg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Unternehmen haben sich Vielfalt auf die Fahnen geschrieben. Doch ist Diversity nur ein hübsches Buzzword oder wird Unterschiedlichkeit wirklich gelebt? Eine Studie hat dazu Mitarbeitende in Europa befragt und ein Ranking der Diversity Leaders 2020 erstellt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/01/07/diversity-am-arbeitsplatz-die-schweiz-kommt-eher-schlecht-weg/">Diversity am Arbeitsplatz: Die Schweiz kommt eher schlecht weg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielfalt muss man sich leisten (können)</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/12/05/vielfalt-muss-man-sich-leisten-koennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2019 08:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=74936</guid>

					<description><![CDATA[<p>Junge Menschen arbeiten oft am Rande des Prekariats. Im Journalismus ist das besonders fatal: Weil fast nur noch Kinder wohlhabender Eltern den Beruf ergreifen können, verfestigt sich ein gesellschaftliches Problem.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/12/05/vielfalt-muss-man-sich-leisten-koennen/">Vielfalt muss man sich leisten (können)</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Junge Menschen arbeiten oft am Rande des Prekariats. Im Journalismus ist das besonders fatal: Weil fast nur noch Kinder wohlhabender Eltern den Beruf ergreifen können, verfestigt sich ein gesellschaftliches Problem.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/12/05/vielfalt-muss-man-sich-leisten-koennen/">Vielfalt muss man sich leisten (können)</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Hört den Leisen zu!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/12/hoert-den-leisen-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2019 15:43:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=70079</guid>

					<description><![CDATA[<p>WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni stellt eine «ungesunde Polarisierung» in der Gesellschaft fest, gegen die man angehen müsse. Ehni beschreibt in acht Punkten, was verantwortlicher Journalismus leisten muss. Sie sagt: Wir müssen zuhören. Wir müssen die Leisen sichtbar machen. Und wir müssen vielfältiger werden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/12/hoert-den-leisen-zu/">«Hört den Leisen zu!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni stellt eine «ungesunde Polarisierung» in der Gesellschaft fest, gegen die man angehen müsse. Ehni beschreibt in acht Punkten, was verantwortlicher Journalismus leisten muss. Sie sagt: Wir müssen zuhören. Wir müssen die Leisen sichtbar machen. Und wir müssen vielfältiger werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/12/hoert-den-leisen-zu/">«Hört den Leisen zu!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diversity Management – durch Vielfalt zum Erfolg</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/05/16/diversity-management-durch-vielfalt-zum-erfolg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 May 2019 04:20:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=69007</guid>

					<description><![CDATA[<p>Habt Ihr schon mal etwas von Diversity Management gehört? Für alle, die jetzt ahnungslos schauen: hier kommt ein wenig Licht ins Dunkel.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/16/diversity-management-durch-vielfalt-zum-erfolg/">Diversity Management – durch Vielfalt zum Erfolg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Habt Ihr schon mal etwas von Diversity Management gehört? Für alle, die jetzt ahnungslos schauen: hier kommt ein wenig Licht ins Dunkel.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/16/diversity-management-durch-vielfalt-zum-erfolg/">Diversity Management – durch Vielfalt zum Erfolg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was, wenn es knirscht?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/02/21/was-wenn-es-knirscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2019 05:24:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsklima]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=66256</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auch in Familienunternehmen geht es nicht immer familiär zu. Tipps, was dann hilft.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/21/was-wenn-es-knirscht/">Was, wenn es knirscht?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch in Familienunternehmen geht es nicht immer familiär zu. Tipps, was dann hilft.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/21/was-wenn-es-knirscht/">Was, wenn es knirscht?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SRF: Mehr Vielfalt ist gefragt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/23/srf-mehr-vielfalt-ist-gefragt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Apr 2018 12:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=56511</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Schweizer Fernsehen zeigt in seiner Wahlberichterstattung einen bedenklichen Mangel an Vielfalt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/23/srf-mehr-vielfalt-ist-gefragt/">SRF: Mehr Vielfalt ist gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schweizer Fernsehen zeigt in seiner Wahlberichterstattung einen bedenklichen Mangel an Vielfalt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/23/srf-mehr-vielfalt-ist-gefragt/">SRF: Mehr Vielfalt ist gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Abbild der Akteure, aber ein schiefes Bild der Themen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/03/10/ein-abbild-der-akteure-aber-ein-schiefes-bild-der-themen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2016 11:08:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgewogenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[DSI]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Durchsetzungsinitiative]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Studer]]></category>
		<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[fög]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Abstimmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=26887</guid>

					<description><![CDATA[<p>Haben die Medien zu einseitig über die Durchsetzungsinitiative berichtet? Auch wenn dies auf den ersten Blick so aussehen mag, zeigt eine nähere Betrachtung, dass die Medien ein ziemlich kongruentes Abbild der Akteure und ihrer Argumente gezeichnet – und damit grundsätzlich ausgewogen berichtetet haben. Das Bild wird aber dort schief, wo sich die Medien zu stark <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/10/ein-abbild-der-akteure-aber-ein-schiefes-bild-der-themen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/10/ein-abbild-der-akteure-aber-ein-schiefes-bild-der-themen/">Ein Abbild der Akteure, aber ein schiefes Bild der Themen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Haben die Medien zu einseitig über die Durchsetzungsinitiative berichtet? Auch wenn dies auf den ersten Blick so aussehen mag, zeigt eine nähere Betrachtung, dass die Medien ein ziemlich kongruentes Abbild der Akteure und ihrer Argumente gezeichnet – und damit grundsätzlich ausgewogen berichtetet haben. Das Bild wird aber dort schief, wo sich die Medien zu stark auf Konflikte und SVP-Themen fokussieren. Eine <strong>Analyse von Linards Udris</strong>, stv. Leiter fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft.<br />
<span id="more-26887"></span><br />
Der Medienrechtler Peter Studer, der Initiator des «Dringenden Aufrufs» gegen die Durchsetzungsinitiative (DSI) und damit auch Partei, <a href="http://www.persoenlich.com/medien/den-medien-wurde-ich-die-note-5-geben" target="_blank">lobt die Berichterstattung</a> und würde «den Medien gesamthaft eine 5 geben» auf einer Notenskala von 1 bis 6 , denn sie hätten sich eine Meinung gebildet und die Initiative gründlich analysiert, so Studer gegenüber dem Branchenportal persoenlich.com</p>
<p>Die in der Abstimmung unterlegene SVP hingegen hält <a href="http://www.svp.ch/aktuell/medienmitteilungen/versprechen-der-pfefferscharfene2809c-umsetzung-einhalten/" target="_blank">in ihrer Medienmitteilung</a> nach der Abstimmung die Medien für parteiisch «nach einem in diesem Ausmass noch die dagewesenen, einseitig geführten Abstimmungskampf vonseiten der Medien, Richter, Professoren, subventionierten Kulturschaffenden und der Classe politique». Und die parteinahe «Basler Zeitung» sekundiert: «Die Medien verkamen zu Propagandablättern und setzten damit ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel wie noch nie zuvor» (BaZ, 29.2.2016). Die SVP und ihre Positionen hätten gleich viel (oder zumindest mehr als bisher) Aufmerksamkeit erhalten sollen.</p>
<p>Eine solche Medienkritik spricht ein zentrales Qualitätskriterium des Journalismus an, nämlich die «Ausgewogenheit». Natürlich ist das Pochen auf die «Ausgewogenheit» legitim. Um aber in der Debatte weiterzukommen, sollten drei Punkte beachtet werden.</p>
<ol>
<li>Erstens muss klar werden, auf welche Aspekte sich die «Ausgewogenheit» bezieht. Denn ausgewogen sollen ja nicht nur die verschiedenen Akteure und Argumente Eingang in die Medien finden, sondern auch die Themen, worüber man überhaupt spricht. Denn eine Medienagenda, bei der einige wenige Themen dominieren, nutzt gerade denjenigen Parteien, die solche Themen immer wieder bewirtschaften und damit «besitzen», d.h. mit ihnen am stärksten assoziiert werden und bei ihnen als besonders kompetent und glaubwürdig wahrgenommen werden. Umgekehrt kann sich eine Partei kaum ein sichtbares Profil verschaffen, wenn nicht einmal über ihre Themen gesprochen wird.</li>
<li>Zweitens ist eine simple Messung der Ausgewogenheit nach dem Tröpfchenzähler-Prinzip nicht wirklich aussagekräftig, wenn sie nicht mit anderen Fällen verglichen und daher nicht erklärt werden kann. Eine vermeintlich unausgewogene Berichterstattung kann sich ja aus ganz verschiedenen Gründen ergeben – zum Beispiel aus der Nachrichtenlage selbst oder aus der Tatsache, dass ein Lager deutlich grösser und breiter abgestützt ist als das gegnerische Lager. Damit muss die Berichterstattung jeweils auch anders bewertet werden (das zeigt die einschlägige <a href="http://jou.sagepub.com/content/13/2/240.abstract" target="_blank">Forschung</a>).</li>
<li>Drittens ist eine Ausgewogenheit als Selbstzweck nicht zielführend. Denn Ziel des Journalismus ist es ja, zu einer vernünftigen Debatte beizutragen, bei der sich die besten Argumente durchsetzen können. Das heisst: Ein wichtiges Qualitätskriterium sind gerade die Einordnungsleistungen, also der «interpretative Journalismus», der auf der Grundlage von Fakten und sachlich vorgebrachten Argumenten bewertet und gewichtet. Wenn ein Akteur keine guten Argumente hat, gibt es keinen guten Grund, ihm permanent gleich viel Gehör zu schenken wie denjenigen vielen Akteure, die gute Gründe in die Debatte einspeisen. In dem Fall wäre eine oberflächlich scheinende «Unausgewogenheit» sogar sehr vernünftig.</li>
</ol>
<p>Zu diesen drei Punkten werde ich jeweils ein paar empirische Ergebnisse aus dem «Abstimmungsmonitor» präsentieren, den das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft seit Anfang 2013 bei allen Abstimmungsterminen veröffentlicht und der Analysen zur Medienberichterstattung über diese Vorlagen umfasst. Die detaillierten Befunde können in den verschiedenen <a href="http://www.foeg.uzh.ch/de/analyse/dossier.html" target="_blank">Berichten</a> nachgelesen werden.</p>
<p><strong>1. Ausgewogenheit von Akteuren und von Themen</strong><br />
Unsere <a href="http://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:df8fd8af-1a2b-4677-acaf-8eecf0597c41/Abstimmungsmonitor_Februar_2016.pdf" target="_blank">Abstimmungsanalyse zur Durchsetzungsinitiative</a> zeigt, dass rund 59% aller in der Berichterstattung gemessenen Aussagen von Akteuren die Vorlage kritisieren, während positive Stellungnahmen 23% erzielen und kontroverse/neutrale Stellungnahmen 18%. Auf den ersten Blick also ein klarer Fall: «unausgewogen»! Doch der Anteil an Pro- und Kontra-Akteuren ist nur ein Aspekt von Ausgewogenheit. Ein anderer Aspekt ist die Ausgewogenheit von Themen. Und hier zeigen die Ergebnisse des Abstimmungsmonitors (seit 2013) grosse Unterschiede, welche Abstimmungsvorlagen überhaupt Medienresonanz erzielen und welche eher nicht. Am meisten Aufmerksamkeit von allen erhält die SVP-Initiative «gegen Masseneinwanderung». Die Spekulationsstopp-Initiative der Juso beispielsweise erhält rund viermal weniger Aufmerksamkeit als die 1:12-Initiative der Juso und rund fünfmal weniger als die DSI der SVP, und die Erbschaftssteuer-Initiative der SP findet nur etwa halb so viel Medienresonanz wie die Ecopop-Initiative.</p>
<p>Immer stärker schält sich also folgendes Muster heraus: Vorlagen, die sich als «Volk-Elite-Konflikte» bewirtschaften lassen können und die von Kampagnenakteuren (Pro oder Kontra, am besten beide) heftig beworben werden, gehen mit höherer Medienresonanz einher. Weil das Sprechen über eine Vorlage immer auch bedeutet, dass das Kernanliegen der Initianten (oder Referenden) mittransportiert wird und allen signalisiert, dass es sich um ein «wichtiges» Thema handelt, profitieren solche Akteure auf jeden Fall von starker Medienresonanz, auch wenn sie zuweilen heftige Kritik einstecken müssen. Denn sie können sich als eigentliche «Themensetzer» behaupten, auf die andere Akteure reagieren müssen.</p>
<p>Empirisch betrachtet, zeigt also auch die Medienberichterstattung über Abstimmungsvorlagen im allgemeinen und über die DSI im speziellen, dass sich die öffentliche Kommunikation im wesentlichen um die Themen und Vorstösse der SVP dreht und in diesem Sinn «unausgewogen» ist. Einige Medien mögen dies zwar erkannt haben und sich wie SRF-Chefredaktor <a href="https://www.srgd.ch/aktuelles/2016/03/08/wir-und-die-svp-srf-chefredaktor-tristan-brenn-uber-eine-publizistische-gratwanderung/" target="_blank">Tristan Brenn die Frage stellen</a>, ob «die exzessive Auseinandersetzung mit den Themen der SVP ihre legitime publizistische Berechtigung hat». Auf jeden Fall haben die Medien mit ihrer sehr intensiven Berichterstattung über die DSI nichts an diesem Muster geändert.</p>
<p><strong>2. Ausgewogenheit im Vergleich</strong><br />
Eine oberflächliche Betrachtung von Pro- und Kontra-Stimmen ist zweitens deshalb eine verkürzte Sicht auf Medienleistungen, weil eine gewisse Ungleichverteilung normal ist und gut erklärt werden kann. Dies zeigt der Vergleich von Abstimmungsvorlagen. Nach unseren Ergebnissen ist bislang kaum eine Vorlage, die wir untersucht haben, in der Summe mit exakt gleich hohen Anteilen von «Pro»- und «Kontra»-Stimmen dargestellt worden. Und, das ist der Punkt, der Überhang an Kritik an den Vorlagen betrifft praktisch alle Akteure von links über Mitte bis rechts. Auch die Familieninitiative der CVP (März 2015) (41% positiv), die Energie-Initiative der Grünliberalen (März 2015) (35% positiv) oder die Erbschaftssteuer-Initiative der SP (Mai 2014) (29% positiv) stossen medial auf breite Ablehnung und der Anteil an «Kontra»-Stimmen überwiegt den Anteil der «Pro»-Stimmen deutlich. Sind die Medien damit Anti-SVP, Anti-CVP, Anti-GLP und Anti-SP? Die Resonanz für kritische Stimmen gegenüber der DSI ist zwar tatsächlich ausgeprägt, sowohl im Verhältnis als auch im Volumen in etwa vergleichbar mit der Kritik an der Ecopop-Initiative vom November 2014, und stärker als bei vielen Vorlagen. Doch dies hat seine Gründe.</p>
<p>Denn die Tonalität der Medienberichterstattung reflektiert immer auch das Spektrum an Akteuren, das sich für oder gegen eine Vorlage positioniert. Bei der DSI gibt es abgesehen von der SVP und der punktuellen Intervention von Gewerbeverbands-Direktor Hans-Ulrich Bigler schlicht keine Akteursgruppe, die sich für die Initiative einsetzt. Ganz im Gegenteil: Vormals relativ unbekannte oder neu gegründete Organisationen und Strukturen wie etwa die «Operation Libero» oder der «Dringende Aufruf» treten vehement an die Öffentlichkeit und schaffen es, innert kurzer Zeit ein grosses Netzwerk an Unterstützern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu mobilisieren und mittels Crowdfunding eine beachtliche Summe an Spendengeldern für das Führen einer Kampagne gegen die DSI zu generieren. Dieser Konflikt «alle gegen SVP», wie er sich eben auch in den offiziellen Parteiparolen und im konkreten Abstimmungskampf zeigt, schlägt sich entsprechend in den Medieninhalten nieder.</p>
<p>Am Beispiel der DSI wird ebenfalls deutlich, dass gerade die Positionierung und Argumentationsstrategien der bürgerlichen Parteien die Medieninhalte prägen. Dies zeigt auch der Vergleich mit der Berichterstattung über die Ausschaffungs-Initiative (ASI) von 2010 (wir hatten diese vor ein paar Jahren <a href="http://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:00000000-13a2-35bc-ffff-ffff89f5939a/Ausschaffungsinitiative2010.pdf" target="_blank">ebenfalls analysiert</a>). Während bei der DSI die FDP sich mit klaren Worten gegen die Initiative positioniert und in den Medien zur resonanzstärkste Gegen-Partei wird, wirft sie sich bei der ASI 2010 nur halbherzig in den Abstimmungskampf und wird nicht überraschend resonanzmässig vom Konflikt innerhalb der SP (Streit um den Gegenvorschlag) übertroffen.</p>
<p>Dazu passt, dass damals bei der ASI die FDP primär defensive Argumente verwendet, wonach die ASI nicht umsetzbar sei oder nicht einmal zur Ausschaffung von ausländischen «Rasern» führe. Damit rückt sie nolens volens das Hauptproblem «kriminelle Ausländer» ins Zentrum, das primär von der SVP bewirtschaftet wird. Grundrecht-Argumente, die auf die Unverhältnismässigkeit von Strafen bei «Bagatelldelikten» oder die auf die illegitime «doppelte» Bestrafung von Ausländern (Stichwort «Zweiklassenjustiz») verweisen, findet man damals bei der ASI in der Medienberichterstattung von der FDP kaum. Dies ist bei der DSI nun bekanntlich anders. Auch die FDP positioniert sich klar als Gegnerin der Vorlage.</p>
<p>Politische Akteure und ihre Positionierungen bestimmen in der Summe die Tonalität und stehen oftmals im Einklang damit, wie die Medien eine Vorlage selbst kommentieren. Bezeichnenderweise verhalten sich die Medien bei der DSI sehr ähnlich wie bei vielen anderen Vorlagen. Typischerweise sind nämlich die expliziten Kommentare und Leitartikel in einer ähnlichen Tonalität wie die Summe der stärker deskriptiven Nachrichtenartikel und wie die Gastbeiträge und Interviews, die den verschiedenen Kampagnenakteuren eingeräumt werden. Kurz: Ist die Mehrheit der Akteure (Parteien, Verbänden, Vereinen etc.) gegen eine Vorlage, zeigt sich das in den Medienberichten und sind die Medien auch in ihren Kommentaren kritisch.</p>
<p><strong>3. Einordnungsleistungen</strong><br />
Die Medien schenken also bei der DSI dem sehr breiten Spektrum an verschiedenen Akteuren Resonanz, die sich allesamt klar gegen die DSI positionieren. Und mit der Vielzahl von Berichten nehmen die Medien wichtige Einordnungsleistungen vor und erklären beispielsweise die Aussagekraft von Kriminal-Statistiken, die Definition von «Sozialhilfemissbrauch» in der DSI oder die Ausschaffungspraxis in anderen Ländern. Dabei thematisieren die Medien viel stärker als noch bei der ASI 2010 die rechtsstaatlichen Argumente und ordnen diese ein. Und dies hat auch gute Gründe. Während Juristen sich bei der ASI 2010 noch zitieren lassen, dass die ASI bei aller Kritik noch nicht automatisch den Rechtsstaat untergrabe, da ja das Parlament in einem Umsetzungsgesetz noch für die Verhältnismässigkeit sorgen werde, begründen Juristen bei der DSI ihre Position nun konsequent so, dass diese Verhältnismässigkeit mit der DSI nun eben nicht mehr gegeben sei. Dass die Medien eine solche folgenreiche Änderung nun breit thematisieren und mit guten Gründen keinen <a href="http://www.watson.ch/!721486812" target="_blank">«Eunuchen-Journalismus»</a> betreiben, sondern Stellung beziehen, ist also folgerichtig und vernünftig.</p>
<p>Insgesamt lässt sich aber festhalten, dass die Medien nicht einmal zu viele Einordnungen vorgenommen haben, sondern sogar zu wenige. Dies erkennt man daran, dass mehrere Medien eine wahre Vorliebe für das Zuspitzen von Konflikten pflegen, statt Argumente nüchtern einzuordnen. Der Fokus auf den partei-internen Konflikt in der SVP ist ein solches Beispiel (Äusserungen von SVP-Nationalrat und Rechtsprofessor Vogt zu Ausnahmeregelungen für Secondos). Doch solche «Dramatisierungen» lassen sich bei vielen anderen Abstimmungsvorlagen beobachten – denken wir an den medial zugespitzten Konflikt innerhalb der CVP um die «Heiratsstrafe», innerhalb der SP um das RTVG (Bsp. Resonanz für SP-Ständerätin Anita Fetz) oder innerhalb der Grünen Partei um die Initiative «gegen Masseneinwanderung».</p>
<p>Ebenfalls zeigt sich auch in der Medienberichterstattung über die DSI, wie stark die Medien selbst die «Kampagne» (und sich selbst) beobachten und diese selbst zum Thema machen, auch bekannt als «horse race»-Journalismus. Dabei geht es weniger um Einordnung, sondern primär darum, wer wann wie gewinnt oder verliert.</p>
<p>Dass nun zwei Organisationen in kurzer Zeit eine schlagkräftige und zuweilen provokative, emotionale Kampagne aufbauen können, ist für die Medien höchst attraktiv. So lässt sich erklären, dass die «neuartige» Gegen-Kampagne selbst rasch zum Thema wird, was wiederum rasch zu einer Art «Konflikt- und Mobilisierungsspirale» führt. Aber auch hier verhalten sich die Medien ähnlich wie bei früheren Abstimmungen. Üblicherweise löst die SVP mit ihren immer wieder überraschenden, provokativen (und kostspieligen) Kampagnen breite Medienresonanz aus – von den Schäfchenplakaten im Wahlkampf (2007) über das Minarett-Plakat (2009) und den Plakaten mit dem «Vergewaltiger Ivan S.» bei der ASI (2010) hin zum YouTube-Wahlkampfvideo (2015), um nur die bekanntesten Beispiele zu nennen.</p>
<p>«Paid media» in Form von politischer Werbung der SVP führt dann gleichsam zu «Gratis»-Werbung für die SVP in der regulären Medienberichterstattung – das stellen wir <a href="http://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:00000000-3d69-760c-0000-000043f3513e/repmonpolitik_0215.pdf" target="_blank">in unseren Studien</a> immer wieder fest. Für einmal also sind die Vorzeichen umgekehrt und die Gegen-Kampagne profitiert vom Neuigkeits- und Nachrichtenwert. In diesem Sinne ist auch <a href="http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/meinung/die_demokratie_lebt__und_wie/" target="_blank">Patrik Müller</a> von der «Schweiz am Sonntag» zuzustimmen, der festhält: «In den Medien, von Online über Zeitungen bis zum Staats-TV, wurde kaum je eine Initiative so ausführlich und vielschichtig abgehandelt – auch weil sie Klicks und Quote brachte.»</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Ja, der Anteil der Kontra-Stimmen dominierte die Berichterstattung über die DSI. Wenn man das aber «unausgewogen» nennen möchte, dann müsste man konsequenterweise auch die seit Jahren beobachtete Fixierung der Medien auf SVP-Themen als «unausgewogen» bezeichnen. Zudem liegt das Übergewicht von Kontra-Stimmen in den Medien auch daran, dass sich neben der SVP kaum jemand für die Initiative einsetzt und dass sehr viele Akteure sehr viele gute Gründe und fachlich fundierte Argumente gegen die DSI einspeisen, auch im Vergleich zur ASI.</p>
<p>Und schliesslich gilt es nicht zu vergessen: trotz aller Kritik an der DSI stösst die Problematisierung des Fremden auf Akzeptanz. Wie anders sollte man deuten, dass ein Grossteil der DSI-Gegner argumentiert, die Umsetzung der angenommenen Ausschaffungsinitative erfordere ein «pfefferscharfes» Gesetz gegen «kriminelle Ausländer», um das «Problem» ernsthaft zu bekämpfen?</p>
<p>Aufbauend auf dieser Akzeptanz, so ist zu vermuten, werden auch weitere Kampagnen und Abstimmungs-Erfolge primär der SVP möglich sein, zumal die SVP über das grösste Kampagnenbudget verfügt und sich bisher als sehr geschickt im Politmarketing erwiesen hat. Der Neuigkeitswert für die Gegner der DSI schliesslich wird bei den nächsten Abstimmungen wohl nicht mehr so hoch sein, ausser die Gegner der SVP betreiben eine noch provokativere und emotionalere Kampagne, als es die SVP üblicherweise tut. Die Medien werden weiterhin gefordert sein, vor allem die Sachfragen und Argumente nüchtern zu diskutieren, als den lautesten und spektakulärsten Kampagnen Resonanz zu schenken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/10/ein-abbild-der-akteure-aber-ein-schiefes-bild-der-themen/">Ein Abbild der Akteure, aber ein schiefes Bild der Themen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auswege aus dem Einheitsbrei</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/10/auswege-aus-dem-einheitsbrei/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/11/10/auswege-aus-dem-einheitsbrei/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eveline Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2014 09:04:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Print-on-Demand]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Einheitsbrei]]></category>
		<category><![CDATA[Eveline Dudda]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Magazinjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=21930</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es ist eines der Grundübel der Medienkrise: Alle versuchen dasselbe wie die Konkurrenz zu machen. Selbst in Bereichen mit grosser Titelvielfalt, findet man eigentlich nur Einheitsbrei. Sein Angebot kann nur differenzieren, wer weiss, was die Leserinnen und Leser wirklich wollen. Seit ich nicht mehr nur freischaffende Journalistin, sondern auch noch Chefredaktorin eines Gartenmagazins bin, frage <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/10/auswege-aus-dem-einheitsbrei/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/10/auswege-aus-dem-einheitsbrei/">Auswege aus dem Einheitsbrei</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eines der Grundübel der Medienkrise: Alle versuchen dasselbe wie die Konkurrenz zu machen. Selbst in Bereichen mit grosser Titelvielfalt, findet man eigentlich nur Einheitsbrei. Sein Angebot kann nur differenzieren, wer weiss, was die Leserinnen und Leser wirklich wollen.<br />
<span id="more-21930"></span><br />
Seit ich nicht mehr nur freischaffende Journalistin, sondern auch noch Chefredaktorin eines Gartenmagazins bin, frage ich mich oft, wie man wohl rausfinden könnte, was die Leserinnen und Leser wirklich, tatsächlich, ganz brennend und echt interessiert.</p>
<p>Umfragen trau ich nicht über den Weg, denn man kann Fragen nur selten so stellen, dass die Antwort darauf tatsächlich die wirkliche Meinung wiedergibt. In Umfragen kaufen ja auch 90% der Leute Bio – nur in den Läden schlägt sich das nicht nieder. Oder fast alle machen in Umfragen Sport – auch wenn sie nur sportlich Auto fahren. Wie es mit der Quotenerfassung beim Fernsehen aussieht, hat Nik Niethammer in einer früheren Kolumne bereits dargestellt. Das taugt auch nur bedingt.</p>
<p>Ich träume im Moment von einem Modell à la Print-on-demand, um zu erfahren, worauf das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes «Wert» legen. Dabei müsste niemand das ganze Heft kaufen, sondern könnten am Kiosk entscheiden, welche Themen sie gedruckt haben möchten und müssten natürlich auch nur für diese bezahlen. Die Bewertung ginge folglich Seite für Seite übers Portemonnaie. Ich denke das wäre spannend. Vor allem wenn der Preis hoch genug wäre.</p>
<p>Ich schätze jedenfalls, dass die meisten Zeitschriften und Magazine deutlich dünner würden. Und ich vermute, dass nur selten ein Editorial gekauft würde, wenn man separat dafür zahlen könnte. Denn obwohl alle Magazine, jedenfalls alle Garten- und Lifestyle-Magazine die ich je in die Hand genommen habe, IMMER mit einem Editorial beginnen, muss das ja noch lange nicht heissen, dass alle Leserinnen bereit wären, für ein Editorial zu zahlen.</p>
<p>Ich persönlich gäbe keinen Rappen dafür aus und vermute ein bisschen, dass das ganze primär auf Nachahmungstrieb basiert: Weil alle Redaktionen ein Editorial haben, meinen alle anderen, sie müssten auch eines haben. Und weil die anderen Editorials langweilig sind, muss das eigene auch nicht wirklich besser sein. (Falls sich jetzt irgendjemand getreten fühlt: Das bezieht sich, wie gesagt, nur auf jene Zeitschriften und Magazine der Garten- und Lifestyle-Kategorie die ich kenne&#8230;.)</p>
<p>Oder nehmen wir die Briefe an die Redaktion: Tatsächlich gibt es Zeitschriften oder Zeitungen in denen die Leserbriefe mindestens so spannend sind wie die eigentliche Berichterstattung. In Garten- und gartennahen Lifestyle-Magazinen ist das aber nie der Fall. Dort enthalten die Leserbriefe fast nur Aussagen wie «Wunderschönes Heft!» oder «Herzlichen Dank für die tollen Beiträge!» und dergleichen Lobgesänge mehr. Würden die Leserinnen für solche «Briefe an die Redaktion» wirklich etwas bezahlen, wenn Sie die Wahl hätten? Ich glaube kaum. Höchstens wenn der eigene Name abgedruckt worden ist.</p>
<p>Diese Art geschriebener Selfies kennt man aus Foren, Blogs, Facebook und Co schon zur Genüge. Und was würde wohl mit den «Leser-fragen-wir-antworten-Rubriken» passieren? In denen die LeserInnen komischerweise immer die «richtigen» Fragen, zum jeweiligen Monatsthema passend, stellen. Ich zweifle ein wenig, dass diese Seiten viel Geld in die Print-on-demand-Kasse spülen würden. Aber man soll ja nicht von sich selbst auf die grosse Masse schliessen.</p>
<p>Mir scheint, diese Gleichschalterei ist eines der Grundübel der Medienkrise: Dass alle versuchen dasselbe wie die Konkurrenz zu machen. Selbst in Bereichen, wo es wirklich viele Titel gibt, (Garten-Natur-Lifestyle!) findet man eigentlich nur Einheitsbrei. Was Leserinnen und Leser tatsächlich wollen weiss zwar niemand so recht, aber welche Zeitschriften erfolgreich sind, scheinen alle zu wissen. Und wenn das Konzept XY erfolgreich ist, dann wird nicht nur das Konzept kopiert, sondern gleich auch noch das Layout und sämtliche Rubriken. Weil das alle machen, werden alle einander immer ähnlicher. Was man am Kiosk dann auch gut sieht…</p>
<p>Als Leserin ärgert mich das, denn ich habe eigentlich keine echte Wahl. Ich kann kein Garten-/Lifestylemagazin ohne Leserbriefe, ohne Promis und Stars, ohne Leserfragen, ohne Kreuzworträtsel und ohne Kochrezept kaufen und ich muss mich dabei immer als «liebe Leserin» auf Seite 3 anquatschen lassen, obwohl ich eher nicht so lieb bin.</p>
<p>Dieses redaktionelle Beigemüse muss ich offenbar in Kauf nehmen wie den Sportteil, die Leserfotos und die Todesanzeigen in der Tageszeitung (Wobei die Todesanzeigen mit steigendem Alter wenigstens interessanter werden.) Bei einer Tageszeitung pro Region mag das ja noch angehen, bei dreissig oder noch mehr Gartenzeitschriften für den deutschsprachigen Raum sollte es dagegen Platz für mehr Vielfalt haben oder etwa nicht?</p>
<p>Als frischgebackene Chefredaktorin macht mich dieser Einheitsbrei nervös. Denn wenn alle in die gleiche Richtung fahren, könnte es ja durchaus sein, dass alles andere zur Geisterfahrt wird. Und die geht selten gut aus. Drum wünsch ich mir so dringend Print-on-demand. Damit ich erfahre, was die Leserinnen und Leser wirklich wollen. Und was ihnen etwas wert ist.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/10/auswege-aus-dem-einheitsbrei/">Auswege aus dem Einheitsbrei</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2014/11/10/auswege-aus-dem-einheitsbrei/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vergangenheit verklären, Gegenwart verachten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/09/30/vergangenheit-verklaeren-gegenwart-verachten-2/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/09/30/vergangenheit-verklaeren-gegenwart-verachten-2/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus Schär]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2013 07:19:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Eisenegger]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Imhof]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrbuch 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität der Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=16111</guid>

					<description><![CDATA[<p>Während das Jahrbuch «Qualität der Medien» eine Qualitätseinbusse der Schweizer Medien feststellt, blühen längst Alternativen im Netz auf. Die Autoren des Jahrbuchs erkennen den Strukturwandel der Öffentlichkeit nicht und verklären die Vergangenheit. Mein Reflex auf das Jahrbuch zur Qualität der Medien ist nicht eingeübt, wie ihn Nick Lüthi beschreibt: Ich habe erstmals die Urteilsverkündigung miterlebt <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/30/vergangenheit-verklaeren-gegenwart-verachten-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/30/vergangenheit-verklaeren-gegenwart-verachten-2/">Vergangenheit verklären, Gegenwart verachten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während das Jahrbuch «Qualität der Medien» eine Qualitätseinbusse der Schweizer Medien feststellt, blühen längst Alternativen im Netz auf. Die Autoren des Jahrbuchs erkennen den Strukturwandel der Öffentlichkeit nicht und verklären die Vergangenheit.<br />
<span id="more-16111"></span><br />
Mein Reflex auf das Jahrbuch zur Qualität der Medien ist nicht eingeübt, <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/25/einfach-mal-in-den-spiegel-schauen/">wie ihn Nick Lüthi beschreibt</a>: Ich habe erstmals die Urteilsverkündigung miterlebt – und mich spontan aufgeregt. Als die Medienwissenschaftler Mark Eisenegger und Kurt Imhof uns zum Fragen und ausdrücklich auch zum Streiten aufforderten, blieb es lange ruhig. Mir war schon während den Referaten eine kurze Frage durch den Kopf geschossen: In welcher Welt leben Sie eigentlich? Doch die Begründung wäre so lang ausgefallen, dass ich es bleiben liess.</p>
<p>Ich will aber auch nicht in der Schmollecke verharren und den Blick in den Spiegel verweigern, wie es uns Nick Lüthi vorwirft. Darum reiche ich meine Fragen hier nach, damit sich auch die Qualitätspäpste dem Spiegel stellen müssen. Ich enthalte mich aber jeglicher Wertung ihrer Arbeit. (Mit Kurt Imhof lässt sich, wenn es nicht gerade um Medienqualität geht, angeregt reden und auch gepflegt streiten – das will ich nicht gefährden.)</p>
<p>Vorerst die Fragen zur Frage: Wie lässt sich die Qualität von Medien werten und vor allem messen? Was taugt also die Methode des Jahrbuchs? Warum sprechen die Forscher beispielsweise der NZZ hohe Qualität zu, der NZZ Online aber nur mittlere – obwohl sich auf dem Web dieselben Inhalte finden, plus ein reiches Angebot an News, Blogs und Archivmaterialien? Diese gute Frage stellte an der Medienkonferenz eine junge, vermutlich betroffene Kollegin. Die Antwort lautete ungefähr, auf dem Netz fänden sich halt zusätzlich viele nicht vertiefende Elemente, die den Relevanzkoeffizienten drücken. Ich gebe zu, ich hörte nicht genau hin, denn ich schaute gerade auf dem iPad NZZ Online an. Ich fand einen einzigen nicht einordnenden Artikel, die journalistisch einwandfreie Berichterstattung über die Wahl ins Bundesgericht eine Stunde zuvor. Der – verlinkte – Hintergrund dazu war am Vortag zu lesen gewesen. Und die aktuelle Meldung stand am nächsten Tag in der Zeitung, abgehangen und deshalb mediensoziologisch wertvoller.</p>
<p>Wie messen die Forscher die Qualität der Weltwoche (mittel), für die ich arbeite? Sie werten &#8211; neben stichprobeweiser Analyse der Zeitungsartikel &#8211; in erster Linie die Frontseiten aus: Halten sie sich bei der Weltwoche nur an die drei Geschichten auf dem Cover? Oder nehmen sie grosszügig auch noch die Zeile über dem Titelbild mit den Stichworten zu drei bis vier weiteren Artikeln (von insgesamt dreissig bis vierzig) dazu? Machten sie sich je Gedanken darüber, dass sich ernste und deshalb meist schwere Themen dem Publikum nur anbieten lassen, wenn es auch noch etwas leichte, aber nicht minder gute Kost bekommt – die oft für sein Alltagsleben viel wichtiger ist? Die Titelthemen der <a href="http://www.weltwoche.ch/no_cache/die-weltwoche/aktuelle-ausgabe.html?tx_kbwwfrontend_pi4[issue_year]=2013&amp;tx_kbwwfrontend_pi4[issue_number]=39">aktuellen Ausgabe</a> sind übrigens: die Analyse des Therapiestaates Schweiz, die Geschichte der Juden über Jahrtausende, die Kritik eines Vierteljahrhunderts Klimapolitik, dazu Sarrazin über Angela Merkel als mächtigste Frau Europas, Engeler über ein paar Jahrhunderte Familie von Wattenwyl und Milo Rau über Lenin (1870-1924). Sorry für so viel Oberflächlichkeit, Kurzatmigkeit und Einfalt.</p>
<p>Warum schelten die Forscher die Medien und damit auch das Publikum dafür, dass sie der Fall «Carlos» mehr interessierte als die Gripen-Debatte oder auch das Schwingfest? Wie angetönt, gilt alles, was für uns im Alltag wirklich wichtig ist, für die Forscher als irrelevant: Liebe, Sex, Familie, Ernährung, Gesundheit, Ausgehen, Hobbies, Sport, aber auch die ganz normale Arbeit – das wahre Leben halt. Ob je Gripen über die Schweiz donnern, betrifft niemanden im Geringsten ausser den bedauernswerten Berner Oberländern. Der Fall «Carlos» aber packte alle, weil sich an diesem Einzelfall (der kein Einzelfall ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiss) grundsätzliche Fragen abhandeln liessen, die sich alle stellen müssen, wenn nicht in der Familie, so doch im Land: Wie setzen wir die Regeln im Alltag durch? Wie gehen wir mit Tätern und Opfern um? Und, vor allem, wie gliedern wir auch schwierige Menschen in unsere Gesellschaft ein?</p>
<p>Als Kurt Imhof und ich Geschichte studierten, entdeckte sie, inspiriert von der Sozialanthropologie, wieder einmal die narrative Methode: Am repräsentativen Einzelfall lässt sich viel erkennen und vermitteln, weil wir Menschen nun mal in individuellen Geschichten denken, nicht in systemischen Gebilden. Gerade im Fall «Carlos» gab es zahlreiche Beiträge, die an diesem Fall Grundsätzliches abhandelten – wie sogar der Medienclub anerkannte. (Einige der fundiertesten und differenziertesten, also konträren Artikel stammten von meinem Kollegen Alex Baur, der den sozialisierenden Wert des Kickbox-Trainings als erster Journalist erkannte. Im Medienclub, zumindest solange ich zuschaute, fiel – wohl aus Rücksicht auf das zarte Gemüt von Weltwoche-Hasser Roger de Weck – der Name unseres Blattes nie.)</p>
<p>Und dann noch zur grossen Frage: In welcher Welt leben Medienforscher eigentlich? Dabei geht es für mich vor allem darum, dass Kurt Imhof und Mark Eisenegger nach meiner Erfahrung, ergo Meinung die Dialektik von Fragmentierung und Konzentration in den Medien völlig falsch sehen, nämlich die Vergangenheit verklären und die Gegenwart verachten, weshalb sie den neuerlichen Strukturwandel der Öffentlichkeit – ein super Forschungsthema! – nicht erkennen.</p>
<p>Was folgt, habe ich hier schon mal geschrieben, aber Kurt Imhof erzählt ja auch jedes Jahr dasselbe. Als ich in den Achtzigerjahren ins Berufsleben einstieg, gab es im Thurgau für 200&#8217;000 Einwohner noch acht lokale Tageszeitungen – als Sozi konnte ich bei keiner davon arbeiten. Jetzt gibt es noch eine Thurgauer Zeitung, die aus St. Gallen kommt, und das ist ein Fortschritt. Nur das krasseste Beispiel, weshalb: 1987 schafften wir eine historische Sensation für den Thurgau, die erste Abwahl eines FDP-Ständerats und die erste Wahl eines SP-Ständerats seit 1848. Der Verleger der Monopolblätter für Kreuzlingen, Weinfelden und katholisch Frauenfeld war aber ein Freund des Abgewählten. Das hiess: Für die Leser des Volksfreunds, des Tagblatts und der Volkszeitung gab es SP-Ständerat Thomas Onken jahrelang nicht. Heute kommt auch die SP-Nationalrätin mehr zu Wort, als sie etwas zu sagen hat. Und die Thurgauer Zeitung – die nicht bei mir nachfragte, als ich 1999 über Nacht als SP-Kantonalpräsident zurücktrat – schreibt wochenlang gut recherchierte Artikel über das Mobbing gegen den Gemeindeammann von Güttingen oder über die «Versuche mit nicht zugelassenen Medikamenten» in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. (Man wünscht sich nur noch die Einsicht, dass es vor der Zulassung von Medikamenten Versuche braucht.)</p>
<p>Das Blatt, das jetzt vorwiegend in St. Gallen entsteht, hat vor allem ein grosses Problem: Es ist zu gut. Meine 85-jährige Mutter kann sich zwar bis zu zwei Stunden damit verweilen, aber alle ihre Bekannten schnöden darüber. Denn sie finden im gehaltvollen, also dicken Blatt nicht mehr, was für sie ein Jahrhundert lang der Grund war, eine Lokalzeitung zu lesen: die Todesanzeigen, die amtlichen Mitteilungen, die Werbung für die Metzgete, allenfalls noch die Aufsätze über die Abendunterhaltung des Männerchors oder die Ausfahrt des Damenturnvereins (zumindest für die Beteiligten). Die Frage stellt sich also, für Publizistik-Professoren halt kaum mehr beantwortbar: Wer las eigentlich, als die Thurgauer Lokalzeitungen noch publizistisch wertvoll waren, die gescheiten Leitartikel von Jürg Tobler oder Oskar Reck?</p>
<p>Jetzt kann ich in Weinfelden statt einer Lokalzeitung, die meine Leserbriefe oft nicht abdruckte, nur noch die Thurgauer Zeitung lesen. Ich bin also gemäss Kurt Imhof gefangen im Monopol, wie zu Zeiten des Bierkartells, als es nur Weinfelder Bier gab. Mit Verlaub: Was für ein Unsinn! Die Lokalpresse ist zwar gebietsmonopolisiert – zum Glück. Aber die Medienlandschaft, auch lokal, ist fragmentierter denn je. Über den Männerchor und den Damenturnverein schreiben Gratisanzeiger mehr, als ich je wissen wollte (gewisse Publizistikprofessoren wollen sie subventionieren, obwohl sie von den Inseraten gut leben); die amtlichen Mitteilungen finde ich online, die TZ-Recherchen greifen manchmal sogar überregionale Blätter auf, und um den zwei Millionen teuren Kunstrasenplatz streite ich mit dem Gemeinderat auf Facebook – so erreiche ich mehr Leute als an der Gemeindeversammlung. Nur den Todesanzeiger, den wir 1985 bei einer Businessplan-Übung in der Journalistenschule erfanden, gibt es noch nicht.</p>
<p>Anderseits geniesse ich dank dem Web eine grössere Vielfalt als beim Bier, wo häufig auch Heineken drin ist, wo nicht Heineken draufsteht – auf einem Niveau des öffentlichen Diskurses, das so hoch ist wie noch nie. Nehmen wir als Beispiel das relevanteste Thema überhaupt, die Wirtschaftspolitik: In der thurgauischen Provinz bekomme ich dank den Blogs von Paul Krugman, Greg Mankiw oder Tyler Cowen die aktuellen Debatten auf höchster Ebene mit, und für das breite Publikum schreiben Kollegen wie Philipp Löpfe dort ausgiebig ab. Auf dem Blog <a href="http://www.batz.ch/">Batz</a> äussern sich einige der interessantesten Schweizer Ökonomie-ProfessorInnen mutig und klar, jederzeit in den Medien zitierbar. Auf dem geschmähten Newsnet (am unteren Rand der mittleren Qualität) denken zwei der gescheitesten Kollegen, «Finanz-und-Wirtschaft»-Chefredaktor Mark Dittli und Privatdozent Tobias Straumann, in ihrem Blog <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/">Never Mind The Markets</a> nach, für ein Publikum, wie es die F&amp;W oder der NZZ-Wirtschaftsteil nie hatten. Und mit dem wichtigsten Forum des Finanzplatzes, <a href="http://insideparadeplatz.ch/">Inside Paradeplatz</a>, zeigen Lukas Hässig und Claude Baumann, dass sich auch mit verlagsunabhängigem hochstehendem Journalismus Geld verdienen lässt (wie übrigens auch – auf einem anderen Spezialgebiet, das halt nur die Insider bewegt – die Kollegen von der Medienwoche).</p>
<p>Oder ein anderes, trauriges Beispiel: Über die Klimaforschung berichten in den traditionellen Qualitätsmedien ein halbes Dutzend Journalisten, was ihnen ihre Buddies in der Wissenschaft vorsagen. Wer sich über die aktuellen Debatten informieren will, muss die internationalen Blogs lesen, in der Schweiz einsam verbreitet von Manfred Messmer mit seinem Blog <a href="http://arlesheimreloaded.ch/">Arlesheim Reloaded</a>. Die immer lautere und härtere Kritik der letzten Jahre hat dazu geführt, dass die Bibel der Klimaforschung, der IPCC-Bericht, jetzt in Frage gestellt wird.</p>
<p>Es ist halt – dank der Medienentwicklung – eine schlechte Zeit für Bibeln aller Art.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/30/vergangenheit-verklaeren-gegenwart-verachten-2/">Vergangenheit verklären, Gegenwart verachten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2013/09/30/vergangenheit-verklaeren-gegenwart-verachten-2/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
