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	<title>Viktor Baumeler | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«Ja, die SRG könnte ohne Gebühren weiterbestehen. Aber…»</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2016 11:38:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Stainer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für die SRG ist klar: Ihr Medienangebot gibt es nur, wenn Gebühren fliessen. Eine Annahme der «No Billag»-Initiative bedeute deshalb das Aus für Schweizer Radio und Fernsehen. Wirklich? Auch eine rein kommerziell finanzierte SRG ist vorstellbar. Doch der Preis dafür wäre hoch. Wer ein Unternehmen mit Weitsicht führt, bereitet sich auf alle bekannten Risiken vor und entwirft <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/08/ja-die-srg-koennte-ohne-gebuehren-weiterbestehen-aber/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für die SRG ist klar: Ihr Medienangebot gibt es nur, wenn Gebühren fliessen. Eine Annahme der «No Billag»-Initiative bedeute deshalb das Aus für Schweizer Radio und Fernsehen. Wirklich? Auch eine rein kommerziell finanzierte SRG ist vorstellbar. Doch der Preis dafür wäre hoch.<br />
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Wer ein Unternehmen mit Weitsicht führt, bereitet sich auf alle bekannten Risiken vor und entwirft für den Fall des Eintreffens angemessene Szenarien. Die SRG weiss um ein solches Risiko, quasi das grösstmögliche, ein GAU also: Das totale Wegbrechen sämtlicher Gebühreneinnahmen und damit von mindestens Dreivierteln des Ertrags von zuletzt 1,6 Mrd. Franken pro Jahr. Bei der noch nicht terminierten Abstimmung zur sogenannten No-Billag-Initiative geht es genau darum, gebührenfinanzierte Medien abzuschaffen. Aber Fehlanzeige. Die SRG bereitet sich auf den Fall der Fälle gar nicht erst vor, so gravierend hält man das Ereignis. «Es gibt keine Vorbereitungen für eine Auflösung der SRG im Hinblick auf eine allfällige Annahme der No-Billag-Initiative», teilt Mediensprecher Daniel Steiner mit.</p>
<p>Für das Führungspersonal der SRG scheint der Fall klar zu sein: «Sollte No Billag – eigentlich: No SRG – angenommen werden, gäbe es die SRG schlicht und einfach nicht mehr», findet Viktor Baumeler, Präsident des SRG-Verwaltungsrats. Und der frisch gewählte Generaldirektor Gilles Marchand <a href="http://www.24heures.ch/suisse/ssr-marchand-veut-mieux-cher/story/22583071" target="_blank">doppelt nach</a>: «Si l’initiative passe, notre existence s’arrête. On éteint la lumière, on ferme la porte et on s’en va. C’est aussi simple que ça.» So einfach ist das: Lichterlöschen, Ende, Aus.</p>
<p>Das ist indessen nicht die ganze Wahrheit. Zuerst einmal würde die SRG in ihrer Organisationsstruktur als Zusammenschluss von Vereinen und Genossenschaften rechtlich bestehen bleiben – auch ohne Gebühren. Allerdings könnte sie ihren Zweck nicht mehr im heutigen Ausmass erfüllen: «Der Zweck der Trägerschaft ist das Betreiben des Service Public-Unternehmens SRG im Dienste der Allgemeinheit», teilt SRG-Sprecher Daniel Steiner mit. Darum sieht er die SRG als ganzes in ihrer Existenz bedroht für den Fall einer Gebührenabschaffung.</p>
<p>Am Ende entscheiden die rund 23’000 Mitglieder und ihre Gremien in den regionalen Verbänden. Die SRG-Genossenschaft Bern, Freiburg, Wallis aufzulösen, erfordert eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder. Sollte indes eine Mehrheit weiterhin in Medien machen wollen, dann könnte sie auf dem freien Markt ihr Glück suchen, ganz ohne Gebühren aber auch ohne die heute geltenden Einschränkungen und Verbote.</p>
<p>Diesen Weg hält der Medienwissenschaftler Matthias Künzler für gangbar: «Ja, meiner Meinung nach könnte die SRG ohne Gebühren weiterbestehen.» Aber der Preis dafür wäre hoch, weiss der Autor eines Standardwerks <a href="http://www.infosperber.ch/Medien/Medien-Schweiz-ein-neues-Fachbuch" target="_blank">über das Mediensystem Schweiz</a>. «Die SRG würde sich in einem solchen Szenario vermutlich auf die Deutschschweiz konzentrieren», so Künzler weiter, «und ihre Programmproduktion in den anderen Sprachregionen einstellen.» Oder in der Westschweiz ein Rumpfprogramm anbieten.</p>
<p>Zu seiner Einschätzung gelangt Künzler mit Blick auf den Werbemarkt. Mit Internet und Radio verfügt die SRG über zwei heute noch werbefreie Plattformen. Online-Werbung würde sie schon lange liebend gerne anbieten können und auch Radiowerbung würde den einen oder andern Franken einbringen. Vor allem könnte eine SRG auf dem freien (Werbe)markt das volle Potenzial von Admeira nutzen. Die Werbeallianz mit Swisscom und Ringier leidet aktuell an der gesetzlichen Einschränkung, insbesondere im Bereich der personalisierten Werbung, welche die SRG heute (noch) nicht nutzen darf.</p>
<p>Um abschätzen zu können, welches kommerzielle und publizistische Potenzial eine private SRG entfallen könnte, fehlen heute die Zahlen. Hierzu will sich niemand auf die Äste hinauslassen. Weder Werbestatistik Schweiz, Admeira, die SRG selbst noch unabhängige Fachspezialisten sind bereit, konkrete Zahlen zu nennen. (Nur bei Goldbach rechnet man noch; eine Anfrage ist hängig, wir informieren). Doch so viel ist klar: Die Milchbüechli-Rechnung, den aktuellen Werbeertrag der SRG als Basis für künftiges Wirtschaften zu nehmen, taugt nicht. Erst dank den Gebühren ist es heute möglich, jene Inhalte zu produzieren, die erst ein attraktives Werbeumfeld schaffen. Darum wäre mit einem gravierenden strukturellen Rückgang der Werbeeinnahmen zu rechnen, die kaum mit den neuen Formen und Formaten kompensiert werden könnten.</p>
<p>Davon ist auch Manuel Puppis überzeugt. Der <a href="https://www.unifr.ch/dcm/index.php?page=prof-dr-manuel-puppis" target="_blank">Professor an der Uni Freiburg</a> und Spezialist für Mediensysteme nennt zwei Gründe: «Erstens würden die Werbeeinnahmen der SRG deutlich zurückgehen. Ohne Gebühren dürfte sich das Budget in Richtung 3+ bewegen und das Programm weniger attraktiv werden. Daraus folgt zweitens, dass das Budget für Service public Leistungen kaum vorhanden wäre.» In diesem Punkt ist man sich einig. Eine «zwangsprivatisierte» SRG könnte die heutigen Aufgaben und die Rolle als gesamtschweizerisches Medienhaus mit gleichwertigen Angeboten für alle Landesteile nicht mehr erfüllen. Da würde es wohl auch wenig helfen, wenn sie als Zusammenschluss von Genossenschaften und Vereine, keinen Gewinn anstrebt und nicht die Erwartungen von Aktionären und Eigentümern befriedigen muss – obwohl das im gesamten Szenario ein Pluspunkt für die SRG darstellt.</p>
<p>Nur vage Zukunftsszenerien gibt es bei den Initianten der No-Billag-Initiative. Olivier Kessler, Co-Präsident des Komitees, skizzierte jüngst in der Sendung «Hallo SRF!» blühende Landschaften, die er sich wie eine bunte Kioskauslage vorstellt. Tenor: Der freie Markt regelt alles von alleine, Angebot und Nachfrage vermögen Medienvielfalt zu garantieren. Sei eine Sendung vom Publikum begehrt, wie etwa das «Echo der Zeit», lasse sie sich auch finanzieren, so Kessler bei früherer Gelegenheit. «Aber», gibt Medienforscher Matthias Künzler zu bedenken, «eine Annahme der No-Billag könnte das Gegenteil dessen bewirken, was die Initianten wollten: Eine völlige Kommerzialisierung der SRG würde möglicherweise ihre Marktposition gegenüber den anderen Schweizer Privatsender in der Deutschschweiz stärken.»</p>
<p>Damit ist auch klar, womit bei einer Annahme von No Billag vor allem zu rechnen ist: Die Schwächung der Minderheitensprachen Französisch und Italienisch. Angebote, wie sie eine kommerzielle SRG bestenfalls noch in der Deutschschweiz realisieren könnte, lägen für Romandie und Südschweiz nicht drin. Die lokalen Märkte geben dafür zu wenig her. Insbesondere in der Westschweiz füllt das öffentliche Radio und Fernsehen jene Lücken, die private Verlage mit ihrem Ressourcenabbau in den Redaktionen hinterlassen. Nicht zuletzt darum erfährt RTS eine hohe Akzeptanz beim Publikum. Eine mögliche Konsequenz wäre eine (Teil)verstaatlichung von Westschweizer Radio und Fernsehen. So sehen sich die Kantonsregierungen schon heute der Medienpolitik sehr zugetan. Démarchen an abbauwillige Verlage gehören zum diplomatischen Repertoire. Gut möglich, dass die Regierungen über kantonale Kulturetats in die Bresche springen würden. In der rätoromanischen Schweiz könnte die Lia Rumantscha, die schon heute dank Millionensubventionen die aussterbende Sprache lebendig hält.</p>
<p>Das wäre dann der Preis für die Gebührenabschaffung: Anstatt eines öffentlichen Rundfunks für alle Landesteile, gäbe es ein zusätzliches Kommerzprogramm in der Deutschschweiz und Staatssender in der lateinischen Schweiz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/08/ja-die-srg-koennte-ohne-gebuehren-weiterbestehen-aber/">«Ja, die SRG könnte ohne Gebühren weiterbestehen. Aber…»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Auf Cina warten Herkulesaufgaben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 13:45:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Françios Roth]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jean-Michel Cina heisst der neue Präsident der SRG. Die Delegiertenversammlung wählte den früheren CVP-Nationalrat und noch amtierenden Walliser Staatsrat an die Spitze der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft. Auf Cina kommen anspruchsvolle Zeiten zu mit Aufgaben, die weit über sein Teilzeitpensum hinausreichen. Umso geschickter muss er deshalb Prioritäten setzen. Über ein Jahr lang suchte die SRG <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/01/auf-cina-warten-herkulesaufgaben-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jean-Michel Cina heisst der neue Präsident der SRG. Die Delegiertenversammlung wählte den früheren CVP-Nationalrat und noch amtierenden Walliser Staatsrat an die Spitze der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft. Auf Cina kommen anspruchsvolle Zeiten zu mit Aufgaben, die weit über sein Teilzeitpensum hinausreichen. Umso geschickter muss er deshalb Prioritäten setzen.<br />
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Über ein Jahr lang suchte die SRG einen neuen Präsidenten. Jetzt hat sie ihn gefunden. Jean-Michel Cina, Walliser CVP-Politiker, übernimmt das Amt per 1. Mai 2017. Wie die SRG mitteilt, habe sich die Delegiertenversammlung auf Vorschlag des Verwaltungsrats «für eine erfahrene, in Politik und Wirtschaft vernetzte Persönlichkeit entschieden». Die Wahl erfolgte mit 36 gegen 3 Stimmen. Bis es so weit war, dauerte es aber eine ganze Weile. So brauchte es zwei Runden, um schliesslich 74 Kandidaten auf eine Longlist zu setzen. Wunschkandidaten aus der Wirtschaft dürften aufgrund der Entschädigung frühzeitig aus dem Rennen gestiegen sein. Für das 50-Prozent-Pensum – die SRG kann sich nur einen Teilzeitpräsidenten leisten – gibt es 153&#8217;000 pro Jahr. Das reicht nicht, um einen ehemaligen Patron und Wirtschaftsführer an Bord zu holen.</p>
<p>Auf Jean-Michel Cina warten anspruchsvolle Aufgaben. Denn der SRG-Präsident trägt zwei Hüte. Er steht dem Verwaltungsrat vor und ist gleichzeitig auch Präsident der Trägerschaft mit ihren über 20&#8217;000 Mitgliedern. Als Verwaltungsratspräsident leitet Cina ein Gremium, das von zahlreichen Wahlkörpern bestellt wird: Zum einen die vier Sprachregionen der SRG und zwei Delegierte des Bundesrats. Die Delegiertenversammlung der SRG wählt wiederum drei Mitglieder, wovon einer der Präsident ist. Dieses Konstrukt erfordert an der Spitze eine integrative Persönlichkeit, die gut auftreten kann gegen innen und aussen. Mit dem Generaldirektor, dessen Vorgesetzter der Präsident ist, pflegt er einen engen Austausch.</p>
<p>Das Doppelgespann an der Spitze kann die SRG breiter gegen aussen vertreten. Es ist nicht immer nur Generaldirektor de Weck, der die SRG erklären und für Kritik den Kopf hinhalten muss. Gegen innen bietet die Zweierspitze natürlich auch Konfliktpotenzial. Wer ist der wahre Chef? Unter Cinas Vorgänger Raymond Loretan und der befristeten Übergangslösung unter Viktor Baumeler war Roger de Weck die alleinige Spitzenfigur und prägte entsprechend aktiv die Wahrnehmung der SRG. In diese Zeit fielen gewichtige Entscheide, wie etwa das Eingehen einer Werbeallianz mit Swisscom und Ringier, die vor allem als de Wecks Werk gesehen wird. Ein starker Präsident neben dem Generaldirektor hätte hier vielleicht andere Akzente gesetzt.</p>
<p>Doch hat Cina das Potenzial ein starker Präsident zu werden? Dafür spricht sicher einmal die Herkunft aus einem zweisprachigen Kanton. Wie der Freiburger de Weck kann auch der (Ober)walliser Cina die Interessen der Romandie glaubwürdig vertreten als perfekter Bilingue. Ebenso kennt er als ehemaliger Nationalrat die Mechanismen in Bundesbern. Im Hinblick auf die kommenden medienpolitischen Debatten ist das sicher ein Vorteil. In seiner Aktivzeit im Bundeshaus von 1999 bis 2005 fiel er indes nicht als Medienpolitiker auf. Vielmehr setzte er sich für lokale Belange ein wie Rebberge, Auto- und Bergbahnen.</p>
<p>Der Vorteil der langjährigen Verankerung in der Politik könnte Cina aber auch zum Nachteil gereichen, zumal mit seiner Parteicouleur als CVP-Mitglied. Bereits sein Vorgänger Loretan war ein Christlichdemokrat. Auch sonst sind sie in den SRG-Gremien nicht rar. So sitzen mit Luigi Pedrazzini und Jean-François Roth zwei Partei- und ehemalige Amtskollegen im Verwaltungsrat der SRG. Mit Doris Leuthard steht zudem eine CVP-Bundesrätin dem Mediendepartement Uvek vor. Die CVP ist seit jeher bekannt für ihre erfolgreiche Personalpolitik. Das hat auch diesmal funktioniert. Die parteipolitische Zugehörigkeit habe keine Rolle gespielt, versicherte Noch-Präsident Viktor Baumeler (auch er ein CVP-Mitglied) bei der Vorstellung Cinas vor den Medien. Die Parteimitgliedschaft dient indes als ideale Projektionsfläche für Kritik und Polemik.  Umso mehr, wenn SRG und Bundesrat medienpolitisch im Gleichschritt gehen und der Anschein der Komplizenschaft und Abhängigkeit entstehen sollte.</p>
<p>Vor grossen Herausforderungen steht der neue Präsident auch bei der Trägerschaft. Die Vereine und Genossenschaften mit ihren über 20&#8217;000 Mitgliedern verstehen sich als zivilgesellschaftliches Rückgrat der SRG. Doch das Potenzial, das dieses weltweit einzigartige Konstrukt bietet, blieb bisher nicht ausgeschöpft. Eine starke Führung versteht es, diese Dimension des Service public in die aktuelle Diskussion um die Zukunft der SRG einzubringen. Die SRG-Mitgliedschaft dient schliesslich als Transmissionsriemen in die Gesellschaft. Eine eminente Rolle, welche die zahlreichen Gremien angesichts des drohenden Ungemachs, heute noch nicht, oder zumindest zu wenig, spielen.</p>
<p>Das sind alles Herkulesaufgaben vor denen Jean-Michal Cina steht und die er mit einem Teilzeitpensum als SRG-Präsident bewältigen sollte. Erfolg ist nicht vorprogrammiert. Im Gegenteil. Die SRG wird sich unter Cinas Präsidium auch vor unangenehme Alternativen gestellt sehen. Mit der bisherigen Maxime «Status-Quo verteidigen» wird das Unternehmen nicht mehr überall durchkommen. Aus der Politik gibt es klare Signale, dass man sich eine kleinere SRG wünscht. Diese Entscheide fällen nicht nur das Parlament, sondern auch das Volk. Das radikalste Begehren, die SRG-Abschaffung via Gebührenverbot, kommt mit der No-Billag-Initiative in den nächsten Jahren an die Urne. Damit ist auch klar, wohin sich der Fokus des SRG-Präsidenten richten sollte: Besonders beim Publikum muss er um Sympathie, Verständnis und vor allem: Zahlungsbereitschaft für den öffentlichen Rundfunk werben. Dass er sowohl gegen innen als auch gegen aussen erfolgreich wirken kann, erfordert ein Höchstmass an Einsatz. Doch Lohn gibt es nur für 50 Prozent Arbeit. Ein Teilzeitpräsident ist vermutlich zu wenig in diesen anspruchsvollen Zeiten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/01/auf-cina-warten-herkulesaufgaben-2/">Auf Cina warten Herkulesaufgaben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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