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	<title>Wissenschaftsjournalismus | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 07:00:16 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Medialisierung gefährdet Wissenschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/10/medialisierung-gefaehrdet-wissenschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2016 14:21:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>PR wird in der Wissenschaft immer wichtiger. In Zeiten des Wettbewerbs um Finanzmittel ist das kein Wunder, jede Einrichtung will öffentlich gut „dastehen“. Doch diese Medialisierung gefährdet langfristig das „System Wissenschaft“, wie neue Studien zeigen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>PR wird in der Wissenschaft immer wichtiger. In Zeiten des Wettbewerbs um Finanzmittel ist das kein Wunder, jede Einrichtung will öffentlich gut „dastehen“. Doch diese Medialisierung gefährdet langfristig das „System Wissenschaft“, wie neue Studien zeigen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/10/medialisierung-gefaehrdet-wissenschaft/">Medialisierung gefährdet Wissenschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wissenschaftskommunikation: Entdecke Neues und rede darüber</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/11/28/wissenschaftskommunikation-entdecke-neues-und-rede-darueber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 13:51:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum engagieren sich zwei Stiftungen beim hochrentablen Gratisblatt «20 Minuten»? Warum bauen Universitäten ihre Kommunikationsabteilungen aus? Eine Analyse des Wandels der Wissenschaftspublizistik.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum engagieren sich zwei Stiftungen beim hochrentablen Gratisblatt «20 Minuten»? Warum bauen Universitäten ihre Kommunikationsabteilungen aus? Eine Analyse des Wandels der Wissenschaftspublizistik.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/wissenschaftskommunikation-entdecke-neues-und-rede-darueber/">Wissenschaftskommunikation: Entdecke Neues und rede darüber</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wissenschaft in den Medien: «Die sollten sich schämen!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/16/streitgespraech-ueber-wissenschaft-in-den-medien-die-sollten-sich-schaemen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2015 11:46:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Milliarden fließen in die Forschung, drumherum ist ein mächtiges Marketing entstanden. Dennoch wirkt Wissenschaft oft langweilig. Im Streitgespräch rechnen drei Experten ab &#8211; mit unfähigen Werbern, zahmen Journalisten und arroganten Professoren.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/16/streitgespraech-ueber-wissenschaft-in-den-medien-die-sollten-sich-schaemen/">Wissenschaft in den Medien: «Die sollten sich schämen!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Milliarden fließen in die Forschung, drumherum ist ein mächtiges Marketing entstanden. Dennoch wirkt Wissenschaft oft langweilig. Im Streitgespräch rechnen drei Experten ab &#8211; mit unfähigen Werbern, zahmen Journalisten und arroganten Professoren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/16/streitgespraech-ueber-wissenschaft-in-den-medien-die-sollten-sich-schaemen/">Wissenschaft in den Medien: «Die sollten sich schämen!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wissenschaftsjournalismus als Herausforderung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/19/wissenschaftsjournalismus-als-herausforderung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2014 12:23:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Medien sind voll von fehlerhaften Meldungen aus der Wissenschaft. Gleichzeitig informieren Wissenschaftler heute selbst über aktuelle Forschung. Wird der Wissenschaftsjournalismus überflüssig gemacht?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Apple-style-span" style="color: #464646;">Viele Medien sind voll von fehlerhaften Meldungen aus der Wissenschaft. Gleichzeitig informieren Wissenschaftler heute selbst über aktuelle Forschung. Wird der Wissenschaftsjournalismus überflüssig gemacht?</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/19/wissenschaftsjournalismus-als-herausforderung/">Wissenschaftsjournalismus als Herausforderung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Wie Wissenschaftler herausfanden…»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/02/14/wie-wissenschaftler-herausfanden/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/02/14/wie-wissenschaftler-herausfanden/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silke Fürst &#124; Stephanie Fiechtner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 10:26:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tagung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Berichten Medien über Themen aus der Wissenschaft, mangelt es oft an kritischer Einordnung und kontroverser Diskussion. Verantwortlich dafür sind Wissenschaftler und Journalisten gleichermassen. An einer Tagung machten sich Kommunikationswissenschaftler auf die Suche nach Gründen. Die aktuelle Debatte um Brustkrebs-Screenings zeigt etwas, was sich in den Medien sonst nur selten widerspiegelt: die Unsicherheit wissenschaftlicher Erkenntnis. Häufig <a href="https://medienwoche.ch/2014/02/14/wie-wissenschaftler-herausfanden/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/02/14/wie-wissenschaftler-herausfanden/">«Wie Wissenschaftler herausfanden…»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Berichten Medien über Themen aus der Wissenschaft, mangelt es oft an kritischer Einordnung und kontroverser Diskussion. Verantwortlich dafür sind Wissenschaftler und Journalisten gleichermassen. An einer Tagung machten sich Kommunikationswissenschaftler auf die Suche nach Gründen.<br />
<span id="more-18093"></span><br />
Die aktuelle <a href="http://www.srf.ch/sendungen/wissenschaftsmagazin/was-taugt-die-brustkrebs-frueherkennung" target="_blank">Debatte um Brustkrebs-Screenings</a> zeigt etwas, was sich in den Medien sonst nur selten widerspiegelt: die Unsicherheit wissenschaftlicher Erkenntnis. Häufig entsteht der Eindruck einer weitgehend homogenen Forschung. Was auch nicht weiter überrascht, wenn die Berichterstattung auf einer einzigen Quelle basiert («Gemäss einer aktuellen Studie…») und in zunehmendem Masse durch die beschönigende Selbstdarstellung von Wissenschaftlern und Hochschulen beeinflusst wird. Dabei sind sich Wissenschaftler untereinander selten wirklich einig. Kritik ist ihr Tagesgeschäft und offene Fragen gehören zum Alltag.</p>
<p><strong>Kaum kritische Beobachter</strong><br />
In den Medien bleibt die Unsicherheit wissenschaftlicher Erkenntnisse jedoch weitgehend ausgeblendet. Die Bereitschaft zur Kontroverse fällt auf beiden Seiten bescheiden aus. Wissenschaftsjournalisten sehen sich überwiegend als Informationsvermittler, weniger als kritische Beobachter von Wissenschaft. Ansätze zu mehr Diskussionskultur misslingen in manchen Fällen entweder, weil selbstkritische Wissenschaftler kaum Gehör finden oder weil dem Wissenschaftsjournalismus durch Stellenkürzungen das nötige Know-how verloren geht, um die wesentlichen Streitfragen zu erkennen.</p>
<p>Obschon Wissenschaftler ihre Arbeit zunehmend aktiv in der Öffentlichkeit präsentieren, kommen Streitfragen nur selten aufs Tapet. Traut man dem Publikum nicht zu, dass es mit unterschiedlichen Ergebnissen und Sichtweisen umgehen kann? Passen Streitfragen nicht zum Image, das die Wissenschaft von sich entwerfen will? Oder wollen am Ende vor allem die Journalisten eine einfache und leicht verdauliche Geschichte erzählen?</p>
<p>Auf diese Fragen gab es kürzlich auf einer <a href="http://www.ipmz.uzh.ch/Abteilungen/Wissenschaftskommunikation/Tagung/Prgroamm.html" target="_blank">Tagung in Zürich</a> erste Antworten. Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum diskutierten über den Wandel der Wissenschaftskommunikation. Denn damit steht auch zur Frage, wie weit der Einfluss der Wissenschafts-PR reicht und wie es um den unabhängigen Wissenschaftsjournalismus steht (Die MEDIENWOCHE <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/" target="_blank">berichtete im Vorfeld</a>).</p>
<p><strong>Einseitige Darstellung</strong><br />
Eine umfassende <a href="http://www.uni-muenster.de/Kowi/forschen/projekte/beobachtung-beeinflussung.html" target="_blank">Analyse der deutschen Presse</a> liefert hierzu ernüchternde Ergebnisse. <a href="http://www.uni-muenster.de/Kowi/personen/anna-volpers.html" target="_blank">Anna-Maria Volpers</a> zeigt, dass der typische Medienbericht über Wissenschaft lediglich auf einer einzigen Quelle basiert. Hier erhält der Forscher gewissermassen den Raum, um sich als Erklärer der Welt zu präsentieren. In einigen Fällen stehen aber auch einzelne Studien im Fokus, die nicht genauer benannt werden («Wie Wissenschaftler herausfanden &#8230;»). Das dargestellte Wissen ist dann kaum nachvollziehbar, geniesst aber den Stempel wissenschaftlicher Autorität.</p>
<p>Insgesamt kommen andere Sichtweisen und kritische Hinterfragungen kaum zum Zug. Nur in zehn Prozent aller untersuchten Artikel werden wissenschaftliche Streitfragen aufgegriffen. Von unsicheren und streitbaren Ergebnissen gibt es also in der Öffentlichkeit kaum eine Spur. Geht das auf die erfolgreiche Medienarbeit zurück, die Wissenschaftler und Hochschulen vermehrt betreiben?</p>
<p><strong>PR schafft Kommunikationsereignisse</strong><br />
Der Medienforscher <a href="http://www.foeg.uzh.ch/aboutus/mitarbeitende/me.html" target="_blank">Mark Eisenegger</a> wirft ein ähnliches Bild auf die Schweizer Medien und kann dabei den Einfluss von PR nachweisen. In einer aktuellen Studie des fög wurden für die Jahre von 2009 bis 2013 die jeweils grössten Kommunikationsereignisse aus dem Wissenschaftsbereich untersucht. Ereignisse also, über die in 46 Schweizer Leitmedien aus Presse, Radio, Fernsehen und Onlinenachrichten prominent und umfassend berichtet wurde.</p>
<p>Der Abgleich zwischen Medienberichten und Pressemitteilungen zeigt: Nur ein geringer Anteil dieser Berichterstattung geht tatsächlich auf redaktionelle Eigenleistungen zurück, das Gros der Berichte (73%) stimmt weitgehend mit Pressemitteilungen überein. Entsprechend sind diese Berichte wenig kritisch, sondern werfen ein weitgehend ungefiltertes Licht auf die dargestellten Forschungsergebnisse.</p>
<p>Ganz anders verhält es sich aber bei der Berichterstattung über Hochschul- und Wissenschaftspolitik. Hier überwiegen journalistische Rechercheleistungen und kritische Berichterstattung. Politische Entscheidungen über Forschung und Lehre werden also stark debattiert. Die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse hingegen scheint angesichts eines ressourcenarmen Wissenschaftsjournalismus vor allem dadurch bestimmt zu sein, wie die Wissenschaft sich selber gerne sieht. Allerdings wurde in der Diskussion dieser Studie kritisch hinterfragt, inwieweit man den Wissenschaftsjournalismus wirklich anhand der wenigen grossen Themen bewerten kann.</p>
<p><strong>Forscher wollen positive Selbstdarstellung</strong><br />
Für Wissenschaftler gibt es inzwischen viele gute Gründe in den Medien präsent zu sein, wie <a href="http://www.fz-juelich.de/inm/inm-8/DE/UeberUns/Mitarbeiter/Profile/Peters/Kurzprofil.html" target="_blank">Hans Peter Peters</a> zeigt. Die Mehrheit aller befragten Wissenschaftler geht davon aus, dass die Leitung ihrer Hochschule es sehr gerne sieht, wenn sie sich aktiv an die Medien wenden. Auf diese Weise können politische Unterstützung und Forschungsgelder gewonnen und eingeworben werden. Ein Drittel der Befragten spürt zudem, dass sich Medienkontakte positiv auf die eigene Reputation und Karriere auswirken. Mit der journalistischen Darstellung ihrer Ergebnisse sind sie weitgehend zufrieden.</p>
<p>Zu Recht stellt <a href="http://www.uni-bielefeld.de/soz/personen/weingart/" target="_blank">Peter Weingart</a> zur Diskussion, ob man angesichts dieser Motive überhaupt davon ausgehen kann, dass Forscher an einem kritischen Wissenschaftsjournalismus interessiert sind. Die Antwort ist klar: Wissenschaftlern geht es in der Öffentlichkeit meist nicht um eine kritische Diskussion, sondern um eine positive Darstellung der eigenen Forschungsarbeit. In einigen Fällen müssen sie sich vorab mit der Medienstelle ihrer Hochschule, mit Drittmittelgebern oder dem eigenen Vorgesetzten darüber abstimmen, was auf welche Weise nach aussen dringen soll. Das trifft besonders auf Natur- und Lebenswissenschaftler zu, weniger auf Geistes- und Sozialwissenschaftler.</p>
<p>Vieles spricht also dafür, dass die Wissenschaft ihren Umgang mit den Medien professionalisiert hat. Die derzeitige Zufriedenheit vieler Forscher irritiert aber: Aufgrund der unterschiedlichen Rollen von Wissenschaftlern und Wissenschaftsjournalisten muss es auch zu Spannungen kommen können. Die Harmonisierung der Beziehung lässt vermuten, dass kritischer und unabhängiger Wissenschaftsjournalismus immer weniger das Feld bestimmt. Wie steht es also um das Selbstverständnis der Wissenschaftsjournalisten?</p>
<p><strong>Übersetzer, Ratgeber, Kritiker oder Laien?</strong><br />
In einer aktuellen Befragung von 21 deutschen Wissenschaftsjournalisten zeigen <a href="http://www.ifkw.uni-jena.de/grundlagen-und-medienwirkung/klara-froehlich" target="_blank">Klara Fröhlich</a> und <a href="http://www.ifkw.uni-jena.de/grundlagen-und-medienwirkung/lars-guenther" target="_blank">Lars Günther</a>, dass sich Journalisten selbst überwiegend in der Rolle des Informationsvermittlers und Ratgebers sehen. Sie wollen in erster Linie über Fakten berichten und Forschungsergebnisse erklären, diese jedoch nicht bewerten. Nur ein Viertel der Befragten sieht sich vorwiegend in der Rolle des Kritikers und Kontrolleurs und hinterfragt, was mit Forschungs- und Steuergeldern passiert.</p>
<p>Für kritische Debatten braucht es Wissenschaftsjournalisten, die sich mit einem Thema über längere Zeit beschäftigen. <a href="http://www.bruegge.net/" target="_blank">Michael Brüggemann</a> zeigt, dass jene Journalisten, die nur gelegentlich über den Klimawandel berichten, kaum zwischen tatsächlichen Wissenschaftskontroversen und Pseudodebatten unterscheiden können. In diesen Fällen werden Daten langjähriger Studien, die einen Klimawandel deutlich aufzeigen, ähnlich gewichtet wie rein spekulative Aussagen, dass es keinen Klimawandel gäbe oder er nicht vom Menschen verursacht sei.</p>
<p>Das liegt auch daran, dass sich Teile der befragten Journalisten (34%) zu einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet fühlen. Die sonst so wichtige Norm der Ausgewogenheit führt hier zu einer Berichterstattung zwischen «Alarmismus und Verharmlosung». Zu wenig wird kontextualisiert, worauf die unterschiedlichen Standpunkte basieren und was in der Forschung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnfter_Sachstandsbericht_des_IPCC" target="_blank">als Konsens gilt</a>. Für den Leser entstehen so unverständliche «flip flops», die verunsichern und das Vertrauen in die Wissenschaft schwächen können. Für die tatsächlichen Streitfragen der Klimaforscher bleibt dann nur noch wenig Raum.</p>
<p>Das zeigt auch die Studie von <a href="http://www.uni-koblenz-landau.de/landau/fb8/ikms/person/spost" target="_blank">Senja Post</a>: Ein grosser Teil der Klimaforscher (72%) will in der Öffentlichkeit über die offenen Fragen zum Klimawandel sprechen. Doch genau diese Forscher werden in den Medien seltener gehört und haben weniger Kontakte zu Journalisten als jene Wissenschaftler, die nicht auf konkrete Ungewissheiten und Probleme hinweisen.</p>
<p><a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/professuren/kommunikationswissenschaft/team/prof-dr-neverla/" target="_blank">Irene Niverla</a> vermutet, dass hier Teile der Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten gemeinsam ein «ideologisches Paket schnüren»: Journalisten können so eine schnörkellose Geschichte erzählen, während die Wissenschaft das Image pflegen kann, dass sie über alle Zweifel erhaben sei. Ist das wirklich das, was das Publikum will?</p>
<p><strong>Don’t keep it too simple</strong><br />
<a href="http://www.uni-muenster.de/GK-Vertrauen-Kommunikation/personen/doktoranden/sarah-westphal.shtml" target="_blank"> Sarah Westphal</a> zeigt in  In ihrer experimentellen Studie zeigt, dass das Vertrauen in den Journalismus steigt, wenn dieser die Verlässlichkeit wissenschaftlicher Ergebnisse kritisch einordnet. Leser schätzen Berichte, die zum Beispiel neue Medikamente vorstellen und zugleich darauf hinweisen, dass die Wirksamkeit durch bisherige Studien noch nicht ausreichend belegt ist.</p>
<p>Ausserdem spricht die Untersuchung von <a href="https://www.uni-due.de/sozialpsychologie/Winter.shtml" target="_blank">Stephan Winter</a> dafür, dass einseitige Berichte das Publikum eher skeptisch stimmen. Zwar sind Medienberichte, die das Pro und Contra diskutieren, schwerer zu verarbeiten. Zugleich wirken sie aber auch glaubwürdiger und werden besonders von Lesern geschätzt, die sich mit Themen auseinandersetzen wollen. Argumente von Wissenschaftlern geniessen gegenüber jenen von Laien einen deutlichen Vertrauensvorsprung. Allzu plakative und simple Erklärungen sind aber dennoch nicht gefragt.</p>
<p><strong>Wahrheit allein ist nicht genug</strong><br />
Allerdings lässt sich fragen: Werden wir dem Wissenschaftsjournalismus gerecht, wenn wir nur danach fragen, inwieweit er Kontroversen spiegelt und Grenzen des wissenschaftlichen Wissens verdeutlicht? <a href="http://mkw.uni-mannheim.de/prof_dr_matthias_kohring/prof_dr_matthias_kohring/index.html" target="_blank">Matthias Kohring</a> zeigt in einer <a href="http://mkw.uni-mannheim.de/prof_dr_matthias_kohring/forschungsprojekte/wissenschaft_und_nachrichtenmedien/index.html" target="_blank">umfassenden Studie</a> der deutschen Presse auf, dass der Journalismus eigene Perspektiven auf die Wissenschaft wirft. Ausschlaggebend ist nicht allein die Wahrheit der Ergebnisse, sondern deren Bezüge zu gesellschaftlich relevanten Fragen: Was bedeutet Forschung für die Praxis? Verbessert sie unsere medizinische Versorgung und lässt sie sich wirtschaftlich verwerten? Gibt sie neue Impulse für rechtliche Fragen, politische Entscheidungen und moralische Debatten?</p>
<p>Für den Journalismus sind diese Fragen von zentraler Bedeutung – die Wahrheit allein ist nicht genug. Durch einen statistischen Abgleich mit Pressemitteilungen zeigt Kohring, dass der Wissenschaftsjournalismus diese vielfältigen Perspektiven aktiv herstellt und das Wissen verschiedener Disziplinen unterschiedlich einordnet. Die Naturwissenschaften werden besonders stark auf diese verschiedenen Anwendungsbezüge abgeklopft, stehen durch ihren enormen Ressourcenverbrauch aber auch unter besonders kritischer Beobachtung. Die Pressemitteilungen aus der Wissenschaft nehmen auf diese journalistischen Einordnungen und Bewertungen nur einen geringen Einfluss. Der Journalismus geht damit über die Selbstdarstellung der Wissenschaft hinaus und prägt das Image, das verschiedene Disziplinen in der Öffentlichkeit haben.</p>
<p><strong>Mehr Mut zur Kontroverse</strong><br />
Der Journalismus ordnet wissenschaftliche Erkenntnisse also in vielfältige Praxisbezüge ein. Wissenschaft braucht aber allerdings nicht nur diese öffentliche Aufmerksamkeit, sondern auch eine externe, kritische Beobachtung. Das Vertrauen in die Wissenschaft kann nicht davon abhängen, dass sie endgültiges Wissen über die Welt liefert, zielt sie doch in ihrem Kern darauf, Fragen zu stellen, die Wahrscheinlichkeit verschiedener Antworten zu prüfen und nicht vorschnell in gängige Annahmen zu verfallen. Ein Journalismus, der die Unsicherheiten des Wissens kenntlich macht und verschiedene Standpunkte zusammenbringt, ist stärker und glaubwürdiger – insbesondere in den Augen seiner Leser.</p>
<p><small>Der überwiegende Teil der genannten Studien wurde erstmals auf der Tagung vorgestellt und ist bislang noch nicht veröffentlicht worden.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/02/14/wie-wissenschaftler-herausfanden/">«Wie Wissenschaftler herausfanden…»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gleichgewicht droht zu kippen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Silke Fürst]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2014 09:14:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[SGKM]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[EJO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wissenschaft verschanzt sich nicht mehr länger im Elfenbeinturm. Durch aktive Medienarbeit und neue Medien wollen Forscher ihre Ergebnisse dem Publikum näherbringen. Gleichzeitig schwinden die Ressourcen im Wissenschaftsjournalismus. Das kann zu einem ungesunden Ungleichgewicht führen. Wissenschaftler sollen die Ergebnisse ihrer Forschung nicht länger hinter den sperrigen Türen ihrer Fachpublikationen halten. Vom modernen Wissenschaftler wird erwartet, <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/">Gleichgewicht droht zu kippen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wissenschaft verschanzt sich nicht mehr länger im Elfenbeinturm. Durch aktive Medienarbeit und neue Medien wollen Forscher ihre Ergebnisse dem Publikum näherbringen. Gleichzeitig schwinden die Ressourcen im Wissenschaftsjournalismus. Das kann zu einem ungesunden Ungleichgewicht führen.<br />
<span id="more-17886"></span><br />
Wissenschaftler sollen die Ergebnisse ihrer Forschung nicht länger hinter den sperrigen Türen ihrer Fachpublikationen halten. Vom modernen Wissenschaftler wird erwartet, dass er sein Wissen dem Bürger verständlich und lebendig vermitteln kann. Denn <a href="http://www.nzz.ch/wissenschaft/bildung/emanzipieren-wir-uns-1.18163136" target="_blank">Nützlichkeit und Praxisbezug</a> sind die neuen Schlüsselwörter im Wissenschaftsbetrieb. Von Wissenschaftspolitik und -verbänden über Fachgesellschaften bis hin zur eigenen Hochschule und ihrer Medienstellen: Sie alle fordern und fördern eine stärkere Sichtbarkeit von Forschung. Dabei gilt das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien eigentlich als spannungsgeladen.</p>
<p>Der Wandel der Wissenschaftskommunikation bringt daher viele Fragen mit sich: Inwieweit wollen und können Wissenschaftler sich überhaupt an der öffentlichen Wissensvermittlung beteiligen? Welche Rolle spielen dabei der Wissenschaftsjournalismus, die Wissenschafts-PR und die neuen Medien? Wie verträgt sich das Streben nach wissenschaftlicher Exaktheit mit der Popularisierung von Wissen? Und was wird am Ende eigentlich vermittelt?</p>
<p><strong>Keine Online-Revolution in Sicht</strong><br />
Gross ist die Hoffnung, dass soziale Netzwerke und Weblogs den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verändern werden. Auf diese Weise könnten Wissenschaftler unmittelbar mit Nutzern in Kontakt treten und die Möglichkeit nutzen, ihre eigenen Forschungsergebnisse zu verbreiten und auf sich aufmerksam zu machen. Der Wissenschaftsjournalismus würde damit zugleich an Bedeutung verlieren.</p>
<p>Eine realistische Vision? Nach Ansicht des Informationswissenschaftlers Cornelius Puschmann dürften Blogs selbst für die ältere Generation kaum noch <a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=3538" target="_blank">eine technische Barriere darstellen</a>. Allerdings sind die Zeitressourcen eines Forschers ohnehin knapp und die Anreize für solche Aktivitäten unklar. Welche Gruppen lassen sich mit Blogs eigentlich erreichen? Derzeit zeichnet sich eher ab, dass Wissenschaftler zwar gegenüber Neuerungen aufgeschlossen sind, die ihre Fachinhalte betreffen. Gegenüber neuen Kommunikationsformen verhalten sie sich aber eher konservativ. Der Jülicher Kommunikationsforscher Hans Peter Peters kann dies auf Basis <a href="http://www.pressebox.de/inaktiv/forschungszentrum-juelich-gmbh-0/Dialog-erwuenscht-Skepsis-bei-Mitsprache/boxid/617405" target="_blank">zahlreicher Befragungen</a> aus den letzten Jahren bestätigen. «Einzelne Wissenschaftler diskutieren sehr aktiv in sozialen Netzwerken und Blogs“, aber der Grossteil der Forscher setzt andere Prioritäten.</p>
<p>Ausserdem beflügeln soziale Netzwerke vor allem die wissenschaftsinterne Kommunikation. Forscher nutzen etwa <a href="http://issuu.com/snsf/docs/horizonte_99_web_d/41?e=1883535%2F5753358" target="_blank">Twitter</a>, um Kollegen auf ihre Arbeiten aufmerksam zu machen und in Diskussion zu treten. Der gängige Weg in die Öffentlichkeit geht dagegen immer noch am stärksten über die journalistischen Medien. Das liegt <a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=1802" target="_blank">nach Peters</a> vor allem daran, dass Journalismus eine breite Öffentlichkeit herstellt und damit den Kontakt zu verschiedenen Zielgruppen ermöglicht. Ausserdem sind Journalisten «professionelle externe Beobachter“. Sie geben den vermittelten Informationen eine besondere Qualität von Glaubwürdigkeit und gesellschaftlicher Relevanz.</p>
<p><strong>Institutionalisierte Medienkontakte </strong><br />
Deshalb ist es gerade dieser klassische Weg, den die Hochschulen und deren Medienstellen befördern und professionalisieren wollen. Sie bieten Wissenschaftlern Medientrainings an, unterstützen sie in der Erstellung von Medienmitteilungen, vermitteln Kontakte zu Journalisten und fragen regelmässig nach, ob es Neues zu berichten gibt.</p>
<p><a href="http://www.scilogs.com/communication_breakdown/scicomm-organization-pios/" target="_blank">Wie eine Befragung</a> von deutschen Wissenschaftlern gezeigt hat, sorgen die Medienstellen damit für eine merkliche Steigerung der Medienaktivitäten von Wissenschaftlern. Inzwischen ist mehrfach belegt, dass ein grosser Teil mindestens einmal im Jahr Medienkontakte hat. Von einer allgemeinen Zurückhaltung kann daher nicht mehr gesprochen werden. Darauf haben auch die Fachgesellschaften Einfluss genommen.</p>
<p>Die Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (<a href="http://www.sgkm.ch/" target="_blank">SGKM</a>) versammelt ihre Mitglieder mit ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten in einem eigenen Portal, <a href="http://sgkm.mixxt.org/" target="_blank">das Medienanfragen erleichtern soll</a>. Auf diese Weise wird institutionell unterstrichen, dass Kontakte zu Journalisten auch zur Arbeit eines Wissenschaftlers gehören. Zusätzlich wurde an der Universität Lugano 2004 mit dem «<a href="http://de.ejo-online.eu/" target="_blank">European Journalism Observatory</a>» (EJO) ein eigenes Forum gegründet, das aktuelle Forschungsergebnisse journalistisch aufbereitet an verschiedene Redaktionen und eine breitere Öffentlichkeit vermitteln soll. Allerdings ist unklar, ob das Onlineportal tatsächlich ein breiteres Publikum findet oder die Wissenschaftler am Ende nicht doch wieder unter sich bleiben.</p>
<p><strong>Reputation ≠ Prominenz</strong><br />
Galt es vor einigen Jahren noch eher als unseriös, sich in den Medien zu Wort zu melden, so gilt Medienpräsenz heute <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/interview-hans-peter-peters-umfrage-unter-wissenschaftlern-zu-medien-a-917577.html" target="_blank">eher als Vorteil</a>. Sie kann sich positiv auf die wissenschaftliche Reputation auswirken, wird von der Hochschule gern gesehen und ist überdies beim Wettbewerb um Drittmittel von Bedeutung. Allerdings gilt dies unter Einschränkungen: Wer nach medialer Prominenz schielt, sich in den Medien ständig zu Wort meldet und seine wissenschaftlichen Kerngebiete verlässt, kann noch immer den Argwohn der Kollegen auf sich ziehen.</p>
<p>Das Verhältnis zwischen Wissenschaftlern und Journalisten hat sich damit deutlich entspannt. In der Mehrzahl akzeptieren Wissenschaftler, «dass Medien verständliche, <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/interview-hans-peter-peters-umfrage-unter-wissenschaftlern-zu-medien-a-917577.html" target="_blank">unterhaltsame Alltagssprache</a> verwenden müssen» und die wissenschaftliche Präzision darunter teilweise leiden kann. Sie machen insgesamt eher positive Erfahrungen mit Journalisten. Dabei lässt sich allerdings hinterfragen, ob dies für oder gegen die Qualität des gegenwärtigen Wissenschaftsjournalismus spricht.</p>
<p>Zuletzt wurde der Wissenschaftsjournalismus in Deutschland und der Schweiz durch <a href="http://de.ejo-online.eu/5051/redaktionsmanagement/atemlos-durch-alle-kanale" target="_blank">Redaktionszusammenlegungen</a> und <a href="http://www.dradiowissen.de/journalismus-der-rotstift-droht.36.de.html?dram:article_id=231293" target="_blank">Stellenkürzungen</a> deutlich geschwächt. Und insbesondere die «<a href="http://de.ejo-online.eu/455/ressortjournalismus/ferngesteuerter-wissenschaftsjournalismus" target="_blank">freien Mitarbeiter</a>, die im Wissenschaftsjournalismus zahlreicher sind als in anderen Sparten, müssen bei ihrer Arbeit ökonomisch» und zeiteffizient denken. Erleichtert wird ihnen die Arbeit durch die Medienstellen, die es in der Schweiz an jeder Hochschule gibt und die in den letzten Jahren ausgebaut wurden.</p>
<p>Wie der Schweizer Journalismusforscher Stephan Russ-Mohl deutlich macht, ist dies ein regelrechtes Einfallstor für unkritischen Copy-Paste-Journalismus. Der Leser erhält so vermehrt Medienmitteilungen im journalistischen Kleid – und die Wissenschaft ein willkommenes Forum der Selbstdarstellung. Das trifft auch auf Webseiten zu, die unter der Rubrik ‚Aktuelles‘ oder ‚Nachrichten‘ lediglich Medienmitteilungen aus der Wissenschaft auflisten. Allerdings differenziert die Bloggerin <a href="http://wissenskueche.de/2014/01/wie-schlimm-ist-wissenschafts-pr-im-journalismus-pelz/" target="_blank">Brynja Adam-Radmanic</a> die Problematik hier zu Recht: «Im Kerngebiet des Erklärens von wissenschaftlichen Inhalten und Methoden liefern Medienmitteilungen oft hochwertige Information. In allen Gebieten, die darüber hinausgehen, kann und darf Wissenschafts-PR den Journalismus aber niemals ersetzen.» Dazu gehört etwa die Darstellung von Kontroversen, die in der Wissenschaft nicht die Ausnahme, sondern das Tagesgeschäft sind, aber in Medienmitteilungen keinen Platz finden. Denn Wissenschafts-PR inszeniert den Wissenschaftler vor allem als Experten, der mit (scheinbar) eindeutigen Ergebnissen die Welt erklärt.</p>
<p><strong>Eventisierung</strong><br />
Darüber hinaus werden in der Wissenschaft aber auch jene Veranstaltungen stärker zum Event, die vormals nur der fachöffentlichen Debatte galten. Über wissenschaftliche Tagungen wird bereits im Vorfeld berichtet. Auf einigen Tagungen werden inzwischen unentwegt Fotos geschossen, die im Anschluss oftmals unkommentiert als einzige Spur der Tagung veröffentlicht werden. Was dann bleibt, ist der Eindruck, <em>dass</em> etwas passiert ist und die Wissenschaft irgendwie tätig war. Das ‚Was‘, also die konkreten Diskussionen und Ergebnisse, bleiben meist im Verborgenen.</p>
<p>***</p>
<p>Mit einem in Kürze folgenden zweiten Teil zur gewandelten Wissenschaftskommunikation soll in der MEDIENWOCHE ein anderer Kurs eingeschlagen werden. Thema wird dann die <a href="http://www.ipmz.uzh.ch/Abteilungen/Wissenschaftskommunikation/Tagung/Prgroamm.html" target="_blank">Tagung</a> «Wissenschaftskommunikation im Wandel»sein, die diesen Freitag und Samstag an der Universität Zürich stattfindet. Sie ist der Auftakt für eine sich herausbildende Fachgruppe der<a href="http://www.dgpuk.de/" target="_blank"> Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft</a>, die sich der Erforschung von Wissenschaftskommunikation widmet. Zur Frage steht, ob diese Konferenz nicht nur die gestiegene Bedeutung der Wissenschaftskommunikation symbolisiert, sondern dem Thema auch neue Facetten und Einsichten abgewinnen kann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/">Gleichgewicht droht zu kippen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>(Un)abhängiger Wissenschaftsjournalismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 18:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frisch ab Presse]]></category>
		<category><![CDATA[sciencesofa.info]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(Un)abhängiger Wissenschaftsjournalismus Beat Gerber, ehemaliger Wissenschaftsjournalist beim Tages-Anzeiger, wundert sich im Blog sciencesofa über die Doppelrolle von Kollege Beat Glogger als Journalist und Auftragsschreiber für eine Orthopädie-Beilage von Sonntagszeitung und NZZ am Sonntag.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sciencesofa.info/2011/01/mediensplitter-9-unabhangiger-wissenschaftsjournalismus-%E2%80%93-abschied-von-einem-ideal/" target="_blank"><strong>(Un)abhängiger Wissenschaftsjournalismus</strong><br />
Beat Gerber, ehemaliger Wissenschaftsjournalist beim Tages-Anzeiger, wundert sich im Blog sciencesofa über die Doppelrolle von Kollege Beat Glogger als Journalist und Auftragsschreiber für eine Orthopädie-Beilage von Sonntagszeitung und NZZ am Sonntag.</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/01/28/unabhangiger-wissenschaftsjournalismus/">(Un)abhängiger Wissenschaftsjournalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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