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	<title>Wochenzeitung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 18 Feb 2021 18:54:12 +0000</lastBuildDate>
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		<title>«Die Zeit» – Eine Wochenzeitung wird 75</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/18/die-zeit-eine-wochenzeitung-wird-75/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 18:54:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die überregionale deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» ist erstmals am 21. Februar 1946 erschienen. Diese Dokumentation anlässlich des 75. Jubiläums gewährt seltene Einblicke in die aufreibende Arbeit der «Zeit»-Redaktion. Sie zeigt, wie vielseitig die Aufgaben der Journalistinnen und Journalisten im 21. Jahrhundert geworden sind: die wahrhaftige Reportage, die richtige Bildauswahl, der spannende Podcast und der Kontakt <a href="https://www.ardmediathek.de/ndr/video/doku-und-reportage/die-zeit-eine-wochenzeitung-wird-75/ndr-fernsehen/Y3JpZDovL25kci5kZS85M2MzZTcyNC1jYWExLTQ1ZWItOGQyMS03YzBlYjZmNWM0NjA/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die überregionale deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» ist erstmals am 21. Februar 1946 erschienen. Diese Dokumentation anlässlich des 75. Jubiläums gewährt seltene Einblicke in die aufreibende Arbeit der «Zeit»-Redaktion. Sie zeigt, wie vielseitig die Aufgaben der Journalistinnen und Journalisten im 21. Jahrhundert geworden sind: die wahrhaftige Reportage, die richtige Bildauswahl, der spannende Podcast und der Kontakt mit dem Publikum.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/18/die-zeit-eine-wochenzeitung-wird-75/">«Die Zeit» – Eine Wochenzeitung wird 75</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>So hat die WOZ vor Bundesgericht gewonnen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/28/so-hat-die-woz-vor-bundesgericht-gewonnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Apr 2019 20:57:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsprinzip]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Bundesgericht hat ein wichtiges Urteil für mehr Transparenz im umstrittenen Bereich der Waffenexporte gefällt: Namen von Schweizer Waffenexport-Firmen müssen veröffentlicht werden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesgericht hat ein wichtiges Urteil für mehr Transparenz im umstrittenen Bereich der Waffenexporte gefällt: Namen von Schweizer Waffenexport-Firmen müssen veröffentlicht werden. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/28/so-hat-die-woz-vor-bundesgericht-gewonnen/">So hat die WOZ vor Bundesgericht gewonnen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>WOZ: Selbstverwaltet, links, erfolgreich</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/24/woz-selbstverwaltet-links-erfolgreich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 20:40:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schweizer Wochenzeitung WOZ trotzt seit 35 Jahren den Konjunkturen der Medienindustrie – mit Erfolg. Die Auflage der linken Wochenzeitung steigt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweizer Wochenzeitung WOZ trotzt seit 35 Jahren den Konjunkturen der Medienindustrie – mit Erfolg. Die Auflage der linken Wochenzeitung steigt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/24/woz-selbstverwaltet-links-erfolgreich/">WOZ: Selbstverwaltet, links, erfolgreich</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Wer die AfD verstehen will, muss die ‹Junge Freiheit› lesen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/02/20/wer-die-afd-verstehen-will-muss-die-junge-freiheit-lesen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Feb 2016 12:10:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Pegida]]></category>
		<category><![CDATA[Lügenpresse]]></category>
		<category><![CDATA[nationalkonservativ]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die nationalkonservative Wochenzeitung «Junge Freiheit» steigert zum wiederholten Mal ihre Auflage, bleibt aber eine Nischenpublikation. Daran ändern auch die Erfolge von AfD und Pegida nichts, als deren intellektuelle Vorhut das deutsche Blatt auftritt. Das Vertrauen in die Massenmedien ist letztlich immer noch grösser, als dies das laute «Lügenpresse»-Geschrei vermuten lassen würde. Als im Januar die Zahlen <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/20/wer-die-afd-verstehen-will-muss-die-junge-freiheit-lesen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die nationalkonservative Wochenzeitung «Junge Freiheit» steigert zum wiederholten Mal ihre Auflage, bleibt aber eine Nischenpublikation. Daran ändern auch die Erfolge von AfD und Pegida nichts, als deren intellektuelle Vorhut das deutsche Blatt auftritt. Das Vertrauen in die Massenmedien ist letztlich immer noch grösser, als dies das laute «Lügenpresse»-Geschrei vermuten lassen würde. <span id="more-26799"></span> Als im Januar die Zahlen für die verkauften Zeitungsauflagen im vierten Quartal 2015 veröffentlicht wurden, waren die Gesichter in den Verlagshäusern lang: «Bild»-Zeitung, minus 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, FAZ minus 6,6 Prozent und «Die Welt» büsste 14,2 Prozent ein. Nur ein Gewinner ging aus der IVW-Analyse hervor: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Freiheit#Auflagenentwicklung" target="_blank">die «Junge Freiheit»</a>. Die konservative Wochenzeitung konnte ihre verkaufte Auflage im vierten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 16,4 Prozent auf 25&#8217;868 Exemplare steigern.</p>
<p>Das nimmt sich in absoluten Zahlen, verglichen mit anderen Wochenpublikationen, wie «Zeit», «Spiegel» oder Focus äussers bescheiden aus. Doch der Befund lässt aufhorchen, weil es dem allgemeinen Rückwärtstrend entgegenläuft. Die Redaktion feixte und auf Twitter <a href="https://twitter.com/EndstationLinks/status/689864934381981696" target="_blank">wird gejubelt</a>: «praktisch durchweg Auflagenverluste für die #Lügenpresse, dafür steigert sich die ‹Junge Freiheit›. Gut so».</p>
<p>Eine mögliche Erklärung für den gegenwärtigen Aufschwung der «Jungen Freiheit» liegt auf der Hand: das Blatt profitiert von AfD, Pegida und Flüchtlingskrise. Doch sie greift zu kurz. Hinter dem Erfolg steckt die Kritik national-konservativer Kreise an den «System-Medien», die einseitig berichten und die wahren Umstände der Ereignisse bemänteln würden. Dieses Unbehagen instrumentalisiert die Zeitung.</p>
<p>1986 als Schülerzeitung in Berlin gestartet, ist das Wochenblatt zum Leitmedium der «Neuen Rechten» avanciert. Die Redaktoren, darunter einige ehemalige FAZ-Journalisten, schreiben gegen die politische Korrektheit an und sehen sich als eine Art ausserparlamentarische Opposition der Medien. Die Artikel kommen mit einem antielitären Gestus des «Wir sagen euch die Wahrheit!» daher. Die Beiträge tragen reisserische Titel wie «Gieriger Staatsfunk» oder «Grenzlüge» – was nach Enthüllung klingt, entpuppt sich indes meist als Thesenjouralismus.</p>
<p>Gepaart wird dieser hochtourige, boulevardeske Sound mit einer gehörigen Portion Schwarzmalerei. «Ein Hauch der Weimarer Republikt (sic!, mit Schreibfehler) umweht uns», wird ein Kommentar von Chefredaktor Dieter Stein angekündigt. Dabei scheint das Blatt auch vom Auflagenrückgang der FAZ zu profitieren, die wegen ihrer dezidiert pro-westlichen Haltung in der Ukraine-Krise Abonnenten <a href="http://www.pi-news.net/2015/09/w-huebner-warum-ich-mein-fas-abo-kuendige/" target="_blank">am rechten Rand vergrault</a> hat. Die sogenannten «Putinversteher» haben eine neue publizistische Heimat gefunden.</p>
<p>Der Medienforscher Carsten Reinemann hat neulich in der «Süddeutschen Zeitung» <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/medienkritik-wie-gross-ist-der-vertrauensverlust-in-die-medien-wirklich-1.2858608" target="_blank">einen klugen Satz gesagt</a>: «Je höher die Pressefreiheit, desto grösser ist auch das Misstrauen.» Auf diesen Zusammenhang von Pressefreiheit und Medienvertrauen hat Jan Müller 2013 das erste Mal hingewiesen in <a href="https://books.google.ch/books?id=2_JmjnB-AEAC&amp;lpg=PP1&amp;dq=Jan%20M%C3%BCller%202013%20Mechanisms%20of%20trust&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=Jan%20M%C3%BCller%202013%20Mechanisms%20of%20trust&amp;f=false" target="_blank">«Mechanisms of Trust»</a>. Der Politikwissenschaftler argumentiert auf Basis umfangreicher Analysen, dass das hohe Vertrauen, das Medien in vielen autoritären Staaten geniessen, mit der mangelnden Verfügbarkeit bzw. Vielfalt von Informationsquellen sowie eher traditionalen und autoritären Einstellungen auf Seiten des Publikums zu tun hat.</p>
<p>In Demokratien dagegen, wo die Meinungsfreiheit hochgehalten und Bürger öffentlich Kritik an Staat und Institutionen äussern können, sind die Vertrauenswerte geringer. Was auch heisst: Je höher die Bildungsressourcen der Bevölkerung, desto ausgeprägter ist das Mass der kritischen Distanzierung von staatlichen und politischen Institutionen. Das Misstrauen gegenüber den Medien ist somit demokratieimmanent. Auf Anfrage erklärt Medienforscher Reinemann: «Man muss sich nur mal die Vertrauens-Rankings ansehen. Wo es Alternativen und eine Auswahl gibt – Parteien, Medien – ist das Vertrauen typischerweise geringer als in Kategorien, wo es sie nicht gibt, etwa bei der Polizei oder Universitäten.»</p>
<p>Die Medienvielfalt, deren Mangel die «Junge Freiheit» immer beklagt, ist somit ursächlich für das offenkundige Misstrauen gegenüber der Presse. Und das spielt der konservativen Zeitung derzeit in die Hände. Die Zeitung rühmt sich in einer Werbebroschüre als Intelligenzblatt, 77 Prozent der Leser besässen einen Hochschulabschluss. Die Zahlen sind aber nicht unabhängig bestätigt.</p>
<p>Die <a href="http://www.nzz.ch/ein-seltsames-freiheitsverstaendnis-1.764009" target="_blank">NZZ schrieb 2008</a> über die «Junge Freiheit»: «Biedermännischer Patriotismus in Butzenscheibendeutsch, ein manchmal sehr schiefer Blick auf die nationalsozialistische Geschichte und viel Ressentiment in der Behandlung von Einwanderungsproblemen stehen hier neben Berichten über gesellschaftliche Konfliktzonen, die in anderen Medien lieber beschwiegen werden.» Dieses «Butzenscheibendeutsch» ist inzwischen einem aufgekratzten Erregungston gewichen.</p>
<p>Der Slogan der Zeitung lautet: «Lesen, was Sache ist». Eine Parallele zum Motto der «Weltwoche» «Schreiben, was ist». Doch anders als das «Zentralorgan für politische und moralische Provokationen» (<a href="http://www.tagesanzeiger.ch/leben-auto/provokateure-und-fakten-im-fleischwolf/story/24228454" target="_blank">Tages-Anzeiger</a> über die «Weltwoche») vermag die «Junge Freiheit» nicht, Debatten anzustossen. Dafür ist die Reichweite dann doch zu gering und die Konkurrenz in der rechtskonservativen Publizistik zu gross. Neben der «Jungen Freiheit» bestellen Blogs wie «Politically Incorrect» und «Achse des Guten», sowie der Kopp-Verlag, bei dem der ehemalige FAZ-Journalist Udo Ulfkotte erfolgreich Bücher publiziert, erfolgreich das Feld. Die «Junge Freiheit» versucht sich als eine Art Ideenwerkstatt für das rechtskonservative Spektrum zu profilieren.</p>
<p>Wer die AfD verstehen will, müsse die «Junge Freiheit» lesen, sagte Alexander Gauland, Vizepräsident der «Alternative für Deutschland». Die inhaltliche Nähe zwischen der neuen nationalkonservativen Partei und der dem konservativen Blatt ist offenkundig. Entsprechend intensiv ist die Berichterstattung über die neue Partei. Auf der Website wird der AfD <a href="https://jungefreiheit.de/thema/afd/" target="_blank">ein umfassendes Dossier gewidmet</a>, ihre Politiker kommen häufig zu Wort. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Adam" target="_blank">Konrad Adam</a>, von 1979 bis 2000 Feuilletonredakteur der FAZ und bis Juli 2015 einer der Bundesvorsitzenden der AfD, publiziert regelmässig in der «Jungen Freiheit».</p>
<p>In einem Beitrag mit dem Titel «Deutschland ruiniert sich» <a href="https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2015/deutschland-ruiniert-sich/" target="_blank">verstieg sich Adam zur Aussage</a>: «Sie (Die Deutschen) wollen Vorbild sein und der Welt ein Beispiel geben, egal, in welcher Disziplin, im Fussball oder im Autoexport, in Blitzkriegen, Endsiegen oder was auch immer: ‹Wir schaffen das!›» Das ist schon ein abenteuerlicher Vergleich. Was hat die Integration von Flüchtlingen mit dem Endsieg zu tun? Allein diese Aufgabe in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken, kommt einer geistigen Brandstiftung gleich, bis zur Verfassungswidrigkeit ist es hier nicht mehr weit.</p>
<p>Die «Junge Freiheit» wurde jahrelang vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachtet, wogegen die Zeitschrift erfolgreich klagte. Die Erwähnung der «Jungen Freiheit» als rechtsextreme Publikation im Verfassungsschutzbericht stelle eine «unzulässige Einschränkung der Pressefreiheit» dar, urteilte das Bundesverfassungsgericht. Seitdem wurde manche radikale Position geschliffen, die Optik nach einem Relaunch modernisiert. Die Zeitschrift kommt nicht so dumpf daher wie richtige rechtsextreme Postillen. Die «Junge Freiheit» ist aus der publizistischen Schmuddelecke heraus, sie ist in bürgerlichen Kreisen lesbar und salonfähig geworden. Die Lücke, die der christlich-konservative «Rheinische Merkur» seit seiner Einstellung 2010 (letzte verkaufte Auflage: 64 356 Exemplare) in der publizistischen Landschaft Deutschlands hinterlassen hat, versucht die «Junge Freiheit» mit einer kernigeren und kantigeren Version zu füllen. Doch passt der Anspruch zur Wirklichkeit?</p>
<p>Der Politikwissenschaftler Wolfgang Gessenharter, der sich in mehreren Publikationen mit der «Jungen Freiheit» beschäftigt hat, sagt im Gespräch mit der Medienwoche: «Die Zeitung bemüht sich schon sehr, die AfD zu umgarnen, mehr als Pegida.» Die Unzufriedenheit mit Merkel und Merkels CDU treibe wohl einige Leute hin zur «Jungen Freiheit», die Leserbriefe seien jedenfalls «überdeutlich». So könnte die Zeitung zu einer AfD-Postille verkommen, einem Parteiorgan, das nur aus Gründen der politischen Unkorrektheit den Politikern nach dem Mund redet. Dieser Effekt nutzt sich schnell ab. Kluge Köpfe gibt es in der Redaktion durchaus, Leute, die schreiben und Sachverhalte auf den Punkt bringen können.</p>
<p>Gleichwohl hat es die «Junge Freiheit» nicht geschafft, trotz eines evidenten Rechtsrutsches der Gesellschaft aus ihrem Nischendasein herauszukommen. Der Korridor der nationalkonservativen Publizistik ist in Deutschland schmal. Die Zeitung wirkt zuweilen wie ein Altherrenblatt, das man bei einer Zigarre in einem deutschen Wirtshaus liest. Will das Blatt aus einer Nische herausbrechen und neue Leserschichten erschliessen, braucht es ideell und personell eine Verjüngungskur. Das Gedankengut der Neuen Rechten wirkt verkopft und nicht mehr zeitgemäss, junge Leser werden damit nicht erreicht. Auf der anderen Seite scheint der Erfolg von AfD und Pegida bis weit ins bürgerliche Milieu die Grenzen nationalkonservativer Publizistik zu weiten. Der Boden für die «Junge Freiheit» stünde damit bereit. Gut möglich, dass die Redaktion bei der nächsten Verkündung der IVW-Zahlen erneut jubeln wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/20/wer-die-afd-verstehen-will-muss-die-junge-freiheit-lesen/">«Wer die AfD verstehen will, muss die ‹Junge Freiheit› lesen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Meister der satirischen Selbstvermarktung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/12/05/meister-der-satirischen-selbstvermarktung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2013 15:04:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Content Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Redaktion der Wochenzeitung WOZ sorgt regelmässig mit ungewöhnlichen Werbeaktionen für Aufsehen. Aktuell mit einem Protokoll der Bespitzelung des schweizerischen Geheimdienstchefs. Damit bewirbt die WOZ ein Sonderheft zu Überwachung und Datenschutz. Die Liste ihrer bedeutendsten Selbstvermarktungsaktionen seit 2002. Die geschickte Vermischung von werberischen und redaktionellen Inhalten wird gerade als ultimativer Rettungsanker für die kommerziell kriselnden <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/05/meister-der-satirischen-selbstvermarktung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Redaktion der Wochenzeitung WOZ sorgt regelmässig mit ungewöhnlichen Werbeaktionen für Aufsehen. Aktuell mit einem Protokoll der Bespitzelung des schweizerischen Geheimdienstchefs. Damit bewirbt die WOZ ein Sonderheft zu Überwachung und Datenschutz. Die Liste ihrer bedeutendsten Selbstvermarktungsaktionen seit 2002.</strong><br />
<span id="more-17142"></span><br />
Die geschickte Vermischung von werberischen und redaktionellen Inhalten wird gerade als ultimativer Rettungsanker für die kommerziell kriselnden Medien herumgereicht. Neudeutsch nennt sich die Neuauflage der Publireportage wahlweise «Content Marketing» oder «Native Advertising». Während in den USA so traditionsreiche Titel wie «The Atlantic» auf die <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp6889.html" target="_blank">umstrittene Werbeform</a> setzen (und damit gleich mal übel <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/empoerung-ueber-bericht-von-scientology-1.17941199" target="_blank">auf die Schnauze gefallen</a> sind), spricht man hierzulande erst im Futur und Konjunktiv über das Wundermittel gegen Einnahmeschwund. Mit einer Ausnahme: Die Wochenzeitung ist der eigentliche Pionier des «Native Advertising» – wenn auch nur für Werbung in eigener Sache. Seit mehr als zehn Jahren rühren die WOZ-JournalistInnen so kräftig die Werbetrommel, wie sonst keine andere Redaktion in der Schweiz. Damit generieren sie immer wieder Aufmerksamkeit, die das Blatt allein aufgrund seiner redaktionellen Leistung nur selten erreicht.</p>
<h3>WOZ rettet Weltwoche (2002)</h3>
<p>Nachdem eine Investorengruppe Anfang 2002 die damals defizitäre Weltwoche übernommen hatte, <a href="http://www.woz.ch/0610/woz-nr-10-02-7-maerz-2002/wie-die-weltwoche-gerettet-werden-kann" target="_blank">sah die WOZ ihre Chance gekommen:</a> «Gegen eine einmalige Honorarzahlung von 50 Millionen Franken übernimmt die gesunde WoZ analog dem Swissair/Crossair-Modell die kranke Weltwoche – mit dem Ziel, sie innert fünf Jahren nach WoZ-Geschäftsprinzipien zum Erfolg und dann wieder in die Selbständigkeit zu führen.»</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="attachment-471_9999" title="WOZ übernimmt Weltwoche" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/woz_wewo.jpg" alt="WOZ übernimmt Weltwoche" width="300" height="447" /></p>
<h3>«Meine Visionen» (2005)</h3>
<p>April, April! Bei der für den 1. April 2005 angekündigten Lesung waren zwar <a href="http://www.persoenlich.com/news/werbung/f%C3%BCr-woz-neues-christoph-m%C3%B6rgeli-buch-lanciert-257119" target="_blank">WOZ-Redaktoren anwesend</a>. Die hatten aber nichts zu lesen, weil das Buch, das die WOZ und ihre Werber im Namen des damaligen SVP-Vordenkers herausgaben, aus lauter leeren Seiten bestand.</p>
<p><img decoding="async" class="attachment-471_9999" title="Buch Mörgeli" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/morgeli.jpg" alt="Buch Mörgeli" width="300" height="399" /></p>
<h3>«Der Schweizer» (2007)</h3>
<p>Mit «Der Schweizer» hat die WOZ  das von der SVP für den Fall einer Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher angekündigte Zeitungsprojekt <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/woz-der-schweizer-1.594593" target="_blank">vorweggenommen</a>. Aus dem Inhaltsverzeichnis: «Der rassenreine Boxer Rico von Bülo schützt die grüne Grenze.»</p>
<p><img decoding="async" class="attachment-471_9999" title="Der Schweizer" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/der_schweizer.jpg" alt="Der Schweizer" width="300" height="442" /></p>
<h3>WOZ übernimmt UBS (2008)</h3>
<p>Die WOZ wollte «aus dem geldgierigen Lotterladen eine anständige Grossbank zu machen» und gleichzeitig mehr Abos verkaufen. Mit jedem Neuabo würde die WOZ eine UBS-Aktie kaufen. Bei rund einer Milliarde Abonnenten wäre die UBS in die rettende Hand der WOZ übergegangen, lautete der kühne Plan. Wie schon das Mörgeli-Buch und weitere Werbekampagnen, entstand auch diese Idee in Zusammenarbeit mit der <a href="http://www.werbewoche.ch/woz-will-die-ubs-uebernehmen" target="_blank">Agentur SFLB (heute Leo Burnett)</a> mit Texter und Kreativkopf Peter Brönnimann (<a href="http://www.werbewoche.ch/peter-broennimann-werber-des-jahres-2013" target="_blank">Werber des Jahres 2013</a>).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="attachment-471_9999" title="WOZUBS" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/wozubs.jpg" alt="WOZUBS" width="300" height="454" /></p>
<h3>Parodie der Reichsten-Liste (2012)</h3>
<p>Die WOZ nimmt in einer Sonderausgabe die «Bilanz»-Liste der <a href="http://www.blick.ch/news/wirtschaft/milch-milliardaer-schickt-linke-journalisten-zum-psychiater-id2121512.html" target="_blank">300 Reichsten aufs Korn</a>. Der Aufmachertext <a href="http://www.woz.ch/1248/aktion-together/eine-million-bitte-zum-mitnehmen" target="_blank">«Eine Million, bitte. Zum Mitnehmen»</a> von Inland-Redaktorin Susi Stühlinger erhielt den <a href="http://www.zh-journalistenpreis.ch/d/preisverleihungen/2013.php" target="_blank">Zürcher Journalistenpreis</a>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="attachment-471_9999" title="reichste" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/reichste.jpg" alt="reichste" width="293" height="403" /></p>
<h3>WOZ überwacht den Geheimdienst (2013)</h3>
<p>Zwei WOZ-Redaktoren haben Geheimdienstchef Markus Seiler nachspioniert und mit den Rechercheergebnissen eine <a href="http://www.markusseiler.ch/" target="_blank">«persönliche» Webseite</a> Seilers eingerichtet. Die Aktion war ein Teaser für die <a href="http://www.woz.ch/t/geheimwoz" target="_blank">Sondernummer «GeheimWOZ»</a> zu Datenschutz, Privatsphäre und Internet-Überwachung. Und der gewünschte Werbeeffekt sollte nicht ausbleiben: Die Geschichte vom bespitzelten Schnüffler <a href="https://twitter.com/KasparSurber/status/408704568994701313" target="_blank">ging um die ganze Welt</a>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="attachment-471_9999" title="Markus Seiler" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/markus-seiler.jpg" alt="Markus Seiler" width="400" height="302" /></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/05/meister-der-satirischen-selbstvermarktung/">Meister der satirischen Selbstvermarktung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Nachhilfe für die Weltwoche</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/10/nachhilfe-fuer-die-weltwoche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 May 2013 12:52:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Milo Rau]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Prozesse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gerichtsshow der «Zürcher Prozesse» von Milo Rau stellte sich als hervorragende Anlage für eine gepflegte Diskussionskultur heraus. Nun ist es an der Weltwoche, aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen. Das einzige politische Wochenmagazin der Schweiz verfügt über eine hervorragende Ausgangslage, um zu einer breit anerkannten Leitschrift zu werden. Die von Milo Rau <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/10/nachhilfe-fuer-die-weltwoche/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gerichtsshow der «Zürcher Prozesse» von Milo Rau stellte sich als hervorragende Anlage für eine gepflegte Diskussionskultur heraus. Nun ist es an der Weltwoche, aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen. Das einzige politische Wochenmagazin der Schweiz verfügt über eine hervorragende Ausgangslage, um zu einer breit anerkannten Leitschrift zu werden.<br />
<span id="more-14038"></span><br />
Die von Milo Rau inszenierten «Zürcher Prozesse» übertrafen die zuvor an das Ereignis gestellten Erwartungen in erfreulicher Weise. Ihre strenge Form ermöglichte einen befruchtenden Austausch zu einer landesweit immer wieder gestellten und diskutierten Frage, nämlich: «Wie stehst Du zur Weltwoche?». Es wurde am Sonntag in der Zürcher Altstadt so gepflegt und gesittet debattiert wie gleichentags <a href="http://www.direktedemokratie.com/2013/05/08/landsgemeinde-2013-direkte-demokratie-in-glarus/">an der Landsgemeinde in Glarus</a>. Die beiden diszipliniert durchgeführten und fruchtbar beendigten Debatten-Ereignisse stehen in grellem Gegensatz zur Stammtisch-Kultur der Elite, wie sie mitunter an Podiumsdiskussionen oder in den vielen ARD-Talkshows zu beobachten ist. Man versammelt sich dort unter seinesgleichen, stellt sich selbst dar, wird nach jedem Satz lauter, hört einander nicht zu und schneidet dem Gegenüber das Wort ab.</p>
<p>Die angeklagte Weltwoche wurde von den Geschworenen mit 6 gegen 1 Stimme freigesprochen. Das stets verlässlich gegen Weltwoche und Basler Zeitung anschreibende Medienmagazin «Edito + Klartext» nahm es zum Anlass, jene Geschworene zum <a href="http://dev.edito.ch/de/2013/05/07/die-geschworene-die-die-weltwoche-schuldig-sprach-2/">Interview</a> zu bitten, die die Weltwoche verurteilt hatte, Patrizia Fedier, 84. Sie sagte:</p>
<blockquote><p>«Es war für mich auch sehr spannend zu hören, der Anteil der ‹Weltwoche› an der Presseauflage mache nur sieben Prozent aus. Ich war sehr erstaunt: Wenn der Anteil wirklich so klein ist, weshalb hat die ‹Weltwoche› mit ihren Artikeln eine so grosse Popularität? Dann habe ich verstanden, dass viele Medien und Personen reproduzieren, was die ‹Weltwoche› schreibt – auch wenn sie eigentlich dagegen sind.»</p></blockquote>
<p>Klare Analyse, die Weltwoche ist ein Leitmedium, so wie in Deutschland «Spiegel» und «Bild». Gemacht von einem kleinen Trupp unabhängiger Journalisten, wenn man denn glauben darf, was Redaktor Alex Baur zu Protokoll gegeben hat (<a href="http://www.srf.ch/player/tv/videoembed?id=ee1da1c2-df18-458e-a3d7-b7a3fd4c1fb2&#038;width=624&#038;height=351&#038;mode=inline&#038;autoplay=true">ab Minute 6</a>):</p>
<blockquote><p>«Ich habe schon auf vielen Redaktionen gearbeitet, und selten habe ich einen derart offenen und liberalen Geist erlebt, wie ich ihn auf der Weltwoche Tag für Tag erlebe. Da wird gestritten und debattiert, dass es eine Freude ist und manchmal auch eine Qual. Aber schlussendlich habe ich immer das geschrieben, was ich für richtig hielt. Und da hat mir niemand irgendwelche Devisen erteilt, weder Köppel, noch Herr Tettamanti, noch Herr Blocher, noch irgendwer. Und ich kann ihnen sagen, die anderen Autoren der Weltwoche, die halten das auch so.»</p></blockquote>
<p>Inklusive dem Chefredaktor und seinem Stellvertreter sind es gerade mal 15 Personen, die die Schweiz und manchmal auch das Ausland aufmischen (ohne Korrespondenten und freie Mitarbeiter, gemäss Impressum). Im Vergleich die Sonntagszeitung: <a href="http://sonntagszeitung.ch/impressum/">64</a>. Die NZZ am Sonntag: <a href="http://www.nzz.ch/impressum">60</a>. Die WOZ: <a href="http://www.woz.ch/impressum/redaktion">19</a>. Das Magazin: <a href="http://leserbriefe.dasmagazin.ch/impressum/">8</a>. Mit 15 festen Personen jede Woche bis zu 80 Seiten hinzukriegen mit in aller Regel lesenswerten Artikeln, das ist eine schöne Leistung, an der sich der Rest der Schweizer Medienlandschaft messen darf. Der Output einiger anderer Redaktionen ist quantitativ und qualitativ geringer.</p>
<p>Die Ankläger gingen voller Selbstbewusstsein in den Prozess, und kamen voller Zweifel wieder heraus. Wieso bloss sind nicht mal Geschworene einer Gerichtsshow zu überzeugen, die Weltwoche zu verurteilen? <a href="http://www.woz.ch/1319/die-zuercher-prozesse/diskriminierung-als-geschaeft">Die WOZ schrieb</a> zum 6:1-Entscheid der Jury:</p>
<blockquote><p>«Den Entscheid begründet die Geschworene Erika Nart so: ‹Um es wie im Fussball zu sagen: Der Ball hat die Linie berührt, aber nicht überquert.› Die Glarnerin Nart ist beruflich im Sozialbereich tätig. Während des dreitägigen Prozesses hat sie an der Neumarktbar jeden Abend bei Weisswein mit ‹Weltwoche›-Autor Alex Baur fraternisiert.»</p></blockquote>
<p>Scharf beobachtet! Aber was, wenn die Weltwoche von «fraternisieren» schreibt über eine Geschworene, die sich erlaubt, Weisswein zu trinken mit einem WOZ-Redaktor?</p>
<p>Nicht nur die Beschuldigte, auch die Kläger müssen sich hinterfragen. In der Urteilsverkündung der Geschworenen hiess es (<a href="http://www.srf.ch/player/tv/videoembed?id=66bcc8e5-b125-4a03-b7c9-57e5e69d3b74&#038;width=624&#038;height=351&#038;mode=inline&#038;autoplay=true">ab Minute 5</a>):</p>
<blockquote><p>«Die Anklage war teils zu wenig glaubwürdig, es geschahen zu viele Angriffe gegenüber Abwesenden. Die Anklage hat sich teils im selben beklagenden Muster wie die Weltwoche verhalten.»</p></blockquote>
<p>Die Doppelmoral der Kläger steht gross im Raum. Man darf die Weltwoche schon anklagen wegen «Schreckung der Bevölkerung». Aber wie viele Medien und Journalisten dürften sich gleich daneben auf die Anklagebank setzen? Vogelgrippe, Schweinegrippe, radioaktive Strahlung, Handystrahlung, Waldsterben, EHEC, die Liste der von den Medien verbreiteten Schrecknisse ist endlos. Nur mit den <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/08/die-rechnung-fur-die-panikmache/">Folgen der Panikmache</a> möchte man nichts zu tun haben (die trägt in der Regel am Ende der Steuerzahler). Die beiden anderen Anklagepunkte, «Rassendiskriminierung» sowie «Gefährdung der verfassungsmässigen Ordnung», sind breit auslegbar: Diskriminiert werden von den Medien jeden Tag Menschen, und von einem guten Rechercheur werden sich staatliche Organe schnell mal in ihrer Ordnung gestört fühlen.</p>
<p>Roger Köppel selbst <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-19/editorial-der-prozess-die-weltwoche-ausgabe-192013.html">gibt sich nach dem Prozess einsichtig</a>:</p>
<blockquote><p>«Offensichtlich ist es der Weltwoche nicht immer gelungen, eine kritische Leserschaft von der Lauterkeit ihrer Ziele und Mittel zu überzeugen. Ohne ­eigenes Ungenügen hätte es keine fundierte Kritik und damit auch keine ‹Zürcher Prozesse› gegeben. Wir nehmen das Verfahren daher als Auftrag und Ansporn, uns noch intensiver darum zu bemühen, auch jene Leser mitzunehmen, die dem Blatt nicht auf Anhieb zu folgen bereit sind.»</p></blockquote>
<p>Köppels Weltwoche verfügt über eine hervorragende Ausgangslage. Sie könnte viel mehr sein, als vornehmlich ein Medium für «swiss native men», wie man sich das Woche für Woche anhand der Vornamen auf der Leserbriefseite zusammenreimen kann:</p>
<p><strong>Kaum Konkurrenz:</strong> Sie steht im Markt der Schweizer Wochenpublikationen nur der (lauen) Konkurrenz der WOZ und den Schweizer Seiten der «Zeit» gegenüber (während es haufenweise Sonntagszeitungen gibt).<br />
<strong>Neue Leser:</strong> Sie könnte der Schweizer «Spiegel» sein, wenn sie sich vermehrt auch Fragen öffnen würde, die abseits von Politik, Wirtschaft und Geschichte liegen oder sich auch mal darum kümmern würde, was wohl liberale Frauen gerne lesen würden.<br />
<strong>Neue Märkte:</strong> Sie könnte expandieren in den ganzen deutschsprachigen Raum, wenn sie sich die unnötigen Pauschalisierungen und Provokationen austreiben könnte, was «Schreiben, was ist» ja bekanntlich genau nicht ist.<br />
<strong>Neue Einkünfte:</strong> Sie könnte ein Leitblatt des liberalen Aufbruchs werden, vielleicht sogar finanziert von ihren eigenen Lesern (<a href="https://medienwoche.ch/2013/03/20/lernen-von-kalle/">wie die Taz</a>).<br />
<strong>Neue Verbreitungsgebiete:</strong> Sie könnte die vielen potentiell «Weltwoche»-freundlichen Leser im Internet erobern &#8211; wenn sie denn den Mut dazu hätte.</p>
<p>Die «Zürcher Prozesse» haben Sachlichkeit in eine viel zu emotional geführte Debatte gebracht. Weil die Teilnehmer dazu gezwungen waren, den Argumenten der Gegner auch mal länger zu folgen, hat sich sogar die eine oder andere Sichtweise verschoben oder erweitert. Und tatsächlich machen der daueraufgeregte Claudio Zanetti und der bis ins Mark empörte Robert Misik einfach einen besseren Eindruck, wenn ihr Puls im Normalbereich schlägt. Wer seine Ziele stets mit äusserstem Engagement verfolgt, neigt zur Verblendung und dazu, seine eigene Position nicht mehr zu reflektieren. Auch die Ausdrucksweise entfernt sich dann vom Reden und verkommt zum Rumbrüllen, <a href="https://soundcloud.com/peter-breuer-3/loudest-of-rainer-bruederle">hier ein Beispiel von Rainer Brüderle</a>. Gute Argumente kommen auch an, wenn sie fair, in gefälliger Weise und ohne unzulässige Verkürzungen und Verallgemeinerungen geäussert werden. Nichts mehr verlangt die Öffentlichkeit von der Weltwoche.</p>
<p>Es ist wirklich ganz einfach, Michel Friedman <a href="http://www.srf.ch/player/tv/videoembed?id=be221e82-ebb7-4e51-80a1-01b90c2853ca&#038;width=624&#038;height=351&#038;mode=inline&#038;autoplay=true">brachte es auf den Punkt</a>:</p>
<blockquote><p>«<em>Die</em> ist immer Aufhetzung.»</p></blockquote>
<p>Also lasst uns doch versuchen, nicht zu oft von <em>denen</em> zu reden &#8211; es sei denn, man könne <em>sie</em> konkret mit statistischem, wissenschaftlichem oder anderem relevanten Material zu Gruppen zusammenführen. Ganz egal, ob es Muslime, Christen, Juden, Männer, Frauen, Homosexuelle, Heterosexuelle, Veganer, Russinnen, IV-Bezüger, SRF-Mitarbeiter, SVP-Mitglieder, Roma, Weltwoche-Redaktoren, Afrikaner oder Autofahrerinnen sind. «Schreiben, was ist» erfordert genauere Angaben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/10/nachhilfe-fuer-die-weltwoche/">Nachhilfe für die Weltwoche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die missverstandene Stadt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/09/die-missverstandene-stadt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joel Weibel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Oct 2012 08:08:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Rothenbühler]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Pichard]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt Loderer]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Biel]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Lenz]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>
		<category><![CDATA[Dario Venutti]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Edipresse]]></category>
		<category><![CDATA[Bieler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fehr]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsblick]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg Scherrer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommt Biel in den nationalen Medien vor, zeichnen die Journalisten selten ein ausgewogenes Bild. Biel ist entweder hui oder pfui – aber meistens pfui. Das soll sich nun ändern: Biel findet Gefallen an der Idee von Pressereisen in die missverstandene Stadt. – Ein Gastbeitrag aus dem Bieler Tagblatt. «Wie schwul ist Biel?», titelte der «Sonntagsblick» <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/09/die-missverstandene-stadt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kommt Biel in den nationalen Medien vor, zeichnen die Journalisten selten ein ausgewogenes Bild. Biel ist entweder hui oder pfui – aber meistens pfui. Das soll sich nun ändern: Biel findet Gefallen an der Idee von Pressereisen in die missverstandene Stadt. – Ein Gastbeitrag aus dem Bieler Tagblatt.<br />
<span id="more-30544"></span><br />
«Wie schwul ist Biel?», titelte der «Sonntagsblick» am 30. September. Man möchte zurückfragen: Wie schwul ist der «Sonntagsblick»? Und zwar mit der jugendsprachlich konnotierten Interpretation von schwul als Adjektiv für doof, dämlich, dümmlich. Das allerdings wäre zu dumm – schliesslich ist schwul kein Schimpfwort.</p>
<p>Aber wie dumm ist es, einen Artikel so zu betiteln, wenn es letztlich darum geht, zwei volle Seiten über Biel zu schreiben und dies durchaus sachlich? Abgesehen davon zeigt dieses jüngste Beispiel, dass die Wahrnehmung Biels in der Aussenperspektive speziell ist. Als Grundsatz lässt sich festhalten: Die Stadt Biel lässt niemanden kalt und dies seit Jahrzehnten. Das zeigt ein Querschnitt von Artikeln in den grossen Publikationen aus Zürich der letzten 18 Jahre. Beim Durchblick dieser Artikel stellt sich sehr schnell das Gefühl ein, dass Biel nicht als die Stadt wahrgenommen wird, die sie ist.</p>
<p>Nick Lüthi von der «Medienwoche», der in Bern lebt und Biel gut kennt, sagt es so: «Biel war in den Medien schon immer eine Attribut-Stadt: zum Beispiel Auto-Partei-Stadt, Sozialhilfe-Metropole, Expo-Stadt, Boom-Stadt, Auto-Stadt, Uhren-Stadt und nun eben Homosexuellen-Stadt. Quasi alle fünf Jahre erhält Biel ein neues Attribut.» Man könnte auch sagen: Die immer gleichen Attribute bleiben, und ab und zu kommt ein neues dazu. Zum Beispiel: <a href="http://www.svp-wohlen-anglikon.ch/wb/media/Media/WeWwo_2012_10_01_Biel_d2.pdf">«Biel der Analphabeten»</a> («Weltwoche», 27. 9. 2012, geschrieben von Alain Pichard, Stadtrat der GLP in Biel) oder die «Goldgräberstadt» («Der Bund», 29.12.2012, Benedikt Loderer, Stadtwanderer, Wahl-Bieler und BT-Kolumnist) oder das «ungezähmte» Biel («Wochenzeitung», 24.03.05) oder alternativ auch das «Liebesnest der Islamisten» («Weltwoche», 29.04.2010).</p>
<p>Alle diese Artikel zeugen auch davon, dass Biel-Texte meist grundsätzlich mit einem Gefühl der Sehnsucht oder der Abscheu gezeichnet werden. Peter Rothenbühler kombinierte beides in der «Schweizer Illustrierten» im August 1996: «Bei der Durchfahrt nach Biel war ich schockiert. […] Warum lässt man diese Stadt einfach verlottern? Was ist los mit Biel?», schrieb Rothenbühler, der Heimweh-Bieler, damalige Wahlzürcher und heutige Wahl-Lausanner. Nur einen Monat später schrieb der «Tages Anzeiger»: «In Biel werden in den nächsten Jahren Millionen investiert. Alles mit dem Ziel, die Stadt attraktiver zu gestalten.» Und mit dem Kennerblick aus Zürich fügte der Autor an. «Die Frage ist bloss, ob sie das braucht.» Wenn Zürich unter der höchsten Arbeitslosigkeit im Land und einem permanenten Einwohnerschwund leiden würde, wie Biel damals, würde der Autor dies kaum fragen.</p>
<p>Heute, 18 Jahre später, wurden die Millionen investiert, die zentrale Achse von Guisanplatz bis und mit Nidaugasse saniert, das Manor-Gebäude steht in der Innenstadt. Rolex, Sputnik, DT-Swiss und andere Firmen haben im Bözingenfeld gebaut, bald wird die Swatch-Group ein neues architektonisches Wahrzeichen aufstellen. Die Stadien werden wohl gebaut (im Gegensatz zu Zürich), unzählige Wohnungen sind entstanden, im Zentrum entsteht ein neuer Platz.</p>
<p>Und doch fragte der «Tages-Anzeiger» im August 2011: <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Kleine-Stadt-mit-heftigen-Eruptionen/story/26499965?track" target="_blank">«Was ist los in dieser Stadt?»</a> Der erste Satz des Textes von Dario Venutti beginnt mit den zwei Worten: Jürg Scherrer. Jürg Scherrer, der Wieder-Präsident der Autopartei, ehemalige Bieler Gemeinderat und ehemalige Nationalrat, hatte sich damals schon längst aus der Politik und dem öffentlichen Leben verabschiedet. Weil man in Zürich offenbar nur ihn kennt, hat Venutti Scherrer aus der Mottenkiste geholt und sein Porträt über Biel mit einem Spruch des italienischen Philosophen und Kommunisten Antonio Gramsci beschlossen: «Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster.»</p>
<p>Monster-Biel? Monströs ist höchstens, dass Scherrer nicht kleinzukriegen ist. Der Mann, der die Gaskammern im Zweiten Weltkrieg gegenüber dem Radio RTS im Jahr 2002 als ein «Detail der Geschichte» bezeichnet hat, gilt trotzdem immer wieder als kompetenter Auskunftspartner. Auch im «Sonntagsblick»-Artikel hatte er einen prominenten Auftritt: «Sie werden sehen, am Nachmittag wird es dunkel in Biel», diktierte Scherrer dem Sobli-Schreiber. Dieser schrieb zwei Absätze später: «Tatsächlich am Nachmittag wird es dunkel. Immer mehr dunkle Gesichter auf der Strasse.» Die «Wochenzeitung» vertritt eine andere Haltung. Der «Bund»-Journalist Christoph Lenz schrieb im April unter dem Titel «Bonne nuit, Bienne»: «Biel war einst die Hochburg von Hip-Hop, Punk, alternativer Subkultur. Doch jetzt regiert die Bauspekulation, Wohnbaugenossenschaften geraten unter Druck, alternativ genutzte Fabriken werden abgerissen und Plätze privatisiert. All das unter sozialdemokratischer Regie.»</p>
<p>Dass die Steuereinnahmen pro Kopf in Biel weit unter dem Durchschnitt der anderen Städte liegen und Biel dank der steigenden Anzahl Kinder rund 250 Millionen Franken in den nächsten zehn Jahren in die Schulen investieren muss und auch in der «Seeland-Metropole» (noch so ein Attribut) das Geld nicht auf der Strasse liegt, blendet der Autor aus. Er sehnt sich nach diesem anarchistischen Biel, während sich viele Bewohner Biels nicht mehr damit zufriedengeben wollen, dass alte Sandsteinhäuser mit Gerüsten gesichert werden müssen, um die Passanten vor Steinschlag zu schützen. Ausser in Biel gibt es das nur in den ausgestorbenen Vorstädten in Ostdeutschen Bundesländern.</p>
<p>Stadtpräsident Erich Fehr sagt dazu: «Die Synthese aus den Artikeln im ‹Tages-Anzeiger› und in der ‹Wochenzeitung› käme der Wahrheit schon näher.» Auch dem Stadtoberhaupt ist aufgefallen, dass Biels Wahrnehmung in den Deutschschweizer Medien nicht optimal ist. Er hat deswegen den Kontakt zu den Medienhäusern an der Limmat gesucht und hat sich und seine Stadt in Gesprächen auf höchster Ebene vorgestellt. «Damit die Journalisten beim nächsten Mal auch unsere Meinung einholen.»</p>
<p>Peter Rothenbühler, heute stellvertretender publizistischer Leiter bei Edipresse, analysiert das Problem etwas anders: «Der Artikel im Tages-Anzeiger war eine Frechheit, zu einseitig. Ich kann in jede Stadt gehen und nur mit den Extremisten sprechen. Das ist einfach. Der Autor hatte nie das Bestreben, diese Stadt zu verstehen und zu entdecken.» Aus Rothenbühlers Sicht sollte die Bieler Presse streng sein mit Biel. «Aber von Aussen kommen und nur das Negative berichten, das geht nicht.» Allerdings fügt er an: Wenn ein solcher Artikel komme, müsse sich eine Stadt fragen, was sie falsch gemacht hat. Er plädiert dafür, dass Biel für Journalisten Pressereisen anbietet und die Leute ansonsten mit ihren Attraktionen nach Biel lockt. Zudem solle der Stadtpräsident ein neues Projekt aufziehen. Den «Sonntagsblick»-Artikel hat Rothenbühler nicht gelesen, aber: «Dass die Homosexualität in Biel kein Thema war, ist sensationell. Das zeigt wie hochentwickelt die kulturelle und gesellschaftliche Toleranz in Biel ist.» Insgesamt komme Biel in der Berichterstattung in den nationalen Medien zu wenig gut weg. «Es gibt eine Tendenz, Biel als Stadt zu vieler Sozialfälle und zu vieler Muslime zu stigmatisieren. Das ist gefährlich, da muss man Gegensteuer geben.»</p>
<p>Das versucht Fehr derzeit. Auch die Pressereisen-Idee wird derzeit diskutiert. Allerdings will Fehr nicht einfach mit der Ankündigung eines neuen Grossprojektes positive Meldungen generieren: «Für die Grösse der Stadt sind wir, was Anzahl und Grösse der Projekte betrifft, derzeit stolz unterwegs. Jetzt setzen wir unsere Kraft in den Campus der Fachhochschule und die Detailarbeit bei Littering, Wohnqualität und so weiter. Das ist vielleicht ein Unterschied in unserer Kommunikation zu früher: Wir sprechen die Probleme an und arbeiten an ihnen. Gleichzeitig sprechen wir über die Vorzüge Biels. Wir haben das Ganze auf eine realistischere Ebene geholt.» Jetzt müssten nur noch die Journalisten aus Zürich den Realismus für sich entdecken.</p>
<p><small>Dieser Artikel erscheint heute im Bieler Tagblatt. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion durfte die Medienwoche den Text übernehmen.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/09/die-missverstandene-stadt/">Die missverstandene Stadt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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