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	<title>Zahlensalat | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 20 Jul 2017 08:48:41 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Zahlensalat (VII): Bessere Ausbildung und mehr Kooperation mit der Wissenschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/12/zahlensalat-vii-bessere-ausbildung-und-mehr-kooperation-mit-der-wissenschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Schneiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 23:37:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch nie gab es so viele Daten, noch nie standen so viele Studien zur Verfügung. Für die Journalisten eröffnet sich ein Eldorado, wenn Sie lernen, diese Studien einzuschätzen und faule Eier auszuscheiden. Was Ausbildung und Wissenschaft dazu beitragen können. 2015 wiesen zwei deutsche Dokumentarfilmer angeblich nach, dass Schokolade schlank mache. Doch die Studie war ein <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/12/zahlensalat-vii-bessere-ausbildung-und-mehr-kooperation-mit-der-wissenschaft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Noch nie gab es so viele Daten, noch nie standen so viele Studien zur Verfügung. Für die Journalisten eröffnet sich ein Eldorado, wenn Sie lernen, diese Studien einzuschätzen und faule Eier auszuscheiden. Was Ausbildung und Wissenschaft dazu beitragen können.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-7-Zahlen-Schule_20170712_940x630px.jpg" alt="" width="940" height="630" class="alignnone size-full wp-image-45123" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-7-Zahlen-Schule_20170712_940x630px.jpg 940w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-7-Zahlen-Schule_20170712_940x630px-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-7-Zahlen-Schule_20170712_940x630px-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-7-Zahlen-Schule_20170712_940x630px-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 940px) 100vw, 940px" /><br />
2015 wiesen zwei deutsche Dokumentarfilmer angeblich nach, dass Schokolade schlank mache. <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/diaet-fake-studie-behauptet-schokolade-macht-schlank-a-1035685.html" target="_blank">Doch die Studie war ein Fake</a>, was man mit dem entsprechenden Know-how schnell hätte herausfinden können: Das ihr zu Grunde liegende Experiment war schlecht gemacht, die Anzahl Probanden viel zu tief und die Statistik überhaupt nicht aussagekräftig. Nichtsdestotrotz fanden die Ergebnisse Verbreitung in zum Teil seriösen Medien rund um die Welt. Journalisten von Deutschland bis Indien, von Amerika bis Australien liessen sich mit plumpen Mitteln an der Nase herumführen. Ein ganzer Berufsstand war diskreditiert.</p>
<p>Auch wenn das darauf folgende Medienbashing überzogen war, so hat die Geschichte doch den Finger auf einen wunden Punkt gelegt: Viele Journalistinnen und Journalisten sind im Umgang mit Zahlen und Statistik unsicher und bekunden Mühe, Studien zu lesen, deren Qualität einzuschätzen und die Resultate zu hinterfragen. Doch vor Verallgemeinerungen sei gewarnt. Viele, gerade auch junge, Medienschaffende haben eine solide natur- oder sozialwissenschaftliche Ausbildung durchlaufen und kennen sich mit Statistik aus.</p>
<p>Mit den Datenjournalisten zieht weiteres statistisches Know-How in Schweizer Redaktionen ein. So helfe etwa das SRF Data Team Kolleginnen und Kollegen aus anderen SRF-Redaktionen mit Daten klarzukommen, wie Teammitglied Julian Schmidli erklärt. Auch in der Ausbildung von Medienleuten tut sich etwas. An der Universität Zürich kann man im Rahmen des Politologiestudiums einen <a href="http://www.ipz.uzh.ch/de/studium/MA/tracks/dj.html" target="_blank">Lehrgang für Datenjournalismus</a> belegen, Im Medienstudium an der Universität Fribourg wurde das Fach Statistik jüngst aufgewertet und die Journalistenschule MAZ in Luzern führt neu einen Pflichtkurs Statistik im Diplomstudiengang. «Es geht hier aber nur um die Basics», gibt Studienleiter Dominique Strebel zu bedenken. Strebel wünscht sich von zukünftigen Journalisten mehr Kompetenz im Umgang mit wissenschaftlichen Studien und überlegt sich, auch hierfür einen Pflichtkurs einzuführen.</p>
<p>Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Journalisten können neben dem Tagesgeschäft nicht auch noch Statistik mit wissenschaftlichem Anspruch betreiben, dafür reicht die Zeit schlicht nicht. Genau das wäre aber nötig, wenn man aus Daten belastbare Schlussfolgerungen ziehen will. Es gibt allerdings an den Universitäten und Fachhochschulen ein grosses Heer an Wissenschaftlerinnen und Forschern, das sich täglich mit Signifikanz, Kausalität und Kontrollgruppen herumschlägt. Diese Forscherinnen und Forscher produzieren laufend neue Studien, manchmal von bescheidener, manchmal von hervorragender Qualität. Journalisten sollten lernen, die reifen Früchte zu pflücken und die faulen Eier auszuscheiden und akademisches Fachpersonal für Rat beizuziehen. Schliesslich gehört die Vermittlung der universitären Forschung zum Auftrag einer öffentlich finanzierten Institution.</p>
<p>Schokoladenstudien zirkulieren viele. Es kann für eine Redaktion verlockend sein, reisserische Resultate zu publizieren, quasi als Teil des Unterhaltungsjournalismus. Ein sorgloser Umgang mit angeblich wissenschaftlichen Studien ist aber gefährlich. Er kann bei Leserinnen und Lesern langfristig Studienmüdigkeit auslösen. Im schlechtesten Fall würde am Ende auch seriöse Wissenschaft ignoriert werden.</p>
<p>Journalismus kommt daher in Zukunft die Aufgabe zu, neben Fake News und auch Fake Studies zu entlarven. Im angelsächsischen Raum, wo die Fact-Checking-Kultur weiter gediehen ist als hierzulande, gibt es Gefässe, die schon heute genau das tun; etwa die mehrfach preisgekrönte Sendung <a href="http://www.bbc.co.uk/programmes/b006qshd" target="_blank">«More or Less» auf BBC Radio 4</a>, deren Redaktoren lustvoll und unterhaltsam Statistiken aus Politik, Medien und Wissenschaft sezieren. Schokoladenstudien kommen hier ganz flach raus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/12/zahlensalat-vii-bessere-ausbildung-und-mehr-kooperation-mit-der-wissenschaft/">Zahlensalat (VII): Bessere Ausbildung und mehr Kooperation mit der Wissenschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zahlensalat (VI): Was Datenjournalismus (nicht) leistet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-vi-was-datenjournalismus-nicht-leistet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Schneiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jun 2017 20:37:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Datenjournalisten sind Meister im Aufspüren und Aufbereiten von Daten. Sie hauchen langweiligen Zahlenreihen Leben ein und gewinnen ihnen neue Erkenntnisse ab. Schöne Infografiken können allerdings auch zu voreiligen Schlüssen verleiten. Immer mehr private Unternehmen und öffentliche Stellen sammeln immer mehr Daten, staatliche Institutionen sind aus Transparenzgründen gesetzlich dazu angehalten, ihre Daten zu veröffentlichen. Kommt hinzu, <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-vi-was-datenjournalismus-nicht-leistet/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-vi-was-datenjournalismus-nicht-leistet/">Zahlensalat (VI): Was Datenjournalismus (nicht) leistet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Datenjournalisten sind Meister im Aufspüren und Aufbereiten von Daten. Sie hauchen langweiligen Zahlenreihen Leben ein und gewinnen ihnen neue Erkenntnisse ab. Schöne Infografiken können allerdings auch zu voreiligen Schlüssen verleiten.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-6-Datenjournalismus_20170712_940x630px.jpg" alt="" width="940" height="630" class="alignnone size-full wp-image-45121" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-6-Datenjournalismus_20170712_940x630px.jpg 940w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-6-Datenjournalismus_20170712_940x630px-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-6-Datenjournalismus_20170712_940x630px-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-6-Datenjournalismus_20170712_940x630px-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 940px) 100vw, 940px" /><br />
Immer mehr private Unternehmen und öffentliche Stellen sammeln immer mehr Daten, staatliche Institutionen sind aus Transparenzgründen gesetzlich dazu angehalten, ihre Daten zu veröffentlichen. Kommt hinzu, dass heute schon handelsübliche Computer grosse Datenmengen verarbeiten können. Die neuen Rahmenbedingungen haben nicht nur die wissenschaftliche Forschung umgekrempelt, sondern längst auch den Medienbetrieb erreicht. Mit den Datenjournalisten hat sich ein neues Berufsbild in den Redaktionen etabliert. Der Tages-Anzeiger dokumentiert seine diesbezügliche Aktivitäten im sogenannten Datenblog, die NZZ betreibt digitales Storytelling, wo Daten eine zentrale Rolle spielen und bei SRF arbeitet ein junges Data Team. </p>
<p>Aber was genau ist dieser Datenjournalismus?«Wir betreiben Journalismus mit technischen Mitteln und unter Einbezug von Datensätzen», umreisst Julian Schmidli sein Arbeitsfeld. Schmidli arbeitet als <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/06/ein-schritt-zurueck-fuer-den-blick-auf-die-totale/">Datenjournalist im SRF Data Team</a> (MEDIENWOCHE-Porträt 2014). Nun sind bunte Grafiken in den Medien nichts Neues, doch Datenjournalisten beherrschen zusätzlich die Datenexploration, sprich die Suche nach Mustern in Datensätzen. Und sie gehen innovative, oft interaktive Wege in der Präsentation der Daten. Im besten Fall werden so Zusammenhänge und Sachverhalte sichtbar, die bei der Darstellung auf Papier keinen Platz finden würden. Aus der interaktiven Kriminalstatistik von SRF Data lässt sich etwa herauslesen, dass die Monegassen die kriminellste Ausländergruppe der Schweiz sind, wenn man denn mal sämtliche Ecken der Statistik ausleuchtet.</p>
<p>Datenjournalismus ist aber nicht nur Spielerei, sondern dient ernsthaftem Erkenntnisgewinn. Deshalb muss man sich auch der Probleme bewusst sein. Eine Gefahr sieht Julian Schmidli in der Qualität der Daten. Immer öfter würden Daten auch von PR-Agenturen oder Verbänden angeboten. Daraus liesse sich vielleicht eine schöne Geschichte herauslesen, erweise sich aber oft als problematisch. «Das SRF Data Team prüft die Zahlen daher genau und wir verlangen auch die Rohdaten heraus», versichert Schmidli.</p>
<p>Doch auch bei guter Datenqualität lauern immer noch Fallen, in die jeder tappen kann, der mit Statistiken arbeitet. «Oft werden Äpfel mit Birnen zu vergleichen», beobachtet Alexandra Stark, Journalistin und Studienleiterin an der Journalistenschule MAZ. So wurde jüngst Basel-Stadt von verschiedenen Redaktionen zum gefährlichsten Ort der Schweiz erkoren, der Zipfel in der Nordwestschweiz war <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-gefaehrlichsten-Orte-der-Schweiz/story/26906688" target="_blank">blutrot gefärbt auf der Infografik</a>. Ob Sozialhilfequote, Leerwohnungsziffer, Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner: Basel gehört immer zu den Spitzenreitern, respektive Schlusslichtern – schlicht und ergreifend weil der Kanton fast nur Stadt ist. Der Vergleich mit Appenzell-Innerrhoden ist für Basel-Stadt höchstens rufschädigend, aber wenig hilfreich.</p>
<p>Manchmal krankt eine Infografik daran, dass die präsentierten Zahlen nicht ins richtige Verhältnis gesetzt werden. So konnten wir kürzlich in einer Infografik des Tages-Anzeigers ablesen, dass VW bei Autodieben (Achtung wiederum in Basel!) <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Hier-muessen-Sie-am-meisten-um-Ihr-Auto-fuerchten/story/20424438" target="_blank">die beliebteste Marke ist</a>. Dabei ging vergessen zu erwähnen, dass VW auch <a href="https://www.auto.swiss/statistiken/autoverkaeufe-nach-marken" target="_blank">bei normalen Schweizern gut ankommt</a>, gefolgt von weiteren Spitzenkandidaten in der Diebstahlstatistik wie BWM, Mercedes oder Audi. Gestohlen wird vor allem, was herumsteht. Die Berechnung der relativen Diebstahlhäufigkeit hätte aber gezeigt: Passen Sie auf Ihren Land-Rover auf!</p>
<p>Derselbe Mangel haftet auch den beliebten Unfallkarten an, die zeigen, wo in der Schweiz wie viele Unfälle stattgefunden haben. Würden auf Grundlage solcher Karten Massnahmen zur Strassensicherheit ergriffen, würden stark befahrene Kreuzungen mit vielen Blechschäden priorisiert und lebensgefährliche Zebrastreifen ausserorts vernachlässigt. Sollen Unfallkarten einen Nutzen stiften, müssen mindestens Verkehrsaufkommen und Schwere der Unfälle mitberücksichtigt werden.</p>
<p>Auch wenn die Infografik makellos ist, so bleibt oft die Frage nach dem «warum». Das Problem kennt auch die datengetriebene Forschung: Man identifiziert zwar klare Muster im Datensatz, aber mangels Theorie fehlt einem die Erklärung dazu. So bleibt trotz schönen Grafiken im Halbdunkeln, weshalb in der Westschweiz mehr Autos gestohlen werden, der Bund so viele <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/7-grafiken-zu-den-it-beschaffungen-des-bundes" target="_blank">Informatikaufträge freihändig vergibt</a> und wieso Genfer so wenige <a href="http://www.srf.ch/news/schweiz/abstimmungen/abstimmungen/energiestrategie/so-gross-sind-die-unterschiede-in-den-kantonen" target="_blank">klimafreundliche Heizungen betreiben</a>. «Die Analyse und Interpretation von Daten setzt eine vertiefte Kenntnis der Materie voraus», gibt Wissenschaftsjournalist Felix Straumann von «Tages-Anzeiger/Sonntagszeitung» zu bedenken. Dies können aber nur Wissenschaftler leisten, die nicht nur die Daten, sondern auch das Forschungsfeld gut kennen. «Wir haben keinen wissenschaftlichen Anspruch, wir sind Journalisten», stellt Julian Schmidli klar. «Aber wir halten uns an strenge Regeln und weisen auf Probleme hin.»</p>
<p>Alexandra Stark von der Journalistenschule MAZ warnt davor, ohne konkrete Fragestellung in Datensätzen herumzustochern. Das Risiko sei gross, dass dabei wenig relevante Ergebnisse herauskommen. Sie plädiert für den umgekehrten Weg: «Zuerst frage ich mich, was ich wissen will und dann schaue ich, ob ich dazu Daten finde. Beantworten die Daten meine Frage nicht, recherchiere ich das Thema anders.» Datenjournalismus ist für sie eine wichtige Ergänzung zu den herkömmlichen Recherchemethoden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-vi-was-datenjournalismus-nicht-leistet/">Zahlensalat (VI): Was Datenjournalismus (nicht) leistet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Zahlensalat (V): Allzweckwaffe Online-Umfragen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-v-allzweckwaffe-online-umfragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Schneiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jun 2017 10:35:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Umfragen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast», lautet ein Bonmot, das – fälschlicherweise – Winston Churchill zugeschrieben wird. Fälschen ist heute gar nicht mehr nötig. Mit einer Online-Umfrage kann sich jeder das gewünschte Ergebnis gleich selbst zusammenstellen. Trotz struktureller Mängel sind Online-Umfragen nicht in jedem Fall nutzlos. Wenn im Frühling der jährliche Global <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-v-allzweckwaffe-online-umfragen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>«Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast», lautet ein Bonmot, das – fälschlicherweise – Winston Churchill zugeschrieben wird. Fälschen ist heute gar nicht mehr nötig. Mit einer Online-Umfrage kann sich jeder das gewünschte Ergebnis gleich selbst zusammenstellen. Trotz struktureller Mängel sind Online-Umfragen nicht in jedem Fall nutzlos.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-5-Onlineumfrag_20170712_940x630px.jpg" alt="" width="940" height="630" class="alignnone size-full wp-image-45119" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-5-Onlineumfrag_20170712_940x630px.jpg 940w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-5-Onlineumfrag_20170712_940x630px-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-5-Onlineumfrag_20170712_940x630px-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-5-Onlineumfrag_20170712_940x630px-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 940px) 100vw, 940px" /><br />
Wenn im Frühling der jährliche <a href="https://www.globaldrugsurvey.com/" target="_blank">Global Drug Survey GDS</a> veröffentlicht wird, stürzen sich die Medien aus aller Welt darauf. «Sex sells», heisst es in der Werbebranche. «Drugs do too», könnte man anfügen. Der britische «Guardian» tritt als Medienpartner des GDS auf, «Zeit Online» widmet der Studie eine ganze Artikelserie und das Schweizer Online-Newsportal <a href="http://www.watson.ch/mint/Fuck%20&#038;%20Feel/169143733-Die-Schweiz-ist-ein-Kokain-Paradies-%E2%80%93-17-Fakten-zum-globalen-Drogenkonsum" target="_blank">«Watson» illustriert die Ergebnisse des GDS</a> mit einer aufwändig gestalteten Kaskade von Infografiken. Und so wissen wissen wir nun, dass Magic Mushrooms die sicherste Droge sind, die Australier am häufigsten am Bong saugen und Schweizer Kiffer pro Tag vier Stunden high sind, <a href="http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Schweizer-Kiffer-sind-pro-Tag-vier-Stunden-high-21327486" target="_blank">wie das «20 Minuten» herausstrich</a>.</p>
<blockquote><p>In der Statistik kommt es nicht auf die Grösse, sondern auf die Repräsentativität an.</p></blockquote>
<p>Die Erkenntnisse des Global Drug Surveys basieren auf einer Online-Umfrage in zwanzig vorwiegend westlichen Ländern. Teilnehmer werden über Social Media und Newsportale rekrutiert. Mitmachen kann, wer will. Rund 120&#8217;000 Personen waren es beim letzten Survey – eine beeindruckende Stichprobe. Doch in der Statistik kommt es nicht auf die Grösse, sondern auf die Repräsentativität an. Wenn ganz viele junge Kiffer an der Umfrage mitmachen, ist die drogenabstinente Oma deswegen nicht besser in der Stichprobe vertreten. Um seriöse Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung ziehen zu können, müsste aber jede und jeder dieselbe Chance haben, an der Studie teilzunehmen. Ansonsten ist sie nicht repräsentativ.</p>
<p>Auch wenn sich der Global Drug Survey einen wissenschaftlichen Anstrich gibt, deklarieren die Autoren ihren Bericht als klar nicht-repräsentativ. Doch das hindert Redaktionen rund um den Globus nicht daran, die Ergebnisse so zu interpretieren. «Es ist problematisch, wenn Medien auf Grundlage des Berichts gewagte Aussagen zum Drogenkonsum machen», kommentiert Markus Meury von «Sucht Schweiz» den Umgang der Medien mit dem Survey. Für die Stiftung, die in der Suchtprävention tätig ist, hat die Umfrage nur einen limitierten Nutzen: «Für uns bietet vor allem die Möglichkeit, neue Trends im Partymilieu zu beobachten», sagt Meury. Rückschlüsse auf den Drogenkonsum der Gesamtbevölkerung oder Ländervergleiche seien aber nicht zulässig.</p>
<p>Wie alle Online-Umfragen krankt der Global Drug Survey an einer verzerrten Stichprobe. Solcher Mangel kann zu völlig falschen Schlüssen führen. Anderes Beispiel: Im US-Bundesstaat North Carolina wurde die Bevölkerung online gefragt, ob sie die Einführung der Sonntagsjagd befürworte. 55% der Umfrage-Teilnehmer bejahten. In der repräsentativen Telefonumfrage im gleichen Gebiet zur selben Zeit waren dann aber plötzlich 65% gegen die Sonntagsjagd. Offenbar mobilisierte die Online-Umfrage die Jäger in der Bevölkerung überdurchschnittlich.</p>
<p>Trotz struktureller Defizite sind Online-Umfragen nicht in jedem Fall nutzlos. Oft lässt sich damit der Puls fühlen oder ein Trend ausmachen. So setzt Tamedia das Instrument für <a href="https://www.tamedia.ch/de/umfragen" target="_blank">Abstimmungs- und Wahlumfragen</a> ein. Zwar sind auch so nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichmässig vertreten, doch mittels Gewichtung wird die Stichprobe einem für die Schweizer Bevölkerung repräsentativen Sample angenähert. Kommt hinzu, dass das Medienunternehmen dank der grossen Reichweite seiner Titel die Möglichkeit hat, Umfrageteilnehmer aus allen Sprachregionen, Altersschichten und Bildungsniveaus zu erreichen. Auch wenn sie in einzelnen Fällen bis zu 16% danebenliegen, können es die Online-Umfragen von Tamedia mit den repräsentativen Telefonumfragen des Meinungsforschungsinstituts GFS Bern aufnehmen.</p>
<p>Es handelt sich hierbei allerdings um die berühmte Ausnahme der Regel: Online-Umfragen ohne breite Rekrutierung und ohne aufwändige Korrektur der Stichprobenverzerrung sind unwissenschaftlich. Doch aus Sicht der Urheber ist gerade die Schwäche von Online-Umfragen ihre grösste Stärke. Sie liefern nämlich zuverlässig jene Resultate, die sich die Autoren erhoffen. So fand die EU-freundliche «Neue Europäische Bewegung» Nebs diesen Frühling per Online-Umfrage heraus, «dass klare Mehrheiten eine offene Schweiz und eine Vertiefung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern wünschen.» In einer Online-Umfrage des St. Galler Tagblatts gab eine Mehrheit an, Zürich nicht so toll zu finden. Und die Rheumaliga Schweiz ihrerseits kam nach einer Internetbefragung zum Schluss, dass Rheuma zu spät behandelt werde.</p>
<p>In seiner Abschiedsrede von letztem Januar kritisierte US-Präsident Barack Obama, dass die Menschen in Blasen lebten nur noch Informationen konsumierten, die ihre eigene Meinung bestätigen. Er spielte damit natürlich auf Trump an. Für Leute, die nach Selbstbestätigung lechzen, sind Social Media und Online-Umfragen ein Segen. Für alle anderen gilt: «Traue keiner Online-Umfrage, die du nicht selbst durchgeführt hast.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-v-allzweckwaffe-online-umfragen/">Zahlensalat (V): Allzweckwaffe Online-Umfragen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zahlensalat (IV): Journalistischer Spürsinn wird belohnt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-iv-journalistischer-spuersinn-wird-belohnt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Schneiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2017 23:18:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Schweiz wird massiv mehr geraucht als angenommen, sagt eine wenig beachtete Studie aus der Westschweiz. Die «Sonntagszeitung» griff die Statistik auf. Wer seine Studienmüdigkeit überwinden konnte, bekam ein hervorragendes Stück Journalismus zu lesen. Was uns Studien im Gesundheitsbereich nicht alles weismachen wollen: 400&#8217;000 Menschen in der Schweiz leiden unter einer schweren Lungenkrankheit, heiraten <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-iv-journalistischer-spuersinn-wird-belohnt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-iv-journalistischer-spuersinn-wird-belohnt/">Zahlensalat (IV): Journalistischer Spürsinn wird belohnt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Schweiz wird massiv mehr geraucht als angenommen, sagt eine wenig beachtete Studie aus der Westschweiz. Die «Sonntagszeitung» griff die Statistik auf. Wer seine Studienmüdigkeit überwinden konnte, bekam ein hervorragendes Stück Journalismus zu lesen.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-BAG_20170712_940x630px.jpg" alt="" width="940" height="630" class="alignnone size-full wp-image-45117" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-BAG_20170712_940x630px.jpg 940w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-BAG_20170712_940x630px-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-BAG_20170712_940x630px-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/07/MW-Zahlen-BAG_20170712_940x630px-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /><br />
Was uns Studien im Gesundheitsbereich nicht alles weismachen wollen: 400&#8217;000 Menschen in der Schweiz leiden unter einer schweren Lungenkrankheit, heiraten lohnt sich für die Gesundheit und in der Schweiz werden 45% mehr Zigaretten geraucht als bisher angenommen. Bisweilen beschleicht uns das, was Dominique Strebel, Studienleiter an der Journalistenschule MAZ, als «Studienmüdigkeit» bezeichnet. Sie birgt die Gefahr, dass uns wertvolle Statistiken entgehen zum Beispiel jene, wonach in der Schweiz 45% mehr geraucht wird, als es die <a href="https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/service/zahlen-fakten/zahlen-fakten-zu-sucht/zahlen-fakten-zu-tabak.html" target="_blank">Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit BAG</a> vermuten lassen. </p>
<p>Zu diesem Befund kommen drei Autoren der Genfer Gesundheitsorganisation OxyRomandie und des Universitätsspitals Lausanne CHUV. Im Gegensatz zum Bundesamt für Gesundheit BAG wollten sich die Autoren nicht auf Befragungen verlassen. Befragungen sind nämlich tückisch. Die Befragten stellen sich darin gerne besser dar, als sie in Wirklichkeit sind, auch wenn Ihnen Anonymität zugesichert wird, umso mehr, wenn es um gesellschaftlich verpöntes Verhalten geht wie eben das Rauchen. Deshalb trugen die Forscher stattdessen Import- und Exportzahlen von Tabak zusammen, rechneten Rolltabak in Zigaretten um und subtrahierten jene Glimmstängel, welche Touristen in der Schweiz paffen.</p>
<p>Das Resultat der Hochrechnungen ist spektakulär. Nicht nur bedeutet es, dass Schweizer viel mehr qualmen als bisher angenommen, sondern dass die bisherigen Erhebungsmethoden des BAG viel zu tiefe Zahlen liefern. Pascal Diethelm, Mitautor der Westschweizer Studie, meint, er habe noch nie einen so frappanten Fall von «Unterreporting» gesehen habe. Auf die eigenen Zahlen angesprochen, gibt sich Diethelm selbstbewusst: «Unsere Schätzungen werden in Fachkreisen nicht angezweifelt», weiss er.</p>
<p>Kurioserweise wurde die Westschweizer Studie von den Medien kaum beachtet. <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/Eine-Nation-von-heimlichen-Rauchern/story/14621015" target="_blank">Hätte nicht die «Sonntagszeitung» sie aufgegriffen</a>, wäre die Story vielleicht gar vergessen gegangen. Über die «Sonntagszeitung» gelangte der Artikel in die anderen Blätter der Tamedia und so fand die Geschichte schliesslich über «Le Matin» den Weg zurück in Westschweiz. Andere Leitmedien wie beispielsweise das SRF nahmen den Ball nicht auf. Vielleicht liegt es am mangelnden Interesse an Prävention, wie Diethelm vermutet – oder an der Studienmüdigkeit mancher Medienschaffender.</p>
<p>Verständlich wäre es, schliesslich gibt es für jede Behauptung irgendwo eine Studie–- aber die meisten Studien kann man rauchen. Doch für gewissenhafte Journalisten und Leserinnen gibt es einen klaren Kompass, um die Qualität von Studien einzuschätzen: Gute Forschungsergebnisse werden in seriösen Fachblättern publiziert. Vor der Publikation werden diese Beiträge jeweils von unabhängigen Experten begutachtet. Im Fall der Raucherstudien waren das acht solche «Reviewers» gewesen, erinnert sich Pascal Diethelm.</p>
<p>Es ist ein Glück, dass Wissenschaftsjournalist Felix Straumann von der «Sonntagszeitung» regelmässig das Swiss Medical Weekly konsultiert. «Ich schaue mir jeweils die neuste Ausgabe an und prüfe, ob die Artikel für uns etwas hergeben.» Straumann kommt nicht nur der Verdienst zu, die Untersuchung gefunden und ihr die nötige Publizität verschafft zu haben. Im Artikel erklärt er kompetent und verständlich die Forschungsmethoden, diskutiert die Resultate und stellt die richtigen Fragen.</p>
<p>Von Straumann auf die Abweichungen angesprochen, gibt das BAG zu, die Raucherzahlen konservativ zu schätzen. Man beschied ihm aber, an der bisherigen Erhebungsmethode festhalten zu wollen. Auch auf Anfrage der MEDIENWOCHE sieht man bei «Sucht Schweiz» welche das Suchtmonitoring für das BAG durchführt, keinen Anlass, die Befragungsmethoden zu ändern. Das ist bedauerlich. Stimmen die Hochrechnungen der Westschweizer Studie mehr oder weniger, wären die Schätzungen des BAG klar mangelhaft. Sie dienen aber als Grundlage für internationale Vergleiche, für die Zurechnung von Todesfällen oder für die Tabakprävention.</p>
<p>Auch wenn das BAG an der Erhebungsmethode festhalten sollte, zeigt das Beispiel, wie sich Journalismus seriöse wissenschaftliche Forschung zu Nutze machen kann, um gute Geschichte zu finden und im Besten Fall etwas zu bewegen. Dafür braucht es keine Statistiker in den Redaktionen, sondern wissenschaftlich gebildete Journalisten – wie Biologe Straumann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/30/zahlensalat-iv-journalistischer-spuersinn-wird-belohnt/">Zahlensalat (IV): Journalistischer Spürsinn wird belohnt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zahlensalat (III): Von faulen Kindern und faulen Journalisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/29/zahlensalat-iii-von-faulen-kindern-und-faulen-journalisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Schneiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2017 07:40:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schweizer Kinder sind im internationalen Vergleich faul. Das behaupten einige Zeitungen mit Berufung auf die Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz». Ein paar Klicks durch die Studien und ein klärendes Telefonat zeigen: faul waren vor allem die Medienschaffenden. «Schweizer Kinder sind bewegungsfaul», titelten etwa die Luzerner Zeitung und das St. Galler Tagblatt. Der «Blick» und andere Titel stiessen <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/29/zahlensalat-iii-von-faulen-kindern-und-faulen-journalisten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/29/zahlensalat-iii-von-faulen-kindern-und-faulen-journalisten/">Zahlensalat (III): Von faulen Kindern und faulen Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schweizer Kinder sind im internationalen Vergleich faul. Das behaupten einige Zeitungen mit Berufung auf die Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz». Ein paar Klicks durch die Studien und ein klärendes Telefonat zeigen: faul waren vor allem die Medienschaffenden.</strong></p>
<p><a href="http://www.tagblatt.ch/nachrichten/schweiz/schweizer-kinder-sind-bewegungsfaul;art253650,4984619" target="_blank">«Schweizer Kinder sind bewegungsfaul»</a>, titelten etwa die Luzerner Zeitung und das St. Galler Tagblatt. Der «Blick» und andere Titel stiessen ins selbe Horn und bezogen sich dabei auf eine <a href="https://gesundheitsfoerderung.ch/ueber-uns/medien/medienmitteilungen/artikel/schweizer-kinder-und-jugendliche-bewegen-sich-deutlich-weniger-als-der-europaeische-durchschnitt.html" target="_blank">Verlautbarung von «Gesundheitsförderung Schweiz»</a>. Die nationale Stiftung rühmt sich auf der Website, gleich drei Studien zum Thema ausgewertet zu haben. Die Erkenntnisse: Kinder von bewegungsfaulen Eltern haben weniger Bewegung, Mädchen bewegen sich weniger als Jungs, ausländische Kinder in der Schweiz bewegen sich weniger als Schweizer Kinder und: Kinder im Ausland bewegen sich mehr.</p>
<p>Das muss kein Widerspruch sein. Es ist möglich, dass nur faule Kinder in die Schweiz einwandern. Aber etwas verdächtig ist der Befund schon. Nach ein paar Klicks durch die von «Gesundheitsförderung Schweiz» zitierten Studien herrscht schnell Klarheit: Nur eine der drei Untersuchungen vergleicht wirklich das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Ländern. Und es kommt noch schlimmer: Die sogenannte HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) misst nicht das Bewegungsverhalten von Jugendlichen, sondern verteilt lediglich Fragebogen in Klassen in ganz Europa. Dabei dreht sich nur gerade eine Frage um das Thema Bewegung, wie Marina Delgrande einräumt. Delgrande ist Projektleiterin bei «Sucht Schweiz», welche die Studie in der Schweiz durchführt und auswertet.</p>
<p>Nun sind Befragungen nicht per se schlecht. Oftmals basiert scheinbar harte Statistik auf Befragungen. Bestes Beispiel ist das Bruttoinlandsprodukt. Doch was ist von einer Jugendlichen zu erwarten, die sich mit der folgenden Frage konfrontiert sieht: «Hast du die letzten sieben Tage mindestens täglich eine Stunde Bewegung gehabt?» Schauen wir uns die Überlegungen von Jana an, eine fiktive Teilnehmerin an der Umfrage: «Hmmm. Ich muss zu Fuss zur Schule, das ist sehr anstrengend. Und am Wochenende ging ich in den Europapark. Das war genug Sport für eine ganze Woche. Und der Lehrer Hildbrand da vorne findet Sport eh ganz super, schliesslich ist er Orientierungsläufer. Kreuzen wir einmal das Maximum an.» </p>
<p>Jana zeigt ein typisches Verhalten, das viele Befragungsresultate verzerrt: Sie will der Studienleiterin oder dessen Gehilfen (hier Lehrer Hildbrand) gefallen und wird entsprechend antworten – auch wenn ihr Anonymität zugesichert wird. Die befragte Person antwortet der sozialen Norm entsprechend.</p>
<p>Nun unterscheiden sich soziale Normen von Kultur zu Kultur. Kinder verschiedener Länder sehen sich somit bei gewissen Fragen unterschiedlichen sozialen Erwartungen ausgesetzt. Im Vergleich zu Schweizer Jugendlichen schauen junge Albaner mehr fern, haben aber trotzdem deutlich mehr Bewegung &#8211; laut eigenen Angaben. Schweizer Kinder hingegen haben einen tieferen Bodymassindex und rauchen fast nicht &#8211; laut eigenen Angaben. Aber vielleicht fühlen sie sich bei der Raucherfrage grösserem sozialen Druck ausgesetzt und die albanischen Jugendlichen bei der Sportfrage. Wir wissen es nicht. Klar ist nur, dass der international Vergleich basierend auf einer einzigen Frage nicht seriös sein kann. </p>
<p>«Wir sind äusserst vorsichtig, wenn es um die länderübergreifende Vergleiche geht», betont denn auch Marina Delgrande von «Sucht Schweiz» im Gespräch. Sie würden keine internationalen Vergleiche ziehen. Darüber hinaus weise man im detaillierten Studienbericht mehrmals auf die Problematik von solchen Befragungen hin.</p>
<p>Die Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz» kannte da weniger Skrupel. Sie verschickte eine Medienmitteilung, in der just der internationale Vergleich im Titel hervorgehoben wurde. «Wir hatten das Ziel, die Kantone für das Thema zu sensibilisieren», erklärt Franziska Widmer, Projektleiterin bei der Gesundheitsförderung. Einige Journalisten übernahmen die Mitteilung mehr oder weniger und diffamierten die Schweizer Jugend im Titel als Bewegungsmuffel &#8211; fauler Journalismus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/29/zahlensalat-iii-von-faulen-kindern-und-faulen-journalisten/">Zahlensalat (III): Von faulen Kindern und faulen Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zahlensalat (II): «Echo der Zeit» mit falschem Darmalarm</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/28/echo-der-zeit-mit-falschem-darmalarm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Schneiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jun 2017 14:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Echo der Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Lobby auf den Leim gegangen: Das «Echo der Zeit» von Radio SRF verbreitet dramatischere Darmkrebs-Zahlen, als die realen Fälle hergeben. Die Quelle der Statistik, der zuständige Gesundheitsverband, räumt heute den Fehler ein. Mitte Mai erreichte uns eine alarmierende Nachricht auf Radio SRF: «Darmkrebs ist die dritthäufigste Todesursache der Schweiz!» So leitete die Moderatorin vom <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/28/echo-der-zeit-mit-falschem-darmalarm/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/28/echo-der-zeit-mit-falschem-darmalarm/">Zahlensalat (II): «Echo der Zeit» mit falschem Darmalarm</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Lobby auf den Leim gegangen: Das «Echo der Zeit» von Radio SRF verbreitet dramatischere Darmkrebs-Zahlen, als die realen Fälle hergeben. Die Quelle der Statistik, der zuständige Gesundheitsverband, räumt heute den Fehler ein.</strong></p>
<p>Mitte Mai erreichte uns eine alarmierende Nachricht auf Radio SRF: <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/todesfaelle-wegen-darmkrebs-koennten-halbiert-werden" target="_blank" rel="noopener">«Darmkrebs ist die dritthäufigste Todesursache der Schweiz!»</a> So leitete die Moderatorin vom «Echo der Zeit» einen Bericht zum Thema Darmkrebsprävention ein. Im Beitrag warb dann Claudia Weiss, die Geschäftsführerin von Swiss Cancer Screening SCS, für flächendeckende Vorsorgeuntersuchungen mittels Stuhlproben.</p>
<p>Da es sich bei SCS um eine Lobbyorganisation fürs Krebsscreening handelt, wirkte die Aussage am Eingang des Berichts plötzlich verdächtig. War das «Echo» auf eine der vielen lobbygesteuerten Übertreibungen im Gesundheitsbereich hereingefallen?</p>
<p>Die Behauptung, wonach Darmkrebs die dritthäufigste Todesursache sei, findet sich auf der Homepage der SCS. Von da stammt wohl auch die Information, wonach Darmkrebs die zweittödlichste Krebsart der Schweiz sei. SRF schreibt dies in ihrem Online-Beitrag zum Thema.</p>
<p>Ein kurzer Blick auf die <a href="https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/sterblichkeit-todesursachen/spezifische.html" target="_blank" rel="noopener">Statistik für spezifische Todesursachen</a> des zuständigen Bundesamtes zeigt: Beide Behauptungen sind falsch. Darmkrebs ist nach Lungenkrebs und Brustkrebs erst die dritttödlichste Krebsart und rangiert zudem hinter anderen Todesursachen wie Demenz, Diabetes oder Unfällen. 2014 starben 14-mal mehr Menschen an Herzkrankheiten als an Darmkrebs. Es handelt sich zwar um eine durchaus ernst zu nehmende Krankheit, Panik wäre aber verfehlt.</p>
<p>Von der MEDIENWOCHE auf die Übertreibungen angesprochen räumt SCS-Geschäftsführerin Claudia Weiss Fehler ein. Die Informationen auf der Homepage sollen demnächst korrigiert werden. Bleibt zu hoffen, dass seriöse Medien solche von der Gesundheitslobby «angebotenen» Zahlen in Zukunft besser überprüfen, bevor sie sie in ihren redaktionellen Beiträgen übernehmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/28/echo-der-zeit-mit-falschem-darmalarm/">Zahlensalat (II): «Echo der Zeit» mit falschem Darmalarm</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Zahlensalat (I): Heiratsschwindel mit der «Sonntagszeitung»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/27/heiratsschwindel-mit-der-sonntagszeitung/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2017/06/27/heiratsschwindel-mit-der-sonntagszeitung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Schneiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jun 2017 06:44:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=29415</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit aktuellen Daten meinte die «Sonntagszeitung» unlängst zeigen zu können, dass Mischehen früher geschieden werden als reine Schweizer Ehen. Allerdings interpretierten die Autoren ihre eigene Statistik falsch – zum Leidwesen von Kosovarinnen und anderer Minderheiten. Erster Teil einer Serie über den – nicht immer geglückten – Umgang von Medienschaffenden mit Zahlen und Statistiken. Eigentlich haben <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/27/heiratsschwindel-mit-der-sonntagszeitung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/27/heiratsschwindel-mit-der-sonntagszeitung/">Zahlensalat (I): Heiratsschwindel mit der «Sonntagszeitung»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit aktuellen Daten meinte die «Sonntagszeitung» unlängst zeigen zu können, dass Mischehen früher geschieden werden als reine Schweizer Ehen. Allerdings interpretierten die Autoren ihre eigene Statistik falsch – zum Leidwesen von Kosovarinnen und anderer Minderheiten. Erster Teil einer Serie über den – nicht immer geglückten – Umgang von Medienschaffenden mit Zahlen und Statistiken.<br />
<span id="more-29415"></span><br />
Eigentlich haben wir es ja schon lange geahnt, aber ein Autorenteam der «Sonntagszeitung» lieferte es uns unlängst schwarz auf weiss: Geschiedene Mischehen zwischen Kosovarinnen und Schweizern hielten im Schnitt gerade mal vier Jahre. Andere Mischehen (massgebend ist die Nationalität bei der Heirat) schneiden nicht viel besser ab, verglichen mit den soliden 16 Jahren, die eine «reine» Schweizer Ehe bis zu ihrer Scheidung im Schnitt hält.</p>
<p>Der Artikel der «Sonntagszeitung» vom 7. Mai basiert auf aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Scheidungsanwälte kommentierten daraufhin die Gründe für die kurzlebigen Mischehen («Kulturunterschied», «konservatives Familienbild»). «20 Minuten» übernahm die Story und legte noch einen drauf: <a href="http://www.20min.ch/schweiz/news/story/29365431" target="_blank">«Ehen mit Kosovarinnen am schnellsten zerrüttet»</a>, titelte die Gratiszeitung.</p>
<p>Vielleicht sind es tatsächlich kulturelle Differenzen, die Mischehen zusetzen. Vielleicht werden diese Ehen deshalb so schnell geschieden, weil die ausländischen Ehegattinnen nur den roten Pass wollen und dann abhauen, wie die Autoren der «Sonntagszeitung» insinuieren. Aber vielleicht haben wir es hier einfach auch mit einen sorglosen Umgang mit Zahlen zu tun.</p>
<p>Beim Blick auf die Tabelle im Artikel fallen zuerst die zum Teil tiefen Fallzahlen auf: Lediglich 104 Scheidungen von Ehen zwischen Kosovarinnen und Schweizern sind für die gesamte Beobachtungszeit 2011-2015 registriert. Werden nur wenige solcher Ehen geschlossen oder werden so wenige davon geschieden? Auf diese Frage gibt der Artikel keine Antwort.</p>
<p>Ein weiteres Problem ist Einteilung der geschiedenen Ehen in fünf grobe Klassen (z. B. «Ehe von 0-4 Jahren»). Die Autoren nehmen die Durchschnitte dieser Klassen, multiplizieren sie mit der Anzahl Scheidung der jeweiligen Mischehen und berechnen davon wiederum den Schnitt. Dieses Vorgehen ist im besten Falle unpräzis, im schlechteren Falle verzerrend: Was ist zum Beispiel der Durchschnitt der Klasse «20 Jahre und darüber»?</p>
<p>Doch wieso den Teufel im Detail suchen, wenn er einem auf der Nase herumtanzt!</p>
<p>Hier werden nämlich nur geschiedene Ehen betrachtet und somit Äpfel mit Birnen verglichen. Was ist nämlich der grosse Unterschied zwischen Schweizerinnen und Kosovarinnen? Nun, Schweizerinnen leben in den meisten Fällen schon lange in der Schweiz (und ehelichen meist Schweizer Männer), währenddem die meisten Kosovarinnen vor nicht allzu langer Zeit hier eingewandert sind. Das hat massiven Einfluss auf die Zahlen.</p>
<p>Verdeutlichen lässt sich dies anhand eines fiktiven Beispiels: Samira kam 1999 gegen Ende des Kosovokrieges als 10-Jährige in die Schweiz, ging hier fünf Jahre zur Schule und machte schliesslich eine KV-Ausbildung. Nach ihrer Lehre arbeitete sie auf der Gemeindeverwaltung, wo sie sich in einen Arbeitskollegen verliebte. Um es in die Scheidungsstatistik der «Sonntagszeitung» zu schaffen, musste sich Samira ordentlich sputen mit Heiraten und Scheiden.</p>
<p>Dies schlägt sich in der amtlichen Statistik nieder, die dem Artikel zugrunde liegt: In den ersten beiden Beobachtungsjahren 2007 und 2008 wurde keine einzige Ehe zwischen einer Kosovarin und einem Schweizer geschieden. Ab 2009 tauchen allmählich die ersten Scheidungen auf, vorerst vor allem in den untersten beiden Klassen («0-4» und «5-9» Jahre), später vermehrt auch in höheren Klassen. Auf Anfrage der MEDIENWOCHE gaben die beiden Autoren des Artikels zu, die verschiedene «Altersstruktur» von Schweizer Ehen einerseits und Mischehen andererseits zu vernachlässigen. Damit sind aber ihre Schlussfolgerungen hinfällig.</p>
<p>Fazit: Kosovarinnen erscheinen im Artikel der «Sonntagszeitung» deshalb als schlechte Partie, weil sie schlicht und ergreifend noch nicht lange genug im Land sein können, um in langjährigen Ehen mit Schweizern zu leben. Die Statistik ist somit völlig unfair gegenüber solchen Mischehen. Immerhin hat die «Sonntagszeitung» den Artikel nicht online gestellt. Jener von «20 Minuten» bleibt aber zugänglich und wird weiterhin kosovarische Frauen diffamieren.</p>
<p>Update 1. Juli 2017: Der Artikel von «20 Minuten» steht nicht mehr online. Die Gründe dafür werden nicht mitgeteilt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/27/heiratsschwindel-mit-der-sonntagszeitung/">Zahlensalat (I): Heiratsschwindel mit der «Sonntagszeitung»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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