<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>10 vor 10 | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/10-vor-10/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 21 May 2022 11:42:11 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>Entschuldigung, Unterlassung, Aufzeichnung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/21/entschuldigung-unterlassung-aufzeichnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 May 2022 07:39:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Fabian Eberhard]]></category>
		<category><![CDATA[Focus]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 3]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsblick]]></category>
		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97323</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Bitte um Entschuldigung Der «Fall Nathalie» beschäftigt die Medienlandschaft seit Dezember 2019. Damals zeigte eine Frau aus Solothurn ihren Ex-Mann an. Er soll die gemeinsame Tochter mehrfach sexuell missbraucht und vergewaltigt haben – im Rahmen von satanistischen Ritualen. Auch die Kesb wurde mit hineingezogen, ihr wurde vorgeworfen, das Mädchen nicht ausreichend geschützt <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/21/entschuldigung-unterlassung-aufzeichnung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/21/entschuldigung-unterlassung-aufzeichnung/">Entschuldigung, Unterlassung, Aufzeichnung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220521b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-97325" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220521b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220521b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220521b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220521b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Good-Bad-Ugly-20220521b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Bitte um Entschuldigung</h3>
<p>Der «Fall Nathalie» beschäftigt die Medienlandschaft seit Dezember 2019. Damals zeigte eine Frau aus Solothurn ihren Ex-Mann an. Er soll die gemeinsame Tochter mehrfach sexuell missbraucht und vergewaltigt haben – im Rahmen von satanistischen Ritualen. Auch die Kesb wurde mit hineingezogen, ihr wurde vorgeworfen, das Mädchen nicht ausreichend geschützt zu haben. Vergangene Woche, rund zweieinhalb Jahre später, kam der Fall zur Ruhe: Die <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/solothurn/kanton-solothurn/verfahren-eingestellt-angeblicher-ritueller-missbrauch-eines-maedchens-fall-nathalie-kracht-in-sich-zusammen-vater-vollstaendig-entlastet-ld.2293050" target="_blank" rel="noopener">Staatsanwaltschaft</a> stellte das Verfahren gegen den Vater ein, der Tatverdacht habe sich in keiner Weise erhärtet.</p>
<p>Nun bittet die «Basler Zeitung» BaZ am Freitagmorgen öffentlich <a href="https://www.bazonline.ch/die-baz-entschuldigt-sich-315267023391?utm_source=Bajour&amp;utm_campaign=dd4d0c910a-2020-12-08+Basel+Briefing_COPY_01&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_bed6b33c61-dd4d0c910a-359722609" target="_blank" rel="noopener">um Entschuldigung</a> für ihre fehlerhafte Berichterstattung. Die Zeitung war eines der federführenden Medien im «Fall Nathalie». Chefredaktor Marcel Rohr (Bild) schreibt, man habe die eigenen Qualitätsstandards «nicht immer eingehalten» und auch die «Kontrollinstanzen, die diese sicherstellen» hätten nicht immer funktioniert.</p>
<p>Für einen Grossteil der Artikel zum «Fall Nathalie» verantwortlich war der damalige Chefreporter <a href="https://www.persoenlich.com/medien/daniel-wahl-muss-gehen" target="_blank" rel="noopener">Daniel Wahl</a>, der unter anderem Tonaufnahmen des Gesprächs zwischen Nathalie und der Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland veröffentlicht hatte, in welchem das Mädchen den angeblichen Missbrauch schilderte. Der <a href="https://presserat.ch/complaints/88_2020/" target="_blank" rel="noopener">Presserat</a> rügte damals die BaZ, diese Veröffentlichung sei «ein krasser Verstoss gegen die Prinzipien journalistischer Ethik». Die Bitte um Entschuldigung ist also mehr als angebracht.<br />
</p>
<h3>The Bad – Unvollständige Recherchen</h3>
<p>Am vergangenen Sonntag wies Fabian Eberhard im <a href="https://www.blick.ch/ausland/jung-hip-und-rechtsextrem-nemesis-feministinnen-stammen-aus-der-neonazi-szene-id17488986.html" target="_blank" rel="noopener">«Sonntagsblick»</a> auf die Neonazi-Verbindungen des Westschweizer Frauenkollektivs «Nemesis» hin. Anlass zu dem Artikel gab ein Beitrag von SRF. In der Sendung <a href="https://www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/nemesis-prangert-gewalt-gegen-frauen-durch-einwanderer-an?urn=urn:srf:video:2a98e77e-c85f-4159-a50f-ff3827d8ded0" target="_blank" rel="noopener">«10 vor 10»</a> durfte Anfang Mai eine Aktivistin von «Nemesis» prominent sexuelle Übergriffe durch Migranten auf pauschalisierende und xenophobe Weise anprangern. Über den rechtsextremen Hintergrund erfuhr man nichts am Fernsehen. Eine Unterlassung, die Eberhard mit seiner Recherche nachholte. Der Journalist unterliess es aber, bei SRF nachzufragen, weshalb sie die Neonazi-Verbindungen nicht thematisiert hatten.</p>
<p>Bei Ringier teilt Mediensprecher Daniel Riedel dazu auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit: «Beim ‹Sonntagsblick›-Artikel ging es darum, die Hintergründe der Gruppe und ihre Verbindungen zum Rechtsextremismus aufzuzeigen. SRF wurde dabei eingangs benannt, weil die Gruppierung wenige Tage zuvor auch in einem ‹10vor10›-Bericht thematisiert wurde.» Im Artikel selbst werde SRF aber kein Vorwurf gemacht, sondern es würden nur weitere Fakten zur Gruppe aufgeführt, die im SRF-Beitrag nicht erwähnt wurden. Und SRF gestand via Twitter ein, dass es angebracht gewesen wäre, «die Verbingung zur Neonazi-Szene zu erwähnen». Besser hätten SRF und «Sonntagsblick» von Anfang an alle wichtigen Fragen gestellt und vollständig berichtet.</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="97323" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<h3>The Ugly – Abgelaufene Konserve</h3>
<p>Jan «Monchi» Gorkow ist Sänger der deutschen Politpunkband «Feine Sahne Fischfilet» und war am Montag in der <a href="https://www.srf.ch/audio/focus/monchi-musiker-meine-droge-gibt-es-ueberall?id=12190353" target="_blank" rel="noopener">SRF-Sendung «Focus»</a> zu hören. Wobei, so ganz stimmt das nicht: «Monchi» ist nicht bloss Sänger, sondern steht momentan vor allem im Fokus von anonymen Vorwürfen wegen sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauchs. Gorkow war ausserdem auch gar nicht am letzten Montag zu Gast bei SRF. Das Gespräch wurde lange im Voraus, bereits am 5. Mai, aufgezeichnet.</p>
<p>Das Interview über «Monchis» neues Buch und seine exzessive Vergangenheit steht nun etwas schräg in der Landschaft. Immerhin: Auf der Website weist SRF das transparent aus und verspricht, dass man bei «Focus» die «Entwicklungen der Vorwürfe» aufmerksam verfolgt. Alexander Blunschi, Leiter Radio SRF 3, schreibt auf Anfrage der MEDIENWOCHE: «Die Vorwürfe sind aktuell noch sehr vage und stammen von einem anonymen Social-Media-Account. Es gilt also derzeit die Unschuldsvermutung.» Deshalb habe die Leitung von SRF 3 entschieden, die Sendung auszustrahlen «und einen entsprechenden Hinweis anzubringen, weshalb die aktuellen Vorwürfe im Gespräch nicht thematisiert wurden. Dies war aufgrund der zeitlichen Gegebenheiten schlicht nicht möglich».</p>
<p>Eine mögliche Lösung wäre weniger Radio aus der Konserve. Und: Die Vorwürfe waren bereits <a href="https://www.musikexpress.de/feine-sahne-fischfilet-vorwuerfe-keiner-muss-taeter-sein-2146297/" target="_blank" rel="noopener">vier Tage vor dem Ausstrahlungstermin</a> der «Focus»-Sendung bekannt. SRF 3 hätte also genügend Zeit gehabt, das Interview zu kippen und mit jemand anderem zu reden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/21/entschuldigung-unterlassung-aufzeichnung/">Entschuldigung, Unterlassung, Aufzeichnung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Distanzlos gegen Fangewalt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Pascal Claude]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 08:07:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyro]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Bürki]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Wille]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgewogenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Leuthard]]></category>
		<category><![CDATA[joiz]]></category>
		<category><![CDATA[Daniela Lager]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Empörung]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Empörungsbewirtschaftung]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Fangewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[GC]]></category>
		<category><![CDATA[Sportpanorama]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=5471</guid>

					<description><![CDATA[<p>«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle. <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Distanzlos gegen Fangewalt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/fussball.jpg" alt="" width="120" height="116" />«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle.<br />
<span id="more-28937"></span><br />
Wenn aus randalierenden oder Feuerwerk zündenden Fans «Fussball-Chaoten» (AZ) und «Hooligan-Idioten» (Blick) werden und aus Schweizer Stadien «Kriegsschauplätze» (SF Sportpanorama), geht mit dem Fussball auch die Sachlichkeit schweren Zeiten entgegen.</p>
<p>Jüngstes Opfer einer medial-emotionalen Eskalation ist GC-Torhüter Roman Bürki, der es mit einer <a href="http://www.joiz.ch/videos/watch?bclid=1213687687001&amp;bctid=1251579065001" target="_blank">saloppen Aussage im Jugend-TV-Sender Joiz</a> am 1. November auf den schwarz-gelben Blick-Aushang geschafft hat: <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/grasshopper-club-zuerich/unglaubliche-provokation-von-gc-goalie-buerki-185809" target="_blank">«Schleglä gehört zum Fussball!»</a> Bürki hatte im Interview gesagt, Pyro in geordnetem Rahmen störe ihn nicht und zu den Schlägerein unter Fans käme es wohl, weil die sich emotional so stark mit dem Klub verbunden fühlten. Das gehöre für ihn zum Fussball, solange keine Unbeteiligten zu Schaden kommen.</p>
<p>Der 20-jährige Fussballer musste sich noch am selben Tag für seine «unglaubliche Provokation» (Blick) <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/gc-buerki-sagt-sorry-185860" target="_blank">entschuldigen</a> und nahm auf der GC-Homepage all seine Aussagen zurück – was ihm postwendend zum Vorwurf gemacht wurde: «Bürki sorgt für Kopfschütteln. Zuerst verherrlicht er Pyros und Schlägereien, nun sagt er sorry.» (<a href="http://www.20min.ch/sport/fussball/story/GC-Goalie-Buerki-krebst-im-Pyro-Fall-zurueck-12046568" target="_blank">20min.ch</a>). Dass der GC-Torhüter nichts verherrlicht, sondern in seiner Naivität vielmehr die Mechanismen in der Fanszene beschreibt, wird den Journalisten dann in den Kommentarspalten erklärt.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Fan-Gewalt, und dazu wird in praktisch allen Medien auch das blosse Abbrennen von Feuerwerk gezählt, kommt als neues journalistisches Gebot die Empörung hinzu: Empörung über die Vorfälle, Empörung über das Versagen der Sicherheitskonzepte, Empörung über das Zögern der Verantwortlichen, Empörung über jede Art der Relativierung. Daniela Lager <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=684cdefc-f0bb-47c4-8150-2b96a11f4ecd" target="_blank">attackierte in 10vor10 vom 3. Oktober ihren Studiogast</a>, den Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes Alex Miescher, als gehöre sie selber einem Fan-Lager an, jenem der schwer Betroffenen. An selber Stelle hatte Susanne Wille ein Jahr zuvor behauptet, Schweizer Fussballfans würden «ganze Lokomotiven zertrümmern». Womit, blieb leider unerwähnt.</p>
<p>Geschichten über Fussballfans steigen seit rund zehn Jahren im Agenda-Setting der Medien immer höher, und sie fallen dabei in aller Regel negativ aus. Die zunehmende Bewirtschaftung des Themas geht einher mit einer Sensationalisierung der Berichterstattung, für die es verschiedene Gründe gibt. Einer der wichtigsten ist die Verfügbarkeit: Wenn es auch selten zu gravierenden Vorfällen kommt, so liefern diese doch jedes Mal spektakuläres Bildmaterial, komponiert aus den Skandalfaktoren Menschenmassen, Feuerwerk, Vermummung und physische Gewalt.</p>
<p>Berichte über Ausschreitungen werden heute meist mit denselben wenigen Archivaufnahmen aus den Jahren 2006, 2008 und neu 2011 (FCZ-FCB vom 11. Mai, GC-FCZ vom 2. Oktober) illustriert. Sie reichen aus, um den Eindruck einer zunehmenden Bedrohung friedliebender Fussballfans durch Horden junger Gewalttäter aufrecht zu erhalten. Nüchterne Zahlen, die das Gegenteil beweisen und die <a href="http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/18676/" target="_blank">der Beobachter am 26. Oktober 2011 veröffentlicht hat</a>, werden nur in Fan-Foren, nicht aber in Leitartikeln diskutiert.</p>
<p>Die Bilder verbreiten Angst und Schrecken und ermöglichen Abgrenzung. Das macht die Fans zum medialen Dauerthema und verleitet nicht nur Blick oder 20 Minuten, sondern auch die auf Ausgewogenheit und Neutralität verpflichteten SRG-Programme <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4d7d5f56-5ff3-4055-a13b-40905b56f1e0" target="_blank">Sportpanorama</a>, <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=debd5427-9548-4ae3-8b99-517f290a5ac5" target="_blank">Rundschau</a> und 10vor10 zu hysterischer Rhetorik: Widerspruch ist nicht zu befürchten, Gewalt und Chaos finden alle schlimm. Fans haben keine Lobby, und so gefallen sich Journalisten in der Rolle der Botschafter gegen Pyro und Gewalt, statt ihrer Arbeit nachzugehen.</p>
<p>«Rund 50 FCZ-Hooligans, die Pyro-Fackeln zündeten», habe die Münchner Polizei beim Spiel Bayern-FCZ direkt aus dem Block heraus verhaftet, behauptete etwa 10vor10 am 3. Oktober. An der Aussage ist nichts wahr: weder waren es Hooligans, noch waren es rund 50, noch wurde auch nur einer der Zündenden erwischt.</p>
<p>Zur Zuspitzung bei gleichzeitiger Unschärfe trägt bei, dass sich die organisierten Fans aus der Kurve seit Jahren den Medien verweigern: aus Prinzip, aber auch aus Frustration über unausgewogene Berichterstattung und Boulevard-Manieren. Ob das klug ist, sei dahingestellt. Ein Freipass für Medienschaffende, jegliche professionelle Distanz zu verlieren, ist es nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Distanzlos gegen Fangewalt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>19</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SRF trainiert das Facebook-Einmaleins</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Edith Hollenstein]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 11:20:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<category><![CDATA[DRS]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4011</guid>

					<description><![CDATA[<p>SRF macht vorwärts bei Social Media. Seit ein paar Tagen ist das Nachrichtenmagazin 10vor10 mit eigenen Angeboten auf Facebook und Twitter vertreten. Ende Monat geht es mit der Ausbildung los für die neuen Kanäle. 40.680 Tweets und rund 3800 Follower: Dies sind die auf den ersten Blick eindrücklichen Eckwerte des bis anhin am weitesten ausgebauten <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/">SRF trainiert das Facebook-Einmaleins</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/srf_logo.jpg" alt="" width="99" height="64" /> SRF macht vorwärts bei Social Media. Seit ein paar Tagen ist das Nachrichtenmagazin 10vor10 mit eigenen Angeboten auf Facebook und Twitter vertreten. Ende Monat geht es mit der Ausbildung los für die neuen Kanäle.<br />
<span id="more-4011"></span><br />
40.680 Tweets und rund 3800 Follower: Dies sind die auf den ersten Blick eindrücklichen Eckwerte des bis anhin am weitesten ausgebauten Twitter-Accounts des Schweizer Fernsehens. Doch bei den Beiträgen auf <a href="http://twitter.com/sf_tagesschau" target="_blank">@sf_tagesschau</a>, dem Twitter-Kanal der Tagesschau, handelt es sich lediglich um Hinweise und Links auf Beiträge, die automatisiert eingespeist werden.</p>
<p>Als Kommunikations- und Diskussionskanal nutzt das Schweizer Fernsehen die Social-Media-Plattformen wie Twitter und Facebook erst spärlich. Die Aktivitäten auf dem Twitter-Kanal des Nachrichtenmagazin «10 vor 10» halten sich vorerst noch in bescheidenen Grenzen. <a href="http://twitter.com/10v10" target="_blank">@10v10</a> hat bis anhin 4 Tweets verfasst und folgt selber keinem anderen Twitterer. Doch das soll sich ändern. Vorgesehen ist, dass verschiedene Redaktionsmitglieder Zugang zum Account haben und über @10v10 Themen recherchieren und Feedback einholen können. Über die <a href="http://www.facebook.com/sf10vor10" target="_blank">10vor10-Fanpage auf Facebook</a> gibt es bereits mehr Zusatzmaterial zu besichtigen, aktuell Bilder von Dreharbeiten im Dolder Grandhotel zum Schwerpunktthema «Essen».</p>
<p>SRF will in Sachen Social Media keine Spezialisten anstellen, sondern setzt auf Schulung des Personals. Nicht nur beim Nachwuchs, wo Social-Media-Kompetenzen <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95986" target="_blank">Teil der neuen Stage-Ausbildung</a> sind. Nun trainiert das Unternehmen in speziellen Kursen auch die Routiniers im Facebook- und Twitter-Einmaleins &#8211; ähnlich <a href="http://www.slideshare.net/ThomNagy/twitterschulung-nzz" target="_blank">wie NZZ</a> und <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95857" target="_blank">bald auch Tamedia</a>.</p>
<p>«Im Kurs lernen die Journalisten welche Social-Software es gibt, was diese Software leistet und wie man vorgeht, wenn man ein Social‐Media‐Projekt aufgleisen möchte», sagt Michael Fröhlich, Ausbildungsleiter und Fachzuständiger Multimedia gegenüber der MEDIENWOCHE. Zusätzlich zu diesen Grundlagen-Kursen bietet SRF für konkrete Anwendungen einen Praxis‐Kurs an. «Dort werden vor allem die Basics des Webtextens im Social‐Media‐Bereich vermittelt», sagt Fröhlich.</p>
<p>Es ist also zu erwarten, dass SRF-Journalisten bald vermehrt auf Facebook‐, Twitter,‐ LinkedIn‐  eine Statusmeldung erstellen oder in Social-Media-Foren moderieren. Die Schulungen starten Ende Juli, eingeladen sind vorerst Redaktionsleiter, Produzenten und Webredaktoren. Zur Frequenz der Kurse sagt Fröhlich: «Die Schulungen dauern jeweils rund einen halben bis einen Tag. Die Dauer variiert je nach Vorwissen und Reaktionen der Teilnehmer. Die Anzahl hängt von der Nachfrage ab: Rund vier bis sechs Kurse pro Jahr sind denkbar.» Zu den Kosten will SRF keine genauen Zahlen nennen: «Die Kurse laufen im Rahmen des üblichen Ausbildungsbudgets.» Laut der Medienstelle ist Social-Media-Ausbildung eines unter vielen Angeboten, ähnlich wie Kurse in Storytelling, Beitragsanalyse, Duplex-Training für Korrespondenten, die Teil von total rund 250 Ausbildungsveranstaltungen pro Jahr sind.</p>
<p>Diese Bestrebungen hin zu mehr Facebook-Fitness gründen auf einer gemeinsamen Social-Media-Strategie für SR und SF DRS, welche 2010  im Rahmen der Fusion von SR DRS und SF entwickelt wurde. «Es geht darum, bei sämtlichen Projekten die Social-Media-Eignung zu prüfen und die Umsetzung zu professionalisieren», sagt Kommunikationschefin Andrea Hemmi.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/">SRF trainiert das Facebook-Einmaleins</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2011/07/21/srf-trainiert-das-facebook-einmaleins/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Disneyland sieht anders aus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 12:27:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Stadler]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Nordkorea]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3471</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rainer Stadler übt in der NZZ harsche Kritik an der Nordkorea-Reportagereise vom Schweizer Fernsehen. Das Team um Reporterin Patrizia Laeri habe sich vom Regime «übertölpeln lassen», die fünfteilige Serie sei eine Verharmlosung der dramatischen Situation im abgeschottenen Land. SF habe ein «Disneyland des Kommunismus» gezeigt. Mitnichten. Laeri hat gezeigt, was andere Reporter auch gezeigt hätten. <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/">Disneyland sieht anders aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/06/Freundschaftspins-Schweiz-Nordkorea.jpg" alt="" width="120" height="96" /> Rainer Stadler übt in der NZZ harsche Kritik an der Nordkorea-Reportagereise vom Schweizer Fernsehen. Das Team um Reporterin Patrizia Laeri habe sich vom Regime «übertölpeln lassen», die fünfteilige Serie sei eine Verharmlosung der dramatischen Situation im abgeschottenen Land. SF habe ein «Disneyland des Kommunismus» gezeigt. Mitnichten. Laeri hat gezeigt, was andere Reporter auch gezeigt hätten. Die Alternative wäre keine Bilder aus dem Reich der bizarren Kim-Dynastie.<br />
<span id="more-28876"></span><br />
Wir haben offenbar nicht die gleichen Bilder gesehen. Während NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler in der <a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/International/In-Nordkorea" target="_blank">fünfteiligen Serie von SF</a> aus Nordkorea ein <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/sf_faellt_auf_nordkorea_herein_1.11081045.html" target="_blank">Machwerk mit Propagandacharakter</a> erkennen will, ist es durchaus möglich in den Beiträgen von Patrizia Laeri redliches journalistisches Handwerk zu sehen. Umso mehr, als dass die Reporterin die Gängelung durch die Zensurbehören maximal möglich offenlegt. Ausserdem bietet der Reiseleiter, den Laeri als Türöffner engagiert hatte, in einem längeren Text auf der Website von SF einen Einblick in das <a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/06/20/International/In-Nordkorea/Mission-Impossible" target="_blank">umständliche Prozedere</a> bis die Drehbewilligung erteilt wurde.</p>
<p>Klar wirkt die erzwungene Verneigung vor dem Denkmal Kim Il Sungs verstörend und entwürdigend für eine Journalistin. «Eine üble Szene», schreibt Rainer Stadler zurecht. Nur: Laeri hätte diesen Knicks nicht zeigen müssen. Sie hat es aber getan. So steht das Bild als Symbol für die Allmacht der Parteidiktatur.</p>
<p>Dem SF-Team einen Strick daraus zu drehen, wie Stadler das tut, weil es keine Hungernden oder gar Verhungerten gezeigt hat, ist zynisch. Wenn andernorts Kameras auf Hungerbäuche gehalten werden, sind als erste die Medienkritiker zur Stelle, die ein Bildverbot fordern. Wer genau hingeschaut hat, konnte den Hunger sehr wohl sehen: Wenn sich selbst eine Vorzeigebauernfamilie von gebratener Kartoffelstärke ernährt, ein grünlicher Glibber, der beim Zuschauer unmittelbar Übelkeit provoziert, dann wirken diese Bilder ungleich stärker als ausgemergelte Kreaturen. Ausserdem kann das Schweizer Fernsehen getrost davon aussgehen, dass der Grossteil seiner Zuschauer über die Eckdaten Nordkoreas Bescheid weiss und sich kaum von den zensurierten Bildern manipulieren lässt.</p>
<p>Auch wenn sich die Zensurbehörden nach Massen darum bemühten, nur die Glanzseiten der maroden Kim-Diktatur zu zeigen, wirkte alles wie gestellt. Potemkinsche Dörfer, schnell hochgezogen für das Kamerateam aus dem Westen. Disneyland – und selbst ein kommunistisches – sieht anders aus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/">Disneyland sieht anders aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2011/06/28/disneyland-sieht-anders-aus/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
