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	<title>Belgien | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 18 Feb 2022 11:45:33 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Belgien macht Viertagewoche zum Gesetz – geht das auch in der Schweiz?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/19/belgien-macht-viertagewoche-zum-gesetz-geht-das-auch-in-der-schweiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 03:59:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Belgien]]></category>
		<category><![CDATA[Viertagewoche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Belgien hat die Regierung das Recht auf eine Viertagewoche beschlossen: Angestellte dürfen einen dritten freien Tag pro Woche fordern. Auch in der Schweiz stösst die Idee auf Zuspruch.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Belgien hat die Regierung das Recht auf eine Viertagewoche beschlossen: Angestellte dürfen einen dritten freien Tag pro Woche fordern. Auch in der Schweiz stösst die Idee auf Zuspruch.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/19/belgien-macht-viertagewoche-zum-gesetz-geht-das-auch-in-der-schweiz/">Belgien macht Viertagewoche zum Gesetz – geht das auch in der Schweiz?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Wir haben die Medien gebeten, keine Bilder zu veröffentlichen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/04/17/wir-haben-die-medien-gebeten-keine-bilder-zu-veroeffentlichen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/04/17/wir-haben-die-medien-gebeten-keine-bilder-zu-veroeffentlichen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 16:08:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
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		<category><![CDATA[Schweizer Illustrierte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Car-Unglück im Wallis von Mitte März zeigte die Schweizer Illustrierte auf dem Cover die Bilder von 15 tödlich verunfallten Kindern. Wie ein Dokumentarfilm der ARD nun nahelegt, hat das Heft von den Eltern der Opfer keine Erlaubnis erhalten, die Porträts zu veröffentlichen. Ganz am Schluss, nach vierzig Filmminuten über die grösste Zeitung Deutschlands, <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/17/wir-haben-die-medien-gebeten-keine-bilder-zu-veroeffentlichen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/17/wir-haben-die-medien-gebeten-keine-bilder-zu-veroeffentlichen/">«Wir haben die Medien gebeten, keine Bilder zu veröffentlichen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach dem Car-Unglück im Wallis von Mitte März zeigte die Schweizer Illustrierte auf dem Cover die Bilder von 15 tödlich verunfallten Kindern. Wie ein Dokumentarfilm der ARD nun nahelegt, hat das Heft von den Eltern der Opfer keine Erlaubnis erhalten, die Porträts zu veröffentlichen.</strong></p>
<p>Ganz am Schluss, nach vierzig Filmminuten <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=10151786" target="_blank">über die grösste Zeitung Deutschlands</a>, kommen die ARD-Reporter auch noch auf das Car-Unglück vom 13. März im Wallis zu sprechen. Denn die Bild-Zeitung hat, was die Schweizer Illustrierte ein paar Tage später  <a href="http://issuu.com/schweizer-illustrierte.ch/docs/si_2012_12" target="_blank">auch tun würde</a>: Sie zeigte auf ihrer Titelseite die Porträts von 15 der tödlich verunfallten Kinder aus Belgien; Bilder, die von den Behörden des flämischen Städtchens Lommel in einem eigens dafür hergerichteten Trauerraum im Rathaus aufgestellt wurden.</p>
<p>Wie Bild-Chefredaktor Kai Diekmann unumwunden zugibt, hat die Bild-Zeitung die Eltern der Kinder nicht um Erlaubnis für den Abdruck gebeten. Diekmann stellt sich auf den abenteuerlichen Standpunkt, dass wenn die Eltern die Bilder dem Bürgermeister zur Verfügung gestellt hätten, sie dann auch mit einer Veröffentlichung in den Medien einverstanden sein müssten.</p>
<p>Ähnlich argumentierte auch die Schweizer Illustrierte. In der Ausgabe vom 19. März schreibt Chefredaktor Stefan Regez: «Auf dem Titel zeigen wir die 15 verunglückten Kinder aus der belgischen Kleinstadt Lommel.» Und dann fährt er kursiv weiter, was sich im Rückblick wie ein Rechtfertigungsversuch für das zweifelhafte Vorgehen liest: «Genau diese Bilder sind dort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.»</p>
<p>Gegenüber der ARD bestreitet der Bürgermeister von Lommel schriftlich, die Porträts der Kinder für die Veröffentlichung freigegeben zu haben. «Er [der Bürgermeister] hat von Anfang an, von der ersten Pressekonferenz im Rathaus an, alle Medien darum gebeten, auch an der Schule, keine Fotos zu veröffentlichen, weil die Eltern von Beginn weg gebeten hatten, ihre Privatsphäre zu respektieren und keine Bilder ihrer Kinder oder Lehrer zu veröffentlichen, die die Kinder auf der Reise begleitet hatten.» Das sagt eine Sprecherin der Stadtverwaltung Lommel vor der Kamera. Auf die Frage, ob sie ausschliessen könne, dass die Eltern direkt eine Veröffentlichung in der Bild-Zeitung genehmigt hätten, sagt sie: «Absolut. Sie [die Eltern] waren nicht glücklich, die Fotos ihrer Kinder in den Zeitungen zu sehen oder im Fernsehen. Sie waren sehr traurig.»</p>
<p>Da in der ARD-Dokumentation nur das Verhalten der Bild-Zeitung explizit angesprochen wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich andere Medien – zum Beispiel die Schweizer Illustrierte – um eine Einwilligung der Eltern in den Abdruck der Porträts ihrer verstorbenen Kinder bemüht und eine solche auch erhalten hatten.</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE lässt Chefredaktor Stefan Regez via den Ringier-Unternehmenssprecher ausrichten, nichts zum Thema sagen zu wollen. Was eigentlich nur einen Schluss zulässt – auch mit Blick auf den Rechtfertigungsversuch im Editorial der betreffenden Ausgabe: Die Schweizer Illustrierte hat, wie auch die Bild-Zeitung, von den Eltern keine Erlaubnis erhalten, die Bilder der verunfallten Kinder zu veröffentlichen.</p>
<p>Nun lässt sich vortrefflich darüber streiten, wie Medien angemessen auf ein Ereignis von der Dimension des schrecklichen Car-Unglücks im Wallis reagieren sollen, Bilder zeigen? Bilder nicht zeigen? Welche Bilder zeigen? Die Bilder-Diskussion ist allerdings in dem Moment beendet, wo das Einverständnis der nächsten Angehörigen der Opfer für eine Veröffentlichung fehlt.  Da kann man sich auch mit dem Verweis auf die freie Zugänglichkeit und Einsehbarkeit der Porträtbilder nicht rausmogeln. Es gibt auch eine <a href="http://presserat.ch/25580.htm" target="_blank">Privatsphäre im öffentlichen Raum</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/17/wir-haben-die-medien-gebeten-keine-bilder-zu-veroeffentlichen/">«Wir haben die Medien gebeten, keine Bilder zu veröffentlichen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Würden es wieder so machen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/03/20/wuerden-es-wieder-so-machen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 08:19:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Grosse-Bley]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dürfen Medien Fotos von tödlich verunfallten Kindern zeigen? Der «Blick» hats getan. Prominent und grossformatig nach dem schweren Carunfall im Wallis von letzter Woche – und würde es wieder tun. «Blick»- Chefredaktor Ralph Grosse-Bley sagt, weshalb. Fratze des Boulevards, scheinheilige Betroffenheit, Grenzüberschreitung als Geschäftsprinzip oder schlicht: Arschloch-Journalismus. All dessen bezichtigen in den letzten Tagen Schweizer <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/20/wuerden-es-wieder-so-machen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/20/wuerden-es-wieder-so-machen/">«Würden es wieder so machen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/03/blick_app.jpg" alt="" width="120" height="121" /> Dürfen Medien Fotos von tödlich verunfallten Kindern zeigen? Der «Blick» hats getan. Prominent und grossformatig nach dem schweren Carunfall im Wallis von letzter Woche – und würde es wieder tun. «Blick»- Chefredaktor Ralph Grosse-Bley sagt, weshalb.<br />
<span id="more-7319"></span><br />
Fratze des Boulevards, scheinheilige Betroffenheit, <a href="http://www.sonntagonline.ch/blog/496/" target="_blank">Grenzüberschreitung als Geschäftsprinzip</a> oder schlicht: <a href="https://twitter.com/#!/ugly_egli/status/180558626761613312/photo/1" target="_blank">Arschloch-Journalismus</a>. All dessen bezichtigen in den letzten Tagen Schweizer Journalisten ihre Kollegen vom «Blick».</p>
<p>Die Boulevardzeitung aus dem Hause Ringier hatte nach dem schweren Unfall eines Reisecars im Wallis, bei dem 28 Menschen, darunter 22 Kinder ums Leben kamen, mehrfach Fotos der verstorbenen Kinder gezeigt; am prominentesten am vergangenen Freitag auf der Titelseite. Dafür hagelte es nicht nur Kollegenschelte. Auch der Präsident des Presserats sieht <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/busunglueck/Das-geht-viel-zu-weit/story/21361644?dossier_id=1370" target="_blank">keinen «öffentlichen Informationswert»</a> in den Bildern. Und schliesslich meldete sich die flämische Medienministerin Ingrid Lieten zu Wort und fand zur «Blick»-Berichterstattung: «Das geht viel zu weit.»</p>
<p>Bisher nicht öffentlich zu Wort gekommen ist jene Person, die den kritisierten Bilderreigen letztlich zu verantworten hat: «Blick»-Chefredaktor Ralph Grosse-Bley. Gegenüber der MEDIENWOCHE wollte er sich nicht äussern. Stattdessen bot uns die Ringier-Medienstelle an, ein Kurzinterview zu übernehmen, das <a href="http://www.ringier.com/de/node/1967" target="_blank">Kommunikationsleiter Edi Estermann</a> mit Grosse-Bley geführt und am letzten Freitag im Intranet von Ringier veröffentlicht hat.</p>
<p>Weil wir die Aussagen des «Blick»-Chefs für aufschlussreich und relevant halten, haben wir uns entschieden, das kurze Gespräch zu dokumentieren, obwohl wir die Fragen nicht selbst stellen konnten.</p>
<p><strong>Edi Estermann: Die flämische Medienministerin hat die Berichterstattung über das schlimme Busunglück im Wallis kritisiert. Nur weil Bilder im Internet verfügbar seien, dürften diese noch lange nicht verwendet werden. Der Blick hat Bilder von Opfern gebracht &#8211; sind Sie damit zu weit gegangen?</strong><br />
Ralph Grosse-Bley: Schauen Sie, um dieser Tragödie ein Gesicht zu geben, um sie fassbar zu machen, kann man nicht einfach nur bloss einen Tunnel, einen zerstörten Bus und eine Pannen-Nische zeigen. 22 tote Kinder &#8211; das ist keine Zahl, das ist eine Katastrophe. Die Bilder von Menschen, von Betroffenen, machen das Ausmass des Dramas wenigstens ansatzweise fassbar. Das war auch beim Breivik-Amoklauf in Norwegen so. Auch damals gingen die Fotos der Getöteten um die Welt.</p>
<p><strong>Estermann: Der Präsident des Presserates kritisierte konkret und ganz explizit Berichte des Blick, insbesondere jenen vom Freitag, 16. März, mit dem verunglückten Mädchen Emma auf der Titelseite. Zu Recht?</strong><br />
Grosse-Bley: Wer den berührenden Artikel über Emma und auch über Andrea, die die Tragödie auf wundersame Weise überlebt hat, gelesen hat, erkennt, dass wir mit einem Team vor Ort in Belgien sind. Wir haben den Vater von Emma getroffen, mit dem Opa von Andrea gesprochen. Beide haben der Veröffentlichung ausdrücklich zugestimmt, uns selbst Fotomaterial zur Verfügung gestellt. Unser Team in Belgien und auch im Newsroom hat ganz hervorragende Arbeit geleistet und sich absolut nichts vorzuwerfen. Wenn der Presserat das anders sieht, dann kann ich das nicht nachvollziehen.</p>
<p><strong>Estermann: Würden Sie in einer vergleichbaren Situation wieder so entscheiden?</strong><br />
Grosse-Bley: Ich hoffe sehr, dass es kein vergleichbares Unglück geben wird &#8211; aber wenn doch: Ja! Wir machen den Blick für unsere Leserinnen und Leser, die enorm Anteil nehmen am Schicksal der Opfer von Siders. Wir machen die Zeitung nicht für den Presserat und die Medien-Journalisten der Konkurrenz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/20/wuerden-es-wieder-so-machen/">«Würden es wieder so machen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die belgische Lektion</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 08:49:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[Google News]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
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		<category><![CDATA[Verband Schweizer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast wäre vergessen gegangen, dass da noch ein Konflikt schwelt zwischen Schweizer Verlegern und Google. Streitpunkt ist der Nachrichtenaggregator Google News. Verlage sehen ihre Rechte verletzt, wenn Schlagzeilen und Textanrisse ihrer Artikel von der Suchmaschine indexiert und zugänglich gemacht werden. Deshalb fordert der Verband Schweizer Medien ein Leistungsschutzrecht, das solche Nutzung entschädigungspflichtig machen würde. Ein <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">Die belgische Lektion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/google-news.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Fast wäre vergessen gegangen, dass da noch ein Konflikt schwelt zwischen Schweizer Verlegern und Google. Streitpunkt ist der Nachrichtenaggregator Google News. Verlage sehen ihre Rechte verletzt, wenn Schlagzeilen und Textanrisse ihrer Artikel von der Suchmaschine indexiert und zugänglich gemacht werden. Deshalb fordert der Verband Schweizer Medien ein Leistungsschutzrecht, das solche Nutzung entschädigungspflichtig machen würde. Ein aktuelles Urteil aus Belgien und vor allem die Reaktion von Google werfen ein Schlaglicht auf diesen Konflikt.<br />
<span id="more-28896"></span><br />
Am 5. Mai hat ein Berufungsgericht in Brüssel <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-muss-sich-auch-nach-Berufung-belgischen-Zeitungsverlagen-beugen-1239807.html" target="_blank">ein Urteil bestätigt</a>, das vor vier Jahren gegen Google ergangen war. Demnach verstösst das Internetunternehmen gegen belgisches Recht, wenn es Schlagzeilen und Textanrisse von Zeitungen in sein Nachrichtenportal Google News aufnimmt. Dieser Entscheid gilt für die französisch- und deutschsprachigen Zeitungen Belgiens, die ihre Interessen vom Verband Copiepresse vor Gericht haben vertreten lassen.</p>
<p>Google hat das Urteil genau gelesen und festgestellt, dass nicht nur die Darstellung von Textausschnitten bei Google News unter Strafe gestellt wird, sondern die Indexierung für die gesamte Websuche. Denn auch dort sind Textausschnitte ersichtlich, wenn jemand nach einem Zeitungsartikel sucht. Um keine weiteren Rechtshändel zu riskieren, entfernte Google die Angebote der belgischen Zeitungen <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-sperrt-belgische-Zeitungen-aus-1280764.html" target="_blank">aus dem Suchindex</a>. Währen vier Tagen konnten Titel wie Le Soir oder La Libre Belgique nicht mehr über die Suchmaschine gefunden werden.</p>
<p>So sei es dann doch nicht gemeint gewesen, gaben die vom Google-Universum ausgeschlossenen Zeitungen empört zurück; gar von Boykott sprachen sie. Inzwischen konnten sich die Parteien einigen und die belgischen Zeitungen sind <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,775351,00.html" target="_blank">wieder auffindbar</a> mit einer Google-Suche. Derweil zeigt man sich in der Schweiz «besorgt» ob der jüngsten Entwicklung in Belgien. Der Verband Schweizer Medien («Verlegerverband») hat am letzten Donnerstag in einem Communiqué <a href="http://www.schweizermedien.ch/fileadmin/schweizerpresse/Stellungnahme_Google.pdf" target="_blank">Stellung genommen</a>. Viel mehr sagt die Branchenorganisation nicht dazu. Ihr «Standpunkt» wird nicht wirklich klar, obwohl das Papier angibt, einen solchen zu vermitteln. Am deutlichsten wird die Haltung bei der geäusserten «Besorgnis, dass Google seine Marktposition dazu benutzt, starken Einfluss auf den Betrieb des Internets auszuüben.» Was dies für die Situation in der Schweiz bedeutet, bleibt aber offen. Eine Klage nach belgischem Vorbild? Verstärktes <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/verlage_haben_anrecht_auf_besseren_schutz_1.7232236.html" target="_blank">Lobbying für ein Leistungsschutzrecht</a>? Man erfährt es nicht.</p>
<p>Was auch nicht weiter verwundert. Zu unterschiedlich sind die Geschäftsmodelle und -interessen der Schweizer Verlage, als dass sie imstande wären, Google mit einer kohärenten Haltung entgegenzutreten. Tamedia beispielsweise mit seinem umfangreichen kostenlosen Online-Angebot von 20min.ch und Newsnetz kann mit Google ganz gut leben, nach dem Motto: Inhalte, die kostenlos im Web verfügbar sind, müssen nicht speziell geschützt werden. Beim werbefinanzierten Geschäftsmodell zählt der Traffic und Google bringt Traffic.</p>
<p>Das Maul am weitesten aufgerissen gegen Google haben in der Vergangenheit Verbandspräsident Hanspeter <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=70599" target="_blank">«Google hat Angst vor uns»</a> Lebrument und Norbert <a href="http://netzwertig.com/2008/10/04/neininger-von-news1ch-was-google-macht-ist-illegal/" target="_blank">«Was Google macht, ist illegal»</a> Neininger von den Schaffhauser Nachrichten. Neininger liess es indes nicht nur bei Worten bleiben, es folgten auch Taten. Mit news1.ch brachte er vor drei Jahren den «&#8217;Google News&#8216;-Killer der Schweizer Regionalverleger» (<a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002212.html" target="_blank">medienspiegel.ch</a>) an den Start. Der Nachrichtenaggregator von kleineren und mittelgrossen Medienhäusern kam allerdings nie vom Fleck und hat nun im April sang- und klanglos seinen Betrieb eingestellt.</p>
<p>Was lehrt die belgische Lektion? Vor allem eines: Das Ergebnis eines jahrelangen Rechtsstreits gäbe es auch schneller, einfacher und günstiger zu haben. Verlage, die nicht wollen, dass ihre Inhalte bei Google News erfasst werden, können dies <a href="http://www.google.com/support/news_pub/bin/request.py?contact_type=optout" target="_blank">mit einem Formular</a> bei Google melden und innert 30 Tagen sind sie raus. Oder sie konfigurieren die <a href="http://www.google.com/support/news_pub/bin/answer.py?answer=93977" target="_blank">robots.txt-Datei</a> ihrer Website so, dass sie den Zugriff von Suchmaschinen oder spezifischen Diensten wie Google News verunmöglicht. Das dauert zwei Minuten.</p>
<p>Klingt simpel. Aber wenn es denn so einfach wäre: Die Verleger wollen den Fünfer und das Weggli: Von Google indexiert und dafür entschädigt werden. Dazu lobbyieren sie für ein Leistungsschutzrecht. Der Verband Schweizer Medien setzte sich gar das ambitiöse Ziel, dass ein solches Sonderrecht noch in diesem Jahr <a href="http://www.schweizermedien.ch/index.php?id=102" target="_blank">eingeführt würde</a>. Daraus wird wohl nichts. Auch deshalb nicht, weil der Bundesrat eine <a href="http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20093802" target="_blank">klare Haltung</a> dieser Forderung gegenüber vertritt und keinen Handlungsbedarf sieht: «Ein Leistungsschutzrecht würde einzig eine zusätzliche Schicht von Rechten schaffen, ohne dass dafür ein Bedürfnis ausgewiesen ist.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">Die belgische Lektion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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