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	<title>Bildjournalismus | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Foto-Fail: Tamedia zahlt 8000 Euro für unerlaubte Bildveröffentlichung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/26/foto-fail-tamedia-zahlt-8000-euro-fuer-unerlaubte-bildveroeffentlichung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2022 12:45:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie sich ein freier Fotograf erfolgreich gegen Tamedia durchsetzt – und wie Abfülljournalismus richtig teuer werden kann. Ein halbes Jahr lang hat das Bild-Ressort der Tamedia-Redaktion einen Fotografen aus Dänemark ignoriert, dessen gefeierte Bilder die Redaktion zuvor ohne Einwilligung publiziert und an Dritte weitergegeben hatte. Doch diese Geschichte weist über den Einzelfall hinaus und zeigt, <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/26/foto-fail-tamedia-zahlt-8000-euro-fuer-unerlaubte-bildveroeffentlichung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sich ein freier Fotograf erfolgreich gegen Tamedia durchsetzt – und wie Abfülljournalismus richtig teuer werden kann.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-96742" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW_Ausstellung_EPA_Traktor-20220425-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Ein halbes Jahr lang hat das Bild-Ressort der Tamedia-Redaktion einen Fotografen aus Dänemark ignoriert, dessen gefeierte Bilder die Redaktion zuvor ohne Einwilligung publiziert und an Dritte weitergegeben hatte. Doch diese Geschichte weist über den Einzelfall hinaus und zeigt, dass die Abfüllmentalität im Mantelmedien-Verbund nicht nur planlos passiert, sondern auch richtig teuer werden kann.<br />
</p>
<p>Am Anfang steht ein Artikel in der «Süddeutschen Zeitung»: Dort schrieb ein Gesellschaftsredaktor vergangenen Sommer darüber, dass «schwedische Jugendliche (…) schon mit 15 Auto fahren – aber nicht schneller als 30 km/h». Der Beitrag vom 31. Juli 2021 über das Phänomen dieser <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/EPA-Traktor" target="_blank" rel="noopener">«EPA Traktoren»</a> war launig geschrieben, aber unscheinbar: gut 5000 Zeichen lang, am unteren Ende von Seite 57, schlicht gestaltet, bebildert mit einem Stock-Foto.</p>
<blockquote><p>Nørskovs Fotos gelten als die besten Bilder zum Thema. In den letzten Jahren wurde sie in Museen in Schweden und an Festivals in Norwegen und Deutschland ausgestellt.</p></blockquote>
<p>Bekanntlich bringt Tamedia regelmässig SZ-Artikel in den zehn Mantel-Titeln, von «Thuner Tagblatt» bis «Der Landbote». Im Bild-Ressort erkannte man anscheinend Potenzial im Artikel der «Süddeutschen» zu den «EPA Traktoren». Bei Tamedia sollte er mit guten Fotos richtig zur Geltung kommen.</p>
<p><a href="https://benjaminnorskov.com/" target="_blank" rel="noopener">Benjamin Nørskovs</a> Porträtserie der «EPA»-Gefährte samt ihrer jugendlichen Besitzer:innen ist berühmt. Seit 2018 hatte Nørskov mehrere Jahre daran gearbeitet. Mittlerweile wurde sie in fünf Museen in Schweden und an Festivals in Norwegen und Deutschland ausgestellt. Nørskovs Fotos gelten als die besten Bilder zum Thema. Die Bilder gehören auch zu den ersten Resultaten, wenn man «EPA Traktor» <a href="https://www.google.com/search?q=%22EPA+Traktor%22&amp;sxsrf=APq-WBtngfrpmOoXQfM3J7nMtFCOmO91rg:1650976522183&amp;source=lnms&amp;tbm=isch&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjI6ovp3rH3AhVxh_0HHdW0CA4Q_AUoAXoECAIQAw&amp;biw=1277&amp;bih=664&amp;dpr=2" target="_blank" rel="noopener">ins Google-Suchfeld tippt</a>.</p>
<p>Erstmals schreibt ein Tamedia-Bildredaktor am ersten Freitag im August 2021 eine E-Mail an Benjamin Nørskov. Man sei interessiert, einige seiner tollen Bilder in der Sonntagsausgabe zu verwenden, heisst es darin auf Englisch. Der Redaktor fragt, was die Nutzung für Print und Online kosten würde. Man brauche die Fotos so schnell wie möglich.</p>
<blockquote><p>Für drei bis fünf Fotos in Print und Online wollte Tamedia 500 Franken zahlen.</p></blockquote>
<p>Nørskov antwortet innert Stunden. Damit seine Fotoserie wirke, müsste man mindestens zehn Bilder veröffentlichen: «Die Wiederholung der Porträts zeigt die unterschiedlichen Charaktere und die Kreativität in der EPA-Kultur.» Er macht ein Angebot: 4000 Euro plus Mehrwertsteuern für «um die 15 Bilder». Zur Ansicht schickt er einen WeTransfer-Link mit 50 Fotos zum Download und schreibt: «Lass mich wissen, was du denkst!» Drei Tage später antwortet der Bildredaktor: Danke, aber leider könne man die Bilder nicht verwenden. Eventuell werde man ihn in Zukunft kontaktieren, heisst es am Ende der Nachricht.</p>
<p>Die Zukunft beginnt bekanntlich in der Gegenwart: Zehn Tage später, am 19. August 2021 um 10.17 Uhr, schreibt Tamedia-Bildchef Olaf Hille persönlich eine neue Anfrage an Nørskov. Man werde einen Artikel über «EPA-Traktoren» veröffentlichen. Ob es möglich sei einige seiner Bilder zu kaufen? Hille hört in den nächsten Stunden nichts, aber die Zeitungsseite mit Nørskovs Bildern ist anscheinend schon eingeplant. Kurz vor 16 Uhr schreibt Hille jedenfalls eine zweite Mail. Zwischenzeitlich habe er erfahren, dass ihn bereits einmal sein Kollege angefragt hat. Für drei bis fünf Fotos in Print und Online würde Tamedia 500 Franken zahlen. Nørskov solle ihn wissen lassen, ob das möglich ist.</p>
<blockquote><p>Davon, dass Tamedia seine Bilder gebracht hat, erfährt Nørskov nur durch Zufall.</p></blockquote>
<p>Nørskov antwortet nicht – er hat ja bereits bei der ersten Anfrage klargemacht, dass er nur an der Publikation einer grösseren Serie interessiert wäre. Dies, so schildert er es der MEDIENWOCHE, auch aus Verpflichtungsgefühl gegenüber dem Vertrauen, das ihm die Porträtierten entgegengebracht haben. Doch Hille meldete sich ohnehin mit so kurzem Vorlauf, dass kaum Reaktionszeit geblieben wäre. Bereits um 11.25 Uhr, gerade mal 68 Minuten nach Hilles erster Anfrage, ist der «EPA»-Artikel aus der SZ auf allen Tamedia-Portalen in der Deutschschweiz online gegangen, schön aufgemacht mit sieben (!) Fotos aus Nørskovs Serie. Der Artikel landet auch auf dem News-Portal «msn.com» von Microsoft, das Beiträge von Tamedia übernimmt. Am selben Abend ist der Artikel für die Zeitungen in Druck gegangen – im «Bund» und «Tages-Anzeiger» des Folgetags ist der Artikel mit fünf Bildern von Nørskov erschienen, in der «Berner Zeitung» mit zwei. Die «Basler Zeitung» hat ihn ein paar Tage später mit einem einzigen Foto aus Nørskovs Serie gebracht. Um 16 Uhr, als Hille ein Preisangebot für «drei bis fünf» Bilder gemacht hat, war die Zeitungsseite wohl schon fix eingeplant.</p>
<p>Davon, dass Tamedia seine Bilder gebracht hat, erfährt Nørskov nur durch Zufall: Auf einer seiner ersten Reportagereisen zu den EPA-Traktoren 2018, hatte er einen Schweizer kennengelernt, mit dem er heute befreundet ist. Dieser hat einen der Tamedia-Artikel gesehen und ihn darauf aufmerksam gemacht. Der nächste Schock folgt für Nørskov, als er die Artikel mit seinen Fotos Ende August auf den Websites der Tamedia-Zeitungen und bei Diensten wie Pressreader findet: «Es waren meine Bilder – aber mein Name stand nicht darunter.» Nørskov macht Screenshots, die der MEDIENWOCHE vorliegen. Im Webarchiv entdeckt er, dass anfangs sein Name noch unter den Fotos stand. Anscheinend hat ihn jemand nach der Veröffentlichung entfernt. Eine zusätzliche Verletzung von Nørskovs Urheberrecht.</p>
<blockquote><p>Der Fotograf fordert den doppelten Preis seines Ursprungsangebots: 8000 Euro plus Steuern.</p></blockquote>
<p>Nørskov schreibt Tamedia sachliche, aber bestimmte Mails, mit Links und Anhängen zu den gesammelten Belegen für die Urheberrechtsverletzung. Er schickt sie an den Bildredaktor, der ihn ursprünglich kontaktiert hatte, an Bildchef Hille, an Hilles Chef. Es sei ja schön, dass Tamedia seine Bilder möge. «Doch ich lebe vom Fotografieren, und wenn meine Arbeit unrechtsmässig kopiert und verbreitet wird, senkt es meine Chance, sie zu verkaufen und mein künftiges Einkommen zu sichern. Zudem habe ich klargemacht, dass die Bilder in einer Serie von mindestens zehn erscheinen müssen.» Es sei eine Falschdarstellung seines Grundgedankens, wenn man nur wenige Bilder zeige. Seine Mails enden mit seiner finanziellen Forderung zur Abgeltung der Verletzung seiner Rechte. Nørskov fordert den doppelten Preis seines Ursprungsangebots, 8000 Euro plus Steuern. Zahlbar bis Mitte November 2021.</p>
<p>So dringend es Hille war, am 19. August mit Nørskov in Kontakt zu kommen, so wenig will Tamedia mit Nørskov in den Monaten danach zu tun haben. Auf seine vielen Mails erhält er keine Antwort. Etwa 30mal habe Nørskov bei der Tamedia-Bildredaktion angerufen. Einmal habe er Hille erreicht. «Das einzige Mal, als Olaf Hille meinen Anruf angenommen hat, hat er in Zweifel gestellt, dass sie meine Bilder überhaupt gebraucht haben. Dann brach er das Gespräch mitten im Satz ab.» Auch der dänische Journalist:innenverband versucht die Rechte seines Mitglieds gegenüber Tamedia durchzusetzen – erfolglos: Die Nachrichten der Anwältin bleiben unbeantwortet.</p>
<p>Irgendwann in diesen Monaten, in denen der Fotograf aus Skandinavien mit zunehmender Verzweiflung auf eine Reaktion aus Zürich wartet, entfernt bei Tamedia jemand online die namenlosen Fotos von Nørskovs Serie und bebildert den Artikel mit einem Stockfoto. Doch auf einer Seite wie <a href="https://archive.ph/YYchG" target="_blank" rel="noopener">«msn.com»</a> ist der Artikel bis jetzt mit Nørskovs Namen und den Originalfotos für alle einsehbar.</p>
<p>Als er sich Anfang April bei der MEDIENWOCHE meldet, sieht es Nørskov als «einzige und letzte Chance», seine unschöne Erfahrung öffentlich zu machen. Tamedia-Bildchef Olaf Hille beantwortete die Fragen der MEDIENWOCHE dann innert eines Tages. Er bestätigte dabei die Chronologie der Ereignisse:</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Anfang August 2021 kontaktierte Tamedia-Bildredaktor X. den Fotografen Benjamin Nørskov mit einem «Urgent» in der Betreffzeile wegen der Verwendung seiner Fotoserie «Epa Traktors». Nørskov bot Tamedia 15 Bilder seiner Serie für 4000 Euro plus Steuern an. Drei Tage später sagte Bildredaktor X. Nørskov ab. Am 19. August schrieben Sie um 10.17 Uhr persönlich Nørskov an, mit einer neuen Anfrage für die Verwendung seiner Bilder. Als Sie keine Antwort erhielten, schrieben Sie kurz vor 16 Uhr eine neuerliche Mail, in der Sie 500 Schweizer Franken für die Verwendung von 3 bis 5 Bildern angeboten haben. Die entsprechenden Mails liegen mir vor.</p>
</div><div class="answer"><h4>Olaf Hille:</h4> <p>Ja, das habe ich auch so in Erinnerung. Wir arbeiteten zur Zeit im Home-Office, manche Dinge laufen doppelt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gemäss <a href="https://web.archive.org/web/20210819103858/https:/www.tagesanzeiger.ch/die-jugend-faehrt-zeitlupe-664387654119" target="_blank" rel="noopener">archive.org</a> publizierte Tamedia den entsprechenden Beitrag mit Nørskovs Fotos bereits um 11.25. Wie kam es dazu, dass Sie eine Anfrage stellen für einen Beitrag, der bereits eine Stunde später online geht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hille:</h4> <p>Die Kollegen vom Online sind davon ausgegangen, dass die Veröffentlichung OK sei. Der Zeitpunkt der Onlinepublikation war mir nicht bekannt. Die Bilder sind, wenn überhaupt, nur für sehr kurze Zeit – Stunden – online gewesen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ist dieses Vorgehen üblich in der Bildredaktion von Tamedia?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hille:</h4> <p>Solange alles korrekt läuft, ja. Wir arbeiten oft just in time.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Seit ungefähr einem halben Jahr unternimmt Benjamin Nørskov regelmässig gut dokumentierte Versuche, eine Entschädigung für die von ihm beanstandete Urheberrechtsverletzung bei Ihnen einzufordern. Er bekommt dabei von Seiten Tamedia keine Antwort. Warum antworten Sie Nørskov nicht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hille:</h4> <p>Ich habe Nørskov heute geschrieben und wir werden uns einigen, denke ich.</p>
</div></p>
<p>Beinahe zeitgleich erhält Nørskov endlich eine Antwort von Hille. Wegen eines Missverständnisses seien die Fotos in den gedruckten Zeitungen gelandet. Online habe man sie bereits vor der Veröffentlichung entfernt. Hille siezt Nørskov in dieser Nachricht und bietet ihm 3000 Euro an. Doch der Fotograf will sich nicht damit abspeisen lassen: Für die Verletzung seiner Rechte will er das Doppelte von seinem ursprünglichen Angebot von 4000 Euro.</p>

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            [rml_read_more]
<p>Hilles Nachricht wirft Fragen auf: Wenn die Fotos nie im Netz gelandet sind – wie fanden sie dann mit «Tages-Anzeiger»-Logo den Weg auf «msn.com», wo sie bis heute stehen? Die MEDIENWOCHE ruft Hille an. Der nimmt ab, obwohl er an einem Kindergeburtstag ist: «Ich habe sofort reagiert. Von meiner Seite wurden die Bilder innert Stunden deaktiviert.» Falls im Raum stehe, dass sie länger im Netz waren, mache das die Lage nicht besser. Hille macht also widersprüchliche Aussagen. Zuvor hiess es von seiner Seite, die Bilder seien gar nie online gewesen. «Die Vorgänge sind kein Ruhmesblatt.» Im August hätten sie im Homeoffice gearbeitet und das habe «zum Missverständnis beigetragen». In einem Grossunternehmen seien solche Missverständnisse unumgänglich. «Zum Glück haben wir selten solche Fälle.»</p>
<blockquote><p>Die 8000 Euro sind noch nicht auf Nørskovs Konto. Er kann erst richtig aufatmen, wenn das Geld da ist.</p></blockquote>
<p>Auch der Fotograf aus Dänemark erhält bald eine Antwort von Olaf Hille auf seine erneuerte Forderung von 8000 Euro. Nachdem Tamedia Benjamin Nørskov mehr als ein halbes Jahr ignoriert hat, erhält der Fotograf die Antwort, auf die er gehofft hat, ausgerechnet am Karfreitag. Nørskov solle eine Rechnung stellen. Mehrwertsteuer dürfe er aber nicht fordern, weil die Schweiz nicht zur EU gehört.</p>
<p>Die 8000 Euro sind noch nicht auf Nørskovs Konto. Nach monatelangen Anrufversuchen wird er erst richtig aufatmen, wenn das Geld da ist. «Generell mache ich gute Erfahrungen mit Medienunternehmen, doch dieses Mal war es wirklich frustrierend.» Er habe fast die Hoffnung verloren. «Weil andere Tamedia-Angestellte und die allgemeine Fotoadresse mir ebenfalls nicht antworteten, hatte ich das Gefühl, dass mich nicht bloss Olaf Hille ignoriert, sondern das ganze Unternehmen.» Als auch die Versuche des dänischen Journalist:innenverbands erfolglos blieben, habe er keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als das Vorgefallene öffentlich zu machen. «Ich hoffe, Tamedia wird künftig Verantwortlichkeiten schneller anerkennen.»</p>
<blockquote><p>Benjamin Nørskovs Fall ist somit ein Exempel, dass man als Freelancer:in die eigene Arbeit gegenüber Missbrauch durch ein Grossunternehmen verteidigen kann.</p></blockquote>
<p>So wie es aussieht wird diese Geschichte gut enden. Doch zu diesem Ausgang kommt es nur deshalb, weil der Fotograf in Dänemark nicht eingeknickt ist. Freelancer:innen in der Schweiz, die auf regelmässige Zusammenarbeit mit Medienunternehmen wie Tamedia angewiesen sind, würden wohl schneller aufgeben. Benjamin Nørskovs Fall ist somit ein Exempel, dass man als Freelancer:in die eigene Arbeit gegenüber Missbrauch durch ein Grossunternehmen verteidigen kann.</p>
<p>Der Fall ist aber auch exemplarisch dafür, zu welchen Absurditäten Fehler im konzentrierten Schweizer Mediensystem führen: Ohne viel Aufwand wollte die Bildredaktion einen einfachen Artikel zur schönen Fotostory aufbrezeln. Ein «Missverständnis» in der Fotoredaktion des Tamedia-Mantels – und die Bilder sind nicht in einer, sondern in zig Zeitungen, auf «msn.com» und anderswo. Niemand hatte bei der viel zu knappen Anfrage im Hinterkopf, dass die Bilder Dritten zur Verfügung gestellt werden. Und hinterher macht sich niemand die Mühe, die Folgen des «Missverständnis» zu bereinigen.</p>
<p>Am Ende ist ein aufwandsfreier Artikel, den Tamedia von der «Süddeutschen Zeitung» zweitverwertet hat, zu einer der teureren Storys im Tamedia-Universum geworden.</p>
<p><small>Bild: zvg/Benjamin Nørskov</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/26/foto-fail-tamedia-zahlt-8000-euro-fuer-unerlaubte-bildveroeffentlichung/">Foto-Fail: Tamedia zahlt 8000 Euro für unerlaubte Bildveröffentlichung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Nach welchen Kriterien wählen wir Kriegsbilder aus?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/02/nach-welchen-kriterien-waehlen-wir-kriegsbilder-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Apr 2022 07:41:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aleksandra Hiltmann befragt Olaf Hille, Leiter Bildredaktion Tamedia. Er zeigt, nach welchen Kriterien Kriegsbilder ausgewählt werden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aleksandra Hiltmann befragt Olaf Hille, Leiter Bildredaktion Tamedia. Er zeigt, nach welchen Kriterien Kriegsbilder ausgewählt werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/02/nach-welchen-kriterien-waehlen-wir-kriegsbilder-aus/">Nach welchen Kriterien wählen wir Kriegsbilder aus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>40 Jahre Pressefotografie: Zeigen, was ist</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/31/zeigen-was-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jul 2017 09:30:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>40 Jahre lang fotografierte Andreas Blatter für die «Berner Zeitung» – und war ­dabei oft mehr Journalist als so mancher schreibende Kollege. Denn seine Bilder stellten sich uneitel in den Dienst der ­Geschichte. Nun geht unser Cheffotograf in Pension.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/31/zeigen-was-ist/">40 Jahre Pressefotografie: Zeigen, was ist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>40 Jahre lang fotografierte Andreas Blatter für die «Berner Zeitung» – und war ­dabei oft mehr Journalist als so mancher schreibende Kollege. Denn seine Bilder stellten sich uneitel in den Dienst der ­Geschichte. Nun geht unser Cheffotograf in Pension.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/31/zeigen-was-ist/">40 Jahre Pressefotografie: Zeigen, was ist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Doppelt daneben: Das falsche Bild für die falsche Sache</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/21/doppelt-daneben-das-falsche-bild-fuer-die-falsche-sache/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2017/02/21/doppelt-daneben-das-falsche-bild-fuer-die-falsche-sache/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Reto Camenisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Feb 2017 15:17:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[World Press Photo]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Attentat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=28803</guid>

					<description><![CDATA[<p>World Press Photo leistet dem Bildjournalismus einen Bärendienst. Mit der Auszeichnung des «Attentats in Ankara» rückt die Organisation von den eigenen Prinzipien ab, sich um die Geschichte hinter den Bildern kümmern zu wollen. Das Gegenteil tut sie, wenn sie einem Attentäter eine zweite Plattform bietet. Der diesjährige Hauptpreis ging an den türkischen AP-Fotografen Burhan Özbilici, <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/21/doppelt-daneben-das-falsche-bild-fuer-die-falsche-sache/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/21/doppelt-daneben-das-falsche-bild-fuer-die-falsche-sache/">Doppelt daneben: Das falsche Bild für die falsche Sache</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>World Press Photo leistet dem Bildjournalismus einen Bärendienst. Mit der Auszeichnung des «Attentats in Ankara» rückt die Organisation von den eigenen Prinzipien ab, sich um die Geschichte hinter den Bildern kümmern zu wollen. Das Gegenteil tut sie, wenn sie einem Attentäter eine zweite Plattform bietet.<br />
<span id="more-33108"></span><br />
Der diesjährige Hauptpreis ging an den türkischen AP-Fotografen Burhan Özbilici, welcher mehr zufällig als geplant am 19.  Dezember 2016 auf jener Galerievernissage in Ankara aufkreuzte, wo der russische Botschafter Andrej Karlow während einer Ansprache erschossen werden sollte. Der 59-jährige Fotograf wird gleichzeitig mit anderen anwesenden Fotografen und Videojournalisten, unmittelbar nachdem der Attentäter den russischen Botschafter erschiesst, seine Kamera zücken und das Grauenhafte dokumentieren. Wie Herr Özbilici dann später heroisch zu verstehen gab, tat er das unter Lebensgefahr. Auch erwähnt Kollege Özbilici, dass er zumindest für «guten Journalismus» gestorben wäre, wenn dieses Schicksal ihn ereilt hätte.</p>
<p>Ob man dieses Bild publizieren darf, sollte oder muss, darüber kann man geteilter Meinung sein. Der «innere Gerichtshof», wie Immanuel Kant die Moral einst nannte, bedeutet nicht für jeden Menschen und jeden Kulturkreis das gleiche. Der Schweizerische Presserat hat diesbezügliche Bilder und deren Publikationsmöglichkeiten klar definiert und sich dazu fallbezogen und mehrmals geäussert. Mit Verweis auf die Menschenwürde, sowie das Leid der Betroffenen und die Gefühle ihrer Angehörigen, mahnt der Presserat zu einem äusserst zurückhaltenden Umgang.</p>
<p>World Press Photo sieht das anders und zeichnete das Bild vom Attentat in Ankara aus. World Press Photo ist eine Non-Profit Organisation. Was aber nicht heisst, dass in dieser Firma nicht auch Geld verdient wird. Dieser Aspekt scheint mir von Bedeutung zu sein, wissen wir doch alle, dass kontinuierliche Medienpräsenz mittel- und langfristig auch ökonomische Faktoren sind. Im Weiteren interessiert mich das Bild nicht zwingend in Bezug auf moralische-ethische Beurteilungen, sondern viel mehr, ob dieses Bild den mitgelieferten Konditionierungen und inhaltlichen Argumenten standhalten kann.</p>
<p>World Press Photo lässt uns wissen, dass dieses Pressefoto die Verkörperung dessen sei, «was das Weltfoto des Jahres ist und sein muss», und dass genau dieses Bild die brutale, rücksichtslose und krude Gegenwart reflektiere. Die trump’sche Genauigkeit dieser Behauptung und die Präzision dieser Gegenwartsanalyse ist ebenso verstörend, wie das Bild, respektive der Inhalt des prämierten Bildes.<br />
 <br />
Wir sehen auf diesem einen triumphierenden, um sich schreienden Mörder neben dem am Boden liegenden, sterbenden russischen Botschafter. Raum und Plattform erhält in diesem Bild nicht der gewaltsame Tod eines Menschen, sondern die verwerflich rohe Tat eines Verblendeten. Es geht in dieser Fotografie nicht um das Opfer oder die Tat, sondern um den Täter und seine Bühne. Das ist es also, was ein gutes journalistisches Bild ist und zu sein hat?</p>
<p>Die Frage steht im Raum, ob World Press Photo solche Haltungen und Positionen tatsächlich als richtig, gar förderungswürdig betrachtet. Offensichtlich oder zumindest nicht alle Jurymitglieder, denn der Juryvorsitzende und Magnum-Fotograf Stuart Franklin distanzierte sich öffentlich mit den Worten, dass es moralisch problematisch sei, ein Bild zu zeigen, das ausschliesslich Plattform für einen Schlächter und Mörder sei. Vergleichbar verächtlich, wie das Zeigen von Enthauptungen durch IS-Terroristen.<br />
 <br />
Mit dieser Meinung, dieser Einschätzung steht Franklin nicht alleine. So etwa positionieren sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung gegen das Bild und verweigern eine Publikation. Tristan Brenn, Chefredaktor Fernsehen SRF findet die internationale Kritik berechtigt: «Der Mörder hatte seine Bühne – und man gibt sie ihm posthum gleich wieder!» Dominique Eigenmann, Deutschland-Korrespondent des Tages-Anzeigers, nennt das Bild das «pornographischste Mörderbild des Jahres».<br />
 <br />
Phil Corbett, bei der New York Times für die Einhaltung ethischer Standards verantwortlich, antwortete auf die Frage, warum er für die Publikation dieses Bildes gewesen sei mit den sonderbaren Worten, «dass das Bild die schockierende Natur der Attacke viel eindrücklicher zeige, als es eine blosse Beschreibung getan hätte». Als Fotograf bin ich komplett gegenteiliger Meinung, denn ich weiss aus tiefer Erfahrung, dass Bilder eben nicht alles können. Die geschriebene Sprache kann gewisse Vorgänge viel präziser und feinstofflicher wiedergeben. Braucht es das Bild eines aus 10’000 Meter abgestürzten Flugzeugpassagiers um zu beschreiben, was sich hier Schreckliches zugetragen hat? Die Kernfrage ist und bleibt die journalistische Relevanz.<br />
 <br />
Es geht auch in keinster Weise darum, bildliche Darstellungen von Gewalt oder Tod im Absoluten zu verhindern. Wenn man solches Bildmaterial publiziert, müsste man aber genau wissen, warum und wieso. Wem oder was nützten solche Publikationen? Oder wer erfährt einen Mehrwert, wer profitiert tatsächlich?<br />
 <br />
Um auf Burhan Özbilicis Bild zurückzukommen: Es ist schlicht und ergreifend das falsche Bild, weil es inhaltlich nicht der richtigen Sache dient. Es beschäftigt sich nicht mit dem Opfer, sondern ausschliesslich mit dem Täter und zwar in einen Ausmass, das unangemessen und empörend ist; das Motiv verherrlicht das Attentat. Aus formaler Sicht ist das prämierte Bild eher simpel und weist eine «Präzision» auf, welche man heute von jedem durchschnittlich geübten Fotografen erwarten darf. Um es aber in andere Höhen zu hieven, werden dieser Art Bilder Kräfte, Lesearten und – was ich noch peinlicher finde – Intentionen des Autors angedichtet, welche noch dünner sind, als das eigentliche Bild selber. Es ist die Eigenschaft der Dummheit, dass sie sich selber als das Mass aller Dinge begreifen will und somit selber nicht merken kann, wie sie sich selber deklassiert.<br />
 <br />
Beispielsweise sagte Burhan Özbilici in einem Interview, dass er «beim Fotografieren sehr darauf bedacht war, die lange Tradition von gutem, unabhängigen Journalismus und News Photos zu repräsentieren». Zwei Sätze später antwortet er auf die Folgefrage der Journalistin, was ihm denn während des Attentats durch den Kopf gegangen sei: Nichts!<br />
 <br />
Oder Lars Boering, Executive Director von World Press Photo, sagte in einem Interview mit Paris Match am 7. September 2015 über zeitgenössischen Bildjournalismus: «Wir werden jeden Tag mehr und mehr von Bildern überflutet. Um so mehr müssen wir uns um die Geschichte hinter den Bildern kümmern». Offensichtlich hat er seine eigene Aussage vergessen, nimmt diese selber nicht ernst oder hat schlicht und ergreifend keine Ahnung, wovon er redet. Da wird schneller geschnattert, als sorgfältig betrachtet.<br />
 <br />
Bilder wie jenes von Burhan Özbilici dienen nicht der exakten journalistischen Darstellung und schon gar nicht der Weiterentwicklung und Förderung journalistischer Fotografie. Dieses hier mit einer der bekanntesten Auszeichnungen geförderte fotografische Niveau ist sowas von abgelaufen und von vorgestern. Diese Art Bilder haben wir tausendfach gesehen, sie vermitteln loopmässig immer wieder dieselben stumpfen und leeren Inhalte.<br />
 <br />
Als bigott erweist sich auch die Haltung der Bildindustrie, welche nicht den Mut hat, sich als eigentlicher Nutzniesser solcher Vulgaritäten zu outen. Sie behaupten vehement, dass diese Bildwelten einer grösseren Sache diene. Oh Boy!</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/21/doppelt-daneben-das-falsche-bild-fuer-die-falsche-sache/">Doppelt daneben: Das falsche Bild für die falsche Sache</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Dem Tod ins Gesicht schauen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/12/29/dem-tod-ins-gesicht-schauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Dec 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer häufiger werden heute tote Menschen in den Medien abgebildet. Der Tabubruch stellt moralische Fragen in neuer Schärfe: Gibt es ein Recht des Wegsehens – oder vielmehr eine Pflicht, hinzuschauen?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer häufiger werden heute tote Menschen in den Medien abgebildet. Der Tabubruch stellt moralische Fragen in neuer Schärfe: Gibt es ein Recht des Wegsehens – oder vielmehr eine Pflicht, hinzuschauen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/29/dem-tod-ins-gesicht-schauen/">Dem Tod ins Gesicht schauen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie kommen die Bilder in die Zeitung?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/24/wie-kommen-die-bilder-in-die-zeitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2016 12:28:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Terror, Krieg und Gewalt bestimmen unsere Nachrichten. Doch wie kommen die Bilder dazu in die Zeitung? Was ist nicht zu sehen und warum? Die Betrachtung eines Dilemmas.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Terror, Krieg und Gewalt bestimmen unsere Nachrichten. Doch wie kommen die Bilder dazu in die Zeitung? Was ist nicht zu sehen und warum? Die Betrachtung eines Dilemmas.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/24/wie-kommen-die-bilder-in-die-zeitung/">Wie kommen die Bilder in die Zeitung?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Manipulierte Fotos: World-Press-Jury siebt aus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/10/manipulierte-fotos-world-press-jury-siebt-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 09:15:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[World Press Photo]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Preis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch nie hat die Jury des renommierten Wettbewerbs World Press Photo so viele Bilder disqualifiziert wie in diesem Jahr: Für jede fünfte eingereichte Fotoarbeit aus dem Jahr 2014, die es in die vorletzte Runde schaffte, konnten nachträgliche Bildmanipulationen nachgewiesen werden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/10/manipulierte-fotos-world-press-jury-siebt-aus/">Manipulierte Fotos: World-Press-Jury siebt aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch nie hat die Jury des renommierten Wettbewerbs World Press Photo so viele Bilder disqualifiziert wie in diesem Jahr: Für jede fünfte eingereichte Fotoarbeit aus dem Jahr 2014, die es in die vorletzte Runde schaffte, konnten nachträgliche Bildmanipulationen nachgewiesen werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/10/manipulierte-fotos-world-press-jury-siebt-aus/">Manipulierte Fotos: World-Press-Jury siebt aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Kaum Mittel gegen Zweckentfremdung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/06/04/kaum-mittel-gegen-zweckentfremdung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph Aebi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 14:24:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Livio Mancini]]></category>
		<category><![CDATA[Bildjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Künzi]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Cover]]></category>
		<category><![CDATA[Agentur]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Bildagentur]]></category>
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		<category><![CDATA[WOZ]]></category>
		<category><![CDATA[Fotograf]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<category><![CDATA[Jann Jenatsch]]></category>
		<category><![CDATA[Keystone]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Laif]]></category>
		<category><![CDATA[Roma]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch nachdem die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen die Weltwoche wegen des Roma-Covers eröffnet hat, verteidigt Chefredaktor Roger Köppel das umstrittene Motiv als legitimes Symbolbild. Im laufenden Verfahren geht es um den Rassismusvorwurf. Die Zweckentfremdung des Bildes steht auf einem anderen Blatt. Solche missliebige Verwendung kennen Fotografen und Agenturen nur zu gut. Doch es gibt <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/04/kaum-mittel-gegen-zweckentfremdung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/06/wewo_cover_roma.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Auch nachdem die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen die Weltwoche wegen des Roma-Covers eröffnet hat, verteidigt Chefredaktor Roger Köppel das umstrittene Motiv als legitimes Symbolbild. Im laufenden Verfahren geht es um den Rassismusvorwurf. Die Zweckentfremdung des Bildes steht auf einem anderen Blatt. Solche missliebige Verwendung kennen Fotografen und Agenturen nur zu gut. Doch es gibt nur beschränkte Möglichkeiten, die zweifelhafte Praxis zu unterbinden.<br />
<span id="more-30487"></span><br />
Stellen Sie sich vor: Sie sind in einem Supermarkt und ein Fotograf fragt Sie, ob er Sie zusammen mit Ihrem Einkaufskorb für die Bebilderung eines Artikels zum Thema «Einkaufsverhalten der Schweizer» ablichten darf. Sie geben Ihr Einverständnis und wie versprochen erscheint der Artikel im entsprechenden Kontext. Einige Jahre später entdecken Sie das Bild beim zufälligen Durchlesen einer Zeitung wieder. Diesmal thront über dem Bild jedoch die Schlagzeile «Ladendiebstähle in Schweizer Supermärkten nehmen zu». Sie werden flugs vom ehrlichen Kunden zum Ladendieb.</p>
<p>Jüngstes und wohl prominentestes Beispiel dafür ist das <a href="http://www.weltwoche.ch/no_cache/die-weltwoche/aktuelle-ausgabe.html?tx_kbwwfrontend_pi4[issue_year]=2012&amp;tx_kbwwfrontend_pi4[issue_number]=14" target="_blank">Weltwoche-Titelbild vom 5. April 2012</a>. Auf einen <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2012-14/sie-kommen-klauen-und-gehen-die-weltwoche-ausgabe-142012.html" target="_blank">Artikel</a>, in dem es um den wachsenden Kriminaltourismus osteuropäischer Roma-Banden geht, wird auf der Titelseite mit einem Bild hingewiesen, das einen Jungen zeigt, der eine Spielzeugpistole auf den Betrachter richtet. Das Bild wird ergänzt durch die Schlagzeile: «Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz». Im dazugehörenden Bericht ist aber nicht nur in keiner Weise davon die Rede, dass minderjährige Roma mit Pistolen bewaffnet auf Raubzüge gehen würden.</p>
<p>Der auf dem Bild abgebildete Junge, der gemäss einer <a href="http://www.woz.ch/-29b6" target="_blank">Reportage der «WOZ»</a> Mentor M. heisst und mittlerweile acht Jahre alt ist, war auch noch nie in der Schweiz. Im Originaltext zur Bilderserie des italienischen Fotografen Livio Mancini, von dem <a href="http://u000187391.photoshelter.com/gallery-image/The-Garbage-Gang-Kosovo/G0000c5ChxrZRQrY/I0000uRXIbxBQ7_M" target="_blank">das Bild des Roma-Jungen</a> stammt, steht: «In einem Aussenbezirk der kosovarischen Stadt Gjakova lebt eine Gruppe von Roma-Kindern zusammen mit ihren Familien in einem Slum, der auf einer Mülldeponie errichtet wurde. Nach dem Krieg dorthin gezogen, überleben sie dadurch, dass sie wiederverwertbaren Abfall sammeln und verkaufen.»</p>
<p>Auf dem Blog der «Open Society Foundations» <a href="http://www.soros.org/voices/completely-different-picture-inciting-hatred-against-roma" target="_blank">erklärt Livio Mancini</a>, dass die Bilder im Jahr 2008 entstanden, während er im Kosovo eine Gruppe italienischer Nato-Soldaten beim Wiederaufbau von Brücken, Schulen und Strassen begleiten konnte. Nach der Veröffentlichung des Bildes von Mentor M. auf der Weltwoche-Titelseite habe er plötzlich Mails aus ganz Europa erhalten, deren Verfasser ihn fragten, ob er wisse, wie sein Bild von der «Weltwoche» verwendet werde. Erst dann habe er realisiert, dass sein Bild aus dem Kontext herausgerissen worden war. Dieses nun gezeigte Bild sei nicht, was er fotografiert, was er gesehen habe. Er habe damals ein Kind gesehen, das Spass mit einem seiner wenigen Spielzeuge hatte.</p>
<p>Für Peter Bitzer, Geschäftsführer der <a href="http://www.laif.de/" target="_blank">Kölner Fotoagentur Laif</a>, die Livio Mancini und dessen Agentur Redux im deutschsprachigen Raum vertritt, ist klar, dass man auf die Art und Weise, wie dies die «Weltwoche» getan hat, mit einem Bild-Dokument nicht umgehen darf: «Das Bild wird vollständig aus dem eigentlichen Kontext herausgelöst, da es keinen Roma-Jungen auf Raubzug in der Schweiz, sondern ein spielendes Kind auf einer verseuchten Müllkippe im Kosovo zeigt. Das Bild dokumentiert also den Missstand auf dieser Müllkippe und in einem weiteren Sinne die menschenunwürdigen Lebensverhältnisse von Roma-Kindern in Osteuropa, jedoch keinesfalls den ‚Raubzug von Roma-Kindern’ in der Schweiz».</p>
<p>Roger Köppel, Chefredaktor der «Weltwoche» erklärt hingegen auf Anfrage, wieso die Redaktion gerade dieses Bild verwendet habe: «Es handelt sich um ein Bild, das für uns das Thema des Artikels präzis symbolisiert: Osteuropa, Verwahrlosung, Roma-Milieu sowie Kinder, die für kriminelle Zwecke instrumentalisiert werden». Einige Privatpersonen sowie der Zentralrat der deutschen Sinti und Roma sahen dies jedoch etwas anders und <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Empoerung-ueber-WeltwocheTitelbild-erreicht-Deutschland/story/22708599" target="_blank">erstatteten Strafanzeige</a> gegen die Weltwoche-Verantwortlichen.</p>
<p>Auch beim Presserat gingen gemäss Martin Künzi vom Presserat-Sekretariat bisher zwei Beschwerden ein, wovon eine sich neben der Ziffer 8 der <a href="http://presserat.ch/21690.htm" target="_blank">«Erklärung der Pflichten der Journalistinnen und Journalisten»</a> («Sie respektieren die Menschenwürde und verzichten in ihrer Berichterstattung in Text, Bild und Ton auf diskriminierende Anspielungen, welche die ethnische oder nationale Zugehörigkeit [&#8230;] zum Gegenstand haben.») auch auf die Ziffer 3 beziehe («Sie unterschlagen keine wichtigen Elemente von Informationen und entstellen weder Tatsachen, Dokumente, Bilder und Töne noch von anderen geäusserte Meinungen»).<br />
Doch vom Presserat, der beanstandete Medien nicht zu einer Veröffentlichung seiner Stellungnahmen verpflichten kann und deshalb auch schon als «zahnloser Tiger» bezeichnet wurde, wird sich die «Weltwoche» nicht beeindrucken lassen. Obwohl es in der <a href="http://presserat.ch/12820.htm" target="_blank">Richtlinie 3.3.</a> «Archivdokumente» des Pressekodex, welche die Ziffer 3 der «Erklärung» genauer ausführt, klipp und klar heisst: «Archivdokumente sind ausdrücklich zu kennzeichnen, allenfalls mit Angabe des Datums der Erstveröffentlichung. Zudem ist abzuwägen, ob sich die abgebildete Person immer noch in der gleichen Situation befindet und ob ihre Einwilligung auch für eine neuerliche Publikation gilt».</p>
<p>In <a href="http://presserat.ch/12830.htm" target="_blank">Richtlinie 3.4.</a> geht es im Kodex zudem um «Illustrationen»: «Bilder oder Filmsequenzen mit Illustrationsfunktion, die ein Thema, Personen oder einen Kontext ins Bild rücken, die keinen direkten Zusammenhang mit dem Textinhalt haben (Symbolbilder), sollen als solche erkennbar sein. Sie sind klar von Bildern mit Dokumentations- und Informationsgehalt unterscheidbar zu machen, die zum Gegenstand der Berichterstattung einen direkten Bezug herstellen.»</p>
<p>Erst vor etwas mehr als einem Jahr, am 16. März 2011, veröffentlichte der Presserat eine <a href="http://presserat.ch/29040.htm" target="_blank">Stellungnahme zur «Weltwoche»-Ausgabe 19/2010</a>, in der ein islamkritischer Artikel, der zum Schluss kam, dass «der muslimische Glaube mit Rechtsstaat und Demokratie nicht vereinbar» sei und «konsequenterweise» verboten werden müsste, mit einem Bild illustriert wurde, das einige Muslime zeigte, die auf dem Berner Bundesplatz demonstrierten.</p>
<p>Eine der abgebildeten Personen legte beim Presserat Beschwerde ein, da das Bild einige Jahre zuvor bei einer friedlichen Demonstration gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen aufgenommen worden war und somit in der «Weltwoche» aus dem Zusammenhang gerissen werde. Der Presserat kam zum Schluss, dass, wer «friedlich für seine Religion demonstriert», nicht hinzunehmen hat, «dass sein Bild später als Illustration eines Artikels dient, der diese Religion und damit auch die abgebildete Person als potenziell gewalttätig und verfassungsfeindlich denunziert.»</p>
<p>Der Presserat stellte folgerichtig fest, dass die «Weltwoche» mit der Publikation dieses Bildes die Richtlinie 3.3. der «Erklärung» verletzt habe. Auf die Frage, ob die «Weltwoche» im Sinne einer Selbstkritik die Stellungnahme des Presserates in ihrem Heft thematisiert habe, ging Roger Köppel in seiner Antwortmail jedoch nicht ein. Dem Presserat ist gemäss Martin Künzi vom Presserat-Sekretariat nicht bekannt, dass die »Weltwoche” diese Stellungnahme je thematisiert hätte. Jedenfalls sei in der Schweizer Mediendatenbank diesbezüglich nichts zu finden.</p>
<p>Der NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler kam kürzlich in einem Artikel mit dem Titel <a href="www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/therapieohne-wirkung_1.16475529.html" target="_blank">«Therapie ohne Wirkung»</a> bezüglich Zweckentfremdungen von Bildern zum Schluss: «Mit Zweckentfremdungen ist in dem auf kurzfristige Effekte zielenden Medienmarkt stets zu rechnen.» So stellen denn sowohl die grösste Schweizer Bildagentur Keystone als auch die deutsche Fotoagentur Laif vermehrt fest, dass Bilder in einem anderen Kontext verwendet werden. «Bilder werden leider immer wieder aus dem Zusammenhang gerissen und können so von Betroffenen als diskriminierend empfunden werden», so Jann Jenatsch, Geschäftsführer von Keystone.</p>
<p>«Beispielsweise wurde ein Bild, dessen Originalbeschreibung ‚Ein Mädchen und seine Mutter vergnügen sich an der Spielzeugmesse Suisse Toy in Bern’ lautete, für einen Artikel mit dem Titel ‚Immer mehr Frauen werden ledig Mami’ und der Bildunterzeile ‚Immer mehr Mütter sind ledig’ verwendet und die Mutter somit als alleinerziehend dargestellt, obwohl dies wahrscheinlich nicht korrekt ist.»</p>
<p>Auch Peter Bitzer, Geschäftsführer der Agentur Laif, beobachtet eine Tendenz zur sinnentstellenden Zweckentfremdung: «Zunehmend werden Bilder aus ihrem eigentlichen dokumentarischen Kontext herausgenommen und rein illustrativ eingesetzt. Beispielsweise wird ein Bild von Bankern in der Mittagspause mit dem Untertitel ‚Insider-Wissen wird illegal weitergegeben’ versehen. Es sollte eigentlich möglich sein, Bilder nur in ihrem tatsächlichen Kontext zu verwenden, ansonsten führt dies in der Regel zu Persönlichkeitsverletzungen.»</p>
<p>Dass bei der Verwendung eines Bildes durch ein Medium nicht nur die Urheberrechte des Fotografen, sondern auch die Persönlichkeitsrechte von abgebildeten Personen zu beachten sind, thematisierte der Rechtsanwalt Bruno Glaus bereits im Dezember 2002 in einem <a href="www.vfgonline.ch/cm_data/Abgebildete_muessen_zustimmen_persoenlich_12.02-2.pdf" target="_self">Artikel der Zeitschrift «Persönlich»</a>: «Bildrechte und Abgebildetenrechte sind zweierlei. Wer Bilder bei Fotoagenturen einkauft, kauft urheberrechtliche Nutzungsrechte ein, selten aber ‚Reproduktionsrechte’ der Abgebildeten.»</p>
<p>Darauf macht auch die Bildagentur Keystone in ihren <a href="http://www.keystone.ch/bild-disp/keystone/de/cms_agb.html" target="_blank">Allgemeinen Geschäftsbedingungen</a> aufmerksam, in denen es heisst: «KEYSTONE weist darauf hin und der Kunde nimmt zur Kenntnis, dass KEYSTONE den Kunden in jedem Fall nur ein Recht auf Verwendung der Bilder bzw. Videos einräumt. Diese Einschränkung gilt insbesondere für Bilder bzw. Videos, bei denen vom Bildinhalt her weitere Urheberrechte und/oder Persönlichkeitsrechte zu beachten sind (z.B. Abbildungen von Kunstwerken, Personen, etc.). Der Kunde ist verpflichtet, die entsprechenden Rechte selber einzuholen.» Zudem regelt Keystone in ihren Geschäftsbedingungen den Verwendungszweck: «Bilder und Videos dürfen nur zum vereinbarten Zweck verwendet werden. Der vertraglich vereinbarte Verwendungszweck der Bilder richtet sich nach der in der Anfrage bzw. der Offerte und/oder im Downloadformular vom Kunden gemachten Angaben.» Weiter sind «sinnentstellende oder diskriminierende Verwendung von Bild- und Videomaterial verboten.»</p>
<p>Auch die Vereinigung fotografischer Gestalter und Gestalterinnen vfg, in der Fotografinnen und Fotografen aus allen Bereichen der Berufsfotografie Mitglied sind, hält <a href="www.vfgonline.ch/cm_data/AGB-vfg_5.9.06.pdf" target="_self">in ihren AGB</a>, die sie für ihre Mitglieder zur Verwendung bei Vertragsabschlüssen erstellt hat, fest: «Das Bildmaterial darf nicht sinnentstellend verwendet werden.» Verhindern, dass Bilder in einem anderen Zusammenhang erscheinen, kann ein Fotograf gemäss Hans Rudolf Stadtmann, Web-Administrator der vfg, trotzdem nicht: «Sobald ein Auftrag abgeschlossen und die Rechnung bezahlt ist, geht die Nutzung der Bilddaten an den Kunden über, ausser man hat es vertraglich anders geregelt. Bild-Autor bleibt jedoch immer der Fotograf. Sobald die Bild-Daten aus den Händen des Fotografen abgegeben werden, wird es für ihn, gegen alle Verträge und Versprechungen, unkontrollierbar.»</p>
<p>Auch Peter Bitzer, Geschäftsführer der Fotoagentur Laif, sagt, dass es schwierig sei, den Einsatz der Bilder zu reglementieren: «Da der Kunde in den meisten Fällen die Bilder, welche er nutzen will, direkt aus unserer Datenbank hochlädt, sehen wir die Nutzung erst, nachdem sie erfolgt ist. Der Kunde muss nur in Ausnahmefällen vorher nachfragen. Die Kunden müssen jedoch, bevor sie von uns Bilder erhalten, unsere <a href="http://www.laif.de/index.php?16302789014100992330.00001336700816892179515916052012140538" target="_blank">allgemeinen Geschäftsbedingungen</a> akzeptieren. Diese verbieten es explizit, Bilder sinnentstellend und wahrheitsverändernd einzusetzen. Diese Verantwortung setzen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten durch.»</p>
<p>Auf die Frage, wieso die «Weltwoche» diese Geschäftsbedingungen von Laif nicht eingehalten habe, geht Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel nicht ein. Stattdessen antwortet er: «Hätten Fotograf und Agentur das Bild besonders schlimm gefunden oder nur in einem ganz spezifischen Kontext verwendet haben wollen, hätten sie es entweder nicht anbieten sollen oder dann nur mit Restriktionen, wie das ja bei anderen Bildern zum Teil der Fall ist. Die Weltwoche hat sich korrekt verhalten.»</p>
<p>Für den Winterthurer Fotografen <a href="http://www.manuelbauer.ch/" target="_blank">Manuel Bauer</a>, der bei einem grösseren Publikum dafür bekannt wurde, dass er den Dalai Lama während drei Jahren fotografisch begleiten durfte, ist es deshalb wichtig, die Bilder mit Lieferbedingungen zu versehen, um einer Zweckentfremdung entgegenzuwirken. «Ich mache bei sensiblen Bildern immer klar, in welchem inhaltlichen Kontext die Bilder genutzt werden dürfen und verlange das Layout sowie den Text und die Bildlegenden zur Begutachtung und bedinge mir ein Veto/Gut zum Druck aus. Gerade im beschriebenen Fall ist nicht das Bild das Problem, sondern der Text. Er provoziert vorsätzlich eine ungewollte Assoziation im Betrachter des Bildes. Bei Medien wie der, mit ihrer Bildsprache zum Boulevard neigenden, Weltwoche gilt es besonders vorsichtig zu sein. Meine Agentur Focus Hamburg verschickt Bilder erst, nachdem der Kunde einen Vertrag unterzeichnet hat. Die Agentur fragt mich immer vor einer Veröffentlichung an, ob mir die Verwendung und deren Kontext genehm ist.» Trotzdem wurden schon einmal Bilder von Manuel Bauer aus einem redaktionellen Beitrag durch einen Reiseveranstalter gestohlen und in einem Prospekt abgedruckt. «Die Gewerkschaft (damals SJU) bezahlte darauf einen Anwalt und ging vor Gericht. Wir gewannen, doch musste der Schädiger lediglich das übliche Honorar bezahlen.»</p>
<p>Eine grosse Agentur wie Keystone hat bei sinnentstellender oder diskriminierender Verwendung von Bildern verschiedene Möglichkeiten, rechtlich dagegen vorzugehen, wie Jann Jenatsch von Keystone ausführt: «Es kommt auf den Grad der missbräuchlichen Verwendung an. Das kann von Abmahnung bis zu einer Klage reichen, von einer Richtigstellung bis hin zu einer Sperrung des Kunden.» Doch laut Hans Rudolf-Stadtmann von der Vereinigung fotografischer Gestalter und Gestalterinnen (vfg) haben viele Fotografen nicht das Geld für einen Prozess: «Wenn Missbrauch der Daten vorliegt, helfen in der Regel nur noch der Anwalt oder der Richter weiter. In den meisten Fällen fehlt jedoch das Geld für die Prozesskosten. So bleibt der Bild-Autor meist im Hintertreffen.» Genauso wie diejenigen Personen, welche auf einem in anderem Kontext veröffentlichten Bild abgebildet werden, oder deren Angehörigen. So möchte der Vater des Roma-Jungen <a href="http://www.woz.ch/-29b6" target="_blank">gemäss der WOZ</a> «Klage gegen die Verantwortlichen einreichen, die das Bild missbraucht hätten. Dafür benötigt er die Hilfe der Caritas, alleine wird er das kaum machen können. Allein schon wegen der Kosten.»</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/paulhorner/5493181022/in/photolist-9npY5W-9npZkC-9npXk7-9npYTb-azyPKN" target="_blank">Flickr/Paul Horner (CC BY-SA 2.0)</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/04/kaum-mittel-gegen-zweckentfremdung/">Kaum Mittel gegen Zweckentfremdung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«C’est la vie»: Ein Bilderparcours</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/02/06/cest-la-vie-ein-bilderparcours/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 17:16:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Keystone]]></category>
		<category><![CDATA[Landesmuseum]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefotografie]]></category>
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		<category><![CDATA[Actualité Suisse]]></category>
		<category><![CDATA[Fotoagentur]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Prouvé]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 5. Mai 1947 flog die Swissair zum ersten Mal von Genf nach New York. Und am 6. Juni 2003 gewann Roger Federer erstmals Wimbledon. Er hatte noch Babyspeck im Gesicht. Die Ausstellung «C’est la vie» im Zürcher Landesmuseum erzählt Schweizer Geschichte anhand der Pressefotografie. Eine junge Frau bleibt vor einem Bild stehen und lächelt. <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/06/cest-la-vie-ein-bilderparcours/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/header.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Am 5. Mai 1947 flog die Swissair zum ersten Mal von Genf nach New York. Und am 6. Juni 2003 gewann Roger Federer erstmals Wimbledon. Er hatte noch Babyspeck im Gesicht. Die Ausstellung «C’est la vie» im Zürcher Landesmuseum erzählt Schweizer Geschichte anhand der Pressefotografie.<br />
<span id="more-30429"></span><br />
Eine junge Frau bleibt vor einem Bild stehen und lächelt. Sie beugt ihren Kopf nach vorne, um die Details in der schwarzweissen Fotografie zu begutachten. Sie ruft ihre Freundin herbei: «Schau mal, das Tischtuch, die Essensreste!», «voll plump, einfach super», entgegnet die zweite, die ihren Kopf nun auch ins Bild steckt. Die Aufnahme stammt vom 3. März 1951. Darauf sind das damalige Kader der SRG mit Gästen abgebildet, die sich in Lausanne zusammengefunden hatten.</p>
<p>Doch es geht weder um das karierte Tischtuch auf dem Fernsehmöbel, noch um den kleinen Teller mit der Gabel und den Resten drauf. Die Pressefotografie vom 3. März 1951 zeigt die erste Fernsehübertragung in der Schweiz. Doch die Details sind versteckte Protagonisten und machen die Aufnahme aus. Auf einem gestellten Bild wären diese Alltagsgegenstände entfernt worden, Authentizität quasi eingebüsst. Und so geht es durch <a href="http://www.cestlavie.landesmuseum.ch/" target="_blank">den ganzen Bilderparcours</a>: In der Bildlegende erfährt man, worum es geht und im Bild sucht man nach der Geschichte.</p>
<p>Der Bilderparcours ist chronologisch aufgebaut. Er beginnt 1940 mit einer Fotografie zur sogenannten zweiten Generalmobilmachung vom 10. Mai. Es geht weiter mit der Eröffnung des Hallenbad City in Zürich, mit Elisabeth Kopp, mit einem Bombenattentat im Zürcher Hauptbahnhof, mit einem jungen Köbi Kuhn und einer noch jüngeren Denise Biellmann. Auch Ursula Andress fehlt nicht.</p>
<p>Durch die Pressefotos erinnert man sich (26. Dezember 1999: Orkan Lothar bringt Schweizer Bäume zu Boden), man staunt, lernt dazu (5. Oktober 1994: Anhänger der Sonnentempler-Sekte begehen Massenselbstmord in Cheiry, Fribourg), man lacht (6. Juni 2003: Roger Federer gewinnt zum ersten Mal Wimbledon – jungfräulich rockig mit Dreitagebart, Pferdeschwanz und Babyspeck) und man erschaudert (22. Januar 2009: Daniel Albrecht stürzt in Kitzbühel, seine Lunge ist gequetscht und er erleidet ein Hirn-Schädel-Trauma). Und man stutzt: Nirgends eine Miss Schweiz. Hier kommt der französische Designer und Konstrukteur Jean Prouvé ins Spiel.</p>
<p>In drei von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Prouv%C3%A9" target="_blank">Jean Prouvés</a> sogenannten <a href="http://monsieurdesign.blogspot.com/2008/04/jean-prouv-pavillon-dmontable-1944-45.html" target="_blank">«maisons démontables»</a>, simplen Holzhauskonstruktionen, wird gut die Hälfte aller Bilder gezeigt. Und in einem dieser charmanten Hütten hausen die Missen. In einem anderen werden mehrseitige Fotoreportagen und in einem weiteren Portraits von Schweizerinnen und Schweizern gezeigt. Es ist eine vielseitige Ausstellung, dieser Bilderparcours, zusammengestellt aus den Archiven der ehemaligen Pressebildagenturen Presse Diffussion Lausanne und Actualité Suisse Lausanne.</p>
<p>«C’est la vie» endet nostalgisch, und in einer Dunkelkammer. Nur so viel: In Glasvitrinen liegen sechzig Jahre alte Kontaktbögen, Belichtungsmesser und Entwicklerschalen und auf einem Bildschirm kann man den Live-Ticker der Schweizer Bildagentur Keystone beobachten – im Sekundentakt rieseln die Bilder rein, aus aller Welt, für die Redaktionen bereit. Die Ausstellung «C’est la vie» ist kontrastreich und darum ein Besuch wert.</p>
<p><small><a href="http://www.cestlavie.landesmuseum.ch/" target="_blank">Ausstellung:</a><br />
«C’est la vie. Pressebilder seit 1940», Landesmuseum Zürich<br />
11. Januar bis 22. April 2012</small></p>
<p><small><a href="http://www.limmatverlag.ch/Default.htm?/foto/nationalmuseum/cestlavie.htm" target="_blank">Publikation:</a><br />
«C’est la vie. Schweizer Pressebilder seit 1940», Limmat Verlag Zürich<br />
92 Seiten, 146 Abbildungen, ISBN: 978-3-905875-32.4<br />
Erhältlich im Museumsshop, im Buchhandel oder auf Bestellung für 38 Franken</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/06/cest-la-vie-ein-bilderparcours/">«C’est la vie»: Ein Bilderparcours</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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