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	<title>Blickwinkel | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 09 Nov 2019 10:13:18 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Gegen Denkverbote in der Medienkritik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/07/gegen-denkverbote-in-der-medienkritik-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2015 07:56:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lüscher]]></category>
		<category><![CDATA[Medienethik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch wissen wir nicht, welche Lehren die Medien aus den Diskussionen um ihre Berichterstattung zum Germanwings-Absturz ziehen werden. Klar ist indes, dass Denk- und Diskussionsverbote, wie sie Medienkritiker nun fordern, die Debatte nicht weiterbringen. Dürfen Medien den Namen des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine nennen, der nach dem aktuellen Stand Ermittlungen den Flug 4U9525 willentlich in <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/07/gegen-denkverbote-in-der-medienkritik-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch wissen wir nicht, welche Lehren die Medien aus den Diskussionen um ihre Berichterstattung zum Germanwings-Absturz ziehen werden. Klar ist indes, dass Denk- und Diskussionsverbote, wie sie Medienkritiker nun fordern, die Debatte nicht weiterbringen.<br />
<span id="more-24232"></span><br />
Dürfen Medien den Namen des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine nennen, der nach dem aktuellen Stand Ermittlungen den Flug 4U9525 willentlich in die französischen Alpen stürzen liess und damit 149 Menschen mit in den Tod riss? Sein Gesicht der Öffentlichkeit preisgeben? Ja, man darf. Rechtlich gesehen. Das Recht des Co-Piloten am eigenen Namen und am eigenen Bild ist mit seinem Tod erloschen.</p>
<p>Die Frage allerdings, ob man Namen und Bild veröffentlichen soll – darüber lässt sich streiten. Aus medienethischer Sicht. Ich finde, man sollte auf die Veröffentlichung von Namen und Bild verzichten. Die Folgen für die Angehörigen des Co-Piloten durch dessen Identifizierung sind meines Erachtens um ein Vielfaches grösser als der Erkenntnisgewinn, den ich daraus ziehe.  Ich weiss aber auch, dass es durchaus Argumente gibt, die dafür sprechen, Namen und Bild des Co-Piloten öffentlich zu machen.</p>
<p>Die Argumente zu diskutieren, gegeneinander abzuwägen, ist Aufgabe der Medienethik. Und die ist nicht schwarz und weiss, sondern bewegt sich in Grauzonen, gerät an Grenzen, die man so oder anders ziehen kann. Diese unterschiedlichen Auslegungen wiederum kommen in der Medienkritik zum Ausdruck: Indem man Publikationen und deren Beiträge anhand der eigenen Haltung beurteilt. Immer im Wissen, dass es auch andere Meinungen gibt. So jedenfalls habe ich meine Medienkritik bis anhin verstanden.</p>
<p>Offenbar lag ich damit falsch. Zumindest, wenn man zwei meiner geschätzten Kollegen glaubt.</p>
<p>So vertritt Christof Moser in einer <a href="https://www.facebook.com/christof.moser/posts/10204970143228045?pnref=story" target="_blank">Diskussion auf Facebook</a> die These, dass der Journalistenkodex als medienethische Richtlinie «klar» sei. Die Veröffentlichung von Name und persönlichen Daten des Co-Piloten sei durch das «überwiegende öffentliche Interesse» gedeckt, so Moser. Meiner Kritik hält er entgegen: «Das hilft gegen persönliche, willkürliche Ansichten, wie du sie hier vertrittst. Eben, gegen: Zensur-Willkür.» Eine meiner Antworten darauf war zwar zynisch und in dieser Form unangebracht. Aber ich bleibe dabei: Wären die Diskussionen darüber, was Medien sollen und was nicht, immer so glasklar und zweifelsfrei zu beantworten, wie Moser behauptet – wozu gibt es dann einen Presserat, wozu die <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/identifikation-des-co-piloten-namen-nennen-oder-nicht-sechs-meinungen-323851#.VSKF45SsVMZ" target="_blank">endlosen Diskussionen</a>, wozu Medienkritik überhaupt?</p>
<p>Macht sich Moser mit dieser Aussage als Medienkritiker der «Schweiz am Sonntag» nicht selber überflüssig? Eine technokratische, diskursfeindliche Buchstabentreue. In einer globalisierten und sich in beschleunigtem Wandel befindlichen Medienwelt prallen unterschiedliche Journalismuskulturen aufeinander. Kodifizierte Regeln bedürfen einer zeitgemässen Auslegung. Die Germanwings-Debatte mit ihrem kakophonischen Klang ist genau ein Versuch, die Grundlagen der Profession neu auszuloten; zusammen mit dem Publikum, was lästig sein kann, weil Irrmeinungen und Wirrglauben oft grössere Prominenz finden als vernünftige Argumente. Es gibt keine Abkürzung mit Denkverboten.</p>
<p>Dafür plädiert aber auch Christian Lüscher. Im <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/offtherecord/index.php/33392/der-neue-volkssport-medienkritik/" target="_blank">Medienblog des «Tages-Anzeiger»</a> bezeichnet er die Kritik an der Berichterstattung zum Germanwings-Absturz als übertrieben, unsachlich und grösstenteils untauglich. Mehr noch: Die Kritiker aus den eigenen Reihen – gemäss Lüscher meist keine «News-Profis», sondern gebühren- oder stiftungsfinanziert – betreiben bloss Selbstmarketing und befeuern die Reflexe der Leser. Medienkritik, so Lüscher, verkomme leider zum Volkssport.</p>
<p>Sicher: Man kann auch die Medienkritik selber einer Kritik unterziehen. Sie an den eigenen Massstäben dessen messen, was man für gute oder schlechte Medienkritik hält. Was genau diese Massstäbe beinhalten, wird jedoch weder bei Moser noch bei Lüscher klar. Sollen nur die «News-Profis» Medienkritik üben dürfen, wie Lüscher andeutet? Oder sind die Diskussionen ohnehin unnötig, weil die Sachlage klar geregelt ist, wie Moser meint? Ich meine: nein. Medienkritik ist nie überflüssig. Denkverbote haben da nichts zu suchen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/07/gegen-denkverbote-in-der-medienkritik-2/">Gegen Denkverbote in der Medienkritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ente ist aus, Koch ist abgehauen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/03/ente-ist-aus-koch-ist-abgehauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2014 11:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Illustrierte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Kolumnist erlebte im November 1989 die welthistorischen Umwälzungen als Reporter in der DDR hautnah. Für die «Schweizer Illustrierte» berichtete er aus Leipzig und Berlin – ganz ohne Internet und Laptop. Ereignisse von dieser Dimension liessen sich auch heute nur mit Reportagen verständlich erklären, findet Nik Niethammer. «Die Mauer ist in gleissendes Scheinwerferlicht getaucht. Volkspolizisten <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/03/ente-ist-aus-koch-ist-abgehauen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Kolumnist erlebte im November 1989 die welthistorischen Umwälzungen als Reporter in der DDR hautnah. Für die «Schweizer Illustrierte» berichtete er aus Leipzig und Berlin –  ganz ohne Internet und Laptop. Ereignisse von dieser Dimension liessen sich auch heute nur mit Reportagen verständlich erklären, findet Nik Niethammer.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n.jpg" alt="" width="960" height="640" class="alignnone size-full wp-image-74086" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n.jpg 960w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n-728x485.jpg 728w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><br />
<em>«Die Mauer ist in gleissendes Scheinwerferlicht getaucht. Volkspolizisten haben Absperrgitter aufgestellt, versuchen die Menschenmassen abzudrängen. Ohne Erfolg. Die Menge stampft, johlt. Ein junger Mann hat eine Holzleiter mitgebracht, ist auf die Mauer gestiegen. ‹Sie kommen›, schreit er in die Nacht hinaus.»</em></p>
<p>So beginnt ein Text, den ich vor 25 Jahren für die «Schweizer Illustrierten» geschrieben habe. Er trägt den Titel «Freiheit!» Es sind meine persönlichen Aufzeichnungen einer historischen Nacht. Der Nacht, in der in Berlin die Mauer fiel.</p>
<p><em>«Mehr und mehr Leute versuchen, auf die Mauer zu klettern. Sie werden von Polizisten zurückgehalten. Auf der Westseite ertönen Klopfgeräusche. Jemand bearbeitet die Wand mit einem Hammer. Erst zaghaft, dann stärker. Die Menge wogt im Takt der Schläge. Eine Frau schlägt sich die Hände vor das Gesicht, weint hemmungslos. Die Schlaggeräusche verstummen wieder. Totenstille. Dann ertönen Pressluftbohrer. Zuerst einer, dann werden es mehr. Die Wand vibriert. Fotografen und Kameraleute stürzen nach vorn.»</em></p>
<p>Man nennt es Reporterglück. Auf der Redaktion war ein Kollege krank geworden, also bat mich Jörg Kachelmann, damals Nachrichtenchef der «Schweizer Illustrierten», die Ereignisse in der DDR im Auge zu behalten. Im Oktober 1989 reiste ich nach Leipzig und erlebte mit, wie Zehntausende Menschen nach dem wöchentlichen Friedensgebet in der Nikolaikirche durch das Zentrum zogen, «Jetzt oder nie, Demokratie» skandierten. Ich wurde in Ostberlin Zeuge, wie Polizei und Staatssicherheit mit Gewalt gegen Protestierende vorgingen. Und ich traf die Ikone der Protestbewegung, die ebenso faszinierende wie scheue Bärbel Bohley, Mitbegründerin des Neuen Forums, in ihrer kleinen Wohnung im Prenzlauer Berg. Vor hier aus führte sie den friedlichen Kampf gegen die SED-Diktatur.</p>
<p><em>«Dort, wo jemand «DDR» an die Wand gesprayt hat, bröckelt der Beton. Ein kleiner Riss wird sichtbar. Die, die zuvorderst stehen, werden beinahe erdrückt. Polizisten bringen sie in Sicherheit. Durch den Riss in der Mauer dringt ein feiner Lichtstrahl. Der Blick wird frei auf Baumaschinen, Lastwagen und Arbeiter in grauen Overalls. Wildfremde Menschen fallen sich in die Arme. Es ist Samstagmorgen, der 11. November 1989. Um 2 Uhr 47 wird in der Bernauerstrasse in Ost-Berlin die Mauer aufgebrochen.»</em></p>
<p>Zwei Tage zuvor, am Abend des 9. November, antwortete SED-Funktionär Günter Schabowski an einer Pressekonferenz in Berlin auf die Frage, wann die neue grosszügige Reiseregelung ins westliche Ausland für DDR-Bürger in Kraft trete, mit dem lapidaren, legendären Satz: «Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.» Heute würde diese Nachricht innerhalb von Sekunden durchs weltweite Netz rauschen, millionenfach in sozialen Netzwerken geteilt werden. Buzzfeed würde eine Liste posten: «15 Dinge, die sie über die Berliner Mauer noch nicht wussten.» Und die Heftig-Macher würden texten: «20 Bilder, die dir die Tränen in die Augen treiben, Nummer 11 hat uns umgehauen.» Aber damals? Twitter, Facebook, Instagram – Fehlanzeige. Internet? Noch ohne Bedeutung. Die ersten Meldungen von der Maueröffnung las ich auf dem Telex – am nächsten Morgen bestiegen  Fotograf Charles Seiler die Maschine der PanAm nach Berlin-Tegel.</p>
<p><em>«Beim Übergang Invalidenstrasse stauen sich die Fahrzeuge kilometerlang. Viele haben ihre Autos einfach stehen lassen, strömen zu Fuss über die weisse Grenzlinie in den anderen Stadtteil. Dort bilden Zehntausende von Westberlinern eine Gasse, bespritzen die Ankömmlinge mit Champagner, beschenken sie mit Kuchen und Früchten. Die im Schritttempo fahrenden Trabis werden von Zuschauern durchgeschüttelt, mit den Händen trommeln sie auf die Fahrzeugdächer. Über Lautsprecher fordert ein Westberliner Polizist die Menge auf, «nicht so doll draufzuschlagen, weil die sonst kaputt gehen.»</em></p>
<p>«Gute Reportagen fangen die Zeit ein, sehr gute Reportagen frieren die Zeit ein, und wenn man sie auftaut, Jahre später, dann sind sie immer noch so wahr, wie sie waren, als sie geschrieben wurden.» Sagt Spiegel-Redaktor Cordt Schnibben. Ein hoher Anspruch. Wenn ich heute meinen Text von damals lese, sind die Bilder wieder da: Der junge Ostberliner, der mir freudestrahlend eine Dose Pal hinstreckt, die er von den 100 Mark Begrüssungsgeld für seinen Hund gekauft hat, «weil ich das vom Westfernsehen kenne.» Oder der Betreiber einer Peep-Show am Bahnhof-Zoo, der den Umsatz seines Lebens machte, «die Mädchen arbeiten nonstop». Unvergessen auch der junge Vietnamese am Potsdamer Platz, Betreiber eines kleinen Imbiss. Auf die Frage, ob wir eine Kleinigkeit essen können, schleudert er mir entgegen: «Ente ist aus, Koch ist abgehauen».</p>
<p>Nach 48 Stunden ohne Schlaf in einer Stadt im Ausnahmezustand flogen wir am Sonntagmittag nach Zürich zurück. Aufgewühlt. Völlig neben der Spur. Charles Seiler brachte seine Filmrollen ins Labor, ich ordnete meine Notizen – einen Laptop, auf dem man unterwegs oder im Flugzeug hätte schreiben können, gab es damals noch nicht &#8211; haute 15‘000 Anschläge in die Tasten und produzierte die zwölf Seiten starke Titelgeschichte. Um 17 Uhr verliess ein Kurier mit Text und Bildern die Dufourstrasse Richtung Druckerei in Zofingen. Und ich taumelte nach Hause, zu müde, um irgend etwas zu empfinden.</p>
<p>Warum ich das aufschreibe? Weil der Beruf des Reporters – Medienkrise hin oder her – noch immer der schönste der Welt ist. Und weil ich mir wünsche, dass gerade junge Journalistinnen und Journalisten das Handwerk der Reportage nicht verlernen: Also denn: geht raus. Kriecht in andere Menschen hinein. Werdet zum Entdecker. Erzählt Geschichten. Und hört auf, alles zu ergoogeln.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/03/ente-ist-aus-koch-ist-abgehauen/">Ente ist aus, Koch ist abgehauen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Transparenz allein reicht nicht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/03/10/transparenz-allein-reicht-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eveline Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2014 08:52:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Behörden]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Rudeljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Dieser Grundsatz zieht sich durch die gesamte Schweizer Agrarpolitik. Dass kein Schwein durchblickt, ist ganz im Interesse der Behörden. Doch das hat Folgen für den Journalismus. Darum sollten sich Medienschaffende nicht nur für mehr Transparenz in der Verwaltung einsetzen, sondern auch für einfachere Gesetze und Reglemente. Die Schweizer <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/10/transparenz-allein-reicht-nicht/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/10/transparenz-allein-reicht-nicht/">Transparenz allein reicht nicht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Dieser Grundsatz zieht sich durch die gesamte Schweizer Agrarpolitik. Dass kein Schwein durchblickt, ist ganz im Interesse der Behörden. Doch das hat Folgen für den Journalismus. Darum sollten sich Medienschaffende nicht nur für mehr Transparenz in der Verwaltung einsetzen, sondern auch für einfachere Gesetze und Reglemente.<br />
<span id="more-18480"></span><br />
Die Schweizer Agrarpolitik ist kompliziert. Und sie wird mit jeder Agrarreform noch komplizierter. Wer sich nicht total auf agrarpolitische Themen spezialisiert, hat wenig Chancen das System überhaupt zu durchschauen. Kein Wunder sind die Medienschaffenden für jede Kritik dankbar, die ihnen zugetragen wird. Leider führt aber genau dieser Fokus auf ein paar kritische Stimmen – in aller Regel von Interessenvertretern – bei allen agrarpolitischen Fragen zu einer Art Rudeljournalismus: <span style="font-size: 13px;">Alle hetzen in dieselbe Richtung und bellen einander nach.</span></p>
<p><span style="font-size: 13px;">Weil dieser Effekt quasi systembedingt ist, nenne ich ihn «behördeninduzierten Rudeljournalismus». Ich gehe davon aus, dass den Behörden dieser Effekt bewusst ist. Ich wage sogar zu behaupten, dass sie froh darüber sind. In der Vergangenheit haben nämlich meistens die diejenigen vom Rudeljournalismus profitiert, die diese neuen Vorschriften-Geschwüre in die Welt setzten und damit eigene und fremde Arbeitsplätze sicherten: Die Behörden und Bürolisten.</span></p>
<p>Natürlich ist Rudeljournalismus nicht nur negativ, im Rudel ist man ja auch stark. Problematisch finde ich nur, dass die Richtung, in die sich ein Rudel bewegt, sehr einfach mit selektiv gestreuten Informationen gesteuert werden kann. <a href="http://www.focus-ap-pa.ch/" target="_blank">Die Agrarreform 14-17</a> bot viel Anschauungsmaterial dazu. Da wurde die Reform als Stärkung der Berglandwirtschaft verklärt – obwohl im Berggebiet der grösste Rückgang an Betrieben prognostiziert wird.</p>
<p>Graslandbasierte Produktionssysteme wurden in den Himmel gelobt – obwohl dieses Gras auch aus importiertem Heu oder von Kunstwiesen auf Äckern bestehen kann. Darüber, dass manche Bauern in Folge der neuen Agrarpolitik mehr Tiere halten müssen als früher, um in den Genuss von Direktzahlungen zu kommen, schrieb praktisch niemand. Das merkte ohnehin nur, wer sich intensiv mit der komplexen Materie befasste. Weil dazu kaum jemand Zeit hat, bellte das Medienrudel brav in die behördlich gewünschte Richtung.</p>
<p>Ich finde das irgendwie verrückt. Denn es gibt so viele Journalistinnen und Journalisten, die sich für <a href="https://www.oeffentlichkeitsgesetz.ch/deutsch/" target="_blank">mehr Transparenz</a> in der Bundesverwaltung einsetzen und versuchen Licht ins Dunkel der Behörden zu bringen. Das ist gut und richtig. Genauso wichtig wäre jedoch ein Kampf für einfache, für Bürgerinnen und Journalisten nachvollziehbare Vorschriften. In der Agrarpolitik ist das Potenzial dazu riesig – in anderen Bereichen ist das vermutlich ähnlich. Vielleicht sollten wir als Rudel auch einmal in diese Richtung jagen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/10/transparenz-allein-reicht-nicht/">Transparenz allein reicht nicht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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