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	<title>Boulevard | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 05 Dec 2020 08:03:29 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Boulevard ist Krieg</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/12/05/boulevard-ist-krieg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2020 08:03:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Exklusiver Einblick in die Redaktion einer völlig fiktiven Boulevard-Zeitung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Exklusiver Einblick in die Redaktion einer völlig fiktiven Boulevard-Zeitung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/05/boulevard-ist-krieg/">Boulevard ist Krieg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Mediale Panikmache: Das steckt wirklich hinter der «Momo-Challenge»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/03/01/mediale-panikmache-das-steckt-wirklich-hinter-der-momo-challenge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Mar 2019 14:33:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Momo-Challenge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen treibt die «Momo-Challenge» wieder ihr Unwesen im Internet. Doch hinter dem angeblichen Phänomen steckt vor allem Panikmache durch Boulevardmedien. Und das ist nicht ungefährlich.</p>
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		<item>
		<title>Der totale Boulevard</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/09/05/der-totale-boulevard/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Zehnder]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2017 22:38:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Internet hat die Medien stark verändert – zum Schlechteren: Statt sich auf das Wesentliche, das Relevante zu konzentrieren, richten sich Redaktionen immer stärker auf Inhalte aus, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen. Und zwar mit jedem einzelnen Beitrag. Denn im Internet zählt nicht wie früher bei der Zeitung das Gesamtprodukt, sondern nur noch der einzelne <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/05/der-totale-boulevard/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Internet hat die Medien stark verändert – zum Schlechteren: Statt sich auf das Wesentliche, das Relevante zu konzentrieren, richten sich Redaktionen immer stärker auf Inhalte aus, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen. Und zwar mit jedem einzelnen Beitrag. Denn im Internet zählt nicht wie früher bei der Zeitung das Gesamtprodukt, sondern nur noch der einzelne Artikel. Das ist fatal. Denn die generelle Boulevardisierung der Medien führt letztlich zu einer Boulevardisierung der Politik – mit anderen Worten: zu Populismus.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-46866" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW-Die-Boulevardisierung-Miau_20170904.jpg" alt="" width="1687" height="1126" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW-Die-Boulevardisierung-Miau_20170904.jpg 1687w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW-Die-Boulevardisierung-Miau_20170904-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW-Die-Boulevardisierung-Miau_20170904-768x513.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW-Die-Boulevardisierung-Miau_20170904-1024x683.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW-Die-Boulevardisierung-Miau_20170904-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW-Die-Boulevardisierung-Miau_20170904-728x485.jpg 728w" sizes="(max-width: 1687px) 100vw, 1687px" /><br />
Als Donald Trump seine Kandidatur für das Weisse Haus anmeldete, nahm ihn niemand ernst: Der Aussenseiter mit der grossen Schnauze war zwar Milliardär, aber er hatte keinerlei politische Erfahrung. Niemand räumte ihm Chancen ein, dereinst ins Oval Office einzuziehen. Umso erstaunlicher war die Medienpräsenz die Trump von Beginn weg verzeichnete. Im Vorwahlkampf kam Trump zeitweise auf mehr Sendezeit bei den grossen, amerikanischen TV-Networks als alle anderen 16 republikanischen Kandidaten zusammengenommen.</p>
<blockquote><p>Der Übergang von awareness zu attention heisst Aufmerken. Dieses Aufwachen aus dem Stand-by-Zustand ist der Schlüssel zum Verständnis für das Funktionieren der Aufmerksamkeit.</p></blockquote>
<p>Laut einer Studie von ‹Tyndall Reports› lag Donald Trump 2015 auf Platz zwei (!) der 20 Themen, über die im Fernsehen am meisten berichtet wurde – mehr als über Trump berichteten die Fernsehnetzwerke nur über das Winterwetter. Auch im eigentlichen Wahlkampf rissen sich die Medien um den Mann mit der Mähne: 327 Minuten lang widmeten sich die drei grössten Fernsehnetzwerke 2016 der Kandidatur von Trump. Die Kampagne von Hillary Clinton kam in derselben Zeit nur gerade auf 121 Minuten – wenig mehr als ein Drittel der Zeit, die Donald Trump verbuchen konnte. Der Grund ist simpel: Trump sorgte online für viele Klicks und im Fernsehen für gute Quoten – kurz: Trump sorgte für Aufmerksamkeit.</p>
<p>Aber warum eigentlich? Wie kommt es, dass wir den krassen Sprüchen eines Baulöwen aus Manhattan mehr Aufmerksamkeit schenken als der seriösen Politanalyse, dem Wichtigen, dem Relevanten? Es hat damit zu tun, wie Aufmerksamkeit funktioniert. In seinem Buch über die Ökonomie der Aufmerksamkeit unterscheidet Georg Franck zwei Zustände: Eine breitbandige Stand-by-Aufmerksamkeit, die sich auf Englisch als <em>awareness</em> bezeichnen lässt, und eine fokussierte Aufmerksamkeit, die auf Englisch <em>attention</em> heisst. Der Übergang von <em>awareness</em> zu <em>attention</em> heisst <em>Aufmerken</em>. Dieses Aufwachen aus dem Stand-by-Zustand ist der Schlüssel zum Verständnis für das Funktionieren der Aufmerksamkeit – und damit auch eines Journalismus, der sich ganz auf Aufmerksamkeit ausrichtet.</p>
<blockquote><p>Blut, Brüste, Büsi. Das ist die Boulevard-Formel. Themen rund um die drei B funktionieren immer, weil wir Menschen gar nicht anders können, als aufzumerken.</p></blockquote>
<p>Die Gründe, warum wir aufmerken und von einer breitbandigen Aufmerksamkeit in eine fokussierte <em>attention</em> wechseln, sind tief verankert. Wenn sich zum Beispiel am Rand unseres Gesichtsfelds etwas bewegt, drehen wir unwillkürlich den Kopf danach. Schliesslich könnte es ein Löwe sein, der hinter einem Felsvorsprung lauert. Solche Aufmerk-Mechanismen haben das Überleben der Art sichergestellt. Sie kreisen deshalb um die drei wesentlichen Aspekte, die für die Erhaltung der Art sorgen: das Erkennen von Gefahren, die Fortpflanzung und die Nachwuchspflege. Übersetzt in journalistische Inhalte: Gefahr, Sex und Niedliches. In meinem Buch verwende ich dafür die 3B-Formel: <em>Blut, Brüste, Büsi</em>. Das ist die Boulevard-Formel. Themen rund um 3B funktionieren immer, weil wir Menschen gar nicht anders können, als aufzumerken. Es ist das evolutionäre Programm, das tief in uns einprogrammiert ist.</p>
<p>Dass Medien mit den drei «B» arbeiten, ist nichts Neues – schliesslich sind Boulevardzeitungen schon über hundert Jahre alt. Als erste, deutschsprachige Boulevardzeitung, die dem Genre auch den Namen gegeben hat, gilt die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/B.Z._am_Mittag" target="_blank" rel="noopener">«B.Z. am Mittag»</a>. 1904 überarbeitete der Verleger Louis-Ferdinand Ullstein das Konzept der «Berliner Zeitung» nach dem Vorbild US-amerikanischer Zeitungen. Statt wie bisher üblich am Morgen und am Abend erschien die Zeitung nur noch am Mittag und nannte sich entsprechend «B.Z. am Mittag». Vor allem aber: Die Zeitung wurde von etwa 2000 Zeitungsjungen ausschliesslich im Strassenverkauf abgesetzt.</p>
<p>Eine Boulevardzeitung war damals also ein Blatt, das auf der Strasse verkauft wurde. Das hiess, dass Passanten innert Sekunden nach einem Blick auf die Frontseite entscheiden mussten, ob sie das Blatt kaufen wollten. Der Erfolg der Zeitung hing von der Schlagzeile auf der Frontseite ab. Diese Schlagzeile musste so gut sein, dass die Passanten <em>aufmerkten</em>, zum Portemonnaie griffen und den Jungen das Blatt abkauften. Weil die «B.Z. am Mittag» als erste deutsche Zeitung ausschliesslich auf den grossen Strassen Berlins verkauft wurde und diese breiten Strassen <em>Boulevards</em> hiessen, wurden diese Strassen zum Namensgeber des Genres, das die «B.Z. am Mittag» begründet hatte: des Genres der Boulevardzeitungen.</p>
<blockquote><p>Es sind nicht mehr bloss ein, zwei Boulevard-Zeitungen pro Land, die ihre Inhalte gnadenlos auf die Aufmerksamkeitswirkung hin zuspitzen, heute sind es alle Medien.</p></blockquote>
<p>Es ist jetzt über 100 Jahre her, dass die Zeitungsjungen der «B.Z. am Mittag» die Passanten dazu bringen wollten, ihre Geldbörse zu zücken. Seither haben sich die Medientechniken stark verändert. Die Themen, mit denen man die Menschen zum <em>Aufmerken</em> bringt, sind aber immer noch die gleichen: <em>Blut, Brüste, Büsi</em>. Bloss sollen die Kunden nicht mehr zur Geldbörse greifen, sondern zur Maus. Sie sollen nicht zahlen, sondern klicken. Denn heute wird nicht mehr mit Geld entlohnt, sondern mit Aufmerksamkeit. Das Fatale an dieser Entwicklung: Es sind nicht mehr bloss ein, zwei Boulevard-Zeitungen pro Land, die ihre Inhalte gnadenlos auf die Aufmerksamkeitswirkung hin zuspitzen, heute sind es alle Medien. In ganz normalen Tageszeitungen finden sich heute Schlagzeilen, wie sie früher nur in «Blick» und «Bild» abgedruckt wurden. Wie konnte es so weit kommen?</p>
<p>Eine Tageszeitung war früher so etwas wie ein Vollpensions-Service für Information: Wer eine Zeitung abonniert hatte, konnte davon ausgehen, dass ihm zum Frühstück das Wichtigste serviert wurde – ein vollwertiges Informationsmenü. Dann kam das Internet. Das grosse Netz hat dafür gesorgt, dass das Vollpensionsmenü aufgebrochen wurde. Der Gast ist nicht mehr davon abhängig, was ihm der Wirt serviert und er muss nicht mehr ein Menü als Ganzes kaufen. Im Internet präsentiert sich ihm ein unendlich grosses Informations-Buffet, ein Schlaraffenland an Informationen. Das Beste dran: Es ist gratis. So kann der Gast ganz unverbindlich hier eine Olive vom Brötchen klauben und da eine Sardelle unter einem Ei hervorziehen. Er kann sich auf das konzentrieren, was ihm grad schmeckt. Brot und Gemüse bleiben links liegen. Kein Wunder schreien all die Oliven, Gürkchen und Sardellen auf dem Büffet möglichst laut «nimm mich!».</p>
<blockquote><p>Die fatale Folge des Internets ist es, dass jeder Artikel einzeln um Aufmerksamkeit kämpfen muss.</p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: Die fatale Folge des Internets ist es, dass jeder Artikel einzeln um Aufmerksamkeit kämpfen muss. Die Zeitung als Gesamtprodukt spielt eine immer geringere Rolle – schliesslich wird auf Facebook nicht die ganze NZZ geteilt, sondern nur ein einzelner Artikel. Der Konkurrenzkampf um Klicks und Aufmerksamkeit spielt sich deshalb nicht mehr primär auf Zeitungsebene ab wie damals bei der «B.Z. am Mittag», sondern auf Artikelebene. Das führt dazu, dass die Zeitungsredaktionen immer stärker nicht mehr ein Gesamtprodukt kreieren, sondern jeden Artikel einzeln auf möglichst viele Klicks trimmen.</p>
<p>Das ist oft kein bewusster Entscheid, sondern eine Folge der Produktionsweise. Die meisten Zeitungen stellen die Artikel, die sie für den Print produzieren, früher oder später auch ins Internet. Von den Lesern der gedruckten Ausgabe erhalten die Journalisten nur sehr langsam und sehr wenig Feedback. Ob ein Artikel im Internet gut ankommt, sehen sie dagegen sofort. In allen Redaktionen hängen Bildschirme, die live anzeigen, welche Artikel am besten angeklickt wurden. Klar, dass jeder Journalist seinen eigenen Text zuoberst sehen will.</p>
<p>Die Rezepte für den Klick-Erfolg sind inhaltlich 3B-Themen und in der Aufmachung ein Mechanismus, der sich in drei Worten zusammenfassen lässt: <em>emotionalisieren, skandalisieren, personalisieren</em>. Die Menschen spricht man mit (grossen) <em>Emotionen</em> an, nicht mit Argumenten. Es darf dabei nicht einfach um Nachrichten gehen, es muss sich um Skandale handeln. Und Gegenstände bewegen nicht, schon gar nicht abstrakte. Es muss um Menschen gehen, um Schicksale, um grosse Aufstiege, um noch grössere Abstürze.</p>
<blockquote><p>Das Ziel von Boulevardpolitik ist nicht das Lösen von Problemen, sondern die Aufmerksamkeit der Bürger.</p></blockquote>
<p>Längst haben Politiker diese Mechanismen durchschaut und bedienen sie nach Kräften. Christoph Blocher ist ein Meister darin, gezielt Provokationen zu setzen, welche die Medien dankbar aufgeregt aufnehmen. Roger Köppel, Andreas Glarner und andere machen es ihm nach. Auf diese Weise gehen Politik und Medien eine Symbiose ein im Kampf um die Aufmerksamkeit. Das Resultat dieser Mechanismen ist <em>Boulevardpolitik</em>, eine Politik, deren Ziel nicht das Lösen von Problemen, sondern die Aufmerksamkeit der Bürger ist. Ein typisches Beispiel dafür ist die <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Volksinitiative_%C2%ABGegen_den_Bau_von_Minaretten%C2%BB" target="_blank" rel="noopener">Minarett-Initiative</a></em>: Als 2009 über die Initiative abgestimmt wurde, war ein Minarettproblem weit und breit nicht in Sicht. Es gab in der Schweiz ganze vier (!) Minarette. Boulevardisierte Medien und eine boulevardisierte Politik schaffte es aber, Minarette so zu sensationalisieren, dass diese vier Türmchen zu Speerspitzen eines Angriffs auf das Abendland mutierten.</p>
<blockquote><p>Medien und Populisten profitieren deshalb gegenseitig voneinander. Populistische Politik und eine aufmerksamkeitsorientierte Publizistik sind natürliche Partner.</p></blockquote>
<p>Das ist Boulevardpolitik – oder anders gesagt: Populismus. Der Duden definiert <em>Populismus als von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen.</em> Anders gesagt: Populistische Politik ist aufmerksamkeitsorientierte Politik; Medien und Populisten profitieren deshalb gegenseitig voneinander. Populistische Politik und eine aufmerksamkeitsorientierte Publizistik sind natürliche Partner. Populisten vereinfachen, spitzen zu, emotionalisieren. Sie teilen die Welt in Freund und Feind, in Gut und Böse und sind deshalb fremdenfeindlich und nationalistisch.</p>
<p>Das Funktionsprinzip eines populistischen Politikers ist die Sensation. Er tritt im Namen des Volkes <em>gegen die da oben</em> an. Schliesslich ist er der Auserwählte, der das auserwählte Volk errettet und <em>great again</em> macht. All diese Eigenschaften machen populistische Politiker zum Lieblingsobjekt der Medien. Lange Zeit haben Politiker die Medien gebraucht, um gross zu werden. Heute ist es auch umgekehrt: Die Medien brauchen populistische Politiker, um Aufmerksamkeit zu erhalten.</p>
<p>Natürlich ist das selten Absicht. Journalisten können denn auch meistens erklären, warum sie so häufig über Christoph Blocher und Roger Köppel, Frauke Petry und Marine Le Pen berichten. Sie seien als Anführer ihrer Parteien wichtig und als Anti-Mainstream-Figuren relevant. Die Wahrheit ist viel simpler: Blocher, Le Pen und Petry garantieren Quote. Der Erfolg solcher Reizfiguren in der Medienwelt ist deshalb systemimmanent. Wenn eine Story viele Klicks erhält, wird sie höher gehängt auf der Website und sie wird weiterverfolgt. Themen, denen man ihr Klick-Potenzial ansieht, werden von Anfang an auf mehrere Folgen hin produziert. Das ist das uralte Boulevard-Rezept. So kommt es zur «Handschlag»-Serie, zur «Burka»- Serie – und zur Dauerpräsenz von Trump, Blocher, Petry und Co.</p>
<blockquote><p>Zwischen Linkspopulisten und Boulevardmedien kommt es kaum je zu jener Spirale der Aufregung, wie sie sich auf der rechten Seite so quotenträchtig inszenieren lässt.</p></blockquote>
<p>Aber halt – was ist mit der Linken? Gibt es Populismus nicht auch links? Es mag Politiker wie Cédric Wermuth oder Jean Ziegler geben, die sich gern populistischer Mechanismen bedienen –Linkspopulismus stösst in Europa auf <em>wenig fruchtbaren Boden</em>, wie es Karin Priester in ihrem <a href="http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/politikwissenschaft/rechter_und_linker_populismus-4303.html" target="_blank" rel="noopener">Buch über rechten und linken Populismus</a> formuliert. Neue Linksbewegungen wie die Linkspartei von Jean-Luc Mélonchon in Frankreich tragen mindestens populistische Züge und auch der Altlinke Bernie Sanders hat es in den USA verstanden, das Volk zu mobilisieren. Interessant ist aber, dass es zwischen Linkspopulisten und Boulevardmedien kaum je zu jener Spirale der Aufregung kommt, wie sie sich auf der rechten Seite so quotenträchtig inszenieren lässt. Ich meine auch, der legendäre «Blick»-Chefredaktor Peter Übersax habe einst gesagt, linker Boulevard funktioniere nicht. Boulevardzeitungen seien immer rechts.</p>
<p>Sicher ist: Die Symbiose zwischen (rechts-)populistischer Politik und aufmerksamkeitsorientierten Medien ist sehr erfolgreich. Der Erfolg von Donald Trump in den USA ist deshalb erst der Anfang. Der Populismus ist die natürliche Schwester einer Klick-orientierten Medienmechanik. Rüpel-Politiker und Boulevardjournalismus leben in einer natürlichen Symbiose. Solange Journalismus so stark von Aufmerksamkeit lebt, wird das so bleiben. Schon das allein ist Grund genug, in der Schweiz eine gebührenfinanzierte SRG und in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zu erhalten, die nicht (nur) auf Quote schauen müssen – und die Ursache dafür, warum Rechtsaussen-Politiker in ihren jeweiligen Ländern heftig gegen einen gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Rundfunk ankämpfen.</p>
<blockquote><p>Jetzt braucht es nur noch Verleger, die den Mut haben, aus der aufmerksamkeitsorientierten Herde auszubrechen</p></blockquote>
<p>Sicher ist: Das Finanzierungsmodell eines Mediums beeinflusst dessen Inhalt. Es ist deshalb wichtig, dass sich neben den rein werbefinanzierten (und deshalb aufmerksamkeitsorientierten) Geschäftsmodellen im Internet auch andere Modelle entwickeln, die zum Beispiel stärker auf direkte Benutzerfinanzierung setzen. Der Voraberfolg der «Republik» und die guten E-Leserzahlen von Zeitungen wie der «New York Times» oder der «Zeit» sind zumindest ein Indiz dafür, dass andere Zeitungsmodelle auch seitens der Leser ein Bedürfnis sind. Plattformen wie Patreon ermöglichen es zumindest im englischsprachigen Raum mittlerweile auch kleinen Inhaltsanbietern, die Benutzer direkt bezahlen zu lassen. Jetzt braucht es nur noch Verleger, die den Mut haben, aus der aufmerksamkeitsorientierten Herde auszubrechen und wieder vermehrt jene Leser zu bedienen, die Qualität statt Quote suchen.</p>
<p>In meinem Buch versuche ich zu erklären, wie es zu dieser zentralen Rolle der Aufmerksamkeit gekommen ist, wie diese Aufmerksamkeit funktioniert – und welche fatalen Folgen eine Publizistik hat, die sich ganz dem Aufmerksamkeitsmarkt verschrieben hat. Folgen, die sowohl für den Einzelnen wie auch für unsere demokratische Gesellschaft dramatische Konsequenzen haben können.</p>
<p><small>Matthias Zehnder: <strong>Die Aufmerksamkeitsfalle. Wie Medien zu Populismus führen.</strong> Zytglogge, 125 Seiten, 24 Franken; ISBN 978-3-7296-0951-8<br />
Weitere Informationen: <a href="http://www.aufmerksamkeitsfalle.ch" target="_blank" rel="noopener">www.aufmerksamkeitsfalle.ch</a><br />
Erhältlich ist das Buch in jeder Buchhandlung, <a href="http://www.biderundtanner.ch/detail/ISBN-9783729609518/Zehnder-Matthias/Die-Aufmerksamkeitsfalle" target="_blank" rel="noopener">bestellbar ist es hier</a>.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/05/der-totale-boulevard/">Der totale Boulevard</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Brexit als Lebenselixier des britischen Boulevards</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/09/brexit-als-lebenselixier-des-britischen-boulevards/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Stäuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 May 2017 12:37:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als wäre nichts gewesen: Sechs Jahre nach dem grossen Abhörskandal mischen die britischen Boulevardmedien wieder munter in der Politik mit. Im Prozess zum EU-Austritt Grossbritanniens fanden Blätter wie The Sun oder Daily Mail zur alten Form zurück und befeuern den Brexit. «Crush the Saboteurs», titelte das rechtskonservative Klatschblatt The Daily Mail, als die britische Premierministerin <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/09/brexit-als-lebenselixier-des-britischen-boulevards/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als wäre nichts gewesen: Sechs Jahre nach dem grossen Abhörskandal mischen die britischen Boulevardmedien wieder munter in der Politik mit. Im Prozess zum EU-Austritt Grossbritanniens fanden Blätter wie The Sun oder Daily Mail zur alten Form zurück und befeuern den Brexit.<br />
<span id="more-33130"></span><br />
«Crush the Saboteurs», titelte das rechtskonservative Klatschblatt The Daily Mail, als die britische Premierministerin Theresa May vor wenigen Wochen Neuwahlen ankündigte: All jene, die den Brexit zu verhindern suchen, sollen «zerdrückt» werden. Subtile Headlines entsprechen nicht dem Stil des britischen Boulevards, aber diese derbe Aufforderung ging dann doch etwas weit: Linke und liberale Politiker und Kommentatoren, vom Schattenfinanzminister John McDonnell bis zur Fussballlegende Gary Lineker, beklagten die Aggression, zu der sich die Zeitung hatte hinreissen lassen. Angesichts der verbreiteten Empörung hielt die Daily Mail <a href="http://www.dailymail.co.uk/debate/article-4427192/DAILY-MAIL-COMMENT-saboteurs-simmer-down.html" target="_blank" rel="noopener">eine Klarstellung für angebracht</a>: «Um jede Zweifel aus dem Weg zu räumen, weder die Premierministerin noch diese friedliebende Zeitung schlägt einen Genozid vor.»</p>
<p>Dass kein Völkermord angeraten wird, wird die Leser beruhigen, aber der überbordende Eifer, mit dem sich manche britischen Boulevardblätter dem Thema Brexit nähern, ist – vorsichtig ausgedrückt – befremdend. Die New York Times nahm kürzlich <u><a href="https://www.nytimes.com/2017/05/02/world/europe/london-tabloids-brexit.html?_r=0" target="_blank" rel="noopener">die dominante Rolle unter die Lupe</a></u>, welche die «tabloid press», also der Boulevard, in der EU-Debatte spielt. Die Autorin hat sich auf ein Rendezvous mit dem wohl einflussreichsten Chefredakteur Grossbritanniens eingelassen, Tony Gallagher von The Sun. Seit 1969 gehört die Zeitung zum Medienimperium Rupert Murdochs, der die politische Konversation im Land seither in entscheidender Weise prägt – und sie stramm nach rechts drückt.</p>
<p>In den 1980er-Jahren leistete die «Sun» der Premierministerin Margaret Thatcher patriotische Schützenhilfe, als sie auf die Falklandinseln in den Krieg zog oder sich der fortschreitenden europäischen Integration verweigerte. Die eingängigen und zuweilen vulgären Schlagzeilen («Up Your Junta») wurden legendär. Beim Besuch der New York Times erzählt Gallagher genüsslich von den jüngsten Erfolgen seiner Zeitung: Er führte eine Kampagne gegen die geplante Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge von Freiberuflern. Es war das erste Mal, dass sich die Klatschpresse (auch die «Daily Mail» wetterte gegen die Steuererhöhung) seit Theresa Mays Amtsantritt gegen sie stellte – und die Premierministerin fügte sich ihrem Wunsch: Die Pläne wurden zurückgezogen. «Es dauerte weniger als eine Woche», sagt Gallagher.</p>
<p>In Bezug auf das EU-Referendum gibt sich der Chefredakteur vorsichtig: «Wir haben uns für den Brexit eingesetzt, aber ich glaube nicht, dass wir ihn verursacht haben.» Allerdings sandte er kurz nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses eine SMS an einen Reporter des linksliberalen Guardian, in der er die tatkräftige Mithilfe des Boulevards begrüsst: «So viel zur schwindenden Macht der Printmedien», lautete die ironische Nachricht.</p>
<p>Damit hat er wohl recht: Der politische Einfluss der Klatschpresse scheint ungebrochen – auch knapp sechs Jahre nach dem Abhörskandal. Die öffentliche Empörung darüber, dass massgeblich Mitarbeiter von News of the World und anderer Murdoch-Blätter illegal Mobiltelefone abgehört hatten, schien dem Konzern zunächst einen schweren Schlag zu versetzen. Die Enthüllung des Abhörskandals führte zur Schliessung der Sonntagszeitung News of the World und zum Rücktritt mehrerer prominenter Führungspersonen, darunter Rebekah Brooks, der Geschäftsführerin der Murdoch-Medien in Grossbritannien. Der Fall hatte auch strafrechtliche Konsequenzen. Andy Coulson, der frühere Chefredaktor von News of The World und spätere Berater von Premier Cameron, wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Als Rupert Murdoch selbst vor einem Parlamentsausschuss auftrat, sagte er reuig, es sei der «demütigste Tag» seines Lebens.</p>
<p>Das mag man Murdoch abkaufen oder nicht,. Im Rückblick ist klar, dass die Episode weder seinem Konzern grösseren Schaden zufügte noch den breiteren Niedergang der britischen Revolverpresse eingeleitet hatte. Die News of the World wurde kurzerhand ersetzt durch die Sun on Sunday, die zur meistverkauften Sonntagszeitung im Land wurde, und News International änderte seinen Namen in News UK – mit Rebekah Brooks als Geschäftsführerin. Mit einer Auflage von über 1.6 Millionen ist die Sun auch heute noch die beliebteste Zeitung im Land, noch vor der Daily Mail. Und die Beziehung zur Politik wird weiterhin sorgfältig gepflegt: Laut einer Analyse der Kampagnen Media Reform Coalition und 38 Degrees hatten Führungsleute des Murdoch-Konzerns innerhalb eines Jahres <u><a href="https://www.theguardian.com/media/2017/feb/05/rupert-murdoch-access-to-downing-street-theresa-may-david-cameron" target="_blank" rel="noopener">zehn Unterredungen mit der Regierung</a></u>, entweder mit der Premierministerin selbst, ihrem Vorgänger David Cameron, oder mit dem ehemaligen Finanzminister George Osborne. Keine andere Medienorganisation geniesst ein solch intimes Verhältnis zur Downing Street.</p>
<p>So kommt den grössten britischen Zeitungen nach wie vor eine entscheidende Rolle zu in der politischen Debatte: «Es ist eine Tatsache, dass Printzeitungen […] die Tagesordnung hier weit effektiver bestimmen als Fernseh- und Radiosender, die grundsätzlich reaktive Medien sind», sagt «Sun»-Chefredaktor Gallagher gegenüber der New York Times.</p>
<p>Dass TV-Nachrichten zu einem grossen Teil von der Berichterstattung in den Printmedien beeinflusst sind, lässt sich auch statistisch belegen: <u><a href="https://orca.cf.ac.uk/88825/7/Cushion%20et%20al%202016.pdf" target="_blank" rel="noopener">Eine Studie der Fachzeitschrift Journalism Studies</a></u> kam zum Schluss, dass Fernsehsender im Wahlkampf 2015 zu einem erheblichen Teil Themen aufgriffen, die zuerst in Printmedien behandelt wurden; besonders die konservativen Zeitungen The Daily Telegraph und die Times, die zum Murdoch-Konzern gehört, sind laut den Autoren tonangebend. Robert Peston, der früher die Wirtschaftsredaktion der BBC leitete und heute für ITV News arbeitet, <u><a href="https://www.theguardian.com/media/2014/jun/06/bbc-obsessed-agenda-daily-mail-robert-peston-charles-wheeler" target="_blank" rel="noopener">beklagte sich vor einigen Jahren</a></u>, dass die BBC geradezu «besessen» sei von der Berichterstattung der Daily Mail und des Daily Telegraph.</p>
<p>Das EU-Referendum gab dem britischen Boulevard eine einmalige Gelegenheit, auf ihren zwei Steckenpferden herumzureiten: der Einwanderung und der vermeintlich überbordenden Macht Brüssels. Gallagher ist sich völlig bewusst, dass eine Aussage – auch wenn sie nachweislich falsch ist – durch die ständige Wiederholung wahr erscheint: «Wenn man als Zeitung grosses Aufsehen macht um die Tatsache, dass alle unsere Gesetze in Europa gemacht werden, dann dringt das schlussendlich ins nationale Bewusstsein.»</p>
<p>Der Historiker <u><a href="https://www.theguardian.com/media/2016/oct/27/revenge-of-the-tabloids-brexit-dacre-murdoch" target="_blank" rel="noopener">Andy Beckett schrieb im Herbst</a></u>, dass mit dem Brexit-Votum «einer der grössten, ältesten Träume der Boulevardblätter auf spektakuläre Weise Wirklichkeit wurde». Und ihr Einfluss ist durch das Resultat noch gestärkt worden. Die Revolverpresse habe die Politik heute fest im Griff, schreibt Beckett: Der rechte Flügel der Konservativen arbeite heute so eng mit dem Boulevard zusammen wie zuletzt in den frühen 1990er-Jahren; man sehe es etwa bei der täglichen Obsession mit Immigranten, der Verunglimpfung von liberalen Briten als Vertreter der Elite sowie dem gemeinsamen Ziel des «harten Brexit». Der ehemalige Sun-Chefredakteur David Yelland sieht es genauso: Brexit stelle den bisherigen Höhepunkt der Macht des Boulevards dar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/09/brexit-als-lebenselixier-des-britischen-boulevards/">Brexit als Lebenselixier des britischen Boulevards</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Von #AsylChaos zu #RefugeesWelcome: Was ist denn plötzlich mit den Boulevard-Medien los?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/03/von-asylchaos-zu-refugeeswelcome-was-ist-denn-ploetzlich-mit-den-boulevard-medien-los/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2015 08:36:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Anfang letzter Woche machen sich die Medien mit den grossen Schlagzeilen plötzlich für Flüchtlinge stark. Nachdem in Deutschland Asylbewerber-Unterkünfte in Flammen aufgingen, schwenkte die Bild-Zeitung auf einen ungewöhnlichen Kuschelkurs und heisst die Flüchtlinge herzlich Willikommen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/03/von-asylchaos-zu-refugeeswelcome-was-ist-denn-ploetzlich-mit-den-boulevard-medien-los/">Von #AsylChaos zu #RefugeesWelcome: Was ist denn plötzlich mit den Boulevard-Medien los?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Anfang letzter Woche machen sich die Medien mit den grossen Schlagzeilen plötzlich für Flüchtlinge stark. Nachdem in Deutschland Asylbewerber-Unterkünfte in Flammen aufgingen, schwenkte die Bild-Zeitung auf einen ungewöhnlichen Kuschelkurs und heisst die Flüchtlinge herzlich Willikommen. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/03/von-asylchaos-zu-refugeeswelcome-was-ist-denn-ploetzlich-mit-den-boulevard-medien-los/">Von #AsylChaos zu #RefugeesWelcome: Was ist denn plötzlich mit den Boulevard-Medien los?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>FLUG 4U9525 – Ein Vor-Ort-Bericht aus Montabaur</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/28/flug-4u9525-ein-vor-ort-bericht-aus-montabaur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2015 19:44:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
		<category><![CDATA[Augenzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Montabaur]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einige Journalisten sagten unserem Autor Daniel Schüler, dies sei ein guter, ein spannender Tag für einen Journalisten. Daniel sieht das anders. Als Student im Praxissemester bei RPR1 war auch er in Montabaur aufgrund des Absturzes der Germanwings-Maschine unterwegs. Bei uns beschreibt er seine Eindrücke.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Journalisten sagten unserem Autor Daniel Schüler, dies sei ein guter, ein spannender Tag für einen Journalisten. Daniel sieht das anders. Als Student im Praxissemester bei RPR1 war auch er in Montabaur aufgrund des Absturzes der Germanwings-Maschine unterwegs. Bei uns beschreibt er seine Eindrücke.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/28/flug-4u9525-ein-vor-ort-bericht-aus-montabaur/">FLUG 4U9525 – Ein Vor-Ort-Bericht aus Montabaur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das erste Lehrbuch über Klatschjournalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/11/klatsch-plaedoyer-zweier-pionierinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2015 11:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[EJO]]></category>
		<category><![CDATA[Klatsch]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Das erste Lehrbuch über Klatschjournalismus ist erschienen», so wirbt der Herbert von Halem Verlag. Die Autorinnen Bettina Hennig und Rike Schulz, selber Klatschjournalistinnen, belehren damit nicht nur Nachwuchsjournalisten, sondern auch Wissenschaftler und Kollegen aus anderen Genres.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Das erste Lehrbuch über Klatschjournalismus ist erschienen», so wirbt der Herbert von Halem Verlag. Die Autorinnen Bettina Hennig und Rike Schulz, selber Klatschjournalistinnen, belehren damit nicht nur Nachwuchsjournalisten, sondern auch Wissenschaftler und Kollegen aus anderen Genres.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/11/klatsch-plaedoyer-zweier-pionierinnen/">Das erste Lehrbuch über Klatschjournalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Klatschjournalismus: «Nähe gehört einfach zum Beruf»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/11/klatschjournalismus-naehe-gehoert-einfach-zum-beruf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2014 11:35:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klatsch]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Kohlmaier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bettina Hennig hat sich nicht nur in ihrem Beruf als Journalistin unter anderem für Gala, Bild am Sonntag und Neue Post ausführlich mit Klatsch beschäftigt, sie hat das von der Kritik wenig geliebte Schmuddelkind des Journalismus auch unter wissenschaftlichen Kriterien erforscht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bettina Hennig hat sich nicht nur in ihrem Beruf als Journalistin unter anderem für Gala, Bild am Sonntag und Neue Post ausführlich mit Klatsch beschäftigt, sie hat das von der Kritik wenig geliebte Schmuddelkind des Journalismus auch unter wissenschaftlichen Kriterien erforscht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/11/klatschjournalismus-naehe-gehoert-einfach-zum-beruf/">Klatschjournalismus: «Nähe gehört einfach zum Beruf»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Leicht verdientes Geld»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/04/leicht-verdientes-geld/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/12/04/leicht-verdientes-geld/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2014 21:57:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Zurich]]></category>
		<category><![CDATA[Amok]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Studentin und ihr Umfeld bewahren während eines Alarms im Zürcher Toni-Areal die Ruhe und teilen das einer «Blick»-Journalistin auch genau so mit. Doch diese fantasiert Ängste herbei. Für ein Foto, das Studenten zeigt, wie sie unter den Tischen sitzen, würde sie sogar 100 Franken bezahlen. Heute morgen waren Teile von Zürich etwas in Aufruhr. <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/04/leicht-verdientes-geld/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Studentin und ihr Umfeld bewahren während eines Alarms im Zürcher Toni-Areal die Ruhe und teilen das einer «Blick»-Journalistin auch genau so mit. Doch diese fantasiert Ängste herbei. Für ein Foto, das Studenten zeigt, wie sie unter den Tischen sitzen, würde sie sogar 100 Franken bezahlen.<br />
<span id="more-22397"></span><br />
Heute morgen waren Teile von Zürich etwas in Aufruhr. Ein Alarm, den Medien zunächst Bombenalarm, dann Amokalarm und schliesslich Fehlalarm nannten, führte dazu, dass einige Studenten für einige Stunden in der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Toni-Areal ausharren mussten. <a href="http://www.nzz.ch/zuerich/zhdk-polizeieinsatz-wegen-amokalarm-1.18438108">Per E-Mail und per Lautsprecherdurchsage</a> wurden sie dazu aufgefordert, die Räume nicht zu verlassen.</p>
<p>Um herauszufinden und zu berichten, was passiert, nahm Blick.ch um 10:15 Uhr via Facebook zur eingeschlossenen Studentin Alice Kontakt auf. Es entwickelte sich ein Chat, welcher MEDIENWOCHE in voller Länge vorliegt und den wir vergleichen möchten mit dem <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/amok-alarm-auf-dem-toni-areal-polizei-gibt-entwarnung-id3323946.html">daraus resultierenden Artikel von Blick.ch</a>. Die Studentin hat nur auf diesem einen Kanal mit der «Blick»-Journalistin kommuniziert, eine vorherige Bekanntschaft gab es nicht.</p>
<p>Lesen wir zunächst, was Alice antwortet auf die Frage, wie die Stimmung ist in der ungewissen Zwangslage:</p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19-2.png" alt="" title="Zitat 1" width="450" height="41" class="aligncenter size-full wp-image-22414" /></p>
<p>Die «Blick»-Journalistin gibt das schriftliche Zitat in ihrem Artikel so wieder:</p>
<blockquote><p>«Noch sind alle sehr locker. Wir versuchen uns abzulenken, bis wir mehr Informationen kriegen», so Alice kurz nach dem Alarm.</p></blockquote>
<p>Alice nimmt es wirklich ziemlich easy, und ihr Umfeld offenbar auch:</p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19-4.png" alt="" title="Zitat 2" width="450" height="46" class="aligncenter size-full wp-image-22412" /></p>
<p>«Doch etwas Angst schwebe schon im Raum», glaubt Blick.ch aus den Aussagen von Alice herauszulesen, und fragt gleich mal direkt:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19-6.png" alt="" title="Zitat 3" width="450" height="28" class="aligncenter size-full wp-image-22410" /></p>
<p>Alice antwortet im Konjunktiv:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19.png" alt="" title="Zitat 4" width="450" height="80" class="aligncenter size-full wp-image-22415" /></p>
<p>Bei Blick.ch klingt das dann so:</p>
<blockquote><p>Während in der Werkstatt die Stimmung noch relativ ruhig sei, sei sie in anderen Räumen angstgeladen. «Dort harren die Studenten unter den Tischen aus und warten auf weitere Informationen.» Sie habe selbst Angst, Schüsse zu hören, so Alice in den ungewissen Minuten. «Dann würde ich definitiv auch unter den Tisch kriechen.»</p></blockquote>
<p>Ausserdem gab es von Seiten der «Blick»-Journalistin ein gewisses Interesse an Fotos:</p>
<p><strong>10:25 Uhr:</strong> könntest du mir ein foto von euch schicken?<br />
<strong>10:28 Uhr:</strong> dürfen wir dein foto nicht doch verwenden? siehst toll darauf aus.<br />
<strong>10:29 Uhr:</strong> dann schick mir doch bitte ein anderes. du bist so hübsch, das würde voll ziehen bei uns 🙂<br />
<strong>10:32 Uhr:</strong> und vielleicht ein foto von euch studenten? auch ruhig von hinten, wie ihr in der werkstatt seid?<br />
<strong>10:39 Uhr:</strong> am besten wäre ein foto, wo ihr unter den tischen hockt.<br />
<strong>10:56 Uhr:</strong> muss dich nochmals wegen der bilder fragen: vielleicht will jemand aus einem anderen zimmer eins schicken?<br />
<strong>10:58 Uhr:</strong> he, nicht über twitter sagen, wie viel wir für bilder zahlen!<br />
<strong>11:04 Uhr:</strong> im gegenzug kannst du uns ja jetzt vielleicht ein foto besorgen.</p>
<p>Der Chat endet um 12:09 Uhr. Alice schreibt uns, es habe sich diesmal zwar um einen Fehlalarm gehandelt, es sei aber ja nicht so, als würde «Blick» in einem Ernstfall taktvoller vorgehen: «Amokläufe sind ja an und für sich dramatisch genug, da muss man nicht noch mehr draufhauen. Vielleicht ist es naiv von mir zu glauben, die Medien sollten von Fakten berichten, und nicht die Situation soweit verzerren, bis sie auf die Story passt, die sie gerne erzählen würden.»</p>
<p><small>Im Blogbeitrag <a href="http://blog.meugster.net/2014/amok-alarm-im-toni-areal-und-die-vorgehensweisen-der-medien/">«Amok-Alarm im Toni-Areal und die Vorgehensweisen der Medien»</a> beschäftigt sich auch Michael Eugster mit dem Verhalten der Medien in diesem Fall.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/04/leicht-verdientes-geld/">«Leicht verdientes Geld»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Fabulierer statt Journalisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/04/fabulierer-statt-journalisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2014 10:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<category><![CDATA[Vox]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
		<category><![CDATA[Klickzahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Listicles]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Buzzfeed]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist der unaufhaltsame Niedergang der gedruckten Presse, der alle Veränderungen der Medienlandschaft überstrahlt. Dabei sind andere Entwicklungen ebenfalls von Bedeutung. So hat die Atomisierung der Informationsquellen gewichtige Auswirkungen auf das Angebot im Internet.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/04/fabulierer-statt-journalisten/">Fabulierer statt Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Apple-style-span" style="color: #464646;">Es ist der unaufhaltsame Niedergang der gedruckten Presse, der alle Veränderungen der Medienlandschaft überstrahlt. Dabei sind andere Entwicklungen ebenfalls von Bedeutung. So hat die Atomisierung der Informationsquellen gewichtige Auswirkungen auf das Angebot im Internet.</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/04/fabulierer-statt-journalisten/">Fabulierer statt Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die schier unerträgliche Doppelmoral des «Blick»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/22/die-schier-unertraegliche-doppelmoral-des-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Aug 2014 08:30:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Nacktfoto-Affäre um Geri Müller macht eines klar: Die Öffentlichkeit ist noch fest im Würgegriff der christlichen Doppelmoral.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/22/die-schier-unertraegliche-doppelmoral-des-blick/">Die schier unerträgliche Doppelmoral des «Blick»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nacktfoto-Affäre um Geri Müller macht eines klar: Die Öffentlichkeit ist noch fest im Würgegriff der christlichen Doppelmoral.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/22/die-schier-unertraegliche-doppelmoral-des-blick/">Die schier unerträgliche Doppelmoral des «Blick»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwache Argumente für eine Veröffentlichung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Aug 2014 19:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtammann]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Selfie]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
		<category><![CDATA[Medienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Studer]]></category>
		<category><![CDATA[Geri Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Baden]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=20772</guid>

					<description><![CDATA[<p>Erpressbarkeit als Politiker, Beeinträchtigung der Amtsführung: Darum sei die Berichterstattung über Geri Müllers Privat- und Sexleben von öffentlichem Interesse. Doch die Verteidigungslinien für die Enthüllungen sind dünn und durchlässig. Wenn Weltwoche und «Blick» – vorerst – darauf verzichten, eine aufgelegte Geschichte mit grossem Skandalisierungspotenzial zu bringen, dann lässt das zuerst einmal aufhorchen. Gehören doch Enthüllungen <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/">Schwache Argumente für eine Veröffentlichung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erpressbarkeit als Politiker, Beeinträchtigung der Amtsführung: Darum sei die Berichterstattung über Geri Müllers Privat- und Sexleben von öffentlichem Interesse. Doch die Verteidigungslinien für die Enthüllungen sind dünn und durchlässig.<br />
<span id="more-20772"></span><br />
Wenn <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/affaere-um-geri-mueller-man-muesste-die-frage-nach-den-absichten-von-patrik-mueller" target="_blank">Weltwoche und «Blick» – vorerst – darauf verzichten</a>, eine aufgelegte Geschichte mit grossem Skandalisierungspotenzial zu bringen, dann lässt das zuerst einmal aufhorchen. Gehören doch Enthüllungen oberhalb und unterhalb der Gürtellinie zum Kerngeschäft der beiden Titel. Aber wenn zwei verzichten, veröffentlicht eben ein dritter; in diesem Fall die Schweiz am Sonntag. Mit <a href="http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/politik/geri_mueller_nackt-selfies_aus_dem_stadthaus/" target="_blank">«Nackt-Selfies aus dem Stadthaus»</a> schlug der Knaller voll ein.</p>
<p>Geri Müller, Stadtammann von Baden und Grüner Nationalrat, lichtet sich entblösst in der Amtsstube ab, schickt das Bildmaterial einer Chat-Bekannten, die ihn damit nach dem Ende der Affäre zu erpressen droht. Müller bietet die Polizei auf, die wird bei der Frau vorstellig. Kurz: eine unappetitliche Posse für alle Beteiligten. Im Gegensatz zur Konkurrenz wusste Patrik Müller, Chefredaktor Schweiz am Sonntag und Autor des Artikels, von der Polizeiaktion und entschied sich nicht nur aufgrund der vorliegenden Nacktbilder für eine Veröffentlichung der Geschichte.</p>
<p>Doch gehört sie an die Öffentlichkeit? Gibt es ausserordentliche, wichtige Gründe, die eine Publikation von Details aus Müllers Privat- und Intimsphäre rechtfertigen? Patrik Müller hat die Fragen offensichtlich mit Ja beantwortet. Das Plazet erteilte nachträglich <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Gerechtfertigt-ChatZitate-als-Beleg-zu-bringen-/story/25508403" target="_blank">Medienrechtler Peter Studer</a>. Der Doyen hält die vorgelegten Indizien und «begründeten Behauptungen» ausreichend für eine Publikation. Ausserdem sei ein gewählter Politiker per se eine öffentliche Person, im Gegensatz etwa zu einer «Person in der Verwaltungsmaschinerie». Damit spielt Studer auf die Bundesangestellte an, die kürzlich ebenfalls wegen Nacktbildern und einer von der NZZ ausgelösten Berichterstattungswelle ihre Stelle los wurde.</p>
<p>Andreas Meili, Berufskollege Studers und in diesem Fall Rechtsvertreter von Geri Müller, sieht das grundsätzlich anders. An der Medienkonferenz am Dienstagmorgen, als Müller zu den Vorwürfen erstmals öffentlich Stellung nahm, hielt Meili fest, dass es auch in der Öffentlichkeit ein Recht auf Schutz der Privat- und Intimsphäre gebe. Es erfordere schon «ausserdordentlich wichtige Gründe» trotzdem darüber zu berichten. Solche lägen in der Causa Müller keine vor. Oder aber doch?</p>
<p>Konnte der Politiker seine beiden Mandate – Stadtammann und Nationalrat – unter dem Druck der Chat-Affäre und ihrer Weiterungen überhaupt noch unbelastet führen? Müller habe an der Medienkonferenz den Verdacht nicht entkräften können, schreibt etwa der Tages-Anzeiger, «dass er in seiner Amtsführung beeinträchtigt war. Die Sache nahm ihn offensichtlich seit Monaten massiv in Beschlag. Seine Ausführungen lassen keinen Zweifel daran, dass ihm die Sache völlig über den Kopf gewachsen ist.»</p>
<p>Was man als Rechtfertigung für die Enthüllung lesen kann, taugt aber genauso gut für das Gegenteil: Die bisher grösste Beeinträchtigung der Amtsführung brachte erst die Veröffentlichung der pikanten Details mit sich. Müller musste inzwischen seine Führungs- und Repräsentativaufgaben als Stadtammann von Baden vorläufig abgeben. Als die Affäre schon am Laufen, aber noch nicht publik geworden war, bemühte sich Müller, seine Amtsgeschäfte im Griff zu halten. Was ihm offenbar ganz gut gelang.</p>
<p>So lobte etwa der Präsident des Badener Gewerbeverbands <a href="http://m.aargauerzeitung.ch/aargau/baden/gewerbeverbands-praesident-bin-positiv-ueberrascht-von-geri-mueller-127848358" target="_blank">Müllers Amtsführung</a>. Der Stadtammann sei gut informiert, verfüge über die nötigen Dossierkenntnisse, sei gut erreichbar und stehe für Gespräche zur Verfügung, beschied ihm der oberste Gewerbler Anfang April – zu einem Zeitpunkt, als Müller von der Affäre bereits «massiv in Beschlag» genommen gewesen sein soll. Auch sonst sind keine Hinweise bekannt, dass Müller als Politiker in den letzten Monaten fahr- oder unzuverlässig gehandelt hätte. Klar tickte möglicherweise eine Zeitbombe, die irgendwann hochgehen konnte.</p>
<p>Man weiss nicht, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn die Schweiz am Sonntag auf eine Berichterstattung verzichtet hätte. Möglicherweise war das kompromittierende Material schon so weit gestreut – oder wäre erst noch breiter gestreut worden, dass es nur eine Frage der Zeit bleiben sollte, bis eine andere Redaktion zuschlägt.</p>
<p>Unabhängig davon zeigt sich einmal mehr die Tendenz, dass Medien das öffentliche Interesse an einer Geschichte im Wirbel begründet sehen, den sie mit ihrer Berichterstattung selbst ausgelöst haben.</p>
<p><small>Anmerkung:</small> Die ersten beiden Abschnitte im Text wurden nachträglich ergänzt, um deutlich zu machen, dass Weltwoche und Blick nicht auf dem gleichen Wissensstand waren wie die Schweiz am Sonntag und sie deshalb zu unterschiedlichen Einschätzung gelangten bezüglich der Publikationsreife der Geschichte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/">Schwache Argumente für eine Veröffentlichung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Boulevard-Vorwurf</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/04/07/der-boulevard-vorwurf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Eveline Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2014 10:48:15 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Journalistin setze ich mich immer wieder Kritik aus. Das ist manchmal erwünscht, manchmal auch irritierend. Neulich warf mir ein Leserbriefschreiber vor, «am Boulevardjournalismus vorbeizuschrammen». Ein kühner Vorwurf. Im kritisierten Artikel ging es nicht etwa um Sex and Crime oder um People und Skandale. Ich habe auch nicht boulevardmässig emotionalisiert und selbstredend darauf verzichtet, eine <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/07/der-boulevard-vorwurf/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/07/der-boulevard-vorwurf/">Der Boulevard-Vorwurf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Journalistin setze ich mich immer wieder Kritik aus. Das ist manchmal erwünscht, manchmal auch irritierend. Neulich warf mir ein Leserbriefschreiber vor, «am Boulevardjournalismus vorbeizuschrammen». Ein kühner Vorwurf.<br />
<span id="more-18976"></span><br />
Im kritisierten Artikel ging es nicht etwa um Sex and Crime oder um People und Skandale. Ich habe auch nicht boulevardmässig emotionalisiert und selbstredend darauf verzichtet, eine Sensation heraufzubeschwören, die keine ist. Was beim Leser den Boulevardverdacht weckte, war etwas anderes: Ich habe einfach mal wieder ein Müsterchen aus dem agrarpolitischen Kuriositätenkabinett unseres Landes gebracht – und nichts anderes gemacht, als faktentreu dargestellt, wie manche Herren in Bern derzeit ins Schleudern kommen, nur weil ein neuer Gesetzesartikel keine Unterschiede mehr vorsieht zwischen Kuh (gemolken von Mensch oder Maschine) und Kuh (gemolken vom Kalb). Diese Gleichstellung führt nämlich dazu, dass ab sofort Dutzende, Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Schweizer Alpen rein rechnerisch als «überbestossen» gelten, was gleichzusetzen ist mit Übernutzung, Überdüngung, Schäden an der Biodiversität etc. und das, obwohl sich genau gleich viele Tiere auf den Weiden tummeln, wie in den Jahren zuvor.</p>
<p>Die Faktenlage für meinen Artikel war bereits derart schräg, dass man den Inhalt kaum noch boulevardmässig verzerrt darstellen konnte. Von einer boulevardesken, und damit verpönten, Verkürzung des Sachverhalts konnte auch keine Rede sein. Im Gegenteil: Je ausführlicher ich den Sachverhalt schilderte, desto deutlicher wurde, wie absurd das Ganze ist. Dass die Bauern bislang für die genau gleichen Arbeits- oder Investitionsaufwände abhängig von der Art der Euterentleerung unterschiedlich viel Geld vom Staat erhalten haben, lässt sich logischerweise nur schwer nachvollziehen.</p>
<p>Ich hätte es verstanden, wenn der Boulevard-Vorwurf vom Bundesamt für Landwirtschaft gekommen wäre. Denn die haben die realitätsfernen Messgrössen ja ursprünglich erfunden und sich sicherlich eine Erklärung dafür zurecht gelegt. Aber nein, der Leserbriefschreiber war Agronom und Bauer. Er ist damit selbst ständig den agrarpolitischen Ränkespielen ausgesetzt. Hätte sich die Kritik nur gegen den ironischen Unterton in meinem Artikel gerichtet, hätte ich auch noch gesagt okay. Denn es fällt mir tatsächlich schwer, derart abstruse Dinge zu erklären, ohne dabei in Ironie abzudriften.</p>
<p>Aber muss man wirklich staubtrocken beschreiben, dass so mancher Alpbesitzer nun Tausende von Franken für ein Alpwirtschaftskonzept aufwerfen muss, nur weil das Parlament kürzlich entschieden hat, dass eine Kuh auch dann noch eine ganze Kuh ist, wenn sie ein Kalb bei sich hat? Damit tut man den Lesern doch auch keinen Gefallen. Nach langem Nachdenken kam ich zum Schluss, dass es vielleicht gar nicht die Nähe zum Boulevard war, die den Leser so sehr ärgerte, dass er in die Tasten griff. Sondern die Nähe zur Realität. Und mit dieser Kritik kann ich gut umgehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/07/der-boulevard-vorwurf/">Der Boulevard-Vorwurf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Am Ende des Regenbogens</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/03/31/am-ende-des-regenbogens/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2014 10:15:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
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		<category><![CDATA[Yellow Press]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie scheren sich keinen Deut um professionelle Spielregeln und sind trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) erfolgreich; die deutschsprachige Regenbogenpresse blüht wie eh und je. Mit dem Watchblog topfvollgold.de haben die bunten Blättchen nun einen treuen Begleiter erhalten, der schonungslos aufzeigt und aufdeckt, wie der Klatsch- und Tratsch-«Journalismus» funktioniert. Schlagersänger Hansi Hinterseer erzählte kürzlich in einem <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/31/am-ende-des-regenbogens/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/31/am-ende-des-regenbogens/">Am Ende des Regenbogens</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie scheren sich keinen Deut um professionelle Spielregeln und sind trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) erfolgreich; die deutschsprachige Regenbogenpresse blüht wie eh und je. Mit dem Watchblog topfvollgold.de haben die bunten Blättchen nun einen treuen Begleiter erhalten, der schonungslos aufzeigt und aufdeckt, wie der Klatsch- und Tratsch-«Journalismus» funktioniert.<br />
<span id="more-18901"></span><br />
Schlagersänger Hansi Hinterseer erzählte kürzlich in einem Interview, er trage beim Skifahren nie einen Helm. Das deutsche Regenbogenblatt «Woche der Frau» bastelte aus dieser Nachricht die folgende Schlagzeile: «Er spielt mit seinem Leben. Und seine Frau muss hilflos zusehen». Etwas zugespitzt, finden Sie? Ein Einzelfall?</p>
<p>Die frühere Tennisspielerin Steffi Graf fragte in ihrem Blog nach Tipps, «wie man das Leben einen Gang runterschalten könnte». Das Klatschblatt «Promi Welt» konstruierte daraus einen «verzweifelten Hilfeschrei» der Ex-Sportlerin und titelte: «Absturz in die Lebenskrise».</p>
<p>Rund 70 Wochen- und Monatstitel der Regenbogenpresse balgen im deutschsprachigen Raum  um die Aufmerksamkeit der Leser. Das sind eine halbe Milliarde Hefte pro Jahr. Sie heissen «Frau mit Herz», «Echo der Frau», «Frau im Spiegel» oder «Die neue Frau». Trotz Printkrise verkaufen sich die modernen Märchenblätter beachtlich: Marktführer «Freizeit Revue» kann mit einer Auflage von rund 800‘000 Exemplaren problemlos mit «Spiegel» und «Stern» mithalten.</p>
<p>Der Inhalt der dünnen Heftchen ist so seicht wie austauschbar: Geschichten über Prominente und Adelige, verrührt mit Herzschmerz und ganz viel Betroffenheitsgeschwurbel. Gerüchte, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, bei Bedarf auch frei erfundene, knallig bunt aufgemacht, dazu Überschriften aus dem Stehsatz: «Schock», «Skandal», «Hurra» – fertig sind die bunten Blätter. Emotionen sind wichtiger als Fakten, lautet die Devise von Klatschjournalisten, deren Kontakte zu Stars sich meist auf Unterlassungsklagen beschränken.</p>
<p>Zwei junge Journalisten haben sich zum Ziel gesetzt, genauer hinzusehen, die «Schweinereien der Regenbogenpresse» in die Öffentlichkeit zu zerren. Mats Schönauer und Moritz Tschermak gründeten vor einem Jahr den <a href="http://www.topfvollgold.de/" target="_blank">Watchblog topfvollgold.de</a>. Woche für Woche durchforsten sie rund 20 Titel auf der Suche nach erfundenen Geschichten und verdrehten Tatsachen. Ihre Enthüllungen über vermeintliche Enthüllungen posten sie täglich auf ihrem Blog.</p>
<p>Es gibt viel zu tun in diesen Tagen für die Yellow-Press-Kritiker. Während das «Journalistenrudel den Geschmack an seiner Beute verloren hat und weiterzieht, machen sich die Kollegen der Regenbogenpresse über den halb zerfledderten Kadaver her», sagt Topfvollgold-Gründer Moritz Tschermak. Und meint damit den verunfallten Rennfahrer Michael Schumacher.</p>
<p>Das liest sich dann so: «Neue Hoffnung. Wird jetzt alles gut?», titelt «Das goldene Blatt», nachdem die französische Sportzeitung «L&#8217;Equipe» unter Berufung auf «sehr sichere Quellen» berichtet hatte, Schumacher hätte geblinzelt. Während die «Woche der Frau» so tut, als sitze ihr Reporter an Schumis Krankenbett («Das erste Lächeln in der Klinik»), fragt sich die «Revue Exklusiv» besorgt: «Wie erträgt Corinna dieses Schicksal?». Für die «Revue der Woche» ist klar: «Schumacher forderte das Schicksal zu oft heraus». Und die «Freizeitwoche» gibt sich hellseherisch: «Corinnas Liebe holte ihn ins Leben zurück».</p>
<p>Ich selbst habe viele Jahre als People-Journalist gearbeitet, zuletzt bei der Schweizer Illustrierten. Dort hiess die Devise: wir sind die Guten. Keine Häme, kein Sarkasmus, keine Härte. Kalt geschriebene Geschichten kommen nicht ins Blatt. Prominenten begegnen wir mit Respekt, weil wir etwas von ihnen wollen. Im besten Fall lassen sie uns in ihre Seele blicken. Im zweitbesten Fall dürfen wir wiederkommen.</p>
<p>Menschen so zu behandeln, wie man gerne selbst behandelt werden möchte: Das ist für mich der Unterschied zwischen einer sorgfältig recherchierten People-Geschichte und einem hingerotzten Klatschstück.</p>
<p>Mich erstaunt immer wieder, wie viele Menschen den Stuss der Regenbogenpresse lesen. Und das, obwohl viele dieser Blätter täglich Persönlichkeitsrechte verletzen, jede journalistische Sorgfaltspflicht mit Füssen treten, verzerren, lügen. Vielleicht hat dies damit zu tun, dass sich die Akzeptanz der Klatschpresse eingebürgert hat. Jeder weiss, dass hier Schund produziert wird. Aber so richtig darüber aufregen mögen sich nur wenige.</p>
<p>Einer von ihnen ist Moderator Günther Jauch, selbst schon Opfer der Klatschpresse: «Topfvollgold ist die einzige ernst zu nehmende Seite im Netz, die sich die Mühe macht, den wöchentlichen Dreck der Yellow Press nicht nur durchzuarbeiten, sondern als solchen auch zu benennen.»</p>
<p>Die Macher selbst scheren sich kaum um das schlechte Image ihrer Branche. «Wir erzählen keine Märchen», argumentieren sie. «Wir erzählen Geschichten.» Und: «Man wird als Leser ja wohl noch träumen dürfen.»</p>
<p>Ich halte es gerne mit dem holländischen Philosophen Baruch de Spinoza, der einmal sagte: Das, was Paul über Peter sagt, sagt mehr über den Paul aus als über den Peter.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/31/am-ende-des-regenbogens/">Am Ende des Regenbogens</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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