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	<title>Buchmarkt | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 22 Oct 2022 09:20:53 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Warum Buchclubs und Buchempfehlungen auf Tiktok authentischer sind als auf Instagram</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/20/social-media-hat-eine-immense-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Vontobel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2022 11:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Buchmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhandel]]></category>
		<category><![CDATA[TikTok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Buchhandlungen können von Tiktok profitieren, wenn sie beim Booktok-Trend mitmachen – aber mit der Glaubwürdigkeit ist das nicht so einfach. Carmen Udina ist beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels fürs Digitale verantwortlich und beobachtet, was auf der Plattform gut ankommt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Buchhandlungen können von Tiktok profitieren, wenn sie beim Booktok-Trend mitmachen – aber mit der Glaubwürdigkeit ist das nicht so einfach. Carmen Udina ist beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels fürs Digitale verantwortlich und beobachtet, was auf der Plattform gut ankommt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/20/social-media-hat-eine-immense-macht/">Warum Buchclubs und Buchempfehlungen auf Tiktok authentischer sind als auf Instagram</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Papierkrise: Zeitung lesen wird noch teurer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/18/papierkrise-zeitung-lesen-wird-noch-teurer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 14:31:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Papierpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Steigende Papier- und Energiepreise machen den Zeitungsverlagen weltweit zu schaffen. In der Schweiz sind die Auswirkungen noch nicht so drastisch spürbar wie etwa in den USA oder in Kanada. Doch auch hierzulande kommt die Entwicklung ungelegen, der Verlegerverband sieht eine «sehr angespannte Situation». Vom Ausweisdokument bis zum Zigarettenpapier – die gestiegenen Papierpreise bereiten vielen Branchen <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/18/papierkrise-zeitung-lesen-wird-noch-teurer/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Steigende Papier- und Energiepreise machen den Zeitungsverlagen weltweit zu schaffen. In der Schweiz sind die Auswirkungen noch nicht so drastisch spürbar wie etwa in den USA oder in Kanada. Doch auch hierzulande kommt die Entwicklung ungelegen, der Verlegerverband sieht eine «sehr angespannte Situation».</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Papierpreise-20221018.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Papierpreise-20221018.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-100138" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Papierpreise-20221018.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Papierpreise-20221018-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Papierpreise-20221018-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Papierpreise-20221018-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Papierpreise-20221018-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Vom Ausweisdokument bis zum Zigarettenpapier – die gestiegenen Papierpreise bereiten vielen Branchen Probleme, so auch den Schweizer Zeitungsverlagen. Nachdem im vergangenen Jahr bereits aufgrund eines <a href="https://www.zentralplus.ch/news/brand-in-papierfabrik-perlen-hat-weitreichende-folgen-2209369/" rel="noopener" target="_blank">Brands in der Papierfabrik Perlen</a> im Kanton Luzern vor einem Jahr der Umfang der Tageszeitungen reduziert werden musste, warnte die NZZ kürzlich vor Engpässen und bat <a href="https://insideparadeplatz.ch/2022/09/19/nzz-warnt-vor-zu-wenig-zeitungspapier-wegen-stromkrise/" rel="noopener" target="_blank">in einem Brief</a> ihre Abonnenten darum, «sich vorsorglich online (…) zu registrieren». Zwar würde man die eigenen Papierlager möglichst aufzufüllen versuchen. Man könne aber «nicht restlos ausschliessen, dass es in den nächsten Monaten dennoch zu Einschränkungen bei der Herstellung unserer gedruckten Zeitung» kommen könne.<br />
</p>
<p>Das Problem der Rohstoffknappheit rührt sowohl von der Angebots- als auch von der Nachfrageseite her: Zum einen haben zahlreiche Druckereien ihre Produktion gedrosselt oder ganz dichtgemacht, weil Kunden auf digitales Marketing umsteigen und Druckaufträge etwa für Prospekte wegfallen. Zum anderen wird dem Recycling-Kreislauf immer weniger Altpapier und stattdessen immer mehr Karton von Verpackungen aus dem Online-Versandhandel zugeführt, die nicht zu Papier verarbeitet werden können.</p>
<p>Hinzu kommt: Die Herstellung von Papier ist extrem energieintensiv. Um die Zellulosefasern aus dem Holz zu lösen, muss dieses in einer Lauge längere Zeit gekocht werden. Das geschieht unter hohem Energie- bzw. Gaseinsatz. Und das ist teuer. Monatelange Streiks in finnischen Papiermühlen und der Ukraine-Krieg haben das Problem verschärft.</p>
<blockquote><p>Trotz steigender Papierpreise hat CH Media vorerst nicht vor, den Seitenumfang seiner Zeitungen zu reduzieren oder einzelne Ausgaben einzustellen.</p></blockquote>
<p>Die Folgen sind auf der ganzen Welt zu spüren: In Indien, wo fast die Hälfte des Zeitungspapiers aus Russland importiert wird, sind die Ausgaben dünner und Artikel kürzer geworden, auf Sri Lanka standen zeitweise sogar die Druckerpressen still, weil das Papier fehlte. Und selbst in Australien, das sonst mit Rohstoffen gesegnet ist, sorgen sich Verlage, dass aufgrund der Papierknappheit einige Zeitungen vom Markt verschwinden könnten.</p>
<p>In der Schweiz spürt CH Media, Herausgeberin zahlreicher Zeitungen, den Anstieg der Energie- und Papierpreise ebenfalls. «Aargauer Zeitung», «St. Galler Tagblatt» und Co. erscheinen aber «zurzeit im gewohnten Umfang», teilt Unternehmenssprecher Stefan Heini auf Anfrage mit. Auch gebe es keine Pläne, Seitenumfänge zu reduzieren oder einzelne Ausgaben einzustellen. «Wir müssen jedoch jederzeit bereit sein, auf die Entwicklung der Lage entsprechend zu reagieren», so Heini. «Sähen wir uns gezwungen, zu kürzen, dann geschähe dies wann immer möglich nicht beim redaktionellen Inhalt, sondern beispielsweise bei den Eigeninseraten.»</p>
<p>Auch Tamedia spürt den Anstieg des Papierpreises. Die monatelangen Streiks in finnischen Papierfabriken, der Ukraine-Krieg sowie «eine sehr dynamische Preisentwicklung im Energiesektor» hätten dazu geführt, dass die Preise für Papier «dramatisch gestiegen» seien, erklärt Sprecher Philip Kuhn auf Anfrage – eine Verdoppelung allein zwischen November 2020 und April 2022. Deshalb habe man die Tarife der Zeitungsabos und auch die Einzelverkaufspreise diesen Sommer «nachjustieren» müssen. Die «Sonntagszeitung» kostet beispielsweise seit Anfang August pro Exemplar am Kiosk 6.40 Franken und damit 40 Rappen mehr als zuvor, berichtet Kuhn. «Aufgrund hoher Energiepreise und der nach wie vor mangelnden Verfügbarkeit von Rohstoffen bleibt die Lage in der ganzen Schweiz angespannt.»</p>
<blockquote><p>«Zeitung lesen wird also teurer und wir zählen auf die Solidarität der Abonnentinnen und Abonnenten.»<br />
<small>Stefan Wabel, Verband Schweizer Medien</small></p></blockquote>
<p>Stefan Wabel, Geschäftsführer des Verlegerverbands Schweizer Medien, sieht das gleiche Bild: «Die bereits sehr angespannte Situation bezüglich der Beschaffung von Papier für die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften hat sich seit dem letzten Frühling durch diverse Entwicklungen nochmals deutlich verschärft», erklärt er auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Die Erhöhung der Papierpreise «in diesem Ausmass» könnten die Medienunternehmen nicht alleine verkraften. Einen Teil davon müssten sie in Form von Preiserhöhungen an ihre Abonnenten weitergeben, zumal auch die Kosten für die Distribution spürbar steigen und gleichzeitig die Werbeeinnahmen weiter sinken, schätzt Wabel. «Zeitung lesen wird also teurer und wir zählen auf die Solidarität der Abonnentinnen und Abonnenten.» </p>
<p>Aktuell würden die Zeitungsverlage «diverse Szenarien prüfen», so der Geschäftsführer des Verbands Schweizer Medien. «Dies insbesondere auch hinsichtlich einer möglichen Energiemangellage, welche sowohl für den Druck der Zeitung als auch für die Verfügbarkeit des Papiers gravierende Folgen haben könnte.» Konkret umgesetzt worden seien diese Massnahmen aber noch nicht. Trotzdem bleibt eine Reduktion von Seitenumfängen oder die Einstellung einzelner Printausgaben wie in Kanada ein realistisches Szenario, zumal die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs mit einem möglichen Gasmangel in den kälteren Wintermonaten heute noch nicht absehbar sind.</p>
<p>Was hierzulande noch ein Worst-Case-Szenario ist, ist in Kanada bereits Tatsache. Dort hat die Postmedia-Gruppe, zu der unter anderem die auflagenstarken Tageszeitungen «Vancouver Sun», «The Province» und «Calgary Herald» gehören, die gedruckte Montagsausgabe in dieser Woche <a href="https://www.thestar.com/news/canada/2022/09/21/postmedia-to-stop-monday-print-edition-of-nine-major-dailies.html" rel="noopener" target="_blank">eingestellt</a>. Stattdessen soll es nur noch ein E-Paper geben. Als Grund führte die Verlagsgruppe die veränderten Konsumgewohnheiten der Leser sowie die «eskalierenden Druck- und Zustellkosten» an.</p>
<blockquote><p>Die Energie- und Papierkrise kommt zur Unzeit – und trifft eine Branche, die ohnehin schon mit einer Reihe von Strukturproblemen zu kämpfen hat.</p></blockquote>
<p>Das Zeitungssterben auf dem krisengeschüttelten nordamerikanischen Markt dauert ja schon eine Weile an, doch die globale Energiekrise hat das Problem weiter verschärft. So hat die US-Verlagsgruppe Gannett, zu der unter anderem die «USA Today» gehört, in diesem Jahr bei über 100 seiner insgesamt 253 Zeitungstitel die samstägliche Printausgabe eingestellt. </p>
<p>Das Medienhaus, das seit der Fusion mit Gatehouse 2019 zur grössten Verlagsgruppe der USA aufgestiegen ist, hat in der Vergangenheit bereits rund 90 wenig lukrative Titel und Druckereien abgestossen. Der Verlagsriese will sich zukünftig stärker auf das Digitalgeschäft fokussieren. Nur das Flaggschiff «USA Today», dessen Abonnenten Zugang zu E-Papers der Regionalzeitungen erhalten, ist als Printausgabe unangefochten – obwohl die Zahl der Exemplare in Hotels drastisch reduziert wurde. Die gestiegenen Herstellungskosten und Zustellprobleme – jeder zehnte Fahrer hat in den USA im Zuge der Corona-Pandemie seinen Job aufgegeben – gehen nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei.</p>
<p>Die Energie- und Papierkrise kommt zur Unzeit – und trifft eine Branche, die ohnehin schon mit einer Reihe von Strukturproblemen zu kämpfen hat. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hat vorsorglich schon ihre <a href="https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/heute-in-rhein-main-mal-eben-das-doppelte-18246884.html" rel="noopener" target="_blank">Papiervorräte aufgestockt</a>, um gut durch den Winter zu kommen. In der Druckerei in Mörfelden-Walldorf wurde ein eigenes Zelt aufgestellt, wo Papierrollen eingelagert werden. Pro Tag werden 40 Tonnen Papier benötigt, um die FAZ zu drucken. «Wir planen sehr vorausschauend und versuchen Papier vorrätig zu halten, um auf aktuelle Entwicklungen auch im Notfall reagieren zu können», teilt eine Sprecherin mit. Aufgrund der aktuellen Lage seien derzeit «in kleinerem Umfang» Auflagenbestandteile reduziert worden. Um Papier und Herstellkosten zu sparen, seien die bisher getrennten Bünde «Immobilien» sowie «Beruf &#038; Chance», die freitags bzw. samstags erscheinen, in das Hauptprodukt integriert worden.</p>
<blockquote><p>Weniger Papier bedeutet auch: Es verschwinden Themen aus der gedruckten Zeitung.</p></blockquote>
<p>Doch nicht jeder Verlag kann Papier auf Vorrat lagern. Vor allem für kleinere Zeitungen, die nach wie vor auf das umsatzstarke Printgeschäft angewiesen sind, stellen die Versorgungsengpässe ein grösseres Problem dar. Eine Reduktion von Seiten und gleichzeitige Erhöhung der Preise birgt das Risiko, Abonnenten zu verlieren und weniger Umsatz für Anzeigen zu erzielen. Der mancherorts nur zaghafte vorangetriebene Ausbau des Digitalgeschäfts könnte einigen Medienhäusern nun auf die Füsse fallen.</p>
<p>Weniger Papier bedeutet auch: Es verschwinden Themen aus der gedruckten Zeitung. So druckt die «Süddeutsche Zeitung» Besprechungen des Ressorts «Das Politische Buch» nur noch alle 14 Tage. Ob die Sparmassnahme in Zusammenhang mit der Energiekrise steht, ist unklar. Je teurer die Herstellungs- und Zustellungskosten werden, desto mehr Anreize gibt es, auf digitale Distributionskanäle umzustellen. «Wir sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem wir aufpassen müssen, dass das Printgeschäft angesichts der dramatischen Verteuerungen überhaupt noch rentabel ist», sagte Wolfgang Poppen, Verleger der «Badischen Zeitung» und Präsident des Bundesverbandes Druck und Medien bvdm, gegenüber dem <a href="https://buchmarkt.de/meldungen/wir-sind-mittlerweile-an-einem-punkt-angelangt-an-dem-wir-aufpassen-muessen-dass-das-printgeschaeft-angesichts-der-dramatischen-verteuerungen-ueberhaupt-noch-rentabel-ist/" rel="noopener" target="_blank">Branchendienst «Buchmarkt»</a>. Subventionen für die Zeitungszustellung können den Prozess nur verlangsamen, aber nicht aufhalten. Die «Berliner Tageszeitung» taz hat schon 2018 öffentlich mit dem Gedanken gespielt, bis 2022 ihre tägliche Printausgabe <a href="https://blogs.taz.de/hausblog/szenario-2022/" rel="noopener" target="_blank">einzustellen</a> und bis auf das Wochenende nur noch online zu erscheinen. Bislang erscheint die Zeitung weiter täglich gedruckt. Die Energiekrise könnte das aber bald ändern.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<h3>Auch Buchbranche spürt Papiermangel</h3>
<p>Auch Buchverlage ächzen unter gestiegenen Energie- und Herstellungskosten. Die Preise für Papier, Karton und Pappe sind in den vergangenen beiden Jahren massiv gestiegen, um teils bis zu 60 Prozent. Hochwertige Papiersorten, die etwa für Bildbände oder Graphic Novels gebraucht werden, sind rar und teuer. Zwar kaufen Verlage im Vorfeld grosse Mengen Papier ein und sichern sich damit ein Stück weit gegen Preissteigerungen ab. Doch im Gegensatz zum Zeitungsgeschäft lässt sich die Druckauflage von Büchern im Vorfeld schwer kalkulieren. Manche Titel, die in der ersten Auflage in hoher Stückzahl produziert werden, entpuppen sich als Ladenhüter, andere wiederum avancieren überraschend zum Bestseller und müssen eilig nachgedruckt werden. Dafür braucht es Reserven.</p>
<p>Aufgrund des Papiermangels haben einige Verlage daher die Auslieferung ihrer Bücher verschoben oder Titel ganz aus dem Programm genommen. Print ist nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle des Buchmarkts, E-Books machen lediglich fünf bis sechs Prozent des Umsatzes aus. Dementsprechend gross ist die Abhängigkeit vom Papier. Suhrkamp-Verleger Jonathan Landgrebe hat kürzlich in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» gefordert, dass Bücher teurer sein sollten. Im Gegensatz zu Tageszeitungen seien die Preise für Bücher in den vergangenen Jahren kaum erhöht worden. Vorschläge, die Kosten für die vergleichsweise teuren E-Books zu senken, lehnte Landgrebe mit Blick auf die zu unterhaltende Infrastruktur und Händlermargen ab.</p></div>
<p>Bild: Unsplash/<a href="https://unsplash.com/@bank_phrom" rel="noopener" target="_blank">Bank Phrom</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/18/papierkrise-zeitung-lesen-wird-noch-teurer/">Papierkrise: Zeitung lesen wird noch teurer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frisst der Markt die Literatur?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/14/frisst-der-markt-die-literatur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 12:35:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Buchmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Literaturmarkt ist heute Teil einer erbarmungslosen #Kulturindustrie, die von den ökonomischen Eliten längst als profitable Anlagequelle entdeckt wurde: Die Kreativwirtschaft soll boomen, doch zu welchem Preis? Carolin Amlinger ist zu Gast bei #JacobinTalks und spricht mit Matthias Ubl über ihr neues Buch «Schreiben: Eine Soziologie literarischer Arbeit».</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Literaturmarkt ist heute Teil einer erbarmungslosen #Kulturindustrie, die von den ökonomischen Eliten längst als profitable Anlagequelle entdeckt wurde: Die Kreativwirtschaft soll boomen, doch zu welchem Preis? Carolin Amlinger ist zu Gast bei #JacobinTalks und spricht mit Matthias Ubl über ihr neues Buch «Schreiben: Eine Soziologie literarischer Arbeit».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/14/frisst-der-markt-die-literatur/">Frisst der Markt die Literatur?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Renaissance der unabhängigen Buchhandlungen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/24/renaissance-der-unabhaengigen-buchhandlungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2015 12:03:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandradio Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Buchmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Penguin Random House]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Print gegen Digital: Von diesem Kampf wird auch der Buchmarkt in Amerika bestimmt. Markus Dohle, Chef von Penguin Random House, prophezeit dort eine gute Koexistenz von Print und Digital. Zugleich sei eine Renaissance des unabhängigen Buchhandels zu beobachten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/24/renaissance-der-unabhaengigen-buchhandlungen/">Renaissance der unabhängigen Buchhandlungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Print gegen Digital: Von diesem Kampf wird auch der Buchmarkt in Amerika bestimmt. Markus Dohle, Chef von Penguin Random House, prophezeit dort eine gute Koexistenz von Print und Digital. Zugleich sei eine Renaissance des unabhängigen Buchhandels zu beobachten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/24/renaissance-der-unabhaengigen-buchhandlungen/">Renaissance der unabhängigen Buchhandlungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Wandel ist nicht aufzuhalten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/02/22/der-wandel-ist-nicht-aufzuhalten/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/02/22/der-wandel-ist-nicht-aufzuhalten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Torsten Haeffner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 09:59:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Buchpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Buchpreisbindung]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturgut]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Buchmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Abstimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geht es um die Buchpreisbindung, herrscht hüben wie drüben eine ziemliche Ratlosigkeit: Die Befürworter wollen ihre unter Druck geratenen Margen retten. Die Gegner argumentieren mit der Notwendigkeit des freien Marktes. Klar scheint indes soviel: Mit der Wiedereinführung der Buchpreisbindung würde sich der Buchhandel in falscher Sicherheit wiegen. Morgen nimmt an dieser Stelle Dani Landolf, Geschäftsführer <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/22/der-wandel-ist-nicht-aufzuhalten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/22/der-wandel-ist-nicht-aufzuhalten/">Der Wandel ist nicht aufzuhalten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/buchpreis_nein.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Geht es um die Buchpreisbindung, herrscht hüben wie drüben eine ziemliche Ratlosigkeit: Die Befürworter wollen ihre unter Druck geratenen Margen retten. Die Gegner argumentieren mit der Notwendigkeit des freien Marktes. Klar scheint indes soviel: Mit der Wiedereinführung der Buchpreisbindung würde sich der Buchhandel in falscher Sicherheit wiegen.<br />
<em>Morgen nimmt an dieser Stelle Dani Landolf, Geschäftsführer des Buchhändler- und Verlegerverbands SBVV, für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung Stellung.</em><br />
<span id="more-30439"></span><br />
Die Ratlosigkeit schlug in Empörung um, als Bundesrat Johann Schneider-Ammann Ende Januar – obwohl der Bundesrat dagegen ist – für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung plädierte, davon aber von Privatleuten gekaufte E-Books und Bücher ausnahm. Die Befürworter in Parlament und beim Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband zeigten sich erwartungsgemäss entrüstet. Ein solches Gesetz, hiess es unisono, hätte man niemals akzeptiert, weil es nichts brächte.</p>
<p>Man kann – wie dies die Preisbindungsbefürworter auch tun – auf andere Länder wie Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande hinweisen. Diese Länder kennen eine Buchpreisbindung unterschiedlichster Ausprägung. In den Niederlanden gilt sie beispielsweise nicht für E-Books. Ebenso gut lassen sich aber auch Länder anführen, die dieses Instrument zur Margensicherung nicht kennen. In Ägypten beispielsweise gibt es keine Buchpreisbindung. Dort lassen sich die Verleger ihre Dienste häufig von den Autoren bezahlen. Die – häufig international beachteten und übersetzten – Bücher ägyptischer Schriftsteller werden dann für wenig Geld an die Buchhandlungen abgeben und die sorgen für die Verbreitung des gedruckten Guts unter den Lesern.</p>
<p>Ob das Buch ein Kulturgut sei, wurde an <a href="https://medienwoche.ch/2011/09/08/von-schweinen-und-buchern/" target="_self">dieser Stelle</a> bereits erörtert. Ist dieses vermeintliche „Kulturgut Buch“ aber nun tatsächlich in Gefahr, wenn sein Preis „frei“ ist? Mitnichten. Das Beispiel Ägypten, aber auch die ellenlangen Listen jährlich publizierter Bücher in anderen Ländern beweisen es.</p>
<p>Bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollte auch folgender Umstand: Die Schweizer Literatur wird seitens der Kantone, des Bundes und diverser Organisationen bereits mannigfaltig gefördert. Alleine die Kantone zahlten laut einer <a href="www.ipmz.uzh.ch/media/downloads/transfer/IPMZ_Studie_Schweizer_Buchmarkt.pdf" target="_self">Studie der Uni Zürich</a> im Jahr 2005 (neuere Zahlen sind leider nicht verfügbar) rund 3,8 Millionen Franken an Fördergeldern. Pro Helvetia schreibt – im Auftrag des Bundes – für das Jahr 2012 gerade Werkbeiträge in einer Gesamthöhe von 600.000 Franken aus (Anmeldeschluss: <a href="www.prohelvetia.ch/fileadmin/user_upload/customers/prohelvetia/Foerderung/Ausschreibungen/Werkbeitraege_2012/111222_Ausschreibung_Werkbeitraege_2012_de_def.pdf" target="_self">1. März!</a>). Für die Kulturförderung gesamthaft erhielt sie vom Bund für die Jahre 2012 bis 2015 einen <a href="http://www.prohelvetia.ch/Zahlen-und-Fakten.52.0.html?&amp;L=0" target="_blank">Rahmenkredit</a> in Höhe von 140,4 Millionen Franken. Und dann sind da noch diverse Stiftungen von Privaten und Unternehmen, die grosszügig Gelder für oft anspruchsvolle Literaturprojekte zur Verfügung stellen.</p>
<p>Worum geht es den Verlegern und Buchhändlern denn konkret? Die Verlage wollen ihre Preise zuhanden des Buchhandels autark festlegen können, ohne dass ihnen grosse Handelsketten die Abnahmepreise mehr oder minder diktieren können. Eine Buchpreisbindung würde den Verlagen darüber hinaus relative stabile und heterogene Absatzstrukturen (kleine, mittelgrosse und grosse Buchhandlungen) sichern. Und die Buchhandlungen? Sie hoffen natürlich, sich bei gesicherten Buchpreisen vor dem ruinösen Preiswettbewerb besser schützen und aufgrund dessen einigermassen gut überleben zu können.</p>
<p>Bleibt alles, wie es ist, d. h. kommt die Buchpreisbindung nicht, dann geraten kleine und mittelgrosse Buchhandlungen bei zunehmendem Preisdruck in Existenznot oder unter die Räder, und die grossen Handelsketten werden die Verlage bei der Preisbildung immer mehr unter Druck setzen, worauf deren Margen schwinden. In diesem Falle also würden die klassischen Kräfte des Marktes und des Verdrängungswettbewerbs wirken. Soweit das Horrorszenario der Verlags- und Buchhandlungsbranche.</p>
<p>Bei Licht besehen ist zu fragen: „Na und?“ Natürlich ist es für den einzelnen Buchhändler oder Verleger schmerzhaft, seine Existenz unter dem Druck der Kampfpreise und veränderten Marktstrukturen dahinschwinden zu sehen. Aber dieser Realität sind letztlich alle Teilnehmer und Mitwirkenden funktionierender Märkte ausgesetzt, seien es Milchbauern, Bauunternehmen, Automobilwerkstätten oder Metzger. Sie alle kämpfen gegen sinkende Preise und Margen – und oftmals ums eigene Überleben. Manche überleben, manche nicht. Das ist das Leben.</p>
<p>Vice versa gilt: Eine Vielzahl von Landwirtschaftsbetrieben, Bauunternehmen, Automobilwerkstätten und Metzgereien floriert, weil sie ihr Angebot konsequent umgebaut haben. Statt auf die Produktion von billigen Massengütern oder Dienstleistungen setzen sie konsequent auf die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Güter und Serviceleistungen, für die die Kunden bereitwillig höhere Preise zu zahlen bereit sind. Sollte dies im Buchhandel unmöglich sein?</p>
<p>Markus Schneider, Mitbegründer des Echtzeit Verlags , Basel, plädiert in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift «Schweizer Monat» unter dem Titel <a href="www.schweizermonat.ch/artikel/das-buch-ist-eine-ware" target="_blank">«Das Buch ist eine Ware»</a> gegen die Buchpreisbindung. In aller Kürze zusammengefasst, sagt Schneider: Den Verlagen kann es durchaus recht sein, wenn die Preise sinken, weil sie ein grosses Interesse daran haben, hohe Stückzahlen abzusetzen. Und die Buchhändler müssen sich halt nach der Decke strecken und besseren Service anbieten.</p>
<p>So gesehen sollten Buchhändler wie Verlage auf drei andere Erfolgsfaktoren setzen: auf Selbstvertrauen, Pioniergeist und neue Strategien.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/22/der-wandel-ist-nicht-aufzuhalten/">Der Wandel ist nicht aufzuhalten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Von Schweinen und Büchern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Torsten Haeffner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 09:17:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Buchpreisbindung]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Buchhändler und Verlage jammern. Mal ist es die Buchpreisbindung, die ihre Geschäftsaussichten trübt, dann sind es neue Technologien wie das E-Book, und neuerdings ist die Frankenstärke schuld an der Misere. Anstatt zu jammern, könnte sich die Buchbranche ein Beispiel an den Schweizer Schweinezüchtern nehmen. Der «Schweizerbauer» wusste am 25. August zu berichten: «Seit 2008 ist <a href="https://medienwoche.ch/2011/09/08/von-schweinen-und-buchern/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/09/08/von-schweinen-und-buchern/">Von Schweinen und Büchern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/09/buch_icon.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Buchhändler und Verlage jammern. Mal ist es die Buchpreisbindung, die ihre Geschäftsaussichten trübt, dann sind es neue Technologien wie das E-Book, und neuerdings ist die Frankenstärke schuld an der Misere. Anstatt zu jammern, könnte sich die Buchbranche ein Beispiel an den Schweizer Schweinezüchtern nehmen.<br />
<span id="more-28915"></span><br />
Der «Schweizerbauer» wusste am 25. August zu berichten: «Seit 2008 ist der Preis für Schlachtschweine um 37 Prozent auf heute 3,20 Franken pro Kilo gesunken (..) Die Schweineproduzenten wollen auf Hilfe vom Bund oder der Politik verzichten: ‹Sollte sich die Politik auf irgendeine Weise im Schweinemarkt betätigen, dann guet Nacht am Sechsi›,<a href="http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_25805.html" target="_blank"> sagte der Zuger SVP-Nationalrat</a> und Schweinezüchter Marcel Scherer.»</p>
<p>Gleichentags <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Frankenstaerke-Schweizer-Buchverlage-protestieren/story/17695928" target="_blank">im Tages-Anzeiger</a>: «Der starke Franken verursacht Schweizer Buchverlagen hohe Einbussen. Nun hat der Buchhändler- und Verlegerverband bei Bundesrat Johann Schneider-Ammann angeklopft. Der Verband fordert, dass die Buchbranche bei der Verteilung der geplanten zwei Milliarden Franken Förderung mit zu berücksichtigen sei.»</p>
<p>Was ist der Unterschied zwischen einem Schwein und einem Buch? Im Prinzip gibt es keinen, zumindest aus marktspezifischer Sicht nicht: Schweine wie Bücher sind handelbare Produkte, deren Preise vorwiegend von Angebot und Nachfrage bestimmt werden.</p>
<p>Und was ist der Unterschied zwischen Schweinezüchtern und Buchhändlern und Verlegern? Die Schweinezüchter wollen ihre Probleme selbst lösen. Die Buchhändler, Verleger jammern und machen die hohle Hand.</p>
<p>«Ja aber, das Buch ist doch ein Kulturgut!», hört man Verleger und Buchhändler unisono rufen. Mit Verlaub, die Sau ist es auch, vor allem, wenn sie gebraten mit einer guten Sauce und einem Knödel auf einem Teller gereicht wird.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: Die wenigsten Verlage und Buchhändler verdienen wirklich Geld. Vor allem kleine und mittelgrosse Belletristik-Verlage und Händler kämpfen ums Überleben, ganz unabhängig davon, ob die Buchpreisbindung bleibt oder elektronische die gedruckten Bücher ablösen werden. Es geht ihnen mehrheitlich hundsmiserabel, und zwar seit vielen Jahren.</p>
<p>Und warum jammern sie dann ausgerechnet jetzt so laut? Weil sie vor ihren Schwächen ablenken wollen, weil sie keine Innovationen haben. Bücher werden noch immer mehr oder minder produziert und verkauft wie zu Gutenbergs Zeiten.</p>
<p>Es gibt kein Menschenrecht auf profitables Züchten von Schweinen, sowenig wie es ein Menschenrecht gibt auf renditeträchtiges Publizieren von Büchern. Woraus Verlage und Buchhändler den Anspruch auf gesicherte Preise, Umsätze und Renditen ableiten, bleibt schleierhaft.</p>
<p>Warum weigern sich noch immer viele namhafte Verlage, E-Books herauszugeben? Warum kommt kein Verlag auf die Idee, E-Books zu verlegen und den jeweiligen Text zum Beispiel partiell mit Musik, überraschenden Geräuschen oder Bildern, adäquat zur jeweiligen Handlungssequenz zu hinterlegen? <a href="http://www.fontblog.de/hat-das-tonbuch-zukunft" target="_blank">Technisch wäre das machbar</a>. Das wäre ein neues Erlebnis für den Leser, der hoffentlich auch bereit wäre, einen guten Preis dafür zu bezahlen. Man müsste es vielleicht wollen. Ist nur eine Idee …</p>
<p>Warum kochen so viele kleine und mittelgrosse Verlage so mühsam ihr eigenes karges Süppchen, statt sich mit anderen Verlagen, die eine sinnvolle Ergänzung zum eigenen Programm bilden, zusammenzutun, um die Kosten und Schlagkraft gemeinsam zu verbessern? Was spricht denn dagegen, zumindest die Vermarktung <a href="http://www.boersenblatt.net/454692/" target="_blank">gemeinsam an die Hand zu nehmen</a>?</p>
<p>Warum sind die Vokabeln «Prozessanalyse», «Prozesskosten», «Prozessoptimierung» in vielen Verlagen Fremdwörter?<br />
Warum bietet keiner der Verlage E-Book und Hörbuch in einem an? «Das ist eine andere Vertriebsschiene», wird gleich abgewiegelt. Man könnte es im Zug lesen und sich den anschliessenden Fussweg mit einer Hörsequenz verkürzen.<br />
Das Buch in der Cloud? Pay per Read von Kurzgeschichten? Sharing von Büchern? Das ist keine Träumerei. Amazon macht’s mit «Kindle Singles» vor und auch andere <a href="http://meedia.de/background/meedia-blogs/stefan-winterbauer.html#c36842" target="_blank">Grossverlage sind nicht untätig</a>.</p>
<p>Ein kostenpflichtiger Privat-TV- oder Rundfunk-Kanal, in dem Bücher vorgelesen werden, finanziert durch Gebühren und Werbung? In den Altenheimen und Kindergärten wären sie vielleicht dankbar dafür und würden etwas dafür bezahlen.</p>
<p>Innovation ist gefragt, «Kooperation und Konvergenz längs der Prozesskette – vom Autor bis zum Leser» lautet die Devise: damit weiterhin Geschichten erzählt, verlegt und verkauft werden können. Das wäre die Mission. Der Rest ist harte Arbeit.</p>
<p><small>Bild: CC <a href="http://www.flickr.com/photos/martinroell/248451360/" target="_blank">Flickr/Martin Roell</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank">BY-SA-2.0-Lizenz</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/09/08/von-schweinen-und-buchern/">Von Schweinen und Büchern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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