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	<title>Buchpmarkt | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Vielfalt bewahren – heute und morgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dani Landolf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 09:39:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Buchpreisbindung passt als Kulturförderungsinstrument bestens in die neue Medienwelt. Mit fixen Preisen werden Inhalt und Qualität verkaufsentscheidend. Internationale Online-Händler wie Amazon halten sich sehr wohl an die Gesetzgebung der belieferten Länder. Ausserdem ist die Buchpreisbindung eine effiziente und schlanke Marktregulierung, weil sie ohne Subventionen und zusätzliche Bürokratie auskommt. Fakt ist: Im Buchmarkt ist seit <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/23/vielfalt-bewahren-heute-und-morgen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/buchpreis_ja.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Die Buchpreisbindung passt als Kulturförderungsinstrument bestens in die neue Medienwelt. Mit fixen Preisen werden Inhalt und Qualität verkaufsentscheidend. Internationale Online-Händler wie Amazon halten sich sehr wohl an die Gesetzgebung der belieferten Länder. Ausserdem ist die Buchpreisbindung eine effiziente und schlanke Marktregulierung, weil sie ohne Subventionen und zusätzliche Bürokratie auskommt.<br />
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Fakt ist: Im Buchmarkt ist seit einigen Jahren eine Veränderung im Gange, die die Branche stärker wandelt als alles, was seit Gutenberg geschehen ist. Die Digitalisierung verändert nicht nur Trägermedium, Produktion, Vermarktung und Handel, sondern künftig auch Inhalte, die Rolle des Autors und auch die der Leserinnen und Leser von E-Books. Und trotzdem wird auch hier die Regel gelten: Das neue Medium wird das alte ergänzen, es aber nicht ersetzen. Das gedruckte Buch hält sich ausgesprochen gut. Selbst nach Jahren des angekündigten digitalen Durchbruchs sind die Umsätze von E-Books im deutschsprachigen Raum noch unter zwei Prozent. Und auch wenn diese Zahl schon bald stark zunehmen wird, Printbücher werden im europäischen Publikumsmarkt eine wichtige Rolle behalten.</p>
<p>Damit zurück zum Schweizer Buchpreisbindungsgesetz, über das am 11. März abgestimmt wird. Die Preisbindung gilt für gedruckte Bücher in Schweizer Landessprachen und für alle Verkaufskanäle, also für die Buchhandlung um die Ecke ebenso wie für den Buchdiscounter oder den Onlinehandel. Und dies auch grenzüberschreitend, obwohl die Gegner unermüdlich und mit Hilfe des FDP-Bundesrats Schneider-Ammann versuchen, den klaren Willen des Parlaments zu beugen, das eine Ausnahmeregelung für den grenzüberschreitenden Internethandel explizit aus dem Gesetzesentwurf gestrichen hat.</p>
<p>Dass diese Regelung gar nicht so speziell ist wie immer dargestellt, zeigt ein Blick über die Landesgrenzen: In sämtlichen Nachbarländern und Hauptimportländern der Schweiz gilt die Preisbindung auch fürs Internet, und funktioniert problemlos. Amazon &amp; Co. halten sich an die Gesetze, selbst im grenzüberschreitenden Handel nach Österreich, wo das gleiche Buch wegen der unterschiedlichen Mehrwertsteuer etwas teurer ist als in Deutschland. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dies bei einer Wiedereinführung der Preisbindung in der Schweiz anders sein sollte.</p>
<p>Erstaunlicherweise tun speziell regelmässige Internet-User so, als sei eine solche technische Lösung, die einer geografisch definierten Zielgruppe ein spezielles Angebot macht, ein Unding. Dabei sollte inzwischen doch klar sein, dass wir im Netz permanent lokalisiert werden, und zwar wenn ich mein GMX-Mailprogramm öffne ebenso wie wenn ich auf einem Online-Shop oder in sozialen Netzwerken unterwegs bin. Demzufolge werden mir Produkte gezeigt und Angebote gemacht. Und auch die Durchsetzung der Preisbindung ist einfacher, als von den Gegnern immer wieder behauptet. Kein Zollbeamter und kein Polizist hat damit etwas zu tun. Kontrolliert wird durch einen von der Branche bezahlten Preisbindungstreuhänder nämlich nur das Angebot des Händlers, und nicht der einzelne Käufer. Dabei reicht es, wie die Praxis zeigt, wenn die Marktleader mit gutem Beispiel vorangehen, sprich Amazon, Weltbild oder buch.de.</p>
<p>Bücher sind Wirtschafts- und Kulturgüter. Sie unterscheiden sich damit von Turnschuhen oder Raviolibüchsen. Die Preisbindung ist das bewährteste und einfachste Förderinstrument, um die Vielfalt zu erhalten – egal ob in der alten oder der neuen Bücherwelt. Denn wie Deutschland oder Frankreich zeigen, kann das Prinzip auch ohne weiteres auf E-Books ausgedehnt werden. Wenn jedes Buch seinen vom Verlag im Wettbewerb mit zehntausenden andern Titeln kalkulierten Preis hat, sind Inhalt und Qualität kaufentscheidend. Die Händler profilieren sich nicht über Preisnachlässe, sondern über Dienstleistungen und Service. Damit werden die aus Grossbritannien bekannten Rabattschlachten verhindert, bei denen die Kleinen immer am kürzeren Hebel sitzen, Discounter den unabhängigen Buchhandel plattwalzen und am Ende ein oder zwei Anbieter übrigbleiben – was nicht nur kultur-, sondern auch wirtschaftspolitisch deutlich fragwürdiger ist als eine einfache Marktregulierung. Und eine bunte Buchhandelslandschaft ist für die kulturelle Vielfalt unabdingbar: Denn trotz Amazon &amp; Co brauchen (noch) unbekannte Autoren und die kleinen Verlage den unabhängigen Buchhandel. Sie brauchen Buchhändlerinnen und Buchhändler, die Titel ins Sortiment nehmen, welche sie inhaltlich überzeugen, und nicht nur Stapelware von Starautoren oder Werke mit hohen Werbekostenzuschüssen von international tätigen Grossverlagen.</p>
<p>Und schliesslich ist kein anderes Kulturförderinstrument als die Preisbindung effizienter und für den Staat billiger, in Zeiten knapper Staatskassen ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil: Kein Franken Steuergeld wird eingesetzt, keine Kommission entscheidet, was gefördert werden soll. Die Leserinnen und Leser helfen mit ihrem Kauf, die Vielfalt zu fördern – egal, welche Bücher sie lesen und wo sie sie kaufen. Und wir alle profitieren zudem von guten Preisen übers gesamte Sortiment und nicht nur von Rabatten auf einzelnen Bestsellern.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/23/vielfalt-bewahren-heute-und-morgen/">Vielfalt bewahren – heute und morgen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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