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	<title>Christoph Tonini | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 13 Jun 2019 15:02:34 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Christoph Tonini: «Ich habe das Tempo der Digitalisierung unterschätzt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/12/christoph-tonini-ich-habe-das-tempo-der-digitalisierung-unterschaetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2019 14:38:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heisst Tamedia bald nicht mehr Tamedia? Gegenüber persoenlich.com spricht Noch-CEO Christoph Tonini über hunderte Mitarbeitende, die wegen der Umwandlung zur Holding neue Arbeitsverträge erhalten und seine persönlichen Pläne abseits der Medienbranche.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/12/christoph-tonini-ich-habe-das-tempo-der-digitalisierung-unterschaetzt/">Christoph Tonini: «Ich habe das Tempo der Digitalisierung unterschätzt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heisst Tamedia bald nicht mehr Tamedia? Gegenüber persoenlich.com spricht Noch-CEO Christoph Tonini über hunderte Mitarbeitende, die wegen der Umwandlung zur Holding neue Arbeitsverträge erhalten und seine persönlichen Pläne abseits der Medienbranche.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/12/christoph-tonini-ich-habe-das-tempo-der-digitalisierung-unterschaetzt/">Christoph Tonini: «Ich habe das Tempo der Digitalisierung unterschätzt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Für uns  ist es fast nicht fassbar, wie schnell dieser Wandel von statten geht.»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/08/06/fuer-uns-ist-es-fast-nicht-fassbar-wie-schnell-dieser-wandel-von-statten-geht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Aug 2018 06:42:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia-CEO Christoph Tonini zeichnet im Interview mit persoenlich.com ein dramatisches Bild der Entwicklung auf dem digitalen Werbemarkt in der Schweiz. Gegen die Übermacht von Google und Facebook sei wenig auszurichten. Die beiden Giganten erreichten dieses Jahr in der Schweiz ein Wachstum, das grösser sei als der ganze jährliche Werbeumsatz von Tamedia Digital, sagt Tonini. «Wenn Tamedia als grösstes Medienhaus im digitalen Werbemarkt nicht mehr wächst, zeigt das, dass wir es nicht schaffen gegen diese enorme multinationale Übermacht.» Umso unverständlicher sei es, dass die Wettbewerbskommission geplante Zusammenschlüsse und Übernahmen, wie etwa jene von Tamedia und Goldbach oder Tages-Anzeiger und «Basler Zeitung», nur unter einem nationalen Blickwinkel prüfe. «Da frage ich mich schon, ob die Kommission wahrnimmt, dass wir alle in der Schweiz bereits heute Zwerge sind gegen diese Internet-Giganten.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/08/06/fuer-uns-ist-es-fast-nicht-fassbar-wie-schnell-dieser-wandel-von-statten-geht/">«Für uns  ist es fast nicht fassbar, wie schnell dieser Wandel von statten geht.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia-CEO Christoph Tonini zeichnet im Interview mit persoenlich.com ein dramatisches Bild der Entwicklung auf dem digitalen Werbemarkt in der Schweiz. Gegen die Übermacht von Google und Facebook sei wenig auszurichten. Die beiden Giganten erreichten dieses Jahr in der Schweiz ein Wachstum, das grösser sei als der ganze jährliche Werbeumsatz von Tamedia Digital, sagt Tonini. «Wenn Tamedia als grösstes Medienhaus im digitalen Werbemarkt nicht mehr wächst, zeigt das, dass wir es nicht schaffen gegen diese enorme multinationale Übermacht.» Umso unverständlicher sei es, dass die Wettbewerbskommission geplante Zusammenschlüsse und Übernahmen, wie etwa jene von Tamedia und Goldbach oder Tages-Anzeiger und «Basler Zeitung», nur unter einem nationalen Blickwinkel prüfe. «Da frage ich mich schon, ob die Kommission wahrnimmt, dass wir alle in der Schweiz bereits heute Zwerge sind gegen diese Internet-Giganten.»  </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/08/06/fuer-uns-ist-es-fast-nicht-fassbar-wie-schnell-dieser-wandel-von-statten-geht/">«Für uns  ist es fast nicht fassbar, wie schnell dieser Wandel von statten geht.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Christoph Tonini: «Der Werbemarkt ist unter gigantischem Druck»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/08/05/christoph-tonini-der-werbemarkt-ist-unter-gigantischem-druck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Aug 2018 15:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia steht ein grosser Stellenabbau bevor. Denn durch die gemeinsamen Redaktionen und technische Veränderungen gebe es weniger Arbeit. Nun will CEO Christoph Tonini wachrütteln: Google und Facebook seien enorm schnell zur grossen Bedrohung geworden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/08/05/christoph-tonini-der-werbemarkt-ist-unter-gigantischem-druck/">Christoph Tonini: «Der Werbemarkt ist unter gigantischem Druck»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia steht ein grosser Stellenabbau bevor. Denn durch die gemeinsamen Redaktionen und technische Veränderungen gebe es weniger Arbeit. Nun will CEO Christoph Tonini wachrütteln: Google und Facebook seien enorm schnell zur grossen Bedrohung geworden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/08/05/christoph-tonini-der-werbemarkt-ist-unter-gigantischem-druck/">Christoph Tonini: «Der Werbemarkt ist unter gigantischem Druck»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Christoph Tonini: «Wir sind bereit, weitere Partner ins Audience-Geschäft einzubinden»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/12/22/christoph-tonini-wir-sind-bereit-weitere-partner-ins-audience-geschaeft-einzubinden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2017 14:09:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia-CEO Christoph Tonini geht davon aus, dass die Übernahme der Goldbach Group bis April abgeschlossen werden kann. Dann will er das Digitalgeschäft von Goldbach und Tamedia weitgehend bündeln. Doch um Google und Facebook Paroli bieten zu können, hält er Tamedia/Goldbach noch immer für zu klein. Tonini appellierte deshalb an weitere Schweizer Inhalteanbieter, zusammen zu arbeiten. <a href="http://www.horizont.net/schweiz/nachrichten/Christoph-Toninis-Appell-Wir-sind-bereit-weitere-Partner-ins-Audience-Geschaeft-einzubinden-163675">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia-CEO Christoph Tonini geht davon aus, dass die Übernahme der Goldbach Group bis April abgeschlossen werden kann. Dann will er das Digitalgeschäft von Goldbach und Tamedia weitgehend bündeln. Doch um Google und Facebook Paroli bieten zu können, hält er Tamedia/Goldbach noch immer für zu klein. Tonini appellierte deshalb an weitere Schweizer Inhalteanbieter, zusammen zu arbeiten. Angesprochen sind vorab Admeira und NZZ/AZ.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/12/22/christoph-tonini-wir-sind-bereit-weitere-partner-ins-audience-geschaeft-einzubinden/">Christoph Tonini: «Wir sind bereit, weitere Partner ins Audience-Geschäft einzubinden»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Tamedia-Chef Christoph Tonini: «20 Minuten ist auch Journalismus»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/06/tamedia-chef-christoph-tonini-20-minuten-ist-auch-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Feb 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das waren noch Zeiten, als die Tamedia ihr Geld mit dem Tages-Anzeiger verdiente. Unter der Führung von Christoph Tonini wurde das grösste Schweizer Verlagshaus zum digitalen Gemischtwarenladen, das vor allem in Plattformen wie Homegate oder Ricardo investiert. Und der Journalismus, Herr Tonini?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/06/tamedia-chef-christoph-tonini-20-minuten-ist-auch-journalismus/">Tamedia-Chef Christoph Tonini: «20 Minuten ist auch Journalismus»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das waren noch Zeiten, als die Tamedia ihr Geld mit dem Tages-Anzeiger verdiente. Unter der Führung von Christoph Tonini wurde das grösste Schweizer Verlagshaus zum digitalen Gemischtwarenladen, das vor allem in Plattformen wie Homegate oder Ricardo investiert. Und der Journalismus, Herr Tonini?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/06/tamedia-chef-christoph-tonini-20-minuten-ist-auch-journalismus/">Tamedia-Chef Christoph Tonini: «20 Minuten ist auch Journalismus»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Auch im digitalen Zeitalter mit Publizistik Geld verdienen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/02/12/auch-im-digitalen-zeitalter-mit-publizistik-geld-verdienen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2016 14:13:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Native Advertising]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[CEO]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews Jan/Feb 2016]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia entwickelt sich vom Zeitungs- und Zeitschriftenverlag zum digitalen Medien- und Dienstleistungsunternehmen. Christoph Tonini, Vorsitzender der Unternehmensleitung, erklärt im Gespräch, welche Rolle die Publizistik im zunehmend breiteren Geschäftsfeld spielen soll und warum Tamedia die Werbeallianz von Ringier, Swisscom und SRG zwar nicht fürchtet, aber trotzdem bekämpft. MEDIENWOCHE: In einem Monat legt Tamedia die Geschäftszahlen vor <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/12/auch-im-digitalen-zeitalter-mit-publizistik-geld-verdienen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/12/auch-im-digitalen-zeitalter-mit-publizistik-geld-verdienen/">«Auch im digitalen Zeitalter mit Publizistik Geld verdienen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia entwickelt sich vom Zeitungs- und Zeitschriftenverlag zum digitalen Medien- und Dienstleistungsunternehmen. Christoph Tonini, Vorsitzender der Unternehmensleitung, erklärt im Gespräch, welche Rolle die Publizistik im zunehmend breiteren Geschäftsfeld spielen soll und warum Tamedia die Werbeallianz von Ringier, Swisscom und SRG zwar nicht fürchtet, aber trotzdem bekämpft.<br />
<span id="more-26770"></span><br />
<strong>MEDIENWOCHE: In einem Monat legt Tamedia die Geschäftszahlen vor für das vergangene Jahr. Wie war 2015?</strong><br />
Christoph Tonini: Nimmt man unsere Halbjahreszahlen als Basis wird 2015 für die ganze Gruppe auch ein gutes Jahr sein. Der Strukturwandel von Print in Richtung Digital, den wir bereits in den Vorjahren gesehen haben, setzt sich aber nicht nur unvermindert fort, sondern sogar mit verstärktem Tempo.</p>
<p><strong>Wie wird sich die 240 Millionen Franken schwere Übernahme von Ricardo auf das Ergebnis auswirken?</strong><br />
Wir haben Ricardo im September übernommen, die Umsätze der letzten vier Monate flossen damit in unser Ergebnis mit ein. Für uns ist die Übernahme ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu unserem Ziel, ein wirklich digitales Medienunternehmen zu werden. Wir sind schon heute das ergebnisstärkste digitale Medienhaus der Schweiz und Ricardo stärkt uns in vielerlei Hinsicht.</p>
<p><strong>Wie genau?</strong><br />
Wir können unsere digitale Reichweite deutlich vergrössern und so auch den Digital-Anteil am Ergebnis steigern. Und wir haben neu Zugang zu spannenden Daten, denn Ricardo hat über zwei Millionen registrierte Nutzer, deren Interessen und Kaufverhalten wir kennen. Entsprechend interessant ist Ricardo auch als Ergänzung im Werbemarkt.</p>
<p><strong>Sie wollen mittelfristig 50 Prozent des operativen Gewinns im Digitalgeschäft erwirtschaften. Wie nah kommt Tamedia diesem Ziel?</strong><br />
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dieses Ziel, das ja auch die Ergebnisse aus dem publizistischen Digitalgeschäft beinhaltet, im laufenden Jahr erreichen werden. 2015 waren wir bereits auf gutem Weg dorthin. Dank Ricardo sowie der Beteiligung an local.ch und search.ch sollten wir die 50-Prozent-Schwelle nun erreichen.</p>
<p><strong>Den Grossteil des Digitalumsatzes erwirtschaftet Tamedia mit Online-Marktplätzen und Service-Plattformen. Wie wichtig ist Ihnen die Balance mit dem traditionellen Mediengeschäft?</strong><br />
Wenn man alle unsere publizistischen Medien anschaut, tragen diese immer noch knapp 75 Prozent zum Umsatz, sowie zu mehr als der Hälfte des Gewinns bei. Entsprechend ist das weiterhin unser wichtigstes Geschäft. Darum ist es uns auch so wichtig, ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu finden und mit der Publizistik auch im digitalen Zeitalter weiterhin Geld zu verdienen.</p>
<p><strong>Bei den abonnierten Tageszeitungen versucht Tamedia die Verluste mit Digitalabos zu kompensieren. Gelingt das?</strong><br />
Wir konnten weiter zulegen bei den Digitalabos, aber wir können die Printverluste noch nicht eins-zu-eins kompensieren. Wir müssen im digitalen Geschäft zuerst neue Kompetenzen aufbauen, bevor wir vermehrt in digitale Kampagnen investieren. Das ist etwas komplett Neues für uns. Früher konnten wir für die Zeitungen und Zeitschriften über die klassischen Kanäle kommunizieren, sei das mit Flyern oder mit Telefonmarketing. Heute müssen wir den potenziellen Kunden in der richtigen Situation im Netz finden und ansprechen, damit die Chance einer Konversion besteht. Das hat mit traditionellem Verlagsmarketing nicht mehr viel zu tun.</p>
<p><strong>Wann beisst ein potenzieller Abonnent im Netz am ehesten an?</strong><br />
Da stehen wir noch am Anfang der Lernkurve. Das Produktangebot muss laufend weiter ausgebaut werden und wir müssen mit den digitalen Nutzern den Dialog aufnehmen, wenn sie im Netz unterwegs sind. Mit neuen Angeboten wie der 12-App wollen wir einen echten Mehrwert bieten, um die Kunden davon überzeugen zu können, dass der Preis, den sie für ein Abo bezahlen, angemessen ist.</p>
<p><strong>Ist die 12-App ein Anfixprodukt, um die Leute auf den Geschmack kostenpflichtiger Online-Inhalte zu bringen?</strong><br />
Nicht nur. Wir wollen mit der 12-App auch zahlende Kunden gewinnen, die sonst gar nicht an eine klassische Medienmarke herankommen würden. Andererseits ist für uns die Kundenbeziehung wichtig. Wir möchten wissen, wer die registrierten User sind und ihre Nutzungsgewohnheiten und Interessen kennen, um unser Angebot auch daran anpassen zu können.</p>
<p><strong>Auf dem Werbemarkt standen Sie vor der Herausforderung, die Werbung quasi neu erfinden zu müssen für Mobilgeräte. Wie ging das?</strong><br />
Offen gesagt, wurden wir bei «20 Minuten» durch die rasante Zunahme der mobilen Nutzerschaft ins kalte Wasser geworfen. Wir verfügten zwar über ein grosses Werbeinventar, hatten aber keine Kommerzialisierungsstrategie – und es gab in der Schweiz noch keinen echten mobilen Werbemarkt. Wir haben dann mit speziellen Teams begonnen, Showcases mit grossen Kunden aufzubauen.</p>
<p><strong>Welche Werbeformen funktionieren mobil?</strong><br />
Wir sehen, dass bei Mobile-Geräten Native Advertising sehr gut funktioniert. Aber wir sind uns auch bewusst, dass das immer eine Gratwanderung ist. Es muss weiterhin deutlich zu erkennen sein, dass es sich um Werbung handelt. Darum deklarieren wir diese Storys immer klar, bei 20 Minuten beispielsweise als Sponsored Content.</p>
<p><strong>Akzeptiert das Publikum von 20 Minuten Werbung generell besser?</strong><br />
Das kommt auf die Umsetzung der Kampagne an. Kürzlich lief beispielsweise eine Kampagne auf «20 Minuten», bei der wir den Kunden im Vorfeld darauf hingewiesen hatten, dass wir das Werbevolumen für zu hoch halten. Aber der Kunde wollte das so. Und prompt reagierten die Leserinnen und Leser ziemlich heftig. Das zeigt, dass es auch bei kostenlosen Medien klare Grenzen gibt. Wenn wir die Nutzer halten wollen, müssen wir das respektieren. Das ist eine permanente Auseinandersetzung mit den Werbekunden, die natürlich etwas möglichst Exklusives möchten. Aber manchmal müssen wir die Kunden auch vor sich selber schützen.</p>
<p><strong>Hat «20 Minuten» den Tages-Anzeiger als Flaggschiff von Tamedia abgelöst und profitiert darum am stärksten von Innovation und Investition?</strong><br />
Das wäre ein falsches Bild. Wir versuchen immer, einen guten Teil der Innovation von «20 Minuten» für die übrigen Medien zu nutzen. Ein Beispiel ist etwa das Selfbooking-Tool für lokale Inserenten, das «20 Minuten» entwickelt hat. Wir können das auch bei unseren Regionalzeitungen einsetzen, damit lokale Unternehmen ihre Anzeigen dort direkt aufgeben können. Wir haben zudem einen internen IT-Pool, der die Plattform-Entwicklung vorantreibt. Von der Innovationsgeschwindigkeit von «20 Minuten» profitieren deshalb auch die anderen Medien.</p>
<p><strong>Und was ist mit dem Journalismus?</strong><br />
Da gibt es auch sehr innovative Leute, etwa im Bereich Data Mining. Wir haben beispielsweise eigens ein Team gebildet, das an einer Plattform für investigatives Data Mining arbeitet, das im Laufe dieses Jahres den ersten Tamedia-Redaktionen zur Verfügung stehen soll. Dieses System erlaubt die Analyse sehr komplexer Dokumente und Sachverhalte in kurzer Zeit. Orientierung in der riesigen Informationsflut zu schaffen, wird immer anspruchsvoller, deshalb versuchen wir effizienter zu werden und dem Journalismus die für Recherche und Analyse erforderlichen Mittel zu bieten. Das wird sich mittelfristig in einer höheren Qualität niederschlagen, was gerade für unsere Bezahlzeitungen von zentraler Bedeutung ist, die tagtäglich beweisen müssen, warum sie etwas kosten.</p>
<p><strong>Bei den Bezahlzeitungen setzt Tamedia seit Jahren auf Konzentration und Kostenoptimierung. Die Investitionen, von denen Sie eben sprachen, vermögen doch den Verlust an Vielfalt und Know-How der letzten Jahre nicht zu kompensieren.</strong><br />
Das sind immer Anpassungen an die wirtschaftliche Realität. Wir sind stets darum bemüht, Kosten zu sparen, ohne dass die Qualität unserer Produkte darunter leidet. Diese Entwicklung betrifft aber nicht nur die Bezahlzeitungen. Auch die gedruckte Pendlerzeitung von «20 Minuten» entwickelt sich auf dem Werbemarkt rückläufig. Da greifen die gleiche Prozesse wie bei den Bezahlzeitungen. Wir haben etwa das Newsdesk von «20 Minuten» und Newsnet zusammengelegt, um noch effizienter zu sein. Die Pushmeldungen der Medien sind heute fast identisch, damit kann man sich nicht mehr differenzieren. Zentral ist für uns stets, die Qualität unserer Produkte beibehalten zu können, bei allem was wir tun. Die Kooperation von «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» in Bern zeigt, dass es sogar möglich ist, die Qualität zu steigern, obwohl wir kooperieren. Wir versuchen, die publizistische Vielfalt so lange wie möglich zu bewahren. Aber es ist durchaus möglich, dass sich irgendwann in der Zukunft der Markt so entwickelt, dass auch die Schliessung eines Titels nicht ausgeschlossen ist.</p>
<p><strong>Wann erscheint die letzte gedruckte Zeitung?</strong><br />
Irgendwann erreichen wir vermutlich eine industrielle Grenze, ab der es aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn mehr macht, die Druckmaschinen anzuwerfen. Aber davon sind wir zum Glück noch sehr weit weg.</p>
<p><strong>Auf dem Werbemarkt sieht sich Tamedia einer neuen Allianz von SRG, Ringier und Swisscom gegenüber. Beschreiben Sie das Worst-case-Szenario unter dem Tamedia zu leiden hätte wegen der neuen Marktsituation.</strong><br />
Wir haben stets betont, dass wir nicht davon ausgehen, dass Tamedia durch dieses Joint Venture massiv geschädigt würde. Es ist aber so: Am Ende hat der Werbekuchen eine bestimmte Grösse und wenn die Allianz alles machen könnte, was sie nun vorhat, dann würden sie sicherlich auch Marktanteile zu unseren Lasten gewinnen.</p>
<p><strong>Wenn es das Geschäft von Tamedia kaum tangiert, wieso dann der vehemente Widerstand?</strong><br />
Wir finden es grundsätzlich falsch, dass durch die Partnerschaft von staatsnahen, respektive gebührenfinanzierten Unternehmen mit einem privaten Medienhaus der Wettbewerb verzerrt wird. Für regionale Medienhäuser aber auch spezialisierte nationale Zeitschriften und Zeitungen stellt das Joint Venture eine echte Gefahr dar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Sinne der Bevölkerung sein kann, wenn Gebührengelder für die Konsolidierung des Werbemarktes eingesetzt werden und das letztlich die Medienvielfalt gefährdet.</p>
<p><strong>Kürzlich erwähnte Sie SRG-Generaldirektor Roger de Weck in der «Zeit». Tamedia habe einmal selbst versucht, eine Werbeallianz zu schmieden und sei damit gescheitert. De Wecks Fazit: Ihre einzige Kritik sei eigentlich, dass heute die Falschen das Richtige tun.</strong><br />
Wir haben vor einigen Jahren versucht, einen Teil des Performance-Inventars der privaten Medien zu poolen, aber das ist an den jeweiligen Individualinteressen gescheitert. Das ändert aber nichts an unserer Besorgnis über die Wettbewerbsverzerrung durch das Joint Venture. Eine solche Allianz ist grundsätzlich nicht förderlich für die Medienvielfalt.</p>
<p><strong>Tamedia betreibt zusammen mit Swisscom search.ch und local.ch, mit Ringier das Joint-Venture Jobcloud. Hat sich das Klima getrübt, seit bekannt wurde, dass sich die beiden mit der SRG gegen die Interessen von Tamedia verbündet haben?</strong><br />
In der kleinen Schweiz ist es normal, dass zwei Unternehmen im einen Geschäftsbereich Partner sind und in einem anderen Konkurrenten. Zum Glück sind wir sowohl mit Ringier bei Jobcloud als auch mit Swisscom bei local.ch und search.ch in zwei Unternehmen aktiv, die sich sehr gut entwickeln. Das macht das Leben in diesen Partnerschaften sicher einfacher. Die Anfangsphase, als die Allianz bekannt wurde, war emotional aufgeladen. Das hat sich inzwischen normalisiert.</p>
<p><strong>Von Ihnen hat man bisher wenig gehört zur Werbeallianz und auch zur Medienpolitik äussern Sie sich selten. Warum?</strong><br />
Für die medienpolitischen Themen ist bei Tamedia in der Regel der Verleger und Präsident zuständig. Pietro Supino ist ja auch im Verband Schweizer Medien aktiv, der sich massgeblich mit Medienpolitik befasst. Diese Rollenteilung halte ich für sinnvoll. Ausserdem ist das eine zeitintensive Aufgabe und ich bin sehr dankbar, dass ich mich dem operativen Geschäft widmen kann. Aber unsere Positionen in medienpolitischen Fragen sind absolut deckungsgleich.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/12/auch-im-digitalen-zeitalter-mit-publizistik-geld-verdienen/">«Auch im digitalen Zeitalter mit Publizistik Geld verdienen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wer schwächelt, wird fit getrimmt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/27/wer-schwaechelt-wird-fit-getrimmt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 12:29:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Romandie]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Le Matin]]></category>
		<category><![CDATA[24 Heures]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Tribune de Genève]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=13327</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den nächsten drei Jahren will das Zürcher Medienhaus Tamedia 34 Millionen Franken an Kosten einsparen. Geprüft würden «alle Optionen». Besonders bei den Zeitungen in der Westschweiz sorgt das neuerliche Sparpaket für rote Köpfe. Als am vergangenen Donnerstag Tamedia die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr bekannt gab, liess sich bereits erahnen, dass bald ein nächstes <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/27/wer-schwaechelt-wird-fit-getrimmt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/27/wer-schwaechelt-wird-fit-getrimmt/">Wer schwächelt, wird fit getrimmt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den nächsten drei Jahren will das Zürcher Medienhaus Tamedia 34 Millionen Franken an Kosten einsparen. Geprüft würden «alle Optionen». Besonders bei den Zeitungen in der Westschweiz sorgt das neuerliche Sparpaket für rote Köpfe.<br />
<span id="more-13327"></span><br />
Als am vergangenen Donnerstag Tamedia die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/" target="_self">bekannt gab</a>, liess sich bereits erahnen, dass bald ein nächstes Sparprogramm folgen würde; von «negativer Entwicklung», «Umsatzrückgang» und – ausblickend – «Kostensenkungsmassnahmen» war die Rede. Konkrete Zahlen nannten aber Tamedia-Präsident Pietro Supino und CEO Christoph Tonini keine. Inzwischen ist die Summe bekannt: Eine Sparkur <a href="https://www.dropbox.com/s/mpccsf07g0bsjx1/20130326-interne-mitteilung.pdf" target="_blank">im Umfang von 34 Millionen Franken</a>, verteilt über die nächsten drei Jahre, steht dem Unternehmen bevor. Hauptbetroffene sind die kostenpflichtigen Zeitungen. Diese erbringen zwar weiterhin mehr als die Hälfte des Betriebsertrags, verlieren aber unwiederbringlich an Ertragskraft. 18 Millionen sollen deshalb <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/24_heures" target="_blank">die vier</a> <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/tribune_de_geneve" target="_blank">Tageszeitungen</a> <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/le_matin" target="_blank">in der</a> <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/zeitungen/media/le_temps" target="_blank">Westschweiz</a> einsparen, 16 die Deutschschweizer Titel.</p>
<p>Seit diese Zahlen und insbesondere die Verteilung zwischen den Sprachregionen intern bekannt wurden, ist bei den Redaktionen in Lausanne und Genf Feuer im Dach. Über das <a href="http://www.rts.ch/info/economie/4770020-le-groupe-de-presse-tamedia-veut-economiser-34-millions-de-francs.html" target="_blank">Westschweizer Radio und Fernsehen</a> schlugen sie Alarm: Bis zu 100 Redaktionsstellen seien in Gefahr, «Le Matin» drohe gar die Einstellung. Politikerinnen und <a href="http://www.rts.ch/video/info/journal-19h30/4770190-tamedia-le-groupe-de-presse-zurichois-tamedia-a-l-intention-d-economiser-34-millions-de-francs.html" target="_blank">Politiker</a>, <a href="http://www.syndicom.ch/de/newsaktivitaeten/news/news-detailansicht/news/unverantwortliches-und-skandaloeses-sparprogramm-bei-tamedia.html" target="_blank">sowie die</a> <a href="http://www.impressum.ch/web/impressum-de/service/Presse/Tamedia-Publications-romandes.html" target="_blank">Berufsverbände</a> protestieren gegen die Ankündigung und bekunden bereits ihre Solidarität und versprachen den Zeitungen ihre Unterstützung im Bemühen darum, eine vielfältige Presselandschaft in der Westschweiz zu erhalten.</p>
<p>Die Chefredaktoren sahen sich vor den Kopf gestossen und vermuteten hinter den für sie überraschenden Sparmassnahmen eine Machtdemonstration der Konzernzentrale in Zürich. Dort hält man die Aufregung für «nicht berechtigt» und versucht die Wogen zu glätten. Ausser dem Umfang des Sparpakets sei noch gar nichts beschlossen. Man habe bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Sparmassnahmen ergriffen, viele davon ohne direkte Folgen für das Medienangebot, zeigt sich Unternehmenssprecher Christoph Zimmer zuversichtlich.</p>
<p>Die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass Tamedia wenig Federlesen macht, wenn das Ziel einmal feststeht: Wer schwächelt, wird ohne Rücksicht auf Verluste fit getrimmt. Die unternehmensweit angestrebte Ergebnismarge von 15 Prozent ist der Massstab, an dem sich alle Produkte messen lassen müssen. <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/bei-tamedia-sind-keine-geldgierigen-verleger-am-werk-305312#.UVLkDFtYT3E" target="_blank">Nicht Geldgier</a>, sondern das Ziel langfristig handlungsfähig zu bleiben, rechtfertigten diesen Wert. «Wir wollen weiter in neue Geschäftsfelder investieren», sagt Unternehmenssprecher Zimmer. In den letzten zwölf Jahren habe Tamedia bereits rund 1.5 Milliarden Franken investiert. Dies sei ohne gute Ergebnisse nicht möglich.</p>
<p>Dass es beim aktuellen Sparpaket die Westschweiz stärker treffen soll als die Deutschschweiz, erklärt man bei Tamedia mit den grösseren strukturellen Schwierigkeiten der französischsprachigen Zeitungen und den geringeren Aussichten auf Besserung. Insbesondere der Boulevard-Titel «Le Matin» bereitet dem Unternehmen Sorge. Im letzten Jahr, so steht es im Kurzbericht zum Geschäftsjahr 2012, konnte die überregionale Tageszeitung «die gesetzten Ziele nicht erreichen». Trotz Kostensenkung sei es nicht gelungen, die seit Jahren bestehenden Verluste abzubauen.</p>
<p>Es soll aber nicht nur gespart. Auch neue Einnahmequellen will Tamedia erschliessen. So hat «Le Matin» mit dem Ringier-Blatt «Blick» zusammengespannt, um mit Glücksspielangeboten für die Leser Geld zu verdienen. Aber auch mit neuen publizistischen Projekten versucht Tamedia die Ertragslage verbessern, etwa mit dem <a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/media/encore" target="_blank">Lifestyle-Magazin «Encore»</a>, das «Le Matin Dimanche» und Sonntagszeitung beigelegt wird.</p>
<p>Auch wenn der Fokus nun auf der Westschweiz liegt, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Zeitungen in der Deutschschweiz von den Sparmassnahmen betroffen sein werden. Konkrete Massnahmen seien aber auch hier noch keine beschlossen, heisst es bei Tamedia. Ein mögliches Sparprojekt, von dem in den letzten Monaten intern verschiedentlich die Rede war, ist eine engere Kooperation der Deutschschweizer Regionalzeitungen. So könnte die Berner Zeitung auch den Mantel für die Zürcher Landzeitungen liefern. Ein solcher Schritt wäre mit dem Abbau von Journalistenstellen verbunden. Bis jetzt gab es von Tamedia kein Bekenntnis dazu, bei den kommenden Sparmassnahmen das historische Kerngeschäft, den Journalismus, möglichst unangetastet zu lassen. Gut ist für das Unternehmen, was rentiert. Der Journalismus, zumal jener in gedruckten Zeitungen, hat dabei immer schlechtere Karten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/27/wer-schwaechelt-wird-fit-getrimmt/">Wer schwächelt, wird fit getrimmt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Ansprechendes Ergebnis» – aber nicht für Zeitungen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 16:21:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Medienunternehmen Tamedia hat die Geschäftszahlen für 2012 bekannt gegeben. Während das traditionelle Kerngeschäft, die regionalen und nationalen Zeitungen, weiter schwächelt, kommt das digitale Geschäft noch nicht richtig in die Gänge. Dennoch erzielte der Zürcher Konzern ein, laut CEO Christoph Tonini, «ansprechendes Ergebnis» von 152 Mio. Franken, bei einem Ertrag von 1,05 Mrd. Franken. [View <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Medienunternehmen Tamedia hat die Geschäftszahlen für 2012 bekannt gegeben. Während das traditionelle Kerngeschäft, die regionalen und nationalen Zeitungen, weiter schwächelt, kommt das digitale Geschäft noch nicht richtig in die Gänge. Dennoch erzielte der Zürcher Konzern ein, laut CEO Christoph Tonini, «ansprechendes Ergebnis» von 152 Mio. Franken, bei einem Ertrag von 1,05 Mrd. Franken.<br />
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<script src="//storify.com/nick_luethi/tamedia-bilanzmedienkonferenz-2013.js"></script><noscript>[<a href="//storify.com/nick_luethi/tamedia-bilanzmedienkonferenz-2013" target="_blank">View the story &#8222;Paywall und mobile Werbung im Zentrum&#8220; on Storify</a>]</noscript></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/">«Ansprechendes Ergebnis» – aber nicht für Zeitungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Es gibt keine Alternative»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Dec 2012 08:51:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[CEO]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
		<category><![CDATA[Edipresse]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Kall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Per Ende Jahr tritt Martin Kall als CEO von Tamedia zurück. Nach zehn Jahren an der Spitze der Unternehmensleitung wechselt er in den Verwaltungsrat des Zürcher Medienunternehmens. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE blickt Kall zurück auf die Entwicklung Tamedias von einem «bedeutenden KMU» zum gesamtschweizerischen Medienhaus, die er mit Akquisitionen und Kooperationen massgeblich vorangetrieben hat. <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/">«Es gibt keine Alternative»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Per Ende Jahr tritt Martin Kall als CEO von Tamedia zurück. Nach zehn Jahren an der Spitze der Unternehmensleitung wechselt er in den Verwaltungsrat des Zürcher Medienunternehmens. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE blickt Kall zurück auf die Entwicklung Tamedias von einem «bedeutenden KMU» zum gesamtschweizerischen Medienhaus, die er mit Akquisitionen und Kooperationen massgeblich vorangetrieben hat. Für die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre, die Kommerzialisierung der mobilen Mediennutzung, kennt Kall kein Rezept. Er weiss nur, dass daran kein Weg vorbeiführt.<br />
<span id="more-30572"></span><br />
<strong>MEDIENWOCHE: Derzeit wird wieder einmal heftig und teils aufgeregt über die Zukunft der Zeitung und der Medien überhaupt debattiert. Gibt es irgendetwas, was dazu noch nicht gesagt wurde?</strong><br />
Martin Kall: Was mir auffällt, ist ein viel zu grosser Pessimismus in der Branche. Dabei wäre doch eigentlich Optimismus nötig. Gerade wenn man einmal zurückliegt in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Ausserdem sollte man nicht von Einzelfällen, wie nun der Einstellung der Financial Times Deutschland oder der Insolvenz der Frankfurter Rundschau, aufs Ganze schliessen.</p>
<p><strong>Wie erklären Sie sich diese notorisch pessimistische Haltung in weiten Kreisen der Branche?</strong><br />
Wir leben davon, dass wir viele Menschen beschäftigen, die sehr sensibel auf Veränderungen reagieren, die Themen aufspüren, bevor sie überhaupt allgemein wahrgenommen werden. Das gehört zum Journalismus, wie auch ein ausgeprägtes Interesse an Dingen, die schlecht laufen. Ich bin aber überzeugt, dass das Thema Zeitungskrise in ein paar Wochen wieder vom Tisch ist.</p>
<p><strong>Was die Branche wohl noch eine Weile beschäftigen wird, ist die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Würden Sie sich für ein solches Gesetz ins Zeug legen?</strong><br />
Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass es viel grundlegendere Themen gibt im Bereich unserer zukünftigen digitalen Geschäftsmodelle als neue Gesetze. Überall, wo wir versuchen, den Staat zu Hilfe zu rufen, ist meine Erfahrung gewesen, dass es im Endeffekt erhebliche Nachteile mit sich bringt. Das Verhältnis zu Google müsste viel mehr unter dem Blickwinkel des Wettbewerbsrechts betrachtet werden und weniger des Urheberrechts. Missbraucht Google seine dominante Marktposition?</p>
<p><strong>Welches Verhältnis hat Tamedia zu Google?</strong><br />
Natürlich ist uns auch bewusst, dass Google eine Dienstleistung erbringt, die Menschen in aller Welt als unersetzlich anschauen. Aber gleichzeitig spüren wir gerade im Werbemarkt den enormen Druck, der für digitale Geschäftsmodelle von Google ausgeht. Das macht uns in Teilen auch grosse Sorgen.</p>
<p><strong>Wenn Sie Google des Monopols bezichtigen, so könnte man das in gewisser Weise ja auch von Tamedia behaupten mit seiner dominanten Stellung in der Schweiz.</strong><br />
Das lässt sich so natürlich nicht vergleichen. Wir haben uns sehr frühzeitig gefragt, was liegt im Interesse dieses Medienmarktes Schweiz. Die Wettbewerbskommission hat in all den Jahren, in denen ich hier war, in jedem einzelnen Fall das Dossier sehr genau geprüft. In einem Fall, als sich Espace Media an 20 Minuten beteiligen wollte, hat sie uns das untersagt. Wir sind dann bis zum Bundesgericht und haben dort mit einer einzigen Auflage die Genehmigung erhalten. Das Wettbewerbsrecht ist aber nur die eine Seite. In einem Land, das so dezentral ist und kulturell vielfältig, wie die Schweiz ist, wird derjenige, der stark ist, besonders genau beobachtet. Und das ist für uns mindestens genauso wichtig.</p>
<p><strong>Vor zehn Jahren haben Sie Tamedia als «bedeutendes KMU» beschrieben. Heute stehen sie einem Konzern vor. Was ist vom KMU geblieben?</strong><br />
Es geht um den Spirit. Wenn das Unternehmen so gross ist, dass es sich in einem Teilbereich von seinen Märkten, von seinen Mitarbeitenden entfernt, an Schnelligkeit verliert – das assoziiere ich mit dem Begriff Konzern. Das wollen wir vermeiden. Eine Riesenstärke von Tamedia ist die Familie, die das Unternehmen mehrheitlich besitzt. Ein Eigentümer, der tagtäglich selber im Unternehmen ist, unser Verwaltungsratspräsident Pietro Supino. Dadurch können wir schnell entscheiden.</p>
<p><strong>Ihr Vorgänger, Michel Favre, bezeichnete seine Amtsdauer als «eine Zeit, in der sich Tamedia grundlegend verändert hat». Von Ihren zehn Jahren kann man das erst recht sagen.</strong><br />
Ganz wichtige Dinge haben sich auch in meinen zehn Jahren nicht verändert. Denn wir bauen ja auch auf die Stärken unserer DNA.</p>
<p><strong>Was macht Tamedia im Kern aus?</strong><br />
Das ist zum Beispiel die Verankerung im politischen Journalismus mit traditionsreichen Medien, «24 Heures» hat in diesem Jahr den 250. Geburtstag gefeiert. Aus diesen Hauptmedien haben sich viele andere Aktivitäten entwickelt. Die Überzeugung, dass wir in diesem politischen System eine wichtige Rolle und Funktion wahrnehmen, zählt auch zu unserer DNA. Wie auch die Überzeugung, dass wir als privates Unternehmen diese Dienstleistung aus eigener Kraft und nicht mit Hilfe des Staates erbringen. Daran hat sich überhaupt nichts geändert in all den Jahren. Eine Veränderung, die ohne Rücksicht auf die Tradition erfolgt, ist immer gefährlich und sollten wir möglichst meiden.</p>
<p><strong>Sie sagten schon vor längerer Zeit, die Zeitungsbranche in der Schweiz sei keine Wachstumsbranche – um kurz darauf mit Espace Media und Edipresse zwei grosse Zeitungshäuser zu kaufen.</strong><br />
Auf den ersten Blick mag das als Widerspruch erscheinen. Auf den zweiten hoffentlich nicht. Schon Anfang der 1990er Jahre war klar, dass der Zeitungsmarkt nicht mehr wachsen wird. In einem solchen Markt gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder den Markt verlassen oder die eigene Marktposition stärken, um dem Druck zu begegnen, der in einem rückläufigen oder stagnierenden Umfeld automatisch entsteht. Das Zweite war unsere Antwort.</p>
<p><strong>Ist die Investition ins Zeitungsgeschäft nicht einfach die Akkumulation eines Klumpenrisikos?</strong><br />
Eine Strategie, mit der man Schwerpunkte setzt, führt automatisch zur Frage: Neigen wir vielleicht zu stark in eine Richtung? Aber ich glaube, Tamedia ist auf die strukturellen Veränderungen in diesem Markt gut vorbereitet. Die Hauptherausforderung in den nächsten Jahren wird das digitale Geschäft sein. Wird es uns gelingen, neben der Pflege des Printmediengeschäfts hier einen Bereich zu entwickeln, der substanziell zur Zukunft und Gesundheit von Tamedia beiträgt?</p>
<p><strong>Beim digitalen Geschäft hofft nun die Zeitungsbranche auf den Erfolg von Bezahlmodellen mittels Paywall. Weshalb erst jetzt?</strong><br />
Wir haben zwischen 2005 und 2011 erheblich in unsere kostenlosen Online-Angebote von Newsnet und 20min.ch investiert und jedes Jahr unsere durchaus ambitionierten Businesspläne übertroffen. Wir hatten sogar zweistellige Umsatzrenditen im Online-Bereich. Dann kam der durchschlagende Erfolg der Smartphones. Die Zahl der Desktop-Nutzer stagniert oder ist sogar leicht rückläufig und die mobilen Nutzer fangen an, die Desktop-Nutzer zu überholen. Mittelfristig heisst das, dass wir für die bezahlten Zeitungen digital eine zweite Erlösquelle finden müssen. Und die Paywall ist jetzt unser Weg dorthin.</p>
<p><strong>Aber «20 Minuten Online» bleibt gratis?</strong><br />
Ja, bei einem reichweitenstarken Medium wie «20 Minuten» besteht eine gute Chance, auch langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Bei den anderen Newsportalen steht der Erfolg beim Publikum im Kontrast zur kommerziellen Entwicklung.</p>
<p><strong>Woher soll das Geld kommen?</strong><br />
Das ist die entscheidende Frage. Wir haben noch kein funktionierendes Modell gefunden. Aber wir sind zuversichtlich. Beim Desktop haben wir auch lange von vielen in der Branche gehört, dass die Umsätze nicht kommen. Nun haben wir sie und erst noch in einem äusserst erfreulichen Rahmen. Mit Online-Anzeigen erreichen wir heute vergleichbare Umsätze wie mit Zeitungsinseraten. Bei der mobilen Nutzung sind wir aber noch um den Faktor zehn schlechter. Wir müssen nun eine gewisse Geduld aufbringen und den Werbekunden dieses Medium erklären.</p>
<p><strong>Sie erlebten in Ihrer Zeit an der Spitze von Tamedia fette Jahre und auch magere. 2003 war ganz schwach. Stimmt das Gerücht, dass sie nach dem schwachen Ergebnis auf den Lohn verzichtet hatten?</strong><br />
(lacht) Nicht auf den Lohn, so weit bin ich nicht gegangen. Der Verwaltungsrat und ich haben uns damals bewusst gesagt, wir müssen einen Beitrag leisten und haben unser Grundgehalt um zehn Prozent reduziert. Wir hätten diese Reduktion auch verlängert, wenn wir nicht schon 2004 wieder ein anständiges Ergebnis erzielt hätten.</p>
<p><strong>Sind Sie eine sparsame Person?</strong><br />
Das bin ich auf jeden Fall. Nicht dass ich mir das asketisch auferlegen müsste. Ich habe einfach mehr Freude daran, ein Buch zu lesen oder mit Freunden zusammen zu sein, Sport zu treiben, als einkaufen zu gehen. Wenn ich auf Geschäftsreisen bin, versuche ich sparsamer zu sein, als wenn ich privat unterwegs bin. Das sind wir als Angestellte auch denjenigen schuldig, für die wir arbeiten und mit deren Geld wir umgehen. In einer Branche, die so unter Druck steht wie die unsere, steht eine gewisse Sparsamkeit allen gut an. Das bewundere ich an der Schweiz, dass viele Führungskräfte in allen Bereichen der Gesellschaften, ja sogar Bundesräte äusserst bescheiden auftreten. Das ist nicht nur wirtschaftlich eine vernünftige, sondern auch eine sympathische Haltung.</p>
<p><strong>Sie sind ja nicht nur als Privatperson für Sparsamkeit bekannt, sondern auch als Tamedia-Chef. Gerade im redaktionellen Bereich haben sie einige Male im grossen Stil Stellen abgebaut.</strong><br />
Das ist eindeutig so, wir haben viele schmerzliche Schritte machen müssen, und zwar nicht nur in den Redaktionen, sondern viel stärker in Verlagen und Druckereien. Wir haben uns auch von Aktivitäten getrennt und dafür gute Lösungen gefunden. Zum Beispiel mit den neuen Eigentümern für unsere Radio- und Fernsehsender, die wir verkauft haben.</p>
<p><strong>Vielen Medienschaffenden in schlechter Erinnerung ist die Entlassung von 52 Journalisten beim Tages-Anzeiger im Mai 2009.</strong><br />
Für eine stolze Redaktion war das natürlich ein erheblicher Einschnitt. Und den durchzusetzen in einer solchen Institution ist immer sehr schwierig. Wir, auch ich hätten das zudem kommunikativ besser unterstützen können.</p>
<p><strong>Was viele Journalisten nicht verstehen, sind die hohen Renditeerwartungen in einem Geschäft, das eigentlich in erster Linie der Öffentlichkeit verpflichtet sein sollte.</strong><br />
Um unabhängig zu bleiben und nicht in die Fänge des Staats oder von Unternehmen mit anderen als publizistischen Interessen zu geraten, braucht es zuerst die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Die verlangt dann halt, dass man am Ende solche Entscheidungen trifft. Das ist manchmal notwendig, muss aber auf eine anständige Art erfolgen, beispielsweise mit einem Sozialplan. Aber was ich auch sagen muss: Tamedia hat heute immer noch die personell am besten dotierten Redaktionen der Schweizer Medien. Ich könnte das in jeder Kategorie belegen.</p>
<p><strong>Stossend ist doch vor allem, dass ein kerngesundes Unternehmen, das zweistellige Umsatzrenditen ausweist, massenweise Journalisten entlässt.</strong><br />
Das ist kein Widerspruch. Denn auch jemand der gesund ist, geht zur Vorsorge und handelt auch, bevor es zu spät ist.</p>
<p><strong>Es gibt aber kein Naturgesetz, das besagt eine zweistellige Profitmarge zu erzielen.</strong><br />
Wenn Sie Zweidrittel ihres Umsatzes auf dem Werbemarkt erwirtschaften und wenn es ein konjunktursensibles Geschäft ist, dann sind sie in einer Krise ganz schnell bei null. Man braucht ein gewisses Sicherheitspolster.</p>
<p><strong>Spielt die weitverzweigte Eigentümerfamilie eine Rolle als Profittreiber?</strong><br />
In keiner Weise. Auch andere Medienunternehmen, mit denen wir uns vergleichen, etwas Schibsted oder Axel Springer, erbringen diese Leistung. Das ist absolut notwendig.</p>
<p><strong>Im Mai 2011 kündigten sie an, in den nächsten zwei Jahren 200 neue Stellen schaffen zu wollen in den digitalen Medien, ein Grossteil davon in den Redaktionen. Dieses Ziel haben sie kürzlich nach unten korrigiert. Weshalb?</strong><br />
Wir haben die Investitionen wie geplant vorgenommen, aber weitere Ausbauschritte unterlassen, weil die Umsätze der News-Sites zu stagnieren begannen, obwohl unsere Nutzerzahlen weiter explosionsartig angestiegen sind. Bei den Display-Anzeigen ist es sogar so, dass die Umsätze genau so rückläufig sind wie bei der Print-Werbung. Wir sind hier mitten in einer Digitalrevolution. Wir erleben eine wiederholte Veränderung des Marktes. Eine hohe Agilität und die Bereitschaft zu sagen, jetzt ändern wir etwas, ist dabei wichtig.</p>
<p><strong>Das heisst aber auch: Wenn die Mobile-Werbung nicht anzieht, wird es wiederum zu schmerzhaften Einschnitten kommen.</strong><br />
Wichtig ist nun, dass wir uns bewusst werden, welche Veränderungen vor sich gehen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass unsere starken Medienmarken, die für Nachrichtenkompetenz und Hintergrund stehen, ein Leben im Digitalen haben. Wir spüren ja, dass die Nutzer das wollen! Es gibt keine Alternative dazu. Wir müssen einfach den Mut haben, zu experimentieren.</p>
<p><strong>Bei Tamedia scheint mir die Experimentierfreude aber nicht besonders ausgeprägt zu sein.</strong><br />
Wir überlegen uns die Dinge sehr, sehr genau, aber wir haben in den letzten Jahren sehr mutig investiert in Dinge, an die kein Mensch geglaubt hatte. Ob dies nun die Pendlerzeitung ist oder eine Investition in Doodle. Unser Mut war erheblich, aber auch die Bereitschaft zu sagen, das ist jetzt anders gelaufen und nicht so gut, wie wir uns das gedacht haben, das machen wir falsch. Dann korrigieren wir es.</p>
<p><strong>Übernehmen ist immer noch einfacher als selber erfinden. Wann ist die Basler Zeitung an der Reihe, wo ja mit Rolf Bollmann ein CEO an der Spitze steht, der immer noch für seinen alten Arbeitgeber Tamedia tätig ist?</strong><br />
Wir haben nie ein Interesse daran gehabt, die Basler Mediengruppe zu übernehmen und sie hat uns auch kein Kaufangebot unterbreitet. Seit drei, vier Jahren arbeiten wir ganz bewusst mit anderen Medienunternehmen zusammen, mit dem Ziel, dass sie selbständig bleiben. Ein Beispiel ist Basel, ein anderes das Bieler Tagblatt. Für das Bieler Tagblatt drucken wir die Zeitung und arbeiten auch redaktionell und bei den Stelleninseraten zusammen. Wir haben die Freiburger Nachrichten gestärkt, indem wir ihnen den Murtenbieter und den Anzeiger von Kerzers gegeben haben. Wir sind am Zürcher Oberländer beteiligt mit 37 Prozent. Wir hätten ein Leichtes tun und versuchen können, alle Aktien zu kaufen. Wir haben das ganz bewusst nicht getan.</p>
<p><strong>Mit welcher Strategie geht Tamedia in die Zukunft?</strong><br />
Die Medienlandschaft kann nur vielfältig bleiben, wenn man in Teilbereichen, die für das einzelne Unternehmen nicht von existenzieller Bedeutung sind, klug zusammenarbeitet. Viele mittelgrosse Schweizer Medienunternehmen machen den fatalen Fehler, immer noch Industriekapazitäten im Druck aufrechtzuerhalten. Diese Unternehmen sollten in ihre redaktionelle Kompetenz investieren, in die Werbevermarktung und das Lesermarketing. Alles andere sollten sie demjenigen Partner übertragen, der ihnen die beste Dienstleistung anbietet. Wenn die Basler Mediengruppe das beherzigt, hat sie eine langfristige Perspektive.</p>
<p><strong>Daraus höre ich: Der Druckauftrag der BaZ ist so gut wie bei Tamedia und die Druckerei in Basel kann abgewickelt oder veräussert werden.</strong><br />
Da müssen wir zuerst einmal sehen, was die Eigentümer mit der Druckerei machen wollen. Wir hoffen natürlich, dass wir der leistungsfähige Partner sind. Das war immer unsere Stärke in der Zusammenarbeit mit den Baslern, deshalb hat sich diese Zusammenarbeit unter verschiedensten Eigentümern über Jahre gehalten. Das hat uns wahrscheinlich unterschieden von allen anderen, die immer nur das Ziel hatten, alles besitzen zu wollen.</p>
<p><strong>Ein wichtiges Geschäftsfeld, bei dem Tamedia gleichsam zum Erfolg verdammt ist, ist der Stellenmarkt mit jobs.ch. Tamedia hat dafür zusammen mit Ringier 400 Millionen Franken ausgegeben. Ärgert es Sie, dass jobs.ch vor ein paar Jahren für einen Bruchteil des heutigen Kaufpreises erhältlich gewesen wäre?</strong><br />
Wir wurden damals gefragt und hätten die Möglichkeit gehabt, zu kaufen. Aber wir hatten keinerlei positive Erfahrung mit Online-Märkten. Ausserdem waren wir mit der Akquisition von Espace Media beschäftigt. Und schliesslich sollte man nicht mit Dingen hadern, die hinter einem liegen, sondern daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen. Wir haben einmal unterschätzt, welches Potenzial jobs.ch hat. Beim zweiten Mal ergreifen wir deshalb die Möglichkeit.</p>
<p><strong>Sie bleiben der Tamedia als Verwaltungsrat erhalten. Droht ihnen da nicht langweilig zu werden nach einer so langen Zeit mit operativer Verantwortung?</strong><br />
Die Befürchtung gibt&#8217;s schon auch. Vor allem bei meiner Frau, die sich fragt: Was macht der nun mit all seiner Zeit und Energie. Ich versuche sie zu beruhigen. Wir werden dann sehen, ob mir das wirklich fehlt. Ich überlege auch, mich an ein, zwei Unternehmen selbst zu beteiligen, um auch die Freude am selber machen zu erleben.</p>
<p><strong>Was war eigentlich der Grund dafür, dass sie sich vor eineinhalb Jahren entschieden hatten, als CEO aufzuhören?</strong><br />
Ich kann ehrlich gesagt nicht begründen weshalb. Irgendwie habe ich mir das immer so vorgestellt, dass ich mit 50 aufhöre zu arbeiten, jetzt bin ich 51. Ausserdem kann man nicht als Führungsperson von seinen Mitarbeitern Flexibilität fordern und dann selbst ewig an seinem Stuhl kleben.</p>
<p><strong>Für Ihren Nachfolger, Christoph Tonini, wird es nicht ganz einfach, wenn sein Vorgänger im Verwaltungsrat sitzt und gewissermassen einer seiner Vorgesetzten ist. Haben Sie das Verhältnis zu ihm geklärt?</strong><br />
Ich habe sowohl den Verwaltungsrat als auch den Verleger wie auch meinen Nachfolger mehrmals gefragt, ob sie es wirklich für einen Gewinn halten, wenn ich in den Verwaltungsrat wechsle. Bisher gab es immer ein eindeutiges Votum, dass sie mich weiterhin an Bord haben wollen. Wenn es aber nicht funktioniert, werde ich das sofort korrigieren.</p>
<p><strong>Als Aussenstehender könnte man den Eindruck gewinnen, dass Sie in den zehn Jahren an der Spitze von Tamedia praktisch alles erreicht haben, was sie erreichen wollten. Welches war ihre grösste Niederlage?</strong><br />
Die Frage erinnert mich an diese schrecklichen Fernsehsendungen, wer ist der grösste Schweizer, wer ist der Sportler des Jahres. Ich habe mir angewöhnt, auf diese Frage nicht mehr zu antworten. Denn es wäre unnatürlich zu glauben, dass es für Niederlagen so etwas wie ein Ranking gibt.</p>
<p><strong>Es gibt aber bestimmt Momente, an die sie sich weniger gerne zurückerinnern.</strong><br />
Am schwersten waren für mich die Momente, in denen wir erhebliche Restrukturierungen durchführen mussten. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir den Zeitschriftenbereich halbierten und sehe noch die Gesichter der Mitarbeiter vor mir. Auch Tele Züri gehört dazu. Ich war viel mit Markus Gilli und Andreas Meili unterwegs, um für den Sender zu kämpfen. Wenn dann Regierungsräte und Stadträte Tele Top den Vorzug gaben, ohne dass sie den Sender je geschaut hatten, wie mir dies ein Politiker sagte, dann empfinde ich das für diejenigen als eine Ohrfeige, die sich über Jahre in einem schwierigen Geschäft gegen eine übermächtige Konkurrenz aus dem In- und Ausland erfolgreich gewehrt haben.</p>
<p><strong>Aber im Nachhinein hat es sich als Glücksfall herausgestellt, dass Tele Züri ohne Konzession senden kann.</strong><br />
Das stimmt. Aber das zeigt, wie wir das Beste aus einer Situation machen und immer nach vorn schauen. Es ärgert mich aber als jemand, der in diesem Land wohnt, dass ein demokratischer Prozess zu einem so absurden Ergebnis führen konnte.</p>
<p><strong>Das Geschäftsgebaren von Tamedia wäre durchaus geeignet, sich rundum Feinde zu schaffen. Es scheint aber das Gegenteil der Fall zu sein. Sie kommen mit praktisch allen der Branche gut aus, sind zum Teil sogar befreundet mit Konkurrenten und potenziellen Übernahmeopfern. Wie machen Sie das?</strong><br />
Das ist wie im Sport. Die Kunst ist es, im Wettbewerb mit Engagement, Entschlossenheit und Kreativität aufzutreten, aber dabei immer die Spielregeln einzuhalten. Nicht wenn der Schiedsrichter wegschaut, in die Beine treten. Wir teilen ja alle die gleiche Freude an diesem Spiel. Beim Sport macht es ja auch mehr Spass, wenn der Gegner auf eine tolle Leistung stolz ist. Es ist nicht lustig gegen jemanden anzutreten, der nichts zustande bringt. Diese Überzeugung ist wesentlich. Man sollte sich selbst ausserdem nicht so fürchterlich ernst nehmen. Viele Medienleute nehmen sich und das, was wir tun, viel zu ernst. Einen gewissen Spass dran zu haben und über sich selbst lachen zu können, ist entscheidend, tut gut – und das spürt dann auch der andere.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/">«Es gibt keine Alternative»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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