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	<title>Communication Summit | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 07:03:56 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Was sich die PR von Journalisten wünscht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/03/was-sich-die-pr-von-journalisten-wuenscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irène Messerli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 11:13:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
		<category><![CDATA[Bernet PR]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Fairness]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was können Journalisten zu mehr «Fairness in Journalismus und PR» beitragen? Heute Abend diskutieren am Communication Summit von Zürcher Presseverein und Zürcher PR-Gesellschaft Expertinnen und Experten beider Seiten über das Thema. Wünsche der PR für einen fairen Umgang an die Journalisten, formuliert von Irène Messerli, Co-Inhaberin Bernet PR. Qualität im Journalismus ist auch für PR-Profis <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/03/was-sich-die-pr-von-journalisten-wuenscht/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was können Journalisten zu mehr «Fairness in Journalismus und PR» beitragen? Heute Abend diskutieren am <a href="http://www.zprg.ch/events/heute-dienstag-3-feb-communication-summit" target="_self">Communication Summit</a> von Zürcher Presseverein und Zürcher PR-Gesellschaft Expertinnen und Experten beider Seiten über das Thema. Wünsche der PR für einen fairen Umgang an die Journalisten, formuliert von Irène Messerli, Co-Inhaberin Bernet PR.<br />
<span id="more-23071"></span><br />
Qualität im Journalismus ist auch für PR-Profis wichtig. Botschaften von Organisationen erhalten nur durch den Medienfilter bei den Empfängern mehr Relevanz und Akzeptanz. Die Journalisten nehmen diese Filterfunktion alltäglich wahr. Der Austausch mit ihnen auf Augenhöhe – im Wissen um die unterschiedlichen Interessen – bildet die Basis für den fairen Umgang.</p>
<p>Folgende Wünsche tragen zum guten Austausch bei:</p>
<ul>
<li><strong>Die Rolle der PR verstehen und respektieren.</strong> Weder Journalisten noch PR-Schaffende schätzen eine pauschale Bewertung ihrer Berufsgattung. Der Begriff PR wird häufig in negativem Kontext verwendet. PR-Schaffende sind Dienstleister, Vermittler und Vertreter von Interessen. Im Zusammenspiel von Journalismus und PR geht es um Menschen, Funktionen, Macht und Beziehungen.</li>
<li><strong>Aufrichtigkeit und konstruktiver Austausch.</strong> Das bringt beide Seiten weiter. Kritische Punkte sollen Journalisten offen ansprechen und hinterfragen können – ohne Hidden Agenda. Dann können PR-Leute für das Unternehmen Stellung beziehen und sachlich gehaltvoll antworten. Hinweise auf sachliche Fehler auch sachlich entgegen nehmen.</li>
<li><strong>Sich sorgfältig mit dem Thema befassen.</strong> Recherchieren und einen Blick hinter die Themen werfen. Das erfordert Zeit, ein gutes Handwerk und die nötige Aus- und Weiterbildung. Die Faktoren Zeit und Weiterbildung liegen nicht immer in der Hand der Journalisten. Hier sind vor allem die Verlage gefordert.</li>
<li><strong>Den Kontext achten.</strong> Nach einem Gespräch die Zitate dem Gesprächspartner vorlegen. Oft werden verschiedene Aussagen in einem Zitat auf zwei bis drei Sätze verkürzt wieder gegeben. Das kann zu sachlich anderen Aussagen führen. Insbesondere in der mündlichen Kommunikation gilt: Quittieren – habe ich den Absender richtig verstanden, stimmt der Kontext?</li>
<li><strong>Keine bevorzugte Berichterstattung bei Inserate-Versprechen.</strong> Die Einflussnahme auf Inhalte schwächt längerfristig die Qualität: die (differenzierte) Berichterstattung wird so monetär gelenkt und verwässert. Gesponserte Texte kennzeichnen.</li>
<li><strong>Im mündlichen Kontakt freundlich bleiben.</strong> Nicht nur, wenn man als Journalist ein Anliegen hat. Auch dann, wenn PR-Leute einen Input geben möchten. Das gilt ebenso für das ungeliebte Nachtelefonieren, sofern dies gezielt und mit interessantem Inhalt erfolgt. Die Erfahrung zeigt: die Infoflut im Maileingang ist gross, schon mancher Journalist schätzte den einen oder anderen Hinweis.</li>
<li><strong>Die Macht nicht ausspielen.</strong> Sich auch dann an die Fakten halten, wenn sich die ursprünglich im Kopf überlegte Geschichte nicht bestätigen lässt. Verschiedene Gesprächspartner anhören, den Input gelten lassen und sich anschliessend eine Meinung bilden.</li>
</ul>
<p>Jede Berufsgruppe ist im Alltag gefordert, sich auf ethische Grundsätze zu besinnen und sich an sie zu halten. Auf beiden Seiten gibt es Player, die Fairness unterschiedlich gewichten. Wer auf längerfristige Beziehungen setzt – und darum geht es bei PR- und Medienschaffenden – der setzt den Massstab sicherlich höher an, als jene, die auf den einmaligen Paukenschlag setzen.</p>
<p><small>Im «Medienmonitor» sind weitere Artikel zum Thema <a href="http://medienmonitor.ch/post-dossier/medienethik/" target="_blank">im Dossier «Medienethik»</a> aufgeführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/03/was-sich-die-pr-von-journalisten-wuenscht/">Was sich die PR von Journalisten wünscht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schnorri-Themen am Abend</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 19:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Sacha Wigdorovits]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Marlies Prinzing]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Röthlisberger]]></category>
		<category><![CDATA[Reto Lipp]]></category>
		<category><![CDATA[ZPV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Die Emotionalisierung hat auch ihr Gutes. Sie führte zum Beispiel zu 230 Millionen Franken Spenden beim Tsunami» sagte der ehemalige «Blick»-Chefredaktor und jetzige PR-Mann Sacha Wigdorovits gegen Schluss der fast einstündigen Podiumsdiskussion am «Communication Summit 2011» im gut gefüllten Auditorium Maximum der ETH Zürich. Und doch sei es richtig, wenn ihr Grenzen gesetzt werden. Für <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Die Emotionalisierung hat auch ihr Gutes. Sie führte zum Beispiel zu 230 Millionen Franken Spenden beim Tsunami» sagte der ehemalige «Blick»-Chefredaktor und jetzige PR-Mann Sacha Wigdorovits gegen Schluss der fast einstündigen Podiumsdiskussion am «Communication Summit 2011» im gut gefüllten Auditorium Maximum der ETH Zürich. Und doch sei es richtig, wenn ihr Grenzen gesetzt werden. Für Ausländerhetze beispielsweise würde er sich niemals hingeben, schliesslich komme er aus einer jüdischen Flüchtlingsfamilie.<span id="more-28709"></span></p>
<p>Für die Misere des hiesigen Journalismus machte er die Führungsspitzen der Verlage verantwortlich: «In den Verwaltungsräten ist keine journalistische Kompetenz vorhanden. Diese Leute wissen nicht, was ein gut gemachtes journalistisches Produkt ist.» Er zeigte sich aber auch von den Journalisten enttäuscht: «Die Arbeitsethik der Journalisten, der Wille, Journalismus zu machen, ist heute nicht mehr im gleichen Masse vorhanden wie früher. Das Problem ist, dass viele glauben, Emotionen reichten aus. Es braucht aber auch Recherche.» Das Ziel von so vielen, mit einer Geschichte möglichst sofort und als erste Publikation online zu sein, sei nicht ausreichend: «Die Geschichte muss in erster Linie mal stimmen. Das ist heute vergessen und das ist inakzeptabel. Diese Medien verstehen nicht, dass sie dabei ihren eigenen Ast absägen.»</p>
<p>Nicht nur Wikileaks wurde behandelt &#8211; «wäre eine grosse Chance für die Medien» (Marlies Prinzing) bzw. «ein Armutszeugnis für die Journalisten» (Wigdorovits) -, es ging auch um die ewiggleichen und ermüdenden Fragen, ob Journalismus eine Zukunft habe, ob der Journalistenberuf eigentlich noch attraktiv sei und ob Journalisten im Vergleich zu Lehrern nicht viel zu wenig verdienten. Das Thema Emotionalisierung war nur eines von vielen in einer Runde über die Befindlichkeiten der Branche der von den Verbänden ZPV und ZPRG organisierten Veranstaltung.</p>
<p>In der von ECO-Moderator Reto Lipp geführten Runde sassen neben Wigdorovits auch Marlies Prinzing («Die Medien haben in den Fällen Hirschmann und Kachelmann vorverurteilt.»), Peter Röthlisberger («‹Blick› und ‹Blick am Abend› werden nicht fusionieren &#8211; Wir haben nicht mal 10 Prozent Doppelleser.») und Karl Lüönd, der feststellte, dass der Begriff «Boulevardzeitung» ein Kampfbegriff der Bildungsbürger sei, es sich eigentlich um eine «Volkszeitung» handle.</p>
<p>Neben dem üblicherweise bei Podiumsdiskussionen zu hörenden Lamento über den allgemeinen Niedergang war immerhin einer aufrichtig gut gelaunt: Die Frohnatur Peter Röthlisberger eröffnete den Abend mit einem bildlastigen Vortrag, in dem er seine Erfolge mit dem «Blick am Abend» präsentierte, auch wenn er zugeben musste, dass das Produkt «noch nicht» rentabel sei. Die Leserzahl wurde verdoppelt, die Auflage stabil gehalten, denn: «Mehr Auflage bedeutet höhere Kosten.»</p>
<p>Von Röthlisberger waren viele betont optimistische Sätze zu hören:</p>
<ul>
<li>«Ich glaube nicht, dass die Journalisten schlechter sind als vor zehn Jahren.»</li>
<li>«Wir unterdrücken keine Neuankömmlinge.»</li>
<li>«Der Turnaround beim Blick ist geschafft.»</li>
<li>«Das Schöne ist: Wir sehen am Abend, was wir gemacht haben.»</li>
<li>«Leute unterhalten ist etwas Nobles.»</li>
</ul>
<p>Nachhaltigen Eindruck machte dabei ein Foto der Berner Badeanstalt Marzili aus der Vogelperspektive, gesprenkelt mit Dutzenden Badetüchern, auf dem er ganze sieben «Blick am Abend»-Badetücher mit Kreisen fürs Publikum sichtbar identifizierte. Röthlisberger wertete so das gesteckte Ziel, Berührungsängste gegenüber der Marke «Blick» abzubauen, als erreicht. «Das ist eigentlich die grosse Leistung des ‹Blick am Abend›.»</p>
<p>Brombeer als Farbe, die eigenwillige, aber einprägsame Schöpfung von Röthlisberger, kann ihn regelrecht begeistern! Er schwärmte vom «Brombeer-Meer», das abends in den öffentlichen Verkehrsmittel zu sehen sei, und wer Zweifel daran hatte, wurde mit einem Beweisfoto vom Gegenteil überzeugt. Nicht zu Wort meldeten sich jene, in denen das Foto Bilder von Altpapierbergen und Massen geistig Verarmter hervorrief.</p>
<p>Das Konzept der durchaus erfolgreichen Abendzeitung in einem Satz: «Wir wollen mit Verspieltheit ein Schnorri-Thema setzen.» Der Zeitung ist tatsächlich zugute zu halten, dass sie oft ideenreich und witzig ist, kaum je Kampagnen fährt und Empörungsbewirtschaftung auf eine meist gerade noch angemessene Art betreibt. Allerdings verlässt sie sich fast komplett auf die Recherchen anderer und schreibt überhaupt kaum je etwas Verwertbares oder Bedeutungsvolles. Die Zukunft des Journalismus ist da also nicht zu finden. Aber mehr als ein zeitgemässes Unterhaltungsblättchen will der «Blick am Abend» ja auch nicht sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/">Schnorri-Themen am Abend</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Skandal am Communication Summit!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 12:35:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Röthlisberger]]></category>
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		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Skandal am Communication Summit!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch was steckt dahinter? Die „Medienwoche“ hat dem Tagungsthema des Communication Summit vorgegriffen und die beiden Referenten Peter Röthlisberger, Chefredaktor Blick am Abend, und Karl Lüönd, Publizist, zur Debatte eingeladen. Zwei wissenschaftliche Positionen zu Skandalisierung und Emotionalisierung finden Sie in den <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/">Beiträgen von Vinzenz Wyss (pro) und Kurt Imhof (kontra)</a>.<span id="more-307"></span></p>
<div class="columns">
<div class="column">
<h4>PRO</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=505"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-505" title="roethlisberger_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/roethlisberger_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Peter Röthlisberger ist Chefredaktor Blick am Abend.</p>
<p><strong>Der Leser hat Recht</strong></p>
<p>Wem soll der Wurm schmecken? Dem Leser oder dem Soziologieprofessor? Finden Sie diese Provokation billig? Oder haben Sie schadenfreudig gelacht? Beides ist gut für uns. Hauptsache, der Einstiegssatz lässt Sie nicht gleichgültig. Ihre Reaktion ist uns Rechtfertigung, Emotionalisierung als journalistisches Werkzeug anzuwenden. Emotionalisierung, Personifizierung gefällt den Lesern und Zuschauern. Das ist einfach zu belegen, denn stark emotionalisierende Medien sind in der Schweiz jeweils die grössten ihrer Sparte. Der Blick ist bezüglich Auflage und Lesern die grösste bezahlte Tageszeitung, der Sonntagsblick mit Abstand die Nummer Eins am Sonntag, blick.ch die meistbesuchte Medienseite und der Blick am Abend ein Erfolgsmodell. Und dann der uneinholbare Branchenleader Schweizer Fernsehen. Was zeigt das Fernsehen anderes als Emotionen und Personifizierung? Es gibt keine Beiträge und Talksendungen ohne Regung, Rührung, Überschwang. Emotionen erreichen Menschen – deswegen wird dieses Rezept immer erfolgreich sein. Ich halte nichts davon, geschätzte 80 Prozent der Mediennutzer selbstgerecht auf den rechten Weg bringen zu wollen. Die Demokratie ist durch emotionalisierenden Journalismus nicht gefährdet. Der Leser und Fernsehzuschauer ist mündig. Boulevardmedien, gekauft oder gratis, helfen, die Welt zu begreifen. Sie reduzieren Komplexität. Im Idealfall missionieren sie auch nicht für eine Anschauung, nehmen die Nutzer auf allen Kanälen ernst und erklären nicht die Welt, wie sie sein müsste. Dieser Wurm schmeckt dem Leser. Und der Leser hat Recht.</p>
</div>
<div class="column">
<h4>CONTRA</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=504"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-504" title="lueond_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/lueond_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Karl Lüönd ist freier Publizist und Buchautor</p>
<p><strong>Kopf hoch! Halt durch! Hurra!</strong></p>
<p>Näher, mein Leser, zu Dir! Texte aufladen, spannend machen, zuspitzen – das sehen manche Verleger und Journalisten als Überlebensstrategie, und dafür gibt es ein paar Basissportarten, zum Beispiel Lokalisieren, Personalisieren, Emotionalisieren. Letzteres geschieht durch konsequenten Abbau der Distanz zwischen Berichterstatter und Berichtsgegenstand. Je näher man dem betroffenen, ausrufenden, leidenden Menschen kommt, desto schwieriger wirds mit der Übersichtlichkeit. Halt durch, Lara Gut! Am Ende macht sich der Reporter mit seinem Gegenüber oder mit einer Idee, einer These, einer Initiative gemein. Im Überschwang der Gefühle wird der Berichterstatter gar zum Akteur. Dann kommt es zu Petitionen gegen Kampfhunde und Belohnungen für die Ergreifung eines flüchtigen Täters.<br />
Varietät der Darstellungsformen ist etwas Wichtiges, also kann nicht jede journalistische Darbietung als nüchterner Bericht daher kommen. Doch abgesehen davon, dass gedruckte Emotionen immer ein bisschen papieren wirken werden: Das Kultursystem Zeitung ist eigentlich im Gefolge der Aufklärung entstanden. Es wurde eingerichtet, um den Menschen die Dinge zu erklären, nicht um zu applaudieren oder zu lamentieren. Wohl wurden im 19. und im frühen 20. Jahrhundert manche Zeitungen – denn viele von ihnen waren damals Plattformen der Parteien – auch als Agitationswerkzeuge benützt. Aber diese Funktion hat sich längst überholt. Dass sie nun im verschärften Wettbewerb um die Aufmerksamkeit wiederkehren soll, hat mit dem Trugschluss zu tun, dass Lautstärke und Wirkung miteinander einhergehen.</p>
</div>
</div><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Skandal am Communication Summit!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Heiligt der Zweck die Mittel?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/01/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 11:59:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Vinzenz Wyss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Themenschwerpunkt Emotionalisierung der Medien am Communication Summit äussert sich auf medienwoche.ch auch die Wissenschaft in einem Pro (Vinzenz Wyss) und Kontra (Kurt Imhof). Dabei zeigt sich: Das Aufmotzen medialer Inhalte mit Gefühlen und Menschlichallzumenschlichem ist aus wissenschaftlicher Sicht nur mit Vorbehalten vertretbar. PRO Vinzenz Wyss Anspruchsvolle Aufgabe Als Journalismusforscher läge es für mich zunächst <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Themenschwerpunkt Emotionalisierung der Medien am Communication Summit äussert sich auf medienwoche.ch auch die Wissenschaft in einem Pro (Vinzenz Wyss) und Kontra (Kurt Imhof). Dabei zeigt sich: Das Aufmotzen medialer Inhalte mit Gefühlen und Menschlichallzumenschlichem ist aus wissenschaftlicher Sicht nur mit Vorbehalten vertretbar.<span id="more-323"></span></p>
<div class="columns">
<div class="column">
<h4>PRO</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/roethlisberger_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/wyss_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=495"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-495" title="wyss_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/wyss_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Vinzenz Wyss</p>
<p><strong>Anspruchsvolle Aufgabe</strong></p>
<p>Als Journalismusforscher läge es für mich zunächst nahe, Emotionalisierung naserümpfend als Inszenierungsstrategie im Wettbewerb um knappe Aufmerksamkeit abzutun. Emotionalisierung reduziert durch Personalisierung, Konfliktstilisierung und Moralisierung  den grundsätzlich komplexen Zusammenhang von Struktur und Handlung auf die gefühlserregenden Taten oder Betroffenheiten von Personen. Da wird beispielsweise die Bankgeheimnisdebatte in eine simple Sieg/Niederlage-Geschichte gegossen, in der ein hässlicher Bösewicht die kleine Heldin bedroht und beim scheinbar betroffenen Publikum Empörung hervorruft. Die Story lässt sich dann ohne kognitiven Aufwand repetitiv in die Welt twittern. Solches Lechzen nach emotionaler Wucht vergiftet kostbare Öffentlichkeit. Es schleckt aber auch keine Geiss weg, dass narrativ eingebettete Emotionen Menschen im Rezeptionsprozess helfen, sich mit komplexen Sachverhalten überhaupt erst auseinanderzusetzen und Situationen, Ereignisse oder Verhaltensweisen anderer besser einzuschätzen.  Das lehrt uns die Kommunikationspsychologie, wobei nicht verschwiegen werden sollte, dass Menschen mit eskapistischen Zügen mehr darauf ansprechen. Ich plädiere hier also für den bewussten und verantwortungsvollen Einsatz von Emotionalisierung, was im Journalismus durchaus funktional sein kann. Etwa dann, wenn es gelingt, bei der Thematisierung gesellschaftsrelevanter Probleme strukturelle Aspekte über emotionalisierte Personenthematisierungen in Anschlag zu bringen. Der Zweck heiligt das Mittel. Eine anspruchsvolle Aufgabe also, die in den Händen des Billigjournalismus kaum gut aufgehoben ist.</p>
<p><strong>Vinzenz Wyss</strong> ist Medienprofessor an der ZHAW und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft</p>
</div>
<div class="column">
<h4>CONTRA</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/lueond_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/imhof_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=496"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-496" title="imhof_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/imhof_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Kurt Imhof</p>
<p><strong>Tyrannei der Intimität</strong></p>
<p>Eine Frontseitenanalyse aus dem letzten Quartal des Jahres 2009 zeigt bei den größten Zeitungen der deutschen und der französischen Schweiz »20minuten« bzw. »20minutes« (tamedia) einen Anteil an Kommunikationsereignissen des Human Interest von 40.5% bzw. 36.3%. Politische Kommunikationsereignisse schaffen es gerade noch auf 27.4 in der deutschen bzw. 29.4% in der französischen Ausgabe. Die Thematisierungsintensität von kolportierten Personen jenseits jeglicher Leistungsrollen (»mikro rollenfern«) erreicht bei beiden Zeitungen über 20% und der Berichterstattungsstil ist in diesen beiden Gratisblättern zu 43.2 bzw. 48.8% moralisch-emotional, d.h. die Beiträge sind zu diesem Anteil darauf ausgelegt Stimmungslagen wiederzugeben sowie moralischen und emotionalen Entäußerungen von irgendwelchen Promis Ausdruck zu geben. Die Aufmacherbeiträge der Hauptnachrichtensendung »Züri News« von »Tele Züri« (tamedia) bestehen aus nicht weniger als knapp 60% Human Interest, 30% rollenferne Personenbezüge und 62.5% moralisch-emotionaler Berichterstattung.<br />
Diese Beispiele (ohne Boulevardzeitungen!) sollen hier genügen, denn: Es geht nicht um die simple Frage Emotionalität ja oder nein – eine journalistisch gute Katastrophen- und Kriegsberichterstattung etwa lässt sich ohne Empathie nicht machen. Es geht vielmehr darum, dass die öffentliche Kommunikation in der Gefühlssuppe des Human Interest ersäuft. In dieser Gefühlssuppe fehlt der Sauerstoff, um das zu debattieren, was uns alle tatsächlich etwas angeht.</p>
<p><strong>Kurt Imhof</strong> ist Professor für Soziologie an der Universität Zürich. Er leitet den Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög).</p>
</div>
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