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	<title>Experte | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 21 May 2022 13:04:52 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ukraine-Experte Benno Zogg: «Russischen Staatsmedien gebe ich keine Auskunft»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/23/ukraine-experte-benno-zogg-russischen-staatsmedien-gebe-ich-keine-auskunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2022 07:23:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[CSS]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Benno Zogg]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist der Experte der Stunde: Als Sicherheitsforscher mit Schwerpunkt Osteuropa erklärt Benno Zogg seit dem 24. Februar auf allen Kanälen den Ukraine-Krieg. Mit seinen 32 Jahren steht Zogg auch für einen Generationenwechsel unter den Sicherheitsexperten. Am liebsten spricht er am Radiosender «Monocle 24», der ihm auch den Weg in die Medien geebnet hatte. Am <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/ukraine-experte-benno-zogg-russischen-staatsmedien-gebe-ich-keine-auskunft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er ist der Experte der Stunde: Als Sicherheitsforscher mit Schwerpunkt Osteuropa erklärt Benno Zogg seit dem 24. Februar auf allen Kanälen den Ukraine-Krieg. Mit seinen 32 Jahren steht Zogg auch für einen Generationenwechsel unter den Sicherheitsexperten. Am liebsten spricht er am Radiosender «Monocle 24», der ihm auch den Weg in die Medien geebnet hatte.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-96653" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Am 25. Februar, einen Tag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, steht Erich Gysling <a href="https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/live-zum-krieg-in-der-ukraine?urn=urn:srf:video:84f95138-49ce-4910-99ee-bdcc643f2d65" target="_blank" rel="noopener">in der «Arena»</a> des Schweizer Fernsehens, neben ihm Benno Zogg. Dazwischen sind 53 Jahre. Gysling, der altgediente Journalist, 85 Jahre alt, war nicht erst seit seiner Pensionierung beim Fernsehen ein gefragter Experte, auch und gerade zu Osteuropa. Zogg, der junge ETH-Wissenschaftler, 32 Jahre alt, avancierte mit Putins Krieg gegen die Ukraine zum allseits gefragten Experten.<br />
</p>
<p>Ob <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Gysling" target="_blank" rel="noopener">Erich Gysling</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_A._Stahel" target="_blank" rel="noopener">Albert Stahel</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_R._Spillmann" target="_blank" rel="noopener">Kurt Spillmann</a>: Ging es in den letzten Jahrzehnten irgendwo in der Welt drunter und drüber, standen die bekannten Gesichter den Medien Red und Antwort und erklärten, was da vor sich geht. Andere Experten, und noch weniger Expertinnen, für Strategie- und Sicherheitsfragen tauchten punktuell auf, erlangten aber keine kontinuierliche Medienpräsenz.</p>
<blockquote><p>Ob in der «Appenzeller Zeitung» oder im «Zürcher Oberländer» – überall sind seine Aussagen zu lesen.</p></blockquote>
<p>Benno Zogg dagegen steht seit dem 24. Februar im Dauereinsatz. Sehr oft sieht und liest man den Sicherheitsforscher bei SRF und «Blick», manchmal mehrmals pro Woche. Je rund zwanzig Auftritte absolvierte er allein bei diesen beiden Medien. Die Schweizer Mediendatenbank SMD findet seinen Namen in dieser Zeitperiode bereits über hundert mal. Ob in der «Appenzeller Zeitung» oder im «Zürcher Oberländer» – überall sind seine Aussagen zu lesen. Meist handelt es sich um ein paar wenige Zeilen von ihm. Eine grössere Plattform erhielt Zogg von der Tamedia-Redaktion, die seine Person auf einer ganzen Zeitungsseite ihrem Publikum vorstellte.</p>
<p>Dass ausgerechnet er nun so gefragt ist, dafür gibt es gute Gründe: Zogg forscht schon lange zur <a href="https://css.ethz.ch/ueber-uns/personen/zogg-benno.html?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Sicherheitspolitik und Osteuropa</a> kennt er nicht nur von der Landkarte, sondern von Aufenthalten in Russland, Belarus und der Ukraine. Und er bewegt sich gewandt auf dem Medienparkett. Das rührt zum einen von seinem Talent her, komplexe Vorgänge in einfache Worte fassen zu können, ohne unzulässig zu vereinfachen. Zum anderen gehört Öffentlichkeitsarbeit zu seinem Aufgabenprofil am Center for Security Studies CSS der ETH Zürich, wo er als Senior Researcher arbeitet und ein siebenköpfiges Forschungsteam leitet. «Wir betreiben angewandte Forschung und wollen den Dialog mit der Gesellschaft pflegen», erklärt Benno Zogg im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.</p>
<blockquote><p>«Wenn ich Auskunft geben sollte zu Sachgebieten, zu denen ich nicht forsche, sage ich ab. Da bleibe ich hart.»</p></blockquote>
<p>Rund fünf bis zehn Prozent seiner Arbeitszeit sind für Medienarbeit vorgesehen. Über die letzten rund sechs Jahre, seit er am CSS arbeitet, sei das etwa aufgegangen. In den vergangenen Wochen habe es aber deutlich mehr ausgemacht. «Ich musste aufpassen, dass ich die anderen 90 Prozent nicht aus den Augen verliere.» Inzwischen hat sich das Verhältnis wieder etwas besser eingependelt. Um die Balance zwischen Forschung und Medienarbeit zu halten, lehne er auch Anfragen ab. «Wenn ich Auskunft geben sollte zu Sachgebieten, zu denen ich nicht forsche, sage ich ab. Da bleibe ich hart.»</p>
<p>Seine Karriere als Medienpersönlichkeit begann vor fünf Jahren mit einem <a href="https://www.nzz.ch/meinung/die-friedensfoerderung-der-uno-neuer-anstoss-fuer-draengende-reformen-ld.1297280?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Gastkommentar in der NZZ</a>. Benno Zogg hatte damals am CSS ein Paper verfasst zu den Friedensförderungsmissionen der Uno und fragte die NZZ, ob sie Interesse hätte an einer Kurzfassung; und sie hatte. «Eine solche Studie findet in der Regel keine grosse Aufmerksamkeit, aber die Ergebnisse sind auch für ein breiteres Publikum durchaus interessant.» Darum die Idee, via NZZ die Befunde in einer zugänglicheren Weise aufzubereiten.</p>
<p>Seit der Premiere 2017 hat Zogg sechs Gastkommentare in der NZZ veröffentlicht, sei es bereits 2019 zum vielfältigen, aber wenig bekannten Engagement der Schweiz in der Ukraine oder im Januar 2022 zur allgemeinen Dienstpflicht. Zum aktuellen Ukraine-Krieg sucht man indes vergeblich nach Zoggs Einschätzung in der NZZ. «Wenn man so viele Interviews gibt wie ich derzeit, dann bleibt wenig Zeit, um einen Gastkommentar zu schreiben», stellt der ETH-Forscher fest.</p>
<blockquote><p>«Ich schätze die familiäre Atmosphäre bei Radio ‹Monocle 24› und spüre ein grosses gegenseitiges Vertrauen.»</p></blockquote>
<p>Den zweiten Zugang zu den Medien fand Zogg über <a href="https://monocle.com/radio/" target="_blank" rel="noopener">«Monocle 24»</a>, den Radiosender des gleichnamigen Magazins von Tyler Brûlé. Als das in London domizilierte Medienunternehmen vor vier Jahren in Zürich eine Aussenstation eröffnete, machte sich die Redaktion daran, ein lokales Expert:innen-Netzwerk aufzubauen. Dabei sind sie auch auf Benno Zogg gestossen, der damals schon das Gleiche tat wie heute. «Die haben wohl einfach gegoogelt und mich gefunden, da ich offenbar ihrem Profil entsprach», erinnert sich Zogg an die Kontaktaufnahme. Seither steht er regelmässig an der Zürcher Dufourstrasse hinter dem Mikrofon, wo sich im Lokal von «Monocle»-Shop und -Café auch das Radiostudio befindet. In Diskussionsrunden mit zugeschalteten Fachleuten aus aller Welt bringt Zogg zu Sicherheitsthemen seine Position aus der Schweiz mit ein. Hier spricht er in perfektem Englisch, aber mit dem genauso ruhigen und souveränen Duktus wie in seiner Muttersprache.</p>
<p>«Monocle 24» entwickelte sich zu seinem Lieblingsmedium. «Ich schätze die familiäre Atmosphäre und spüre ein grosses gegenseitiges Vertrauen», sagt Zogg. Die Zusammenarbeit geht hier weiter als mit anderen Medien. Der Sender führt Zogg als ihren «Security Correspondent» auf. In dieser Rolle schreibt er auch gelegentlich Artikel für das gedruckte «Monocle»-Magazin, etwa über den <a href="https://monocle.com/magazine/issues/145/branch-network/?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">globalen Holzhandel</a> oder die <a href="https://monocle.com/magazine/issues/139/neutral-beauty/?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Neutralitätspolitik der Schweiz</a>.</p>

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<p>Während er sich beim Radio von Tyler Brûlé an ein globales Publikum richtet, spricht er via SRF und «Blick» das einheimische Massenpublikum an. Dass es ausgerechnet die beiden Medien sind, wo Zogg mehrheitlich als Experte in Erscheinung tritt, liege nicht primär an deren grosser Reichweite. «Das ist auch ein Faktor», sagt Zogg, «aber nicht der wichtigste». Wichtiger sei die Chemie, die stimmen müsse zwischen ihm und einer Redaktion, sowie die Aussicht auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit, damit dieses Vertrauen wachsen kann. «Bei SRF beeindruckt mich die Professionalität.» Damit meint er die aktive Betreuung in Form von ausführlichen Vorgesprächen und Feedback nach den Auftritten. Was ihm bei SRF auch entgegenkomme, sei die Vielfalt der Formate: Ob auf der grossen Bühne der «Arena», im kompakten Expertengespräch in der «Tagesschau» oder ausführlicher im «Tagesgespräch» – Zogg erklärt in verständlicher Sprache, ohne Fachjargon und frei von Anglizismen, was vor sich geht. Von sich selbst sagt er: «Ich mache keine markanten Aussagen und versuche ausbalanciert zu bleiben.» Und er könne zu all dem stehen, was er bisher gesagt habe, auch wenn sich gewisse Prognosen nicht bewahrheitet haben.</p>
<blockquote><p>«In der Schweiz stehe ich grundsätzlich allen Medien allen Red und Antwort.»</p></blockquote>
<p>Auf die Gewichtung seiner Zitate in geschriebenen Medien und auf die Titelsetzung hat Zogg keinen Einfluss. Da kommt es schon mal vor, dass er nicht gerade glücklich ist, wenn die Redaktion den Fokus auf Aussagen legt, die nicht im Zentrum seiner Ausführungen stehen; zum Beispiel bei der Titelzeile «Putin-Mord würde nukleare Gefahr erhöhen» über einem thematisch breit gefächerten Interview Mitte März in den <a href="https://www.luzernerzeitung.ch/international/ukraine-krieg-zuercher-sicherheitsexperte-warnt-ein-mordanschlag-auf-putin-wuerde-die-gefahr-eines-nuklearschlags-erhoehen-ld.2262915?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">CH-Media-Zeitungen</a>. «Das schien mir etwas zu effekthascherisch», findet Zogg im Rückblick.</p>
<p>Grundsätzlich mache er gute Erfahrungen mit Print- und Online-Medien, so auch beim «Blick». Hier sei die Zusammenarbeit «organisch gewachsen». Nach ersten Auftritten bei «Blick TV» anlässlich der Spannungen in Belarus und Kasachstan war klar, dass er auch für den Ukraine-Krieg als Experte taugt. Ja, mehr noch: Bei einem per Video-Call geführten <a href="https://www.blick.ch/ausland/putin-fluesterer-sergej-karaganow-im-grossen-interview-wir-trauen-dem-westen-nicht-id17189361.html" target="_blank" rel="noopener">Interview des «Sonntagsblick»</a> sass Zogg zusammen mit Auslandredaktorin Fabienne Kinzelmann dem früheren Kreml-Berater Sergej Karaganow quasi als Journalist gegenüber; sein Name erschien dann auch in der Autorenzeile. «Beim Gespräch habe ich mich aber zurückgehalten und verstand meine Rolle mehr als Back-up, da ich das eine oder andere zu Karaganow wusste», erklärt Zogg die ungewöhnliche Konstellation.</p>
<blockquote><p>Auf den ersten Blick mag die Medienpräsenz von Benno Zogg nach einer Ein-Mann-Show aussehen. Doch dahinter steckt mehr.</p></blockquote>
<p>Wenn er nun etwas häufiger bei «Blick», SRF und «Monocle 24» als Experte auftrete als bei anderen Medien, bedeutet das nicht, dass er exklusiv an diese Medien gebunden sei. «In der Schweiz stehe ich grundsätzlich allen Red und Antwort», sagt Zogg. «Mein Massstab dafür ist einfach: Folgen die Medien journalistischen Standards?» Darum habe er auch schon Anfragen von chinesischen und russischen Staatsmedien abgelehnt. Nicht zu verhindern sei natürlich, dass Medien wie RT aus Forschungsberichten zitierten. «Da steht dann ‹Schweizer Experten sagen…›, aber sie picken nur jene Aussagen raus, die in ihr Framing passen.»</p>
<p>Auf den ersten Blick mag die Medienpräsenz von Benno Zogg nach einer Ein-Mann-Show aussehen. Doch dahinter steckt mehr. Die über zehn Forschenden am Center for Security Studies der ETH, die regelmässig den Medien Auskunft geben, koordinieren sich ein Stück weit hinter den Kulissen. «Wir nutzten während den ersten Wochen des Kriegs einen informellen Chat, dort vermitteln wir zum Beispiel Anfragen weiter oder geben einander Feedback auf unsere Auftritte.»</p>
<p>Während in Deutschland mehrheitlich <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/es-sind-vor-allem-frauen-die-uns-im-deutschen-fernsehen-den-krieg-erklaeren-und-sie-erklaeren-ihn-gut-ld.1678202?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">junge Expertinnen</a> das Kriegsgeschehen in der Ukraine in den Fernseh-Talkshows analysieren und kommentieren, sind es in der Schweiz zwar auch nicht mehr nur alte Männer, aber der Frauenanteil lässt klar zu wünschen übrig. «Die Forschung zu Militär und Osteuropa scheint in der Schweiz noch stark männlich geprägt», beobachtet Zogg und ergänzt: «Gerade bei uns am CSS beschäftigen sich viele junge Frauen mit Sicherheitsthemen.» Allerdings sei es auch im Wissenschaftsbetrieb so, dass sich Männer eher zutrauen öffentlich aufzutreten und viele Frauen im Zweifelsfall eher absagen. Nicht so <a href="https://css.ethz.ch/en/center/people/nevine-schepers.html?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Névine Schepers</a>, die im Team von Benno Zogg arbeitet und zu Atomwaffenkontrolle und Non-Proliferation forscht und publiziert. Seit dem Ukraine-Krieg ist auch ihre Expertise bei Schweizer Medien gefragt. Ob Schepers oder Zogg: Die neue Generation von Sicherheitsexpert:innen tritt selbstbewusst auf und steht nicht im Schatten ihrer lange präsenten Vorgänger.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/ukraine-experte-benno-zogg-russischen-staatsmedien-gebe-ich-keine-auskunft/">Ukraine-Experte Benno Zogg: «Russischen Staatsmedien gebe ich keine Auskunft»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der lärmigste Professor der Schweiz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/14/der-laermigste-professor-der-schweiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 12:37:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Reiner Eichenberger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Politökonom Reiner Eichenberger forderte vor einem Jahr eine gelenkte Corona-Durch­seuchung. Jetzt schaufelt er an der Seite der SVP am Stadt-Land-Graben. Wieso ist der Freiburger Wirtschafts­professor mit seinen Provokationen so erfolgreich?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/14/der-laermigste-professor-der-schweiz/">Der lärmigste Professor der Schweiz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Politökonom Reiner Eichenberger forderte vor einem Jahr eine gelenkte Corona-Durch­seuchung. Jetzt schaufelt er an der Seite der SVP am Stadt-Land-Graben. Wieso ist der Freiburger Wirtschafts­professor mit seinen Provokationen so erfolgreich?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/14/der-laermigste-professor-der-schweiz/">Der lärmigste Professor der Schweiz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Schweizer Fernsehen und der Royal-Freak</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/06/01/schweizer-fernsehen-setzte-auf-fake-experte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jun 2018 06:59:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=57931</guid>

					<description><![CDATA[<p>Anlässlich der «königlichen Hochzeit» von Harry und Meghan jüngst in Grossbritannien befragte das Schweizer Fernsehen, wie das auch viele andere Medien taten, den Royal-Experten Thomas J. Mace Archer-Mills. Klingender Name, britischer Akzent, pointierte Aussagen – an Glaubwürdigkeit scheint es dem Herrn nicht zu mangeln, zumal er auch der britischen Monarchisten-Vereinigung vorsteht. Nur ist das nicht die ganze Wahrheit, wie das «Wall Street Journal» jetzt enthüllt hat. Der vielgefragte Royal-Experte ist weder Brite, noch heisst er Archer-Mills. Alles Fake. Er heisst Thomas Muscatello und stammt aus Upstate New York in den USA. Zur königlichen Parallel- und Scheinwelt passt ein solcher Fake-Experte eigentlich ganz gut. Ob es aber zu den Aufgaben eines öffentlichen Senders gehört, solchen Figuren eine prominente Plattform zu bieten, darf mit Fug bezweifelt werden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/01/schweizer-fernsehen-setzte-auf-fake-experte/">Das Schweizer Fernsehen und der Royal-Freak</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der «königlichen Hochzeit» von Harry und Meghan jüngst in Grossbritannien befragte das Schweizer Fernsehen, wie das auch viele andere Medien taten, den Royal-Experten Thomas J. Mace Archer-Mills. Klingender Name, britischer Akzent, pointierte Aussagen – an Glaubwürdigkeit scheint es dem Herrn nicht zu mangeln, zumal er auch der britischen Monarchisten-Vereinigung vorsteht. Nur ist das nicht die ganze Wahrheit, wie das «Wall Street Journal» jetzt enthüllt hat. Der vielgefragte Royal-Experte ist weder Brite, noch heisst er Archer-Mills. Alles Fake. Er heisst Thomas Muscatello und stammt aus Upstate New York in den USA. Zur königlichen Parallel- und Scheinwelt passt ein solcher Fake-Experte eigentlich ganz gut. Ob es aber zu den Aufgaben eines öffentlichen Senders gehört, solchen Figuren eine prominente Plattform zu bieten, darf mit Fug bezweifelt werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/01/schweizer-fernsehen-setzte-auf-fake-experte/">Das Schweizer Fernsehen und der Royal-Freak</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei Tipps für das Gespräch mit dem Experten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/03/28/drei-tipps-fuer-das-gespraech-mit-dem-experten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für gute Inhalte braucht es zwei: einen Experten und einen guten Texter. Eine Person alleine erfüllt oft nicht beide Rollen. Diese drei Tipps zeigen, wie der Austausch zwischen Kommunikationsprofis und Experten gelingt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/03/28/drei-tipps-fuer-das-gespraech-mit-dem-experten/">Drei Tipps für das Gespräch mit dem Experten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für gute Inhalte braucht es zwei: einen Experten und einen guten Texter. Eine Person alleine erfüllt oft nicht beide Rollen. Diese drei Tipps zeigen, wie der Austausch zwischen Kommunikationsprofis und Experten gelingt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/03/28/drei-tipps-fuer-das-gespraech-mit-dem-experten/">Drei Tipps für das Gespräch mit dem Experten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf Kosten der Freiheit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2013 08:33:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Experten]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=15409</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die staatlichen Überwachungstätigkeiten und Verbote zur «Sicherheit der Bürger» werden ausgebaut, die Freiheit wird eingeschränkt. Verantwortlich für die Aufrüstung des Staats sind auch Medien, die stets die totale Sicherheit fordern. Ein Dreigespann aus Journalisten, Experten und Politikern dreht sich in einer verhängnisvollen Spirale. Depressive Hypochonder auf dem Weg zum Augenarzt Stossen sich den Fuss und <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/">Auf Kosten der Freiheit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die staatlichen Überwachungstätigkeiten und Verbote zur «Sicherheit der Bürger» werden ausgebaut, die Freiheit wird eingeschränkt. Verantwortlich für die Aufrüstung des Staats sind auch Medien, die stets die totale Sicherheit fordern. Ein Dreigespann aus Journalisten, Experten und Politikern dreht sich in einer verhängnisvollen Spirale.<br />
<span id="more-15409"></span></p>
<div align="right"><small>Depressive Hypochonder auf dem Weg zum Augenarzt<br />
Stossen sich den Fuss und denken gleich:<br />
Das wars, das wars, das wars</p>
<p>&#8222;Depressive Hypochonder&#8220; von Funny van Dannen</small></div>
<p></p>
<p>Kennen Sie Journalisten? Manchmal sind es etwas lebensunpraktische Typen, die gut schreiben können. Einige von ihnen wurden von ihren Mitschülern «Brillenschlangen» genannt, andere als «Streber» oder gar als «Zeitungsleser» beschimpft.</p>
<p>Klar gibt es unter ihnen auch furchtlose Reporter, die sich in Kriegsgebieten durchschlagenden, unverfrorene Witwenschüttler und sogar welche, die ihr Leben riskieren für eine Geschichte. Viele Menschen auf Redaktionen sind aber schon zufrieden, wenn sie es unfallfrei bis in die Redaktion schaffen und wieder nach Hause. Ihre Freizeit verbringen sie mit ihrer Familie, anderen Journalisten und weiteren gebildeten Leuten. Neuerungen begegnen sie mehrheitlich ablehnend und ängstlich &#8211; dem Revolutionär aller Kommunikation, dem Internet, stehen viele nach wie vor skeptisch gegenüber. Gerne beklagen sie sich über die Arbeitsbedingungen &#8211; den Mut, eine eigene Firma zu eröffnen, bringen sie jedoch nicht auf.</p>
<p>Kurzum: Sie sind manchmal etwas ängstlich. Nichts Schlimmes, viele Menschen sind das; Ängstlichkeit ist eine liebenswerte Eigenschaft. Zum Problem wird es aber, wenn das eigene Sicherheitsbedürfnis zu dem der Allgemeinheit gemacht wird.</p>
<p>Meistens läuft es so, ganz egal, ob es um Viren, Terrorismus oder Baustatik geht:</p>
<p>1) Journalisten orten und thematisieren ein Sicherheitsleck<br />
2) Sie kontaktieren dazu Experten, die trotz aller Zurückhaltung einräumen müssen, dass keine 100-prozentige Sicherheit besteht<br />
3) Medien publizieren Stücke zur Problematik, was sich nicht selten ausweitet in eine Flut von teilweise hysterischen Beiträgen<br />
4) Unter dem Druck der Medien fordert ein Teil der Politik Massnahmen<br />
5) Auf Kosten der Gemeinschaft führt die Politik (oft übereilt getroffene, nicht immer sinnvolle) Massnahmen ein</p>
<p>So branden viele Themen kurz auf und werden (von der breiten Öffentlichkeit) auf lange Frist wieder vergessen. Die Massnahmen, Verordnungen und Gesetze aber bleiben. Sie müssen von der (nicht konsultierten) All­ge­mein­heit getragen werden, inklusive der damit verbundenen Einschränkung der Freiheit und den daraus resultierenden Kosten (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/08/die-rechnung-fur-die-panikmache">«Die Rechnung für die Panikmache»</a>). Journalisten, Experten und Politiker sehen sich dafür nicht verantwortlich &#8211; ganz selbstverständlich weisen sie auf ihre Rolle hin, die zu erfüllen sie verpflichtet sind.</p>
<p>Medienhysterien können kostspielig werden und viel an Freiheit und Privatsphäre wegnehmen, bei den aus Angst vor Terrorismus getroffenen Massnahmen ist das offensichtlich. Es gibt aber auch alltägliche Beispiele, wie der ominöse schwarze Panther, der irgendwo in einem Schweizer Wald existiert oder auch nicht &#8211; Medienberichte und Sichtungen hatten sich gegenseitig hochgeschaukelt. Um dieses <a href="http://www.presseverein.ch/2012/05/schwarze-katze-von-weitem/">«unbekannte Tier»</a> einzufangen, <a href="http://www.solothurnerzeitung.ch/solothurn/kanton-solothurn/das-ist-aus-dem-ominoesen-panther-geworden-125171052">wurde eine Lebendfalle und mehrere Fotofallen aufgestellt</a>:</p>
<blockquote><p>Doch die Fallen blieben leer &#8211; die rund 30 bis 40 installierten Kameras lichteten nur Füchse, Vögel, Rehe und einen Hirsch ab. (&#8230;) Alles was die Tier-Fahnder aufspürten waren schwarze Katzen und Hunde.</p>
<p>Schon im Juni wurden die zusätzlichen Foto- und Käfigfallen, die wegen dem Panther aufgestellt worden waren, abgebaut. Wie viel der ganze Einsatz gekostet hat, kann der Solothurner Jagdverwalter nicht beziffern. Er schätzt die Kosten auf mehrere 10‘000 Franken.</p></blockquote>
<p>Es ist wichtig, keine Kollektivbeschuldigung zu machen, verhalten sich doch viele sehr korrekt. Nur hört man nie etwas von Journalisten, die keine Paniktexte geschrieben, nie etwas von Experten, die Stellungnahmen abgelehnt haben und nie etwas von Politikern, die nicht in Panik neue Verordnungen erlassen haben. Die Aufmerksamkeit gehört ganz den Boulevardmedien, den Boulevardexperten und den Boulevardpolitikern &#8211; es ist das Zusammenspiel dieser kleinen Gruppe, die unsere Freiheit einschränkt und unsere Steuermittel verbrät. Statt immer neuer Aufregungen und Verordnungen bräuchte es das exakte Gegenteil: Journalisten, Experten und Politiker, die Ruhe bewahren, den Willen und die Freiheit des Volkes respektieren und eher mal ein Gesetz abschaffen statt eins einzuführen. Es gilt, dem Beispiel von Islamwissenschaftler Reinhard Schulze zu folgen, <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/19/die-medien-sind-geiseln-von-ausnahmefaellen/">er sagte uns im Interview</a>: «Medien, die aus einem Problem einen Skandal machen wollen, stehen für mich nicht zur Diskussion.»</p>
<p>Die aktuellen Überwachungsskandale sind fraglos skandalös. Dass der Staatsapparat das ihn finanzierende Volk überwacht, ist einer aufgeklärten Demokratie nicht würdig. Medien aber, die nach jedem Vorfall Politiker in riesigen Lettern «WIE KONNTE DAS PASSIEREN?» fragen, müssen sich nicht wundern, wenn diese irgendwann Konsequenzen ziehen und Massnahmen ergreifen. In der Folge «WIESO ÜBERWACHT IHR UNS?» zu brüllen, ist, gelinde gesagt, nicht ganz folgerichtig.</p>
<p>Der Flut von Regulierungen, die das beschriebene Verhalten auslöst, stehen lustigerweise Journalisten gegenüber, die äusserst pikiert reagieren, wenn ihre eigene Freiheit eingeschränkt werden soll. In der Regel berufen sich dann auf die Medienfreiheit, ganz egal, ob das der Situation angemessen ist oder auch nicht.</p>
<p>Jean-Jacques Rousseau <a href="http://www.textlog.de/2372.html">empfiehlt</a> dem Staatsbürger, er solle «jeden Tag seines Lebens im Grunde seiner Seele nachsprechen, was ein edler Woiwode auf dem polnischen Reichstage sagte: Malo periculosam vitam quam quietum servitium. (Ich ziehe eine gefahrvolle Freiheit einer ruhigen Knechtschaft vor).» </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/">Auf Kosten der Freiheit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Experten der Ferndiagnose</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/08/01/experten-der-ferndiagnose/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Aug 2013 11:04:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Schloter]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulation]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
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		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Tod von Swisscom-Chef Carsten Schloter schlägt die Stunde der Psychologen und Suizid-Experten. Die allerlei vermuten, obwohl nichts bekannt ist – Fachleute empfehlen, solche Mutmassungen zu unterlassen. Mehrheitlich aber berichten die Schweizer Medien angemessen über das überraschende Lebensende des beliebten Managers. Am frühen Nachmittag des 23. Juli verbreitete sich die auf swisscom.ch veröffentlichte Medienmitteilung <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/01/experten-der-ferndiagnose/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/01/experten-der-ferndiagnose/">Experten der Ferndiagnose</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Tod von Swisscom-Chef Carsten Schloter schlägt die Stunde der Psychologen und Suizid-Experten. Die allerlei vermuten, obwohl nichts bekannt ist – Fachleute empfehlen, solche Mutmassungen zu unterlassen. Mehrheitlich aber berichten die Schweizer Medien angemessen über das überraschende Lebensende des beliebten Managers.<br />
<span id="more-15247"></span><br />
Am frühen Nachmittag des 23. Juli verbreitete sich die auf swisscom.ch veröffentlichte <a href="http://www.swisscom.ch/de/ghq/media/mediareleases/2013/07/20130723_MM_Carsten_Schloter.html">Medienmitteilung</a> über den Freitod von Carsten Schloter. Sie hinterliess die allermeisten von uns in Überraschung und Sprachlosigkeit: Dass sich einer der besten und sympathischsten Schweizer Manager, und dazu einer der wenigen, die dem Medienwandel unerschrocken gegenüber standen, umgebracht haben sollte, war kaum zu glauben. Auch wir fragten uns, wie wir damit umgehen sollten. Ist es in Ordnung, unser im März veröffentlichtes <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/15/ich-war-noch-nie-relaxed/">Interview</a> in den Fokus zu stellen, damit es Aufmerksamkeit und Klicks erhält? Profitieren wir so etwa von seinem Tod?</p>
<p>Wir haben es gemacht und würden es wieder tun, aber der Freitod ist ein heikles Thema mit unzähligen Stolperfallen, die vielen nicht bewusst sind. In seiner <a href="http://presserat.ch/13050.htm">Richtlinie 7.9</a> empfiehlt der Schweizer Presserat bei der Information über Suizide «grösste Zurückhaltung» und hält nur einige Umstände fest, in denen eine Berichterstattung angebracht ist. Im Fall Schloter treffen diese zu, darum soll berichtet werden. Weiter steht da:</p>
<blockquote><p>In allen Fällen beschränkt sich die Berichterstattung auf die für das Verständnis des Suizids notwendigen Angaben und darf keine intimen oder gar herabsetzenden Einzelheiten enthalten. Um das Risiko von Nachahmungstaten zu vermeiden, verzichten Journalistinnen und Journalisten auf detaillierte, präzise Angaben über angewandte Methoden und Mittel.</p></blockquote>
<p>Details, wie sich Schloter umgebracht hat, sind keine an die Öffentlichkeit gelangt. Zwar teilte die Boulevardzeitung «Le Matin» ihren Leser am Tag danach auf der Titelseite mit, wie sich Schloter umgebracht habe, doch das blieb pure Spekulation, weshalb die Zeitung diese Informationen zurückzog. Inzwischen ist auf <a href="http://www.lematin.ch/">Lematin.ch</a> dazu nichts mehr zu lesen.</p>
<p>Informationen müssen aber frei sein, sagen die einen zum Thema. Andere finden, dass solche Details nicht mehr als eine von Klatschsucht getriebene Neugier befriedigen. Man kann darüber unterschiedlicher Auffassung sein, als «statistisch belegbares Phänomen» jedoch gelten Nachahmungseffekte, die auf sehr detailierte, gar romantisierende Schilderungen von Suiziden folgen, siehe dazu den Wikipedia-Artikel <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Werther-Effekt">Werther-Effekt</a>. Um Nachahmungstaten zu vermeiden, <a href="http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/werther.html">empfehlen</a> Fachleute den Medien, a) Angaben zur biologischen und sozialen Identität zu vermeiden, b) Angaben zu Suizidmethode und Suizidort zu vermeiden und c) nicht über Ursachen und Bewertungen des Suizides zu spekulieren.</p>
<p>Im Fall Schloter kann a) nicht erfüllt werden und ist b) teilweise erfüllt &#8211; c) dagegen wurde von sehr vielen Medien in aller Ausführlichkeit gemacht. Ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte, lieferte das «Oltner Tagblatt» in der Ausgabe vom 27. Juli. Chefredaktor Beat Nützi macht sich auf der Titelseite «Gedanken zum Freitod», was eine Ferndiagnose ohne Anhaltspunkte bleibt, also eine «Analyse», die nicht auf der Grundlage von Fakten aufgebaut ist. Nützi schreibt, natürlich ohne selbst irgendwas geahnt zu haben oder gar vor etwas gewarnt zu haben: «Doch eigentlich hätten Schloters Interviewaussagen als Hilferuf wahrgenommen werden müssen. Eigentlich.» Übertitelt ist das Stück mit einem Titel, der exakt so lautet, wie er gemäss den Fachleuten nicht lauten sollte.</p>
<p>Generell stösst die Expertenhörigkeit vieler Medien sauer auf: Obwohl keine Quelle bekannt gemacht hat, weshalb Carsten Schloter aus dem Leben schied, versammeln die Medien allerlei Mutmassungen, die einen bunten Strauss von möglichen Gründen bilden, wie sie jeder nach etwas Nachdenken auch finden könnte. Experten dürfen nicht dazu eingesetzt werden, um die Spekulationen von Journalisten auszusprechen. Wer spekulieren will, soll den Mut aufbringen und mit dem eigenen Namen dazu stehen. Tatsächlich liefern muss der Journalismus aber Fakten, und nicht Mutmassungen.</p>
<p>Verdienen die Medienschaffenden nicht auch etwas Nachsicht? Sie stehen mitten in der Ferienzeit zwischen einem riesigen Informationsbedürfnis seitens der Leserschaft und einer ausgedörrten Quellenlage. Nichts ist bekannt, niemand sagt etwas, nichts darf geschrieben werden. Am Schluss scheint nur noch das Schweigen oder die Spekulation zu bleiben. Auch Felicie Notter, die für MEDIENWOCHE das Interview mit Schloter geführt hatte, wurde von Medien als Expertin angefragt (was sie ablehnte): «So griffen die Journalisten eben nach den irgendwie verfügbaren Experten und kratzten alle vorhandenen Informationen zusammen, gerade auch aus den Interviews, in denen Schloter persönliche Töne angeschlagen hatte. Vieles waren aber sachliche Analysen &#8211; man wusste nur nicht, ob zu der richtigen Frage.»</p>
<p>«Das meiste in den Medien war fair, würdig und angemessen», sagt Swisscom-Sprecher Sepp Huber, der 13 Jahre mit Schloter zusammengearbeitet hatte und auch unzählige Interviews begleitete. Einige lokale Medien seien mit ihren Recherchemethoden jedoch zu weit gegangen und hätten Mitgliedern der Trauerfamilie vor dem Haus von Carsten Schloter aufgelauert. «Le Matin» hat sich im Nachhinein für die deplatzierte Titelzeile schriftlich bei Swisscom entschuldigt. Negative Rückmeldungen erhielt die Zeitung vor allem seitens der eigenen Leser.</p>
<p>Der Deutschschweizer Boulevard berichtet einigermassen ausgewogen. <a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/17026632">20min.ch</a> zeigt Fotos sowie unkommentierte (und verwackelte) Aufnahmen, die Keystone bereitgestellt hat. Und <a href="http://www.blick.ch/news/wirtschaft/wie-soll-ich-den-stern-finden-auf-dem-papi-sitzt-id2389435.html">Blick.ch</a> liefert einen Bericht über die Trauerfeier inklusive Videobeitrag &#8211; fragwürdig hierbei sind einige sehr kurze Videosequenzen, die trauernde Gäste zeigen sowie eine Textpassage, die Aussagen weiterverbreitet, welche die Freundin von Schloter zu Bekannten gesagt haben soll.</p>
<p>Von Verwandten und anderen nicht-öffentlichen Personen werden keine Fotos und keine Namen gezeigt, Videoaufnahmen aus der Kirche oder vom Friedhof gibt es keine. Zu Wort und Bild kommen offenkundig nur öffentliche Personen, die für ein Interview bereit sind. Man kann sich fragen, wie angemessen es ist, vielbeschäftige und unter Druck stehende Manager direkt nach einer offensichtlich aufwühlenden Trauerfeier eines vielbeschäftigen und unter Druck stehenden Managers zum Reden zu bringen. Man kann aber auch davon ausgehen, dass nur jene Menschen in die Kamera gesprochen haben, die das auch selbst wollten.</p>
<p>«Der Mediendruck war schon unmittelbar vor Publikation unserer Medienmitteilung sehr hoch», sagt Huber weiter. Er wurde gegen 9 Uhr mit der Meldung konfrontiert, schon um 11:30 Uhr stellten (Westschweizer) Medien erste Anfragen, um 13.30 Uhr ging dann die Medienmitteilung online. «Die Erfahrung in Krisenkommunikation hilft einem, unter höchstem Druck möglichst professionell zu arbeiten. Die Trauer und der Schmerz über den Verlust eines sehr nahestehenden Menschen trifft einen voll, wenn der grösste Druck der Arbeit weg ist. Bei mir persönlich war das abends, nachts und morgens. Während Tagen konnte ich die Tragik morgens beim Aufwachen nicht fassen, es erschien mir wie ein ganz schlimmer Traum, traurige Gewissheit erfuhr ich beim Lesen der neusten Medienberichte. Ich musste mich teils auch zwingen, alles zu lesen.»</p>
<p>Beim Schweizer Presserat sind zum Tod von Carsten Schloter bisher keine Beschwerden eingegangen, wie dessen Sekretär Martin Künzi auf Anfrage mitteilt.</p>
<p><small><a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_46/basel/482051/suizidgedanken-was-tun.htm">«Suizidgedanken – was tun?»</a> &#8211; eine Antwort von Dr. med. Martin Eichhorn.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/01/experten-der-ferndiagnose/">Experten der Ferndiagnose</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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