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	<title>Finanzierung/Geschäftsmodelle | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«Republik» droht mit Exitus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2019 13:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Jahresende hin ruft die «Republik». Diesmal klingt der Appell aber schriller und weniger elegant als auch schon: Zahlt, oder wir schmeissen hin! Es kam, wie zu befürchten war: Nach der Zusatzfinanzierung ist vor der Zusatzfinanzierung. Der Unterschied: Es nervt. Auch treue Verlegerinnen und Verleger. – Weiter unten: Sechs Fragen an Clara Vuillemin, Mitgründerin und <a href="https://medienwoche.ch/2019/12/11/republik-droht-mit-exitus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Jahresende hin ruft die «Republik». Diesmal klingt der Appell aber schriller und weniger elegant als auch schon: Zahlt, oder wir schmeissen hin! Es kam, wie zu befürchten war: Nach der Zusatzfinanzierung ist vor der Zusatzfinanzierung. Der Unterschied: Es nervt. Auch treue Verlegerinnen und Verleger. – Weiter unten: <a href="#sechsfragen">Sechs Fragen an Clara Vuillemin, Mitgründerin und Verwaltungsrätin, zu den Finanzen der «Republik».</a></strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-75087" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/12/MW-Republik-Tropf-20191211.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/12/MW-Republik-Tropf-20191211.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/12/MW-Republik-Tropf-20191211-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/12/MW-Republik-Tropf-20191211-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/12/MW-Republik-Tropf-20191211-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/12/MW-Republik-Tropf-20191211-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Im worst case wären wir im Dezember 2019 pleite.» Damit erschreckte die «Republik» ihre Leser und Verleger. Das war Anfang Januar 2019. Rund ein Jahr zuvor war das Online-Magazin zur Rettung der Demokratie mit satten 7,7 Millionen Franken in der Kasse gestartet. Mit dem grössten Crowdfunding-Erfolg aller Zeiten für ein Online-Magazin, plus spendablen Investoren.</p>
<blockquote><p>In Windeseile waren die Personalkosten auf eine halbe Million im Monat gestiegen.</p></blockquote>
<p>Man habe einen soliden Businessplan, und die ersten zwei Jahre seien durchfinanziert, da lasse man sich vom überwältigenden Echo nicht zu unüberlegten Ausgaben hinreissen. Man könne nun einfach mehr in guten Journalismus investieren, sagten die Gründer am Anfang.</p>
<p>Nach einem Jahr musste dann dringend eine Zwischenfinanzierung von einer zusätzlichen Million gesucht werden, in Windeseile waren die Personalkosten auf eine halbe Million im Monat gestiegen. Munter wurde eingestellt und ausgebaut, bis sich rund 50 Mitarbeiter Lohn und Brot teilten.</p>
<p>Eine schöne, ausgewachsene Mannschaft, deren Output aber sehr übersichtlich blieb. Wie auch immer, die Zusatzmillion wurde gefunden; wir schreiben Dezember 2019, und die «Republik» ist nicht pleite. Allerdings: «Es steht zu befürchten, dass die ‹Republik› nicht am garstigen Umfeld für Medien scheitert, sondern am eigenen Unvermögen, an der Kluft zwischen vollmundigen Ankündigungen und schmalbrüstigen Einlösungen, an der Kluft zwischen fein gedrechselten Sätzen und zu wenig beachteten nackten Zahlen. Das ist kein Anlass zu Häme, sondern zu tiefem Bedauern. Denn jedes gescheiterte Experiment, Qualitätsjournalismus betreiben zu wollen, macht es noch schwieriger, den nächsten Versuch zu starten.»</p>
<p>Das schrieb ich vor knapp einem Jahr, und ich hasse es manchmal wirklich, Recht zu haben. Denn schon wieder lässt ein Newsletter der «Republik» <a href="https://project-r.construction/newsletter/2019-12-09-der-wichtigste-newsletter" target="_blank" rel="noopener">die Alarmsirene ertönen</a>. Sozusagen im flackernden Rotlicht der Notfallambulanz schreibt sie, dass der aktuelle Newsletter einer der kürzeren sei. «Bis Ende März müssen wir wieder 19&#8217;000 Verlegerinnen sein und zusätzlich 2,2 Millionen Franken auftreiben.»</p>
<p>Und wenn nicht? Nun, dann «werden wir am Nachmittag des 31. März für sämtliche Mitarbeitenden der Republik die Kündigung aussprechen. Und danach das Unternehmen geordnet auflösen.» Diese schrille Drohung kommt nicht bei allen Verlegern, wie die «Republik» ihre Abonnenten nennt, gut an. Sie verlange mehr Geld und Vertrauen, ohne konkrete Kostensenkungen anzukündigen, wird kritisiert. Der Ton wird auch bei Unterstützern härter: Die «Republik»-Macher zahlen sich einen satten Fixlohn, aber als vermeintliche Unternehmer betteln gesättigte Arbeitnehmer um mehr Geld, wird gefetzt.</p>
<blockquote><p>Der Notruf weckte aber auch die nach wie vor grosse Fangemeinde: 600 Abo-Erneuerungen in zwei Stunden.</p></blockquote>
<p>Der CVP-Präsident Gerhard Pfister <a href="https://twitter.com/gerhardpfister/status/1204290897594241024" target="_blank" rel="noopener">bemerkt maliziös</a>, dass die «Republik» ein solches Vorgehen, die Drohung mit Massenentlassung, bei anderen Unternehmen scharf kritisieren würde. Nun fällt den «Republik»-Machern auf die Füsse, dass sie meistens auf Kritik mit bornierter Arroganz reagierten.</p>
<p>Der Notruf weckte aber auch die nach wie vor grosse Fan-Gemeinde. Innert zwei Stunden haben 600 Personen nach Bekanntwerden der finanziellen Schieflage <a href="https://twitter.com/RepublikMagazin/status/1204107977940230147" target="_blank" rel="noopener">umgehend ihr Abo erneuert</a>.</p>
<p>Im Newsletter schliessen sich die üblichen Durchhalteparolen an; es brauche «Entschlossenheit. Von uns und von Ihnen», die Aufgabe sei es, «vom Experiment zur Institution zu werden» – «wir freuen uns auf den gemeinsamen Kampf mit Ihnen.»</p>
<blockquote><p>«Seien wir realistisch, verlangen wir das Unmögliche», soll Che Guevara gesagt haben. Und dann ruinierte er die kubanische Wirtschaft.</p></blockquote>
<p>Die Frage sei gestattet: Kampf wofür und wogegen? Der Kampf ums Überleben, gegen Massenentlassungen und gegen das drohende Scheitern des jüngsten Experiments? Es seien schon rund 605&#8217;000 Franken von «Investoren und grosszügigen Verlegerinnen» reingekommen. Fehlen also noch 1,6 Millionen. Zu diesen Investoren gehört auch die umtriebige und nicht unumstrittene Unternehmerpersönlichkeit Adrian Gasser. Der Multimillionär ist wohl nicht altersmilde geworden, und es stellt sich die Frage, wie die «Republik» zukünftig über seine Justizinitiative berichten will, für die er gerade 120’000 Unterschriften in Bern deponiert hat.</p>
<p></p>
<p>«Seien wir realistisch, verlangen wir das Unmögliche», soll Che Guevara gesagt haben. Und dann ruinierte er die kubanische Wirtschaft. Aber nehmen wir einmal an, die «Republik» kriegt die 2,2 Millionen und die nötige Anzahl an Abonnenten zusammen. Dann ginge es also auch im April 2020 weiter.</p>
<p>Pardon, aber womit? Die «Republik» sei das «Labor für den Journalismus des 21. Jahrhunderts», nimmt sie weiterhin den Mund ziemlich voll. Was sieht sie als ihre Aufgabe? Weniger als die volle Orgel mit spitzen Posaunentönen geht da nicht: «Unsere Aufgabe ist es, brauchbaren Journalismus zu machen. Einen, der die Köpfe klarer, das Handeln mutiger, die Entscheidungen klüger macht. Und der das Gemeinsame stärkt: die Freiheit, den Rechtsstaat, die Demokratie.»</p>
<blockquote><p>Die Lernkurve der «Republik»-Macher verläuft recht flach.</p></blockquote>
<p>Wer so in die Vollen greift, muss sich Kritik gefallen lassen. Müsste. Denn Selbstkritik, Fehlerkultur, das erkennbare Bemühen, nicht vom hohen Ross zu beckmessern, wenigstens der Versuch, nicht die beleidigte Leberwurst zu spielen – all das war im ersten Jahr der «Republik» nicht erkennbar. Im zweiten auch nicht.</p>
<p>Kritik an den wenigen Enthüllungsstorys der «Republik»? Tiefenbeleidigte Zurechtweisung der Kritiker. Reaktion auf das Nachweisen von Ungenauigkeiten, Fehlern in Reportagen? Halsstarriges Festhalten an falschen Tatsachenbehauptungen. Kritik an der Unfähigkeit, einen anständigen Businessplan mitsamt Finanzflussrechnung hinzukriegen? Die Kritiker haben doch keine Ahnung. Der Hinweis, dass es angesichts von schon im Herbst 2018 absehbaren finanziellen Schwierigkeiten grobfahrlässig ist, die Payroll wie einen Ballon aufzupumpen – und kaum Luft abzulassen? Ach was!</p>
<p>Selbst das Alarmsignal, dass sich <a href="https://www.persoenlich.com/medien/wir-denken-den-wirtschaftsjournalismus-neu" target="_blank" rel="noopener">Mark Dittli</a>, immerhin ein zertifizierter Finanzanalyst und langjähriger Chefredaktor von «Finanz und Wirtschaft», nach nur einem Jahr still und leise die «Republik» verliess, na und? Da verläuft die Lernkurve der «Republik»-Macher doch recht flach, wie auch das unlängst erschienene Porträt des FDP-Bundesrats <a href="https://www.republik.ch/2019/12/03/ignazio-cassis-die-schadensbilanz" target="_blank" rel="noopener">«Ignazio Cassis, die Schadensbilanz»</a> belegt.</p>
<p>Dass es sich ausschliesslich auf anonyme Quellen abstützt, mag noch hingehen – wer will schon seine Stelle mutwillig riskieren? Dass aber reiner Thesenjournalismus betrieben wird, sozusagen als «Weltwoche» mit umgekehrten Vorzeichen, ausschliesslich Kritik und Meckereien kolportiert werden, das stösst Lesern unangenehm auf. So moniert ein Bundesangestellter und Lokalpolitiker, es sei einfach, Mitarbeiter zu finden, die kritisieren: «Dabei wäre es ein Leichtes, zumindest einige der vielen positiven Stimmen zu bringen, die es parteiübergreifend gibt, und zwar in den Departementen wie im Parlament.» Das sei aber <a href="https://twitter.com/MarcSchinzel/status/1203001294589444096" target="_blank" rel="noopener">offenbar nicht die Absicht gewesen</a>.</p>
<blockquote><p>Sollen wirklich «Expeditionen in die Wirklichkeit» unternommen werden, die per Definition ergebnisoffen sein müssten?</p></blockquote>
<p>Hier, ebenso wie bei den grossen Storys über das <a href="https://www.republik.ch/2018/04/24/das-kartell-teil-1-der-aussteiger" target="_blank" rel="noopener">Bündner Baukartell</a>, die <a href="https://www.republik.ch/2018/01/19/usa-serie" target="_blank" rel="noopener">Reise quer durch die USA</a>, das angebliche <a href="https://www.republik.ch/2019/03/19/das-versagen-der-eth" target="_blank" rel="noopener">Mobbing an der ETH</a>, geht es um etwas Fundamentales. Sollen wirklich «Expeditionen in die Wirklichkeit» unternommen werden, die per Definition ergebnisoffen sein müssten? Oder soll die Weltsicht des eigenen Klientels bedient werden, das seine Vorurteile in der «Republik» gespiegelt sehen möchte? Und das sehr ungnädig reagierte, als die «Republik» ein ausgewogenes Porträt des SVP-Exponenten <a href="https://www.republik.ch/2019/03/06/libero" target="_blank" rel="noopener">Alfred Heer</a> brachte? Der wurde nicht nur <a href="https://www.republik.ch/2019/03/06/libero" target="_blank" rel="noopener">aus der Bar im Redaktionssitz Rothaus geworfen</a>, als ihn die Reporterin dort zu einem Absackerchen einladen wollte. Sondern es erhob sich lauter Protest, dass man «so einem» doch keine Plattform in der «Republik» bieten dürfe.</p>
<p>Aber es ist noch schlimmer, wenn man die «Republik» beim Wort nimmt, und das will sie ja. Sie sieht als ihre Aufgabe, «brauchbaren Journalismus zu machen». Das ist Journalismus, der gebraucht wird. Für den es Bedarf gibt. Für den genügend Konsumenten – völlig egal, ob man die Abonnenten oder Verlegerinnen nennt – bereit sind, die geforderte Summe zu zahlen. Mit diesem Geld sollte dann haushälterisch umgegangen werden, damit die Konsumenten auch mittel- und längerfristig bedient werden können.</p>
<p>Nun wohnt jedem Anfang nicht nur ein Zauber inne, sondern auch ein Risiko. Alle Marktanalysen, Bedarfsabklärungen, vermuteten Zielgruppen, die genaue Ausformung des Angebots, die dafür nötigen Ressourcen, das alles sollte so präzise wie möglich analysiert werden. Und dann zeigt sich während der «Expedition in die Wirklichkeit», wie gut alle diese Annahmen funktionieren.</p>
<blockquote><p>Die Wirklichkeit ist manchmal ganz schön fies und sorgt dafür, dass das, was frohgemut und lautstark begann, schnell auf Normalmass zusammenschrumpft.</p></blockquote>
<p>Leider neigt der, nun, sagen wir mal linksliberale bis linke Journalismus dazu, sich die Wirklichkeit schönzureden. Denn rhetorisch begabt ist da noch mancher, der eine oder andere führt auch eine flotte Feder. Also entsteht schnell die Illusion: Gute Reportagen, starke Denkstücke, Analysen, das Feuilleton nicht zu vergessen, das muss doch sein Publikum finden. Vor allem in dem sich zu Tode sparenden Wisch-und-Weg-Journalismus der meisten grossen Medienhäuser.</p>
<p>Nun ist die Wirklichkeit manchmal ganz schön fies und sorgt dafür, dass das, was frohgemut und lautstark begann, schnell auf Normalmass zusammenschrumpft. Das kann passieren, das tut der Hochachtung vor dem Mut und der Energie der Beteiligten keinen Abbruch. Nur: den gleichen Fehler, die gleichen Fehler immer wieder zu machen, das hat in der Regel mehr mit Engstirnigkeit zu tun, mit einem Tunnelblick, mit dem Bedürfnis, gegen die feindlich gesonnene Wirklichkeit eine Wagenburg zu bilden.</p>
<p>Dabei ist die Wirklichkeit gar nicht feindlich. Im Gegenteil, sie ist recht gut mit unseren modernen Methoden analysierbar und sogar kontrollierbar. Vorausgesetzt, man nimmt sie zur Kenntnis. Diese Wirklichkeit im Spätkapitalismus bedeutet, dass journalistische Wertschöpfung ein Angebot darstellt, dass eine kostendeckende Nachfrage bewirken soll. Tut es das nicht, geht das Angebot ein. Die «Republik» behauptet, mit 19&#8217;000 zahlenden Lesern könne sie sich stabil über Wasser halten. Wenn sie es nicht schafft, eine solche Randgruppe an sich zu binden, ist sie unrettbar gescheitert.</p>
<p>Nun kann man mit unablässigen Aufrufen zu Kampf und Spende, verbunden mit dunklen Andeutungen von Finsternis und Untergang, ein künstliches Koma verlängern, indem lebenswichtige Organe mit Geldtransfusionen am Leben erhalten werden. Aber das ist dann wie bei den europäischen Zombie-Banken oder der Schweizer Landwirtschaft: Eigentlich braucht es sie nicht, aber niemand traut sich so recht, den Stecker zu ziehen. Rechtzeitig. Es ist für alle Kämpfer innerhalb und ausserhalb der «Republik» zu hoffen, dass es dann mal gut ist mit dem Verrösten von Geld.</p>
<blockquote><p>Die «Republik» sagt, dass sie ihr Budget bereits auf 6 Millionen geschrumpft habe, und viel mehr gehe nicht.</p></blockquote>
<p>Dabei wäre es zuträglich, die Grundrechenarten zu beherrschen. Die «Republik» sagt, dass sie mit 19&#8217;000 Abonnenten nachhaltig finanziert sei. Die «Republik» sagt, dass sie ihr Budget bereits auf 6 Millionen geschrumpft habe, und viel mehr gehe nicht, wenn man ein «schlagfertiges Medium» bleiben wolle. Gönnen wir ihnen sogar 20&#8217;000 zahlende Abonnenten. Mal die «Jahresmitgliedschaft» von 240 Franken sind das haargenau 4,8 Millionen. Bei 19&#8217;000 sogar nur 4,56 Millionen. Bliebe also ein Loch von rund 1,5 Millionen. Ein solcher Realitätsverlust ist beängstigend.</p>
<p>Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass in der ach so reichen Schweiz mit ach so vielen Alt- und Erb-Linken, wie auch anderweitig alternativ angehauchten Begüterten, das Experiment eines neuen Mediums krachend scheitert. Erinnert sei hier an die erfolglosen Weiterführungsversuche der einst wichtigen SP-Presse oder auch an Nischenprojekte im Netz, die nie zum Fliegen kamen. Ein paar Multimillionäre sind dann jeweils um ein paar Millionen ärmer, viele Abonnenten können sich gute Teile ihres Abonnements sonst wohin stecken, und üblicherweise werden gegen Schluss die Durchhalteparolen schriller, die internen Querelen grösser, bis dann die Cleveren bereits ein neues trockenes Plätzchen gefunden haben, die Treudoofen aber meistens «fassungslos» und «erschüttert» vor verschlossenen Redaktionstüren stehen.</p>
<p>Hält es die «Crew der Republik und von Projekt R» wirklich für geschickt, Abonnenten für den Abschluss oder die Verlängerung eines Jahresabonnements zu motivieren, Investoren zum Hineinstecken von grösseren Geldsummen, wenn sie gleichzeitig damit droht, in rund drei Monaten könnte schon Schluss sein? «Republik» weg, Redaktion weg, Geld weg. Ach, und die Verantwortlichen für das neuerliche Desaster sind dann natürlich auch weg.</p>
<blockquote><p>Solche Pleiten sind immer, aber wirklich immer, hausgemacht. Wer sich selbst zu sehr überhöht, fällt tief.</p></blockquote>
<p>Auf der Führungsetage fand Ende September mal wieder der grosse Umbau statt. Erica Dubach Spiegler und Miriam Walter amtieren neu als Geschäftsführerinnen, der Chefredaktor Christof Moser behält zwar Prokura, ist aber aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Damit verbleibt einzig Constantin Seibt als letzter Mohikaner der Gründungsmannschaft in diesem Gremium. Bei der Projekt R Genossenschaft wurde Dubach Spiegler ebenfalls Geschäftsführerin, Walter war das schon seit dem letzten Umbau im Dezember 2018. Hier sind alle sieben Gründungsmitglieder aus dem Jahr 2017 bereits aus dem Handelsregister gelöscht.</p>
<p>Statt die Demokratie rettenden Journalismus wurde mal wieder allen, die versuchen, qualitativ hochstehenden Journalismus zu machen, ein Bärendienst erwiesen. Und da komme dann keiner mit den üblichen Ausflüchten. Solche Pleiten sind immer, aber wirklich immer, hausgemacht. Wer sich selbst zu sehr überhöht, fällt tief.</p>
<h2 id="sechsfragen">«Ob es ein finanzielles Desaster wird, das sehen wir Ende März»</h2>
<p><strong>Clara Vuillemin, Mitgründerin und Verwaltungsrätin, zum Zustand der «Republik».</strong></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Im Januar dieses Jahres kündigte die «Republik» an, dass sie zusätzlich eine Million Kapital brauche. Das hat sie bekommen; wieso muss jetzt schon wieder um Geld gebettelt werden?</p>
</div><div class="answer"><h4>Clara Vuillemin:</h4> <p>Ihre Frage enthält leider einen Fehler. Wir haben rund 800‘000 Franken organisieren können, davon sind über eine halbe Million auf dem Konto eingetroffen. Das ist wunderbar. Aber eben weniger als die geplante eine Million.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In der damaligen Auseinandersetzung erklärte mir Christof Moser, dass die «Republik» ihre Finanzen im Griff habe, alles im grünen Bereich sei und man alle nötigen Massnahmen ergriffen habe, um weiter in die Zukunft zu marschieren. Was ist schiefgelaufen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Clara Vuillemin:</h4> <p>Die Kürzestversion: Wir haben zu wenig Marketing betrieben, nicht die ganze Summe der geplanten Investitionen organisieren können – und halb so viele neue Mitglieder hinzugewonnen, wie damals geplant.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Schon im Januar 2019 musste Ihnen klar sein, dass vor allem die Gehälter einen Ausgabenposten darstellen, den sich die «Republik» nicht leisten kann. Wieso haben Sie nicht rechtzeitig die entsprechenden Massnahmen ergriffen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Clara Vuillemin:</h4> <p>Wir hatten ein Budget. Dieses ging von mehr neuen Mitgliedschaften und höheren Investitionen aus, als wir dann erreichten. Darum haben wir auf das neue Geschäftsjahr im Sommer das Budget um 1 Million Franken verkleinert. Seither haben wir das Budget nochmals um rund zehn Prozent unterboten. Die entsprechenden Massnahmen für eine finanziell stabile Zukunft, die treffen wir jetzt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Warum ist es nicht möglich gewesen, diesen absehbaren Gang ins finanzielle Desaster rechtzeitig zu stoppen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Clara Vuillemin:</h4> <p>Wir wollen das Unternehmen in eine finanziell stabile Zukunft führen. Darum haben wir jetzt reagiert. Ob es ein finanzielles Desaster wird, das sehen wir Ende März. Bis jetzt ist der Rücklauf extrem ermutigend.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Im Januar 2019 drohte die «Republik», dass sie bei nicht den Plänen entsprechendem Geschäftsgang im Dezember 2019 pleite sei, bzw. abgewickelt werden müsse. Nun brauchen Sie ganze 2,2 Millionen mehr und drohen damit, dass sonst die «Republik» Ende März eingestellt werde. Halten Sie das für eine verantwortungsvolle Unternehmenspolitik?</p>
</div><div class="answer"><h4>Clara Vuillemin:</h4> <p>Wir haben zwar weniger geschafft, als damals erhofft. Aber genug, damit wir jetzt bis Ende März Zeit haben, das Unternehmen in eine stabile finanzielle Zukunft zu führen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Verstehe ich die Angabe im Cockpit richtig, dass Sie zurzeit über lediglich 6700 Verleger verfügen, die auch noch im März 2020 dabei sein werden, sie aber 19’000 bräuchten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Clara Vuillemin:</h4> <p>Im Moment haben rund 18,900 Personen eine Jahresmitgliedschaft oder ein Abo. Aber die meisten von ihnen müssen sich bis am 31. März entscheiden, ob sie ein weiteres Jahr dabei sind. Im Moment (10. Dezember, 16.30) haben wir rund 7555 Verlegerinnen und Verlegen, die schon über März hinaus dabei sind.</p>
</div></p>
<p><small>Die Fragen wurden schriftlich gestellt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/12/11/republik-droht-mit-exitus/">«Republik» droht mit Exitus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Öffentlicher Rundfunk in Europa: Finanzierung beeinflusst Publikumserfolg</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/08/07/oeffentlicher-rundfunk-in-europa-finanzierung-beeinflusst-publikumserfolg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Aug 2019 12:01:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=71497</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Ländervergleich zeigt, dass staatliche Förderung nicht nur Vertrauen schafft, sondern auch zu einer höheren Zuseherschaft führt</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/07/oeffentlicher-rundfunk-in-europa-finanzierung-beeinflusst-publikumserfolg/">Öffentlicher Rundfunk in Europa: Finanzierung beeinflusst Publikumserfolg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Ländervergleich zeigt, dass staatliche Förderung nicht nur Vertrauen schafft, sondern auch zu einer höheren Zuseherschaft führt</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/07/oeffentlicher-rundfunk-in-europa-finanzierung-beeinflusst-publikumserfolg/">Öffentlicher Rundfunk in Europa: Finanzierung beeinflusst Publikumserfolg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Überlebensübung in der Nische</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Minder]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Dec 2016 15:10:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Constantin Seibt]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Sigg]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung für Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[tsüri.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Project R]]></category>
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		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrice Oeri]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Coup]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Joel Bedetti]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
		<category><![CDATA[journal 21]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Mazanowski]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine bunte Population von Plattformen mit einem journalistischen Kontrastprogramm hat sich jenseits der grossen Medienhäuser im Internet angesiedelt. Im digitalen Biotop zu überleben, ist aber nicht ganz einfach. Ein Besuch beim «Coup»-Magazin und ein breiter Blick auf eine blühende Landschaft. Ein zum Büro umfunktionierter Kellerraum, darin vier Arbeitsplätze, ein Elektroöfeli, das notdürftig heizt. Durchs Fenster geht der <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine bunte Population von Plattformen mit einem journalistischen Kontrastprogramm hat sich jenseits der grossen Medienhäuser im Internet angesiedelt. Im digitalen Biotop zu überleben, ist aber nicht ganz einfach. Ein Besuch beim «Coup»-Magazin und ein breiter Blick auf eine blühende Landschaft.<br />
<span id="more-28563"></span><br />
Ein zum Büro umfunktionierter Kellerraum, darin vier Arbeitsplätze, ein Elektroöfeli, das notdürftig heizt. Durchs Fenster geht der Blick in einen kleinen Innenhof, dahinter ragt die Mauer des Zürcher Volkshauses in die Höhe. «Wenn die Chippendales auftreten, hören wir das Kreischen», sagt Pascal Sigg. Er ist einer der drei Gründer des <a href="http://www.coup-magazin.ch/" target="_blank">digitalen Gesellschaftsmagazins «Coup»</a>, das seit März 2016 online ist. Die Redaktionsstube entspricht dem romantischen Klischee vom Garagen-Start-up. Auch die Gründer passen gut ins Bild. Drei junge, leidenschaftliche Journalisten, die nicht glücklich wurden, mit dem, was in den etablierten Medien möglich ist. Sie wollten lange, aufwändig recherchierte Texte schreiben, statt täglich drei Geschichten rauszuhauen oder online Klicks zu generieren. Referenz waren die vergangenen Blütezeiten des «Magazins» des «Tages-Anzeigers», die deutsche Wirtschaftszeitschrift «brand eins», das Magazin «Reportagen». «Wir wollen Journalismus verkaufen, nicht Aufmerksamkeit», fasst Sigg zusammen.</p>
<p>Im November 2014 mietete er zusammen mit Andres Eberhard und Joel Bedetti das Kellerabteil im Volkshaus. Dort brüteten sie über einem Geschäftsmodell. Es musste etwas sein, das sich mit ihren anderen Jobs vertrug: Sigg arbeitet 50% auf dem Sportamt der Stadt Zürich und schreibt seine Dissertation, Eberhard hat eine 60%-Stelle als Redaktor beim Zürcher Oberländer, beide sind daneben noch als Freie tätig. Bedetti ist hauptsächlich Freelancer. Die Lösung: Eine grosse Geschichte im Umfang von 25&#8217;000 bis 35&#8217;000 Zeichen pro Monat. Online drängte sich auf, weil Druck und Vertrieb wegfielen, aber auch weil es mehr formale Flexibilität bietet als Papier. Die Basler Stiftung für Medienvielfalt der Roche-Erbin Beatrice Oeri unterstützte das Projekt mit 15&#8217;000 Franken, den sie in eine professionelle Crowdfunding-Kampagne steckten. Das Sammelziel waren 50‘000 Franken, die fürs erste Jahr reichen sollten: Zwölf Artikel à 3000 Franken für die Autorinnen und Autoren plus die Kosten von Website, Grafik, Marketing und Crowdfunding. Zwei Tage vor Ablauf der Sammelfrist stand der Pegel erst bei 30‘000 Franken, die Mission war gefährdet. Dann trat eine Einzelperson, die nicht genannt sein will, auf den Plan und schüttete das fehlende Geld in den Topf: <a href="https://wemakeit.com/projects/digitales-magazin-coup/show/news" target="_blank">«Coup» war gelandet</a>. Inzwischen stehen acht grosse Reportagen auf der Website. 400 Personen haben ein Abonnement. Zum Gründerteam sind die Journalistin Anna Miller und der Grafiker Konrad Mazanowski gestossen. «Im Januar ziehen wir eine erste Zwischenbilanz», sagt Pascal Sigg.</p>
<p><strong>Die andere Sicht</strong><br />
Die Geschichte von «Coup» ist in mehrfacher Hinsicht exemplarisch für verlagsunabhängige digitale Magazine. Viele entstanden, weil ihre Macherinnen und Macher mit der real existierenden Medienlandschaft unzufrieden waren. Das gilt auch für jenes Projekt, das derzeit am meisten von sich reden macht: <a href="https://project-r.construction/" target="_blank">«Project R»</a>. «Es ist Zeit, dass sich die Journalisten unabhängig machen und der Journalismus unabhängig von den Grossverlagen existieren kann», schreibt Constantin Seibt auf der Facebook-Seite von Project R. Der bekannte Noch-«Tages-Anzeiger»-Redaktor ist das Aushängeschild des geplanten Magazins. Er und Christof Moser, heute Reporter und Medienkritiker der «Schweiz am Sonntag», sind daran, sieben Millionen Franken Startkapital aufzutreiben. 3,5 Millionen seien bereits gesichert, schreibt der «Schweizer Journalist» in seiner Dezember-Ausgabe. Die Redaktion soll acht bis zehn Personen umfassen, denen «einigermassen branchenkonforme Löhne» bezahlt werden sollen. Losgehen soll es frühestens im Spätsommer 2017. Neben der Werbung sollen Abonnentinnen und Abonnenten das nötige Geld in die Kasse spülen. Gegenüber der Wochenzeitung WOZ <a href="http://www.woz.ch/-730f" target="_blank">hatte Seibt im Oktober gesagt</a>, Konzerne wie Tamedia würden sich zu «grossen Verteilstationen von Informationen und Waren» wandeln, was verheerende Folgen für den Journalismus, für Leserinnen und Leser und die Demokratie habe. Dem wolle das Projekt etwas entgegensetzen. Was genau, ist noch wolkig. «Grosse Schauplätze, grosse Debatten, verlässliche Argumente», und «entscheidende Fragen mit grossen Geschichten» werden die beiden Initianten im «Schweizer Journalist» zitiert.</p>
<p><a href="http://www.infosperber.ch/" target="_blank">«Infosperber»</a>, seit März 2011 im Netz, stört sich ebenfalls daran, dass sich die Zeitungen, Radio und Fernsehen zunehmend an Einschaltquoten und (sinkenden) Inserateeinnahmen orientieren. «Infosperber will diese Mainstream-Medien nicht konkurrenzieren, sondern sie ergänzen. Die Plattform setzt sich zum Ziel, allein nach gesellschaftlicher oder politischer Relevanz zu gewichten», steht in der Rubrik «über uns». Um Analysen und Hintergrund statt News und Kurzfutter geht es seit 2010 <a href="https://www.journal21.ch/" target="_blank">auch im «Journal 21»</a>. Dahinter stehen 80 erfahrene, viele davon pensionierte, namhafte Journalistinnen und Journalisten. «Wir richten uns an Leserinnen und Leser, die bereit sind, anspruchsvolle Texte zu konsumieren», schreibt Gründer Heiner Hug, ehemaliger Leiter der Tagesschau des Schweizer Fernsehens.</p>
<p><strong>Im Reich der Monopole</strong><br />
Regionale Zeitungsmonopole wirken ebenfalls als guter Nährboden, der digitale Medien spriessen lässt. In Basel bietet der Journalist Peter Knechtli seit 1998 mit seinen <a href="http://onlinereports.ch/" target="_blank">«Online Reports»</a> eine Alternative oder zumindest eine wichtige Ergänzung zur «Basler Zeitung». Das war damals eine Pioniertat, zumal als Online-Angebot. Dank Werbung und einem mit Spenden alimentierten Recherchierfonds hält sich Knechtli bis heute gut. Daran änderte sich auch nichts, als 2011 in Basel <a href="http://www.tageswoche.ch/" target="_blank">zusätzlich die «Tageswoche»</a> auf den Plan trat, eine digitale Zeitung mit einer gedruckten Ausgabe am Freitag. Der Hybrid war entstanden, nachdem die «Basler Zeitung» in Blochers Fahrwasser geriet und sie der SVP-Politiker schliesslich kaufte. Die «Tageswoche» wurde mit viel Geld der gleichzeitig gegründeten Stiftung für Medienvielfalt von Beatrice Oeri angeschoben und wird von ihr bis heute mitfinanziert.</p>
<p>Weil die Zeitungsvielfalt auch anderswo abnimmt, entstanden in jüngerer Zeit in verschiedenen Regionen digitale Alternativen. Im Reich von Hanspeter Lebruments Südostschweiz ist mit <a href="http://grheute.ch/" target="_blank">«GR heute»</a> seit September 2015 eine neue, unabhängige Stimme zu hören. In Bern gibt es das <a href="http://www.journal-b.ch/" target="_blank">«Journal B» (seit 2013)</a>, in Zug und Luzern <a href="http://www.zentralplus.ch/" target="_blank">«zentralplus.ch» (seit 2013)</a>. Urnerinnen und Urner können sich seit 2011 <a href="https://www.politcast-uri.ch/" target="_blank">auf «politcast-uri.ch»</a> Audiobeiträge anhören. Das <a href="https://tsri.ch/zh/" target="_blank">Stadtmagazin «tsüri.ch»</a> ist seit Januar 2015 online. Mit Texten, Videos und Ausgehtipps richtet es sich an ein junges, urbanes Publikum. Nach Meinung der Macher bestand für diese Zielgruppe eine Angebotslücke. Der Erfolg scheint die Diagnose zu bestätigen: Bis zu 30‘000 Menschen besuchen die Plattform monatlich.</p>
<p>«Für die Medienvielfalt sind die Online-Medien fraglos eine gute Sache», sagt die Medienjournalistin Bettina Büsser. Viele spielten auch als Ausbildungsredaktionen für junge Journalistinnen und Journalisten eine wichtige Rolle. Davon kann ein Magazin aber nicht leben. Genug Geld zu generieren, ist die grosse Herausforderung für die digitalen Medien. Es sei denn, sie betreiben Journalismus ehrenamtlich, was keine Seltenheit ist. Bei Infosperber, Journal 21 und einigen der regionalen Magazine, etwa «Journal B» in Bern, und Fachmedien arbeiten die Leute für Gottes Lohn. Die Magazine, die ihre Mitarbeitenden entlöhnen wollen, haben das Problem, dass Werbung, wie sie heute im Web funktioniert, auf so kleinen Seiten nichts hergibt, ausser ein verschandeltes Layout. Gleichzeitig zeigt sich die Leserschaft nur bedingt bereit, für das Gelesene zu bezahlen. Und Mäzene stehen auch nicht Schlange. Oft komme es zu einem Wettlauf, sagt Medienkennerin Bettina Büsser: «Reicht der Enthusiasmus so lange, bis genügend zahlende Abonnenten vorhanden sind?» Besonders in der Startphase spielten deshalb Stiftungen eine wichtige Rolle. «Ohne reiche Erben, die solche Projekte unterstützen, wäre die Landschaft ärmer.»</p>
<p><strong>Die vom Fach</strong><br />
Unübersichtlich artenreich ist die Population der digitalen Fachmedien. Unter den ersten, die den Evolutionsschritt vom Papier ins Netz machten, waren Magazine, die über die Kommunikationsbranche berichteten. Der <a href="http://www.kleinreport.ch/" target="_blank">Newsletter «Klein Report»</a> erscheint seit dem Jahr 2000. Gleich alt ist der <a href="http://www.persoenlich.com/" target="_blank">«persoenlich.com»</a>-Newsletter, die digitale Ergänzung des Hochglanzmagazins «persönlich». Jünger (seit 2011), analytischer und kritischer kommt die «Medienwoche» daher. Bei ihr gibt es keine täglichen News, sondern Hintergrundberichte, Analysen, Interviews und Meinung. Journalismus, aber auch Kunst, Musik und Dokumentarfilm werden im <a href="http://neulandmagazin.net/" target="_blank">Magazin «Neuland»</a> thematisiert. Es erscheint alle zwei Monate.</p>
<p>Was noch? Noch ganz ganze viel. Zum Beispiel <a href="https://tink.ch/" target="_blank">«Tink.ch»</a>: Das Online-Jugendmagazin feiert dieses Jahr sein 10-Jahr-Jubiläum. Es ist aus der Berner Kultur- und Stadtagenda «Youthguide» hervorgegangen und heute ein dreisprachiges Magazin mit Redaktionen in der ganzen Schweiz. Die Schreibenden sind junge Leute zwischen 15 und 30, die hier das journalistische Handwerk lernen. Oder <a href="https://www.swissmom.ch/" target="_blank">«swissmom.ch»</a>, das Fachmagazin rund ums Kinderkriegen und –haben, das dieses Jahr vom Verlegerverband einen Q-Award bekommen hat, obwohl der eigentlich Publikationen auf Papier vorbehalten ist. Oder «Das Lamm», das kritische Fragen zur Nachhaltigkeit stellt, oder «Saiten», das Ostschweizer Kulturmagazin, oder <a href="http://finews.ch/" target="_blank">«finews.ch»</a> und <a href="http://insideparadeplatz.ch/" target="_blank">«insideparadeplatz.ch»</a>, die Intimes aus der Schweizer Finanzbranche berichten, oder… Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Die grosse Vielfalt hat auch damit zu tun, dass Fachmagazine – egal ob digital oder analog – leichter zu Geld kommen, als thematisch breit aufgestellte Medien.</p>
<p><strong>Verkaufen, planen, organisieren</strong><br />
Wer jedoch einen weiten Winkel pflegen und davon leben will, muss sich was einfallen lassen. Bei «coup» zum Beispiel ist der Zeitpunkt nicht mehr fern, zu dem die Crowdfunding-Mittel zur Neige gehen. Jetzt muss wieder Geld her. Das bedeutet Klinken putzen bei Stiftungen und Privatpersonen, Bekanntheitsgrad und Abonnentenzahlen erhöhen, vielleicht einen Förderverein gründen. Also verkaufen, planen, organisieren: Machen sich Journalisten selbständig, müssen sie Dinge tun, um die sich vorher die Verlage kümmerten. «Coup»-Gründer Pascal Sigg hat damit kein Problem: «Ich finde das Unternehmerische spannend.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/">Überlebensübung in der Nische</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Marktplatz der Talente</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/11/marktplatz-der-talente/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2016 09:40:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Do Nxt]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Zürcher Startup Do Nxt will kreativen Menschen ein regelmässiges Einkommen ermöglichen und zieht dazu ein Abomodell für Produzenten von Inhalten auf. Für den Start Mitte Januar 2016 werden noch Künstler, Journalisten und Blogger gesucht. Falls sich Konsumenten ähnlich grosszügig zeigen wie bisher beim Crowdfunding, könnte das Projekt eine Chance haben. Do Nxt ist ein <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/11/marktplatz-der-talente/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/11/marktplatz-der-talente/">Marktplatz der Talente</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Zürcher Startup Do Nxt will kreativen Menschen ein regelmässiges Einkommen ermöglichen und zieht dazu ein Abomodell für Produzenten von Inhalten auf. Für den Start Mitte Januar 2016 werden noch Künstler, Journalisten und Blogger gesucht. Falls sich Konsumenten ähnlich grosszügig zeigen wie bisher beim Crowdfunding, könnte das Projekt eine Chance haben.<br />
<span id="more-26407"></span><br />
<a href="http://donxt.com">Do Nxt</a> ist ein Marktplatz, der Produzenten und Konsumenten von Inhalten zusammenbringen will: Auf der einen Seite stehen Kunden, die per Abo regelmässig Geld zur Verfügung stellen. Und auf der anderen Lieferanten, die ihre Supporter regelmässig mit «Belohnungen» in Form von Inhalten versorgen, also mit Musikstücken, Videos, Tutorials, Rezepten oder Produkten. An den Vermittler Do Nxt zahlt der Kunde eine Kommission von fünf Prozent sowie die Transaktionskosten an den Payment-Provider. Insgesamt werden rund zehn Prozent wegfallen vom gespendeten Betrag &#8211; vergleichbar mit dem, was die Crowdfundingplattform <a href="https://wemakeit.com/">We Make it</a> abzieht. Die periodische Zahlung steht im Gegensatz zu den Einmaleinlagen der klassischen Crowdfunding-Portale und löst deren Probleme. <a href="http://krautreporter.de/">Krautreporter.de</a> etwa musste kürzer treten, weil nach einem Jahr nicht mehr so viele Leser zahlen mochten. Mit regelmässigen Zuwendungen jedoch &#8211; nichts anderes als das klassische Abomodell &#8211; ist allen geholfen. Der Spender verkraftet die regelmässige Abbuchung von Kleinbeträgen gut. Und der Empfänger kann dank dem kontinuierlichen Geldstrom arbeiten und für die nähere Zukunft planen.</p>
<p><iframe src="https://player.vimeo.com/video/151365889" width="460" height="259" frameborder="0" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe> </p>
<p><a href="https://vimeo.com/151365889">So funktiniert Do Nxt</a> from <a href="https://vimeo.com/user43545584">donxt.com</a> on <a href="https://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Gründer von Do Nxt ist der Niederländer Joris Straatman. Er legt Wert darauf, dass Do Nxt nicht in erster Linie mit Wohltätigkeit zu tun hat. Vielmehr sei es ein Abosystem, mit dem man sich auf Produzenten von Inhalten abonnieren könne: «Der Vorteil von Do Nxt ist, dass man nur zahlt für das, was man wirklich will. Die Kunden können ihr Geld gezielt anlegen und es bieten sich Finanzierungsmöglichkeiten für sehr viele freie Berufe.» Straatman wird bald 40, hat eine Tochter, und wohnt nun schon seit zwölf Jahren im Raum Zürich; nach einem abgeschlossenen Studium in Nijmegen (Artificial Intelligence) zog er um in die Schweiz. Vor zwei Jahren hörte er beim von ihm mitgegründeten Carsharing-Plattform <a href="http://sharoo.com/">Sharoo</a> auf, um etwas Neues zu bauen: «Ich wollte zunächst eine Plattform bauen für Startups, die sich vernetzen können. Doch dann sah ich, dass es im Kulturbereich von Etsy und Dawanda abgesehen kaum professionelle Plattformen gab. Aber ein grosses Bedürfnis von Menschen, zu interagieren, auch auf einer finanziellen Basis.»</p>
<p>Mit Sprachversionen in Deutsch und Englisch ziehlt Do Nxt auf den gesamteuropäischen Markt ab. Vorbild ist offensichtlich das 2013 in San Francisco gegründete <a href="https://www.patreon.com/">Patreon</a>. Im Moment wirke es wie eine sehr ähnliche Vision, gibt Do-Nxt-Mitarbeiter Jonas Wechsler zu: «Wir wollen aber im Vergleich den Content stärker in den Vordergrund stellen. Es wird eine Wall geben und man wird den Leuten folgen können, so ein bisschen wie bei YouTube.» Anders als bei <a href="https://wemakeit.com/">We Make it</a> sind nicht kreative Gruppen, sondern vor allem Individuen und Indie-Leute angesprochen. Aber nicht nur: Wer zum Beispiel den Breakdancern <a href="http://donxt.com/de/campaigns/andrey27">«Dominance Crew»</a> 5 Franken im Monat gibt, erhält dafür ein monatliches «Breakdance Instruction Video».</p>
<p>Dem Leitspruch des Portals &#8211; «Democratising media and culture with monthly support income» &#8211; werden vor allem Blogger unterschreiben können, aber natürlich auch Journalisten. «Wir haben bisher zwei Foodblogger mit dabei, aber auch Magazine», sagt Straatman: «Ich glaube, dass sich auch Leute, die ein Buch schreiben wollen, so gut finanzieren könnten. Autoren etwa könnten ein Buch stückweise verkaufen: 15 Kapitel à 3 Franken ergäben so einen Verkaufspreis von 45 Franken, das ist doch ein fairer Preis.»</p>
<p>Bisher aktiv sind etwa Comiczeichner, die ihren Supportern regelmässig einen neuen Comic zur Verfügung stellen. Oder Spieledesigner, die ihrer Crowd den jeweils neusten Prototyp anbieten können. Nach eineinhalb Monaten in der Pre-Beta haben bereits über hundert Kreative ein Profil angelegt und stehen bereit für den Start des Portals Mitte bis Ende Januar. Wenn sie ihre Inhalte monatlich auf Do Nxt posten, dann entsteht so etwas wie ein geschlossenes Soziales Netzwerk mit Bezahllösung. Für grosse Medien wie Zeitungen und Zeitschriften gibt es ja <a href="https://medienwoche.ch/tag/blendle/">Blendle</a>. Do Nxt könnte eine Chance für Kleine sein, die gross werden wollen (oder wenigstens ihre Spesen einspielen wollen). Dazu braucht es aber nicht nur Kreative, die ihre Arbeiten einstellen, sondern auch Konsumenten, die diese finanzieren wollen. Und warum sollte das nicht gelingen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/11/marktplatz-der-talente/">Marktplatz der Talente</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Für die SRG ist die Zuwanderung ein Goldesel</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/18/fuer-die-srg-ist-die-zuwanderung-ein-goldesel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2015 10:19:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trotz unveränderter Gebühren nimmt der öffentlich-rechtliche Gigant jedes Jahr mehr Geld ein. Grund dafür ist die Zuwanderung. In den letzten Jahren ist der Gebührentopf so um ganze 142 Millionen Franken gewachsen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/18/fuer-die-srg-ist-die-zuwanderung-ein-goldesel/">Für die SRG ist die Zuwanderung ein Goldesel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz unveränderter Gebühren nimmt der öffentlich-rechtliche Gigant jedes Jahr mehr Geld ein. Grund dafür ist die Zuwanderung. In den letzten Jahren ist der Gebührentopf so um ganze 142 Millionen Franken gewachsen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/18/fuer-die-srg-ist-die-zuwanderung-ein-goldesel/">Für die SRG ist die Zuwanderung ein Goldesel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Warum Europa eine Flat-Rate für Journalismus braucht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/15/warum-europa-eine-flat-rate-fuer-journalismus-braucht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2015 10:21:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[iTunes]]></category>
		<category><![CDATA[Flaterate]]></category>
		<category><![CDATA[Spotify]]></category>
		<category><![CDATA[Oswald Martin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute versucht jedes Medienhaus mit eigenen Modellen Geld und Leser zu gewinnen. Dies hat zur Folge, dass sich Mediennutzer bei jeder Marke separat registrieren und bezahlen müssen. Das ist in etwa so, als hätte jeder Musiker ein eigenes Bezahlmodell! Ein Unsinn.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/15/warum-europa-eine-flat-rate-fuer-journalismus-braucht/">Warum Europa eine Flat-Rate für Journalismus braucht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute versucht jedes Medienhaus mit eigenen Modellen Geld und Leser zu gewinnen. Dies hat zur Folge, dass sich Mediennutzer bei jeder Marke separat registrieren und bezahlen müssen. Das ist in etwa so, als hätte jeder Musiker ein eigenes Bezahlmodell! Ein Unsinn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/15/warum-europa-eine-flat-rate-fuer-journalismus-braucht/">Warum Europa eine Flat-Rate für Journalismus braucht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wer rettet den Journalismus?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/15/wer-rettet-den-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2015 08:09:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftungen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Rehländer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Medienkrise hat den Journalismus fest im Griff. In den USA hat das bereits vor Jahren die Zivilgesellschaft auf den Plan gerufen: Stiftungen fördern Redaktionen, um dem drohenden Verschwinden des Qualitätsjournalismus entgegenzutreten. Wie ist die Situation in Deutschland? Ein Meinungsbeitrag.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/15/wer-rettet-den-journalismus/">Wer rettet den Journalismus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Medienkrise hat den Journalismus fest im Griff. In den USA hat das bereits vor Jahren die Zivilgesellschaft auf den Plan gerufen: Stiftungen fördern Redaktionen, um dem drohenden Verschwinden des Qualitätsjournalismus entgegenzutreten. Wie ist die Situation in Deutschland? Ein Meinungsbeitrag.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/15/wer-rettet-den-journalismus/">Wer rettet den Journalismus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Die Zukunft des Journalismus im Online-Umfeld 2015</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/08/die-zukunft-des-journalismus-im-online-umfeld-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2015 14:22:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Native Advertising]]></category>
		<category><![CDATA[Mediaplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Linus Oertli]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der digitale Wandel im Verlagsgeschäft ist kein Ereignis der nahen Zukunft mehr, sondern Realität des Alltags. Viele Verlage haben reagiert und fahren eine neue Strategie – in der Schweiz vor allem mittels Paywalls. Doch eine Auswertung zeigt, dass sich dieses Vorgehen nicht rechnet. Deshalb wird wohl bald ein Grundprinzip des Journalismus in Frage gestellt: Die <a href="http://online-mediaplanung.ch/journalismus-der-zukunft/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/08/die-zukunft-des-journalismus-im-online-umfeld-2015/">Die Zukunft des Journalismus im Online-Umfeld 2015</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der digitale Wandel im Verlagsgeschäft ist kein Ereignis der nahen Zukunft mehr, sondern Realität des Alltags. Viele Verlage haben reagiert und fahren eine neue Strategie – in der Schweiz vor allem mittels Paywalls. Doch eine Auswertung zeigt, dass sich dieses Vorgehen nicht rechnet. Deshalb wird wohl bald ein Grundprinzip des Journalismus in Frage gestellt: Die Trennung von Werbemarkt und redaktionellen Inhalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/08/die-zukunft-des-journalismus-im-online-umfeld-2015/">Die Zukunft des Journalismus im Online-Umfeld 2015</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Buzzfeed wird gepimpt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/13/buzzfeed-wird-gepimpt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2014 12:34:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Buzzfeed]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Seite mit den Katzenbildern, die laut Techcrunch unsere Art, Inhalte zu konsumieren komplett verändert hat, erhält eine Finanzspritze 50 Millionen US-Dollar und ist dann 850 Millionen US-Dollar wert.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/13/buzzfeed-wird-gepimpt/">Buzzfeed wird gepimpt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Seite mit den Katzenbildern, die laut Techcrunch unsere Art, Inhalte zu konsumieren komplett verändert hat, erhält eine Finanzspritze 50 Millionen US-Dollar und ist dann 850 Millionen US-Dollar wert.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/13/buzzfeed-wird-gepimpt/">Buzzfeed wird gepimpt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gemeinsinn braucht auch eine Marktbasis</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/11/gemeinsinn-braucht-auch-eine-marktbasis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2014 08:06:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftungen]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=599</guid>

					<description><![CDATA[<p>Können Stiftungen den Medien eine zukunftstaugliche Basis verschaffen? Ja, sagt Norbert Neininger, Verleger der «Schaffhauser Nachrichten». Doch eine Überlebensgarantie schaffen Stiftungen keineswegs.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Können Stiftungen den Medien eine zukunftstaugliche Basis verschaffen? Ja, sagt Norbert Neininger, Verleger der «Schaffhauser Nachrichten». Doch eine Überlebensgarantie schaffen Stiftungen keineswegs.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/11/gemeinsinn-braucht-auch-eine-marktbasis/">Gemeinsinn braucht auch eine Marktbasis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sinnvolle Geschenke, gute Vorsätze</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/12/20/sinnvolle-geschenke-gute-vorsaetze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2012 08:46:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Abonnemente]]></category>
		<category><![CDATA[Flattr]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wege aus der Krise? Leser, Zuschauerinnen, Zuhörer, Nutzerinnen können Journalismus unterstützen. Manchmal braucht es nur wenig, um die Produktion von Inhalten zu fördern; und zwar ganz ohne Leistungsschutzrecht, Abmahnungen, oder Zwangsabgaben. Zum Jahresende ein paar Vorschläge für Geschenke und gute Vorsätze. Abonnieren Mithelfen Werbung beachten Projekt mitfinanzieren Projekt gründen Flattr Wikipedia Eine regelmässige finanzielle Unterstützung <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/20/sinnvolle-geschenke-gute-vorsaetze/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wege aus der Krise? Leser, Zuschauerinnen, Zuhörer, Nutzerinnen können Journalismus unterstützen. Manchmal braucht es nur wenig, um die Produktion von Inhalten zu fördern; und zwar ganz ohne Leistungsschutzrecht, Abmahnungen, oder Zwangsabgaben. Zum Jahresende ein paar Vorschläge für Geschenke und gute Vorsätze.<br />
<span id="more-30575"></span></p>
<ol>
<li><a href="#Abonnieren">Abonnieren</a></li>
<li><a href="#Mithelfen">Mithelfen</a></li>
<li><a href="#Werbung">Werbung beachten</a></li>
<li><a href="#Projekt">Projekt mitfinanzieren</a></li>
<li><a href="#Gründen">Projekt gründen</a></li>
<li><a href="#Flattr">Flattr</a></li>
<li><a href="#Wikipedia">Wikipedia</a></li>
</ol>
<p><a name="Abonnieren"></a><br />
Eine regelmässige finanzielle Unterstützung ist vermutlich der beste Weg, um Medienschaffende unabgelenkt arbeiten zu lassen. Ein <a href="https://abo.nzz.ch/abodetail/nzz-kombiabo.htm">NZZ-Kombiabo</a> kostet derzeit 698 Franken im Jahr, wer meint, kein Papier zu brauchen, kommt mit 544 Franken durch. Das <a href="http://www.woz.ch/abo/bestellen">AHV-IV-Abo der WOZ</a> kostet 160, die <a href="http://www.jungfrauzeitung.ch/verlag/service/abonnement/">Jungfrau Zeitung (inkl. TVtäglich)</a> 165 und ein <a href="http://tierwelt.ch/?rub=51&amp;srub=51&amp;prub=51&amp;id=1289">Kombiabo der Tierwelt</a> 122 Franken im Jahr. Das <a href="https://medienwoche.ch/abonnieren/">Medienwoche-Abo</a> ist kostenlos.</p>
<p><a name="Mithelfen"></a><br />
Konsumenten können ihren Lieblingsmedien helfen. In dem sie Skandale, die noch nicht öffentlich sind, einem Journalisten bekannt machen. Das geht auch anonym, Whistleblower mit aufregenden Fakten sind bei fast jedem journalistischen Medium willkommen, Websites wie <a href="https://www.oeffentlichkeitsgesetz.ch/deutsch/">Öffentlichkeitsgesetz.ch</a> oder <a href="https://sichermelden.ch/">Sichermelden.ch</a> halten sogar Formulare dafür bereit, mehr dazu <a href="http://www.presseverein.ch/2011/06/in-die-pfeife-blasen/">hier</a>.<br />
Leute, die in einem gewissen Gebiet besonders gut Bescheid wissen (vulgo: Experten), sollten sich die Zeit nehmen, Journalisten die betreffende Sachlage verständlich machen. Wenn denn echtes Interesse besteht. Wer ohnehin nur skandalisieren will, kann das auch alleine und ohne Grundlage tun.<br />
Positiv über ein geschätztes Produkt reden ist auch nie verkehrt. Die konkrete Vermittlung von Menschen, die Abonnements lösen, wird oft vergütet, so zahlt die Weltwoche via <a href="http://abopartner.weltwoche.ch/">Aboklick</a> für eingelöste Gutscheine 25 Franken.</p>
<p><a name="Werbung"></a><br />
Nicht nur grosse Zeitungen, Soziale Netzwerke, Radio- und TV-Sender leben von der Werbung, auch kleine Blogs und Zeitschriften. Aktiv auf Werbung zu klicken und gegebenenfalls auch etwas zu kaufen, ist nicht die schlechteste Idee. Es macht sogar Sinn, den Verkäufer darüber zu informieren, welche Werbung einen dazu verleitet hat, vorbeizukommen. Wer den Suchgiganten Google nicht noch grösser machen möchte, als er ist, kann auch aktiv vermeiden, Google Ads zu klicken, mit denen Google gewinnt, der Werbetreibende aber verliert.<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Werbeblocker">Werbeblocker</a> sind vielleicht praktisch, aber ein Problem. Werbefinanzierte Produkte müssen die Möglichkeit haben, mit Werbung in das Bewusstsein ihrer Konsumenten zu gelangen &#8211; ansonsten ist das Geschäftsmodell und damit das Produkt tot.<br />
Wer meint, dass Werbung nur nervt, und darum kein Existenzrecht hat, sollte mit einem zukünftigen Überhang von zwangsfinanzierten und PR-getränkten Texten klar kommen.</p>
<p><a name="Projekt"></a><br />
Am 4. November bat Joscha Sauer, Zeichner der oft <a href="http://static.nichtlustig.de/toondb/020921.html">besonders</a> <a href="http://static.nichtlustig.de/toondb/110207.html">lustigen</a> Nichtlustig-Comics, auf <a href="http://www.nichtlustig.tv/">Nichtlustig.tv</a> um 100&#8217;000 Euro bis Ende 2012, weil er damit gerne damit eine erste Folge eines Nichtlustig-Trickfilms finanzieren wollte. Rund einen Monat später war das Geld bereits beisammen, über 5000 verschiedene Spender hatten dazu beigetragen. Viele weitere Projekte, die Unterstützung suchen, finden sich auf Websites wie <a href="http://www.startnext.de/">Startnext.de</a> oder <a href="http://www.kickstarter.com/">Kickstarter.com</a> &#8211; letztere haben gar eine eigene <a href="http://www.kickstarter.com/discover/categories/journalism?ref=sidebar">Journalismus-Abteilung</a>. Crowdfunding-Projekte aus der Schweiz sind <a href="http://www.100-days.net/">100-days.net</a>, <a href="http://wemakeit.ch/">Wemakeit.ch</a> oder <a href="http://www.c-crowd.com">C-crowd.com</a>.<br />
Auf <a href="http://spot.us/">Spot.us</a> können journalistische Projekte, zum Beispiel kostspielige Recherchen, gleich direkt unterstützt werden. Auch Medien lassen sich direkt finanzieren, zum Beispiel <a href="https://www.taz.de/zeitung/formulare/tazzahlich">die taz</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/bildblog-unterstuetzen/">das Bildblog</a>. Nachdem die Axel Springer AG dem Blog <a href="http://www.bildblog.de/18047/axel-springer-mahnt-bildblog-ab/">2010</a> drei Abmahnungen mit Kosten in der Höhe von 2407 Euro zukommen liess, <a href="http://www.bildblog.de/18301/danke-fuer-die-unterstuetzung/">spendeten</a> 1065 verschiedene Leser in nur 7 Tagen insgesamt 17&#8217;345 Euro.</p>
<p><a name="Gründen"></a><br />
Fortgeschrittene können auch gleich selbst ein Projekt, ein Verlag, eine Stiftung gründen. Wer Geld in der Tasche hat und guten Journalismus vermisst, sollte Journalisten, die er für fähig hält, einkaufen und bezahlen. Ganz wichtig: das funktioniert nur, wenn den Journalisten Unabhängigkeit eingeräumt wird. Ohne Unabhängigkeit geht es auch, dann nennt sich das einfach PR.<br />
Um Werbung in eigener Sache zu machen: Das Magazin, das Sie gerade lesen, die Medienwoche, hat schon etlichen Autoren zu einem erfreulichen Honorar verholfen.</p>
<p><a name="Flattr"></a><br />
Um den Mirkobezahldienst <a href="https://flattr.com/">Flattr</a> ist es nach dem ersten Hype erwartungsgemäss ruhig geworden. Viele haben ihren mal einbezahlten Unterstützungsbetrag nach Auslaufen nicht erneuert. Inzwischen hat sich das Projekt jedoch weiterentwickelt: Es können nicht nur einzelne Beiträge per Klick finanziert werden, es lassen sich auch Abos abschliessen, die selbst dann noch Beiträge überweisen, wenn die Zahlung längst vergessen ist.<br />
Noch verdienen die meisten bei Flattr kaum erwähnenswerte Beiträge. Matthias Urbach von der taz <a href="https://www.taz.de/!94960/">sagte im Sommer</a>: «Flattr ist nach wie vor nur in der Internetszene bekannt». Während bei der taz die Einnahmen durch Flattr unter 1000 Euro im Monat gesunken waren, nahm Podcaster Tim Pritlove mit Flattr jeden Monat 1700 Euro ein. Davon kann man leben. In Berlin.<br />
Ein Projekt wie Flattr steht und fällt mit der Anzahl ihrer Nutzer. Würden alle 1,5 Millionen Nutzer von 20min.ch oder Blick.ch auch nur 1 Franken spenden jeden Monat, dann wären das 18 Millionen Franken im Jahr, mehr als die aktuellen Werbeeinnahmen. Die aktuelle Leistung könnte also verdoppelt werden oder ohne Werbung auskommen.</p>
<p><a name="Wikipedia"></a><br />
Monopole sind furchtbar, aber sind sie das auch, wenn sie allen gehören und alle darüber verfügen können? Und würden mehrere Universallexika, die sich gegenseitig um das Wissen der Welt konkurrenzieren, überhaupt Sinn machen?<br />
Wie auch immer, Wikipedia existiert nur durch die zumeist unentgeltliche Arbeit von Freiwilligen. Journalisten rümpfen öffentlich gerne die Nase über das darin gesammelte, ungesicherte Wissen &#8211; um heimlich daraus bereitwillig abzuschreiben. Jener eine Journalist, der noch nie eine hilfreiche Information mittels Wikipedia gefunden hat und nach wie vor gedruckte Konversationslexika nutzt, wird bald tot sein &#8211; alle anderen sollten jene dafür entschädigen, die es regelmässig auf sich nehmen, Vandalismus rückgängig zu machen, Löschdiskussionen durchzustehen und aktuelle Erkenntnisse über den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zilpzalp">Zilpzalp</a>, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schabrackenhy%C3%A4ne">Schabrackenhyäne</a> oder das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buxheimer_Chorgest%C3%BChl">Buxheimer Chorgestühl</a> einzuspeisen.<br />
Je besser nämlich Wikipedia wird, desto leichter und schneller kommen Journalisten an Informationen, die sie verwerten können, und sei es durch die weiterführenden Links. In zehn oder fünfzig Jahren werden Konsumenten und Produzenten vielleicht lächelnd auf den aktuellen Entwicklungsstand der Enzyklopädie zurückblicken können. Dazu müssen aber alle mitarbeiten.</p>
<p><small>Offenlegung: Ronnie Grob arbeitet regelmässig für das Bildblog. Er hat kürzlich einbezahlt: Flattr: 50 Euro, Wikipedia: 50 Euro, Nichtlustig.tv: 50 Euro.</small></p>
<p><small> </small></p>
<p><small>Bild 1: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:100_CHF_1925_681736.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Flickr/Classical Numismatic Group, Inc.</a><br />
Bild 2: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/deed.en">CC BY-ND 2.0</a> <a href="https://secure.flickr.com/photos/sashakimel/6315963642/">Flickr/Sasha Y. Kimel</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/20/sinnvolle-geschenke-gute-vorsaetze/">Sinnvolle Geschenke, gute Vorsätze</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medien jenseits von Markt und Staat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/09/19/medien-jenseits-von-markt-und-staat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Zwicky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 09:04:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[IPMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Medienordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Markt scheint nicht mehr in der Lage, die Gesellschaft in ausreichendem Masse mit demokratierelevantem Journalismus zu versorgen. Das sieht sogar der Bundesrat so, will aber nichts dagegen unternehmen. Das Festhalten an offensichtlich inadäquaten Strukturen aus kommerziellen und machtpolitischen Interessen ist ein allzu bekanntes Phänomen. Dabei liesse sich mit wenig Geld eine grosse Wirkung erzielen. <a href="https://medienwoche.ch/2011/09/19/medien-jenseits-von-markt-und-staat/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/perspektiven_logo.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Der Markt scheint nicht mehr in der Lage, die Gesellschaft in ausreichendem Masse mit demokratierelevantem Journalismus zu versorgen. Das sieht sogar der Bundesrat so, will aber nichts dagegen unternehmen. Das Festhalten an offensichtlich inadäquaten Strukturen aus kommerziellen und machtpolitischen Interessen ist ein allzu bekanntes Phänomen. Dabei liesse sich mit wenig Geld eine grosse Wirkung erzielen. Eine Modellrechnung.<br />
<span id="more-28920"></span><br />
Wer sich mit alternativen Medienordnungen beschäftigt, braucht das Rad nicht neu zu erfinden. Der britische Kultur- und Kommunikationswissenschaftler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Williams" target="_blank">Raymond Williams</a> monierte schon vor 50 Jahren die Reduktion von Medien und anderen kulturellen Institutionen auf ihren Warencharakter. Die einzige Alternative zur Kontrolle von Medien durch eine kleine Zahl unverantwortlicher Männer (z.B. Medienmogule) sei, so Williams, ein öffentliches bzw. zivilgesellschaftliches System.</p>
<p><a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/03479/index.html?lang=de&amp;amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeoB,f2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--" target="_blank">Aktuelle Forschung zu Regionalmedien</a> zeigt, dass ein solches System in der Schweiz gerade auf lokal-regionaler Ebene von Nöten wäre. Dort also, wo die Zivilgesellschaft verwurzelt ist und Demokratie unmittelbar gelebt wird.</p>
<p>Schweizweit nimmt die Titelvielfalt in den Regionen ab. Politiker und Medienschaffende klagen über einen Rückgang der publizistischen Qualität «ihrer» Regionalmedien. Gleichzeitig nehmen Boulevardisierung und damit Entpolitisierung zu. Onlinemedien und Social Media können diese Defizite der klassischen Medien nicht ausgleichen – im Gegenteil.</p>
<p>Die Gemeinden und die Zivilgesellschaft reagieren teilweise dadurch, dass sie neue Zeitungen ins Leben rufen. So im Bezirk Münchwilen mit der genossenschaftlich organisierten <a href="http://www.regidieneue.ch/xml_1/internet/de/intro.cfm" target="_blank">«Regi Die Neue»</a> oder durch direkt gemeindefinanzierte Publikationen und Plattformen, wie sie in <a href="http://www.mmv-online.ch/was-wir-wollen/index.html" target="_blank">diversen</a> <a href="http://berneronlinemedien.ch/" target="_blank">Regionen</a> der Schweiz im Entstehen sind.</p>
<p>Dass die vom Abbau journalistischer Leistungen direkt Betroffenen das Heft selbst in die Hand nehmen, ist zu begrüssen. Allerdings orientieren sich diese neuen Medien kaum noch am Ideal eines kritischen Journalismus. Sie informieren primär über Vereinsanlässe und drucken Medienmitteilungen ab. Im besten Falle nennt man das «Verlautbarungsjournalismus». Das Aufdecken von Machtmissbrauch oder das Entfachen politischer Debatten wird hingegen – aus durchaus nachvollziehbaren Gründen – kaum als Aufgabe erachtet.</p>
<p>Will man die Initiative von unten fördern, gleichzeitig aber auch einem für das demokratische Gemeinwesen konstitutiven Journalismus Vorschub leisten, dann braucht es zusätzlich zu den kommerziellen Medien andere, neue Formen der Institutionalisierung. Wie wäre es beispielsweise mit folgendem Vorschlag?</p>
<p>In Regionen, in denen die journalistische Versorgung von der Bevölkerung als unzureichend erachtet wird, können werbefreie Onlineplattformen gegründet werden, hinter denen nicht-profitorientierte und konzernunabhängige Redaktionsbüros stehen. Diese neuen Medien decken öffentlich relevante Themen ab, die von den Mainstream-Medien vernachlässigt werden. Vor allem aber bringen sie alternative Sichtweisen und Interpretationen von Sachverhalten in die Debatte ein.</p>
<p>Alle produzierten journalistischen Beiträge wären über das Internet frei verfügbar. Diese Redaktionsbüros können als Mischform aus Konsum- und Produktionsgenossenschaft institutionalisiert werden, wobei zivilgesellschaftliche Akteure (Vereine, Verbände, Parteien, Kleinunternehmen, Privatpersonen, öffentliche Körperschaften) als Trägerschaft fungieren. Operativ würden sie aber allein durch professionelle Medienschaffende geführt.</p>
<p>Nehmen wir an, dass der jährliche Kostenpunkt eines solchen Mediums rund 600‘000 Franken beträgt. Nehmen wir weiter an, dass schweizweit 30 Regionen eine Alternative zum Status quo brauchen und wollen, dann wären das insgesamt 18 Millionen Franken, die finanziert werden müssten.</p>
<p>Um die Unabhängigkeit der Medien zu stärken, liesse sich bei der Finanzierung auf ein Drei-Säulen-Modell setzen. 20 Prozent übernimmt die Trägerschaft. Bei einem jährlichen Beitrag von 600 Franken bräuchte es pro Region 200 Genossenschafter. 30 Prozent übernehmen die Haushalte der entsprechenden Regionen über eine Kommunikationsabgabe, die auf Gemeindeebene erhoben wird. Bei 60‘000 Personen macht das drei Franken pro Kopf. Und 50 Prozent kommen schliesslich vom Bund. Er müsste einen Medien- resp. Journalismusfonds mit jährlich neun Millionen Franken äufnen, wozu er beispielsweise das überschüssige Geld aus dem Gebührensplitting verwenden könnte. Zum Vergleich: Die wenig zielführende indirekte Presseförderung, wie sie heute praktiziert wird,verschlingt Jahr für Jahr mehr als 100 Millionen.</p>
<p>Wenn wir bei unseren Berechnungen bleiben: Um den Bundesbeitrag von 300‘000 Franken an die Produktionskosten könnten sich die neuen Regionalmedien bei einem aus Experten und Vertretern der Zivilgesellschaft (z.B. aus den Bereichen Konsumenten-, Umwelt- oder Minderheitenschutz) zusammengesetzten Aufsichtsgremium bewerben, das über die Vergabe der öffentlichen Gelder bestimmt.</p>
<p>Grundlage des Entscheids wäre ein Leistungsauftrag, den die einzelnen genossenschaftlich organisierten Medien selbst entwickeln (dies im Unterschied zur Konzessionsvergabe im Rundfunk). An die jeweiligen regionalen Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst und in einem partizipativ-demokratischen Verfahren. Trägerschaft und Redaktion hätten jedes Jahr separat und schriftlich über die Erfüllung des Leistungsauftrags, die Verwendung der erhaltenen Gelder sowie etwaige Konflikte und Probleme Rechenschaft abzulegen. Diese Berichte würden auch über die jeweiligen Websites veröffentlicht.</p>
<p>Mit diesem hier skizzierten Modell würde der föderalistischen Struktur der Schweiz Rechnung getragen, die lokale Zivilgesellschaft aktiviert, die direkte Demokratie gestärkt sowie die publizistische Vielfalt ausgeweitet. Spricht etwas gegen dieses oder ein ähnliches System? Eigentlich nicht. Obwohl… wahrscheinlich einige machtpolitische und kommerzielle Interessen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/09/19/medien-jenseits-von-markt-und-staat/">Medien jenseits von Markt und Staat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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