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	<title>Grenzbeobachterin | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 31 Oct 2017 14:06:15 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kolumne: Vielfalt lohnt sich auch wirtschaftlich</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/30/vielfalt-lohnt-sich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 16:55:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jede dritte Schweizerin, jeder dritte Schweizer hat einen Migrationshintergrund. Dieses Verhältnis sollte sich auch in den Redaktionsstuben widerspiegeln. Tut es aber nicht. Aus Gründen. Mittlerweile haben fast 37 Prozent der Schweizer Bevölkerung ausländische Wurzeln, wie das Bundesamt für Statistik am vergangenen Dienstag mitteilte. Demnach wurde im letzten Jahr ein Höchststand von 2,6 Millionen Einwohnerinnen und <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/30/vielfalt-lohnt-sich/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jede dritte Schweizerin, jeder dritte Schweizer hat einen <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/jeder-dritte-in-der-schweiz-hat-migrationshintergrund/story/15354242" rel="noopener" target="_blank">Migrationshintergrund</a>. Dieses Verhältnis sollte sich auch in den Redaktionsstuben widerspiegeln. Tut es aber nicht. Aus Gründen.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_20171030b-1.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-49166" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_20171030b-1.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_20171030b-1-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_20171030b-1-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_20171030b-1-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_20171030b-1-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Mittlerweile haben fast 37 Prozent der Schweizer Bevölkerung ausländische Wurzeln, wie das Bundesamt für Statistik am vergangenen Dienstag mitteilte. Demnach wurde im letzten Jahr ein Höchststand von 2,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationsgeschichte erreicht. Nur wenige Tage vorher hatte Anna Jikhareva <a href="https://www.woz.ch/-8200" rel="noopener" target="_blank">in der WOZ</a> geschrieben: «Ein Blick ins Impressum der Tageszeitungen, in die Studios der Fernsehsender und in die Newsrooms erweckt den Eindruck, die Schweiz sei gar kein Einwanderungsland.»</p>
<p>Valide Zahlen gibt es nicht; viele Medienhäuser wissen gar nicht, wie hoch der Anteil ihrer Beschäftigten mit Migrationsgeschichte ist. Schätzungen gehen von etwa 3 Prozent Journalistinnen und Journalisten mit Migrationshintergrund aus. Abgesehen davon, wie diese Diskrepanz überhaupt möglich ist, stellt sich die Frage, welche Konsequenzen es hat, wenn es akut an Vielfalt in den Redaktionen fehlt.</p>
<blockquote><p>Diversität in den Redaktionen erhöht die Chance, ausgewogen zu berichten. Und Ausgewogenheit ist nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern kann sich auch finanziell lohnen.</p></blockquote>
<p>Nicht nur wird die Gesellschaft verzerrt repräsentiert. Gerade in Zeiten von Burka-Verbotsinitiative und «Masseneinwanderung» sind vielfältige Perspektiven auf diese Themen unabdingbar. Natürlich weiss eine gute Journalistin, die das Handwerk beherrscht, über alles zu berichten. Nur: Ein Akademiker sieht die Welt anders als ein Nicht-Akademiker, eine Frau hat andere Erfahrungen gemacht als ein Mann, ein älterer Journalist setzt andere Akzente als ein junger Journalist. Diversität in den Redaktionen erhöht die Chance, ausgewogen zu berichten. Und Ausgewogenheit ist nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern kann sich auch finanziell lohnen.</p>
<p>Oft ist zu hören, dass sich Medienschaffende durchsetzen, wenn sie einfach gut sind im Beruf, ganz egal, welche Herkunft sie haben. Das ist allerdings nicht die ganze Wahrheit: Gute Journalisten und Journalistinnen können sich nur dann durchsetzen, wenn die Rahmenbedingungen dies überhaupt ermöglichen. Das heisst: Entscheider in den Medienhäusern sollten ganz gezielt die Durchlässigkeit erhöhen und ihre Redaktionen mit unterschiedlichen Biografien besetzen.</p>
<blockquote><p>«Je mehr Verschiedene da sind, desto schöner ist Verschiedenheit.» Bernd Ulrich, «Die Zeit»</p></blockquote>
<p>Bernd Ulrich, der stellvertretende Chefredaktor der «Zeit», wo überdurchschnittlich viele Journalistinnen und Journalisten mit Migrationsgeschichte arbeiten, sagte einmal: «Je mehr Verschiedene da sind, desto schöner ist Verschiedenheit.» Er hat recht. Und in einem Land, in dem fast 37 Prozent Menschen mit Migrationsgeschichte leben, dürften diejenigen Medien ihre Kundschaft verlieren, deren Themen und Perspektiven nicht berücksichtigt werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/30/vielfalt-lohnt-sich/">Kolumne: Vielfalt lohnt sich auch wirtschaftlich</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Addendum» – oder: was fehlt, ist das Rückgrat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/03/addendum-oder-was-fehlt-ist-das-rueckgrat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Oct 2017 10:23:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Recherche-Plattform «Addendum» in Österreich behauptet von sich, die Lücken zu füllen, die der Journalismus heute offen lässt. Das Asyl-Dossier zum Start des neuen Medienangebots lässt zumindest erhebliche Zweifel an diesem hehren Anspruch. Der Gründer und Chef des Getränkeherstellers Red Bull sieht sich offenbar zu Höherem berufen. Dietrich Mateschitz schickt sich gerade an, den <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/03/addendum-oder-was-fehlt-ist-das-rueckgrat/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die neue Recherche-Plattform «Addendum» in Österreich behauptet von sich, die Lücken zu füllen, die der Journalismus heute offen lässt. Das Asyl-Dossier zum Start des neuen Medienangebots lässt zumindest erhebliche Zweifel an diesem hehren Anspruch.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_Asyl_20171002b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-48060" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_Asyl_20171002b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_Asyl_20171002b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_Asyl_20171002b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_Asyl_20171002b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Grenzbeobachterin_Asyl_20171002b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der Gründer und Chef des Getränkeherstellers Red Bull sieht sich offenbar zu Höherem berufen. Dietrich Mateschitz schickt sich gerade an, den Journalismus in Österreich zu retten. «Addendum» heisst die Wunderpille, lateinisch für: «das, was fehlt». Pünktlich zum Endspurt im österreichischen Wahlkampf erfolgte der Start des neuen Medienangebots. Laut Geschäftsführer Nico Alm ist «Addendum» die «multimediale Antwort auf die Krise des Journalismus». Eine «Plattform für investigative journalistische Recherche», steht auf der Website.</p>
<p>Das Konzept sieht vor, dass ein Thema jeweils während einer Woche auf der Plattform ausgebreitet wird. Den Auftakt macht die Serie <a href="https://www.addendum.org/asyl/" target="_blank">«Asyl. Ein Konzept von gestern?»</a>. Darin geht es um die These, wonach es eigentlich gar kein Recht auf Asyl gebe, die Genfer Flüchtlingskonvention habe es «durch die Hintertür eingeführt». Und die Europäische Menschenrechtskonvention schütze Terroristen. Und in Bezug auf «Österreichs Asylkrise» schreibt «Addendum»: «Am Ende kommt es darauf an, ob die Politik bereit ist, internationales Recht ausser Kraft zu setzen.»</p>
<p>Ausser der gefälligen Aufbereitung kommt alles ziemlich altbekannt daher. Wenn das «Addendum» bedeutet, dass es mehr vom Gleichen gibt, einfach hübscher verpackt, dann ist es genauso gut verzichtbar. Mit unabhängigem Journalismus haben die Beiträge nicht viel zu tun, dafür viel mehr mit politischer Meinungsmache. Die «Süddeutsche Zeitung» fragte darum, ob «Addendum» ein <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/neues-onlinemagazin-addendum-breitbart-aus-den-alpen-1.3683692" target="_blank">«Breitbart aus den Alpen»</a> sei.</p>
<p>Wer «Addendum» aufmerksam liest, merkt schnell, woher der Wind weht. Für die anderen ist ein Interview mit Geldgeber Mateschitz vom letzten April <a href="http://www.kleinezeitung.at/steiermark/chronik/5197881/Dietrich-Mateschitz-im-Interview_Red-BullChef-rechnet-mit" target="_blank">in der «Kleinen Zeitung»</a> aufschlussreich. Darin zieht der Red-Bull-Boss in Wutbürger-Manier über die politisch Korrekten, die intellektuelle Elite, den Staat, die Medien, die Grünen etc. her. So überrascht es wenig, dass aus dem Versprechen investigativer Recherche und feinem Journalismus bisher nicht viel geworden ist. Aber das Medienprojekt ist erst gestartet und als solches gehört es sich eigentlich, transparent zu machen, welchen Interessensgruppen hier nach dem Mund geredet wird, selbst wenn dies offensichtlich ist. Das Medienportal «Addendum» hat jedenfalls ein dezidiertes Profil. Es fehlt ihm bloss noch eine «Spina», lateinisch für: Rückgrat.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/03/addendum-oder-was-fehlt-ist-das-rueckgrat/">«Addendum» – oder: was fehlt, ist das Rückgrat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Achtung! Unbestätigt, bitte selbst recherchieren!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/09/05/achtung-unbestaetigt-bitte-selbst-recherchieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2017 11:01:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Politische Fake News sind darauf ausgelegt, dass man sie möglichst reflexartig teilt. Nur so erreichen sie ihre manipulative Wirkung. Der pseudo-kritische Hinweis beim Teilen, wonach es sich um unbestätigte Meldungen handeln könnte, macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil. «Bürgerkrieg in Süditalien», lautet die Schlagzeile eines flüchtlingsfeindlichen «Berichts», wonach sich in Italien «blutige Auseinandersetzungen zwischen <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/05/achtung-unbestaetigt-bitte-selbst-recherchieren/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Politische Fake News sind darauf ausgelegt, dass man sie möglichst reflexartig teilt. Nur so erreichen sie ihre manipulative Wirkung. Der pseudo-kritische Hinweis beim Teilen, wonach es sich um unbestätigte Meldungen handeln könnte, macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW_GrenzB_Politische-Fake-News_20170905b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-46892" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW_GrenzB_Politische-Fake-News_20170905b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW_GrenzB_Politische-Fake-News_20170905b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW_GrenzB_Politische-Fake-News_20170905b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW_GrenzB_Politische-Fake-News_20170905b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/09/MW_GrenzB_Politische-Fake-News_20170905b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Bürgerkrieg in Süditalien», lautet die Schlagzeile eines flüchtlingsfeindlichen «Berichts», wonach sich in Italien «blutige Auseinandersetzungen zwischen illegal eingereisten Nordafrikanern und der einheimischen Bevölkerung» zugetragen haben sollen. Es ist gar von Kopfschüssen die Rede, von hilfloser Polizei, von Reisewarnungen. Migranten würden «die Armee angreifen». Auch die Mafia sei involviert.</p>
<p>Was wie ein schlechter Thriller klingt, ist natürlich frei erdichtet. Der Bayrische Rundfunk hat sich die Meldung in einem <a href="http://www.br.de/nachrichten/faktencheck/fake-sueditalien-migranten-100.html" target="_blank">Faktencheck</a> genauer angeschaut und schreibt: «Dieses Szenario ist erfunden.» Die Herkunft des Inhalts sei nicht nachvollziehbar, die Internetseite verfügt nur über ein leeres Impressum.</p>
<p>Eine klassische Fake News also, die darauf ausgelegt ist, eine möglichst grosse Verbreitung zu erreichen. Und tatsächlich wird sie denn auch tausendfach geteilt und verbreitet via Social Media. Auffällig ist nun aber, wie sie geteilt wird. Das geschieht oft mit einem vorangestellten Hinweis auf eine mögliche Falschinformation: Manche kommentieren die Meldung mit: «!Achtung! Unbestätigt, bitte selbst recherchieren!» Oder schreiben: «Trotz Dementi aus Italien stelle ich den Beitrag mit Vorbehalt zur Diskussion.»</p>
<p>Könnte man davon ausgehen, dass durchaus ein Sensorium für Fake News besteht – selbst bei Leuten, die Hetze verbreiten? Ein Hoffnungsschimmer? Oder doch nur eine taktische Masche?</p>
<p>Denn die erfundene Meldung über einen Bürgerkrieg in Italien wird trotzdem geteilt und verbreitet, nur hat man ihr einen seriösen Anstrich verleiht. Man bietet so auch weniger Angriffsfläche. Aber schliesslich geht es weiterhin darum, die eigene angsterfüllte Weltsicht zu reproduzieren, und wenn dabei die Wahrheit auf der Strecke bleibt.</p>
<p>Ein User im Internet, der dieser Fake News auf den Leim gegangen ist, schreibt über den Faktencheck des Bayrischen Rundfunks: «Vielleicht ist diese sogenannte Feststellung eines Fakes ja selbst ein Fake. Das Internet beweist eh nichts! Hier schreibt jeder was er will und jeder glaubt was er will.»</p>
<p>Eine Lüge bleibt allerdings eine Lüge, auch wenn man selbst daran glaubt. Und sie glaubhaft darstellt. Jedenfalls muss die allgemein anerkannte These zumindest relativiert werden, wonach Medienkonsumenten vor der vorsätzlichen Verbreitung von Falschmeldungen zurückschreckten, wenn sie um den Umstand der Fälschung Bescheid wissen. Selbst die nackte Wahrheit scheint manch einem keine Ehrfurcht mehr einzuflössen.</p>
<p>Bild: Montage/<a href="https://danluvisiart.deviantart.com/art/THE-STREETS-Chapter-1-457224890" target="_blank">DanLuVisiArt, via Deviant Art</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/05/achtung-unbestaetigt-bitte-selbst-recherchieren/">«Achtung! Unbestätigt, bitte selbst recherchieren!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In den Ferien den «Medienhype» aussitzen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/07/in-den-ferien-den-medienhype-aussitzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 12:34:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Gemeindeammann von Buchs weilt in den Ferien und wünscht sich, der Fall der nicht eingebürgerten Funda Yilmaz möge nur ein Medienhype gewesen sein. Doch hier geht es nicht um eine aufgebauschte Skandalisierung, sondern um die legitime Thematisierung des Skandalösen. «Was die Appenzeller beim Frauenstimmrecht, sind nun die Buchser bei der Einbürgerungspolitik: die Dorftrottel der <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/07/in-den-ferien-den-medienhype-aussitzen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Gemeindeammann von Buchs weilt in den Ferien und wünscht sich, der Fall der nicht eingebürgerten Funda Yilmaz möge nur ein Medienhype gewesen sein. Doch hier geht es nicht um eine aufgebauschte Skandalisierung, sondern um die legitime Thematisierung des Skandalösen.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MW-Grenzbeobachterin-Affolter-20170807.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-45855" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MW-Grenzbeobachterin-Affolter-20170807.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MW-Grenzbeobachterin-Affolter-20170807-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MW-Grenzbeobachterin-Affolter-20170807-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MW-Grenzbeobachterin-Affolter-20170807-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MW-Grenzbeobachterin-Affolter-20170807-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Was die Appenzeller beim Frauenstimmrecht, sind nun die Buchser bei der Einbürgerungspolitik: die Dorftrottel der Weltpresse.» Das <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/buchs-und-der-fall-funda-yilmaz-ein-lehrstueck-131544835" target="_blank">schreibt Patrick Müller</a>, Chefredaktor der «Schweiz am Wochenende».</p>
<p>Und tatsächlich, Buchs ist seit dem Fall von Funda Yilmaz weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt: Vielgelesene und renommierte News-Portale wie <a href="https://www.theguardian.com/world/2017/jul/18/switzerland-puzzles-over-citizenship-test-after-lifelong-resident-fails" target="_blank">der «Guardian»</a> und <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/schweiz-funda-yilmaz-einbuergerungsgesuch-in-buchs-abgelehnt-a-1158666.html" target="_blank">der «Spiegel»</a> haben ausgesprochen negativ über die Einbürgerungspolitik der Gemeinde berichtet.</p>
<p>Urs Affolter, der Gemeindeamman von Buchs, sprach in der «Aargauer Zeitung» <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/aarau/hassmails-geben-mir-zu-denken-erstmals-nimmt-der-buchser-ammann-stellung-zum-fall-yilmaz-131536122" target="_blank">von einem «Medienhype»</a>. Ein Medienhype bezeichnet in der Kommunikationswissenschaft eine massive Berichterstattung, in deren Fokus Dringlichkeit und Relevanz eines Themas übertrieben werden. Eine aufgebauschte Skandalisierung in den Medien also.</p>
<p>Verständlich, dass Gemeindeammann Affolter hofft, die Medienberichterstattung zum Fall Funda Yilmaz möge versiegen – und damit auch sein Problem aus der Welt verschwinden. Schliesslich trägt er als höchster Buchsemer die Verantwortung dafür, dass die Einbürgerungskommission seine Gemeinde weltweit in ein schiefes Licht gerückt hat. Buchs steht nun als Inbegriff schweizerischer Intoleranz. Selbst einige SVP-Politikerinnen halten das Vorgehen der Buchser Einbürgerungskommission für unhaltbar. Fragt sich, welche Konsequenzen Gemeindeammann Affolter aus diesem Fall ziehen will, und ob er an einen Rücktritt denkt.</p>
<p>Allerdings weilt der FDP-Lokalpolitiker seit zwei Wochen in den Ferien – ohne Abwesenheitsmeldung. Die Gemeindekanzlei lässt ausrichten, dass man «zum Thema Einbürgerungen keine Stellung mehr nimmt». Eine allzu behagliche Haltung, während die Zeichen auf Sturm stehen.</p>
<p>Im Unterschied zu kurzlebigen Medienhypes rückt dieser Fall medial das Thema der Schweizerischen Einbürgerungspraxis in den Fokus. Ein offenbar gärender und beschwiegener Missstand tritt an die Oberfläche, wobei die Medien als Katalysatoren fungieren. Absurditäten in der Politik offenzulegen, gehört zur journalistischen Aufklärungsarbeit. Auf Missstände zu reagieren und die Verantwortung für seine Behörden zu tragen, gehört zum Pflichtenheft eines demokratisch gewählten Würdenträgers. Insofern kann nicht von einem Medienhype gesprochen werden, sondern von notwendiger Kritik und offenbar fehlender Einsicht der Gemeindeleitung von Buchs.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/07/in-den-ferien-den-medienhype-aussitzen/">In den Ferien den «Medienhype» aussitzen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Man spricht über Namen statt über Menschen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/11/man-spricht-ueber-namen-statt-ueber-menschen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2017/07/11/man-spricht-ueber-namen-statt-ueber-menschen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jul 2017 23:34:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=44996</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Versicherungskonzern Swiss Life steht in der Kritik, weil er ausländischen Mitarbeitenden anbietet, ihre Namen im Kundenkontakt einzuschweizern. In der darauf folgenden Rassismus-Debatte vermochten die meisten Medien aber nicht bis zum Kern des Problems vorzudringen. Es geht nicht um den Klang von Namen, sondern um das Menschenbild de Unternehmens. «Aus Mehmet wird Tobias», titelte unlängst <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/man-spricht-ueber-namen-statt-ueber-menschen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/man-spricht-ueber-namen-statt-ueber-menschen/">Man spricht über Namen statt über Menschen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Versicherungskonzern Swiss Life steht in der Kritik, weil er ausländischen Mitarbeitenden anbietet, ihre Namen im Kundenkontakt einzuschweizern. In der darauf folgenden Rassismus-Debatte vermochten die meisten Medien  aber nicht bis zum Kern des Problems vorzudringen. Es geht nicht um den Klang von Namen, sondern um das Menschenbild de Unternehmens.</strong></p>
<p><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/Aus-Mehmet-wird-Tobias/story/23632486" target="_blank">«Aus Mehmet wird Tobias»</a>, titelte unlängst die Sonntagszeitung. Es ging darum, dass Mitarbeitenden von Swiss Life die Möglichkeit geboten wird, ihre ausländisch klingenden Namen zu «helvetisieren», um im Kundenkontakt Vertrauen zu schaffen. Laut dem Unternehmen soll das die Erfolgschancen im Call Center erhöhen.</p>
<p>Swiss Life räumt ein, seit 1996 solche Falschnamen zu verwenden – sogar im schriftlichen Verkehr mit Kunden, wo das Argument der schweren Verständlichkeit kaum greift Es gehe um eine einfachere Kommunikation, versuchte Swiss Life den Shitstorm zu beruhigen, den die «Sonntagzeitung» ausgelöst hatte. Schliesslich werde niemand gezwungen. Die Mitarbeiter würden freiwillig entscheiden, sie sähen ihr Alias als reines Arbeitsinstrument, sagte Markus Leibundgut, Schweiz-Chef bei Swiss Life, <a href="http://www.derbund.ch/wirtschaft/standard/Im-taeglichen-Leben-spielt-der-Name-eine-Rolle/story/15610394" target="_blank">in einem Interview mit dem «Bund»</a>.</p>
<p>Wer an den Osterhasen glaubt, glaubt auch, was Swiss Life uns hier weismachen will. Ob diese Namensfälschungen freiwillig erfolgen oder nicht, spielt letztlich keine Rolle. Würde Swiss Life etwas liegen an ihren Mitarbeitern (und an einem vertrauenswürdigen Geschäftsgebaren), würde sie es verbieten, dass diese ihre Namen im Kundenverkehr an die vermeintlich schweizerische Gesellschaft assimilieren. Gute Vorgesetzte stehen hinter ihren Mitarbeitern und fördern deren Persönlichkeit, unabhängig ihres Namens.</p>
<p>Für die Präsidentin der eidgenössischen Kommission gegen Rassismus und FDP-Politikerin, Martine Brunschwig-Graf, geht es denn auch nicht um die Freiwilligkeit der Namensänderung. «Das Problem ist, dass ein Unternehmen denkt, dass es besser ist, einen schweizerischen statt einen anderen Namen zu tragen», sagt sie gegenüber dem «Echo der Zeit» von SRF.</p>
<p>Das Thema drehte nur ein paar Tage in den Medien. Auffallend an der Debatte war, dass das Vorgehen von Swiss Life nur selten als unhaltbar qualifiziert und viel Verständnis für die Haltung des Unternehmens aufgebracht wurde. In der <a href="http://www.srf.ch/sendungen/arena/ist-die-schweiz-rassist-ic" target="_blank">«Arena» von Schweizer Fernsehen SRF</a> nannte Moderator Jonas Projer dies immerhin einen «Funken», der die Schweiz zu einer Diskussion über Rassismus angeregt habe. Ausgerechnet der ehemalige Präsident der eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Georg Kreis, schaltete einen Gang tiefer und sprach von einem «Fünkli».</p>
<p>Die allgemeine Debatte verlief derart harmlos, dass Swiss Life zu keinem Zeitpunkt signalisierte, ihre Praxis überdenken zu wollen, geschweige denn, zu ändern. Das Geschäft geht vor. Dabei bedarf es nicht grosser Empathie, um nachempfinden zu können, wie eine Person sich fühlen muss, die unverblümt damit konfrontiert wird, dass ihr Name und damit sie selbst hierzulande kaum akzeptiert ist. Dies, obwohl sie hier lebt und vielleicht sogar auch hier aufgewachsen ist. Für eine Person, die ihre wahre Identität verbirgt, nur um mehr Umsatz für den Arbeitgeber zu generieren, bedeutet dies eine Diskriminierung, Demütigung und Beleidigung. Tag für Tag. </p>
<p>Swiss Life sollte nicht verleugnen, dass mitten unter uns Menschen leben, die keine schweizerisch klingenden Namen tragen. Auch ihnen hat der Versicherungskonzern seinen Erfolg zu verdanken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/man-spricht-ueber-namen-statt-ueber-menschen/">Man spricht über Namen statt über Menschen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Können nur Clowns mit Migrationshintergrund Bundesrat werden?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/12/koennen-nur-clowns-mit-migrationshintergrund-bundesrat-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jun 2017 15:07:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist ein Secondo, cool, unflätig und alles andere als staatsmännisch. Und plötzlich wird er Bundesrat. Gewählt mit 162 Stimmen im ersten Wahlgang. Was sonst nicht einmal in Märchen vorkommt, ist die Storyline einer von Swisscom, Samsung und Watson produzierten Webserie. Ohne Klischees kommt das Kurzformat allerdings nicht aus. Ferdinand Hugentobler alias Hamster heisst der <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/12/koennen-nur-clowns-mit-migrationshintergrund-bundesrat-werden/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er ist ein Secondo, cool, unflätig und alles andere als staatsmännisch. Und plötzlich wird er Bundesrat. Gewählt mit 162 Stimmen im ersten Wahlgang. Was sonst nicht einmal in Märchen vorkommt, ist die Storyline einer von Swisscom, Samsung und Watson produzierten Webserie. Ohne Klischees kommt das Kurzformat allerdings nicht aus.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-GrenzB-HAMSTER-20170612a.jpg" alt="" width="960" height="640" class="alignnone size-full wp-image-44780" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-GrenzB-HAMSTER-20170612a.jpg 960w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-GrenzB-HAMSTER-20170612a-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-GrenzB-HAMSTER-20170612a-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-GrenzB-HAMSTER-20170612a-728x485.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><br />
Ferdinand Hugentobler alias Hamster heisst der «freshe Bundesrat», und schon in der ersten Episode der vierteiligen Mini-Serie zeigt er sich heillos überfordert: Von den nackten Statuen im Bundeshaus und den nackten Brüsten einer Femen-Aktivistin, von der flirtenden Reporterin, die ihn abends gerne treffen möchte und dem Kiffer, der ihm eine Pfeife anbietet. Wie Odysseus versucht «Hamster» mehr oder weniger erfolgreich den Verführungen zu widerstehen, die der neue Job so mit sich bringt.</p>
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<p>Hamster, der vom Schauspieler Silvio Lang verkörpert wird, schreibt in seiner Kolumne bei Swisscom: «Man hat mir einen Anzug gebracht, den Bart schön föhnfrisiert und mir eine neue Frisur verpasst. Ich habe ein paar wichtige Ausdrücke gelernt, wie «panaschieren» (wobei ich da immer Durst bekomme), «Konkordanz» (meine Mama kommt ja aus Kamerun – die tanzen das dort auch!) und «EDA» (wobei ich komplett gegen Drogen bin).»</p>
<p>Die Figur des Hamsters wird bewusst als äusserst sympathisch und volksnah, aber auch als politisch vollkommen inkompetent gezeichnet. So weit, so unterhaltsam. Folgende Fragen drängen sich hier aber auf: Wieso hätte beispielsweise ein junger Bündner nicht in die Rolle des Hamsters gepasst? Ist dies das Bild, das die Öffentlichkeit von den Secondas und Secondos hat oder haben soll, nämlich das von lustigen Spassmachern, ohne die geringste Eignung für ein verantwortungsvolles Amt?</p>
<p>Das Komödiantische speist sich offenbar aus der vermeintlich absurden Vorstellung, dass ein Secondo vom erfolglosen Kunstmaler zum höchsten Schweizer Amtsträger wird. Hätte «Hamster» keinen Migrationshintergrund, wäre diese Biografie nicht einmal unüblich in der Schweiz. Vor diesem Hintergrund stellt sich letztlich noch die Frage: Ist der Gedanke eigentlich so abwegig, dass ein Secondo Bundesrat werden könnte, der das politische Geschäft auch beherrscht?</p>
<p><em>Bildquelle Vorschaubild:</em> Montage, Screenshot aus dem Video Hamster und das Motorboot (Episode 1), <a href="https://youtu.be/gXGmK_ejN8M">YouTube.com</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/12/koennen-nur-clowns-mit-migrationshintergrund-bundesrat-werden/">Können nur Clowns mit Migrationshintergrund Bundesrat werden?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der «Blick» auf den Spuren der «Schweizermacher»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/04/24/der-blick-auf-den-spuren-der-schweizermacher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Apr 2017 10:46:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit einem sogenannten Integrationsvertrag möchte der «Blick» angeblich Flüchtlingen bei der Integration in der Schweiz helfen. Hierfür wird ein Katalog mit Rechten, Pflichten und Normen präsentiert, die nach Meinung des «Blick» in der Schweiz gelten würden. Die Forderung lautet: «Jeder Flüchtling soll diesen Vertrag unterschreiben. Als Bekenntnis zu den Werten dieses Landes.» Den «Integrationsvertrag» hat <a href="https://medienwoche.ch/2017/04/24/der-blick-auf-den-spuren-der-schweizermacher/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/04/24/der-blick-auf-den-spuren-der-schweizermacher/">Der «Blick» auf den Spuren der «Schweizermacher»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem sogenannten Integrationsvertrag möchte der «Blick» angeblich Flüchtlingen bei der Integration in der Schweiz helfen. Hierfür wird ein Katalog mit Rechten, Pflichten und Normen präsentiert, die nach Meinung des «Blick» in der Schweiz gelten würden. <a href="http://www.blick.ch/news/politik/kommentar-zum-integrationsvertrag-die-politik-schaut-weg-blick-schaut-hin-id6547171.html" target="_blank" rel="noopener">Die Forderung lautet</a>: «Jeder Flüchtling soll diesen Vertrag unterschreiben. Als Bekenntnis zu den Werten dieses Landes.»<br />
<span id="more-33125"></span><br />
Den «Integrationsvertrag» hat der «Blick» letzte Woche lanciert, um auf das Versagen in der Politik hinzuweisen und sich «konstruktiv der Flüchtlingsproblematik anzunehmen», wie der Chefredaktor Christian Dorer schreibt. Auf <a href="http://amade.ch/2017/04/der-integrationsvertrag-des-blick/" target="_blank" rel="noopener">die Widersprüche im Katalog</a> ist bereits mehrfach hingewiesen worden. Die Aktion zeigt darüber hinaus ein sonderbares Staatsverständnis der Boulevardzeitung.</p>
<p>Es ist bereits grenzwertig, wenn eine Zeitung einem Teil der Bevölkerung verbindlich vorschreiben will, was seine «Rechte, Pflichten und Normen» zu sein haben. Das kann nicht die Aufgabe einer Zeitung sein, unabhängig davon, dass eine – wie auch immer geartete – Sittenpolizei in einer freiheitlichen Gesellschaft ohnehin nichts verloren hat.</p>
<p>Noch fragwürdiger ist, dass diese «Rechte, Pflichten und Normen» offenbar nicht für alle, sondern nur für die neu Zugezogenen gelten sollen. Dabei sprechen längst nicht alle Schweizerinnen und Schweizer fehlerfrei eine Landessprache, sind mit der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau einverstanden, oder sind in der Lage, «Konflikte ohne Streit» zu lösen. Von ihnen wird nichts eingefordert. Die Erwartungshaltung gegenüber Flüchtlingen, wonach sie in Demut und Dankbarkeit ein vom «Blick» bestimmtes Leben zu führen haben, ist gönnerhaft und im Grunde genommen sehr unschweizerisch, gibt man sich hierzulande doch gerne obrigkeitskritisch und freiheitsliebend.</p>
<p>Vereinbarungen zur Regelung des gemeinsamen Zusammenlebens sollten also, wenn überhaupt, für alle Einwohner der Schweiz gleichermassen gelten und nicht nur für die zugezogenen Schutzsuchenden. Ein «Integrationsvertrag», der an den Film die Schweizermacher anno 1978 erinnert, stellt keinen konstruktiven Beitrag zur Debatte dar. Vielmehr sollten unsere Werte von der hiesigen Bevölkerung so vorgelebt werden, dass sich die neuen Einwohner daran ein Beispiel nehmen können. Integration braucht keine vertragliche, sondern eine gelebte Grundlage.</p>
<p>Wenn das Anliegen wirklich ein einträchtiges Zusammenleben zum Ziel hat, dann sollte die schweizerische Bevölkerung als Ganzes in den Blick genommen werden, worunter auch die frisch zugezogenen Schutzsuchenden zählen. Weshalb dies hier nicht der Fall ist, lässt sich leider nur damit erklären, dass Kampagnenjournalismus auf Kosten der Schwächsten betrieben wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/04/24/der-blick-auf-den-spuren-der-schweizermacher/">Der «Blick» auf den Spuren der «Schweizermacher»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Kampagne mit Kollateralschaden</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/03/15/kampagne-mit-kollateralschaden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Mar 2017 11:50:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der «Blick»-Appell an die türkischen Stimmberechtigten in der Schweiz, gegen Erdoğans Referendum zu stimmen, ist legitim. Die damit verbundene Aufforderung, das Land zu verlassen, wer für Erdoğan stimmt, verkehrt das hehre Anliegen in sein Gegenteil. Am Montag hat der «Blick» mit einem ungewöhnlichen Appell aufgemacht: Unter dem Titel «Jetzt mischen wir uns ein» wurden die <a href="https://medienwoche.ch/2017/03/15/kampagne-mit-kollateralschaden/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/03/15/kampagne-mit-kollateralschaden/">Kampagne mit Kollateralschaden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der «Blick»-Appell an die türkischen Stimmberechtigten in der Schweiz, gegen Erdoğans Referendum zu stimmen, ist legitim. Die damit verbundene Aufforderung, das Land zu verlassen, wer für Erdoğan stimmt, verkehrt das hehre Anliegen in sein Gegenteil.<br />
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Am Montag hat der «Blick» mit einem ungewöhnlichen Appell aufgemacht: Unter dem Titel «Jetzt mischen wir uns ein» wurden die wahlberechtigten Türkinnen und Türken in der Schweiz aufgefordert, das Verfassungsreferendum von Erdoğan am 16. April abzulehnen. «Stimmt Nein zu Erdoğans Diktatur!», heisst es. Und weiter: «Wer in seinem Heimatland diktatorische Verhältnisse einführen will – bitte schön. Aber dann soll er auch unter ihnen leben.»</p>
<p>Gegen engagierten Journalismus ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Der «Blick» macht sich stark für die Demokratie in der Türkei. Eigentlich lobenswert, wenn da nicht auch noch die explizite Aufforderung zur Emigration wäre, für alle in der Schweiz lebenden Menschen, die für die Verfassungsreform von Erdoğan in der Türkei abstimmen, sofern sie dürfen. Stimmt nein oder geht heim, lautet die unmissverständliche Botschaft.</p>
<p>Von Radio SRF darauf angesprochen, sagt der «Blick»-Chefredaktor Christian Dorer: «Wir haben die Erwartung, dass – wer bei uns lebt – auch unsere Grundwerte mitträgt.» Nun gehört zu ebendiesen Grundwerten, dass verschiedene Meinungen nebeneinander existieren sollen und auch geäussert werden dürfen. Oder käme es dem «Blick» in den Sinn, von den Kernkraftbefürwortern zu verlangen, nach Fukushima zu ziehen? Wohl nicht.</p>
<p>Die Aufforderung «Nein» zu stimmen, hat der «Blick» auf Türkisch formuliert. Die Aufforderung ist nicht nur an Ankara, sondern auch an die türkischsprachigen Einwohner der Schweiz adressiert. So gesehen verteidigt der «Blick» in erster Linie leider nicht die Demokratie, sondern zementiert auf herablassende Weise den unberechtigten Argwohn gegenüber der türkischstämmigen Bevölkerung. Wer die Zusammensetzung der in der Schweiz wohnhaften türkischen Stimmberechtigen nicht kennt – die allermeisten sympathisieren nicht mit Erdoğan – könnte den Aufruf zudem als Pauschalkritik an «den Türken» missverstehen.</p>
<p>Wer wirklich für die Demokratie einsteht, grenzt Menschen nicht aus, sondern bezieht sie in den Diskurs mit ein. Das ist das Wesen der Demokratie. Der Appell, gegen Erdoğans Referendum zu stimmen, ist legitim; die damit verbundene Aufforderung, das Land zu verlassen, wer für Erdoğan stimmt, verkehrt das hehre Anliegen in sein Gegenteil.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/03/15/kampagne-mit-kollateralschaden/">Kampagne mit Kollateralschaden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Medien im Echo-Modus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/17/medien-im-echo-modus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Fargahi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Feb 2017 08:11:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbeobachterin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zur Kampagne gegen eine erleichterte Einbürgerung machten die Medien nicht die beste Figur. Die faktenfreien und themenfremden «Argumente» der SVP («Burka-Plakat») wurden oft ungefiltert und unwidersprochen verbreitet. Aber Journalismus darf nicht blosses Echo politischer Kampagnen sein. Die SVP hat die Abstimmung zur erleichterten Einbürgerung der dritten Generation verloren. Doch sie hat erneut mit einem riesigen <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/17/medien-im-echo-modus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/17/medien-im-echo-modus/">Medien im Echo-Modus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Kampagne gegen eine erleichterte Einbürgerung machten die Medien nicht die beste Figur. Die faktenfreien und themenfremden «Argumente» der SVP («Burka-Plakat») wurden oft ungefiltert und unwidersprochen verbreitet. Aber Journalismus darf nicht blosses Echo politischer Kampagnen sein.<br />
<span id="more-33105"></span><br />
Die SVP hat die Abstimmung zur erleichterten Einbürgerung der dritten Generation verloren. Doch sie hat erneut mit einem riesigen finanziellen Aufwand das Bild des bedrohlichen Islams in viele Köpfe gehämmert. Diesen Schwung, so hofft sie wohl, werde in die nächste Abstimmung mitgenommen, wenn es beispielsweise um das Kopftuchverbot geht.</p>
<p>Dass zuweilen vor politischen Abstimmungen Emotionen – in der Regel Ängste – geschürt werden, und dabei oft auf die Person gespielt wird, gehört zu einem Abstimmungskampf dazu. Die nicht immer leicht zu beantwortende Frage dabei ist: Wie weit darf sich politischer Stimmenfang von der Realität entfernen?</p>
<p>Nach Trumps Wahlkampf scheint in einer politischen Kampagne heute alles erlaubt zu sein: Das bewusste Abweichen von der Wahrheit gilt nicht mehr als Lüge, sondern ein alternatives Faktum. Auch die SVP bewirtschaftete im Bereich der Migrationspolitik ziemlich erfolgreich «alternative Fakten», noch lange vor Trumps Wahlkampf.</p>
<p>Auch dieses Mal warb das SVP-Komitee unter Nationalrat Andreas Glarner mit verschleierten Frauen. «Burka-Plakate», wie sie fälschlicherweise genannt werden (es sind nämlich gar keine Burkas zu sehen, sondern Nikabs), säumten die Schweizer Bahnhofshallen. Das Plakat, das nichts mit der Abstimmungsvorlage zu tun hatte, diente ganz offensichtlich einem einzigen Zweck: Dem Schüren der Angst vor dem Islam. So weit, so bekannt: Politik auf Kosten von Minderheiten gehört zum Standardrepertoire rechtsextremer Parteien. Daran scheint man sich gewöhnt zu haben. Widerspruch kommt kaum. Auch die Medien bleiben erstaunlich leise.</p>
<p>Nur vereinzelt nennen sie beim Namen, worum es sich beim Abstimmungskampf der SVP um die erleichterte Einbürgerung im Kern ging: um fremdenfeindliche Hetze. SRG und Privatsender luden Andreas Glarner, den Kopf der Kampagne, in ihre quotenträchtigen Talkshows «Arena» und Talk Täglich ein, sämtliche Schweizer Medien boten ihm eine Bühne und Glarner durfte sein weitgehend faktenfreies Programm verbreiten. In der «Arena» sagte er etwa, die dritte Ausländergeneration dürfe nicht eingebürgert werden, weil sonst «Eritreer mit dem Schnellboot in die Schweiz kommen».</p>
<p>Journalismus darf nicht blosses Echo politischer Kampagnen sein. Skandal und Sensation mögen Aufmerksamkeit und Auflage generieren, doch damit ist die wichtige Aufgabe der Medien innerhalb einer demokratischen Gesellschaft nur ungenügend erfüllt. Gerade bei sensiblen Themen stehen die Medien in der Verantwortung, Fakten und Aussagen zu prüfen, einzuordnen und in einem Kontext zu erklären und zu analysieren. Rassismus ist keine legitime Position in einem demokratischen Diskurs. Die Medien müssen einen Weg finden, solche gesellschaftsgefährdenden Tendenzen nüchtern zu identifizieren und zurückzuweisen. Das ist keine leichte Aufgabe. Es ist jedoch ein Gebot der Toleranz, gegenüber Intoleranz intolerant zu sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/17/medien-im-echo-modus/">Medien im Echo-Modus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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