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	<title>Hansi Voigt | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Was macht eigentlich Hansi Voigt (in Basel)?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jul 2019 07:38:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Heute brächten mich keine zehn Pferde mehr in ein klassisches Verlagshaus», sagt Hansi Voigt. Doch die Medien lassen ihn nicht los. Der frühere Chef von 20 Minuten Online und Watson baut in Basel ein Lokalmedium auf. Prominent auf der Medienbühne tritt Voigt derzeit im Zusammenhang mit dem Fall Spiess-Hegglin auf. Welche Rolle spielt er dort? <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/12/was-macht-eigentlich-hansi-voigt-in-basel/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>«Heute brächten mich keine zehn Pferde mehr in ein klassisches Verlagshaus», sagt Hansi Voigt. Doch die Medien lassen ihn nicht los. Der frühere Chef von 20 Minuten Online und Watson baut in Basel ein Lokalmedium auf. Prominent auf der Medienbühne tritt Voigt derzeit im Zusammenhang mit dem Fall Spiess-Hegglin auf. Welche Rolle spielt er dort?</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-71077 alignnone" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Interview-Hansi-Vogt_20190711.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Interview-Hansi-Vogt_20190711.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Interview-Hansi-Vogt_20190711-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Interview-Hansi-Vogt_20190711-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Interview-Hansi-Vogt_20190711-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Interview-Hansi-Vogt_20190711-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wir treffen uns hier in Basel, weil du als Co-Projektleiter ein neues Online-Medium entwirfst. Wo steht das Projekt heute?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Im Moment führen wir viele Bewerbungsgespräche, ein Kernteam von drei Frauen haben wir ja schon. Dabei sind Andrea Fopp, Martina Rutschmann und Naomi Gregoris. Wir machen nun viele sogenannte DNA-Workshops, auch zusammen mit Matthias Zehnder, dem Co-Projektleiter, damit wir wirklich genau wissen, wovon wir alle reden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie sieht die DNA des neuen Medienprojekts aus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Uns geht es letztendlich um die Qualität des Diskurses. Also nicht nur senden, sondern auch empfangen, die Debatte moderieren und sie journalistisch begleiten. Unsere Redaktion wird mitten in der Markthalle sitzen, dort können wir auch Veranstaltungen organisieren. Und die Debatte findet online statt oder auch in der realen Welt. Inhaltlich werden wir natürlich einen klaren Fokus auf Basel richten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Es gibt also eine Neuauflage der Tageswoche, einfach ohne gedruckte Zeitung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Man kann bei allem sagen, das sieht nach dem oder nach dem aus. Ich habe etwas gezögert mit diesem Gespräch, weil ich den Erwartungsdruck so klein wie möglich halten will. Aber die Leute dürfen schon hören, was wir machen. Wir machen ein Projekt, das vor allem probiert, den Leuten journalistisch zu nützen. Dass es die Tageswoche gab, ist für uns eine Riesenchance. Alles, was schon mal probiert wurde, ist eh gut. Ob es gelungen ist oder nicht, spielt fast keine Rolle. Hauptsache man zieht die richtigen Lehren draus. Die Tageswoche fand ich in den letzten eineinhalb, zwei Jahren übrigens richtig gut. Aber es war schade, dass sie unter der Last der ersten Jahre extrem gelitten haben. Darum ist es auch wichtig, dass wir jetzt unser Projekt völlig anders aufstellen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber der Vergleich liegt auf der Hand.</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Jeder kann auf einen projizieren, was er will. Der eine stellt sich das vor, der andere dies. Mir ist vor allem wichtig, dass die Anfangs-Erwartungen klein bleiben und dafür eingelöst werden können. Wir wollen irgendwann zu liefern beginnen und dann ist es da. Es ist auch gar kein grossartiger Launch geplant. Und den Journalismus erfinden wir auch nicht neu.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Unser Geschäftsmodell ist die Identifikation mit dem Angebot, die sich in Mitgliedschaften und Unterstützung niederschlagen soll.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Finanziert wird das neue Projekt auch gleich wie die Tageswoche.</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Wir haben von der Stiftung für Medienvielfalt Geld zur Verfügung. Aber «nur» eine Million Franken pro Jahr. Und das Geld fliesst auf Dauer nur, wenn wir innert drei Jahren noch mindestens eine weitere Million selbst auftreiben. Aber im Vergleich zur Tageswoche verkaufen wir keine Abonnements und geben keine gedruckte Zeitung heraus. Unser Geschäftsmodell ist eher die Identifikation mit dem Angebot, die sich in Mitgliedschaften und Unterstützung niederschlagen soll.</p>
</div></p>
<p></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Rechnen wir: Wenn ihr eine Million Franken selber berappen müsst und euer Produkt für sagen wir mal 100 Franken pro Jahr verkauft, dann braucht ihr in drei Jahren 10&#8217;000 Abonnenten. Die Tageswoche hatte am Schluss gut 3000. Wie soll das gehen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>100 Franken sind ein sehr vernünftiger Betrag. Aber wie gesagt, wir verkaufen keine Abos, sondern wir suchen langfristig Unterstützerinnen und Identifikation. Wenn wir journalistisch den Baslern etwas nützen, bin ich da zuversichtlich. Ausserdem wird klar, dass Journalismus, etwa im Kulturbereich, selber zum Kulturgut wird. Die Finanzierung geht hier weg von den Verlagshäusern im Sparmodus hin zu den Kulturveranstaltern, respektive Förderern.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Wir müssen nicht die Leserinnen zu uns hinter die Paywall locken, sondern können dorthin gehen, wo das Interesse ist.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wann startet ihr?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Was heisst «starten»? Wir haben noch nicht einmal eine Website. Im August haben wir eine erste Veranstaltung geplant. Aber weil wir stark auf Kooperationen setzen, sind wir bereits ab Ende Juli auf dem Liveticker der <a href="https://rotblau.app/home" target="_blank" rel="noopener">Rotblau-Fussball-App</a> sichtbar. Und wir werden im Gegenzug bei uns ab und zu grössere Fussballgeschichten bringen oder Diskussionen zum FC Basel veranstalten. Ich muss nicht zuerst versuchen bei uns einen FCB-Ticker zu etablieren und in Konkurrenz zu einem erfolgreichen Format zu treten. Das ist wirklich eine andere Denke, die möglich wird, durch die Art der Finanzierung. Wir müssen nicht die Leserinnen zu uns hinter die Paywall oder den Werbepixel locken, sondern können dorthin gehen, wo das Interesse ist.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du kennst den lokalen Online-Markt ein bisschen aus der Innerschweiz, wo du bei <a href="https://www.zentralplus.ch/" target="_blank" rel="noopener">Zentralplus</a> im Verwaltungsrat sitzt. Was nimmst du von dort mit?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Im lokalen und regionalen Journalismus tun sich grosse Chancen und die grössten Lücken auf. Lokaljournalismus ist am wenigsten abdeckbar von internationalen und nationalen Giganten, andererseits nicht über klassische Werbemodelle zu finanzieren. Lokaljournalismus ist immer Community-Journalismus. Dem werden die aktuellen, zentralistischen Regio-Duopole mit ihren Zentralredaktionen in Aarau und Zürich keineswegs gerecht. Aus föderalistischer Sicht ist das eigentlich undenkbar, was gerade passiert. Aber es tun sich Lücken auf. Wenn alles hinter den Paywalls verschwindet, ergibt das wieder neuen Spielraum für frei zugängliche Angebote. Die Finanzierung wird dabei zunehmend anders gelöst. Eben, etwa über Stiftungen oder die Community vermutlich auch über die Kantone. Denn wir brauchen glaubwürdigen, regionalen Journalismus. Egal ob er ein Geschäft für die Verlegerfamilien ist, oder nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mit dem neuen Medium in Basel verbindest du ein anderes Projekt von dir: Basel soll als erster Anwendungsfall dienen für die Open-Source-Journalismus-Infrastruktur von <a href="https://wepublish.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Wepublish»</a>. Was bringt das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Das ist nicht mein Projekt. «Wepublish» ist ein Verein, der eine Infrastruktur baut, damit sich so ein Projekt, wie jetzt das in Basel, einfacher realisieren lässt. In diesem Fall können wir mit vier Content-Partnern starten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wer ist das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Das sind das Wissenschaftsmagazin «higgs.ch», das regionale Civic-Media-Portal «tsueri.ch», die «Programmzeitung» aus Basel. Und dann noch die «WOZ» für nationale Inhalte. Im Rahmen des Pilotversuchs organisieren wir den Content-Austausch. Higgs.ch kann dann zum Beispiel sagen, ich gebe alle meine Inhalte den anderen Partnern, ausser der WOZ. Oder die WOZ kann sagen, ich will nur von denen, aber von den anderen nichts. Du gibst nur die Inhalte frei, die du willst. Jene die man freigibt, kommen dann in einen Feed, den die anderen Medien nutzen können. So weit sind wir jetzt technisch. Das ist der ganz banale Anfang. Danach kann man dann die ganze Distribution smart, intelligent, oder wie auch immer organisieren.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Ziel ist es, ein kleines Netzwerk von Inhaltsanbietern zu schaffen, damit gerade regionalen Inhaltsanbietern ein breiteres Angebot und besserer Lesestoff zur Verfügung steht.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie sorgt ihr dafür, dass die Marken nicht verwässern, wenn alles miteinander vermischt wird?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Das muss man einfach sauber und getreu den Marken ausweisen. Unter einer solche Kooperation leidet keine der Brands. Im Gegenteil: Sie sollen voneinander profitieren! Ziel ist es ja, Inhalte einander zur Verfügung stellen, so dass es allen Seiten nützt und der Leser einen Mehrwert erhält. Kuratieren gehört auch zum Markenprofil. Ziel ist es, ein kleines Netzwerk von Inhaltsanbietern zu schaffen, damit gerade regionalen Inhaltsanbietern ein breiteres Angebot und besserer Lesestoff zur Verfügung steht. Der Benchmark ist einfach: Was die Publikationen auf Facebook stellen und oft noch mit Geld bewerben, können sie auch einander zur Verfügung stellen. «Wepublish» ist der technische Aspekt der publizistischen Vernetzung. Daneben gibt es politisch inzwischen den <a href="https://www.medienmitzukunft.org/" target="_blank" rel="noopener">«Verband Medien mit Zukunft»</a> und auf Seiten der Finanzierung einen dezentralen Ansatz mit dem sogenannten «Medienfranken». Das klingt alles noch ziemlich vage, ist aber im Vergleich zu vor zwei Jahren schon ganz schön konkret.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Öffentlich hat man dich in den letzten Monaten vor allem in der Causa Spiess-Hegglin wahrgenommen. Kannst du mal deine Rolle beschreiben, die du da spielst?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Ich würde es so beschreiben: Jolanda Spiess-Hegglin und ihrem Mann ging und geht es ums Lebendige, ich kämpfe nur für meinen Beruf als Journalist. Aber ich denke, das lohnt sich schon sehr. Ich bin als Journalist an die Geschichte geraten als ich noch Chef von Watson war. Ich habe der Redaktion schon sehr früh gesagt: Wir wissen schlichtweg nicht was geschehen ist, ob die eine Seite oder die andere Recht hat. Ich vermute inzwischen, dass beide Kantonsräte unter Drogeneinfluss standen. Beweisen kann man es nicht mehr. Und selbst falls einfach zwei besoffene Kantonsräte miteinander in einem Nebenzimmer gevögelt haben sollten, hätten die Medien nie und nimmer mit Namensnennung berichten dürfen. Was aber abging war das Kopfkino in den Köpfen der Journalistinnen und Journalisten und der Anreiz, Klicks ohne Ende zu machen. Auch bei den Qualitätstiteln. Die meisten haben sich dabei zunächst völlig vergaloppiert. Als sich Jolanda Spiess-Hegglin gegen die unbelegten und falschen Geschichten gewehrt hatte, sollten sie, unter anderem auch von den Qualitätsmedien mundtot gemacht werden. Bis heute. Das geht nicht.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Heute würde ich journalistisch nichts mehr über Jolanda Spiess-Hegglin schreiben, denn inzwischen bin ich Partei.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie kam es zu deinem heutigen Engagement?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Ich traf Jolanda Spiess-Hegglin vor rund zweieinhalb Jahren auf einem Podium zu Hate-Speech. Ich hatte Erbarmen, wie sie sich da immer mehr in dem ganzen Medienwirrwarr verstrickte und fand, dass ihre Geschichte noch gar nie fair oder aus einer anderen Perspektive erzählt worden ist. Ich fand es eine unglaubliche Unverfrorenheit, diesen Ruf der Medien, sie solle jetzt endlich schweigen. Dann habe ich für Watson <a href="https://www.watson.ch/schweiz/interview/197300910-reto-spiess-meine-liebe-zu-jolanda-ist-eher-noch-staerker-geworden" target="_blank" rel="noopener">diesen Artikel über ihren Fall</a> geschrieben und darin versucht, den Medienskandal herauszuarbeiten. Die Berichterstatter haben die Beweislast umgekehrt und Jolanda Spiess-Hegglin musste dann plötzlich ihre Unschuld beweisen. Der Artikel hat mir enorm viel Wut von Kollegen eingebracht. Seither gelte ich wohl bei einigen als Nestbeschmutzer. Aber damit kann ich gut leben. Heute würde ich journalistisch nichts mehr über Jolanda schreiben, denn inzwischen bin ich Partei. Ich hab geholfen, dass sie sich aus der ganzen verhedderten Medienmisere befreien konnte. Heute kennt man ihre Version der Geschichte und es sind die Medienhäuser, welche die Prozesse verlieren. Und wer ihr heute noch vorwirft, sie hätte die Öffentlichkeit gesucht, würde auch einer Ertrinkenden vermutlich vorwerfen, dass sie beim Ersaufen etwas unelegant gestrampelt hat. Aber diese Stimmen sind ziemlich leise geworden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Machst du das informell oder bist du mandatiert?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Nein, ich habe kein Mandat. Jolanda vertraut mir einfach in Kommunikationsfragen und meldet sich, wenn etwas ansteht. Die Kampagne für das Crowdfunding zur Prozessfinanzierung lief über die Agentur, bei der ich auch arbeite. Aber ich wurde noch nie bezahlt. Auch das Gutachten zu den Werbeeinnahmen, die Ringier mit der Publikation von Artikeln über Spiess-Hegglin erzielt hat, machte ich unbezahlt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Warum machst du das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Ich halte den Medienfall Jolanda Spiess-Hegglin für absolut entscheidend in der Branche. Wenn wir es erlauben, dass Menschen quasi um der Klicks wegen in den Tod getrieben werden und das keine finanziellen Konsequenzen hat, ist all das Geschwafel um Glaubwürdigkeit im Journalismus Makulatur. Das kann kein Geschäftsmodell mehr sein.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Kürzlich hast du dich in der Medienkolumne von Kurt W. Zimmermann in der Weltwoche für mehrere Artikel auf 20min.ch entschuldigt, welche die Persönlichkeit von Carl Hirschmann verletzt haben könnten, als du dort Chefredaktor warst. Ist dein Einsatz für Jolanda Spiess-Hegglin eine Wiedergutmachung für die alten Sünden?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Ich war nie Gegenstand des Verfahrens von Carl Hirschmann gegen Tamedia und wusste gar nicht, um welche Artikel es geht. Ich hab erst mühselig herausfinden müssen, dass zwei von sieben beanstandeten Artikeln von Online-Redaktoren verfasst worden sind, die damals mir unterstellt waren. Aber ich akzeptiere den Entscheid des Gerichts, dass diese beiden Artikel persönlichkeitsverletzend waren und hätte mich schon viel früher und ausdrücklich bei Carl Hirschmann dafür entschuldigt. Das gehört zur Fehlerkultur, die wir unbedingt verbessern müssen. Die grösste Anteil der fehlbaren Hirschmann-Berichterstattung bei 20 Minuten wurde allerdings vom People-Ressort geleistet, dass dem Print-Chefredaktor Marco Boselli unterstellt war.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Wir waren nicht ohne Fehler. Wie man Klicks jagt, wussten wir früher als die anderen.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wofür hast du dich dann genau entschuldigt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Meine Entschuldigung in der Weltwoche stand im Konjunktiv: Falls ich irgendetwas falsch gemacht haben sollte, würde ich mich dafür entschuldigen. Ich musste abschätzen, wie ich damit umgehen soll. Es ist halt so eine Kampagne von Kurt W. Zimmermann gegen mich. Soll ich mich nun dagegen wehren oder zeigen, dass einem kein Zacken aus der Krone fällt, wenn man sich entschuldigt und korrigiert? Da ich das wichtig finde, habe ich es dann auch getan. Und wie gesagt, wir waren nicht ohne Fehler und wie man Klicks jagt, wussten wir früher als die anderen. Aber wir haben vermutlich auch früher gelernt, damit umzugehen. Dennoch bedauere ich einiges. Etwa die ganze Berichterstattung gegen Amanda Knox. Wir hatten eigentlich gar keine Ahnung. Alles nur Hörensagen. Auf der Redaktion hiess es dann jeweils: Haben wir heute keine «Foxy Knoxy» -Geschichte, die laufen immer so gut. Alles wird kopiert und rausgeknallt, ohne dass man je mit den Betroffenen geredet hat. Und am Schluss sind Amanda Knox, oder die Porno-Lehrerin in Nevada, keine Menschen mehr, sondern Ereignisse und Bilder. Diese Abstraktion und dieses Kopfkino der Journalisten ist extrem gefährlich.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber damit erzielen werbefinanzierte Online-Medien, wie 20min.ch, die erforderliche Reichweite.</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Klicks kann man auch anders machen. Du kannst Emotionen abholen, aber nicht zulasten von Personen oder auf mit dieser Verbreitung von Angst, Schrecken und Hass. Bei Watson wurden wir nach unserer Flucht aus 20 Minuten zunächst ziemlich ausgelacht. Aber wir haben mit Katzenbildern immerhin positiv besetzte Emotionen abgeholt und eine ganz andere Tonalität gesucht. Ich habe gelernt, dass es nicht nur mit Hass geht oder mit Blut, Blech und Busen. Wir haben bei Watson eine ganz andere Sensibilität entwickelt, etwa beim Fall Geri Müller. Wir hatten eben das Privileg, dass wir uns viel früher als jetzt andere, mit diesen Fragen auseinandergesetzt hatten und ich habe auch aktiv Nein gesagt. Etwa bei Geri Müller. Statt ins verlagseigene Halali einzustimmen, haben wir auf Watson die persönlichkeitsverletzende Medienberichterstattung skandalisiert. Das bringt einem nicht nur Freunde. Aber wenn einer in seinem Stadtrats-Büro sein «Pfyffli» fotografiert, geht das im Jahr 2015 die Medien nun mal nichts an. Und auf die verzweifelten Versuche, im Nachgang die Berichterstattung zu legitimieren, sind wir nicht reingeflogen. Auch bei Jolanda war ich froh, dass wir bei Watson da nicht voll reingingen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Warum bist du nach dem Abgang bei Watson nicht in eine vergleichbare Position bei einem anderen Medienunternehmen gewechselt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Ich hatte gute Angebote, auch aus Deutschland. Aber ich wollte meinen Lebensmittelpunkt nicht nach Deutschland verlegen. Ausserdem sah ich in Watson so ein bisschen meinen Abschluss in der klassischen Verlagswelt. Ich bin Peter Wanner für seine Risikobereitschaft äusserst dankbar, und freue mich immer, wenn ich ihn sehe. Ausserdem halte ich Michael Wanner für einen ausgesprochenen Glücksfall für Watson. Michaels Engagement bedeutet, dass Peter Wanner auf seine alten Tage plötzlich noch vom Sprinter zum Marathonläufer wurde. Watson wird sich vermutlich ab Ende dieses Jahres für die Wanners lohnen. Dabei spielt nicht nur Glück eine Rolle. Das Konzept ist so gut, dass es inzwischen auch in Deutschland läuft und es war vor fünf Jahren schon absehbar, dass Watson der Online-Hauptprofiteur von den ganzen Paywall-Kontraktionen der Zeitungstitel wird. Heute brächten mich keine zehn Pferde mehr in ein klassisches Verlagshaus. Ich bin mit meinem Bauchladen aus eigenen Projekten, Beratungs- und VR-Mandaten und persönlichen Engagements sehr zufrieden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was willst du eigentlich erreichen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Man wird in der Schweiz den ganzen Medienmarkt neu veranstalten müssen. Auf dem Weg dorthin braucht es politische Impulse, es braucht technische Ansätze, da braucht es finanzielle Modelle. Das zu skizzieren, ist sehr interessant, aber auch den Weg dorthin zu verfolgen. Das sind langfristige Geschichten. Ich hab mir inzwischen angewöhnt, da mit einer gewissen Gelassenheit ranzugehen. Umso erfreulicher ist es, dass dann so Aktivitäten wie «Wepublish» trotzdem Gestalt annehmen, die den ursprünglichen Vorstellungen stark entsprechen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Geld verdienst du heute massgeblich als Unternehmensberater. Wie passt das zum Einsatz für den Qualitätsjournalismus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Hansi Voigt:</h4> <p>Kommunikation und digitaler Wandel ist ja nicht nur eine journalistische Angelegenheit. Hier gibts vor allem auch sehr viele spannende kulturelle Fragen, vom Innovationsmanagement bis zum Führungsverständnis. Ich bin zum Teil in sehr grossen Firmen tätig. Letztlich geht es fast immer um den überall anstehenden Kulturwandel. Wie kannst du dich öffnen aus der starren Schildkrötenformation heraus? Die meisten haben einfach Angst vor Innovationen. Das ist das grosse Problem. Ich bin ein neugieriger Mensch und freue mich, über die vielseitigen Aufgaben und Engagements. Und unter dem Strich ist es ja auch gar nicht so schwer. Mit meinen jungen Partner bei <a href="https://www.dasnetz.ch/" target="_blank" rel="noopener">dasnetz.ch</a> haben wir eigentlich nur zwei Prinzipien vereinbart: Wir wollen möglichst wenig Scheissdreck machen und so selten wie möglich mit Arschlöchern zusammenarbeiten. Funktioniert bis jetzt tadellos.</p>
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		<title>Die Gesellschaft als Mäzen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/03/02/die-gesellschaft-als-maezen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Mar 2019 14:43:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Onlinemedium Basel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Basler Zeitung kommt inzwischen aus Zürich, Barfi.ch ist pleite, und die Tageswoche seit November Geschichte. Nun will ein neues Onlinemedium versuchen, mit Relevanz zu punkten – werbefrei und finanziert vor allem von Stiftungen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/02/die-gesellschaft-als-maezen/">Die Gesellschaft als Mäzen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
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			</item>
		<item>
		<title>Das neue Basler Online-Medium: Eine Vision mit unklaren Konturen und noch ohne Macher</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/02/27/das-neue-basler-online-medium-eine-vision-mit-unklaren-konturen-und-noch-ohne-macher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Feb 2019 16:30:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Onlinemedium Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Basler Stiftung für Medienvielfalt hat entschieden. Nicht ein neues «Stadtmagazin», das von der verbliebenen Redaktion der eingestellten «Tageswoche» entwickelt worden ist, sondern ein neues Online-Medium unbekannten Namens wird die kommenden drei Jahre mit jährlich einer Million Franken unterstützt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/27/das-neue-basler-online-medium-eine-vision-mit-unklaren-konturen-und-noch-ohne-macher/">Das neue Basler Online-Medium: Eine Vision mit unklaren Konturen und noch ohne Macher</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Basler Stiftung für Medienvielfalt hat entschieden. Nicht ein neues «Stadtmagazin», das von der verbliebenen Redaktion der eingestellten «Tageswoche» entwickelt worden ist, sondern ein neues Online-Medium unbekannten Namens wird die kommenden drei Jahre mit jährlich einer Million Franken unterstützt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/27/das-neue-basler-online-medium-eine-vision-mit-unklaren-konturen-und-noch-ohne-macher/">Das neue Basler Online-Medium: Eine Vision mit unklaren Konturen und noch ohne Macher</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Basel bekommt neue Online-Zeitung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/02/26/basel-bekommt-neue-online-zeitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Feb 2019 12:56:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Zehnder]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung für Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Onlinemedium Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Tageswoche]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=66578</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Stiftung für Medienvielfalt gibt Online-Pionier Hansi Voigt und ex BZ-Chefredaktor Mathias Zehnder den Zuschlag.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/26/basel-bekommt-neue-online-zeitung/">Basel bekommt neue Online-Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stiftung für Medienvielfalt gibt Online-Pionier Hansi Voigt und ex BZ-Chefredaktor Mathias Zehnder den Zuschlag.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/26/basel-bekommt-neue-online-zeitung/">Basel bekommt neue Online-Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hansi Voigt: «Nicht der Journalismus hat ein Problem, sondern die Verleger»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/11/28/hansi-voigt-nicht-der-journalismus-hat-ein-problem-sondern-die-verleger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2018 22:08:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=63936</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Fragebogen-Interview mit «watson»-Gründer Hansi Voigt über seinen persönlichen Mediengebrauch, den Umgang mit Handy, Facebook und Fernsehen auf Abruf und die Zukunft des Journalismus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fragebogen-Interview mit «watson»-Gründer Hansi Voigt über seinen persönlichen Mediengebrauch, den Umgang mit Handy, Facebook und Fernsehen auf Abruf und die Zukunft des Journalismus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/11/28/hansi-voigt-nicht-der-journalismus-hat-ein-problem-sondern-die-verleger/">Hansi Voigt: «Nicht der Journalismus hat ein Problem, sondern die Verleger»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hansi Voigt bewirbt sich als SRF-Direktor</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/05/31/hansi-voigt-bewirbt-sich-als-srf-direktor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 May 2018 07:53:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=57901</guid>

					<description><![CDATA[<p><a href="https://www.mediaforti.ch/wer-wir-sind/" target="_blank" rel="noopener">Er</a> <a href="https://www.zentralplus.ch/de/news/wirtschaft/5543431/Hansi-Voigt-und-Josefa-Haas-neu-bei-zentralplus.htm" target="_blank" rel="noopener">tanzt</a> <a href="https://artikel93.ch/p0" target="_blank" rel="noopener">ja</a> <a href="https://wepublish.ch/de/home" target="_blank" rel="noopener">schon</a> <a href="http://www.kleinreport.ch/news/hansi-voigt-wird-kolumnist-bei-der-woz-88747/" target="_blank" rel="noopener">auf</a> <a href="http://www.persoenlich.com/digital/hansi-voigt-wird-digital-berater" target="_blank" rel="noopener">vielen</a> <a href="https://www.medienmitzukunft.org/vorstand/" target="_blank" rel="noopener">Hochzeiten</a>, der Hansi Voigt. Und nun will er auch noch SRF-Direktor werden. Seine aktuelle Kolumne in der «Wochenzeitung» nutzt er als Bewerbungsschreiben für den Posten. Voigt gibt ganz den Digitalturbo. So schreibt er: «Wenn ich die laufende Mediengesetzgebung richtig verstehe, können wir uns ja online bald richtig austoben.» Konsequenterweise müsste dann das Unternehmen nicht mehr SRF Schweizer Radio und Fernsehen heissen, sondern SMI: «Das steht für Schweizer Medien Idee.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/31/hansi-voigt-bewirbt-sich-als-srf-direktor/">Hansi Voigt bewirbt sich als SRF-Direktor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.mediaforti.ch/wer-wir-sind/" target="_blank" rel="noopener">Er</a> <a href="https://www.zentralplus.ch/de/news/wirtschaft/5543431/Hansi-Voigt-und-Josefa-Haas-neu-bei-zentralplus.htm" target="_blank" rel="noopener">tanzt</a> <a href="https://artikel93.ch/p0" target="_blank" rel="noopener">ja</a> <a href="https://wepublish.ch/de/home" target="_blank" rel="noopener">schon</a> <a href="http://www.kleinreport.ch/news/hansi-voigt-wird-kolumnist-bei-der-woz-88747/" target="_blank" rel="noopener">auf</a> <a href="http://www.persoenlich.com/digital/hansi-voigt-wird-digital-berater" target="_blank" rel="noopener">vielen</a> <a href="https://www.medienmitzukunft.org/vorstand/" target="_blank" rel="noopener">Hochzeiten</a>, der Hansi Voigt. Und nun will er auch noch SRF-Direktor werden. Seine aktuelle Kolumne in der «Wochenzeitung» nutzt er als Bewerbungsschreiben für den Posten. Voigt gibt ganz den Digitalturbo. So schreibt er: «Wenn ich die laufende Mediengesetzgebung richtig verstehe, können wir uns ja online bald richtig austoben.» Konsequenterweise müsste dann das Unternehmen nicht mehr SRF Schweizer Radio und Fernsehen heissen, sondern SMI: «Das steht für Schweizer Medien Idee.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/31/hansi-voigt-bewirbt-sich-als-srf-direktor/">Hansi Voigt bewirbt sich als SRF-Direktor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sie planen schon die nächste Schlacht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/03/sie-planen-schon-die-naechste-schlacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Mar 2018 10:35:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=54361</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn das Volk heute – wie erwartet – gegen No Billag stimmt, wollen drei Medienprofis eine Diskussion über die SRG der Zukunft lancieren.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn das Volk heute – wie erwartet – gegen No Billag stimmt, wollen drei Medienprofis eine Diskussion über die SRG der Zukunft lancieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/03/sie-planen-schon-die-naechste-schlacht/">Sie planen schon die nächste Schlacht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Basis für eine blühende Medienlandschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/02/01/basis-fuer-eine-bluehende-medienlandschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Feb 2018 10:03:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=53084</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach der No-Billag-Initiative wartet die Ausgestaltung eines zukunftsgerichteten Mediensystems. Ein Vorschlag.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der No-Billag-Initiative wartet die Ausgestaltung eines zukunftsgerichteten Mediensystems. Ein Vorschlag.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/02/01/basis-fuer-eine-bluehende-medienlandschaft/">Basis für eine blühende Medienlandschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Verlage haben in zehn Jahren keine Zukunft mehr»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/10/22/verlage-haben-in-zehn-jahren-keine-zukunft-mehr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Journalismus Y]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Oct 2016 07:30:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=28287</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE präsentiert in monatlicher Folge den Podcast «Journalismus Y». Zur Premiere sprachen Angelo Zehr und Luca Ghiselli mit Hansi Voigt. Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer und Chefredaktor von Watson äussert sich zu den fundamentalen Verwerfungen in der Medienwelt, «Project R», das er ideell stark unterstützt und seiner Vergangenheit bei Watson. Wer sich das Gespräch <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/22/verlage-haben-in-zehn-jahren-keine-zukunft-mehr/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE präsentiert in monatlicher Folge den Podcast «Journalismus Y». Zur Premiere sprachen Angelo Zehr und Luca Ghiselli mit Hansi Voigt. Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer und Chefredaktor von Watson äussert sich zu den fundamentalen Verwerfungen in der Medienwelt, «Project R», das er ideell stark unterstützt und seiner Vergangenheit bei Watson.<br />
<span id="more-28287"></span><br />
<iframe width="100%" height="100" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/289363559&amp;color=aaaaaa&amp;auto_play=false&amp;hide_related=true&amp;single_active=true&amp;show_artwork=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=false&amp;show_reposts=false"></iframe></p>
<p>Wer sich das Gespräch in voller Länge anhören möchte, findet hier die ungeschnittene <a href="http://journalismus-y.ch/wp-content/uploads/2016/10/Episode-21-Hansi-Voigt_uncut.mp3">Rohfassung</a>. Nachfolgend die Kernaussagen aus dem Gespräch mit Hansi Voigt:</p>
<p><b>Medienwoche: Hansi, sag, bei Project R – inwiefern bist du da mit von der Partie?</b><br />
Hansi Voigt: Gar nicht. Nur im Geiste. Das ist <a href="https://project-r.construction" target="_blank">Constantin Seibts und Christof Mosers Projekt</a>. Ich geh davon aus, dass ein Crowdfunding stattfinden wird und unglaublich viel Rückenwind und Geld zusammen kommt. Das könnte eine Initialzündung sein für die ganze Branche. Ich habe mit den beiden geredet, aber ich selbst arbeite an etwas anderem.<!--more--></p>
<p><b>Aha?</b><br />
Aber ich verstehe die beiden gut. Was will man in einem Konzern, der sechs Millionen an den CEO und 27 Millionen an die Familie bezahlt und gleichzeitig die Redaktionskosten um zwölf Prozent kürzt. Da fragt man sich: Bin ich noch in einem zukunftsgerichteten Bereich unterwegs, oder geht hier bald das Licht aus?</p>
<p><b>Du schreibst in deiner Twitter-Bio «Im Herzen immer noch bei Watson» – vermisst du es?</b><br />
Natürlich, ich vermisse die Leute sehr. Aber man muss verstehen, zuvor war ich bei 20 Minuten online. Wir waren ökonomisch sehr erfolgreich, doch dann sagte man mir irgendwann, unser Portal sei «zu hoch und zu anspruchsvoll positioniert». Der Tages-Anzeiger könne seine Paywall nicht durchsetzen. Aber ich kann doch nicht meinen Leuten sagen: «Schreibt dümmeres Zeug». Daraufhin gründete ich Watson.</p>
<p><b>Wieso wolltest du dort eigentlich unbedingt Geschäftsführer und Chefredaktor in Personalunion sein?</b><br />
Ach, da gibt es viele Gründe. Ein grosses Problem im Medienbereich ist letztendlich die Trägheit im ökonomischen Denken vieler Journalistenkollegen. Etwas überspitzt formuliert: «Lasst mich in Frieden, ich schreib hier einen Artikel und möchte nicht gestört werden.» Journalisten haben unglaublich lange am Publikum vorbei geschrieben und plötzlich konnte man das messen. Ich sage nicht, man muss nur billigen Trash schreiben, der ankommt, aber das Problem ist: Wenn der Wandel ansteht muss die Bereitschaft von Innen kommen. Es sind nie die Buchhalter oder Manager, die die nötige Innovation und Kreativität besitzen. Es sind die Inhaltsleute – die Journalisten oder die Ingenieure. Ein Beispiel: Wir haben uns bei Watson auf <a href="http://journalismus-y.ch/2016/01/29/native-advertising/" target="_blank">Native Advertisement</a> eingelassen und ich glaube, wir haben ein gutes System dafür gefunden. Aber es ist ein wahnsinnig schmaler Grat zwischen Glaubwürdigkeit und völligem Absturz. Und ich bin überzeugt, dass nur die Inhaltsleute diesen Balanceakt beherrschen. Manager haben einen zu grossen Druck aus den Sales-Abteilung und das endet dann in irgendwelchen Publireportagen, die niemand liest.</p>
<p><b>Wieso wollte sich Watson immer aus Werbung allein finanzieren?</b><br />
Ich wäre der Idee gar nicht so abgeneigt gewesen, dass User einzelne Inhalte bezahlen können. Du kannst aber kein Fundraising betreiben, wenn du gleichzeitig zu 90 Prozent einem Multimillionär gehörst. Und die Werbung bringt eben schon Geld – Watson erreicht demnächst den Break-Even.</p>
<p><b>Was ist eigentlich die Währung, wenn’s um Online-Werbung geht?</b><br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tausend-Kontakt-Preis" target="_blank">TKP</a>. 1000 Klicks sind 40.- Fr. Und das ist eine doofe Währung! Denn ein Klick auf ein Slide in einer Diashow hat in dieser Logik gleich viel Wert wie ein Artikel von Philipp Löpfe, der zwei Tage lang ein Buch gelesen und einen Tag lang darüber geschrieben hat. Man wird total für Trash belohnt. Wir haben uns darauf aber eingelassen. Mit dem Ziel, durch den Trash die Löpfes zu quersubventionieren. Ich glaube die nächste grosse Geschichte wird die «Apple Pay» Geschichte sein, also Micropayments. Konkret: Für jeden Inhalt, den ich auf dem Smartphone sehe, kann ich ganz einfach ein paar Rappen oder einen Franken bezahlen. Freiwillig, ohne Aufwand. Wir haben da eh unsere Kreditkarte hinterlegt und wenn’s mit einer einzigen Tippbewegung geht, ist es auch einfach und schnell genug, um zu funktionieren.</p>
<p><b>Das funktioniert vielleicht für Constantin Seibt, aber was ist mit einem Pro-Contra-Artikel zum neuen St.Galler Marktplatz?</b><br />
Das ist ein Problem, einverstanden. Meinungsstücke werden bevorzugt. Aber das andere ist: Die Produktionskosten sind heute so tief wie noch nie. Ich glaube auch, dass es neue Werkzeuge braucht. Zum Beispiel Labels, zu denen sich Journalisten zusammenschliessen können. Man nimmt zum Beispiel 20 Journalisten und bezahlt ihnen 100’000. Fr. im Jahr. Das Startkapital kommt von einer Stiftung oder so. Alles was man über das Micropayment-System einnimmt, wird gleichmässig an alle verteilt.</p>
<p><b>Diese Revolution von den Kleinen, von Unten – was passiert da mit den Verlagshäusern, wenn die guten Leute gehen?</b><br />
Verlage haben in 10 Jahren keine Zukunft mehr. Wie Taxi-Zentralen, weil Uber sie ablösen wird. Gut, ich möchte das nicht so pauschal für alle sagen. Aber da war dieser Politico-Artikel, der über eine Studie schreibt, die besagt, man hätte vielleicht nicht Print-Content gratis ins Internet stellen sollen. Es war vom ersten Tag an ein gigantischer Fehler! Ich hätte mir nie meine Print-Marken-Exklusivität verbaut, indem ich den Scheiss gratis wegschmeisse. Das Problem ist, dass Online-Marken nicht gleich funktionieren wie Print-Marken. Das ist ein komplett anderes Geschäft.</p>
<p><b>Aber du warst doch bei 20 Minuten, dem Inbegriff der Gratiskultur und dann bei Watson – ebenfalls gratis.</b><br />
Ja, aber ich habe nie bezahlten Inhalt gratis zur Verfügung gestellt. 20 Minuten online hatte bis 2013 nichts mit Print zu tun. Wir haben uns komplett selbst finanziert. Wenn du einfach Print-Geschichten online stellst – wie der Tagesanzeiger – dann vermurkst du dir das eigene Zukunftsgeschäft, weil die Exklusivität flöten geht. Etwas idiotischeres gibt es nicht. Und heute kommt: «Vielleicht haben wir einen Fehler gemacht.» So Sachen machen mich sprachlos. Keiner hat es geschafft, zu abstrahieren und zu sagen: «Wir bauen eine neue Marke auf. Online gibt’s andere Regeln. Wir brauchen die Freiheit einer neuen Marke.»</p>
<p><b>Wie war das eigentlich mit deinem eigenen Projekt. Das klang schon recht konkret. Um was geht es da?</b><br />
Ich möchte gerne den Inhaltsleuten die Tools zur Verfügung stellen, die es ihnen ermöglichen, zu einer Marke zu werden, zu publizieren und damit auch ganz direkt Geld zu verdienen. Labels können die Leute dann selber gründen. Vielleicht würde ich auch eines gründen, um zu zeigen: «Schaut, so funktioniert’s.»</p>
<p><b>Und da geht man dann hin? Von sich aus? Oder braucht man dafür dann die sozialen Medien?</b><br />
Ja schon, aber was halt schwierig ist bei Facebook: Man versucht da ein geschlossenes System, ein Silo, zu errichten, woraus es kein Entkommen gibt. Facebook und Co. versuchen den Link zu killen, den Urgedanken des Internets. Es werden immer weniger Seiten direkt angesteuert. Man sollte den Link wiederbeleben. Zum Beispiel in einer Zusammenstellung: «Das wird heute diskutiert und das sind die drei Leute, die darüber etwas geschrieben haben.» Es wird wichtig sein, soziale Medien zu nutzen.</p>
<p><small>Das Gespräch wurde am 20. Oktober im Zentrum Karl der Grosse in Zürich aufgezeichnet.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/22/verlage-haben-in-zehn-jahren-keine-zukunft-mehr/">«Verlage haben in zehn Jahren keine Zukunft mehr»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="http://journalismus-y.ch/wp-content/uploads/2016/10/Episode-21-Hansi-Voigt_uncut.mp3" length="0" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Watson und der fröhliche Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/12/18/watson-und-der-froehliche-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Dec 2015 13:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=8305</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unter den Schweizer Angeboten für Online-News ist Watson ein Exot. Einige sagten der Website einen schnellen Tod voraus – eine Bilanz zwei Jahre nach dem Start.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter den Schweizer Angeboten für Online-News ist Watson ein Exot. Einige sagten der Website einen schnellen Tod voraus – eine Bilanz zwei Jahre nach dem Start.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/12/18/watson-und-der-froehliche-journalismus/">Watson und der fröhliche Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hansi Voigt, Chefredaktor: «Ich bin kein Sektenführer!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/10/05/hansi-voigt-chefredaktor-ich-bin-kein-sektenfuehrer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2015 12:16:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=7025</guid>

					<description><![CDATA[<p>Beleidigungen, Hetze, Shitstorms: Das Internet hat eine neue Art der Leserschaft hervorgebracht. Mittendrin: Hansi Voigt. Wer ist dieser Mann, der es wie kein anderer Schweizer Medienmacher versteht, sein Team zu einem verschworenen Haufen zu formen?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/05/hansi-voigt-chefredaktor-ich-bin-kein-sektenfuehrer/">Hansi Voigt, Chefredaktor: «Ich bin kein Sektenführer!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beleidigungen, Hetze, Shitstorms: Das Internet hat eine neue Art der Leserschaft hervorgebracht. Mittendrin: Hansi Voigt. Wer ist dieser Mann, der es wie kein anderer Schweizer Medienmacher versteht, sein Team zu einem verschworenen Haufen zu formen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/05/hansi-voigt-chefredaktor-ich-bin-kein-sektenfuehrer/">Hansi Voigt, Chefredaktor: «Ich bin kein Sektenführer!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#Lügenpresse: «Sagen Sie einfach die Wahrheit!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/18/luegenpresse-sagen-sie-einfach-die-wahrheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2015 12:39:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4624</guid>

					<description><![CDATA[<p>Journalismus in Zeiten des digitalen Wandels – watson-Chefredaktor Hansi Voigt hielt an der Diplomfeier der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern die Festrede. Weil das Thema aber uns alle angeht und aktuell sehr hitzig diskutiert wird, machen wir die Rede öffentlich. Und sind gespannt auf die Leser-Kommentare.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/18/luegenpresse-sagen-sie-einfach-die-wahrheit/">#Lügenpresse: «Sagen Sie einfach die Wahrheit!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Journalismus in Zeiten des digitalen Wandels – watson-Chefredaktor Hansi Voigt hielt an der Diplomfeier der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern die Festrede. Weil das Thema aber uns alle angeht und aktuell sehr hitzig diskutiert wird, machen wir die Rede öffentlich. Und sind gespannt auf die Leser-Kommentare.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/18/luegenpresse-sagen-sie-einfach-die-wahrheit/">#Lügenpresse: «Sagen Sie einfach die Wahrheit!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zur Medienethik der Lügenpresse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/28/zur-medienethik-der-luegenpresse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2015 19:31:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<category><![CDATA[Lügenpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4274</guid>

					<description><![CDATA[<p>«Ein paar Gedanken von einem, dem vorgeworfen wird, sich keine Gedanken mehr zu machen»: Hansi Voigt, Chefredaktor watson, zur Medienkritik rund um den Germanwings-Absturz.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/28/zur-medienethik-der-luegenpresse/">Zur Medienethik der Lügenpresse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>«Ein paar Gedanken von einem, dem vorgeworfen wird, sich keine Gedanken mehr zu machen»: Hansi Voigt, Chefredaktor watson, zur Medienkritik rund um den Germanwings-Absturz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/28/zur-medienethik-der-luegenpresse/">Zur Medienethik der Lügenpresse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Mir wird nicht einfach Geld nachgeworfen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/09/mir-wird-nicht-einfach-geld-nachgeworfen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/02/09/mir-wird-nicht-einfach-geld-nachgeworfen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2015 10:46:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=23304</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit einem Jahr versucht Watson seinen Platz zu finden als neues Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Web. Von der Konkurrenz beargwöhnt, gibt sich der ambitionierte Newcomer selbstbewusst. Im Interview zieht Watson-Chefredaktor Hansi Voigt eine erste Jahresbilanz und blickt auf eine ungewisse Zukunft. MEDIENWOCHE: Was hat Watson nach einem Jahr erreicht? Hansi Voigt: Wir haben sehr viel <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/09/mir-wird-nicht-einfach-geld-nachgeworfen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einem Jahr versucht Watson seinen Platz zu finden als neues Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Web. Von der Konkurrenz beargwöhnt, gibt sich der ambitionierte Newcomer selbstbewusst. Im Interview zieht Watson-Chefredaktor Hansi Voigt eine erste Jahresbilanz und blickt auf eine ungewisse Zukunft.<br />
<span id="more-23304"></span><br />
<strong>MEDIENWOCHE: Was hat Watson nach einem Jahr erreicht?</strong><br />
Hansi Voigt: Wir haben sehr viel experimentiert und uns bewusst viele Freiheiten genommen, um zu sehen, was funktioniert und was nicht. Als Newsportal wollen wir natürlich Informationen bieten, aber immer auch mit einer verspielten Kreativität. Innerhalb der Bahnen, die wir einmal definiert haben, müssen wir nun dauernd lenken und korrigieren. Wenn sich die Redaktion selbst findet, bin ich überzeugt, dass man das auch dem Produkt ansieht. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden. Wir sind nach einem Jahr weiter, als ich gedacht hätte.</p>
<p><strong>Was ist die publizistische Klammer, die Watson zusammenhält?</strong><br />
Seit der Werbekampagne im Oktober haben wir den Slogan «News unfucked» verinnerlicht.</p>
<p><strong>Was heisst das?</strong><br />
Das Wort gibt es eigentlich gar nicht. Als wir «News unfucked» im Verwaltungsrat als neuen Werbeslogan präsentierten, reagierten alle im ersten Moment erschrocken, lachten dann aber sofort laut raus. Das ist eine gute, und vor allem: die richtige Reaktion. «Unfucked» heisst zum Beispiel, dass sich Seriosität nicht auf Langeweile reimen muss. Auch ein seriöser Bericht soll unterhalten. Das ist ein hoher Anspruch, dem wir heute noch nicht immer gerecht werden und der nicht absolut gelten soll. Aber es ist eine Leitlinie.</p>
<p><strong>Kannst du an einem Beispiel zeigen, was ihr unter «News unfucked» versteht?</strong><br />
Aktuell unsere Berichterstattung rund um die Turbulenzen auf dem Währungsmarkt. Wir machten das so: Zuerst kommt die Nachricht, dann haben wir den Ticker hochgefahren und nach einer Viertelstunde folgte bereits eine erste Einordnung von Philipp Löpfe. Danach folgt ein grafisches Frage-Antwort-Stück und als Drittes befragt Patrick Toggweiler, eine absoluter Wirtschaftsmuffel aus dem Ressort «Lustig», Philipp Löpfe als Erklärbär und «Professor Weissbescheid».</p>
<p><strong>Und dabei habt ihr immer eine tätowierte, 25-jährige Frau vor Augen, die du einst als prototypische Watson-Nutzerin definiert hast?</strong><br />
Wir haben die mobile Online-Nutzung im Fokus. Wer macht das? Es sind vor allem jüngere Leute. Es muss nicht eine Frau sein, denn wir sprechen natürlich auch Männer an. Dass ich eine Frau als prototypische Watson-Userin nannte, hat in erster Linie damit zu tun, dass wir zu viele Männer auf der Redaktion sind. Denkt auch an die Frauen, lautet die Botschaft. Es ist wirklich wichtig, dass man der Redaktion immer wieder klar macht, wer das Publikum ist. Die grösste Seuche in den allermeisten Publikationen ist die Orientierung der Journalisten an den Journalisten-Kollegen.</p>
<p><strong>Habt ihr das anvisierte Zielpublikum erreicht?</strong><br />
Es ist erstaunlich, wie genau das gelang.  Wenn man unsere Nutzungszahlen anschaut und sieht, dass wir tatsächlich diejenigen Leute erreichen, die wir auch wollen. Das heisst: jung, um die 25, eher urban und mit mobiler Internetnutzung. Aber es gibt natürlich auch ältere, die Watson super finden. Eine Affinität zu digitalen Medien setzen wir aber schon voraus.</p>
<p><strong>Viele Nutzer finden via Facebook und Social Media zu Watson. Wie bringt ihr die dazu, regelmässig und direkt auf eure Seite oder App zu kommen, was ja erst kommerziell attraktiv ist?</strong><br />
In der Lancierungsphase, in der wir uns noch immer befinden, ist Facebook wahnsinnig wichtig, um sich zu präsentieren. Hier begegnen viele Leute das erste Mal Watson. Wenn sie regelmässig auf uns stossen und immer wieder aufgefordert werden, die App herunterzuladen, machen sie das dann auch. Die direkten Zugriffe auf unsere Website steigen laufend.</p>
<p><strong>Watson präsentiert sich als Gemischtwarenladen mit einer grossen, aber wenig geordneten Auslage. Welchen Sinn hat das Durcheinander?</strong><br />
Es ist wahnsinnig schwierig, das Durcheinander, das die Welt verursacht in Real Time zu ordnen. Und als nächstes stellt sich die Frage, wie man Relevanz definiert. Wir versuchen, das politische Tagesgeschehen abzudecken und präsentieren das zuoberst auf der Seite. Aber viele Menschen können mit Ereignissen, auf die sie sowieso keinen Einfluss nehmen können, nichts anfangen. Viele interessieren sich eher für Sport, wenn sie einen Lieblingsverien haben oder für Katzenbilder, wenn sie eine Katze haben. Beide Themen sind total irrelevant, wie es aber die grosse Mehrzahl von Blaulicht-Meldungen auch sind.</p>
<p><strong>Katzenbilder als Journalismus?</strong><br />
Ich finde es inzwischen viel weniger verwerflich, lustige Bilder zu zeigen, als immer noch mehr Unfälle und Verbrechen, mit denen man in Zeitungen die Spalten füllt. Man zeichnet insgesamt ein total pessimistisches Bild der Welt, das mit der Realität wenig zu tun hat. Ich bin sicher, dass sich viele Menschen auch deshalb von den klassischen Medien wegbewegt haben. Das Erlebnis in den sozialen Medien ist schlichtweg positiver und Informationen gibt es dort auch. Zum Glück hat dieser Kanal noch nicht die gleiche Glaubwürdigkeit. Aber die Betonung liegt auf noch.</p>
<p><strong>Dass man relevante Information auch unterhaltsam aufmachen kann, hast du mit deiner Reaktion auf die «Blick»-Kampagne nach einem Übergriff eines Eritreers auf eine Frau in Aarau gezeigt.</strong><br />
Eigenlob stinkt zwar, aber das war tatsächlich ein gelungenes Beispiel, wie man ein ernstes Thema vermittelbar macht. Früher hätte ich einfach ein Editorial runtergetippt. Das wäre dann vielleicht fünfzig mal geliked worden auf Facebook. Bei Watson habe ich nun aber eine Boulevard-Kampagne imitiert und Schlagzeilen getextet, die dem «Blick» den Spiegel vorhalten. Der Beitrag wurde 6 oder 7000 Mal geteilt, mindestens 100’000 Leute haben ihn gesehen. In den Kommentarspalten entstand dann eine total ernsthafte Debatte zur Frage, was Medien dürfen, ob Watson nun besser sei als der «Blick» oder einfach scheinheilig etc. Alles aber sehr interessiert und differenziert.</p>
<p><strong>Bei Watson fällt auf, dass es zwar weniger Online-Kommentare gibt als anderswo, dafür ist die Qualität der Wortmeldungen höher. Wieso?</strong><br />
Es geht immer um die Tonalität und die Präsenz. Wir wollen grundsätzlich dem Leser auf Augenhöhe begegnen. Die Leute sollen sich willkommen fühlen im Watson-Club. Darum ist auch klar, dass die Redaktorinnen und Redaktoren mit dem Publikum diskutieren und auf die Kommentare reagieren sollen. Wir haben mal einen Artikel mit einem Test gebracht zur Frage: Sind Sie antisemitisch? In den meisten Kommentarspalten anderer Medien würde das umgehend rassistische Reaktionen auslösen. Bei uns hat der Autor direkt auf jeden Kommentar reagiert und moderiert. So ist es möglich, heikle Themen zu bringen. Ich vergleiche die Kommentarspalte gerne mit einem Vororts-Bahnhof in der Nacht. Dort wo Licht brennt und der Bahnhofsvorstand noch wohnt, haben sie kaum Vandalismus, dort wo kein Mensch weit und breit ist, werden alle zwei Wochen die Kloschüsseln zerschmettert. Es ist eine Frage der Präsenz.</p>
<p><strong>Bei der Werbung beschreitet Watson einen schmalen Grat mit Native Advertising, Reklame im redaktionellen Kleid. Was sind die Vorgaben, damit ihr die Glaubwürdigkeit nicht verliert?</strong><br />
Eine billige Publireportage interessiert niemanden und kann auch nicht im Sinne des Werbekunden sein. Mit Native Advertising sollen Werbekunden journalistische Inhalte ermöglichen können. Hier geht es nicht um das Produkt des Kunden oder um den Charme des CEOs. Es geht um Themen, die dem Kunden wichtig sind und die ein Publikum finden. Das ist in der Tat ein schmaler Grat. Denn die Leser dürfen nicht hinters Licht geführt werden. Die Journalisten schlagen Artikel vor, die sie interessant finden. Welcher Kunde sich dazu präsentieren will, wissen sie im Voraus gar nicht. Zu nah an einem Produkt dran, wird’s cheesy und unglaubwürdig. Darum ist bei uns die Chefredaktion dafür zuständig. Wir haben bisher hervorragende Erfahrungen gemacht damit und auch die Leser haben es gut angenommen.</p>
<p><strong>Welchen Anteil macht Native Advertising an der Werbung auf Watson aus?</strong><br />
Ich würde mal schätzen, dass wir damit bei gut 20 Prozent liegen. Aber da gibt es schon noch ein grösseres Potenzial. Viele Unternehmen lernen diese Werbeformen erst kennen.</p>
<p><strong>Wie hat sich Watson sonst kommerziell entwickelt?</strong><br />
Ich war ziemlich überrascht, wie stark die Unterstützung vom klassischen Werbemarkt war. Vielleicht hätten wir da von Anfang an etwas stärker forcieren können auch als wir noch kaum Traffic ausweisen konnten. Die Kunden sind sehr offen, neue Sachen auszuprobieren, gerade im Verbund mit Native Advertising.</p>
<p><strong>Für die nächsten zwei bis drei Jahre ist die Finanzierung von Watson gesichert dank der Investition von Peter Wanner…</strong><br />
…sicher ist überhaupt nichts! Der Investor hat jederzeit das Recht zu sagen, er glaube nicht an uns. Wenn er sieht, dass Watson von A bis Z nicht funktioniert, dann hört er auf. Aber die Zeichen stehen zum Glück gut. Letztlich ist Watson eine Investition in die Zukunft, von dem der Investor glaubt, dass irgendwann mal etwas zurückkommt. Darum macht er das.</p>
<p><strong>Ihr verbrennt aber immer noch ziemlich viel Geld zur Zeit. Stimmen die Zahlen von rund 800’000 Franken pro Monat, die jüngst herumgeboten wurden?</strong><br />
Nein, die stimmen nicht. Sie sind viel zu hoch und berücksichtigen nicht, dass wir inzwischen laufend steigende Einnahmen generieren. Die Schere schliesst sich zunehmend und 2017 sollten wir gleich viel Geld einnehmen wie wir ausgeben. Das ist und bleibt der Plan. Man sollte nicht auf Zahlen hören, die das Konkurrenz-Unternehmen auf tagesanzeiger.ch verbreiten liess, ohne dass ich oder der Investor Stellung nehmen konnten oder befragt wurden. Auch die Mär von der Investorensuche ist Quatsch. Ich freue mich aber eigentlich über solche Manöver. Wenn die Konkurrenz denken würde, dass sich Watson von alleine erledigt, würde man nicht zu diesen Methoden greifen. Ich nehme das als Anerkennung.</p>
<p><strong>Obwohl Watson als Start-up funktioniert, profitiert ihr von den Leistungen der AZ Medien. Da gibt es sicher auch Neider, die nicht verstehen, warum sie in Aarau sparen müssen, während ihr in Zürich Millionen kriegt.</strong><br />
Ich spüre das nicht direkt, im Gegenteil. Gerade von der AZ ist die Unterstützung für Watson riesig. Aber ich kann sehr gut verstehen, wenn es einen gewissen Neid gibt. Die Zeiten sind nicht einfach. Im Zeitungsgeschäft gehen die Einnahmen zurück, also reduziert man auch die Kosten. Bestimmt haben einige das Gefühl, alle müssen sparen, ausser die Internet-Hipster von Watson. Wichtig ist zu verstehen, dass Watson ein Investitionsprojekt ist. Ausserdem sind die AZ Medien nicht unser Mehrheitsaktionär, sondern die BT Holding von Peter Wanner. Und wichtig ist auch zu verstehen, dass wir hier bei Watson mit einer äusserst schlanken Kostenstruktur operieren.</p>
<p><strong>Spürst du wirtschaftlichen Druck?</strong><br />
Selbstverständlich. Bei uns gilt «make or break». Nicht mehr und nicht weniger. Ich hab die Chancen auf Erfolg bei Watson am Anfang mal mit 50/50 beschrieben. Inzwischen bin ich noch optimistischer, aber sicher ist gar nichts. Und das wissen bei uns auch alle Mitarbeiter. Von Grabesstimmung kann aber deshalb keine Rede sein – im Gegenteil.</p>
<p><strong>Hast du schon Stellen gestrichen?</strong><br />
Wir müssen uns immer an die Budgetvorgaben halten. Wenn wir weniger Einnahmen erzielen, muss ich auch die Kosten senken. Da gelten die genau gleichen Regeln, wie überall in der Branche. Mir wird nicht einfach Geld nachgeworfen und ich muss das, was ich habe, überall so effizient einsetzen wie es geht. Wenn ich einen Bereich sehe, wo das nicht der Fall ist, muss ich handeln. Aber unter dem Strich sind wir gleich viele Mitarbeiter, wie am Anfang.</p>
<p><strong>Wie unterscheidet sich der wirtschaftliche Druck, den du heute bei Watson spürst von demjenigen früher bei 20min.ch?</strong><br />
Bei 20min.ch war ich Teil eines grossen Konzerns. Unsere Existenz stand nie in Frage. Dafür konnten oft Chancen, die sich boten, nicht genutzt werden. Wir hatten nie das Mass an Handlungsfreiheit und kreativem Spielraum, wie wir es jetzt erleben und was ich als absolut notwendig erachte, um in dieser digitalen Revolution nicht nur zu überleben sondern auch zu profitieren.</p>
<p><strong>Ist es weiterhin dein Ziel, mit Watson nach vier Jahren unter den Top 3 der schweizerischen Online-Nachrichtenplattformen zu figurieren?</strong><br />
Ja.</p>
<p><strong>Wenn man aber die Zahlen von Net-Metrix anschaut, dann sieht es bereits heute nach einer Stagnation aus.</strong><br />
Aber nur wenn man die Zahlen anschaut, die man bewusst gegen Watson verwenden kann. Bei den Page Impressions haben wir ein Jahr nach dem Start nzz.ch quasi eingeholt, bei den Visits sind wir im letzten Monat um 50 Prozent gewachsen und die Zahl der Unique Clients, die täglich auf uns zugreift wächst kontinuierlich. Man sollte sich nicht von einem Wert wie den Unique Clients pro Monat ins Bockshorn jagen lassen. Hier genügt eine erfolgreiche Geschichte auf Facebook, und das gesamt Bild wird verfälscht. Aber auch hier werden wir im Januar glänzende Zahlen ausweisen.</p>
<p><strong>Hat Watson nach einem Jahr Spuren hinterlassen im Online-Journalismus?</strong><br />
Ich beobachte schon das eine oder andere, das man vielleicht bei uns gesehen hat, aber auch andere reine Online-Medienprodukte wie Storyfilter oder das Likemag hinterlassen Spuren. Und auch der Blick am Abend bringt Online-Formate, die sich nicht auf Papier drucken lassen. Die Ansparche und den kreativen Umgang bei der Titelsetzung könnte man bei uns gesehen haben. Wir würden wahrscheinlich noch viel mehr imitiert, wenn es das CMS der anderen Medien zulassen würden. Wir können unheimlich schnell neue Formen des Storytelling präsentieren. Hier haben wir schon eine Stärke.</p>
<p><strong>Nun wollt ihr euer CMS anderen Medienunternehmen anbieten. Damit gebt ihr euren grössten Trumpf aus der Hand.</strong><br />
Es kommt natürlich drauf an, wem man das CMS verkauft, was man verkauft oder nur lizensiert – und vor allem wem nicht.</p>
<p><strong>Warum passt die NZZ als Käufer?</strong><br />
Ich sehe die NZZ nicht als unsere grösste Konkurrenz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/09/mir-wird-nicht-einfach-geld-nachgeworfen/">«Mir wird nicht einfach Geld nachgeworfen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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