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	<title>Infosperber | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«Weltwoche» und «Infosperber»: Wichtige Gegenstimmen oder Putins nützliche Idioten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marko Ković]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 16:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die «Weltwoche» von SVP-Nationalrat Roger Köppel und die eher links positionierte Online-Plattform «Infosperber» werben in der Ukraine-Krise um Verständnis für die russische Position. Eine andere Sicht ist grundsätzlich wichtig und wertvoll für eine pluralistische Debatte. Doch mit ihrer Berichterstattung reproduzieren «Weltwoche» und «Infosperber» Putins Propaganda und legitimieren so seinen Krieg gegen die Ukraine. Am 24. <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/24/weltwoche-und-infosperber-wichtige-gegenstimmen-oder-putins-nuetzliche-idioten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die «Weltwoche» von SVP-Nationalrat Roger Köppel und die eher links positionierte Online-Plattform «Infosperber» werben in der Ukraine-Krise um Verständnis für die russische Position. Eine andere Sicht ist grundsätzlich wichtig und wertvoll für eine pluralistische Debatte. Doch mit ihrer Berichterstattung reproduzieren «Weltwoche» und «Infosperber» Putins Propaganda und legitimieren so seinen Krieg gegen die Ukraine.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" class="alignnone size-medium wp-image-95102" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Koeppel-20220224.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Am 24. Februar 2022, dem Tag, an dem Russland einen Offensivkrieg in der Ukraine beginnt, <a href="https://weltwoche.ch/story/kleine-psychologie-der-putin-kritik/" rel="noopener" target="_blank">schreibt Roger Köppel</a> in der «Weltwoche»: «Sie [Journalisten und Intellektuelle] hassen den russischen Präsidenten von Herzen, weil er für all das steht, was sie ablehnen, verteufeln und was deshalb nicht sein darf: Tradition, Familie, Patriotismus, Krieg, Religion, Männlichkeit, Militär, Machtpolitik und nationale Interessen.» Seinen Artikel schliesst Köppel ab mit: «Vielleicht, hoffentlich ist Putin der Schock, den der Westen braucht, um wieder zur Vernunft zu kommen.»<br />
</p>
<p>In seinem Leitartikel der aktuellen Ausgabe der «Weltwoche» schreibt der der deutsche Publizist <a href="https://weltwoche.ch/story/hilf-dir-selbst-dann-hilft-dir-gott/" rel="noopener" target="_blank">Thomas Fasbender</a>, dass der Westen und die USA ihre Macht gegenüber Russland projizierten und die Ukraine in ihr «politisches Lager zwingen». Sein Fazit: «Russland hat überhaupt keine Wahl, als sich dem zu widersetzen.» Fasbender moderiert unter anderem beim russischen Staatssender «RT DE» eine Talk-Sendung, in der Roger Köppel auch schon <a href="https://de.rt.com/programme/fasbender/119810-fasbender-im-gesprach-mit-roger/" rel="noopener" target="_blank">zu Gast war</a>.</p>
<blockquote><p>In der übrigen schweizerischen Medienlandschaft fallen die Reaktionen einhellig kritisch gegenüber Russland aus.</p></blockquote>
<p>Und ebenfalls in der aktuellen «Weltwoche» erklärt der redaktionelle Mitarbeiter <a href="https://weltwoche.ch/daily/warum-putin-im-donbass-einmarschieren-musste-nur-nicht-so-wie-sich-das-der-westen-gewuenscht-hatte/" rel="noopener" target="_blank">Wolfgang Koydl</a>, warum Putin im Donbass «einmarschieren musste»: Putin folge nur dem «Drehbuch», das der Westen vor zwanzig Jahren im Kosovo geschrieben habe.</p>
<p>Mit seinem Verständnis für das Handeln Putins wird das Magazin von SVP-Nationalrat Roger Köppel seinem Motto «Die Weltwoche – das ist die andere Sicht!» gerecht. In der übrigen schweizerischen Medienlandschaft fallen die Reaktionen einhellig kritisch gegenüber Russland aus. Der russische Präsident Wladimir Putin verstosse durch seine unilaterale militärische Eskalation gegen die Ukraine, die nun in einer neuen Invasion Gipfelte, klar gegen das Völkerrecht – was auch den Fakten entspricht.</p>

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<p>Ein ähnliches Motto wie die «Weltwoche» hat auch das politisch eher links positionierte Online-Magazin «Infosperber»: «Sieht, was andere übersehen.» In den Wochen vor der Invasion haben gemäss «Infosperber» andere offenbar übersehen, dass in Tat und Wahrheit der Westen am Konflikt schuld sei. So schreibt der Publizist <a href="https://www.infosperber.ch/gesellschaft/ukraine-zankapfel-wird-orwells-prognose-in-1984-realitaet/" rel="noopener" target="_blank">Kai Ehlers</a> Ende Januar, dass der Ukraine-Konflikt vom Westen aufgebauscht werde, um Russland dadurch wirtschaftlich in die Knie zu zwingen: «Sehr wohl aber geht es um den Versuch, Russland, wie seinerzeit die Sowjetunion, in einen Rüstungswettlauf zu zwingen, um es auf diese Weise ökonomisch niederzuringen.» </p>
<blockquote><p>Sind «Weltwoche» und «Infosperber» also die wichtigen journalistischen Gegenstimmen, die uns davor bewahren, im Sog des journalistischen «Mainstreams» unterzugehen?</p></blockquote>
<p>Christian Müller, Mitglied der Redaktionsleitung beim «Infosperber», suggerierte im Januar, dass die Ukraine-Krise eine Art Ablenkungsmanöver der Nato sei, bei der Russland das Opfer sei: «Zur neuen Selbstlegitimierung der Nato wurde eine neue Bedrohung aus dem Boden gezaubert – im vorliegenden Fall die Bedrohung der Ukraine durch Russland. Das Hochspielen der Truppenbewegungen auf russischer Seite [&#8230;] war die willkommene Lösung. Wer redet heute noch von Afghanistan? Ziel erreicht!»</p>
<p>«Die andere Sicht» und «Sieht, was andere übersehen»: In unübersichtlichen Krisensituationen, in denen sich die Ereignisse überschlagen, sind Gegenstimmen, die die dominierende mediale Auslegung der Situation kritisch hinterfragen, sehr wichtig. Der Wert dieses journalistischen «Advocatus-Diaboli»-Prinzips ist spätestens seit der US-amerikanischen Invasion des Iraks im Jahr 2003 offenkundig: Im Vorfeld der Invasion verbreiteten einige grosse Medienhäuser die <a href="https://www.vox.com/2016/7/9/12123022/george-w-bush-lies-iraq-war" rel="noopener" target="_blank">Desinformation der Bush-Regierung</a> zu <a href="https://www.rollingstone.com/politics/politics-features/iraq-war-media-fail-matt-taibbi-812230/" rel="noopener" target="_blank">wenig kritisch</a>, was in mehr öffentlicher Zustimmung für den Krieg mündete. Wir brauchen Journalismus, der sich traut, dominante Narrative der Mächtigen zu durchbrechen.</p>
<blockquote><p>Russland als Opfer westlicher Aggression in Schutz zu nehmen, ist schlicht nicht kompatibel mit der Realität der imperialistischen Politik Russlands.</p></blockquote>
<p>Sind «Weltwoche» und «Infosperber» also die wichtigen journalistischen Gegenstimmen, die uns davor bewahren, im Sog des journalistischen «Mainstreams» unterzugehen und dabei die wahren Tatsachen aus den Augen zu verlieren? Im Fall von Putins Krieg gegen die Ukraine eindeutig nicht. Denn beim Aufzeigen der «anderen Sicht» geht es eben auch um konkrete inhaltliche Argumente und nicht um das blosse Vertreten der gegenteiligen Meinung um der gegenteiligen Meinung willen. Und im aktuellen Fall neigen «Weltwoche» und «Infosperber» eher zu Letzterem.<br />
Die Texte von Köppel, Fasbender, Koydl, Ehlers und Müller erwecken den Eindruck, das tatsächliche Opfer in der Ukraine-Krise seien Putin und Russland. Zwei wesentliche Argumente werden zu diesem Zweck ins Feld geführt. Zum einen, dass doch auch der «Westen», also die USA, die Europäische Union und die Nato, in der Vergangenheit unlautere Politik betrieben hätten. Zum anderen, dass die russische Aggression in der Ukraine nur eine nachvollziehbare Reaktion Russlands auf anhaltenden westlichen Druck gegen Russland sei, insbesondere auf die Nato-Osterweiterung.</p>
<p>Das erste Argument mag inhaltlich stimmen – wir erinnern uns an die katastrophale Irak-Invasion von 2003 –, aber als Rechtfertigung für die russische Invasion der Ukraine macht das Argument keinen Sinn. Wenn gewisse Länder und Organisationen in der Vergangenheit völkerrechtswidrig gehandelt haben, berechtigt das ein anderes Land natürlich in keiner Weise, selber auch völkerrechtswidrige Kriegshandlungen zu begehen.</p>
<p>Das zweite Argument ist im Wesentlichen ungefilterte <a href="https://www.politico.eu/article/moscow-russians-watch-show-western-aggression/" rel="noopener" target="_blank">Propaganda des Kremls</a>. Mit dem fadenscheinigen Verweis auf westlichen Druck <a href="https://theconversation.com/putins-antagonism-toward-ukraine-was-never-just-about-nato-its-about-creating-a-new-russian-empire-177687" rel="noopener" target="_blank">rechtfertigte Russland</a> bereits 2014 die Annexion der Halbinsel Krim und die erste Invasion der Ostukraine. Russland als Opfer westlicher Aggression in Schutz zu nehmen, ist schlicht nicht kompatibel mit der Realität der imperialistischen Politik Russlands.</p>
<p>Warum vertreten «Weltwoche» und «Infosperber» in der Ukraine-Krise Meinungen, die empirisch nicht haltbar sind und weltanschaulich nahe beim Verschwörungsboulevard der «Putinversteher» angesiedelt sind? Die ideologischen Stossrichtungen der zwei Publikationen sind zwar diametral unterschiedlich, führen aber zur gleichen verzerrten Sicht.</p>
<blockquote><p>Das offensiv deklarierte Gegen-den-Strom-Schwimmen ist ein rhetorischer Trick, der inhaltlich meistens nicht hält, was er verspricht.</p></blockquote>
<p>Die «Weltwoche» als politisch rechts verortete Publikation hat sich der <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/04/darum-sind-mainstream-medien-besser-als-ihr-ruf/">Kritik des «Mainstream»</a> verschrieben. Eine Formel dieser Kritik ist, das, was der angeblich linke «Mainstream» gut findet, schlecht zu finden – und umgekehrt. Diese Formel haben US-amerikanische Medienhäuser wie «Fox News» perfektioniert, und sie kommt auch in der aktuellen Ukraine-Krise in Form <a href="https://www.washingtonpost.com/media/2022/02/23/tucker-carlson-putin-russia-ukraine/" rel="noopener" target="_blank">russlandfreundlicher Deutungsmuster</a> zum Einsatz. In den Trump-Jahren wurde Putin in rechtskonservativen Kreisen und Medien zu einem Hüter «traditioneller» Werte stilisiert, der vom links dominierten Westen just für seine nicht-linke Politik <a href="https://www.theatlantic.com/international/archive/2017/01/putin-trump-le-pen-hungary-france-populist-bannon/512303/" rel="noopener" target="_blank">bestraft wird</a>. Das gleiche Deutungsschema bringt Köppel in seiner jüngsten Verteidigungsschrift Putins zum Ausdruck.</p>
<p>Im Gegensatz zur rechtskonservativen Brille der «Weltwoche» ist der «Infosperber» eher linksliberal orientiert. Die Online-Plattform vertritt eine Grundskepsis gegenüber Eliten und Macht. Doch diese systemkritische Haltung kippt bei der Ukraine-Krise einseitig gegen westliche Länder und Organisationen. Der «Infosperber» kritisiert zu Recht westlichen Imperialismus, beurteilt aber nicht-westlichen Imperialismus nicht nach den gleichen Massstäben.</p>
<p>Das offensiv deklarierte Gegen-den-Strom-Schwimmen ist ein rhetorischer Trick, der inhaltlich meistens nicht hält, was er verspricht. Die Konsequenz davon sehen wir in der «Weltwoche» und dem «Infosperber»: Mit ihrer starren weltanschaulichen Haltung machen sich die Publikationen zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCtzlicher_Idiot" rel="noopener" target="_blank">nützlichen Idioten</a> für russische Kriegspropaganda.</p>
<p><small>Bild: Keystone, Bearbeitung: Marco Leisi</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/24/weltwoche-und-infosperber-wichtige-gegenstimmen-oder-putins-nuetzliche-idioten/">«Weltwoche» und «Infosperber»: Wichtige Gegenstimmen oder Putins nützliche Idioten?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Bundesplatzbesetzung, NZZ &#038; CH Media, Infosperber</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/26/bundesplatzbesetzungnzz-ch-mediainfosperber/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Sep 2020 06:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajugend]]></category>
		<category><![CDATA[CH Media]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Berichterstattung zur Bundesplatzbesetzung Den Schweizer Medien gelang diese Woche, was ihnen selten gelingt: sich bei einem kontroversen Live-Ereignis von Anfang an unabhängig von den Behörden zu positionieren. Am Montag um 6 Uhr war der Bundesplatz von Klimaaktivist*innen besetzt. Während das Parlament tagt, sind Demos auf dem Bundesplatz verboten. Wenn etwas Illegales getan <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/26/bundesplatzbesetzungnzz-ch-mediainfosperber/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/26/bundesplatzbesetzungnzz-ch-mediainfosperber/">Bundesplatzbesetzung,<br> NZZ & CH Media,<br> Infosperber</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-81706" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Good-Bad-Ugly-Wood-20200926b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Berichterstattung zur Bundesplatzbesetzung</h3>
<p>Den Schweizer Medien gelang diese Woche, was ihnen selten gelingt: sich bei einem kontroversen Live-Ereignis von Anfang an unabhängig von den Behörden zu positionieren. Am Montag um 6 Uhr war der Bundesplatz von Klimaaktivist*innen besetzt. Während das Parlament tagt, sind Demos auf dem Bundesplatz verboten.</p>
<p>Wenn etwas Illegales getan wird, ist der News-Journalismus oft in einem klaren Schwarzweiss-Muster verhakt. Diesmal nicht: Die Sicht von Polizei und Behörden war natürlich auch abgebildet, aber die Journalist*innen haben sich die Haltung der Behörden nicht zu eigen gemacht. Das gilt für die Liveticker vom Montag ebenso wie für die Reportagen in den Dienstagsausgaben der grossen Zeitungen.</p>
<p>Ein zweiter Protest, Polizeigewalt, polizeiliche Wegweisungen und die Tirade von Andreas Glarner gegen Sibel Arslan stoppten die kritisch-differenzierte Berichterstattung nicht. «Einen solchen Rechtsextremisten» (WOZ-Co-Redaktionsleiter Kaspar Surber über Andreas Glarner) können Journalist*innen nicht freundlich und fair behandeln. In der Abwägung zwischen Klimakrise und Demo-Reglement kann man nicht reflexartig und undifferenziert auf Recht und Ordnung pochen. Das ist bei vielen Schweizer Journalist*innen angekommen. Leider nicht bei allen. Die SRF-Arena setzte auf rhetorische Eskalation. Mit einem Klimawandel-Skeptiker den Klimawandel zu diskutieren, ist sinnlos. Mit einem Klimawandel-Skeptiker den Aktivismus gegen den Klimawandel zu diskutieren, lächerlich.</p>
<h3>The Bad – Entlassungen bei NZZ und CH Media</h3>
<p>Bloss «vereinzelt» Entlassungen soll es geben, hiess es von der NZZ im Juni zu ihrer «Strategieschärfung». Jetzt zeigt sich, dass das Unternehmen mit 780 Mitarbeitenden nicht so überaltert ist, dass es etwa fünf Prozent der Stellen mit Frühpensionierungen zum Verschwinden bringt.</p>
<p>Die Bilanz der letzten zwei Wochen: Zwei Entlassungen im Wirtschaftsressort, eine im Inland, eine im Inlandressort der NZZ am Sonntag, der Filmredaktor wird entlassen und in der Bildredaktion eine halbe Stelle gestrichen. Der «trickle down»-Effekt – das Versprechen, dass entfesselte Märkte auch den unteren Schichten helfen – funktioniert hier umgekehrt: Die Entlassungen geschehen nicht auf’s Mal; das Unternehmen entlässt tröpfchenweise. «Die Zahl der Kündigungen insgesamt beträgt unter 30 (und nicht 39)», schreibt Sprecherin Seta Thakur auf Anfrage. Immerhin nennt sie Kündigungen nun Kündigungen.</p>
<p>Von «neoliberaler Salamitaktik» schrieb Medienjournalist <a href="https://twitter.com/DennisBuehler/status/1308783243110608901" target="_blank" rel="noopener">Dennis Bühler</a> auf Twitter. Man solle nicht alles, was einem nicht passt, neoliberal nennen, ärgerte sich daraufhin <a href="https://twitter.com/p_holle/status/1308859363285757957" target="_blank" rel="noopener">Pascal Hollenstein</a>, publizistischer Leiter von CH Media. Am Tag drauf kündigte CH Media ein «Effizienzprogramm» an, mit dem bis 2023 30 Millionen Franken pro Jahr gespart werden. Zwei Drittel davon mit neuen Massnahmen, ein Drittel komme aus dem «noch laufenden Integrationsprogramm», teilt Sprecher Stefan Heini auf Anfrage mit. Wieviele Stellen «im Endeffekt abgebaut werden» und ob Medienmarken verschwinden, weiss er noch nicht. Klar ist: «Wir werden in allen Bereichen sparen.»</p>
<h3>The Ugly – Infosperber bei den Pandemieverharmlosern</h3>
<p>Dass Infosperber gegenüber Daniele Ganser einen Kuschelkurs fährt, habe ich im Mai hier <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/">aufgezeigt</a>. Die Pandemie kam in dieser Analyse nur am Rand vor. «Wegen Corona kommen heute nur noch wenige ins Spital oder sterben. Doch findet man mit mehr Tests mehr Fälle (fast) ohne Symptome», steht in einem <a href="https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/NZZ-schreibt-mit-fragwurdigen-Grafiken-eine-zweite-Welle-herbei" target="_blank" rel="noopener">Infosperber-Artikel</a> vom 23. September, der die NZZ-Berichterstattung kritisiert.</p>
<p>Wie ist das einzuordnen? Ich bin froh, hat sich dieser Frage jemand angenommen: Die Plattform <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Swiss_Policy_Research" target="_blank" rel="noopener">SWPRS.org</a>, die sich selbst als «Forschungsprojekt» sieht, hat einen «Corona-Mediennavigator» erstellt. Darin wird etwa das Portal Telepolis dafür gescholten, dass es «coronapolitisch konform» berichte und Wikipedia fungiere «wie üblich als PR-Plattform für die pharmazeutische Industrie». Infosperber wird dagegen gelobt: «Kritisch und korrigierend» berichte das Portal, in der Schweiz flankiert vom öko-esoterischen «Zeitpunkt». In Deutschland «kritisch bis sehr kritisch» sei unter anderem das Verschwörungsfan-Portal «KenFM».</p>
<p>Gerne hätte ich mich bei den Urheber*innen für die nützliche Einordnung von Infosperber in einer Reihe mit eindeutig pandemieverharmlosenden und Verschwörungs-Medien bedankt. Aber SWPRS.org, dessen «Medien-Navigator» in Daniele Gansers neuem Buch empfohlen wird, hat kein Impressum. Leider!</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/26/bundesplatzbesetzungnzz-ch-mediainfosperber/">Bundesplatzbesetzung,<br> NZZ & CH Media,<br> Infosperber</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Der verkrampfte Versuch, Infosperber in eine Ecke zu stellen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/05/17/der-verkrampfte-versuch-infosperber-in-eine-ecke-zu-stellen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 2020 15:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=78704</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/">Artikel der MEDIENWOCHE</a> kritisiert, Infosperber befinde sich im Dunstkreis von Verschwörungsanhängern. Hier unsere Antwort.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/17/der-verkrampfte-versuch-infosperber-in-eine-ecke-zu-stellen/">Der verkrampfte Versuch, Infosperber in eine Ecke zu stellen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/">Artikel der MEDIENWOCHE</a> kritisiert, Infosperber befinde sich im Dunstkreis von Verschwörungsanhängern. Hier unsere Antwort.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/17/der-verkrampfte-versuch-infosperber-in-eine-ecke-zu-stellen/">Der verkrampfte Versuch, Infosperber in eine Ecke zu stellen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Infosperber und die Grenzen eines Ergänzungsmediums (Oder: Wie gut schützt sich «die letzte Pforte vor dem Abgrund»?)</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2020 11:19:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Plattform Infosperber findet viel Zuspruch in sogenannten Alternativmedien und unter Verschwörungstheoretikern. Initiator Urs P. Gasche grenzt sich zwar davon ab, sieht aber keinen Grund, etwas zu ändern. Wenn jemand sieht, was andere übersehen, kann das an besonders geschärften Augen liegen oder daran, dass man dort hinsieht, wo es sonst niemand tut. Es kann aber <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Plattform <a href="https://www.infosperber.ch/index.cfm" target="_blank" rel="noopener">Infosperber</a> findet viel Zuspruch in sogenannten Alternativmedien und unter Verschwörungstheoretikern. Initiator Urs P. Gasche grenzt sich zwar davon ab, sieht aber keinen Grund, etwas zu ändern.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-78502" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Infosperber-Kritik_20200512.jpg" alt="" width="1456" height="977" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Infosperber-Kritik_20200512.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Infosperber-Kritik_20200512-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Infosperber-Kritik_20200512-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Infosperber-Kritik_20200512-1024x687.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Infosperber-Kritik_20200512-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Wenn jemand sieht, was andere übersehen, kann das an besonders geschärften Augen liegen oder daran, dass man dort hinsieht, wo es sonst niemand tut. Es kann aber auch bedeuten, dass man Dinge sieht, die gar nicht da sind. «Sieht, was andere übersehen», lautet der Slogan der Plattform Infosperber. Was man dort nicht sieht oder sehen will, sind die inzwischen zahlreichen Verbindungen zu umstrittenen Autoren wie Daniele Ganser und Plattformen wie <a href="https://www.deutschlandfunk.de/das-magazin-rubikon-journalistischer-grenzgaenger.2907.de.html?dram:article_id=390378" target="_blank" rel="noopener">Rubikon</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KenFM" target="_blank" rel="noopener">KenFM</a> sind.<br />
<br />
Vor neun Jahren haben grösstenteils pensionierte Journalist*innen den Infosperber gegründet. Die erste Redaktionsleitung bildeten der ehemalige Kassensturz-Leiter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urs_P._Gasche" target="_blank" rel="noopener">Urs P. Gasche</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Niklaus_Ramseyer" target="_blank" rel="noopener">Niklaus Ramseyer</a> (u.a. ehemals Basler Zeitung), Energie- und Umwelt-Experte <a href="https://www.infosperber.ch/data/attachements/CV_Hanspeter.Guggenb%C3%BChl.pdf" rel="noopener" target="_blank">Hanspeter Guggenbühl</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_M%C3%BCller_(Journalist,_1944)" target="_blank" rel="noopener">Christian Müller</a>, bis 2009 CEO der Solothurner Zeitung, <a href="https://medienwoche.ch/autor/ruoff/">Robert Ruoff</a> (ehemals SRF) und als einziger Nicht-Pensionierter <a href="https://www.republik.ch/~cmoser" target="_blank" rel="noopener">Christof Moser</a> (damals <a href="https://www.infosperber.ch/data/attachements/CV.Christof%20Moser.pdf" rel="noopener" target="_blank">Reporter «Sonntag»</a>).</p>
<p>Chefs soll es nicht geben – bloss einmal pro Jahr trifft sich die Redaktion physisch (siehe dazu <a href="#update">Anmerkung unter dem Artikel</a>). Urs P. Gasche war und blieb als Initiator und Präsident der Trägerstiftung der primus inter pares. Die Mehrheit der Infosperber-Gründer wirkte im ersten Berufsleben bei grossen oder öffentlich-rechtlichen Medien: Leitmedien. 2011 schufen sie ein «Ergänzungsmedium», das nicht alles abdecken muss.</p>
<blockquote><p>«Als Zweitmedium gehen wir davon aus, dass unsere Leserschaft die von grossen Medien verbreiteten Informationen bereits kennt.»</p></blockquote>
<p>Für die Infosperber-Macher bedeutet dieser Begriff nicht nur eine selektive Themenauswahl, sondern erlaubt auch selektive Positionsnahmen. Seit etwa fünf Jahren steht bei manchen Artikeln eine Box, die sich wie die Packungsbeilage eines Medikaments liest: Die Berichterstattung könne «einseitig erscheinen», denn man verstehe sich eben als Zweitmedium. «Als Zweitmedium gehen wir davon aus, dass unsere Leserschaft die von grossen Medien verbreiteten Informationen bereits kennt.»</p>
<p>«Alle Journalistinnen und Journalisten können für Infosperber schreiben, welche das journalistische Handwerk beherrschen, ihre Beiträge selber produzieren können und die Pflichten des Presserats sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Uno vom 10.12.1948 respektieren», schreibt Gasche auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Trotz der offenen Ausrichtung scheint es einige stillschweigenden Übereinkünfte zu geben.</p>
<p>So ist für Gasche klar, dass es einen «gegenseitigen Propagandakrieg zwischen den USA, China und Russland» gibt, in welchem «grosse Medien häufig einseitig aus Sicht der USA und der Nato» berichten. «Wir gehen davon aus, dass unsere Leserschaft diese Sicht kennt und ergänzende Informationen auf Infosperber, die vom Schwarz-Weiss-Bild abweichen, einzuordnen weiss», so Gasche. Neben Geopolitik gehören auch Themen wie Energiepolitik, Lobbyeinfluss und Steueroasen zu den Schwerpunktthemen. Damit erreicht Infosperber laut eigenen Angaben täglich 20&#8217;000 Leser*innen.</p>
<blockquote><p>«Manches, was erscheint, ist eigentlich Propaganda. Wenn ich für Infosperber schreibe, muss ich das ausblenden.»<br />
<small>Autor*in Infosperber</small></p></blockquote>
<p>Die MEDIENWOCHE hat mit einem Dutzend langjährigen und ehemaligen Autor*innen und Redaktor*innen gesprochen. Die meisten fühlen sich dem Medium und der Person von Urs P. Gasche verbunden; viele sprechen begeistert von der idealistischen Grundidee des Infosperber. Manche anerkennen, dass die offene Struktur der Plattform zu fragwürdigen Auswüchsen führen kann: Unkritische Nähe zu kontroversen Publizisten wie Daniele Ganser, einseitige Parteinahme für Russland und im Syrienkrieg. Alle Pensionierten arbeiten bei Infosperber gratis. Wer mehr schreibt, prägt das publizistische Profil stärker. In der gegebenen Struktur sei es kaum möglich, jemandem zu sagen, er solle weniger schreiben. «Manches, was erscheint, ist eigentlich Propaganda. Wenn ich für Infosperber schreibe, muss ich das ausblenden», sagt ein*e regelmässige*r Autor*in. Über die Jahre haben sich deswegen mehrere Redaktoren aus dem Leitungsgremium zurückgezogen.</p>
<p>Alle Infosperber-Artikel werden gegengelesen. Über die Veröffentlichung der jeweiligen Texte entscheidet die rotierende Tagesverantwortung. So wie es Autor*innen beschreiben, ist diese dezentrale Organisation ein Grund dafür, dass es schwierig ist, Kritik intern so anzubringen, dass sie etwas bewirkt. Nur wenn ein «Artikel vermutlich sehr umstritten» ist, sollen laut Gasche «Tagesdiensthabende die gesamte verantwortliche Redaktion konsultieren».</p>
<p>Dass auf Infosperber mangelhafte Beiträge erscheinen, gibt auch Urs P. Gasche zu: Die grosse Freiheit der Schreibenden könne dazu führen, «dass unter den jährlich über tausend veröffentlichten Artikeln einzelne sind, welche unseren publizistischen Grundsätzen widersprechen oder handwerklich ungenügend verfasst sind». Die journalistische Qualität sei bei Infosperber «wie bei allen seriösen Medien» ein zentrales Thema. «Ich behaupte, dass die Beiträge auf Infosperber im Durchschnitt professioneller abgefasst sind als der Durchschnitt der Artikel in den grossen Medien aus dem NZZ- oder Tamedia-Verlag.»</p>
<blockquote><p>Für das Selbstverständnis von Infosperber ist der Bezug zu den grossen Zeitungen essenziell.</p></blockquote>
<p>Ein Ergänzungsmedien positioniert sich zwangsläufig im Verhältnis zu anderen Medien. Entsprechend geht die Redaktion davon aus, dass die Lesenden ein Vorwissen haben. Wer sich nur mit «Blick» oder «20 Minuten» informiere, gehört gemäss Gasche kaum zum Infosperber-Publikum. Das Gros des Infosperber-Publikums lese sonst «grosse Medien wie die NZZ, Zeitungen der Tamedia- oder der CH-Media-Gruppe u.a.». Eine Begründung für diese Einschätzung kann Gasche auf Nachfrage nicht nennen. Für das Selbstverständnis von Infosperber ist der Bezug zu diesen grossen Zeitungen aber essenziell. Seine einseitigen Grenzgänge legitimieren sich damit, dass die Leserschaft ein ähnliches Vorwissen und einen ähnlichen Medienkonsum wie die Schreibenden hat. Teilweise hat das verzerrende Folgen.</p>
<p>In einem <a href="https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/La-Stampa-Russland-Atlantic-Council-Pietro-Supino" target="_blank" rel="noopener">kürzlich erschienen Artikel</a> bezeichnet Infosperber-Gründungsmitglied Christian Müller RT Deutsch als «russische Informationsplattform in deutscher Sprache». Dass es sich um ein <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-11/rt-deutsch-russland-propaganda-luegen/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener">vom russischen Staat</a> finanziertes und kontrolliertes Medium handelt, bleibt unerwähnt. Im selben Artikel schreibt Müller von der «EU-Kampagnen-Plattform» <a href="https://euvsdisinfo.eu/de/" target="_blank" rel="noopener">EUvsDisinfo</a>. Es ist Müllers Entscheidung, RT Deutsch als seriöse Quelle zu betrachten, aber damit das auch die Leser*innen verorten können, wäre ein Hinweis auf dessen Finanzierung zwingend. Könnte man meinen. Aber gemäss Gasche ist dem nicht so: Die «informierte Leserschaft» des Infosperber wisse, «dass die russische Informationsplattform vom Staat finanziert wird». Immerhin: «Man soll dies durchaus immer wieder erwähnen.»</p>
<p>Auf Infosperber starten globale Politanalysen oft als Medienkritik. Man sieht sie beim Lesen beinahe vor sich: Pensionierte, die sich ärgern, wenn etwas berichtet wird, das sie anders einordnen oder besser zu wissen glauben. Die Sprache ist klar wertend. Da trägt <a href="https://www.infosperber.ch/Medien/So-verschleiert-Radio-SRF-Militarkosten" target="_blank" rel="noopener">ein Artikel</a> die Überschrift «So verschleiert Radio SRF Militärkosten» oder <a href="https://www.infosperber.ch/Medien/Radio-SRF-Echo-der-Zeit-Information-Russland" target="_blank" rel="noopener">der Russland-Korrespondent</a> von SRF wird als jemand beschrieben, «der das Land nicht nur geringschätzt, sondern oft und unnötig schlechtmacht».</p>
<blockquote><p>Besonders allergisch reagiert man bei Infosperber auf das Wort «Verschwörungstheoretiker».</p></blockquote>
<p>Mitunter die weitesten Bögen schlägt Helmut Scheben. Im Februar 2018 etwa ärgerte er sich über eine <a href="https://www.infosperber.ch/Medien/Russenpeitsche" target="_blank" rel="noopener">Karikatur im Tages-Anzeiger</a> und wollte gemäss Lead über «linguistische Kreativität der Ideologen» schreiben. Der ehemalige SRF-Tagesschau-Redaktor nennt in seinem Artikel auch einen Tagesschau-Beitrag «ein klassisches Beispiel für die manipulative Nachrichtenverbreitung im Syrienkonflikt». Scheben schreibt in seiner Medienkritik aber auch Tatsachenbehauptungen. Zum Beispiel: «Die syrische Regierung hat jahrelang Verhandlungsbereitschaft gezeigt, um die Aufständischen zum Niederlegen der Waffen zu bewegen.» Die «Einseitigkeit unserer Leitmedien» sei bei diesem Krieg «perfekt und beinah autistisch.» Wer die behauptete Einhelligkeit störe, der werde als Verschwörungstheoretiker beschimpft, schliesst Scheben. Einige Monate später besucht Scheben für eine Weltwoche-Reportage Syrien und würdigt Baschar Al-Assad als <a href="https://www.weltwoche.ch/amp/2018-47/ausland/retter-der-nation-die-weltwoche-ausgabe-47-2018.html" target="_blank" rel="noopener">«Retter der Nation»</a>. Diese Reportage gerät derart einseitig, dass sie der staatlichen russischen Nachrichtenagentur <a href="https://de.sputniknews.com/politik/20181126323094932-syrien-assad-unterstuetzung-bevoelkerung/" target="_blank" rel="noopener">Sputnik</a> einen eigenen Artikel wert ist.</p>
<p>Besonders allergisch reagiert man bei Infosperber auf das Wort «Verschwörungstheoretiker». Ein Artikeldossier heisst <a href="https://www.infosperber.ch/Dossier/Verschworungen-und-Theorien" target="_blank" rel="noopener">«Verschwörungen und Theorien»</a>. Das impliziert: Manche Verschwörungen sind real. Im Dossierbeschrieb steht: «Mit dem Begriff ‹Verschwörungstheoretiker› macht man Leute mundtot.» Fast Wort für Wort gleich schreibt das Scheben in seinem Grundsatztext <a href="https://www.infosperber.ch/Politik/Verschworungstheoretiker--Untersuchung-eines-Schlagwortes" target="_blank" rel="noopener">«‹Verschwörungstheoretiker</a><a href="https://www.infosperber.ch/Politik/Verschworungstheoretiker--Untersuchung-eines-Schlagwortes" target="_blank" rel="noopener">›</a><a href="https://www.infosperber.ch/Politik/Verschworungstheoretiker--Untersuchung-eines-Schlagwortes" target="_blank" rel="noopener"> – Untersuchung eines Schlagwortes»</a>: «Historiker und Recherchier-Journalisten werden mit dem Schlagwort geschlagen, um sie mundtot zu machen.» Damit meint er vor allem Daniele Ganser, den er im Text sieben Mal nennt und als einzige erscheinende Person im positiven Kontext. Es war nicht der erste und nicht der letzte Artikel auf Infosperber, bei dem Ganser gegen die Kritik aus Wissenschaft oder Medien <a href="https://www.infosperber.ch/Medien/Daniele-Ganser-Christian-Mensch-Haretiker-WTC-7" target="_blank" rel="noopener">in Schutz genommen</a> wird. Der jüngste erschien im September 2019.</p>
<blockquote><p>«Der Infosperber ist die letzte publizistische Pforte, bevor der Abgrund kommt.»<br />
<small>Christof Moser, Gründungsmitglied Infosperber</small></p></blockquote>
<p>Christof Moser, heute Chefredaktor der «Republik» und einst Infosperber-Gründungsmitglied, sagt, er habe in den letzten drei Jahren Infosperber nicht mehr verfolgt. Allgemein anerkennt Moser gegenüber der MEDIENWOCHE aber: «Der Infosperber ist die letzte publizistische Pforte, bevor der Abgrund kommt. Das ist eine enorm wichtige Funktion, die viel Verantwortung mit sich bringt. Manchmal wird sie erfüllt, manchmal gehts schief.» Urs P. Gasches Engagement gelte sein Respekt. «Weil er Journalismus garantiert, der auch harte Auseinandersetzungen (Gegendarstellungen, Klagedrohungen) immer souverän und im Interesse der Wahrheitsfindung durchzieht. Das ist viel wert in der heutigen Medienwelt.»</p>
<p>Darüber, was die Risiken eines «Ergänzungsmediums» sind, habe man bereits in der Gründungsphase intern oft und intensiv diskutiert, erinnert sich Moser: «Der Infosperber-Ansatz, die traditionellen Medien zu ergänzen, kann in einzelnen, insbesondere geopolitischen Themen zu Verzerrungen führen oder auch zweifelhaftes Publikum anziehen.» Moser findet, in der Weiterentwicklung sei die ergänzende Funktion immer besser kontextualisiert worden – etwa durch die bereits erwähnte Hinweis-Box.</p>
<blockquote><p>Zur publizistischen Verantwortung im Social-Media-Zeitalter gehört es auch, Verantwortung dafür zu übernehmen, in welcher Umgebung die eigenen Texte erscheinen.</p></blockquote>
<p>Wenn man als letzte publizistische Pforte direkt am Abgrund steht, muss man sich vor dem Fallen umso besser schützen. Es gibt den festen Grund und den Abgrund: Zu den Plattformen und Positionen im Abgrund muss man Distanz wahren. Nicht immer scheint das zu gelingen, wie das Beispiel der intransparenten Bezugnahme auf RT Deutsch zeigt. Aber zur publizistischen Verantwortung im Social-Media-Zeitalter gehört es auch, Verantwortung dafür zu übernehmen, in welcher Umgebung Texte erscheinen und wer sie instrumentalisieren könnte.</p>
<p>Eine Verschwörungstheorie verbindet alles mit allem – und bietet für jede Lücke eine sinnhafte Erklärung. Manche Infosperber-Artikel verbinden alles mit allem, aber überlassen die sinnhafte Erklärung der Vorstellung ihrer Leser*innen.</p>
<p>Ein aktuelles Beispiel ist ein Artikel von Christian Müller, in dem dieser vor der drohenden Abschaffung des Bargelds im Zuge der Corona-Pandemie warnt. Nur am Rand geht es dabei darum, dass man momentan aus hygienischen Gründen auf Bargeld verzichtet – sein Fokus liegt darauf, dass eine drohende Bargeldabschaffung amerikanischen Banken zusätzliche Macht gebe. Der Artikel beginnt folgendermassen: «Als am 11. September 2001 in New York die zwei ‹World Trade Center›-Türme – verursacht von was und wem auch immer – in sich zusammenbrachen, meldeten die Medien rings um die Welt: nach 9/11 ist die Welt nicht mehr die gleiche.»</p>
<p>Wer sich am Anfang des Lesens fragt, weshalb <a href="https://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Bargeld-Kreditkarten-Debitkarten-Sicherheit-Uberwachung" target="_blank" rel="noopener">ein Artikel über Bargeld</a> mit 9/11 einsteigt, erfährt zum Ende hin, dass der Bogen beim Thema Bargeld in der Pandemie noch weiter geöffnet werden kann, bis nach Hiroshima 1945: «Nicht zuletzt die USA sind immer bereit, neue Technologien [Kreditkarten] zur Erreichung ihrer Wirtschafts- und Macht-Ziele einzusetzen: Sie waren die ersten, die die Atombombe einsetzten, sie waren die ersten, die ihr GPS-System und die darauf basierten Drohnen zur Tötung von ihnen unliebsamen Personen in anderen Ländern nutzten, und sie sind die ersten, die auch die digitale Bezahlung für ihre Machtspiele missbrauchen. Auch in der Welt nach der Covid-19-Krise, die wohl tatsächlich in vielen Bereichen anders sein wird, braucht es noch Bargeld. Die totale Überwachung und Steuerung durch eine Grossmacht muss von uns, den jetzt schon zu sehr Überwachten, unbedingt verhindert werden.»</p>
<blockquote><p>Auf der Facebook-Seite von Infosperber gefällt der Artikel über die Bargeldabschaffung dann jenen, die überall Verschwörungen sehen.</p></blockquote>
<p>Eine mögliche Abschaffung des Bargelds darf und soll problematisiert werden. Aber Müller bringt Themen zusammen, die vor allem dann miteinander zu tun haben, wenn man überall Bezüge sieht. Auf der Facebook-Seite von Infosperber gefällt das dann jenen, die überall Verschwörungen sehen: «Ein Teil der NWO Agenda» – NWO steht für New World Order – heisst es im Kommentar mit den meisten Likes. Für Kommentare auf Facebook sei gemäss Gasche «ausschliesslich Facebook» verantwortlich. Eine bemerkenswerte Aussage.</p>
<p>Viele Infosperber-Autor*innen, mit denen die MEDIENWOCHE gesprochen hat, kannten die Facebook-Seite von Infosperber nicht. Dementsprechend wussten sie auch nicht, dass der Infosperber-Seite auf der Social-Media-Plattform «Dr. Daniele Ganser» als erste ähnliche Seite zugeordnet wird. Das bedeutet: Zumindest das Infosperber-Publikum auf Facebook hat eine grosse Affinität zu Daniele Ganser.</p>
<blockquote><p>Daniele Ganser empfiehlt Infosperber immer wieder – zusammen mit KenFM, NachDenkSeiten und Rubikon.</p></blockquote>
<p>Gasche besteht darauf, eine NZZ-Tamedia-Zielgruppe anzusprechen. Dabei erscheint Infosperber im Social-Media-Kontext und anderswo immer häufiger in einer Reihe mit sogenannten Alternativmedien. Denn nicht nur Infosperber macht sich für Daniele Ganser stark. Die Sympathien sind gegenseitig: Auch Ganser empfiehlt Infosperber immer wieder – zusammen mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KenFM" target="_blank" rel="noopener">KenFM</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/NachDenkSeiten" target="_blank" rel="noopener">NachDenkSeiten</a> und <a href="https://www.deutschlandfunk.de/das-magazin-rubikon-journalistischer-grenzgaenger.2907.de.html?dram:article_id=390378" target="_blank" rel="noopener">Rubikon</a>, etwa <a href="http://www.rubikon.news/artikel/bombenstimmung-im-imperium" target="_blank" rel="noopener">hier</a> und <a href="https://m.facebook.com/DanieleGanser/posts/1744725555588918" target="_blank" rel="noopener">hier</a>. Selbst ein vordergründig kritisches Interview mit Daniele Ganser auf Infosperber mündet in diesem Lob: «[…] Darüber liest man vor allem in den kleinen Alternativmedien wie KenFM, NachDenkSeiten, Rubikon, Zeitpunkt oder Infosperber. Ich bin daher der Meinung, dass alternative Medien eine wichtige Kraft für den Frieden sind.»</p>
<p>Manche Infosperber-Autor*innen, die sich in der Vergangenheit an einer unkritischen Nähe von Infosperber zu Daniele Ganser störten, verweisen auf dieses Interview: Da habe Interviewer Urs P. Gasche Gansers Strategie entlarvt. Aber dieses Interview hat Ganser offensichtlich gefallen: Er hat es auf Social Media geteilt und <a href="https://twitter.com/DanieleGanser/status/1037687517162733568" target="_blank" rel="noopener">seiner Fangemeinde empfohlen</a>.</p>
<blockquote><p>Auch in zig Leserkommentaren auf der Infosperber-Website verlinken Leser*innen auf KenFM.</p></blockquote>
<p>Gasche gibt gegenüber der MEDIENWOCHE an, die Medien nicht zu kennen, die Ganser in einer Reihe mit dem Infosperber lobt: «Ausser gelegentlich den ‹Zeitpunkt› lese oder höre ich keines dieser Medienprodukte.» Infosperber-Redaktionsleitungsmitglied Christian Müller schreibe aber <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?gastautor=christian-mueller" target="_blank" rel="noopener">auch für die NachDenkSeiten</a>, so Gasche weiter. Deren Chefredaktor nimmt gegenwärtig Demonstrierende gegen die Pandemie-Massnahmen vor der Kritik in ARD und ZDF <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=60879" target="_blank" rel="noopener">in Schutz</a>.</p>
<p>Auch bei den anderen Medien in dieser Reihe kennt man den Infosperber. Auf der Plattform KenFM, deren Gründer Ken Jebsen die Verschwörungstheorie verbreitete, Bill Gates stecke hinter Corona, erschien Mitte April ein <a href="https://kenfm.de/tagesdosis-14-4-2020-desinfektion-statt-kirschwasser-bericht-aus-dem-schweizer-corona-exil" target="_blank" rel="noopener">Bericht aus der Schweiz</a>, wo Infosperber als eines von drei vertrauenswürdigen «alternativen Schweizer Medien» genannt wird. Auch in zig Leserkommentaren auf der Infosperber-Website verlinken Leser*innen auf KenFM. Zudem war der dreifache Infosperber-Gastautor Alec Gagneux Gast bei KenFM. Gagneux ist Initiant der Demonstrationen gegen die Pandemie-Massnahmen auf dem Berner Bundesplatz.</p>
<blockquote><p>Wer sie nicht kürzt und Infosperber klar als Quelle angibt, darf sämtliche Artikel ohne Rücksprache übernehmen.</p></blockquote>
<p>Von Infosperber-Vielschreiber Christian Müller hat KenFM vor einem halben Jahr einen seiner Artikel übernommen. Davon habe nicht einmal Müller selbst gewusst, teilt Gasche mit. Der Grund, weshalb das möglich ist, sind «freie Nutzungsrechte». Wer nicht kürzt und Infosperber klar als Quelle angibt, darf sämtliche Artikel ohne Rücksprache übernehmen. Gasche nennt das «zitieren»: «Infosperber wird in vielen Kanälen und von manchen Medien ohne unser Zutun zitiert.» Infosperber hat also keine Kontrolle darüber, in welcher Umgebung die eigenen Texte erscheinen.</p>
<p>Infosperber-Texte übernommen hat auch schon die Plattform Rubikon, in deren Beirat Daniele Ganser sitzt und deren Chefredaktor aktuell zu Klagen «gegen die unnötigen, verfassungswidrigen und demütigenden Beschlüsse der Regierungen» <a href="https://www.rubikon.news/artikel/der-verfassungsnotstand" target="_blank" rel="noopener">aufruft</a>. Urs P. Gasche kann sich vage daran erinnern, dass er in diesem Fall für die Übernahme angefragt worden ist. Auf der Plattform steht zudem, Gasche habe «eine Zeit lang» <a href="https://www.rubikon.news/autoren/urs-p-gasche" target="_blank" rel="noopener">für Rubikon geschrieben</a>. «Ich finde es daneben, wenn Rubikon mich offensichtlich so vorstellt, […] weil ich angeblich ‹eine Zeit lang› für Rubikon geschrieben haben soll. Aber ich mag da in Deutschland keine juristischen Schritte unternehmen», sagt Gasche dazu. Artikelübernahmen sind unreguliert möglich, aber die, die sie übernehmen, dürfen es anscheinend nicht so darstellen, als wäre man Autor*in dort. Infosperber hat wiederum letztes Jahr einen Artikel <a href="https://www.infosperber.ch/Wirtschaft/Leitwahrung-Mit-dem-Dollar-fuhren-USA-die-Welt-am-Gangelband" target="_blank" rel="noopener">von Rubikon übernommen</a>.</p>
<p>Die Nähe zum Umfeld der Alternativmedien zeigt sich auch anderswo. In der Nachrichten-App <a href="https://www.deutschlandfunk.de/messengerdienst-telegram-gegenoeffentlichkeit-fuer-corona.2907.de.html?dram:article_id=476534" rel="noopener" target="_blank">Telegram</a> haben Unbekannte Anfang April einen Infosperber-Kanal erstellt. Gasche ärgert sich darüber und verweist auf die falsche Schreibweise Infosperber mit grossem S. Dieser inoffizielle Infosperber-Kanal verlinkt nicht nur auf alle Themendossiers von Infosperber, sondern auch auf eine von einem rechtsextremen Telegram-Kanal erstellte Liste tatsächlicher und angeblicher Corona-Expert*innen, darunter der weissrussische Diktator Aljaksandr Lukaschenko. Gasche erfährt durch die MEDIENWOCHE davon.</p>
<p>Ebensowenig weiss er, dass ein Telegram-Kanal des KenFM-nahen Versandhandels «Buchkomplizen» «Infosperber» mit in seiner Bezeichnung trägt. Ein weiterer Kanal teilt regelmässig Beiträge von «Alternativmedien» wie KenFM, Rubikon und Infosperber. <a href="https://www.infosperber.ch/Medien/Corona-Medien-verbreiten-weiter-unbeirrt-statistischen-Unsinn" rel="noopener" target="_blank">Gasches Artikel</a> «Corona: Medien verbreiten weiter unbeirrt statistischen Unsinn» wird dort an hunderte Leser*innen geschickt mit der Bemerkung: «Bekanntlich gibt es 3 Arten von Lügen: 1. die eigentliche Lüge 2. die Notlüge 3. die Statistik.»</p>
<p>Auf Telegram bedienen verschwörungstheoretische Kreise ihre eingefleischtesten Fans. Dementsprechend geben sie sich radikaler als auf Facebook oder Twitter. Der Telegram-Kanal «Daniele Ganser» verlinkt etwa auf Klagemauer.tv, die Plattform der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Sasek" target="_blank" rel="noopener">Ivo-Sasek-Sekte</a>, und auf den Kanal «Adrenochrom &#8211; Anti-Aging &#8211; Adrenalin &#8211; rituelle Kinderermordung für den elitären Jungbrunnen durch die Super-Droge».</p>
<blockquote><p>«Einzelne Artikel von Infosperber werden von gesellschaftlich und politisch ganz unterschiedlichen Kreisen weiterverbreitet oder verlinkt.»<br />
<small>Urs P. Gasche, Gründer Infosperber</small></p></blockquote>
<p>Infosperber kann man nicht dafür verantwortlich machen, wer die Plattform empfiehlt und wo ihre Beiträge verbreitet werden. «Einzelne Artikel von Infosperber werden von gesellschaftlich und politisch ganz unterschiedlichen Kreisen weiterverbreitet oder verlinkt», kommentiert Gasche. «Es wäre sehr unjournalistisch zu überlegen, welche unserer relevanten Informationen wem in den falschen Hals geraten oder wem sie nützlich sein könnten.» Das stimmt grundsätzlich, aber im Social-Media-Zeitalter gehört ein Bewusstsein für diese Problematik zur journalistischen Verantwortung.</p>
<p>Bei aller ausgestellten Laisser-faire-Haltung hat aber Infosperber in Einzelfällen bereits die Reissleine gezogen. Bis Januar 2020 hat der selbsternannte deutsche Ökonom Ernst Wolff etwa zwanzig Artikel auf Infosperber geschrieben. Damit ist Schluss. Infosperber hat die Zusammenarbeit beendet. Wolff behauptet aktuell in zahlreichen Beiträgen auf KenFM und anderswo, das Corona-Virus sei vorgeschoben und die Pandemie-Massnahmen würden den Ultrareichen beim Aufbau eines neuen Wirtschaftssystems helfen. «Von Ernst Wolff war auf Infosperber nie die Theorie einer Verschwörung zu lesen. Seine Unterstellungen zur Corona-Pandemie auch nicht», so Gasche, der Wolff nach der MEDIENWOCHE-Anfrage auch aus dem Impressum entfernt hat. Generell macht Gasche klar: «Wir schätzen eine offene inhaltliche Auseinandersetzung und entscheiden nach den Inhalten der Artikel. Selbstverständlich haben Antisemiten, Holocaust-Leugner oder Terroristen bei Infosperber ein Schreibverbot.» Bei Artikelübernahmen von «antisemitischen, rechtsradikalen oder sonst rechtswidrigen» Medien habe man nach Leserhinweisen (Gasche: «Da wir solche Medien selber nicht lesen und wir keine aktive Kontrolle betreiben können […]») seit der Gründung einige wenige Male interveniert. Man könne die Interventionen an einer Hand abzählen.</p>
<blockquote><p>Gegenwärtig waschen viele Schreibende ihre Hände in Unschuld, wollen keine Verantwortung dafür tragen, was neben ihrem eigenen Schreiben auf der Plattform passiert.</p></blockquote>
<p>Während in der Frühphase vor allem die eingestellte Basler TagesWoche Artikel von Infosperber übernommen hat, sind es, neben Bon pour la tête aus der Romandie, mittlerweile Online-Plattformen mit zweifelhaftem Ruf. Und Autor*innen und Redaktor*innen haben dank freien Nutzungsrechten keine Kontrolle darüber. Wenn Infosperber die «letzte Pforte vor dem Abgrund ist», wie es Christof Moser ausdrückt, dann erscheint das fahrlässig.</p>
<p>Ein Portal, das sich als medienkritisches Korrektiv versteht, muss Verantwortung dafür übernehmen, in welchen Zusammenhängen seine Artikel erscheinen. Dasselbe gilt für die einzelnen Journalist*innen. Gegenwärtig waschen viele Schreibende ihre Hände in Unschuld, wollen keine Verantwortung dafür tragen, was neben ihrem eigenen Schreiben auf der Plattform passiert. Infosperber sei eben kein Medium wie die NZZ, sondern eine offene Plattform. Und kontrovers seien ohnehin bloss einzelne Beiträge. Während diesen Ausführungen klingen sie wie NZZ-Journalist*innen, die sich von Eric Gujers Deutschland-Newsletter distanzieren.</p>
<blockquote><p>Matthias Zehnder hat die Zusammenarbeit eingestellt und wolle nicht mehr auf der Plattform publizieren.</p></blockquote>
<p>Der Publizist und Bajour-Initiator <a href="https://www.matthiaszehnder.ch/" target="_blank" rel="noopener">Matthias Zehnder</a>, der als Teil der Medienkritik-Autorengruppe <a href="https://www.infosperber.ch/Dossier/kontertext-Alle-Beitrage" target="_blank" rel="noopener">«kontertext»</a> zuletzt Ende Januar auf Infosperber geschrieben hat, teilt auf Anfrage mit, er habe die Zusammenarbeit eingestellt und wolle nicht mehr auf der Plattform publizieren. Die Historikerin Ariane Tanner, ebenfalls Teil von «kontertext», steht weiterhin hinter der sich als unabhängig verstehenden Gruppe, aber hält gewisse Infosperber-Artikel für «hochproblematisch»: «Als Autorin oder Autor kann man nicht immer antizipieren, wem ein Text gefallen oder missfallen wird. Aber bei gewissen Äusserungen weiss man genau, von welcher Seite man Applaus erhalten wird. Und wenn es sich dabei um verschwörungstheoretische, antidemokratische oder antisemitische Gruppierungen handelt, finde ich das hochproblematisch.» Tanner ist längst nicht die einzige aus dem Infosperber-Umfeld, die manches, was auf der Plattform erscheint, sehr kritisch betrachtet; Zehnder nicht der einzige, der seine Zusammenarbeit eingestellt oder das Engagement für Infosperber eingeschränkt hat.</p>
<p>Auf Infosperber erscheinen weiterhin viele gute bis hervorragende Beiträge. Recherchen, die wasserdicht und nah an konkreten Erkenntnissen sind. Bereits 2015 publizierte Frank Garbely auf Infosperber seine <a href="https://www.infosperber.ch/index.cfm?go=FreiheitRecht/NSA-BND" target="_blank" rel="noopener">Recherche</a> für die linke Oberwalliser Zeitung <a href="http://www.roteanneliese.ch/wp-content/uploads/RA_234-Seiten-8_10-Garbely-exklusiv-Crypto-Skandal.pdf" rel="noopener" target="_blank">Rote Anneliese</a> – eine Recherche darüber, dass die Zuger Crypto AG jahrzehntelang BND und CIA eine Hintertür geboten hat, um andere Länder auszuspionieren. Ein halbes Jahrzehnt vor den ultimativen Crypto-Enthüllungen der SRF Rundschau.</p>
<p>Hanspeter Guggenbühls hervorragende Analysen zu <a href="https://www.infosperber.ch/Umwelt/Der-Energiekonsum-ist-schon-gesunken" rel="noopener" target="_blank">Energie-</a> und <a href="https://www.infosperber.ch/Umwelt/Klimapolitik-Politik-zwischen-Inkompetenz-und-Tauschung" rel="noopener" target="_blank">Klimapolitik</a> vermitteln faktenbasiert neue Perspektiven. Auch ein Gedankenspiel wie jüngst das zu <a href="http://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/Wie-der-Absturz-vom-Ol-Gipfel-gelingt-oder-misslingt" target="_blank" rel="noopener">Klimawandel-Szenarien</a> angesichts des rekordtiefen Erdölpreis verliert sich bei Guggenbühl nicht im Assoziationsgalopp, sondern argumentiert auf Basis bekannter und belastbarer Informationen. Markus Mugglin analysiert <a href="http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/WHO-wird-bewusst-schwach-gehalten" target="_blank" rel="noopener">die Schwächen der WHO</a> kenntnisreich und erwähnt dabei sogar die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung – ganz ohne raunende Andeutungen.</p>
<blockquote><p>Wenn Infosperber nicht ins Fahrwasser der Verschwörungsszene abdriften will, braucht es einen Systemwechsel mit klaren Verantwortlichkeiten.</p></blockquote>
<p>Aber alle Infosperber-Autor*innen müssen es als Realität akzeptieren, dass ihr journalistisches Schaffen auf einer Plattform erscheint, auf der die russische Propagandaplattform RT Deutsch als seriöses Medium zitiert wird und auf der dem syrischen Diktator Baschar al-Assad jahrelange Friedensbemühungen attestiert werden. Wenn Infosperber nicht ins Fahrwasser der Verschwörungsszene abdriften will, braucht es einen Systemwechsel mit klaren Verantwortlichkeiten.</p>
<p>In Daniele Gansers neuem Buch «Imperium USA» wird Infosperber in einer Reihe mit den russischen Staatsmedien Sputnik und RT Deutsch genannt. Dabei soll der Infosperber ja ein «Portal für MeinungsmacherInnen» (<a href="https://www.woz.ch/-690d" target="_blank" rel="noopener">WOZ, 2016</a>) und kein «Forum für Altlinke mit Faible für Verschwörungstheorien» (<a href="https://twnews.ch/ch-news/worum-geht-es-hier" target="_blank" rel="noopener">Das Magazin, 2018</a>) sein. Davon müsste sich Infosperber aber abgrenzen.</p>
<p>Hinter dem Infosperber stehen grösstenteils Pensionierte (siehe dazu <a href="#update">Hinweis unten</a>), deren erstes Berufsleben in eine Zeit fiel, wo die Unterteilung in «Leit-» und «Ergänzungsmedien» noch irgendwie funktionieren konnte. Heute geht das nicht mehr. Nicht alle, die Helmut Schebens Beitrag zum Syrienkrieg sehen, lesen auch die Gegenstimmme von Amalia van Gent. Auf Social Media verbreitet sich vor allem, was radikal ist.</p>
<p>Weshalb Journalismus, der die amerikanische Perspektive hinterfragt, die russische Perspektive unkritisch übernehmen muss, bleibt das Geheimnis jener, die im Kalten Krieg aufgewachsen sind.</p>
<p>&#8212;</p>
<div id="update"><small><strong>Update:</strong></small></div>
<p>-Die Redaktion von Infsperber hat auf unseren Artikel reagiert: <a href="https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Der-verkrampfte-Versuch-Infosperber-in-eine-Ecke-zu-stellen" rel="noopener" target="_blank">«Der verkrampfte Versuch, Infosperber in eine Ecke zu stellen»</a><br />
-Hinter Infosperber stünden «grösstenteils Pensionierte», die sich «bloss einmal pro Jahr treffen», steht im Text. Das stimmt nicht, wie Infosperber uns mitteilt: Fünf von neun Mitglieder der verantwortlichen Redaktion sind nicht pensioniert. Und sie treffen sich vier Mal pro Jahr physisch, davon einmal zu einer zweitägigen Retraite.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/">Infosperber und die Grenzen eines Ergänzungsmediums (Oder: Wie gut schützt sich «die letzte Pforte vor dem Abgrund»?)</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2020/05/12/infosperber-und-die-grenzen-eines-ergaenzungsmediums-oder-wie-gut-schuetzt-sich-die-letzte-pforte-vor-dem-abgrund/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>36</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lob des Gratis-Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/05/12/lob-des-gratis-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 May 2019 09:46:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kultur wird wesentlich von Freiwilligen getragen. Warum sollte das im Journalismus nicht auch der Fall sein?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kultur wird wesentlich von Freiwilligen getragen. Warum sollte das im Journalismus nicht auch der Fall sein?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/12/lob-des-gratis-journalismus/">Lob des Gratis-Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Überlebensübung in der Nische</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Minder]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Dec 2016 15:10:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung für Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[tsüri.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Project R]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrice Oeri]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Coup]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Joel Bedetti]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
		<category><![CDATA[journal 21]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Mazanowski]]></category>
		<category><![CDATA[Constantin Seibt]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Sigg]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine bunte Population von Plattformen mit einem journalistischen Kontrastprogramm hat sich jenseits der grossen Medienhäuser im Internet angesiedelt. Im digitalen Biotop zu überleben, ist aber nicht ganz einfach. Ein Besuch beim «Coup»-Magazin und ein breiter Blick auf eine blühende Landschaft. Ein zum Büro umfunktionierter Kellerraum, darin vier Arbeitsplätze, ein Elektroöfeli, das notdürftig heizt. Durchs Fenster geht der <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine bunte Population von Plattformen mit einem journalistischen Kontrastprogramm hat sich jenseits der grossen Medienhäuser im Internet angesiedelt. Im digitalen Biotop zu überleben, ist aber nicht ganz einfach. Ein Besuch beim «Coup»-Magazin und ein breiter Blick auf eine blühende Landschaft.<br />
<span id="more-28563"></span><br />
Ein zum Büro umfunktionierter Kellerraum, darin vier Arbeitsplätze, ein Elektroöfeli, das notdürftig heizt. Durchs Fenster geht der Blick in einen kleinen Innenhof, dahinter ragt die Mauer des Zürcher Volkshauses in die Höhe. «Wenn die Chippendales auftreten, hören wir das Kreischen», sagt Pascal Sigg. Er ist einer der drei Gründer des <a href="http://www.coup-magazin.ch/" target="_blank">digitalen Gesellschaftsmagazins «Coup»</a>, das seit März 2016 online ist. Die Redaktionsstube entspricht dem romantischen Klischee vom Garagen-Start-up. Auch die Gründer passen gut ins Bild. Drei junge, leidenschaftliche Journalisten, die nicht glücklich wurden, mit dem, was in den etablierten Medien möglich ist. Sie wollten lange, aufwändig recherchierte Texte schreiben, statt täglich drei Geschichten rauszuhauen oder online Klicks zu generieren. Referenz waren die vergangenen Blütezeiten des «Magazins» des «Tages-Anzeigers», die deutsche Wirtschaftszeitschrift «brand eins», das Magazin «Reportagen». «Wir wollen Journalismus verkaufen, nicht Aufmerksamkeit», fasst Sigg zusammen.</p>
<p>Im November 2014 mietete er zusammen mit Andres Eberhard und Joel Bedetti das Kellerabteil im Volkshaus. Dort brüteten sie über einem Geschäftsmodell. Es musste etwas sein, das sich mit ihren anderen Jobs vertrug: Sigg arbeitet 50% auf dem Sportamt der Stadt Zürich und schreibt seine Dissertation, Eberhard hat eine 60%-Stelle als Redaktor beim Zürcher Oberländer, beide sind daneben noch als Freie tätig. Bedetti ist hauptsächlich Freelancer. Die Lösung: Eine grosse Geschichte im Umfang von 25&#8217;000 bis 35&#8217;000 Zeichen pro Monat. Online drängte sich auf, weil Druck und Vertrieb wegfielen, aber auch weil es mehr formale Flexibilität bietet als Papier. Die Basler Stiftung für Medienvielfalt der Roche-Erbin Beatrice Oeri unterstützte das Projekt mit 15&#8217;000 Franken, den sie in eine professionelle Crowdfunding-Kampagne steckten. Das Sammelziel waren 50‘000 Franken, die fürs erste Jahr reichen sollten: Zwölf Artikel à 3000 Franken für die Autorinnen und Autoren plus die Kosten von Website, Grafik, Marketing und Crowdfunding. Zwei Tage vor Ablauf der Sammelfrist stand der Pegel erst bei 30‘000 Franken, die Mission war gefährdet. Dann trat eine Einzelperson, die nicht genannt sein will, auf den Plan und schüttete das fehlende Geld in den Topf: <a href="https://wemakeit.com/projects/digitales-magazin-coup/show/news" target="_blank">«Coup» war gelandet</a>. Inzwischen stehen acht grosse Reportagen auf der Website. 400 Personen haben ein Abonnement. Zum Gründerteam sind die Journalistin Anna Miller und der Grafiker Konrad Mazanowski gestossen. «Im Januar ziehen wir eine erste Zwischenbilanz», sagt Pascal Sigg.</p>
<p><strong>Die andere Sicht</strong><br />
Die Geschichte von «Coup» ist in mehrfacher Hinsicht exemplarisch für verlagsunabhängige digitale Magazine. Viele entstanden, weil ihre Macherinnen und Macher mit der real existierenden Medienlandschaft unzufrieden waren. Das gilt auch für jenes Projekt, das derzeit am meisten von sich reden macht: <a href="https://project-r.construction/" target="_blank">«Project R»</a>. «Es ist Zeit, dass sich die Journalisten unabhängig machen und der Journalismus unabhängig von den Grossverlagen existieren kann», schreibt Constantin Seibt auf der Facebook-Seite von Project R. Der bekannte Noch-«Tages-Anzeiger»-Redaktor ist das Aushängeschild des geplanten Magazins. Er und Christof Moser, heute Reporter und Medienkritiker der «Schweiz am Sonntag», sind daran, sieben Millionen Franken Startkapital aufzutreiben. 3,5 Millionen seien bereits gesichert, schreibt der «Schweizer Journalist» in seiner Dezember-Ausgabe. Die Redaktion soll acht bis zehn Personen umfassen, denen «einigermassen branchenkonforme Löhne» bezahlt werden sollen. Losgehen soll es frühestens im Spätsommer 2017. Neben der Werbung sollen Abonnentinnen und Abonnenten das nötige Geld in die Kasse spülen. Gegenüber der Wochenzeitung WOZ <a href="http://www.woz.ch/-730f" target="_blank">hatte Seibt im Oktober gesagt</a>, Konzerne wie Tamedia würden sich zu «grossen Verteilstationen von Informationen und Waren» wandeln, was verheerende Folgen für den Journalismus, für Leserinnen und Leser und die Demokratie habe. Dem wolle das Projekt etwas entgegensetzen. Was genau, ist noch wolkig. «Grosse Schauplätze, grosse Debatten, verlässliche Argumente», und «entscheidende Fragen mit grossen Geschichten» werden die beiden Initianten im «Schweizer Journalist» zitiert.</p>
<p><a href="http://www.infosperber.ch/" target="_blank">«Infosperber»</a>, seit März 2011 im Netz, stört sich ebenfalls daran, dass sich die Zeitungen, Radio und Fernsehen zunehmend an Einschaltquoten und (sinkenden) Inserateeinnahmen orientieren. «Infosperber will diese Mainstream-Medien nicht konkurrenzieren, sondern sie ergänzen. Die Plattform setzt sich zum Ziel, allein nach gesellschaftlicher oder politischer Relevanz zu gewichten», steht in der Rubrik «über uns». Um Analysen und Hintergrund statt News und Kurzfutter geht es seit 2010 <a href="https://www.journal21.ch/" target="_blank">auch im «Journal 21»</a>. Dahinter stehen 80 erfahrene, viele davon pensionierte, namhafte Journalistinnen und Journalisten. «Wir richten uns an Leserinnen und Leser, die bereit sind, anspruchsvolle Texte zu konsumieren», schreibt Gründer Heiner Hug, ehemaliger Leiter der Tagesschau des Schweizer Fernsehens.</p>
<p><strong>Im Reich der Monopole</strong><br />
Regionale Zeitungsmonopole wirken ebenfalls als guter Nährboden, der digitale Medien spriessen lässt. In Basel bietet der Journalist Peter Knechtli seit 1998 mit seinen <a href="http://onlinereports.ch/" target="_blank">«Online Reports»</a> eine Alternative oder zumindest eine wichtige Ergänzung zur «Basler Zeitung». Das war damals eine Pioniertat, zumal als Online-Angebot. Dank Werbung und einem mit Spenden alimentierten Recherchierfonds hält sich Knechtli bis heute gut. Daran änderte sich auch nichts, als 2011 in Basel <a href="http://www.tageswoche.ch/" target="_blank">zusätzlich die «Tageswoche»</a> auf den Plan trat, eine digitale Zeitung mit einer gedruckten Ausgabe am Freitag. Der Hybrid war entstanden, nachdem die «Basler Zeitung» in Blochers Fahrwasser geriet und sie der SVP-Politiker schliesslich kaufte. Die «Tageswoche» wurde mit viel Geld der gleichzeitig gegründeten Stiftung für Medienvielfalt von Beatrice Oeri angeschoben und wird von ihr bis heute mitfinanziert.</p>
<p>Weil die Zeitungsvielfalt auch anderswo abnimmt, entstanden in jüngerer Zeit in verschiedenen Regionen digitale Alternativen. Im Reich von Hanspeter Lebruments Südostschweiz ist mit <a href="http://grheute.ch/" target="_blank">«GR heute»</a> seit September 2015 eine neue, unabhängige Stimme zu hören. In Bern gibt es das <a href="http://www.journal-b.ch/" target="_blank">«Journal B» (seit 2013)</a>, in Zug und Luzern <a href="http://www.zentralplus.ch/" target="_blank">«zentralplus.ch» (seit 2013)</a>. Urnerinnen und Urner können sich seit 2011 <a href="https://www.politcast-uri.ch/" target="_blank">auf «politcast-uri.ch»</a> Audiobeiträge anhören. Das <a href="https://tsri.ch/zh/" target="_blank">Stadtmagazin «tsüri.ch»</a> ist seit Januar 2015 online. Mit Texten, Videos und Ausgehtipps richtet es sich an ein junges, urbanes Publikum. Nach Meinung der Macher bestand für diese Zielgruppe eine Angebotslücke. Der Erfolg scheint die Diagnose zu bestätigen: Bis zu 30‘000 Menschen besuchen die Plattform monatlich.</p>
<p>«Für die Medienvielfalt sind die Online-Medien fraglos eine gute Sache», sagt die Medienjournalistin Bettina Büsser. Viele spielten auch als Ausbildungsredaktionen für junge Journalistinnen und Journalisten eine wichtige Rolle. Davon kann ein Magazin aber nicht leben. Genug Geld zu generieren, ist die grosse Herausforderung für die digitalen Medien. Es sei denn, sie betreiben Journalismus ehrenamtlich, was keine Seltenheit ist. Bei Infosperber, Journal 21 und einigen der regionalen Magazine, etwa «Journal B» in Bern, und Fachmedien arbeiten die Leute für Gottes Lohn. Die Magazine, die ihre Mitarbeitenden entlöhnen wollen, haben das Problem, dass Werbung, wie sie heute im Web funktioniert, auf so kleinen Seiten nichts hergibt, ausser ein verschandeltes Layout. Gleichzeitig zeigt sich die Leserschaft nur bedingt bereit, für das Gelesene zu bezahlen. Und Mäzene stehen auch nicht Schlange. Oft komme es zu einem Wettlauf, sagt Medienkennerin Bettina Büsser: «Reicht der Enthusiasmus so lange, bis genügend zahlende Abonnenten vorhanden sind?» Besonders in der Startphase spielten deshalb Stiftungen eine wichtige Rolle. «Ohne reiche Erben, die solche Projekte unterstützen, wäre die Landschaft ärmer.»</p>
<p><strong>Die vom Fach</strong><br />
Unübersichtlich artenreich ist die Population der digitalen Fachmedien. Unter den ersten, die den Evolutionsschritt vom Papier ins Netz machten, waren Magazine, die über die Kommunikationsbranche berichteten. Der <a href="http://www.kleinreport.ch/" target="_blank">Newsletter «Klein Report»</a> erscheint seit dem Jahr 2000. Gleich alt ist der <a href="http://www.persoenlich.com/" target="_blank">«persoenlich.com»</a>-Newsletter, die digitale Ergänzung des Hochglanzmagazins «persönlich». Jünger (seit 2011), analytischer und kritischer kommt die «Medienwoche» daher. Bei ihr gibt es keine täglichen News, sondern Hintergrundberichte, Analysen, Interviews und Meinung. Journalismus, aber auch Kunst, Musik und Dokumentarfilm werden im <a href="http://neulandmagazin.net/" target="_blank">Magazin «Neuland»</a> thematisiert. Es erscheint alle zwei Monate.</p>
<p>Was noch? Noch ganz ganze viel. Zum Beispiel <a href="https://tink.ch/" target="_blank">«Tink.ch»</a>: Das Online-Jugendmagazin feiert dieses Jahr sein 10-Jahr-Jubiläum. Es ist aus der Berner Kultur- und Stadtagenda «Youthguide» hervorgegangen und heute ein dreisprachiges Magazin mit Redaktionen in der ganzen Schweiz. Die Schreibenden sind junge Leute zwischen 15 und 30, die hier das journalistische Handwerk lernen. Oder <a href="https://www.swissmom.ch/" target="_blank">«swissmom.ch»</a>, das Fachmagazin rund ums Kinderkriegen und –haben, das dieses Jahr vom Verlegerverband einen Q-Award bekommen hat, obwohl der eigentlich Publikationen auf Papier vorbehalten ist. Oder «Das Lamm», das kritische Fragen zur Nachhaltigkeit stellt, oder «Saiten», das Ostschweizer Kulturmagazin, oder <a href="http://finews.ch/" target="_blank">«finews.ch»</a> und <a href="http://insideparadeplatz.ch/" target="_blank">«insideparadeplatz.ch»</a>, die Intimes aus der Schweizer Finanzbranche berichten, oder… Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Die grosse Vielfalt hat auch damit zu tun, dass Fachmagazine – egal ob digital oder analog – leichter zu Geld kommen, als thematisch breit aufgestellte Medien.</p>
<p><strong>Verkaufen, planen, organisieren</strong><br />
Wer jedoch einen weiten Winkel pflegen und davon leben will, muss sich was einfallen lassen. Bei «coup» zum Beispiel ist der Zeitpunkt nicht mehr fern, zu dem die Crowdfunding-Mittel zur Neige gehen. Jetzt muss wieder Geld her. Das bedeutet Klinken putzen bei Stiftungen und Privatpersonen, Bekanntheitsgrad und Abonnentenzahlen erhöhen, vielleicht einen Förderverein gründen. Also verkaufen, planen, organisieren: Machen sich Journalisten selbständig, müssen sie Dinge tun, um die sich vorher die Verlage kümmerten. «Coup»-Gründer Pascal Sigg hat damit kein Problem: «Ich finde das Unternehmerische spannend.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/">Überlebensübung in der Nische</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NZZ: und wo steht Veit Dengler?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/14/nzz-und-wo-steht-veit-dengler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Dec 2014 21:32:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Müller]]></category>
		<category><![CDATA[CEO]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Veit Dengler]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Konzernleiter der NZZ Mediengruppe ist ein bekennender EU-Befürworter. Zur Wahl des Chefredaktors hat er aber nichts zu sagen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Konzernleiter der NZZ Mediengruppe ist ein bekennender EU-Befürworter. Zur Wahl des Chefredaktors hat er aber nichts zu sagen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/14/nzz-und-wo-steht-veit-dengler/">NZZ: und wo steht Veit Dengler?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn der Leser als Last empfunden wird</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/11/wenn-der-leser-als-last-empfunden-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2014 12:18:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentarkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg Müller-Muralt]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Aktivitäten der Leserschaft in den Online-Kommentarspalten beschäftigt die Redaktionen. Erste Medien ziehen Konsequenzen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aktivitäten der Leserschaft in den Online-Kommentarspalten beschäftigt die Redaktionen. Erste Medien ziehen Konsequenzen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/11/wenn-der-leser-als-last-empfunden-wird/">Wenn der Leser als Last empfunden wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wer hat, dem wird gegeben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/08/16/wer-hat-dem-wird-gegeben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 10:17:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Clack]]></category>
		<category><![CDATA[clack.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Newsnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Nicole Althaus]]></category>
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		<category><![CDATA[Urs P. Gasche]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Infosperber]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4370</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die beiden Tamedia-Nachrichtenportale 20 Minuten Online und Newsnetz wirken wie Magnete: Dank ihrer Grösse und Marktmacht erhalten sie nun sogar Artikel zur Veröffentlichung geschenkt. Sowohl Infosperber, eine gemeinnützige Plattform, als auch Clack, ein Online-Magazin für Frauen, überlassen den Branchenleadern Texte zur Gratisveröffentlichung. Als Gegenleistung geben sie sich mit Links auf ihre Websites zufrieden. Ein Geschenk <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/16/wer-hat-dem-wird-gegeben/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/16/wer-hat-dem-wird-gegeben/">Wer hat, dem wird gegeben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/geschenk.jpg" class="alignleft" width="120" height="116" /> Die beiden Tamedia-Nachrichtenportale 20 Minuten Online und Newsnetz wirken wie Magnete: Dank ihrer Grösse und Marktmacht erhalten sie nun sogar Artikel zur Veröffentlichung geschenkt. Sowohl Infosperber, eine gemeinnützige Plattform, als auch Clack, ein Online-Magazin für Frauen, überlassen den Branchenleadern Texte zur Gratisveröffentlichung. Als Gegenleistung geben sie sich mit Links auf ihre Websites zufrieden.<br />
<span id="more-28905"></span><br />
Ein Geschenk lehnt man natürlich nicht ab. Erst recht nicht, wenn es sich dabei um Qualitätsware handelt. Das müssen sich auch die Verantwortlichen der Online-Portale 20 Minuten Online und Newsnetz gedacht haben. Sie befinden sich in der glücklichen Lage, dass sie von externen Plattformen journalistische Beiträge zur kostenlosen Zweitveröffentlichung erhalten. Zwar handelt es sich in beiden Fällen erst um einen Testbetrieb, was aber dieses Kooperationsmodell nicht weniger problematisch macht.</p>
<p>Der Deal läuft folgendermassen: 20 Minuten Online veröffentlicht <a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/Athen-nimmt-Schweizer-Banken-ins-Visier-12654854" target="_blank"> ausgewählte Artikel von Infosperber </a>und bedankt sich mit einem Link auf die Website der <a href="http://infosperber.ch/" target="_blank">gemeinnützigen Plattform für unabhängigen Journalismus</a>. «In der Zusammenarbeit zwischen Infosperber und 20 Minuten Online sind keine Geldflüsse vorgesehen», teilt Hansi Voigt, Chefredaktor von 20 Minuten Online, auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit. Eine komfortable Situation: Voigt erhält hochwertige Texte für sein Portal und muss dafür keinen Rappen bezahlen, obwohl es sich das rentable Portal locker leisten könnte, den Autoren ein anständiges Honorar für die Zweitverwertung ihrer Texte zu entrichten.</p>
<p>Nicht anders sieht es bei der – vorerst auf die Sommermonate beschränkten – <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/serie/clack-kooperation/s.html" target="_blank">Kooperation von Clack mit dem Newsnetz</a> aus. Auch hier fliesst kein Geld, erklärt Nicole Althaus, Gründerin und Autorin des <a href="http://clack.ch/" target="_blank">«Online-Magazins für Frauen»</a>. Ein Link als Entschädigung muss reichen. Die Macherinnen und Macher von Clack hätten einstimmig gefunden, dass es sich lohne, auf diese Weise das eigene Magazin bekannter zu machen, so Althaus weiter. «Nach zwei Monaten werden wir eine erste Bilanz ziehen, und schauen, was die Zusammenarbeit beiden Seiten bringt.»</p>
<p>Bei Infosperber und 20 Minuten Online hat die Zusammenarbeit eben erst begonnen; sie läuft vorerst bis Ende Jahr im Rahmen einer Testphase. Dann wollen die beiden ungleichen Partner ihre Zusammenarbeit evaluieren. Um eine geldwerte Entschädigung dürfte es auch dannzumal nicht gehen. Für Infosperber liegt der Kern der Kooperation bei der Werbung für das eigene Angebot auf einer gut frequentierten Plattform. «Die Zusammenarbeit mit 20 Minuten Online macht einzelne Artikel einem breiteren Publikum bekannt und die mehrfache Verlinkung auf Infosperber wird unseren Bekanntheitsgrad erhöhen», teilt Urs P. Gasche, Initiator und Autor der unabhängigen und gemeinnützigen Online-Plattform, auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit.</p>
<p>Was die Finanzierung von unabhängigem Online-Journalismus angeht, zeigt man sich bei Infosperber pragmatisch. So sind die Autorinnen und Autoren frei, ihre Beiträge anderen Medien gegen Honorar anzubieten. Infosperber besteht nicht auf der Erstpublikation. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es aber anders aus, wie Urs P. Gasche weiss: «Unsere Autorinnen und Autoren gehen aufgrund ihrer Erfahrungen davon aus, dass ihre Beiträge wegen des Inhalts oder der Form in der Regel keine zahlenden Abnehmer finden würden.»</p>
<p>Wenn nun als Konsequenz dieser Erfahrungen ausgerechnet Tamedia journalistische Leistungen geschenkt erhält, ein Verlag, der in den letzten Jahren die Budgets für freie Mitarbeiter zusammengestrichen hat, entbehrt das nicht einer gewissen Tragik. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich Infosperber als «gemeinnützige Plattform» versteht, «deren Inhalte unverändert und mit Quellenangabe der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.» 20 Minuten Online ist erst in zweiter Linie «Öffentlichkeit». Zuerst ist es Teil eines börsennotierten und gewinnorientierten Medienunternehmens. Dem verlagsunabhängigen Journalismus, der seit ein paar Jahren im Netz eine neue Blüte erlebt und nach tragfähigen Finanzierungsmodellen sucht, erweisen solche Gratis-Partnerschaften einen Bärendienst.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/16/wer-hat-dem-wird-gegeben/">Wer hat, dem wird gegeben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Das Lokale kommt zu kurz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/08/das-lokale-kommt-zu-kurz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 10:12:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwar werden nahezu im Wochentakt Nachrichtenmedien im Netz gegründet. Aber keines der neuen Online-Angebote richtet seinen Blick aufs Lokale. Der Raum für Alternativen zum bestehenden Lokaljournalismus wäre aber durchaus vorhanden. Ins Jammern und Lamentieren über den Zustand der Medien mischen sich langsam aber sicher optimistische Zwischentöne. Zumindest bei denjenigen, die in der Krise eine Chance <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/08/das-lokale-kommt-zu-kurz/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/08/das-lokale-kommt-zu-kurz/">Das Lokale kommt zu kurz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwar werden nahezu im Wochentakt Nachrichtenmedien im Netz gegründet. Aber keines der neuen Online-Angebote richtet seinen Blick aufs Lokale. Der Raum für Alternativen zum bestehenden Lokaljournalismus wäre aber durchaus vorhanden.<br />
<span id="more-1737"></span><br />
Ins Jammern und Lamentieren über den Zustand der Medien mischen sich langsam aber sicher optimistische Zwischentöne. Zumindest bei denjenigen, die in der Krise eine Chance sehen und selbst das Heft in die Hand nehmen. Lang ist die Liste der Neugründungen von Informationsmedien in der Schweiz, und sie wird immer länger. Vor einer Woche hat <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/" target="_blank">das Magazin Infosperber</a> das Licht der Medienwelt erblickt. Zu aktuellen Brennpunkten des Weltgeschehens, wie der Atomkatastrophe in Japan oder den gesellschaftlichen Umschichtungen in Nordafrika, liefert das neue Magazin kompetent und tagesaktuell Hintergrundbeiträge. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch <a href="http://journal21.ch/" target="_blank">Journal 21</a>. Das vor einem halben Jahr gegründete Online-Magazin aus dem Umfeld ehemaliger und inzwischen pensionierter Radio- und Fernsehmitarbeiter hat ein starkes aussenpolitisches Profil.</p>
<p>Bei aller Kompetenz der Autoren und der thematischen Vielfalt ihrer Beiträge sticht doch bei beiden Neugründungen ein Mangel ins Auge: Regionale Themen finden sich weder bei Infosperber noch im Journal 21. Damit sind sie nicht alleine. Sämtliche neu lancierten journalistischen Plattformen und Projekte im Netz – und es sind nicht wenige – lassen das Lokale links liegen. Zwar gibt es inzwischen eine reichhaltige Palette an jungen und (verlags)unabhängigen Alternativmedien, vom digitalen Feuilleton namens Neuland, über das Lifestyle- und Frauenmagazin <a href="http://clack.ch" target="_blank">clack.ch</a> bis zur Finanzplattform <a href="http://finews.ch" target="_blank">finews.ch</a>.</p>
<p>Worauf Medienkonsumenten aber weiterhin warten, die mit den Leistungen ihrer Leibblätter nicht mehr zufrieden sind, sind Alternativen zur Regionalzeitung. Ausser der löblichen Ausnahme des Einmannbetriebs <a href="onlinereports.ch" target="_blank">onlinereports.ch</a> in Basel, die aber nicht mehr als die Regel bestätigt, existieren keinerlei vergleichbare Angebote in anderen Städten oder Regionen der Schweiz.</p>
<p>Raum für Alternativen und ergänzende Angebote zu den bestehenden Regionalzeitungen besteht durchaus, wie auch die Forschung bestätigt. «Für die Regionalberichterstattung gibt es in der Regeln nebst der Regionalzeitung keine valable Alternative», heisst es in der aktuellen Studie <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/Meier+et+al+Bakom+Schlussbericht+13-1-2011.pdf" target="_blank">«Pluralismus und Vielfalt in Regionalzeitungen»</a>. Über die Gründe für das Fehlen solcher Angebote, schweigen sich die Medienwissenschaftler aber aus.</p>
<p>Erklärungen für die Absenz des Lokaljournalismus im aktuellen Gründungsboom von Online-Medien gibt es aber durchaus. Praktisch alle neuen Magazine und Plattformen werden ehrenamtlich und ohne Geschäftsmodell betreiben, das diesen Namen verdient. Journalismus wird hier weitgehend als Hobby praktiziert: Die Vorlieben der Autoren und das im Berufsleben erworbene Fachwissen stehen im Vordergrund. Nun gibt es Expertinnen für Stilfragen, Fachleute für Fussball, Kennerinnen der Aussen- und Innenpolitik, die in den neuen Medien ihrer Leidenschaft frönen und endlich das tun können, was in ihrem Beruf als angestellte Medienschaffende im besten Fall als Kür gefragt ist. Lokaljournalismus dagegen ist eine Querschnittsaufgabe. Er beobachtet Politik, Kultur, Gesellschaft, ja das ganze Leben, das sich in einem Mikrokosmos abspielt. Eine Spezialisierung ist im Lokalen höchstens handwerklich möglich, nicht aber thematisch. Ausserdem geniesst der Lokaljournalismus, obwohl er zurecht als eine der härtesten Disziplinen in den Medien gilt, weiterhin den Ruf als Tummelfeld für Einsteigerinnen und Anfänger. Die meisten Journalisten, die im «Lokalen» beginnen, streben irgendwann einmal nach Höherem. Wer sich erst einmal in die Dossiers der grossen Politik eingearbeitet hat, kehrt nicht mehr als Berichterstatterin an die Gemeindeversammlung zurück. Auch nicht für unabhängige Online-Medien.</p>
<p><em>Dieser Artikel ist zuerst in der Wochenzeitung WoZ erschienen.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/08/das-lokale-kommt-zu-kurz/">Das Lokale kommt zu kurz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Journalismus ohne Geschäftsmodell</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 09:29:15 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Niklaus Ramseyer]]></category>
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		<category><![CDATA[Hanspeter Guggenbühl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Journalist und Publizist Urs P. Gasche (Ex-«Kassensturz»; «Schluss mit dem Wachstumswahn») startet den bisher ambitioniertesten Versuch, abseits der etablierten Verlagskanäle im Internet Journalismus zum Blühen zu bringen. Das Magazin «Infosperber» bietet zwar kein vollständiges Nachrichtenangebot, ergänzt aber die Themenpalette punktuell und versteht sich als Navigationshilfe durch die Informationsflut. Das Gründungsfieber grassiert weiter. Der jüngste <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Journalismus ohne Geschäftsmodell</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalist und Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urs_P._Gasche" target="_blank">Urs P. Gasche</a> (Ex-«Kassensturz»; «Schluss mit dem Wachstumswahn») startet den bisher ambitioniertesten Versuch, abseits der etablierten Verlagskanäle im Internet Journalismus zum Blühen zu bringen. Das Magazin <a href="http://www.infosperber.ch/" target="_blank">«Infosperber»</a> bietet zwar kein vollständiges Nachrichtenangebot, ergänzt aber die Themenpalette punktuell und versteht sich als Navigationshilfe durch die Informationsflut.<br />
<span id="more-28773"></span><br />
Das Gründungsfieber grassiert weiter. Der jüngste Schub hat die Nachrichtenplattform «Infosperber» hervorgebracht. Wie bereits bei der Gründung von <a href="http://journal21.ch/" target="_blank">journal 21</a> hat eine Gruppe altgedienter Journalisten selbst ein Online-Magazin gegründet, anstatt über den Zustand der Medien zu lamentieren. «Infosperber», das heute offiziell das Licht der Online-Welt erblickt, will nach eigenen Angaben das Augenmerk auf «vergessene Zusammenhänge und vernachlässigte Perspektiven» richten. Aber: «Bei Infosperber gibt es keinen Pflichtstoff», sagt Urs P. Gasche, der das Projekt als treibende Kraft mit an den Start gebracht hat. Ein Blick auf die ersten Artikel widerspiegelt die allgemeine Nachrichtenlage: Prominent vertreten sind zum Start Artikel zu Atom- und Energiefragen und zur Lage in Libyen. Der Aufmacher im Wirtschaftsressort besteht überraschenderweise nur aus eine  <a href="http://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/In-Libyen-werden-die-Erdol-Reserven-neu-verteilt" target="_blank">Anreisser für einen Artikel im journal 21</a> zu den Begehrlichkeiten rund um das Erdöl in Libyen. Mit Links auf Angebote von Dritten und Zweitverwertungen hat Urs P. Gasche kein Problem. Es ist Teil der Redaktionspolitik, auf vorhandenes Textmaterial zurückzugreifen. Aus einfachen Gründen: «Bei uns können die Autoren ein zusätzliches Publikum ansprechen.» Ausserdem hoffe er, dass freie Journalistinnen und Journalisten Artikel zur kostenlosen Zweitverwertung zur Verfügung stellen. Das Angebot zum Start ist beeindruckend: Von den neun Ressorts sind die meisten bereits reich bestückt.</p>
<p>In der Redaktionsleitung befinden sich neben Gasche altbekannte Figuren aus der Schweizer Medienlandschaft mit an Bord des neuen Nachrichtenmagazins. Zum Beispiel Hanspeter Guggenbühl, der zusammen mit Gasche mehrere<a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2004/nr40/Wirtschaft/10574.html" target="_blank"> konsumkritische Bücher</a> verfasst hat. Der langjährige freie Journalist ist ein ausgewiesener Spezialist für Energiefragen und deshalb gerade in diesen Tagen eine interessante Stimme. Ebenfalls in die Kategorie «alter Fuchs» fällt <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/03/portraet_ramseyer.pdf">Niklaus Ramseyer</a>. Der frühere Bundeshauskorrespondent der Basler Zeitung hat nach seiner Pensionierung den Arbeitsplatz in Bundesbern behalten und arbeitet seither als freier Journalist, unter anderem als <a href="http://www.radio1.ch/team/experten/niklaus-ramseyer/" target="_blank">Korrespondent für Roger Schawinskis Radio 1</a> und die Gewerkschaftszeitung Work. Mit <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/infosociety/02030/02034/03019/index.html?lang=de" target="_blank">Robert Ruoff </a>(Ex-Moderator und Produzent Schweizer Fernsehen) und <a href="http://www.commwork.ch/d/portrait/index.php" target="_blank">Christian Müller</a> (Ex-Verlagsleiter Vogt/Schild-Medien, Solothurn) befinden sich zwei weitere Pensionäre mit einschlägiger Vergangenheit in der Redaktionsleitung. «Es ist naheliegend, dass bei einem solchen Projekt Leute im Ruhestand mitmachen. Aber die Redaktion besteht nicht nur aus Rentnern. Eine Durchmischung finde ich wichtig. Denn ein 30-Jähriger sieht die Welt anders an als ein 60-Jähriger.» Dreissig Jahre jünger als die Altherren in der Redaktionsleitung ist Christof Moser, 31, Bundeshausredaktor vom «Sonntag»; und er ist nicht nur die Ausnahme, die die Regel bestätigt. In der rund 30-köpfigen Redaktion sind Alter und Geschlecht bunter gemischt als in der Leitung.</p>
<p>Getragen wird Infosperber von der eigens zu diesem Zweck gegründeten <a href="http://ssui.ch/" target="_blank">«Schweizerischen Stiftung zur Förderung unabhängiger Information» SSUI</a>. Wer beim Stichwort Stiftung an viel Geld denkt, liegt in diesem Fall falsch. «Hinter der SSUI steckt weder ein potenter Stifter noch ein Mäzen. Lediglich unser Gründungskapital von 150&#8217;000 Franken befindet sich in der Stiftung», sagt Urs P. Gasche. Man habe bewusst das Modell einer Stiftung als Trägerin von «Infosperber» gewählt. Damit ist garantiert, dass niemand den Zweck ändern und auch niemand die Plattform kaufen kann. Ein Geschäftsmodell gibt es für «Infosperber» keines. Man nimmt einfach das Geld, das kommt. Wenn es denn kommt. Zum Beispiel über Spenden, wofür es unter einem Teil der Artikel einen Paypal-Button gibt. Auch über Flattr kann man als Leser das Projekt unterstützen. «Infosperber»-Gründer Gasche hält dies das derzeit beste Spendensystem: «Flattr ist besonders geeignet, weil praktisch der ganze Betrag den Begünstigten zukommt.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Journalismus ohne Geschäftsmodell</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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