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	<title>Jury | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Zum Dank ins Gesicht gespuckt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/28/zum-dank-ins-gesicht-gespuckt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 May 2011 12:21:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Nasa]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Tschudin]]></category>
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		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Maurice Thiriet]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Burtscher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon wieder wirft ein Journalistenpreis Wellen. Zwar nicht ganz so hohe, wie jüngst nach der Aberkennung des Henri-Nannen-Preises. Aber auch beim Zürcher Journalistenpreis stellen sich post festum Fragen: Verstösst Nachwuchspreisträger Maurice Thiriet gegen Anstands- und Standesregeln, wenn er die zentrale Inspirationsquelle zu seinem ausgezeichneten Artikel mit keinem Wort erwähnt? Die Jury meint nein. Wir finden <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/28/zum-dank-ins-gesicht-gespuckt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon wieder wirft ein Journalistenpreis <a href="http://www.benkoe.ch/2011/05/abt-bitchfight-heute-infamy-vs-thiriet-journipreis/" target="_blank">Wellen</a>. Zwar nicht ganz so hohe, wie jüngst nach der <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/" target="_self">Aberkennung des Henri-Nannen-Preises</a>. Aber auch beim Zürcher Journalistenpreis stellen sich post festum Fragen: Verstösst <a href="http://www.zh-journalistenpreis.ch/d/preisverleihungen/2011.php" target="_blank">Nachwuchspreisträger</a> <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/stichwort/autor/maurice-thiriet/s.html" target="_blank">Maurice Thiriet</a> gegen Anstands- und Standesregeln, wenn er die zentrale Inspirationsquelle zu seinem ausgezeichneten Artikel mit keinem Wort erwähnt? Die Jury meint nein. Wir finden schon. Erst recht, wenn Thiriet einen Kollegen, der ihm bei der Recherche behilflich war, öffentlich verunglimpft.<br />
<span id="more-28843"></span><br />
Die Geschichte von Barbara Burtscher ist auch eine Mediengeschichte, ein Lehrstück über das kollektive Versagen von Journalisten. Die Medien frassen der selbsternannten Astronautin aus der Hand, mehr als ein Jahr lang auf allen Kanälen. Bis sich irgendwann die Zweifel am dutzendfach erzählten Mond- und Marsmärchen verdichteten und Journalisten zur Gegenrecherche ansetzten. Maurice Thiriet war einer davon, aber weder der Erste noch der Einzige. Im Tages-Anzeiger veröffentlichte er im August 2010 das Stück <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-eingebildete-Astronautin-/story/11450678" target="_blank">«Die eingebildete Astronautin»</a> und half damit «unsere Frau bei der Nasa» (Blick) von jenem Sockel zu stossen, auf den sie auch <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/Die-Ausserirdische/story/11754449" target="_blank">Tagi-Kollegen</a> zuvor hochgeschrieben hatten. Dafür erhielt Thiriet am letzten Dienstag die Auszeichnung in der Nachwuchskategorie des Zürcher Journalistenpreises.</p>
<p>Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Thiriet seine Geschichte nicht alleine recherchiert. Substanzielle Starthilfe leistete <a href="http://www.drs2.ch/www/de/drs2/themen/wissenschaft/224718.prix-media-fuer-patrik-tschudin.html" target="_blank">DRS2-Wissenschaftsredaktor Patrik Tschudin</a>. Er hatte die Ungereimtheiten im Leben der Möchtegern-Astronautin bereits im Januar 2010 auf seinem Blog <a href="http://infam.antville.org/stories/1968051/" target="_blank">infamy</a> thematisiert. Thiriet wurde dort auf die Geschichte aufmerksam und kontaktierte daraufhin Tschudin. In einem längeren Mailwechsel breitete der Basler Journalist seine bisherigen Rechercheergebnisse aus, wovon Teile später in Thiriets Text einflossen. Im preisgekrönten Artikel finden sich jedoch keinerlei Hinweise auf die Unterstützung bei der Recherche und die Inspirationsquelle. Das ist schlechter Stil, zumal Thiriet eine Mediengeschichte erzählt, wozu auch gehören würde, die verschiedenen Etappen von Burtschers Demontage zu dokumentieren. <a href="http://twitter.com/#!/mbinswanger/status/73321143582470144" target="_blank">Prominente Stimmen</a> finden nun, dass eigentlich Tschudin und seine Journalistenkollegen vom infamy-Blog den Preis verdient hätten.</p>
<p>Doch damit nicht genug. Der Nachwuchsjournalist tritt völlig unmotiviert nach und spuckt Tschudin zum Dank für die Unterstützung ins Gesicht. Mit Häme wirft Thiriet Tschudin vor, in der Burtscher-Recherche eingeknickt zu sein, weil er die Blogbeiträge gelöscht habe, nachdem Burtscher mit rechtlichen Schritten gedroht hatte. Und dann kommts ganz dick: Wer als Journalist nicht hartnäckig an einer Geschichte dranbleibe, sei nicht zufällig alleinstehend, da er mit Frauen wohl ebenso fahrlässig umgehe, wie mit guten Geschichten. Das steht so in der <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/thiriet_statement.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Broschüre des Journalistenpreises</a>. Wortwörtlich: «Der Blogger [Patrik Tschudin] ist mittleren Alters und alleinstehend. Nicht zufällig: Gute Geschichten sind wie gute Frauen. Man trifft zufällig auf sie, und wer nicht hartnäckig dranbleibt, kriegt sie nicht.» Das ist kein Ausrutscher, sondern vorsätzliches Nachtreten. Bis heute hat sich Thiriet nicht bei Tschudin entschuldigt.</p>
<p>UPDATE 31.5.2011:<br />
Inzwischen hat sich Maurice Thiriet bei Patrik Tschudin entschuldigt – <a href="http://infam.antville.org/stories/2064325/" target="_blank">mit einer Flasche korkigem Wein</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/28/zum-dank-ins-gesicht-gespuckt/">Zum Dank ins Gesicht gespuckt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Jury soll nachrecherchieren</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/12/jury-soll-nachrecherchieren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Egli von Matt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2011 08:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Jury]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soll die Jury eines Journalistenpreises die eingereichten Beiträge auf Herz und Nieren prüfen, also auch mal nachrecherchieren, um ihre Preiswürdigkeit einwandfrei feststellen zu können? Sylvia Egli von Matt, Direktorin der Journalistenschule MAZ und Jurypräsidentin des Schweizer Meidenpreises für Lokaljournalismus, findet klar: ja, eine Jury muss diesen Aufwand leisten. Den aktuellen Fall der Aberkennung des Henri-Nannen-Preises <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/12/jury-soll-nachrecherchieren/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Soll die Jury eines Journalistenpreises die eingereichten Beiträge auf Herz und Nieren prüfen, also auch mal nachrecherchieren, um ihre Preiswürdigkeit einwandfrei feststellen zu können? Sylvia Egli von Matt, Direktorin der Journalistenschule MAZ und <a href="http://dermedienpreis.ch/de/jury.php" target="_blank">Jurypräsidentin</a> des Schweizer Meidenpreises für Lokaljournalismus, findet klar: ja, eine Jury muss diesen Aufwand leisten. Den aktuellen Fall der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung des Henri-Nannen-Preises</a> für die beste Reportage hält Egli von Matt aber nicht geeignet für eine <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/" target="_self">generelle Kritik</a> an der Arbeit von Jurys.</em><br />
<span id="more-28824"></span><br />
So einfach die Frage, so komplex die Antwort. Juryarbeit ist spannend, lehrreich und komplex. Sie baut auf Vertrauen in die Qualitätsmedien und soll doch sehr kritisch sein. Als Jurorin aber wiederum erhofft man sich, viele Eingaben, viele gute Eingaben, damit im intensiven Diskurs eine herausragende Arbeit gekürt werden kann. Dies ist eine weitere Schwierigkeit, denn Lektüre braucht dann entsprechend viel Zeit. Dabei kommen in der Tat immer wieder Fragen, Zweifel auf. Stimmt das? Sind die Quellen sicher? In Jurys, in denen ich war, haben wir auch immer wieder Rechercheanrufe über Artikel möglicher Preisträger gemacht, haben also nachgeprüft. Das soll jede Jury leisten. Und ich weiss, viele tun das auch.</p>
<p>Der aktuelle Fall aber scheint mir – für uns Schweizer Medienschaffende &#8211; nicht unbedingt geeignet für eine generelle Kritik an Jurys. Die Aberkennung des Preises finde ich falsch. Doch sie stellt eine wichtige Frage, und die hat mit journalistischem Handwerk zu tun. Nicht mit dem Reglement des Henri-Nannen-Preises, dieses kann durchaus Kriterien der Kategorie definieren, hier eben die Reportage. Reportage kommt von «reporter», französich für zurücktragen, im Sinn von berichten, aufschreiben. Ist berichten denn tatsächlich ausschliesslich Augenzeugenschaft? Kriege ich als Journalistin nicht mindestens so viel mit, wenn ich erzählen lasse, gut zuhöre, überprüfe und dann anschaulich beschreibe. Gibt die Ohrenzeugenschaft nicht möglicherweise ebenso treffende oder gar differenziertere, weil distanzierte Bilder? Wenn die Definition so eng wird, wie die Jury nun entschieden hat, fallen viele gute Geschichten künftig aus Rang und Traktanden. Es hätten wohl auch viele Reportagen von Egon Erwin Kisch – dem ursprünglichen Namensgeber des Preises – diesem Anspruch nicht genügt. Möglicherweise wirkt aber in diesem konkreten Fall auch noch der Fall Guttenberg nach.</p>
<p>PS: Ich war an der Preisverleihung. Der Preisträger erzählte, dass ihn Horst Seehofer auch nach diesem Artikel sehr respektiere.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/12/jury-soll-nachrecherchieren/">Jury soll nachrecherchieren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Jury trifft keine Schuld</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fredy Gsteiger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 14:22:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Fredy Gsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Jury]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der Aberkennung des Henri-Nannen-Preises für die beste Reportage steht auch das Selbstverständnis und die Arbeitsweise von Journalistenpreis-Jurys zur Debatte. Man könne nicht erwarten, dass eine Jury die eingereichten Beiträge nachrecherchiere, findet Fredy Gsteiger, Präsident der Jury des Zürcher Journalistenpreises. Dennoch sollten Preise nicht leichtfertig verliehen werden. Auszeichnungen nur auf Bewährungen zu verleihen, weil nachträglich Mängel auftauchen <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/">Jury trifft keine Schuld</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung</a> des Henri-Nannen-Preises für die beste Reportage steht auch das Selbstverständnis und die Arbeitsweise von Journalistenpreis-Jurys <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/" target="_blank">zur Debatte</a>. Man könne nicht erwarten, dass eine Jury die eingereichten Beiträge nachrecherchiere, findet Fredy Gsteiger, Präsident der Jury des <a href="http://www.zh-journalistenpreis.ch/" target="_blank">Zürcher Journalistenpreises</a>. Dennoch sollten Preise nicht leichtfertig verliehen werden. Auszeichnungen nur auf Bewährungen zu verleihen, weil nachträglich Mängel auftauchen könnten, hält Gsteiger für «Unfug»</em>.<br />
<span id="more-28822"></span><br />
Eine Reportage lebt von der Anschauung, vom eigenen Erleben. Soviel ist klar. Schildert also ein Reporter <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">im Detail die Modelleisenbahnanlage</a> eines Politikers, erwartet der Leser, dass er selber im Bastelraum war. «Spiegel»-Journalist René Pfister hat Horst Seehofers Minibahn jedoch nicht gesehen.<br />
Wem sind nun Vorwürfe zu machen? Zunächst dem Reporter selber: Er hat sein Porträt in der Kategorie Reportage eingereicht. Da gehörte es, streng betrachtet, nicht hin. Dann dem «Spiegel»: Dort bestand offenbar von vornherein der Verdacht, der Autor habe in einzelnen Passagen Begebenheiten geschildert, die er nur aus zweiter Hand kannte. Keine Schuld trifft hingegen die Preis-Jury.</p>
<p>Journalistenpreisjurys sind fast immer ehrenamtliche Gremien. Die Mitglieder opfern viel Zeit, um oft Dutzende, ja hunderte von Artikeln zu lesen, zu beurteilen, zu diskutieren. Dass sie auch noch die Texte auf Herz und Nieren prüfen, dass sie diese sozusagen nachrecherchieren, das wäre wirklich zu viel verlangt. Der Zusatzaufwand wäre enorm.</p>
<p>Das heisst nicht, dass Jurys leichtfertig irgendetwas auszeichnen dürfen. Zumindest die Frage, ob das Geschilderte plausibel sei, müssen sie sich schon stellen. Fallen bereits vor der Preisvergabe offenkundige Ungereimtheiten auf, bestehen etwa begründete Zweifel an Fakten, Darstellungen, Zitaten – dann verzichtet eine Jury besser auf eine Preisvergabe. Oder versucht, wo das mit vertretbarem Aufwand möglich ist, ihre Zweifel zu entkräften.<br />
Doch in diesem Fall gab es diese begründeten, schweren Zweifel oder eine offensichtliche Unplausibilität gar nicht.</p>
<p>Wie Journalistenpreise nicht leichtfertig verliehen werden sollten, so gilt es auch bei der Aberkennung Zurückhaltung zu üben. Würden selbst kleinere Mängel, die erst nach der Preisverleihung bekannt werden, als Aberkennungsgrund ausreichen, müsste man Journalistenpreise generell bloss noch «auf Bewährung» verleihen. Und konsequenterweise auch Nobelpreise, Kulturstipendien, Friedenspreise, Doktorhüte und Sportmedaillen nur noch «bedingt» zuerkennen. Das ist Unfug. Gewiss, ein gravierender Mangel rechtfertigt eine Sanktion, genauso wie eine nachträgliche positive Dopingprobe im Sport.</p>
<p>In vorliegenden Fall des Henri-Nannen-Preises ist zwar ein Mangel vorhanden, aber wirklich gravierend scheint er nun wirklich nicht zu sein.</p>
<p><em>Der Autor ist Präsident der Jury des Zürcher Journalistenpreises und arbeitet als <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/ueber-uns/team/12395.fredy-gsteiger-information.html" target="_blank">diplomatischer Korrespondent</a> von Radio DRS.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/">Jury trifft keine Schuld</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wenn die Jury versagt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 07:15:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Nannen]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
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		<category><![CDATA[René Pfister]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Jury des renommierten Henri-Nannen-Preis hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die beste Reportage nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/Henri_Nannen_Preis_Logo.jpg" alt="" width="120" height="87" /> Die Jury des renommierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Nannen-Preis" target="_blank">Henri-Nannen-Preis</a> hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">beste Reportage</a> nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart des Beitrags und die Arbeitsweise des ausgezeichneten Journalisten.<br />
<span id="more-28820"></span><br />
Die Freude währte nicht lange. René Pfister durfte am letzten Freitag den renommierten Henri-Nannen-Preis entgegennehmen für sein <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">Porträt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer</a>. Doch schon zwei Tage später stand der Spiegel-Reporter ohne die begehrte Auszeichnung da. Mit einem Mehrheitsentscheid sprach sich die Jury für eine <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung des Preises</a> aus. Reporter Pfister leitete sein Seehofer-Porträt mit einer detaillierten Schilderung ein, wie der Politiker mit einer Modelleisenbahn im Keller seines Ferienhauses spielt. Diese Passage sollte dem Spiegel-Journalisten zum Verhängnis werden. Denn Pfister berichtete nur vom Hörensagen und stand selbst nie an der Seite Seehofers vor dem Stellpult der Märklin H0, wie bei der Lektüre der Eindruck entstehen konnte. Pfister gab dies denn auch freimütig und unumwunden zu, als ihn bei der Preisübergabe die Moderatorin darauf ansprach. Eine aktive Täuschungs- oder gar Fälschungsabsicht kann dem Reporter also nicht unterstellt werden. Womit der Ball bei der Jury liegt.</p>
<p>Das hochdekorierte Gremium hatte es offensichtlich versäumt, die preiswürdigen Texte vorgängig auf handwerkliche Mängel abzuklopfen. Ein solcher Aufwand wäre den 14 Jurymitgliedern und der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/vorjury.php" target="_blank">22-köpfigen Vorjury</a>, allesamt erfahrene Medienmacher, zuzumuten gewesen. Nicht, dass sie jede der fast 800 eingereichten Arbeiten hätten durchleuchten müssen, aber wenigstens die <a href="http://reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Egon-Erwin-Kisch-Preis/Kisch_Preis_2011/HNP2011Reader.pdf">rund 30 auf der Shortlist</a>. Damit wäre der Jury die Peinlichkeit einer Preisaberkennung erspart geblieben. Es mutet geradezu bizarr an, wenn ein professionelles Preisgericht die Spielregeln nicht einhält, die es von den Kandidaten erwartet. Die Arbeit von Medienpreisjurys beschränkt sich offenbar auf eine Beurteilung der Oberfläche. Wenn die funkelt und glänzt, dann gibts einen Preis. Gerade so, als wenn bei einer Berufsolympiade die Richter nur die äussere Beschaffenheit des fertigen Werkstücks bewerten würden und nicht auch den Entstehungsprozess und das Innenleben, die verborgene Mechanik etwa. Journalismus ist auch ein Handwerk. Auszeichnungen, die das unberücksichtigt lassen und sich primär auf ein Geschmacksurteil abstützen, erweisen dem Journalismus einen Bärendienst.</p>
<p>Die Hamburger Posse ist kein Einzelfall. Erst kürzlich hielt eine Jury im Auftrag der Berner Tageszeitung «Der Bund» einen Essay für preiswürdig, der bei einer näheren Betrachtung nicht hielt, was er auf den ersten Blick zu versprechen schien. Leicht nachweisbare <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/11/abrechnung-nachgerechnet/" target="_self">Faktenfehler und offensichtliche Mängel</a> in der Argumentation gaben jedoch keinen Anlass, den Text aus der engeren Auswahl für die Auszeichnung zu entfernen. Nicht sehr souverän agierte die Jury des Zürcher Journalistenpreises, als 2007 Zweifel an der Preiswürdigkeit eines ausgezeichneten Beitrags laut wurden. Zwei Mitarbeitende der NZZ am Sonntag erhielten damals den Preis für ihre Recherchen zur Fusion der Banken Bellevue und Swissfirst. Nachträglich stellte sich heraus, dass die Zeitung in einzelnen Punkten daneben lag und sich später sogar öffentlich dafür entschuldigen musste. Für die Jury war das kein Grund für eine <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=81563" target="_blank">nachträgliche Aberkennung</a> des Preises. Man müsse sich auf das verlassen können, was man zum Zeitpunkt der Verleihung wisse. Auch in diesem Fall hätte die Jury mit eigenen Recherchen den Gehalt der Artikelserie überprüfen und sie rechtzeitig aus dem Preisrennen nehmen können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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