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	<title>Klimajournalismus | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Sep 2022 10:05:13 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2022 08:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaltage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Schub für Klimajournalismus Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein Klimalabor und holt David Bauer für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die zunehmende Zahl jener Medien ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-99346" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Schub für Klimajournalismus</h3>
<p>Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein <a href="https://www.republik.ch/format/klimalabor" target="_blank" rel="noopener">Klimalabor</a> und holt <a href="https://www.davidbauer.ch/" target="_blank" rel="noopener">David Bauer</a> für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">zunehmende Zahl jener Medien</a> ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität auch eine Krise für den Journalismus», schreibt die «Republik». Für die Bewältigung dieser doppelten Krise will man zusammen mit dem Publikum die passenden publizistischen Produkte entwickeln; passend im Sinn von: «klar, verlässlich, brauchbar».</p>
<p>Wenn es jemanden gibt, der dieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen ist, dann David Bauer. Von seinen bisherigen beruflichen Stationen, etwa als Leiter Visuals der NZZ oder zuletzt beim <a href="https://refind.com/" target="_blank" rel="noopener">Start-Up Refind</a>, bringt der ausgebildete Journalist die besten Voraussetzungen mit für die Leitung des Klimalabors.</p>
<p>Zu einem Erfolg kann das neue Projekt insbesondere dann werden, wenn die «Republik» nicht nur jene erreicht, die sowieso schon ein grösseres Bewusstsein für das Ausmass der Krise haben. Ein Mangel, den <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/">Sara Schurmann</a>, Gründerin des <a href="https://klimajournalismus.de/" target="_blank" rel="noopener">Netzwerks Klimajournalismus</a>, in einer aktuellen <a href="https://uebermedien.de/76407/die-klimakrise-eskaliert-und-der-journalismus-kommt-nicht-hinterher/" target="_blank" rel="noopener">Bestandsaufnahme</a> beobachtet hat.<br />
</p>
<h3>The Bad – Katalogware für treue Kundschaft</h3>
<p>Als Abonnent, der einen anständigen Preis zahlt für eine (zumeist auch) anständig gemachte Zeitung, weiss man es grundsätzlich zu schätzen, wenn sich der Verlag dafür ab und zu erkenntlich zeigt. Allerdings kommt es darauf an, wie er das macht. Ein geschenktes Quartal nach zehn Jahren Abo-Dauer wäre zum Beispiel eine angemessene Treueprämie. Nicht so bei Tamedia.</p>
<p>Der Zürcher Zeitungsverlag bietet seiner treuen Kundschaft lieber vergünstigte Produkte aus einem Versandkatalog an. Vom «Brillenset mit auswechselbaren polarisierenden Brillengläsern» über die «Feuerkugel Erde RUSTY» für den Garten bis zur Skulptur «Einstein-Kopf mit goldener Zunge» findet man hier alles, was niemand braucht.</p>
<p>Auf Anfrage zeigt sich Tamedia zufrieden mit dem <a href="https://www.t-store.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">T-Store</a>. «Die Umsätze entsprechen den Erwartungen», teilt Sprecher Philip Kuhn mit. Es gibt also tatsächlich Menschen, die dort einkaufen.</p>
<p>Für <a href="https://slicelysworld.wordpress.com/2022/09/07/stromkrise/" target="_blank" rel="noopener">Kopfschütteln</a> sorgte Tamedia diese Woche mit einem ganzseitigen <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/t-store-scaled.jpeg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Inserat im «Bund»</a> für allerlei Stromfresser aus dem Versandkatalog: ein Heizstrahler, ein Raumentfeuchter, ein Wasserkocher – was man gerade so braucht in einer sich anbahnenden Energiekrise. Tamedia will damit nichts zu tun haben. «Die angebotenen Produkte werden nicht von Tamedia sondern den beteiligten Handelsfirmen zusammengestellt», erklärt Sprecher Kuhn.</p>
<p>Wenn es schon etwas aus diesem Katalog sein müsste für die stromknappe Zeit, dann wenn schon die Solarlaterne und der Puzzle-Tisch.</p>
<h3>The Ugly – Plattform für angeschlagenes Unternehmen</h3>
<p>Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei <a href="https://www.rnd.de/politik/huawei-und-das-geleakte-memo-gruender-klagt-ueber-schlechte-aussichten-in-china-IZ54D4AJUZC3VGP7PU54P3CFYA.html" target="_blank" rel="noopener">steht unter Druck</a>. Sein Unternehmen kämpfe ums «Überleben», hielt CEO Ren Zhengfei kürzlich in einer internen Notiz fest. Als einen der Gründe nannte der 77-Jährige die «Blockade durch die USA». Neben den USA haben zahlreiche andere Staaten, von <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-huawei-101.html" target="_blank" rel="noopener">Kanada über Schweden bis Japan</a>, das chinesische Unternehmen vom Ausbau des Mobilfunkstandards 5G ausgeschlossen, aus Sorge vor chinesischer Spionage.</p>
<p>Auch in der Schweiz mehren sich <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223414" target="_blank" rel="noopener">Stimmen</a>, die einen restriktiveren Umgang mit Huawei fordern. Da kann es dem chinesischen Konzern nur gelegen kommen, wenn er sich auf einer prominenten Plattform im besten Licht darstellen kann. Als einer von vier Hauptpartnern (neben Google, APG und Ringier) der von <a href="https://digitalswitzerland.com/" target="_blank" rel="noopener">Digitalswitzerland</a> organisierten <a href="https://digitaltage.swiss/" target="_blank" rel="noopener">Digitaltage</a> erhält Huawei derzeit eine grosse Bühne. Im Magazin zur Veranstaltungsreihe, das Ringier verantwortet und mehreren seiner Publikationen beiliegt, kann sich der umstrittene Konzern in verschiedenen Formen artikulieren: Mit Inseraten für hippe Consumer-Produkte wie kabellose Kopfhörer, aber auch mit einem «Global Connectivity Index von Huawei» der in einem redaktionellen Beitrag als Quelle erscheint. Abgerundet wird der Auftritt mit einer fünfseitigen Publireportage, wo Huawei darlegen darf, wie das Unternehmen unser aller Leben besser machen will.</p>
<p>Auf die Frage der MEDIENWOCHE, ob es die Absicht von Ringier und Digitalswitzerland sei, einem Unternehmen den roten Teppich auszurollen, das politisch und wirtschaftlich stark unter Druck steht, antwortet eine Sprecherin dermassen nichtssagend, dass sich eine Wiedergabe des Statements erübrigt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Klimakrise eskaliert und der Journalismus kommt nicht hinterher</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/09/die-klimakrise-eskaliert-und-der-journalismus-kommt-nicht-hinterher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2022 16:07:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Newsticker zur Hitzewelle oder andere neue Formate: viele Medien haben ihre Berichterstattung über die Klimakrise in den vergangenen zwei Jahren ausgebaut. Doch das Ausmass haben die meisten Redaktionen noch immer nicht begriffen. Eine Bilanz.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob Newsticker zur Hitzewelle oder andere neue Formate: viele Medien haben ihre Berichterstattung über die Klimakrise in den vergangenen zwei Jahren ausgebaut. Doch das Ausmass haben die meisten Redaktionen noch immer nicht begriffen. Eine Bilanz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/09/die-klimakrise-eskaliert-und-der-journalismus-kommt-nicht-hinterher/">Die Klimakrise eskaliert und der Journalismus kommt nicht hinterher</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Journalismus im Wandel der Klimakrise</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/14/journalismus-im-wandel-der-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2022 13:17:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie im Journalismus über die Klimakrise angemessen zu berichten ist, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Oft ist immer noch vom Versagen der Medien die Rede. Oder es heißt, der Journalismus müsse sich von Grund auf ändern. Ausschlaggebend ist das nur bedingt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie im Journalismus über die Klimakrise angemessen zu berichten ist, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Oft ist immer noch vom Versagen der Medien die Rede. Oder es heißt, der Journalismus müsse sich von Grund auf ändern. Ausschlaggebend ist das nur bedingt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/14/journalismus-im-wandel-der-klimakrise/">Journalismus im Wandel der Klimakrise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Klimakrise: Das lange Warten auf den Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/14/klimakrise-das-lange-warten-auf-den-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2022 07:39:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weshalb fällt es Nachrichtenmedien immer noch so schwer, der Klimakrise journalistisch gerecht zu werden? Wolfgang Blau, Mitgründer des neuen «Oxford Climate Journalism Network» präsentiert praktische Vorschläge und Beispiele, wie Redaktionen und auch einzelne Journalist*innen ihre Berichterstattung zur Klimakrise verbessern können.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/14/klimakrise-das-lange-warten-auf-den-journalismus/">Klimakrise: Das lange Warten auf den Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weshalb fällt es Nachrichtenmedien immer noch so schwer, der Klimakrise journalistisch gerecht zu werden? Wolfgang Blau, Mitgründer des neuen «Oxford Climate Journalism Network» präsentiert praktische Vorschläge und Beispiele, wie Redaktionen und auch einzelne Journalist*innen ihre Berichterstattung zur Klimakrise verbessern können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/14/klimakrise-das-lange-warten-auf-den-journalismus/">Klimakrise: Das lange Warten auf den Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Antworten auf die Gretafrage: Klimajournalismus in Schweizer Redaktionen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Classen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2022 08:10:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem neuen Nachhaltigkeitsbund «2050» landete die «NZZ am Sonntag» einen kleinen Coup: ausgerechnet die NZZ legt vor beim Klimajournalismus. Doch wie will die Zürcher Zeitung genau mit dem Megathema Klima umgehen? Und welche Akzente setzen andere Leitmedien wie SRF und Tamedia im Umgang mit dieser Jahrhundertherausforderung? Anfang Dezember 2020 schrieb Greta Thunberg als «Chefredaktorin <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit ihrem neuen Nachhaltigkeitsbund «2050» landete die «NZZ am Sonntag» einen kleinen Coup: ausgerechnet die NZZ legt vor beim Klimajournalismus. Doch wie will die Zürcher Zeitung genau mit dem Megathema Klima umgehen? Und welche Akzente setzen andere Leitmedien wie SRF und Tamedia im Umgang mit dieser Jahrhundertherausforderung?</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" class="alignnone size-medium wp-image-94334" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Anfang Dezember 2020 schrieb Greta Thunberg als <a href="https://www.persoenlich.com/medien/greta-thunberg-als-gast-chefredaktorin" rel="noopener" target="_blank">«Chefredaktorin für einen Tag»</a> das Editorial von Schwedens grösster Tageszeitung «Dagens Nyheter». Der programmatische Titel lautete: «Das hier sind Fakten, keine Meinung.» Damit setzte sie den Ton in der Debatte um die Rolle der Medien bei der Behandlung, respektive Bewältigung dessen, was heute – je nach Standpunkt – als Klimawandel, Klimaerwärmung oder Klimakrise bezeichnet wird. Zum Weltklimatag war der «Stern» kurz zuvor schon eine <a href="https://www.stern.de/gesellschaft/stern-gestaltet-zum-weltklimatag-mit-fridays-for-future-ein-klimaheft-9424620.html" rel="noopener" target="_blank">Kooperation mit «Fridays for Future»</a> eingegangen. Bei der deutschen und österreichischen Konkurrenz, aber auch in den sozialen Medien, löste diese Zusammenarbeit mit einer Aktivistengruppe heftige Reaktionen aus. Hierzulande hingegen gibt es bislang keine öffentliche (oder auch nur brancheninterne) Diskussion um die Notwendigkeit und Machart eines speziellen Klimajournalismus. «Mir scheint, dass die Schweiz in dieser Frage noch hinterherhinkt», meint auch die deutsche Journalistin<a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/"> Sara Schurmann</a> vom «Netzwerk Klimajournalismus», die dazu diverse Medienhäuser berät und gerade ein Buch zum Thema geschrieben hat.<br />
</p>
<p>Eine SMD-Abfrage zum neuen Trendbegriff «Klimajournalismus» seit November 2016, als das Pariser Klima-Abkommen in Kraft trat, bringt ganze vier Treffer aus Schweizer Medien, zwei davon aus der NZZ. Die beiden Artikel von 2020 und 2021 warnen davor, dass «ein Mangel an Distanz die journalistische Glaubwürdigkeit untergräbt», respektive mokieren sich über die in vielen Nachbarländern spriessenden Nachhaltigkeitsressorts. Die vergangenen September von der «Zeit» gestartete <a href="https://www.zeit-verlagsgruppe.de/pressemitteilung/start-des-neuen-ressorts-green-bei-zeit-und-zeit-online/" rel="noopener" target="_blank">monatliche Beilage «Green»</a> etwa wird als «Feel-good-Magazin für das links-grüne Bürgertum» belächelt.</p>
<blockquote><p>Wieso kommt der erste Schweizer Zeitungsbund, der sich ausschliesslich diesem Themenkomplex widmet, ausgerechnet aus dem ansonsten ja nicht sonderlich grünen Haus NZZ?</p></blockquote>
<p>Zum Start des Weltklimagipfels in Glasgow am 31. Oktober 2021, also gerade mal einen Monat später, hat die «NZZ am Sonntag» ihren eigenen <a href="https://nzzas.nzz.ch/notizen/2050-ein-grosser-schritt-fuer-die-menschheit-ld.1652879" rel="noopener" target="_blank">«Spezialbund zur Nachhaltigkeit» lanciert</a>. So nennt Chefredaktor Jonas Projer das 14-seitige Pionierprodukt in seinem Editorial. Dass darin primär Klimajournalismus stattfinden soll, zeigt dessen aufs globale Klimaneutralitätsziel «2050» verweisende Titel wie auch der Inhalt der bisherigen zwei Ausgaben. Bloss: Wieso kommt der erste Schweizer Zeitungsbund, der sich ausschliesslich diesem Themenkomplex widmet, ausgerechnet aus dem ansonsten ja nicht sonderlich grünen Haus NZZ? Und handelt es sich bei «2050» wirklich um ein Schweizer Pionierprodukt oder behandeln andere Leitmedien die Klimaproblematik auch schon separat, sind dabei aber einfach etwas diskreter?</p>
<p>Jonas Projer verantwortet die «NZZ am Sonntag» erst seit letztem September und ist etwas stolz auf diese schnelle erste Duftmarke. Besonders stolz ist er aber auf die Mitglieder aus dem Wissen-, Wirtschafts- und Hintergrundressort, auf deren Initiative hin «2050» entstanden ist: «Die Konzeption lief sehr kurzfristig und war ein echter Kraftakt für die gesamte Redaktion.» Motivation für den gemeinsamen Effort war laut Projer einerseits die gesellschaftliche Einmittung der Klimadebatte. «Die einfachen Rezepte und Verbotsfantasien vieler Alarmisten werden zunehmend hinterfragt.» In dieser «Versachlichung» sieht er «enormes journalistisches Potential». Geleitet wird der neue Bund von der bisherigen Hintergrund-Redaktorin Carole Koch, die damit nun dem Wissenschaftschef Andreas Hirstein unterstellt ist. «‹2050› ist ein Satellit des Wissen-Ressorts, weil dort die Fachkompetenz liegt und sich so die meisten Synergien ergeben», sagt Koch. Inhaltlich will auch sie «weder predigen noch erziehen, sondern einen realistischen Blick auf die Klimaerwärmung und ihre Konsequenzen pflegen».</p>
<p>Der Hauptgrund, warum die «NZZ am Sonntag» dem Klima neben der kontinuierlichen über alle Ressorts verteilten Berichterstattung einen eigenen Ort geben wollte, war für alle Beteiligten das schnell gewachsene Leserinteresse. Dass dem NZZaS-Publikum der Umweltschutz besonders am Herzen liegt, zeigte sich bereits Ende 2018, als die Zeitung ihr Publikum fragte, wo sich die Schweiz bis 2050 am stärksten verändern müsse. Knapp drei Jahre später bat Projer die «2050»-Leser*innen um Feedback auf die Pilotbeilage. Der Rücklauf war gemäss Projer «schlicht überwältigend – und zu 80 Prozent positiv».</p>
<blockquote><p>Dient der neue Nachhaltigkeitsbund der «NZZ am Sonntag» als Werbeplattform für die sehr wirtschaftsnahen Aktivitäten von «Sustainable Switzerland»?</p></blockquote>
<p>Skeptisch auf den Klima-Hype an der Falkenstrasse reagiert <a href="http://www.mhaenggi.ch/uumlber-mich.html" rel="noopener" target="_blank">Marcel Hänggi</a>, der sich für die Wochenzeitung WOZ mit dem Klimawandel befasste, als noch niemand Klimajournalismus buchstabieren konnte. Hänggi stösst insbesondere sauer auf, «dass Projer nur sagt, wie er es nicht machen will. Wenn er schreibt, ‹das Thema Klimawandel unideologisch, ohne moralischen Zeigefinger und politische Agitation beleuchten› wolle, insinuiert er, andere würden so darüber berichten. Das macht mich misstrauisch.» Hänggi hat die Gletscherinitiative mitinitiiert und kuratiert einen <a href="https://gletscher-initiative.ch/climate-update" rel="noopener" target="_blank">wöchentlichen Klima-Newsletter</a>, der Medienbeiträge aus der Schweiz und der ganzen Welt kommentiert. Im Gegensatz zu Projer würde er den Aufruf <a href="https://uebermedien.de/52582/journalistinnen-nehmt-die-klimakrise-endlich-ernst/" rel="noopener" target="_blank">«Nehmt die Klimakrise endlich ernst!»</a> sofort unterschreiben, den Sara Schurmann an 500 Kolleg*innen geschickt hat.</p>
<p>Jonas Projer, der letztes Jahr überraschend von «Blick TV» zur «NZZ am Sonntag» gewechselt hat, eilt der Ruf eines Machers an die Falkenstrasse voraus. Er selbst beschreibt sich als «Trial-and-Error-Typ», der das Publikumsinteresse lieber am realen Produkt testet, statt bloss Ideen abzufragen. So hat er es mit «2050» gemacht und so will er nun auch bei der neuen digitalen Plattform für die «NZZ am Sonntag» verfahren, deren Entwicklung er gegenüber der MEDIENWOCHE erstmals bestätigt. «Im Web kann diese Redaktion ihre aufwändigen Hintergründe und Recherchen noch prominenter ausspielen. Das gilt auch für ‹2050›. Von den Lehren, die wir dort ziehen, wird auch die Zeitung profitieren.» Parallel zur neuen Online-Präsenz ihres Sonntagsblatts arbeitet die NZZ Gruppe auch am Projekt <a href="https://sustainableswitzerland.ch/de/" rel="noopener" target="_blank">«Sustainable Switzerland»</a>, einer «Dialog-Plattform zur nachhaltigen Entwicklung der Schweizer Wirtschaft», wie es auf der Website heisst. In den ersten zwei «2050»-Ausgaben wurde diese Initiative jeweils ganzseitig beworben. Unter dem Dach von «Sustainable Switzerland» findet dieses Jahr unter anderem ein Nachhaltigkeitsfestival statt, wo ein Green Business Award vergeben werden soll. Organisatorisch untersteht die Nachhaltigkeitsplattform der Unternehmenseinheit <a href="https://connect.nzz.ch/" rel="noopener" target="_blank">«NZZ Connect»</a>, wo auch andere Veranstaltungen wie das «Swiss Economic Forum» oder die «Xdays» angesiedelt sind.</p>
<blockquote><p>Wolfgang Blau beobachtet bei der Gründung von Klima-Ressorts oder -Beilagen immer wieder einen «PR-Effekt auf Abonnenten und Anzeigenkunden».</p></blockquote>
<p>Da drängt sich die Frage auf: Dient der neue Nachhaltigkeitsbund der «NZZ am Sonntag» als Werbeplattform für die sehr wirtschaftsnahen Aktivitäten von «Sustainable Switzerland»? NZZ-Sprecherin Karin Heim weist die Vermischung von redaktionellen Inhalten und kommerziellen Interessen weit von sich: «Die beiden Projekte werden völlig unabhängig voneinander verfolgt. Mit ‹Sustainable Switzerland› lancieren wir ein Angebot analog zum ‹Swiss Economic Forum›, nur eben themenspezifisch im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit.»</p>

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<p>Einen positiven Zusammenhang von Klima und Kommerz gibt es für Medien indes sehr wohl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Blau" rel="noopener" target="_blank">Wolfgang Blau</a> ist Mitgründer des <a href="https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/oxford-climate-journalism-network" rel="noopener" target="_blank">«Oxford Climate Journalism Network»</a> und beobachtet bei der Gründung von Klima-Ressorts oder -Beilagen immer wieder einen «PR-Effekt auf Abonnenten und Anzeigenkunden». In seinem Essay «Klimajournalismus wird Chefsache» schreibt der frühere Chefredaktor von «Zeit Online» und Manager von Condé Nast, dass die «Financial Times» ihren Umsatz mit kommerziellen Kampagnen zu Nachhaltigkeitsthemen in den letzten zwei Jahren verdreifachen konnte. Verbirgt sich hinter «2050» also auch ein neues und – im Wortsinn – nachhaltiges Geschäftsmodell? «Wie die gesamte Zeitung, machen wir auch diesen Bund für unsere Leserschaft», erwidert Projer. Und fügt an: «Dass das Klimathema auch vielen Unternehmen am Herzen liegt und im Werbemarkt relevanter wird, halte ich aber durchaus für eine Chance.»</p>
<p>Bei SRF bemüht man sich hingegen weniger um neue Geschäftsmodelle als um die Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen. Das ist beim Klimathema nicht anders. «Im Strategieprozess 2020–2024 haben wir dem Wissenschaftsressort und damit auch dem Themenfeld Klima deutlich grössere Relevanz und damit auch mehr Ressourcen gegeben», sagt Susanne Wille. Als Leiterin der Abteilung Kultur ist die ehemalige «10 vor 10»-Moderatorin auch für die Wissensredaktion zuständig. Diese verfügt gemäss Wille neu über 24,5 Vollzeitstellen, verteilt auf 32 Mitarbeitende. Zum Vergleich: Bei der «NZZ am Sonntag» stehen dafür aktuell knapp 4 Vollzeitstellen zur Verfügung und im Wissensressort von Tamedia teilen 7 Personen 5,4 Vollzeitstellen. Die personelle Stärke der (freilich nicht nur) fürs Klima zuständigen Redaktion zeigt sich in deren Output. Gemäss einer SRF-internen Auswertung wurden vor Corona täglich 5 bis 6 Beiträge zum Klimathema publiziert. Im Corona-Jahr 2021 waren es im Schnitt immer noch 4 pro Tag. Diese Kontinuität und die breite Durchdringung auf allen Kanälen hält Wille für «letztlich entscheidend zur Erfüllung unseres Leistungsauftrags».</p>
<blockquote><p>«Ich rede schon länger nicht mehr von Klimawandel, sondern von Klimaerwärmung, weil dies den realen Sachverhalt ganz klar benennt.»<br />
<small>Thomas Häuser, Leiter Wissenschaftsredaktion SRF</small></p></blockquote>
<p>Gesammelt werden manche dieser gebührenfinanzierten TV- und Radio-Geschichten im Online-Auftritt des Ressorts «Wissen» – seit letztem Sommer sogar unter einer eigenen <a href="https://www.srf.ch/wissen/klimawandel" rel="noopener" target="_blank">«Klimawandel»-Rubrik</a>. Die letzten aktuell dort verfügbaren Artikel datieren allerdings von Dezember. Und angepriesen werden sie in der Unterzeile als «Wissenswertes und Hintergründiges zur Klimaerwärmung». Doch zwischen «Klimawandel» und «Klimaerwärmung» liegen politische Welten. Das weiss niemand besser als SRF-Klimajournalist Thomas Häusler, der das Wissenschaftsressort beim Radio leitet. «Wir hinterfragen unseren Sprachgebrauch und verständigen uns darüber – auch über Abteilungsgrenzen hinweg. So rede ich schon länger nicht mehr von Klimawandel, sondern von Klimaerwärmung, weil dies den realen Sachverhalt ganz klar benennt.» Eine verbindliche Vereinheitlichung der redaktionellen Terminologie, wie sie BBC oder der «Guardian» seit Jahren schon praktizieren, sei beim Schweizer Sender jedoch kein Thema.</p>
<p>Wie die «NZZ am Sonntag» mit ihrer «2050»-Beilage, betreibt auch SRF neben der täglichen Berichterstattung in Sachen Klima ein Leuchtturmprojekt. Es heisst <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/co2ntrol?id=64fc57cd-03f5-4a03-b02e-2af89721d788" rel="noopener" target="_blank">«CO2ntrol»</a>, läuft seit August 2021 jeden zweiten Donnerstag im Frühstücksfernsehen von «SRF zwei» und, weit wichtiger, jederzeit auf dem <a href="https://www.youtube.com/c/SRFWissen/playlists?view=50&#038;shelf_id=1" rel="noopener" target="_blank">Youtube-Channel «SRF Wissen»</a>. Dafür verantwortlich zeichnet Thorsten Stecher, Gesamtleiter der Wissenschaftsredaktion am Leutschenbach. «Dieses frische Format vermittelt das komplexe Thema sehr anschaulich und hilft jungen Menschen, in Sachen Klima die richtigen Alltagsentscheidungen zu treffen.» Die stilistisch irgendwo zwischen Erklärvideo und Sensibilisierungskampagne angesiedelte Sendung dauert Web-kompatible zehn Minuten und erfreut sich intern und bei Youtube schon so grosser Beliebtheit, dass sie es dieses Jahr in die Primetime schafft. «Mit Best-of-Compilations von ‹CO2ntrol› bestreiten wir zwei Spezialsendungen unseres Wissensmagazins ‹Einstein›», kündigt Stecher erwartungsfroh an.</p>
<blockquote><p>Kann nur eine junge Redaktion mit Klimajournalismus ein jüngeres Publikum erreichen?</p></blockquote>
<p>Für Branchenaktivist*innen wie Sara Schurmann ist Klimajournalismus bezüglich der Glaubwürdigkeit und Relevanz von Medien längst zur Gretchenfrage avanciert. Zugleich ist es aber auch eine Generationenfrage. Und zwar gleichermassen für Publikum und Redaktion. Kann nur eine junge Redaktion mit Klimajournalismus ein jüngeres Publikum erreichen? Diese in Aktivist*innen-Kreisen häufig gestellte Frage kann man getrost verneinen, da es beim Klima vor allem um Fachkompetenz und die lange Sicht geht. Für beides braucht es viel Erfahrung. Vordenker Wolfgang Blau sieht hier einen potentiellen Generationenkonflikt, denn «es sind vor allem jüngere Kolleg*innen, die sich von der Klimakrise nicht nur professionell betroffen, sondern auch persönlich bedroht fühlen». Er hofft deshalb auf «eine offene Diskussion mit den Chefredaktionen über die Frage, wie sie der Dringlichkeit journalistisch gerecht werden können, ohne sich dem Aktivismus-Verdacht auszusetzen.».</p>
<p>Erstrebenswert scheint also ein redaktioneller Smart Mix aus Seniorität und Agilität. Das sieht auch der Doyen unter den Schweizer Klimajournalist*innen so. Martin Läubli begleitet das Thema (und das Thema ihn), seit er bei Tamedia arbeitet. Und das sind inzwischen 22 Jahre. «Ich war in dieser Zeit an über einem Dutzend UNO-Klimakonferenzen. Den ersten Artikel darüber schrieb ich im Jahr 2000 von der COP6 in Den Haag fürs Auslandsressort.» Das war zwar seine persönliche Initiative damals, von seinen Vorgesetzten hat der Wissenschaftsredaktor von «Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung» sich dennoch immer unterstützt gefühlt. Umwelt und Klima seien «vom damaligen Chefredaktor Res Strehle vor zehn Jahren schon zum Schlüsseldossier erklärt» worden. Auf den «2050»-Coup der Konkurrenz ist er nicht neidisch. «Wir berichten regelmässig und viel zum Klima. Beim Wissen markiert das Thema mit der Online-Rubrik «Klimawandel» prominente Präsenz.» Im Angebot ist zudem ein 14-täglicher <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/die-tageszeitungen-von-tamedia-lancieren-den-neuen-klima-newsletter-celsius" rel="noopener" target="_blank">Newsletter namens «Celsius»</a>, den Läubli zusammen mit Tamedia-Wetterexperte Martin Steinegger verfasst. Mit den bislang etwa 2500 Abonnent*innen ist er allerdings nicht zufrieden. Das sei wenig im Vergleich zu vergleichbaren «Tagi»-Diensten, zu wenig. «Ich hoffe, dass das Interesse unserer Leserschaft an diesen Themen weiter steigt.» Über allfällige redaktionelle Gründe für diese überraschende Zurückhaltung mag Läubli nicht spekulieren. Eine ständige Struktur, die sich systematisch und aus den verschiedenen Ressortperspektiven um das Klimathema kümmert, hält er aber jedenfalls für «wünschenswert». Ob es dazu mehr Ressourcen für das Ressort «Wissen» oder eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe bräuchte, soll jedoch die Chefredaktion beurteilen. «Vielleicht müsste man da schon mal drüber nachdenken und einen Vorschlag machen», räumt Läubli abschliessend ein.</p>
<blockquote><p>Das journalistische Bewusstsein für diese existentielle Dauerkrise scheint in unseren Nachbarländern wirklich schon einiges tiefer verankert zu sein.</p></blockquote>
<p>Anregungen und Ansprechpartner*innen dafür könnte er bei Portalen wie <a href="https://das-klima-thema.de/" rel="noopener" target="_blank">«Das Klimathema»</a> und <a href="https://www.klimafakten.de/" rel="noopener" target="_blank">«Klimafakten»</a> finden. Oder auch direkt beim <a href="https://klimajournalismus.de/" rel="noopener" target="_blank">«Netzwerk Klimajournalismus»</a>, das in Deutschland und Österreich seit letztem Sommer regelmässig Fachleute zusammenbringt, um inhaltliche und redaktionelle Fragen zu diskutieren. Dessen Mitinitiantin Sara Schurmann hoffte bei der Gründung, dass sich schnell auch interessierte Schweizer Kolleg*innen melden würden, bislang umsonst. </p>
<p>Unter den 50 Erstunterzeichnenden ihres oben erwähnten <a href="https://uebermedien.de/52582/journalistinnen-nehmt-die-klimakrise-endlich-ernst/" rel="noopener" target="_blank">Aufrufs</a> befanden sich nur gerade zwei Journalist*innen aus der Schweiz: <a href="https://twitter.com/vinzgreiner" rel="noopener" target="_blank">Vinzenz Greiner</a>, der bei Ringier das Podcast-Team leitet, und Alex Tiefenbacher, die fürs Online-Magazin «Das Lamm» (<a href="https://twitter.com/tiefenbacherin" rel="noopener" target="_blank">gemäss ihrem Twitterprofil</a>) «über die Klimakrise und anderes» berichtet. Zwei vielversprechende Nachwuchskräfte also, aber keine*r der etablierten Klima-Expert*innen in den hiesigen Leitmedien. Das journalistische Bewusstsein für diese existentielle Dauerkrise scheint in unseren Nachbarländern wirklich schon einiges tiefer verankert zu sein als zwischen Boden- und Genfersee. Doch die Schweiz bevorzugt ja häufig den autonomen Nachvollzug. Mal sehen, ob dieses Prinzip nicht nur in der Politik, sondern auch in der Publizistik gilt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Antworten auf die Gretafrage: Klimajournalismus in Schweizer Redaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Sara Schurmann: «Den Redaktionen fehlt es an naturwissenschaftlicher Grundbildung»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Classen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2022 16:56:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94323</guid>

					<description><![CDATA[<p>Klimajournalismus lautet die Antwort von immer mehr Medien auf den Klimawandel. Sara Schurmann hat in Deutschland das «Netzwerk Klimajournalismus» mitbegründet. Im Interview erklärt sie, welche Massnahmen und Methoden sie beim redaktionellen Umgang mit der wohl grössten Herausforderung der Menschheit für sinnvoll hält. Und was Redaktionen dabei aus der Corona-Krise lernen können. «Wer eindeutige wissenschaftliche Positionen <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/">Sara Schurmann: «Den Redaktionen fehlt es an naturwissenschaftlicher Grundbildung»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Klimajournalismus lautet die Antwort von immer mehr Medien auf den Klimawandel. Sara Schurmann hat in Deutschland das «Netzwerk Klimajournalismus» mitbegründet. Im Interview erklärt sie, welche Massnahmen und Methoden sie beim redaktionellen Umgang mit der wohl grössten Herausforderung der Menschheit für sinnvoll hält. Und was Redaktionen dabei aus der Corona-Krise lernen können.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" class="alignnone size-medium wp-image-94324" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/SaraSchurmann_RebeccaRuetten-20220125.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Im aktuellen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Don%E2%80%99t_Look_Up" rel="noopener" target="_blank">Erfolgsfilm «Don’t look up»</a>, einer satirischen Klimakatastrophen-Parabel, geben die Medien kein gutes Bild ab: Der drohenden Katastrophe sind die im Film dargestellten Medien überhaupt nicht gewachsen. Was halten Sie von dieser Zustandsbeschreibung des Journalismus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Sara Schurmann:</h4> <p>Er ist sehr zugespitzt und beschränkt die Darstellung des Problems auf ein Qualitätsblatt und eine Frühstücks-TV-Show, aber die Kernbotschaft ist schon treffend. Das sieht man auch daran, wie intensiv und kontrovers der Film in den Redaktionen diskutiert wird. Der Mangel an grundsätzlichem Verständnis für die Klimakrise und notwendigem Fachwissen sind halt schon journalistische Hauptprobleme bei der Behandlung des Themas.</p>
</div><br />
</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Inwieweit lässt sich redaktionell etwas aus dem Umgang mit Corona lernen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Corona hat uns zwar zwei Jahre der äusserst zeitkritischen Klimaberichterstattung gekostet, liefert dafür aber eine nützliche Schablone für die ressortübergreifende Auseinandersetzung mit und Kooperation bei solchen Megakrisen. Zudem zeigen beide Themen drastisch, dass es in Redaktionen an naturwissenschaftlicher Grundbildung fehlt. Ich machte 2015 meine Ausbildung an der besten deutschen Journalistenschule. Dort wurde über den journalistischen Umgang mit allen möglichen gesellschaftlichen Krisen diskutiert, aber über das im gleichen Jahr beschlossene Pariser Klimaabkommen fiel kein einziges Wort.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>War Wissenschaftsjournalismus nicht Teil der Ausbildung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Doch, aber nur eine Woche lang. Und dort lernten wir, wie man spröde Wissensthemen gut lesbar als Reportagen aufbereitet, damit sich die Leute auch dafür interessieren. Wir haben nichts über «False Balance» gelernt oder die <a href="https://www.klimafakten.de/meldung/p-l-u-r-v-das-sind-die-haeufigsten-methoden-der-desinformation-neue-infografik-im" rel="noopener" target="_blank">PLURV-Methoden</a> der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftsleugnung" rel="noopener" target="_blank">Wissenschaftsleugnung</a>.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Wer eindeutige wissenschaftliche Positionen vertritt, schlägt sich damit nicht auf eine politische Seite.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Journalist*innen wird bei gesellschaftspolitisch brisanten Themen ja häufig vorgeworfen, entweder Aktivismus oder Lobbyismus zu betreiben.</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Wer eindeutige wissenschaftliche Positionen vertritt, und zwar bei Bedarf auch mit Vehemenz, schlägt sich damit nicht auf eine politische Seite. Wenn uns Corona etwas gelehrt hat, dann dass in solchen Fällen naturwissenschaftliche Erkenntnisse die Grundlagen für die Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft liefern. Aber eben auch, dass diese Erkenntnisse nicht in Stein gemeisselt sind, sondern sich schnell weiterentwickeln und auch mal fehlerhaft sein können.</p>
</div></p>
<p>&#8212;<br />
==> Lesen Sie auch: <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Klimajournalismus in Schweizer Medien</a></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Braucht es also einfach mehr Wissenschaftskompetenz in den Redaktionen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Ja, ganz sicher. Dann würden auch Gleichsetzungen von Wirtschaftswissenschaft und Naturwissenschaft, wie sie selbst Qualitätsblätter häufig noch betreiben, endlich aufhören. Wenn ein Ökonomieprofessor eine 3-Grad-Erwärmung als volkswirtschaftliches Optimum präsentiert, weil die Einhaltung der Pariser 1,5-Grad Grenze seinen Modellen nach einfach zu viel kostet, ist das grundsätzlich nicht auf eine Stufe zu stellen mit den Szenarien der von Hunderten von Klimatologen verfassten IPCC-Berichte. Solcher Blödsinn hat uns Jahre der wirklich ernsthaften Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Problem gekostet.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das da wäre?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen und was der Journalismus dazu beitragen kann und muss.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wann ging Ihnen die Dimension und Dringlichkeit dieser Aufgabe auf?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Auch erst kurz bevor ich den <a href="https://uebermedien.de/52582/journalistinnen-nehmt-die-klimakrise-endlich-ernst/" rel="noopener" target="_blank">offenen Brief</a> an unsere Branche geschrieben habe. Diese Strategie schien mir erfolgsversprechender als den x-ten Kommentar dazu zu schreiben, den eh niemand liest, der sich nicht schon für Klimafragen interessiert.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wieso?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Weil der Text als Trojanisches Pferd gedacht war. Ich habe 500 Kolleg*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angeschrieben und um ihre Unterschrift gebeten – nicht in der Hoffnung, dass viele unterschreiben, sondern eher, dass sie ihn wenigstens lesen würden. Ausgangspunkt dabei war die Frage, warum auch ich so lange nicht verstanden habe, wie wir Journalist*innen den Ernst der Lage verdrängen und welche berufsethische und gesellschaftliche Verantwortung wir in der Klimakrise haben.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Wenn man die Klimakatastrophe auf uns zurasen sieht, will man möglichst schnell und viel dazu beitragen, sie abzuwenden.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In der Medienbranche fällt so eine Aktion aber schnell unter Aktivismus-Verdacht.</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Damit kann ich leben. Der «Stern» hat diese Diskussion mit seiner Kooperation mit «Fridays for Future» ja gezielt provoziert und auf ein neues Niveau gehoben. Ich hätte das zwar nicht gemacht, hatte aber kein Problem damit, weil die Sache völlig transparent war. Es war ein interessantes Experiment, auch weil es gezeigt hat, dass Aktivist*innen häufig viel mehr übers Klimathema wissen als Journalist*innen. Die taz hat ja eine ganze Ausgabe allein von Klimaaktivist*innen produzieren lassen und selbst in einer umweltbewussten Redaktion sieht man da unterschiedliche Prioritäten. Es gibt in Deutschland einige ehemalige Wissenschaftsjournalist*innen, die auf NGO-Seite gewechselt sind, weil sie in den Redaktionen zu wenig bewegen konnten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Haben Sie Verständnis für solche Seitenwechsel?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Persönlich schon. Wenn man die Klimakatastrophe auf uns zurasen sieht, will man möglichst schnell und viel dazu beitragen, sie abzuwenden. Für die Branche und unsere Gesellschaft finde ich es natürlich tragisch, dass sich solche Stimmen nicht früher stärker durchsetzen konnten.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Die Schaffung eines Klima-Ressorts verleiht der Berichterstattung einen festen Platz und damit entsprechendes Gewicht im Haus.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was ist für deutsche Chefredaktionen aktuell der Königsweg, um dem Klimathema inhaltlich gerecht zu werden und damit zugleich beim Publikum und Anzeigenkunden zu punkten: die Aufstockung der Wissenschafts-Redaktion, die Schaffung einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe oder gleich die Gründung eigener Klima-Ressorts?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Für kleinere Redaktionen gäbe es übrigens noch eine kostengünstige vierte Variante mit einem oder einer Klima-Chefin vom Dienst. Das ist jemand mit viel Fachwissen, der oder die in allen Konferenzen dabei ist, den Redaktor*innen Hinweise zur Verbindung ihrer Geschichte mit dem Klimathema gibt und auch bei Recherche oder Einordnung helfen kann. Das Ziel jeder Redaktionsstrategie muss aber die Etablierung der Klimaproblematik als Querschnittsthema sein.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mit welcher der drei genannten Strategien?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Alle drei Massnahmen sind grundsätzlich gut, aber letztlich kommt es immer darauf an, was umsetzbar ist. Die die ressortübergreifende Arbeitgruppe und das Klima-Ressort haben aber einen grösseren strukturellen Effekt. Die Schaffung eines Klima-Ressorts verleiht der Berichterstattung einen festen Platz und damit entsprechendes Gewicht im Haus. Zumindest übergangsweise kann das sinnvoll sein. Ziel muss es jedoch sein, Klima und die planetaren Krisen immer und überall mitzudenken, wo sie eine Rolle spielen.</p>
</div></p>

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<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Welcher deutschsprachige Verlag hat diesen Schritt schon gemacht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Die Wiener Wochenzeitung «Falter» zum Beispiel. Wobei die Gründung des Ressorts Natur, das sich vor allem der Klima- und Biodiversitätskrise widmet, interessanterweise nicht zur Ghettoisierung dieser Themen auf den grünen Seiten geführt hat. Im Gegenteil: Da die gesamte Redaktion das eigene Blatt liest, wirken die häufig auch investigativen Geschichten im Natur-Bund inspirierend auf die anderen Ressorts.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Die erste und wichtigste Frage ist immer: Wie kriege ich den notwendigen Wandel im jeweiligen Medium am ehesten hin?»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie beraten in dieser Frage mit dem SWR auch eine der grössten deutschen Sendeanstalten und haben sich dafür angeschaut, wie international mit der Herausforderung umgegangen wird. Was haben Sie gelernt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Die erste und wichtigste Frage ist immer: Wie kriege ich den notwendigen Wandel im jeweiligen Medium am ehesten hin? Für strukturelle Änderungen braucht man erst mal motivierte Mitstreiter*innen und dann die richtigen Allianzen. Diese Kolleg*innen können in den unterschiedlichsten Abteilungen sitzen – auch in der Verwaltung. Wichtig ist, dass sie die Dringlichkeit verstanden haben. Und das geht oft einher mit einem emotionalen Zugang zur Klimakrise.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Journalistische Grundtugenden sind doch aber auf Faktenwissen beruhende Nüchternheit und Objektivität. Gilt das fürs Klimathema nicht ganz besonders?</p>
</div><div class="answer"><h4>Schurmann:</h4> <p>Jein. Denn Faktenwissen schützt nicht vor Verdrängung. Das ist zwar sehr menschlich, aber problematisch, weil wir Journalist*innen ein klares, greifbares Bild der Lage zeichnen müssen. Einige Kolleg*innen tendieren dazu, die Pariser Klimaziele als unrealistisch abzuschreiben, ohne sich und den Leser*innen die existentiellen Konsequenzen zu vergegenwärtigen, die bereits 1,5 Grad Erwärmung haben werden. Wer die wissenschaftlichen Timelines vorm inneren Auge hat und mit dem eigenen Leben oder dem seiner Kinder abgleicht, kann sich einer gewissen Emotionalisierung nicht erwehren. Und die braucht es, damit aus dem ja breit vorhandenen Klimawissen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft endlich Klimahandeln wird.</p>
</div></p>
<p>&#8212;<br />
<small><strong>Sara Schurmann</strong> kommt aus Brandenburg und hat Sozialwissenschaften studiert. Die an der Henri-Nannen-Schule ausgebildete Journalistin arbeitete für den «Tagesspiegel», «Zeit Online», leitete das «F Mag» bei Gruner + Jahr und war Textchefin der «Vice»-Gesamtredaktion. Schurmann hat das <a href="https://klimajournalismus.de/" rel="noopener" target="_blank">«Netzwerk Klimajournalismus»</a> in Deutschland mitbegründet, das Medienschaffende und Fachleute vernetzt. Schurmann berät heute diverse Medien in klimajournalistischen Fragen. Mitte März erscheint im Brandstätter-Verlag ihr Buch <a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/klartext-klima/" rel="noopener" target="_blank">«Klartext Klima!»</a>.</small></p>
<p><small>Bild: zVg/<a href="https://www.rebeccaruetten.com/" rel="noopener" target="_blank">Rebecca Ruetten</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/">Sara Schurmann: «Den Redaktionen fehlt es an naturwissenschaftlicher Grundbildung»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Klimawandel ist kein Thema. Sondern die Realität. Dimensionen des Journalismus in der Klimakrise</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/08/der-klimawandel-ist-kein-thema-sondern-die-realitaet-dimensionen-des-journalismus-in-der-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Jan 2022 10:19:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die grosse Lücke zwischen Klimawissen und Klimahandeln geht auch auf Journalist:innen zurück. Carel Mohn und Sven Egenter, Chefredakteur und Geschäftsführer von klimafakten.de, fordern deshalb eine neue Auseinandersetzung mit den gewohnten Binnenlogiken und Arbeitsweisen im Journalismus</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/08/der-klimawandel-ist-kein-thema-sondern-die-realitaet-dimensionen-des-journalismus-in-der-klimakrise/">Der Klimawandel ist kein Thema. Sondern die Realität. Dimensionen des Journalismus in der Klimakrise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die grosse Lücke zwischen Klimawissen und Klimahandeln geht auch auf Journalist:innen zurück. Carel Mohn und Sven Egenter, Chefredakteur und Geschäftsführer von klimafakten.de, fordern deshalb eine neue Auseinandersetzung mit den gewohnten Binnenlogiken und Arbeitsweisen im Journalismus</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/08/der-klimawandel-ist-kein-thema-sondern-die-realitaet-dimensionen-des-journalismus-in-der-klimakrise/">Der Klimawandel ist kein Thema. Sondern die Realität. Dimensionen des Journalismus in der Klimakrise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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