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	<title>Lokalfernsehen | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Sich selber nicht wichtig nehmen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/07/31/sich-selber-nicht-wichtig-nehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2015 11:32:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Diessenhofen]]></category>
		<category><![CDATA[Tele D]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tele D ist das älteste Lokalfernsehen der Schweiz. Zu Gast sind immer wieder prominente Personen aus Wirtschaft, Politik und Glanz &#038; Gloria. Seit kurzem kann der Sender in der ganzen Schweiz empfangen werden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tele D ist das älteste Lokalfernsehen der Schweiz. Zu Gast sind immer wieder prominente Personen aus Wirtschaft, Politik und Glanz &#038; Gloria. Seit kurzem kann der Sender in der ganzen Schweiz empfangen werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/31/sich-selber-nicht-wichtig-nehmen/">Sich selber nicht wichtig nehmen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Problematisches Privileg</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/02/21/problematisches-privileg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 08:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die 13 konzessionierten Regionalfernsehen der Schweiz müssen künftig nur noch 30 Prozent ihres Aufwands selbst finanzieren. Für die restlichen 70 Prozent kommt der Gebührenzahler auf. Diese Lockerung erfolgt zwar im Sinn des Gesetzgebers, ist aber medienpolitisch nicht unbedingt sinnvoll. Heute gilt für die Finanzierung der konzessionierten Regionalsender folgende Regel: Um einen Gebührenfranken zu erhalten, müssen <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/21/problematisches-privileg/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/tv_klein.jpg" alt="" width="120" height="120" />Die 13 konzessionierten Regionalfernsehen der Schweiz müssen künftig nur noch 30 Prozent ihres Aufwands selbst finanzieren. Für die restlichen 70 Prozent kommt der Gebührenzahler auf. Diese Lockerung erfolgt zwar im Sinn des Gesetzgebers, ist aber medienpolitisch nicht unbedingt sinnvoll.<br />
<span id="more-30438"></span><br />
Heute gilt für die Finanzierung der konzessionierten Regionalsender folgende Regel: Um einen Gebührenfranken zu erhalten, müssen sie einen Franken auf dem Werbemarkt erwirtschaften. Mit der Teilrevision der Radio- und Fernsehverordnung RTVV sollen diese <a href="http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&amp;msg-id=43428" target="_blank">Spielregeln gelockert werden</a>.</p>
<p>Schon heute profitieren vier Regionalsender von weniger strengen Bestimmungen. Bei ihnen sei «die Erfüllung des Leistungsauftrags mit einem besonders hohen Aufwand verbunden». Jetzt sollen alle 13 konzessionierten Regionalsender nur noch 30 Prozent ihres Aufwands aus eigenen Mitteln bestreiten müssen, 70 Prozent können sie aus dem Gebührentopf beziehen. Zusätzliches Geld wird jedoch keines bereitgestellt.</p>
<p>Als Grund für die neuen Regeln nennt das Bundesamt für Kommunikation zu optimistische Prognosen bezüglich der voraussichtlichen Werbeeinnahmen. Die in den Konzessionen von 2008 formulierten Erwartungen an die Eigenfinanzierung der Sender seien zu hoch gewesen, wie Jahresergebnisse der Regionalfernsehen aus den Jahren 2009 und 2010 zeigten.</p>
<p>Die Lockerung der Spielregeln erfolgt in präventiver Absicht: 2010 konnte nur ein Sender den ihm zustehenden Gebührenbetrag nicht ausschöpfen, weil sein Werbeanteil zu gering war, <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ipad/schweiz/Verleger-bekommen-mehr-Gebuehren-fuer-RegionalTV/story/10533132" target="_blank">schreibt der Tages-Anzeiger</a>. Die Sender werden es zu danken wissen, wenn man ihnen ohne Not unter die Arme greift. Gemäss Bakom erfolgt der Schritt damit die «ursprünglich beabsichtigte Unterstützungswirkung zugunsten des lokalen privaten Service public» nicht gefährdet werde.</p>
<p>Das Signal ist klar: Droht wirtschaftliches Ungemach, kommt die helfende Hand der Behörden. Damit erhalten die Privatsender de facto eine staatliche Existenzgarantie. «Privat» reimt sich nur noch auf die Unternehmensform, aber nicht mehr auf wirtschaftliche Unabhängigkeit. Damit gleichen die Regionalsender immer stärker der grossen Schwester SRG, nachdem sie nun auch überwiegend mit Gebühren finanziert sind.</p>
<p>Auch wenn es das Gesetz so vorsieht: Die Privilegierung des Regionalfernsehens wirkt zunehmend anachronistisch in einer Medienlandschaft, die im Lokalen und Regionalen nicht eben an einer Unterversorgung leidet, ja noch nie gelitten hat. Zwar erbringen die regionalen TV-Programme einen Service public, aber das tun auch andere – jedoch aus freien Stücken und ohne Leistungsauftrag und Gebührengelder. Offenbar gibt es dafür ein Bedürfnis und auch einen Markt.</p>
<p>Erstaunlich gut gehalten haben sich die lokalen TV-Sender, wie beispielsweise <a href="http://www.tele-d.ch/" target="_blank">Tele Diessenhofen </a>oder <a href="http://www.alf-tv.ch/" target="_blank">ALF TV</a> (siehe Bildergalerie). Sie haben bis 2007 <a href="http://www.werbewoche.ch/zeitung/die-amateure-gehen-leer-aus" target="_blank">auch Gebühren erhalten</a>, verloren aber dieses Privileg mit Inkrafttreten des neuen Radio- und Fernsehgesetzes, das eine Konzentration der öffentlichen Mittel auf die 13 konzessionierten Sender vorsah. Entgegen den damaligen Befürchtungen kommen die Amateur- und Dorfsender auch ohne Gebühren – vor allem dank ehrenamtlichem Engagement – ganz gut über die Runden. Ebenfalls als Anbieter von lokalem Service public haben sich Web-TV-Formate etabliert. Zum Beispiel die Plattform <a href="http://internettv.ch/" target="_blank">internettv.ch</a>, die kompetent und kontinuierlich aus <a href="http://www.fürstenlandtv.ch/regionen/furstenland" target="_blank">zahlreichen Regionen der Schweiz</a> berichtet. Ihre Videobeiträge unterscheiden sich in qualitativer Hinsicht nicht von den gebührenfinanzierten Regionalsendern.</p>
<p>Aus der medienpolitisch unbefriedigenden Situation gibt es zwei Auswege. Entweder überlässt man die «Privaten» dem freien Markt und setzt auf Wettbewerb. Vor zwölf Jahren war das <a href="http://www.bakom.admin.ch/dokumentation/gesetzgebung/00512/01031/01039/index.html?lang=de" target="_blank">schon einmal so vorgesehen</a> im Entwurf zum geltenden Radio- und Fernsehgesetz. In der parlamentarischen Beratung blieb der Vorschlag aber chancenlos. Oder man <a href="https://medienwoche.ch/2011/09/19/medien-jenseits-von-markt-und-staat/" target="_self">gestaltet das Gebührensystem neu</a> und anerkennt, dass lokaler und regionaler Service public von einer Vielzahl Anbieter auf unterschiedlichen Kanälen – von Print bis Web – angeboten wird und unterstützt diese Angebote entsprechend mit öffentlichen Mitteln. Die Privilegierung einer einzelnen Medienkategorie, wie dies gegenwärtig mit der Gebührenfinanzierung des Regionalfernsehens geschieht, lässt sich kaum mehr rechtfertigen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/21/problematisches-privileg/">Problematisches Privileg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Bei Tamedia sind die Chefredaktoren frei»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 10:45:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Hugo Bigi]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wanner]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Züri]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
		<category><![CDATA[AZ Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalfernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Tele Züri»-Zampano Markus Gilli macht jedes Jahr 200 Live-Sendungen. Im Gespräch mit «Medienwoche» bestreitet er, der SVP nahe zu stehen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer, den AZ Medien. Zum Schweizer Fernsehen würde er nie gehen. Durch den Kauf von «Tele Züri» durch die AZ Medien werden Sie ja nun irgendwie <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/09/Telezueri-2001.png" class="alignleft" width="120" height="80" /> «Tele Züri»-Zampano Markus Gilli macht jedes Jahr 200 Live-Sendungen. Im Gespräch mit «Medienwoche» bestreitet er, der SVP nahe zu stehen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer, den AZ Medien. Zum Schweizer Fernsehen würde er nie gehen.<br />
<span id="more-28925"></span><br />
<strong>Durch den Kauf von «Tele Züri» durch die AZ Medien werden Sie ja nun irgendwie zum Aargauer. Trifft Sie das hart? Würden Sie es wagen, mit einem AG-Kennzeichen durch Zürich zu fahren?</strong><br />
(Lacht) So einschneidend wird der Verkauf ja gar nicht sein. Der neue Besitzer hat klar gesagt, dass Tele Bärn, Tele M1 und Tele Züri regional bleiben müssen. Wir werden weiterhin Zürcher Kontrollschilder haben an unseren Fahrzeugen, da bin ich fast überzeugt. Ich würde aber auch mit einem Aargauer Kontrollschild herumfahren, denn Aargau ist für mich kein Schreckgespenst und keine Abwertung. Ich kenne den Aargau doch auch etwas, und ich finde, das ist ein prosperierender Kanton. Wie ich feststelle, gibt es aber offenbar viele Vorurteile von Zürchern.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie zum neuen Besitzer? </strong><br />
Peter Wanner ist ein ausgezeichneter Unternehmer. Die ersten Gespräche sind sehr gut verlaufen, auch, weil man merkte, dass er aus einer publizistischen Ecke kommt. Auch auf der operativen Ebene werden wir mit Christoph Bauer eine gute Zusammenarbeit haben.</p>
<p><strong>Tamedia hat ja mit dem Regional-TV offenbar zu wenig Geld gemacht hat und es deshalb verkauft. Weshalb sind die AZ Medien die besseren Eigentümer?</strong><br />
Das Gute bei AZ Medien ist die Abdeckung: Bern, Solothurn, Aargau, Zürich – dazu wir, die bis in die Zentralschweiz und die Ostschweiz senden. Wir werden mit diesen drei TV-Kanälen rund 800.000 tägliche Zuschauer erreichen. Bei AZ Medien werden E-Medien [Gilli meint damit Fernsehen und Radio] rund 20 Prozent des Umsatzes ausmachen, das war bei Tamedia viel weniger – unsere Bedeutung innerhalb des neuen Verlags ist darum grösser.</p>
<p><strong>Unter dem AZ-Dach gibt es zwei Kategorien Sender: TeleBärn und Tele M1 haben Konzession, Gebührengelder und Leistungsauftrag, TeleZüri ist frei im Markt. Wie schränkt diese Konstellation das Synergiepotenzial der drei Sender ein?</strong><br />
Der Kauf durch AZ Medien war nur möglich, weil Tele Züri keine Konzession hat, denn das Radio- und Fernsehgesetz schreibt ein Maximum von zwei Sendern pro Verleger vor.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie selbst zu den Konzessionen?</strong><br />
Es ist eine Gnade, keine Konzession zu haben (publizistische Freiheit, keine staatlichen Kontrollen) &#8211; und gleichzeitig eine verdammte Ungerechtigkeit. Während andere Sender 2 bis zu 3 Millionen Franken im Jahr erhalten, müssen wir ohne Gebührengelder auskommen. Trotzdem: Tele Züri wird 2011 das erfolgreichste Jahr seit Bestehen feiern und ohne Konzession fühlen wir uns frei und unabhängig.</p>
<p><strong>Wenn es nach Ihnen ginge: die Konzessionen abschaffen oder nicht?</strong><br />
Das Radio- und Fernsehgesetz hätte bereits am ersten Tag revidiert werden müssen. Ich rede nicht über die Konkurrenz, aber es geht doch nicht, dass subventioniert wird, was kaum gefragt ist. Ich war immer ein Anhänger des freien Marktes und freien Wettbewerbs – und demzufolge für eine Liberalisierung des Gesetzes. Darum habe ich vor über 30 Jahren bei Radio 24 angefangen: Um staatlich gestützte Monopole zu beenden.</p>
<p><strong>Bietet die neue Eigentümerschaft weitere Wachstumsperspektiven in Richtung sprachregionales TV?</strong><br />
Der Deal heisst nicht, dass die Idee des damaligen Tele24 neu belebt wird, das wäre vollkommen falsch. Wir müssen die Regionen sehr stark regional behandeln, so müssen die Nachrichtensendungen weiterhin ein regionales Schwergewicht haben. Das ist unsere Nische, das ist unsere einzige Chance, die wir gegenüber den deutschen Privaten und der SRG haben. Doch bei überregionalen Ereignissen wie Bundesratswahlen oder grossen Sportanlässen werden wir in der neuen Senderfamilie zusammenarbeiten. Dies gilt auch in den Bereichen Talk und Unterhaltung.</p>
<p><strong>Sie und auch Hugo Bigi sind schon sehr lange auf den Bildschirmen und beide Mitte 50. Bei den AZ Medien gibt es ja ein paar fixe Köpfe, die Sie ersetzen können. Haben Sie Angst um Ihre persönliche Zukunft?</strong><br />
(Ruft laut und lacht) Nein! Ich mache seit zehn Jahren über zweihundert Livesendungen im Jahr – wenn ich nur noch hundert hätte, dann wäre das kein Unglück! Ich hege zwar keine Rücktrittsgedanken, aber ich bin doch auch schon 56, aber irgendwann muss ja auch mal die Nachfolgefrage gestellt werden.</p>
<p><strong>Haben Sie Angst um eine Einschränkung ihrer Unabhängigkeit, bzw. Narrenfreiheit?</strong><br />
Narrenfreiheit wäre das falsche Wort. Ich darf aber sagen, dass es einer der ganz grossen Vorteile bei Tamedia war, publizistisch unabhängig arbeiten zu dürfen. Die Chefredaktoren bei Tamedia sind frei. Es gibt keine Absprachen unter den Redaktionen, es gibt keinen Konzernjournalismus. Und ich bin überzeugt, dass das bei den AZ Medien auch so ist.</p>
<p><strong>Sie sind Programmleiter, Chefredaktor und einer der Geschäftsführer von &#8222;Tele Züri&#8220;, machen &#8222;Talk Täglich&#8220; und &#8222;Sonntalk&#8220;. Haben Sie überhaupt noch Freizeit?</strong><br />
Ja, die erkämpfe ich mir, auch wenn ich sechs Tage die Woche arbeite. Morgens nehme ich mir jeweils das Recht heraus, zuhause ausführlich Zeitung zu lesen – und erst am späteren Morgen einzutreffen.</p>
<p><strong>Sie haben eine ganz eigene Art gefunden, zu reden: Sie bilden klare schweizerdeutsche Sätze. Und streuen darin viele boulevardeske Ausdrücke (zB &#8222;Kampfzone&#8220;) und viele stehende Wendungen und Floskeln, gerne auch auf hochdeutsch, seltener auch auf englisch. Stimmen Sie da zu?</strong><br />
Ja, das ist ein bewusst gewähltes Stilmittel.</p>
<p><strong>Mir fällt auf, dass sie sich eigentlich nie in öffentliche Debatten einschalten, sondern einfach ihr Ding durchziehen. Warum halten Sie sich zurück?</strong><br />
Meine Meinung trägt da nichts zur Sache bei. Ich sehe mich in einer neutralen Funktion als Journalist.</p>
<p><strong>Aber neutrale Journalisten gibt es doch gar nicht, jeder hat einen Standpunkt (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">«Das Märchen der Objektivität»</a>, «Medienwoche» vom 1. Februar 2011).</strong><br />
Sehen Sie, wenn ich eine Antwort gebe auf die Frage einer Einschätzung eines bestimmten Themas, sagen wir die Ständeratskandidatur von Christoph Blocher, dann bin ich doch gleich auf einer Schiene &#8211; und das will ich nicht. Es gab mal eine Umfrage auf 20min.ch, die fragte: &#8222;Wo steht Gilli politisch?&#8220; Je ein Viertel teilte mich in die Lager SP, SVP und FDP ein, ein Viertel wusste keine Antwort. Für mich ist das das grösste Kompliment!</p>
<p><strong>Was wählen Sie denn am <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Schweizer_Parlamentswahlen_2011">23. Oktober</a>?</strong><br />
Ich nehme eine leere Liste und stelle sie querbeet mit Kandidaten verschiedener Parteien zusammen. Mitglied einer Partei bin ich nicht.</p>
<p><strong>Aber viele Journalisten nehmen Sie als SVP-nah wahr.</strong><br />
(Ruft laut) Sonen Chabis! Ich weiss das, aber ich verwahre mich dagegen. Das grosse Problem in diesem Land ist doch, dass die Journalisten immer noch nicht mit dieser Partei umgehen können. Das Blocher-Bashing, das sich so viele Journalisten offenbar zur Lebensaufgabe gemacht haben, bringt ja eher eine gegenteilige Wirkung mit sich. Wenn sie ihn nur wie jeden anderen nehmen könnten. Die SVP wie alle anderen Parteien zu behandeln und dabei keine Schaumkrone vor dem Mund zu haben, bedeutet noch lange nicht journalistische SVP-Nähe. Dieses Verhalten würde ich fair und ausgewogen nennen.</p>
<p><strong>2007 hat Hugo Bigi den Radfahrer und Entertainer Beat Breu eingeladen, der durfte dann <a href="http://netzwertig.com/2007/07/04/beat-breu-narrt-tele-zueri-mit-pr-aktion/">ein Wunderwasser namens «H2Ohoch3» vorstellen</a>. Können Sie sich erinnern?</strong><br />
Diese Sendung ist mir absolut präsent.</p>
<p><strong>Ich hatte den Eindruck, dass der Auftritt von Beat Breu mit der Präsentation dieses Wassers verknüpft war. War das ein Deal?</strong><br />
Wir machen keine Werbedeals mit dem Programm, das gibt es nicht. Soweit mir die Sendung in Erinnerung ist, hat Hugo Bigi sehr kritisch nachgefragt. Bei uns kann man, anders als bei anderen Sendern, keine Gesprächsformate buchen, wir trennen das sehr genau. Wir gehen vom Thema aus und fragen uns, ob das die Leute interessiert. Wenn das nicht so ist, dann lehnen wir das Thema ab, und wenn der Druck aus der PR und der Werbung hoch ist.</p>
<p><strong>Auf <a href="http://www.telezueri.ch/">telezueri.ch</a> sind Videofunktionen zwar vorhanden, aber kaum benutzbar, auf jeden Fall, was Formate wie &#8222;Talk Täglich&#8220; oder &#8222;Sonntalk&#8220; angeht. Wie alt ist die Website von &#8222;Tele Züri&#8220; eigentlich?</strong><br />
Die wurde in Deutschland gemacht und ist heute eher vernachlässigt. Der geplante grosse Wurf, zusammen mit 20 Minuten oder Newsnetz, wurde nie umgesetzt. Nun haben wir Nachholbedarf: Wenn mich Schulklassen hier besuchen, dann sagen mir viele, dass sie die Sendungen im Web schauen. Das Web ist sehr wichtig für die Zukunft.</p>
<p><strong>Ich habe meine Grossmutter gefragt, was ich Sie fragen soll und sie bat mich darum, zu fragen, ob Sie nicht Einfluss nehmen können, dass nicht immer alle durcheinander reden. Ältere Leute wie sie würden dann nämlich nichts mehr verstehen.</strong><br />
Diesen Vorwurf höre ich sehr oft, vor allem von älteren Menschen. Auch wenn ich selbst es meistens noch verstehe, schreite ich jeweils ein und erteile den Teilnehmern das Wort. Doch es fragt sich, ob man überhaupt etwas dagegen tun soll &#8211; weil es natürlich dynamisch ist, wenn zum Beispiel Christine Goll und Ulrich Giezendanner gleichzeitig rufen [O-Ton «heeped»]. Diese lebhafte Diskussion ist ein Markenzeichen des &#8222;Sonntalk&#8220; &#8211; es war ja bei der &#8222;Arena&#8220; zu beobachten, was passiert, wenn jegliche Dynamik herausgenommen wird.</p>
<p><strong>Gibt es Fragen, die Sie niemals stellen würden?</strong><br />
Das entscheide ich intuitiv. Es gibt Gesprächspartner, bei denen man sehr weit gehen kann, und andere, die unglaublich nervös und sensibel sind – bisher konnte ich noch mit jedem auch nach der Sendung noch reden. Überhaupt kann man Sendungen nur bedingt planen: Ich habe zwar ein Manuskript und bin eingelesen, doch es gibt Situationen, gerade bei hochemotionalen Themen, wo einem das nichts mehr nützt. Ich möchte mit meinen Fragen niemals einen Menschen verletzten und nehme deshalb bei Gästen, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben, grosse Rücksicht.</p>
<p><strong>Haben Sie noch Ziele? Gehen Sie auch zum Schweizer Fernsehen wie Roger Schawinski?</strong><br />
Nein, nie im Leben! Das ist für mich unvorstellbar. Ich erlebe die SRG als teilweise unangenehmen Konkurrenten. Ich kann doch nicht über Jahrzehnte einen Moloch bekämpfen – und dann dort arbeiten. Aber jeder soll machen, was ihm Freude macht.</p>
<p><strong>Wie fühlen Sie sich nach diesem Gespräch?</strong><br />
(Lacht) Absolut pudelwohl.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Markus Gilli wurde am 13. September 2011 in Zürich geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/">«Bei Tamedia sind die Chefredaktoren frei»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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