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	<title>Michele Roten | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Was macht eigentlich Michèle Roten?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/12/25/was-macht-eigentlich-michele-roten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Dec 2019 16:50:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Michele Roten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Michèle Roten ist eine Schweizer Journalistin und Autorin», meint Wikipedia. Wenn es nach der Zürcherin geht, ist das passé &#8211; oder eben doch nicht ganz. Michèle und Julian sprechen über die Gründe ihres «Ausstieges» aus dem Journalismus, um was es in ihrem neuem Buch geht (japp, das kommt nämlich &#8211; irgendwann) und ihre Liebe zu <a href="https://escapismjulianthorner.libsyn.com/30-michle-roten">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Michèle Roten ist eine Schweizer Journalistin und Autorin», meint Wikipedia. Wenn es nach der Zürcherin geht, ist das passé &#8211; oder eben doch nicht ganz. Michèle und Julian sprechen über die Gründe ihres «Ausstieges» aus dem Journalismus, um was es in ihrem neuem Buch geht (japp, das kommt nämlich &#8211; irgendwann) und ihre Liebe zu medizinischer Fachliteratur.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/12/25/was-macht-eigentlich-michele-roten/">Was macht eigentlich Michèle Roten?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Alles nichts ohne Glaubwürdigkeit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/03/21/alles-nichts-ohne-glaubwuerdigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 06:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Diez]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Rutishauser]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Kracht]]></category>
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		<category><![CDATA[Horst Schlämmer]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Michele Roten]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Binswanger]]></category>
		<category><![CDATA[Das Magazin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Journalisten diskutieren im Netz vermehrt unter den Augen der Öffentlichkeit. Gut so, schliesslich gibt es keinen Grund, die res publica in abgeschlossenen Elitenzirkeln zu verhandeln. Zum Vorschein kommt dabei die wichtigste Eigenschaft des Journalisten: die Glaubwürdigkeit. Auf dem Schiff Tages-Anzeiger gibt immer wieder Diskussionen, wie soll es auch anders sein. Es gibt nicht nur die <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/21/alles-nichts-ohne-glaubwuerdigkeit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Journalisten diskutieren im Netz vermehrt unter den Augen der Öffentlichkeit. Gut so, schliesslich gibt es keinen Grund, die res publica in abgeschlossenen Elitenzirkeln zu verhandeln. Zum Vorschein kommt dabei die wichtigste Eigenschaft des Journalisten: die Glaubwürdigkeit.<br />
<span id="more-30453"></span><br />
Auf dem Schiff Tages-Anzeiger gibt immer wieder Diskussionen, wie soll es auch anders sein. Es gibt nicht nur die Galeere, in der die Ruder auf den Schlag des <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">Content-Diktators</a> bewegt werden. Es gibt auch ein Hauptdeck, das geschrubbt werden muss. Und ein Oberdeck, auf dem im makellosen Anzug über den richtigen Kurs reflektiert wird.</p>
<p>Neu ist, dass öffentlich diskutiert wird. Im seit Mitte Januar existierenden <a href="http://blog.dasmagazin.ch/">Blog von Das Magazin</a> gibt Daniel Binswanger <a href="http://blog.dasmagazin.ch/2012/03/11/der-absurde-angriff-des-tages-anzeiger-auf-snb-direktoriumsmitglied-jean-pierre-danthine/?goslide=0">am 11. März</a> dem Recherchechef des Mutterblatts Tages-Anzeiger, Arthur Rutishauser, zu verstehen, dass er sich bei den Recherchen zu den Lunch-Spesen eines Nationalbank-Direktoriumsmitglieds in eine Bagatelle verbissen hat:</p>
<blockquote><p>«(&#8230;) einen Enthüllungsartikel über Jean-Pierre Danthine geschrieben, der auf mich wirkt wie aus einem satirischen Giacobbo/Müller-Sketch über Boulevard-Enthüllungsjournalismus.»</p></blockquote>
<p>Und <a href="http://blog.dasmagazin.ch/2012/03/13/wie-frau-sein-der-nachkriegszeit-version-2012/">am 13. März</a> nimmt Michèle Roten einen Tages-Anzeiger-Artikel von Ev Manz auseinander:</p>
<blockquote><p>«Ich versuche mich daran zu erinnern, wann ich das letzte Mal so einen Quatsch gelesen habe.»</p></blockquote>
<p>Und Thomas Zaugg schreibt <a href="http://blog.dasmagazin.ch/2012/03/14/thomas-matter-mit-gattin-marion/?goslide=0">am 14. März</a> über die Verlagsschwester Sonntagszeitung. <small>(<strong>Nachtrag</strong>, 21. März, 13:30 Uhr: Thomas Zaugg <a href="https://twitter.com/#!/thomaszaugg/status/182404202818043904">weist</a> <a href="https://twitter.com/#!/thomaszaugg/status/182434919815979008">per</a> <a href="https://twitter.com/#!/thomaszaugg/status/182404699511726080">Twitter</a> darauf hin, dass das Zitat von Roten nicht als Kritik am &#8222;Tages-Anzeiger&#8220;-Artikel gemeint ist, sondern sich auf den Mama-Coach bezieht.)</small></p>
<p>Öffentlich gestritten wird auch im Bürogebäude an der Zürcher Förrlibuckstrasse (<a href="https://dominiquestrebel.wordpress.com/2012/03/09/die-fehler-des-alex-baur/">Dominique Strebel vom «Beobachter» vs. Alex Baur von der Weltwoche</a>), zwischen Zürich und Berlin (<a href="http://bundesplatz.blog.nzz.ch/2012/02/06/der-mude-achte-bundesrat/">René Zeller von der NZZ vs. Frank A. Meyer vom Ringier-Verlag</a>), zwischen Radiopionieren und Edelfedern (<a href="http://blog.persoenlich.com/?p=3374">Roger Schawinski von Radio1 vs. Constantin Seibt</a> vom Tages-Anzeiger) und natürlich in den Leserbriefspalten der Zeitungen (<a href="https://twitter.com/#!/kohlenklau/status/179234593650642949/photo/1">Andi Kunz von der Weltwoche vs. Peter Rothenbühler in der Aargauer Zeitung</a>). Fast tägliche Beispiele für Diskussionen liessen sich aus den öffentlichen und halböffentlichen Räumen von sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook anführen.</p>
<p>Wenn sie nicht in einen kleinkarierten Streit ausarten, sind öffentliche Debatten erfreulich, auch wenn sie unter der gleichen Marke, unter dem gleichen Verlagsdach stattfinden. Es wäre doch sehr überraschend, wenn unter Journalisten, die zur Meinungsvielfalt beitragen sollen, Meinungseinfalt bestehen würde. Viele der angeführten Debatten brechen nach Rede und Gegenrede abrupt ab. Diese Kürze verleiht der Diskussion zwar eine angenehme Übersichtlichkeit, das (erneute) Eingehen auf die Argumente des Anderen wäre aber schon wünschenswert.</p>
<p>Der offensichtliche Gewinn solcher Debatten für das Publikum ist die Einsicht in den Journalisten abseits seines Werks. Wie verteidigt er seine Arbeit, wie tickt er, kann er sich auch abseits von Redaktionsprozessen ausdrücken? Einige Diskussionen führen auch zurück zum Kern des Journalismus, den Fakten. Auch wenn nicht wenige Unterhaltungsarbeiter, Quotenbolzer, Fantasten keine Scham haben, sich Journalisten zu nennen, so sind sie das natürlich nur so lange, wie sie dem Publikum Fakten liefern. Ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Kummer">Tom Kummer</a> mag ein grossartiger Schreiber sein &#8211; und nicht seine ausgedachten Interviews machen ihn zum Fälscher, sondern der Verkauf von ihnen als Gespräche, die tatsächlich stattgefunden haben. Die Auseinandersetzung mit den Fakten befördern auch Watchblogs wie <a href="http://www.bildblog.de/">Bildblog</a> oder <a href="http://www.kobuk.at/">Kobuk</a>.</p>
<p>Ein Journalist kann, anders als eine Versicherungsfachfrau, ein Friseur oder eine Erwachsenenbildnerin, keine Diplome vorweisen, die ihm durch eine Ausbildung garantierte Fachkenntnis garantieren. Denn Journalist ist, und das ist gut so, ein ungeschützer Beruf, der ergreifen kann, wer sich dazu befähigt fühlt. Um so abhängiger ist ein Journalist vom Vertrauen, das das Publikum in seinen Namen setzt oder in die Marke, unter der er publiziert.</p>
<p>Die Bewahrung der Glaubwürdigkeit ist entscheidend. Es ist bald dreissig Jahre her, dass der «Stern» gefälschte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hitler-Tageb%C3%BCcher">Hitler-Tagebücher</a> vorabdruckte &#8211; doch noch heute verbinden viele diese Fehlleistung direkt mit der Marke. Umgekehrt kann die Glaubwürdigkeit eines Titels einen Ruf zerstören &#8211; wie zuletzt Georg Diez im «Spiegel» mit seinem Artikel <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83977254.html">«Die Methode Kracht»</a> bewiesen hat. Auch wenn sich umgehend <a href="http://www.kiwi-verlag.de/news/17022012-offener-brief-an-die-spiegel-chefredaktion-zu-kracht/">17 Autoren</a> mit dem Schriftsteller Christian Kracht solidarisierten und «die Grenzen zwischen Kritik und Denunziation überschritten» sahen, so werde Kracht von nun an immer das Attribut «umstritten» oder, noch diffuser, «problematisch» anhaften, schrieb beispielsweise <a href="http://www.begleitschreiben.net/christian-kracht-imperium/">Gregor Keuschnig auf begleitschreiben.net</a>:</p>
<blockquote><p>Alleine die Tatsache, dass jemand im »Spiegel« derart gegen den Autor Stellung bezogen hat, reicht aus, um diese Meinung als Teil des Diskurses zu erhalten und immer wieder – je nach Bedarf – aus der Schublade zu holen.</p></blockquote>
<p>Was ein Vorwurf taugt, stellt sich oft erst in den Debatten dazu heraus. Kommunikationsarbeiter aller Art tun gut daran, sich an Ort und Stelle der Diskussion einzuschalten und die Faktenlage im eigenen und im öffentlichen Sinne zu bereichern. Es mag Momente geben, in denen Schweigen eine Antwort ist, doch in aller Regel ist die Darlegung der eigenen Position das Richtige.</p>
<p>Die Deutung der Debatte ist dem Konsumenten überlassen. Er entscheidet, welche Argumente ihn zu überzeugen vermögen &#8211; und passt je nach dem den eigenen Medienkonsum an. Denn wer sich mit unbelegten Vorwürfen wichtig machen will, gehört kritisiert, verklagt oder irgendwann einfach ignoriert, ganz so wie jeder gemeine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29">Troll</a>. Das gilt für den Twitterer, den Blogger, den Blick-Kolumnisten, den NZZ-Redaktor und selbst für den mehrfach preisgekrönten Journalisten.</p>
<p><small>Verwendete Bilder: <a href="https://www.facebook.com/HorstSchlaemmer">facebook.com/HorstSchlaemmer</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/21/alles-nichts-ohne-glaubwuerdigkeit/">Alles nichts ohne Glaubwürdigkeit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der Michèle-Roten-Monat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/18/der-michele-roten-monat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 09:35:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnistin]]></category>
		<category><![CDATA[Michele Roten]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Das Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Autorin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michèle Roten ist Journalistin, Autorin, Mutter, Ehefrau und 32. Sie fährt Rennrad, nicht Damenvelo. «Das Magazin» zeigte am 8. Oktober 2011 seine Miss Universum-Kolumnistin auf dem Cover: in Seidenfoulards gehüllt mit ihrem nackten Baby auf dem Arm. Von Walter Pfeiffer fotografiert. Ein schwuler Kult-Fotograf porträtierte eine Neo-Feministin. Ein schönes Bild. Es war der Startschuss für <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/18/der-michele-roten-monat/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/roten.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Michèle Roten ist Journalistin, Autorin, Mutter, Ehefrau und 32. Sie fährt Rennrad, nicht Damenvelo. «Das Magazin» zeigte am 8. Oktober 2011 seine Miss Universum-Kolumnistin auf dem Cover: in Seidenfoulards gehüllt mit ihrem nackten Baby auf dem Arm. Von Walter Pfeiffer fotografiert. Ein schwuler Kult-Fotograf porträtierte eine Neo-Feministin. Ein schönes Bild. Es war der Startschuss für den Michèle-Roten-Monat.<br />
<span id="more-28944"></span><br />
Am 8. Oktober brummte das Handy. Eine SMS war eingetroffen: «D’Roten ufem Magazin-Titelblatt. Auso derä hets würklech is hirni gschneit, kuss». Der Absender war ein 32-jähriger Mann. Die Empfängerin eine 23-jährige Frau. Sie freute sich. Die Gruppe der 20-plus-Jährigen freute sich. Und wie.</p>
<p>Dem Cover folgte ein Artikel, in dem Michèle Roten erstmals ihr Buch <a href="http://echtzeit.ch/buecher.php?id=205" target="_blank">«Wie Frau sein. Protokoll einer Verwirrung»</a> vorstellte: «Jede Frau, die ich kenne, ist für die soziale und politische Gleichheit der Geschlechter, aber Feministin nennt sich keine Einzige von ihnen». Erkenntnis: Der Feminismus hat ein Imageproblem. Das verdanken wir den Gegnern, die nachhaltig Klischees in die Gesellschaft pflanzten. Roten machte mit «Hoppla, ein neuer Feminismus!» auf ihr neues Buch neugierig.</p>
<p>Am 15. Oktober feierte eine Freundin ihr 24. Lebensjahr. Neun Frauen im Alter von 20 plus waren geladen. Alles Studentinnen: Germanistik (1), Populärkulturen (1), Textildesign (1), Wirtschaft (1), Publizistik (1), Kommunikation (4). Michèle Roten war auch dabei: sie und ihr Sohn lagen auf dem Fenstersims. Die Frauen reichten «Das Magazin» weiter wie einen Joint und diskutierten. Ambra, eine 26-jährige Germanistikstudentin und Nachwuchsjournalistin: «Dieses Buch wird eh nur Rotens Hardcore-Fangemeinde aus dem Tagimagi-Einzugsgebiet kaufen und so viele können das nicht sein». Bissige Stute?</p>
<p>Weiter. Am 24. Oktober war Michèle Roten zu Gast in der Sendung <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/top/focus/2655.sh10197503.html" target="_blank">Focus auf Radio DRS 3</a>. Ein Arbeitskollege schickte den Link mit einer Bemerkung: «Reden kann die Frau auch nicht». Und Ambra von oben doppelte nach: «Warum dieser flapsige Ton und die komplette Verweigerung, sich oder das Buch auch nur ansatzweise zu erklären?»<br />
Kann Michèle Roten besser schreiben als reden?</p>
<p>Und weiter. Am 28. Oktober erschien Michèle Rotens Buch im Echtzeit Verlag und am Abend fand die Lesung im Zürcher Kaufleuten statt. Am Eingang wurden pinkfarbene Pins mit abgebildeten Venus-Herz-Zeichen verteilt. Wirkte irgendwie anbiedernd, diese Marketing-Massnahme. Der Klubsaal war voll. Eine junge Frau Mitte zwanzig fragte ihre Begleitung:</p>
<p>-Worum geht’s eigentlich?<br />
-Um Feminismus.<br />
-Aha.<br />
-Ja, sie, also die Michèle Roten, ist Kolumnistin beim Tagimagi, das ist ein mega cooles, urbanes Magazin für junge urbane Menschen wie wir, weisch. Ja, sie verficht voll so einen neuen Pop-Feminismus. Sie schreibt in so Schwanzlutscher-Sprache.<br />
-Mhm.</p>
<p>Die Lesung enttäuschte. Michèle Roten las aus ihrem Buch und jene Zuschauer, die den Artikel zwei Wochen zuvor in «Das Magazin» gelesen hatten, erfuhren nichts Neues. Auch das anschliessende Gespräch mit Altfeministin, Beziehungsberaterin und Psychologin <a href="http://www.julia-onken.ch/" target="_blank">Julia Onken</a> befriedigte kaum. «Wie Frau sein» wurde ausschliesslich gelobt, keine spannende, kritische Diskussion geführt, sondern Klischees und abgelutschte Männer-Frauen-Witze bedient. Michèle Roten lachte mit, doppelte nach. Warum verkaufte sich diese talentierte Frau unter ihrem Wert? Ist das emanzipiert?</p>
<p>Dann die Überraschung. Das Buch. Besser, als es die öffentlichen Auftritte erahnen liessen. Michèle Roten zitiert Studien und macht faire Vergleiche: «Gehen wir also mal davon aus, dass Männer ihr Bild von Sex und Frauen beim Sexmachen aus Pornos beziehen, dann ist das durchaus ein bisschen unangenehm. Aber die Vorstellung, dass Frauen ihr Bild von Beziehungen und Männern beim Beziehungmachen aus Filmen haben, das finde ich, ehrlich gesagt, ähnlich gruselig.» In ihrer unverblümt, klugen Art schreibt Michèle Roten darüber, wie sich die Kohorte der 30-plus-Jährigen so fühlt. Rückblickend und ausblickend gleichzeitig.</p>
<p>Nur, das ist nicht alles neu – was die Autorin aber auch deklariert: «Diese Unsicherheit spiegelt sich in meinen Kolumnen der letzten zwei Jahre zu diesem Thema, die Sie hier noch einmal lesen können, und in den paar längeren Magazin-Artikeln. Der Rest sind neu entstandene Texte und Notizen.» Das nervte, weil man als regelmässige Roten-Leserin auf Schnee von vorgestern stiess. Ebenfalls deklariert Michèle Roten, dass ihr Buch kein Manifest sei, keine Ideologie, keine Handlungsanweisung und es werde «nicht einmal Antworten liefern. Es wird eher noch ein paar Fragen mehr auftun.» Darf man das? Ambra: «Das ist eine Frechheit.»<br />
Hat Michèle Roten Angst, Stellung zu beziehen und als Feministin (nach klischierter Definition) abgestempelt zu werden? Ist das emanzipiert?</p>
<p>Die 20-plus-Jährigen hatten sich auf Michèle Rotens Meinung gefreut. Am 31. November trafen sich ein paar Freundinnen vor dem Kino. Kinomontag.</p>
<p>Ambra: Ich habe keine Lust auf Kino, ich will Michèle-Roten-Bashing machen.<br />
Noemi: Nimm’s mal easy. Du bist nur eifersüchtig.<br />
Lily: Sag doch mal, was dich wirklich stört. Du nervst.<br />
Ambra: Okay. Sie war immer so eine Art Vorbild, quasi immer ein paar Schritte weiter vorn, bewundernswert und beneidenswert.<br />
Lily: Und?<br />
Ambra: Ja, dann heiratet sie und macht ein Kind und schreibt ein Buch über einen neuen Feminismus. Traditionell und progressiv. Mega cool. Avantgarde.<br />
Lily: Ja voll.<br />
Ambra: Und dann tritt sie im Radio auf und an der Lesung und wirkt so voll nicht souverän.<br />
Lily: Bei <a href="http://www.youtube.com/watch?v=e65vfIMYk4U" target="_blank">Aeschbacher</a> und im <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=fd654314-f292-4538-b5be-9f4ab31bc54a" target="_blank">Kulturplatz</a> vor paar Jahren war das auch schon so. Vielleicht ist sie einfach so. Ist doch okay?<br />
Ambra: Ja, aber die tut immer so cool und abgeklärt und ist es in echt dann doch nicht.<br />
Noemi: Nimm’s mal easy.<br />
Ambra: Sie ist DIE Neo-Pop-Feministin per se: Journalistin, Autorin, Mutter, Ehefrau, klug, talentiert, hot. Sie hat doch so viel dazu zu sagen und dann gräbt sie alten Müll aus dem Miss Universum-Archiv aus und knallt’s in ein Buch.<br />
Noemi: Das du innert fünf Stunden verschlungen hast.<br />
Ambra: Ich bin enttäuscht.<br />
Lily: Erwartungen waren schon immer dein Problem. Mach ne Therapie und schreib Roten danach einen Leserbrief.<br />
Ambra: Fick dich.<br />
Und so endete der Michèle-Roten-Monat.</p>
<p><em><strong>Buchhinweis:</strong> «Wie Frau sein. Protokoll einer Verwirrung», Michèle Roten, 2011 im Echtzeit Verlag erschienen, ISBN: 978-3-905800-45-6. </em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/18/der-michele-roten-monat/">Der Michèle-Roten-Monat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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