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	<title>Palantir | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Mon, 26 Apr 2021 21:39:09 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Palantir: Fauler Datenzauber am Zürichsee</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/26/palantir-fauler-datenzauber-am-zuerichsee/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2021 21:39:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Palantir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der US-Softwarekonzern Palantir rennt in der Schweiz offene Türen ein – trotz Flops und Skandalen. Mit Schweizer Unterstützung will das Unternehmen nun das lukrative Geschäft mit Regierungen und Behörden ausbauen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der US-Softwarekonzern Palantir rennt in der Schweiz offene Türen ein – trotz Flops und Skandalen. Mit Schweizer Unterstützung will das Unternehmen nun das lukrative Geschäft mit Regierungen und Behörden ausbauen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/26/palantir-fauler-datenzauber-am-zuerichsee/">Palantir: Fauler Datenzauber am Zürichsee</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Baba News, Fetisov&#160;Journalism&#160;Awards, Ringier</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/24/baba-news-fetisov-journalism-awards-ringier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Apr 2021 08:06:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Palantir]]></category>
		<category><![CDATA[Babanews]]></category>
		<category><![CDATA[Fetisov Journalism Awards]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – «Baba News» hat’s geschafft Schon im ersten «Baba News»-Video von vor drei Jahren steckt so viel, was man zuvor kaum je in einem Medium hören oder lesen konnte: Die Schweizer Fussballnationalspielerin Jehona Mehmeti sucht nach Gründen, weshalb Rassismus im Männerfussball Alltag, bei den Frauen aber kein Thema ist. Ein Schwarzer Fachmann Betreuung <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/24/baba-news-fetisov-journalism-awards-ringier/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-87989" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424a.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424a-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-87990" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210424b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «Baba News» hat’s geschafft</h3>
<p>Schon im ersten <a href="https://youtu.be/m2HJ1qzp2Og" target="_blank" rel="noopener">«Baba News»-Video</a> von vor drei Jahren steckt so viel, was man zuvor kaum je in einem Medium hören oder lesen konnte: Die Schweizer Fussballnationalspielerin <a href="https://www.imago-images.de/fotos-bilder/jehona-mehmeti" target="_blank" rel="noopener">Jehona Mehmeti</a> sucht nach Gründen, weshalb Rassismus im Männerfussball Alltag, bei den Frauen aber kein Thema ist. Ein Schwarzer Fachmann Betreuung erzählt, dass er bei der Arbeit oft Menschen mit psychischen Problemen begegne, die rassistische Dinge sagen. Da stelle sich dann die Frage, ob sie etwas nachplappern oder auch so meinen.</p>
<p>Die <a href="http://www.babanews.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Baba News»</a>-Beiträge sind nicht wegen Primeurs so exklusiv, sondern weil diese Perspektiven sonst kaum vorkommen: «Aus dem Inneren einer multiethnischen Community – für alle» lautet der Selbstanspruch.</p>
<p>Immer in Mundart, lebensnah, in drei bis fünf Videos pro Monat. Obwohl der erfolgreichste Beitrag eine halbe Million Mal geschaut wurde und trotz Stiftungs- und öffentlichen Geldern arbeitete das Team um Chefredaktorin Albina Muhtari bisher weitgehend ehrenamtlich. Jetzt soll sich das ändern: Das Crowdfunding, das am Donnerstag zu Ende gegangen ist, sichert nun bescheidene 4000-Franken-Monatslöhne für ein halbes Jahr.</p>
<h3>The Bad – Der Milliardär und sein Journalismuspreis</h3>
<p>Am Donnerstag fand im Dolder Grand Hotel in Zürich die Verleihung der zweiten <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/ein-russischer-milliardaer-stiftet-sich-den-groessten-journalismuspreis-der-welt/">Fetisov Journalism Awards</a> statt. Zwölf journalistische Beiträge teilen sich ein Preisgeld von rekordhohen 520&#8217;000 Franken, gestiftet vom russischen Milliardär Gleb Fetissow.</p>
<p>Gewonnen haben viele Recherchen aus dem globalen Süden und aus der Schweiz ein Swissinfo-Longformbeitrag über <a href="https://stories.swissinfo.ch/gold-peru-switzerland-mining-metalor#231918" target="_blank" rel="noopener">Goldgeschäfte in Peru</a>. Zwei der Ausgezeichneten gewannen schon im Vorjahr. Was keine statistische Unmöglichkeit ist, denn nun waren es 283 Einsendungen aus 77 Ländern und 2019 gemäss Veranstalter etwas mehr als halb so viele. Zum Vergleich: 1612 Einsendungen bewarben sich 2017 für den Deutschen Reporter:innenpreis. Die Selbstbezeichnung «grösster Preis in der Geschichte des internationalen Journalismus» trifft also weiterhin bloss mit Blick auf die Preisgeldsumme zu.</p>
<p>Nachdem bei der ersten Verleihung <a href="https://medienwoche.ch/2020/01/23/keine-unabhaengigen-medien-beim-groessten-jounalismuspreis-der-welt/">keine berichtenden Journalist*innen</a> teilnehmen durften, konnte man sich dank der Pandemie nun bequem in den Stream einloggen. «Eine neue Weltordnung entwickelt sich», begrüsste Finanzier Fetissow im Dolder. In der englischen Rede sprach er sich für Pressefreiheit und gegen Desinformation aus.</p>
<p>Er sagte aber auch Sätze, bei denen unklar blieb, wie sie gemeint sind: «Neue journalistische Formen bedingen ideologische Gehirnwäsche.» Am Ende der 100-minütigen Veranstaltung bedankte sich der Moderator mit «profundester Wertschätzung» unterwürfigst bei «Gleb Fetissow und seiner Familie».</p>
<p>Immerhin: In der kommenden FJA-Ausschreibung fällt ein Hinderungsgrund weg, sich für den Preis zu bewerben: Die «Forza Italia»-Politikerin und frühere Berlusconi-Sprecherin Deborah Bergamini sitzt nicht mehr in der Jury. Sie ist seit März italienische Staatssekretärin.</p>
<h3>The Ugly – Nichts Neues vom Ringier-Boulevard</h3>
<p>Schon vor zwei Jahrzehnten handelten Ralph Donghis Artikel im «Blick» von Sex, Gewalt und Verbrechen. Sein journalistischer Output blieb bis heute sprachlich und inhaltlich ähnlich primitiv. Dass er dabei oft rücksichtslos vorgeht und sich an der Grenze zur Legalität bewegt, ist <a href="https://www.zeit.de/2016/52/ralph-donghi-kriminalreporter-schweiz-methoden" target="_blank" rel="noopener">dokumentiert</a>. Diese Woche machte <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/medien-bericht-ueber-sexuellen-missbrauchblick-verletzte-intimsphaere-von-kindern-ld.2126691" target="_blank" rel="noopener">CH Media</a> bekannt, wie Ringier jüngst vor Gericht bis zum Schluss «uneinsichtig» blieb, dass mehrere «Blick»-Artikel die Persönlichkeitsrechte von Kindern, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, verletzt haben. Am Obergericht handelte Ringier dann die Genugtuung von 20&#8217;000 auf 10&#8217;000 Franken runter.</p>
<p>Ein Zigfaches dieser Einsparung zahlt Ringier wohl der Daten-Firma Palantir für ihre Dienste. Über die «unheimliche US-Firma» («Der Spiegel»), deren Aufbau <a href="https://www.srf.ch/news/wirtschaft/palantir-in-der-schweiz-es-bedeutet-was-wenn-die-cia-von-anfang-an-dabei-ist" target="_blank" rel="noopener">von der CIA mitfinanziert</a> wurde und die sich nun in der Steueroase Schwyz niederliess, berichteten «Ringier»-Medien schon immer zimperlicher als über Gewaltopfer: Der CEO sei «Inbegriff des Freidenkers» («Bilanz») oder «Datenzauberer von Palo Alto» («Blick»). Wie die WOZ in ihrer aktuellen Ausgabe <a href="https://www.woz.ch/-b6a9" target="_blank" rel="noopener">thematisiert</a>, sitzt seit Sommer auch eine <a href="https://www.ringier.ch/de/organisation/laura-rudas" target="_blank" rel="noopener">Palantir-Managerin</a> als einzige Frau im Ringier-Verwaltungsrat. Bereits seit zwei Jahren nutzen «bis zu 85 Prozent» der Journalist*innen im «Blick»-Newsroom ein Palantir-Daten-Tool, das die Artikelperformance analysiert, um «fundiertere Entscheidungen zu treffen, welche Inhalte am besten die Erwartungen der Leserinnen und Leser erfüllen». Es ist komisch: Was will der «Blick» seinen Journalismus mit immer mehr Daten entwickeln, wenn seine Witwenschüttlerfraktion seit Jahrzehnten das Gleiche treibt?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/24/baba-news-fetisov-journalism-awards-ringier/">Baba News, Fetisov Journalism Awards, Ringier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Palantir in der Schweiz:«Es bedeutet was, wenn die CIA von Anfang an dabei ist»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/16/palantir-in-der-schweizes-bedeutet-was-wenn-die-cia-von-anfang-an-dabei-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 13:06:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Palantir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Altendorf im Kanton Schwyz entsteht der Europa-Standort des Unternehmens Palantir. Das Geschäftsmodell der Firma: Daten zusammenführen und verknüpfen. Hernani Marques, Sprecher des Chaos Computer Club Schweiz, sagt, was er davon hält.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/palantir-in-der-schweizes-bedeutet-was-wenn-die-cia-von-anfang-an-dabei-ist/">Palantir in der Schweiz:«Es bedeutet was, wenn die CIA von Anfang an dabei ist»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Altendorf im Kanton Schwyz entsteht der Europa-Standort des Unternehmens Palantir. Das Geschäftsmodell der Firma: Daten zusammenführen und verknüpfen. Hernani Marques, Sprecher des Chaos Computer Club Schweiz, sagt, was er davon hält.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/16/palantir-in-der-schweizes-bedeutet-was-wenn-die-cia-von-anfang-an-dabei-ist/">Palantir in der Schweiz:«Es bedeutet was, wenn die CIA von Anfang an dabei ist»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Palantir: Die Kristallkugel geht an die Börse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/20/palantir-die-kristallkugel-geht-an-die-boerse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2020 16:04:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Palantir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der einzige Investor und Kunde war während Jahren die CIA. Was steckt hinter dem verschwiegenen Softwareunternehmen?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/20/palantir-die-kristallkugel-geht-an-die-boerse/">Palantir: Die Kristallkugel geht an die Börse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der einzige Investor und Kunde war während Jahren die CIA. Was steckt hinter dem verschwiegenen Softwareunternehmen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/20/palantir-die-kristallkugel-geht-an-die-boerse/">Palantir: Die Kristallkugel geht an die Börse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Datenkrake im Newsroom</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/09/datenkrake-im-newsroom/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jul 2019 13:05:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[Palantir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ringier nimmt die Dienste von Palantir in Anspruch: Der umstrittene Datenkonzern liefert für die «Blick»-Gruppe eine Analysesoftware. Für einen besseren Journalismus kann aber auch das schlauste Programm nicht sorgen, für eine schlechte Stimmung im Newsroom hingegen schon. Der Name verspricht Mysterium und Abenteuer, stammt er doch aus der Märchenwelt von J. R. R. Tolkien: Palantir. <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/09/datenkrake-im-newsroom/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/09/datenkrake-im-newsroom/">Datenkrake im Newsroom</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ringier nimmt die Dienste von Palantir in Anspruch: Der umstrittene Datenkonzern liefert für die «Blick»-Gruppe eine Analysesoftware. Für einen besseren Journalismus kann aber auch das schlauste Programm nicht sorgen, für eine schlechte Stimmung im Newsroom hingegen schon.</strong><br />
<img decoding="async" class="size-full wp-image-70856 alignnone" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Datenkraken-Palantir_20190709.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Datenkraken-Palantir_20190709.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Datenkraken-Palantir_20190709-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Datenkraken-Palantir_20190709-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Datenkraken-Palantir_20190709-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/07/MW-Datenkraken-Palantir_20190709-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der Name verspricht Mysterium und Abenteuer, stammt er doch aus der Märchenwelt von J. R. R. Tolkien: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Palantir_Technologies" target="_blank" rel="noopener">Palantir</a>. Die Tätigkeit von Palantir hört sich bei oberflächlicher Betrachtung aber so spannend an wie der Farbe an der Wand beim Trocknen zuzuschauen: Herstellung von Software für Datenstrukturierung.</p>
<p>Beim zweiten Blick ist Palantir ein typisches Gewächs des Silicon Valley. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alex_Karp" target="_blank" rel="noopener">Alex Karp</a>, ein etwas exzentrischer Hippie-Sohn, ist CEO. Der mit dem Verkauf von Paypal ziemlich reich gewordene <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Thiel" target="_blank" rel="noopener">Peter Thiel</a> finanzierte die Gründung mit 35 Millionen Dollar. Trump-Anhänger Thiel hatte mit dem bekennenden Linken Karp zusammen Jura studiert, eine jahrelange Freundschaft der Antipoden war die Basis für die Firmengründung.</p>
<p>Denn Thiel, und die US-Regierung, suchten nach den Anschlägen von 9/11 nach einer Software zum Schutz vor Hackern – und vor Terroristen. Auch eine Venture-Capital-Bude beteiligte sich mit zwei Millionen Dollar am Start-up Palantir. Das Geld kam von der CIA.</p>
<p>Das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Genauso wenig wie die Zusammenarbeit von Palantir mit dem Pentagon, <a href="https://digitalcourage.de/blog/2015/ueberwachung-das-toedliche-geschaeft-von-palantir" target="_blank" rel="noopener">der NSA und der CIA</a>. Genau so wenig wie die Tatsache, dass das Programm <a href="https://police-it.org/dossiers-2/das-palantir-dossier/palantir-gotham-alias-hessendata-dammbruch-in-der-polizeilichen-it" target="_blank" rel="noopener">Palantir Gotham</a> von vielen Polizeidiensten zur Verbrechensbekämpfung benützt wird.</p>
<p>Denn die Fähigkeit von Palantirs Software lässt sich eigentlich überall sinnvoll anwenden. Lange Zeit stand der massenhaften Datensammlung ein banales Problem entgegen: Der dafür nötige Speicherplatz war nicht billig. Nachdem dieses Problem gelöst war, sahen sich Datenkraken wie die NSA oder die CIA mit einem neuen Problem konfrontiert: Sie soffen in Datenseen, in Datenmeeren, ab. Die NSA hört bekanntlich so ziemlich alle Telefongespräche auf der Welt ab.</p>
<p>Wenn also Terrorist A so dumm ist, Terrorist B anzurufen, dass der sich den Sprengstoffgürtel umschnallen und losmarschieren soll, dann bekommt das die NSA mit. Genauer: Diese Information ist ein winziger Tropfen in einem atlantischen Ozean. Diesen Tropfen herauszufiltern, Daten wie Bewegungen, Internet-Nutzung oder die Verwendung von verschlüsselter Kommunikation zu verknüpfen, das leisten die Programme von Palantir.</p>
<p></p>
<p>Aber eigentlich ist Palantir einfach eine weitere Erfolgsstory made in USA. <a href="https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/tech-ipo-kommt-die-palantir-aktie-mit-verspaetung-an-die-boerse-7539511" target="_blank" rel="noopener">Es wird gemunkelt</a>, dass die Firma Ende 2019 an die Börse gehen könnte, dabei wird ein IPO von 41 Milliarden Dollar erwartet. Wohl verdient, denn Software von Palantir soll beim Aufspüren von Osama bin Laden verwendet worden sein. Das Unternehmen hält sich dazu stets bedeckt und nährt so den Mythos Palantir. Seine Software kam auch zum Einsatz, um eine Datenbank für Immigranten zu strukturieren, im Rahmen eines laufenden <a href="https://slate.com/technology/2019/05/documents-reveal-palantir-software-is-used-for-ice-deportations.html" target="_blank" rel="noopener">Vertrags mit der US-Immigrationsbehörde ICE</a>. Auch Cambridge Analytica soll <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/arbeitete-peter-thiels-palantir-mit-cambridge-analytica-15515359.html" target="_blank" rel="noopener">vom Know-How der Palantir-Mitarbeiter profitiert</a> haben. Die inzwischen aufgelöste Firma hatte bei Facebook völlig legal Daten von 87 Millionen Nutzern abgesaugt und im Dienst von Donald Trumps Wahlkampfteam für die Beeinflussung von US-Wählern benützt.</p>
<blockquote><p>Dass Palantir nach dem Geschäft mit Geheimdiensten, Behörden, Banken oder Pharmakonzernen nun auch die Medien entdeckt, kommt nicht von ungefähr.</p></blockquote>
<p>Während Facebook ins Trommelfeuer der Kritik geriet, Mark Zuckerberg sich persönlich entschuldigte, Besserung versprach und in England die Höchststrafe von rund 630&#8217;000 Franken aus der Portokasse zahlte, kümmerte sich niemand um die Rolle von Palantir. So nach der Devise: Nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Glock-Pistole" target="_blank" rel="noopener">Mord mit einer Glock</a> kann man ja auch nicht dem Hersteller der Pistole die Schuld geben. Ausserdem seien die Chinesen ja schon viel weiter im Post-Orwell-Staat, wo jeder Bürger rundum überwacht und für jegliches Fehlverhalten, von Opposition zum Regime ganz zu schweigen, sanktioniert werden kann.</p>
<p>Nun hat Palantir auch eine Software mit dem schönen Namen «Apollo» im Angebot. Die soll darbenden Medien dabei helfen, besser auf die Bedürfnisse ihrer Kunden, also der Leser, einzugehen. Es ist so belustigend wie beschämend, dass Medienkonzerne mit grosser und langer Tradition immer wieder aufs Neue entdecken, dass es keine schlechte Idee wäre, die Bedürfnisse der zahlenden Konsumenten zu bedienen, wenn man seine Kundschaft behalten will.</p>
<p>Dass Palantir nach dem Geschäft mit Geheimdiensten, Behörden, Banken oder Pharmakonzernen nun auch die Medien entdeckt, kommt nicht von ungefähr. Firmengründer Alex Karp sitzt seit einem Jahr <a href="https://www.axelspringer.com/de/unternehmen/aufsichtsrat" target="_blank" rel="noopener">bei Axel Springer im Aufsichtsrat</a>. Von Springer zur Ringier ist es dann nur noch ein kurzer Weg, betreiben doch die beiden Unternehmen grosse Teile ihres Geschäfts gemeinsam.</p>
<blockquote><p>Auch die Frage: «Wieso haben die das und wir nicht?» trieb Journalisten regelmässig zu Höchstleistungen an.</p></blockquote>
<p>In den guten alten Zeiten des Journalismus wurde eine Titelstory geboren, wenn der Chefredaktor sagte: «Alle reden von der Hitze, wir auch.» Oder wenn der Redaktor sagte, dass gestern beim Feierabendbier alle über den hohen Benzinpreis geschimpft hätten. Auch die Frage: «Wieso haben die das und wir nicht?» trieb Journalisten regelmässig zu Höchstleistungen an. Noch ohne die Hilfe von «Apollo» und Künstlicher Intelligenz hätte aber auch einfach menschliche Intelligenz genügt, um zu erkennen, dass der «Blick» immer wieder gegen die Ansichten seiner Leserschaft anschrieb, besonders dann, wenn das Boulevardblatt wieder mal einen Linkskurs fuhr.</p>
<p>Da sich die Medien immer lautstark von Schraubenherstellern unterscheiden wollen und als vierte Gewalt, Kontrollinstanz und Aufdecker von Skandalen eine Sonderstellung beanspruchen, erhebt sich natürlich die Frage: Wie soll ein Artikel über Verhandlungen im Ständerat zu einer Neuregelung der Zuständigkeiten bei der AHV gegen die Story «Beatrice Egli: zum ersten Mal ganz nackt» anstinken? Oder gegen den Sommerloch-Dauerbrenner: «So leiden Dackel unter der Hitze»?</p>
<p>Natürlich wird da tapfer behauptet, dass die Performance eines Artikels nicht das einzige und auch nicht das wichtigste Kriterium für die Beurteilung seiner Relevanz sei. Wenn das aber nicht so sein sollte, wozu dann die ganze Mühe? Ach, damit wie immer «noch besser» darüber geredet werden kann, was den Leser wirklich interessiert? «Wir werden mit der analytischen Unterstützung von Apollo weniger nicht relevante und nicht performante Inhalte produzieren, und dafür mehr Geschichten mit hoher Qualität, die eine grosse Reichweite erzielen», verrät Katia Murmann, Chefredaktorin Digital «Blick» Gruppe, dem Branchenmagazin persoenlich.com.</p>
<blockquote><p>Wahrscheinlich dürfte sich die messbare Wirkung der Palantir-Software darauf beschränken, dass die US-Nachrichtendienste noch einfacher an Daten aus der Schweiz herankommen.</p></blockquote>
<p>Das ist sicherlich bitter nötig, um den Niedergang der zahlenden Leserschaft und der zahlenden Werbekundschaft aufzuhalten. Allerdings ist es nicht erfindlich, wie eine noch so ausgeklügelte Software eine höhere Qualität von «Blick»-Storys bewirken soll, auch wenn das ebenfalls bitter nötig wäre. Wahrscheinlich dürfte sich die messbare Wirkung der Palantir-Software darauf beschränken, dass die US-Nachrichtendienste noch einfacher an Daten aus der Schweiz herankommen. Wenn sie das überhaupt interessiert. Und Palantir kann sich über einen finanziellen Zustupf aus dem Hause Ringier freuen.</p>
<p>Ein nicht unwichtiges Kriterium für den Erfolg einer neuen Software ist auch, wie der einzelne Mitarbeiter das Programm annimmt. Ist er begeistert, zumindest beeindruckt, hilft ihm «Apollo» tatsächlich, relevantere, bessere Artikel zu schreiben? Vielleicht. Der sowieso schon von Sparmassnahmen und Existenzangst gebeutelte Redaktor interessiert indes etwas ganz anderes: Ob die Performance seiner Artikel einen Einfluss auf sein Gehalt haben könnte. Besonderen Argwohn erweckt dabei Peter Wälty, der beim «Blick» für die Einführung von «Apollo» verantwortlich ist. Noch im Dienste von Tamedia wollte Wälty mal probeweise den Journalisten <a href="https://www.persoenlich.com/medien/ein-journalistisches-totalversagen-im-grunde" target="_blank" rel="noopener">die Wurst vor die Nase hängen</a> in Form von Klickzahlen, die für den Journalisten des Newsdesks über einen Bonus bei hoher Performance entscheiden.</p>
<p>Das wurde dann nach grossem Aufruhr stillschweigend beerdigt. Aber seit letztem Jahr steht Wälty im Sold von Ringier. Und auch für ihn gilt natürlich, was für alle anderen gilt: Performance wäre nicht schlecht, vor allem messbare. Sonst wäre ja sein üppiges Gehalt als Leiter Digital der «Blick»-Gruppe rausgeschmissenes Geld. Ungefähr so sinnvoll wie ein Artikel im Sommerloch über Reparaturarbeiten an Schneefräsen. Also sei die Prognose gewagt: «Apollo» wird nur mässige Auswirkung auf die Performance und nicht messbare Auswirkungen auf die Qualität von «Blick»-Artikeln haben. Aber deutlich messbare auf die Stimmung der Redaktoren – und ihr Gehalt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/09/datenkrake-im-newsroom/">Datenkrake im Newsroom</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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