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	<title>Pascal Crittin | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Blick, Gender Gap, RTS</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 09:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Crittin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – «Blick» verzichtet auf Erotik-Inserate Beim «Blick» gibts seit vergangener Woche noch weniger Sex: Nachdem die Sex-Ratgeber-Kolumne nach mehr als 40 Jahren eingestellt wurde, gab Ringier letzten Mittwoch bekannt, dass auch die Seite mit Erotik-Inseraten aus der Boulevardzeitung verschwinden wird – auf blick.ch sind schon länger keine derartigen Inserate mehr zu finden. Das <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/03/blick-gender-gap-rts/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-89890" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210703b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «Blick» verzichtet auf Erotik-Inserate</h3>
<p>Beim «Blick» gibts seit vergangener Woche noch weniger Sex: Nachdem die Sex-Ratgeber-Kolumne nach mehr als 40 Jahren eingestellt wurde, gab Ringier letzten Mittwoch bekannt, dass auch die Seite mit Erotik-Inseraten aus der Boulevardzeitung verschwinden wird – auf blick.ch sind schon länger keine derartigen Inserate mehr zu finden. Das habe mit der inhaltlichen Neuausrichtung des «Blick» zu tun, sagte Kommunikationschefin Johanna Walser gegenüber <a href="https://www.persoenlich.com/medien/blick-verzichtet-auf-erotik-inserate" rel="noopener" target="_blank">persoenlich.com</a>. Man wolle die Zielgruppe erweitern und vor allem vermehrt Frauen ansprechen. Und laut Katia Murmann, Mit-Initiantin des Projekts «Equal Voice» bei Ringer, passen solche Inserate einfach nicht mehr zum «Blick» im 2021. Way to go, Ringier! Ganz allgemein scheint sich der «Blick» im Wandel zu befinden: Es wird beispielsweise vermehrt über Femizide statt über «Familiendramen» berichtet. Nun gilt es, weiterhin ernst zu machen. Wäre schön, wenn man in Zukunft etwa von «sexualisierter Gewalt» statt von <a href="https://archive.ph/nxuiw" rel="noopener" target="_blank">«Sex-Verbrechen»</a> läse. Oder von «Die Villa, in der Vergewaltigungen stattfanden» statt von <a href="https://archive.ph/oz9jd" rel="noopener" target="_blank">«Sex-Zorro-Ranch»</a>. Man wird ja wohl noch hoffen dürfen.</p>
<h3>The Bad – Gender Gap in den Medien bleibt bestehen</h3>
<p>Nur jede vierte Person, über die Schweizer Medien berichten, ist eine Frau. Das zeigte eine <a href="https://www.foeg.uzh.ch/de/news/Frauen-in-Schweizer-Medien.html" rel="noopener" target="_blank">Studie</a>, die das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft fög der Universität Zürich letzte Woche veröffentlicht hat. Somit blieb der so genannte Gender Gap seit 2015 bis heute praktisch unverändert. Studienleiterin Lisa Schwaiger sagt, das könne auch an den Redaktionsstrukturen liegen – obwohl diese in der Studie nicht untersucht wurden. Es sei aber davon auszugehen, dass etwa ein höherer Frauenanteil in der Chefetage oder mehr Frauen im Hard-News-Bereich zu einer entsprechenden Sensibilisierung führen könnten. Sicher, eine diversere Branche würde zu diverserem Journalismus führen und es ist wichtig, dass nicht mehrheitlich Männer Geschichten erzählen. Bloss: Das mit der Diversität wird weiterhin schwierig bleiben. Denn spätestens seit dem grossen Frauenstreik 2019, an dem sich auch viele <a href="https://journalistinnen.ch/" rel="noopener" target="_blank">Journalist:innen beteiligt haben</a>, ist klar: Auch in unserer Branche herrscht Handlungsbedarf. Auf vielen Redaktionen herrscht noch immer ein patriarchales Klima. Wer langfristig weiter oder nach oben kommen will, hat sich anzupassen. Und noch immer hört man hinter vorgehaltener Hand von Fällen, in denen Schwangeren gekündigt wird. Von Chefs, die den Frauenstreik belächeln. Und ganz generell von massiven Anforderungen, die unmenschlich scheinen. Es ist kein Geheimnis, dass die Medienbranche krankt, das setzt selbst die <a href="https://www.jjs.ch/mental-health" rel="noopener" target="_blank">Jungen unter Druck</a> und drängt sie im schlimmsten Fall ganz aus dem Journalismus. Der Gender Gap ist ein schwerwiegendes, aber leider nicht das einzige Problem in unserer Branche.</p>
<h3>The Ugly – Neue Missbrauchsfälle bei RTS</h3>
<p>Nachdem die SRG-Spitze bereits <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/">im April</a> über den aktuellen Stand der Aufklärung der Missbrauchsvorfälle bei RTS informiert hatte, folgte Ende letzte Woche der Abschlussbericht. So abschliessend liest sich der allerdings nicht: Die von RTS beauftragte Advokatur <a href="http://www.collectif-de-defense.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Collectif de Défense»</a> legte am Donnerstag eine Analyse von über 220 Zeug:innenaussagen vor, danach wurden neue Untersuchungen eröffnet, diesmal gegen zwei aktuelle RTS-Mitarbeiter. Des Weiteren schreibt das Kollektiv von unangebrachtem Verhalten von neun pensionierten oder ausgetretenen Mitarbeitern. Im April wurden die Ergebnisse noch öffentlich verkündet, beim Abschlussbericht hielt man sich bei der SRG zurück und präsentierte die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen nur intern an einer offenbar sehr emotional verlaufenen <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/rts-hat-ein-gravierendes-seximus-problem-540485307349" rel="noopener" target="_blank">Infoveranstaltung</a>. Derweil wird der Verwaltungsrat nicht müde, mit Floskeln um sich zu werfen: Einmal mehr verspricht er, sich für die viel beschworene «Null-Toleranz» einzusetzen. Der damalige RTS-Direktor Marchand bleibt aber weiterhin unangetastet: Zwar wurden mögliche Szenarien für dessen <a href="https://www.watson.ch/schweiz/medien/844586793-angriff-auf-gilles-marchand-der-srg-chef-stand-vor-der-absetzung" rel="noopener" target="_blank">Absetzung</a> geprüft, dann liess man es aber doch bleiben. Laut RTS-Direktor Crittin sei die SRG allenfalls bereit, weitere Abklärungen zu machen, wenn es «gesicherte Fakten» gebe, die dies verlangen würden. 220 Zeug:innenaussagen. Eine über mehrere Monate andauernde Analyse eines Anwaltskollektivs. Und zwei neu eröffnete Untersuchungen. Die Frage lautet: Wie viele gesicherte Fakten braucht es noch?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/03/blick-gender-gap-rts/">Blick, Gender Gap, RTS</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Noch ist nichts geklärt: SRG-Spitze unter bundesrätlicher Beobachtung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/30/noch-ist-ueberhaupt-nichts-geklaert-srg-spitze-unter-bundesraetlicher-beobachtung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Apr 2021 08:29:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Simonetta Sommaruga]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Crittin]]></category>
		<category><![CDATA[Gilles Marchand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Le Temps» erhält den Swiss Press Award für seine Recherche zu den Missständen beim Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Nun gibt es Stimmen, die diese Auszeichnung für ungerechtfertigt bis skandalös halten. Schliesslich hätte die SRG-Untersuchung die falschen Anschuldigungen widerlegt. Wirklich? Das Vorgehen wirft kein gutes Licht auf die SRG-Führung. Mit einer scharf formulierten Stellungnahme machte <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/30/noch-ist-ueberhaupt-nichts-geklaert-srg-spitze-unter-bundesraetlicher-beobachtung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>«Le Temps» erhält den Swiss Press Award für seine Recherche zu den Missständen beim Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Nun gibt es Stimmen, die diese Auszeichnung für ungerechtfertigt bis skandalös halten. Schliesslich hätte die SRG-Untersuchung die falschen Anschuldigungen widerlegt. Wirklich?</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-SRF-Affaere-Beobachtung-20210429.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-88149" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-SRF-Affaere-Beobachtung-20210429.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-SRF-Affaere-Beobachtung-20210429-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-SRF-Affaere-Beobachtung-20210429-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-SRF-Affaere-Beobachtung-20210429-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-SRF-Affaere-Beobachtung-20210429-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Das Vorgehen wirft kein gutes Licht auf die SRG-Führung. Mit einer scharf formulierten <a href="https://archive.ph/MPCUd" rel="noopener" target="_blank">Stellungnahme</a> machte Simonetta Sommaruga vor zwei Wochen klar, dass sie den Verlautbarungen nicht traut, wonach nun alles besser werden soll. Deshalb muss die SRG nun regelmässig dem UVEK rapportieren, was sie genau unternimmt, damit Machtmissbrauch, sexuelle und sexistische Belästigungen oder Mobbing am Arbeitsplatz nicht mehr vorkommen. Sommaruga fordert diesbezüglich nichts weniger als einen «Kulturwandel».<br />
</p>
<p>Die Bundesrätin und ihr Departement UVEK reagierten mit diesem ungewöhnlichen Eingreifen – das sich nota bene nicht auf eine formelle Aufsichtskompetenz stützt – auf das Vorgehen der SRG-Führung bei der Bewältigung der Belästigungsaffäre beim Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.</p>
<p>Wenn die Spitzen von Verwaltungsrat und Unternehmen der SRG mit ihrem Auftritt vor zwei Wochen Stärke und Souveränität signalisieren wollten, dann ging das gehörig daneben. Allein die Tatsache, dass mit SRG-Generaldirektor Gilles Marchand und RTS-Direktor Pascal Crittin auch jene Personen über den Stand der Untersuchungen informierten, die selbst Gegenstand davon sind, spottet jeder Redlichkeit. Die Fachleute, welche die Meldungen über die Missstände bei RTS prüften und beurteilten, waren dagegen nicht anwesend, um Fragen zu Methode und Vorgehen zu beantworten.</p>
<p>Auch darum blieb die überraschende Botschaft vorerst unwidersprochen im Raum stehen, dass eine der drei Untersuchungen den früheren Fernsehmoderator Darius Rochebin vollumfänglich entlaste. In seinem Fall «stellten die unabhängigen Sachverständigen keine sexuelle Belästigung oder Mobbing fest», <a href="https://archive.ph/7ZAcr" rel="noopener" target="_blank">schrieb die SRG</a>. An den umfangreichen Vorwürfen wegen wiederholter Grenzüberschreitungen im zwischenmenschlichen Umgang gegen den früheren RTS-Promi schien also nichts dran zu sein.</p>
<p>Die Zeitung «Le Temps» hatte im letzten Herbst in einer umfassenden und inzwischen mit dem Swiss Press Award <a href="https://archive.ph/5J0Uk" rel="noopener" target="_blank">ausgezeichneten Recherche</a> erstmals über die Zustände bei RTS <a href="https://www.letemps.ch/suisse/rts-darius-rochebin-loi-silence" rel="noopener" target="_blank">berichtet</a>. Und nun liest man Schlagzeilen wie: <a href="https://www.bernerzeitung.ch/rehabilitierung-eines-starmoderators-657736705440" rel="noopener" target="_blank">«Rehabilitierung eines Starmoderators»</a>.</p>
<blockquote><p>Hat «Le Temps» <a href="https://twitter.com/rbandle/status/1387659190215364609" rel="noopener" target="_blank">haltlose Anschuldigungen</a> publiziert? Schwer vorstellbar bei einem so heiklen Thema.</p></blockquote>
<p>Die Auflösung des vermeintlichen Widerspruchs lieferte der Tamedia-Westschweiz-Korrespondent. Er konnte in Erfahrung bringen und belegen, was anlässlich der eigenartigen Informationsveranstaltung der SRG-Spitze als Vermutung – und eigentlich einzige mögliche Erklärung – für die überraschende Reinwaschung Rochebins in der Luft gelegen hatte: Die Personen, die gegenüber «Le Temps» das Verhalten des Fernsehmanns als belästigend und unangemessen kritisiert hatten, wurden für die SRG-Untersuchung <a href="https://archive.ph/gDBml" rel="noopener" target="_blank">gar nicht kontaktiert</a>. Das erklärt denn auch, wieso es zu diesem «Freispruch» kommen konnte, der keiner ist.</p>
<p>Damit fällt auch das Kartenhaus zusammen, das sich die SRG-Spitze für ihr weiteres Vorgehen aufgebaut hatte. Die Botschaft hätte lauten sollen: Es ist zwar nichts so Gravierendes passiert, wie man aufgrund der «Le Temps»-Recherche hätte vermuten können, aber wir entschuldigen uns und versprechen Besserung; haken wir die Vergangenheit ab und schauen in die Zukunft. Zusammen schaffen wir das.</p>
<p>Aus zwei Gründen geht das nicht auf: Erstens läuft die Untersuchung weiter. Ein Schlussbericht soll im Sommer vorliegen. Erst dann kann eine Gesamtschau vorgenommen und abschliessend über Konsequenzen entschieden werden. Der zweite Punkt betrifft die personelle Kontinuität. Die gleichen Chefs, die sich zwar selbst nicht mit Vorwürfen konfrontiert sahen, aber über Jahre hinweg ein offenbar toxisches Klima tolerierten, sollen nun einen Klimawandel herbeiführen. Damit wird der Bock zum Gärtner gemacht. Das wiederum wirft kein besonders günstiges Licht auf die Corporate Governance der SRG.</p>
<p>Die RTS-Affäre ist noch längst nicht ausgestanden. Die vermeintlich geklärten Fragen liegen weiter auf dem Tisch – und damit auch jene, ob SRG und RTS von den richtigen Leuten geführt werden. Bundesrätin Sommaruga hat mit ihrer Intervention klar signalisiert, dass sie genau hinschaut und auch bereit ist, sich einzumischen. Zwar wählt nicht sie die Direktion, doch wenn sie den Daumen senkt, dürfte das Konsequenzen haben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/30/noch-ist-ueberhaupt-nichts-geklaert-srg-spitze-unter-bundesraetlicher-beobachtung/">Noch ist nichts geklärt: SRG-Spitze unter bundesrätlicher Beobachtung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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