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	<title>ProSiebenSat.1 Media | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Süss-Podcast, Wirtschaftsformat, Strom&#160;sparen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/05/suess-podcast-wirtschaftsformat-strom-sparen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Nov 2022 09:01:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[ProSiebenSat.1 Media]]></category>
		<category><![CDATA[Livesystems]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Süss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Theorie kann auch Praxis Der Vorwurf ist jeweils schnell zur Hand, wenn sich die Medienwissenschaften kritisch zum Journalismus äussern: Die haben noch nie eine Redaktion von innen gesehen und wissen gar nicht, wie das Handwerk geht. So falsch der Vorwurf im Allgemeinen, so falsch ist er im Speziellen. Und speziell ist der <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/05/suess-podcast-wirtschaftsformat-strom-sparen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-100533 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b.jpg" alt="" width="1455" height="489" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b.jpg 1455w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b-1024x344.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Good-Bad-Ugly-20221105b-768x258.jpg 768w" sizes="(max-width: 1455px) 100vw, 1455px" /></a></p>
<h3>The Good – Theorie kann auch Praxis</h3>
<p>Der Vorwurf ist jeweils schnell zur Hand, wenn sich die Medienwissenschaften kritisch zum Journalismus äussern: Die haben noch nie eine Redaktion von innen gesehen und wissen gar nicht, wie das Handwerk geht. So falsch der Vorwurf im Allgemeinen, so falsch ist er im Speziellen. Und speziell ist der <a href="https://podtail.com/de/podcast/60-jahre-daniel-suss/" target="_blank" rel="noopener">Podcast «60 Jahre Daniel Süss»</a> alleweil. Zum runden Geburtstag des <a href="https://www.zhaw.ch/de/ueber-uns/person/suss/" target="_blank" rel="noopener">ZHAW-Professors für Medienpsychologie</a> setzen sich Weggefährtinnen, befreundete Wissenschaftler, aber auch seine Töchter ans Mikrofon und besprechen zusammen die vielseitigen Facetten des Forschers und Menschen Daniel Süss.</p>
<p>Wer nun Personenkult vermutet, liegt falsch. Auch wenn die Person als Dreh- und Angelpunkt des Podcasts dient, steht ihr Handeln und Wirken im Zentrum. So erfährt man etwa die Geschichte der <a href="https://www.zhaw.ch/de/psychologie/forschung/medienpsychologie/mediennutzung/james/" target="_blank" rel="noopener">Jugendmedienstudie JAMES</a>, die Süss vor zwölf Jahren mitinitiiert hatte und die sich seither zu einem wichtigen zentralen Forschungsprojekt in dem Bereich entwickelt hat. In einer anderen Episode erfährt man von seinem Einsatz als Spezialoffizier, der den Chef der Schweizer Armee in kommunikativen Fragen beraten hatte. «Ein zurückhaltender, ruhiger Mensch, aber sehr pointiert in den Aussagen», erinnert sich jemand, der mit ihm in dieser Rolle zu tun hatte.</p>
<p>Insgesamt erweist sich der Podcast als originelle Hommage an diesen «Mann des gepflegten Diskurses», wie er an einer Stelle genannt wird. Und die Schweizer Medienforschung zeigt damit gleich auch noch, dass sie in zumindest in Sachen Podcast mit den von ihr beobachteten Medien durchaus mithalten kann.<br />
</p>
<h3>The Bad – Wirtschaft ohne Format</h3>
<p>Dem Spar- und Reformprogramm bei Schweizer Radio und Fernsehen SRF fiel neben einer Reihe anderer Sendungen auch das Wirtschaftsmagazin ECO zum Opfer. «Mit den freiwerdenden Ressourcen stärkt SRF unter anderem die digitale Wirtschaftsberichterstattung», hiess es vor zwei Jahren. Das geschieht verstreut <a href="https://www.srf.ch/news/wirtschaft" target="_blank" rel="noopener">über alle Plattformen und Kanäle</a>, als «Teil der regelmässigen Berichterstattung», wie SRF auf Anfrage mitteilt. Ein neues, digitales Format für ein jüngeres Publikum gibt es für Wirtschaftsthemen weiterhin nicht – und wird es auch nicht geben, wie SRF auf Anfrage der MEDIENWOCHE bestätigt.</p>
<p>Wer ECO vermisst, kann sich nun bei der Konkurrenz umsehen. Diese Woche brachte SAT.1 Schweiz die erste Ausgabe des neuen <a href="https://www.sat1.ch/tv/nextin-business" target="_blank" rel="noopener">Wirtschaftsmagazins «NextIn Business»</a>. Wie das früher ECO auch gemacht hätte, nahm die Sendung den boomenden Zweig der Lebensmittelhersteller unter die Lupe, die pflanzenbasierte Fleisch- und Milchersatzprodukte herstellen.</p>
<p>Dass es Medien weiterhin für sinnvoll erachten, Wirtschaftsthemen in eigens dazu geschaffenen Gefässen gebündelt darzureichen, zeigt nicht nur SAT.1. Das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS gab kürzlich die Lancierung von gleich <a href="https://www.rts.ch/entreprise/espace-pro/communiques-de-presse/13451814-la-rts-lance-trois-nouvelles-offres-economiques-sur-tous-les-ecrans.html" target="_blank" rel="noopener">drei neuen Wirtschaftsformaten</a> in den nächsten Wochen und Monaten bekannt.</p>
<h3>The Ugly – (K)eine Selbstverständlichkeit</h3>
<p>Un train peut en cacher un autre, warnen Schilder auf Frankreichs Bahnhöfen. Wie ein Zug einen anderen verdecken kann, verbirgt sich hinter einer guten Nachricht oft eine zweite, weniger schöne Botschaft. So teilte diese Woche die auf Bildschirmwerbung im öffentlichen Raum spezialisierte Firma Livesystems mit, dass sie seit dem 1. Oktober die Mehrheit ihrer Screens in der Nacht auf Standby setze. Damit spare man 30 Prozent des Stroms. Die tun was!</p>
<p>Nur: Wenn sich die Bildschirme problemlos auf Standby setzten lassen, dann verbrauchten sie vorher unnötigerweise zu viel Strom. Eine Sprecherin präzisiert auf Anfrage der MEDIENWOCHE: «Die Bildschirme liefen bisher aber nicht 24/7 Stunden im Vollbetrieb.» Wenn Livesystems weiter schreibt, die Massnahmen hätten nur sehr geringe Auswirkungen auf die Werbekunden, dann fragt man sich umso mehr, warum das Unternehmen erst jetzt handelt.</p>
<p>Was für jeden Menschen seit jeher normal erscheint, dass man beim Verlassen des Büros das Licht löscht, den Computer herunterfährt und die Kaffeemaschine ausschaltet, gilt für Firmen offenbar erst dann, wenn es richtig teuer zu werden droht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/05/suess-podcast-wirtschaftsformat-strom-sparen/">Süss-Podcast, Wirtschaftsformat, Strom sparen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Coop, Haribo &#038; Co. den Mediaagenturen die kalte Schulter zeigen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/04/warum-coop-haribo-co-den-mediaagenturen-die-kalte-schulter-zeigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2015 12:25:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Trading]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Bredow Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Springer]]></category>
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		<category><![CDATA[Coop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Entwicklungen der vergangenen Monate legen systemische Defizite der Werbewirtschaft offen. Defizite, die durch jahrelanges Aussitzen eine destruktive Eigendynamik erreicht haben, die nun als Bumerang mit voller Härte zurückschlägt. Werbeauftraggeber und Medienanbieter sind zum Handeln gezwungen, um die Wertschöpfungskette den Herausforderungen des veränderten Mediennutzungsverhaltens anzupassen, anstatt an überholten Rezepten der Vergangenheit festzuhalten und sich dem <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/04/warum-coop-haribo-co-den-mediaagenturen-die-kalte-schulter-zeigen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Entwicklungen der vergangenen Monate legen systemische Defizite der Werbewirtschaft offen. Defizite, die durch jahrelanges Aussitzen eine destruktive Eigendynamik erreicht haben, die nun als Bumerang mit voller Härte zurückschlägt. Werbeauftraggeber und Medienanbieter sind zum Handeln gezwungen, um die Wertschöpfungskette den Herausforderungen des veränderten Mediennutzungsverhaltens anzupassen, anstatt an überholten Rezepten der Vergangenheit festzuhalten und sich dem Diktat der Mediaagenturen unterzuordnen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/04/warum-coop-haribo-co-den-mediaagenturen-die-kalte-schulter-zeigen/">Warum Coop, Haribo & Co. den Mediaagenturen die kalte Schulter zeigen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Coop, Haribo &#038; Co. den Mediaagenturen die kalte Schulter zeigen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/04/warum-coop-haribo-co-den-mediaagenturen-die-kalte-schulter-zeigen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Ziesmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2015 11:11:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Mediaagenturen]]></category>
		<category><![CDATA[Coop]]></category>
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		<category><![CDATA[ProSiebenSat.1 Media]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Entwicklungen der vergangenen Monate legen systemische Defizite der Werbewirtschaft offen. Defizite, die durch jahrelanges Aussitzen eine destruktive Eigendynamik erreicht haben, die nun als Bumerang mit voller Härte zurückschlägt. Werbeauftraggeber und Medienanbieter sind zum Handeln gezwungen, um die Wertschöpfungskette den Herausforderungen des veränderten Mediennutzungsverhaltens anzupassen, anstatt an überholten Rezepten der Vergangenheit festzuhalten und sich dem <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/04/warum-coop-haribo-co-den-mediaagenturen-die-kalte-schulter-zeigen-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Entwicklungen der vergangenen Monate legen systemische Defizite der Werbewirtschaft offen. Defizite, die durch jahrelanges Aussitzen eine destruktive Eigendynamik erreicht haben, die nun als Bumerang mit voller Härte zurückschlägt. Werbeauftraggeber und Medienanbieter sind zum Handeln gezwungen, um die Wertschöpfungskette den Herausforderungen des veränderten Mediennutzungsverhaltens anzupassen, anstatt an überholten Rezepten der Vergangenheit festzuhalten und sich dem Diktat der Mediaagenturen unterzuordnen.<br />
<span id="more-25270"></span><br />
Das Geschäftsgebaren der Mediaagenturen hat längst gesellschaftlich relevante Dimensionen angenommen und ist nicht länger «nur» ein Branchenproblem. Das zeigt auch eine <a href="http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/1049" target="_blank">Studie des Hans-Bredow-Institut</a> vom vergangenen Jahr. Nicht nur die Einflussnahme des Media-Oligopols aus fünf internationalen Agenturkonzernen sei bei der öffentlichen Meinungsbildung bedenklich. «In letzter Konsequenz bedeutet dies eine Bestimmung redaktioneller Inhalte durch die Mediaagenturen» beschreibt die Studie das «Gefährdungsszenario».</p>
<p>Ein reales Szenario: Bereits im Zuge des Kartellverfahrens beim erstmaligen Fusionsvorhaben von Axel Springer AG und ProSiebenSat.1 Media AG hatte Springer im Jahr 2005 die geheimen Sonderrabatte in zweistelliger Prozent-Höhe des Bruttowerbevolumens angegeben. Nur selten sollen Mediaagenturen solche Einkaufsvorteile an ihre Werbeauftraggeber weitergereicht haben. Das minderte den Erlös der Medienanbieter. Bereits damals scheiterte die Fusion der Axel Springer AG mit der ProSiebenSat.1 Media AG auch daran.</p>
<p>Während diese beiden Medienhäuser auch ihren zweiten Versuch einer Fusion kürzlich abgesagt haben, rollt die Fusionswelle bei den Mediaagenturen weiter. Das <a href="http://derstandard.at/2000020186118/Oesterreichs-Werberiese-will-auch-die-Nummer-zwei" target="_blank">tagesaktuelle Beispiel</a> aus Österreich macht deutlich, dass am Ende der Konsolidierungswelle die totale Marktmacht weniger Werbekonzerne steht. Wenn Werbeauftraggeber und Medienanbieter nicht unverzüglich mit eigenen Strukturen gegensteuern, werden Abhängigkeiten auf Jahre hinaus zementiert. Abhängigkeiten, mit denen Gelder in mehrstelliger Millionenhöhe der Wertschöpfungskette entzogen werden und ins Ausland abfliessen.</p>
<p>Abhängigkeiten, mit denen Mediaagenturen auch grosse Medienhäuser in so genannte Trading-Deals drängen. Also dem Verkauf von Werbeinventar, das Mediaagenturen höchst gewinnbringend zu eigenen Preisen zu Gunsten der eigenen Profite weiterverkaufen. Diese Abhängigkeiten können für Medienhäuser existenzielle Folgen haben, wie der britische Fernsehsender <a href="http://www.mediaweek.co.uk/article/1298458/channel-5-lose-omnicom-makes-30m-advertising-exit " target="_blank">Channel 5 erlebte</a>.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/08/charts_v2_2-Kopie.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><strong>Chart: So funktionieren Trading-Deals</strong></a></p>
<p>Legendär wurde ein solcher Trading-Deal zwischen ProSiebenSat.1 und GroupM in einer Grössenordnung von 80 bis 100 Millionen Euro. Da der damalige Chefvermarkter der ProSiebenSat.1 Media AG Klaus-Peter Schulz damit den ganzen Markt in Schieflage brachte, so das Fachblatt «Horizont», wurde er von CEO Thomas Ebeling vor die Tür gesetzt. Schulz ist heute Lobbyist für den deutschen Verband der Mediaagenturen und wollte kürzlich den Strukturwandel für beendet erklären. Die aktuelle Media-Debatte und damit der Kampf gegen Korruption sei «aus der Zeit gefallen», liess Schulz das «Handelsblatt» wissen. Parallelen zur Rhetorik von Sepp Blatter und der Fifa sind sicher rein zufällig und nicht beabsichtigt.</p>
<p>Weil Erlössteigerungen bei den Medienanbietern zu den Mediaagenturen zurückfliessen, wird die Finanzierung von redaktionellen Inhalten noch schwieriger. Auch wenn Werbeplätze ausgebucht sind und die Nachfrage steigt, nehmen die Erlöse bei den Medienhäusern nicht proportional zu, da sie sich diese Buchungslage über Mediaagenturen faktisch erkaufen müssen. Das <a href="http://www.wuv.de/agenturen/wie_mediaagenturen_ihre_geschaefte_machen" target="_blank">Fachmgazin W&amp;V </a>hatte berichtet, dass in Deutschland jährlich Beträge in dreistelliger Millionenhöhe von den Medienanbietern zurück an Mediaagenturen fliessen. In geringer regulierten Märkten wie China halten Mediaagenturen sogar Anteile an Werbzeitenvermarktern, was einer objektiven und neutralen Beratung der Werbekunden grundsätzlich <a href="http://www.theguardian.com/media/2010/jan/25/aegis-china-charm-communiactions" target="_blank">im Weg steht</a>. Angebot, Nachfrage und Preisbildung werden dadurch ausgehebelt. Werbeauftraggebern könnte ein Schaden in Milliardenhöhe entstehen, berichtete auch die <a href="http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/werbesprech-die-machenschaften-der-mediaagenturen/12109812.html " target="_blank">Wirtschaftswoche</a>.</p>
<p>Noch immer scheinen Werbeauftraggeber «Spendings» mit Spenden zu verwechseln. Der Rabatt ist tot und damit das auf Bündelung basierende Geschäftsmodell von Mediaagenturen. Mehr von denselben Werbeplätzen kostet mehr anstatt weniger. Je höher die Nachfrage nach bestimmten Werbeplätzen, umso höher deren Preis. Das ist das Wesen von Online-Auktionen, bei denen die Werbepreise in Echtzeit wie in einem virtuellen Börsensaal gebildet werden. Vor allem Online-Werbung wird mittels «Real-Time-Bidding» realisiert.</p>
<p>Aber dabei stellt sich erneut die Frage: wozu sind dabei Mediaagenturen erforderlich? Ganz besonders da Unternehmen für Online-Werbung wie beispielsweise Plista inzwischen zu Mediaagentur-Konzernen gehören, wie hier zur GroupM, können Werbeauftraggeber eigene Plattformen aufbauen, bei denen ihre eigenen Daten ausschliesslich hausintern genutzt werden. Warum sollten Werbeauftraggeber zwei bis vier Prozent Honorar einsparen und dies als Erfolg feiern, aber auf 20 bis 40 Prozent aussertariflicher Einkaufsvorteile verzichten? Warum sollten Mediaagenturen aus eigenem Geld bei den Einkaufskonditionen etwas «drauflegen» obwohl sie gerade keine «Media-Caritas» sind? Warum sollten Medienhäuser freiwillig eigenes Werbeinventar mit oft 90 Prozent Rabatt an Mediaagenturen verkaufen, damit dort die Gewinne gemacht werden, die in den Medienhäusern fehlen?</p>
<p>Die grosse Leistung der Mediaagenturen ist es, jedem Werbeauftraggeber mit nachvollziehbar scheinenden Milchbüchleinrechnungen glaubhaft zu machen, dass nur er zu Lasten anderer Werbeauftraggeber überproportional an Einkaufsvorteilen profitieren würde. Dies ist jedoch kein mathematischer, sondern nur ein rhetorischer Kunstgriff. Denn Mediaagenturen hüten die Summe aller von den Medien erhaltenen Einkaufsvorteile – den Soll-Zustand – stärker als Coca Cola ihr Brauserezept. So kann der Pro-Rata-Anteil der einzelnen Werbeauftraggeber an der Summe aller Einkaufsvorteile nicht ernsthaft nachgeprüft werden. Warum denn das, wenn denn alles «lupenrein transparent» ist? Das Ganze ist immer die Summe aller seiner Teile. Werbeauftraggeber Danone musste eine internationale Mediaagentur sogar auf eine <a href="http://adage.com/article/global-news/marketing-judge-tells-open-books-carat-media-case/141486/" target="_blank">vollständige Auskunft verklagen</a>. Warum denn das, wenn denn alles «lupenrein transparent» ist?</p>
<p>Werbeauftraggeber sind gefordert, das eigene Mediamanagement neu zu strukturieren, um Übervorteilung im veränderten Marktgefüge vorzubeugen – wie der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) <a href="http://www.m-k.ch/braucht-es-neue-modelle-fuer-das-mediamanagement/" target="_blank">deutlich macht.</a> Denn weder ein «Media-Audit» noch der Wechsel zu einem anderen Teil des Media-Oligopols <a href="http://www.mediapost.com/publications/article/253474/advertiser-beware-you-need-a-contract-with-your-m.html" target="_blank">stellen eine Problemlösung dar</a>. Werbekundenverbände wie SWA in der Schweiz, OWM in Deutschland oder ANA in den USA fordern in Code-of-Conducts Mediaagenturen wie Steuerberater an der Seite der Werbeauftraggeber. Nur würde niemand einen Steuerberater beauftragen, der auch vom Finanzamt bezahlt wird. Das Gegenpapier des Agenturverbandes BSW <a href="http://www.bsw.ch/wp-content/uploads/2014/12/Branchengrundsaetze-Mediaagenturen-bsw-leading-swiss-agencies.pdf" target="_blank">steht dem diametral gegenüber</a>.</p>
<p>Mediaagenturen behaupten, dass ihre Bedeutung aufgrund der Fragmentierung und Digitalisierung der Medienlandschaft zunehmen würde. Jedoch wollen sie gleichzeitig keine Agenturen und schon <a href="http://adage.com/article/agency-news/groiupm-chairman-media-agencies-agents/298294/" target="_blank">gar keine Mediaagenturen</a> mehr sein. Beim Festival of Media 2015 in Rom diskutierten Agenturmanager über die <a href="https://youtu.be/1fMwiVhYj8w" target="_blank">Zukunft der Mediaagenturen</a>. Stephen Allen, Global CEO Mediacom, bezeichnete die von ihm geführte Agentur nicht mehr als Mediaagentur sondern als «Content and Connections Agency».</p>
<p>Werbeauftraggeber &#8211; die mit dem Geld und den Werbezielen &#8211; und Medienanbieter &#8211; die mit den Plattformen als Basis für Werbewirkung – haben bereits andere Wege gefunden, um dieselben Bedürfnisse ohne Umweg noch besser zu befriedigen. Angebot und Nachfrage finden direkt zueinander. Ohne wettbewerbsverzerrende Dritteinflüsse und ohne Intermediäre, die der Wertschöpfungskette erhebliche Gelder dauerhaft entziehen. Migros und Coop in der Schweiz, Haribo und Krombacher in Deutschland oder der volumenstärkste Werbeauftraggeber Österreichs, die Möbelhauskette XXXLutz, realisieren den Einkauf von Werbeplätzen bereits hausintern ohne externe Mediaagentur. Wohl eher nicht weil diese Werbeauftraggeber für Werbeplätze mehr bezahlen wollen als sie diese mit einer Mediaagentur einkaufen könnten. Sondern weil sie den Kostenfaktor Mediaeinkauf zum Profitcenter weiterentwickelt haben, eigene Gewinne erwirtschaften und vollständige Transparenz damit automatisch einhergeht.</p>
<p>Mediaagenturen bleibt nur noch der Weg zurück als Mediaabteilung innerhalb von Werbeagenturen. Kreation und Media müssen gerade wegen der Fragmentierung der Komunikationskanäle die Werbeziele der Werbeauftraggeber gemeinsam definieren. Für den Einkauf der für das Erreichen der Werbeziele nötigen Werbeplätze ist der Umweg über Mediaagenturen überflüssig geworden. Werbeauftraggeber müssen verkrustete Strukturen dem veränderten Marktgefüge anpassen. Die Rezepte der Vergangenheit haben keine Gültigkeit mehr. Das Lamentieren und Leugnen in einer Media-Blase aus Gier und Eitelkeit ist bei dieser Entwicklung «aus der Zeit gefallen». Immerhin das ist lupenrein transparent.</p>
<p>Wie Schweizer Marktteilnehmer mit dem Strukturwandel im Mediamanagement umgehen, lesen Sie in Teil 5 <a href="https://medienwoche.ch/tag/mediaagenturen/">dieser Serie</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/04/warum-coop-haribo-co-den-mediaagenturen-die-kalte-schulter-zeigen-2/">Warum Coop, Haribo & Co. den Mediaagenturen die kalte Schulter zeigen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Content, Container und Consumer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Ziesmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2015 12:38:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[ProSiebenSat.1 Media]]></category>
		<category><![CDATA[WPP]]></category>
		<category><![CDATA[Mediaagenturen]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[W&V]]></category>
		<category><![CDATA[GroupM]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Monaten sind internationale Netzwerk-Mediaagenturen von mehreren Seiten unter Druck geraten. Nicht nur, dass Konzerne wie Facebook, Google und Amazon den Umweg über Mediaagenturen zu Werbeauftraggebern nicht nötig haben. Werbeauftraggeber beauftragen Mediaagenturen fern der Geldflüsse zu den Medien mit der Mediaplanung. Medienanbieter wollen die Geister loswerden, die sie selbst gerufen haben. Mit erschütternder <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/">Content, Container und Consumer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Monaten sind internationale Netzwerk-Mediaagenturen von mehreren Seiten unter Druck geraten. Nicht nur, dass Konzerne wie Facebook, Google und Amazon den Umweg über Mediaagenturen zu Werbeauftraggebern nicht nötig haben. Werbeauftraggeber beauftragen Mediaagenturen fern der Geldflüsse zu den Medien mit der Mediaplanung. Medienanbieter wollen die Geister loswerden, die sie selbst gerufen haben.<br />
<span id="more-25243"></span><br />
Mit erschütternder Deutlichkeit schilderte jüngst das Branchenmagazin W&amp;V in einer sechsseitigen Titelgeschichte das intransparente System, mit dem der Wertschöpfungskette aus Werbeauftraggebern, Medienanbietern und Mediaagenturen <a href=" http://www.wuv.de/agenturen/wie_mediaagenturen_ihre_geschaefte_machen " target="_blank">Gelder in mehrstelliger Millionenhöhe entzogen</a> werden. Dabei handelt es sich keineswegs nur um ein Zubrot, mit dem Mediaagenturen vermeintlich geringe Kundenhonorare ausgleichen würden. Nur noch 16 Prozent der Umsätze bei Mediaagenturen wie GroupM (WPP) stammen aus Kundenhonoraren, so W&amp;V. 84 Prozent stammen demnach aus Dritteinflüssen. Aus Zahlungen in Höhe von 90 bis 100 Millionen Euro, die alleine Vermarkter für Fernsehwerbezeiten an Mediaagenturen bezahlen, damit diese mit dem Geld ihrer Kunden bei den Fernsehsendern Werbeplätze buchen. Medienanbieter würden wohl eher keinerlei Zahlungen an Werbefirmen leisten, wenn diese keine Werbegelder ihrer Kunden an Medienanbieter zu vermitteln hätten.</p>
<p>W&amp;V schildert jährliche Zahlungen in Höhe von 5 Millionen Euro von Sport 1, 14 Millionen Euro von RTL2, 8 Millionen Euro von Discovery, 3 Millionen Euro von Sky und jeweils(sic!) 25 Millionen Euro von den beiden Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 an Mediaagenturen. Je höher die Rückvergütung, desto mehr Werbebuchungen würden Mediaagenturen vermitteln und mit dem Geld ihrer Kunden bezahlen, so W&amp;V. Trotz Kartellstrafen in Höhe von 216 Millionen Euro würden sich auch TV-Verkäufer im Markt untereinander austauschen, so W&amp;V weiter.</p>
<p><iframe width="400" height="225" src="https://www.youtube.com/embed/0oAPr1vhoYs" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Der Schweizer Media-Experte Sandro Prezzi <a href=" http://www.mediabeobachter.ch/blog/item/mediagate-w-v-deckt-aktuelle-tricks-der-mediaagenturen-auf-kommt-ihnen-was-bekannt-vor " target="_blank">schildert vergleichbare Vorgänge</a> in der Schweiz. Im Schweizer Markt wurde dazu der Begriff «Sharing-Saving-Bonus» oder «Freespace-Bonus» verwendet. Die Agenturen haben die «Bündelungsvorteile» mit einem durchschnittlich 20 Prozent Bonus an ihre Kunden verkauft. Bei Freespace-Anteilen von 20 bis 40 Prozent des Mediainvestments konnte hier auf einen Schlag die Agentur-Erlöse mehr als verdoppelt werden, indem man dem Kunden verkauft hat, was ihm eigentlich schon gehört hat, er sich dessen aber nicht bewusst war. Diese Praktiken in einem sehr sehr sehr grauen Graubereich haben mit dieser bemerkenswerten Titelgeschichte einen schweren Schlag erlitten. Denn ist die Zahnpasta einmal aus der Tube raus, kommt sie nicht wieder rein.</p>
<p>Dass diese fragwürdigen Deals in agenturseitig eingebundenen Drittfirmen abgewickelt werden, könnte darauf hindeuten, dass die Werbeauftraggeber – mit deren Geld die Mediaagenturen hantieren – von Existenz oder Höhe dieser Rückvergütungen keine vollständige Kenntnis haben. Die britische <a href="http://www.mediaweek.co.uk/article/1351710/first-fifa-media-agencies-cleaned" target="_blank">Media Week zog deshalb bereits den Vergleich</a> von Mediaagenturen zu den ebenso intransparenten und fragwürdigen Geldflüssen bei der Fifa.</p>
<p>Gerade weil den internationalen Mediaagentur-Gruppen spätestens seit mehreren Klagen von Werbekunden schmerzlich bewusst gemacht wurde, dass sie sämtliche volumenbezogenen Einkaufsvorteile an ihre Auftraggeber herausgeben müssen, sind in den vergangenen Jahren aus volumenbezogenen Werten nicht volumenbezogene Werte geworden. Aus 20 Prozent aussertariflichen Volumen-Rabatten werden beispielsweise Vergütungen für vermeintliche Serviceleistungen, die zu derselben Summe führt. Diesen Etikettenschwindel stellen manche Agenturlobbyisten als «lupenrein transparent» dar. Kritiker dessen werden ähnlich zur Rhetorik von Sepp Blatter als «aus der Zeit gefallen», «Ewiggestrige» <a href="https://www.freitag.de/autoren/kmvotteler/nachgefragt-mediaplanung-markt-masslosigkeit" target="_blank">oder «Nestbeschmutzer» dargestellt</a>. Ob bei den nächsten Medientagen ähnlich zu Sepp Blatter auch manche Agenturvertreter <a href="https://youtu.be/0pqO6tK8_Wg" target="_blank">mit Geldscheinen beworfen</a> werden?</p>
<p>Zurück bleibt verbrannte Erde. Medienanbieter mit guten Produkten, Inhalten und Reichweiten als Voraussetzung für hohe Werbewirkung werden nur dann mit Werbeplätzen gebucht, wenn sie selbst dafür bezahlen. Wenn sie nicht bezahlen, bezahlen sie mit Existenzverlust. Der Schaden für Medienpluralität und Pressefreiheit ist zusammen mit der «Schere im Kopf» nicht nur bei redaktionellen Inhalten enorm. Medienanbieter, die sich nicht auf Zusatzrabatte, Rückvergütungen oder Trading-Deals mit Mediaagenturen einlassen, werden in ihrer Existenz bedroht. Obwohl der britische Channel 5 für viele Werbeauftraggeber unverzichtbar ist, stornierte die Mediaagentur-Gruppe GroupM Werbebuchungen im Wert von 300 Millionen Pfund nach <a href="http://www.campaignlive.co.uk/article/1165414/channel-4-begins-2013-without-group-ms-300m-spend" target="_blank">Streit über Trading-Deals</a>.</p>
<p>Werbeauftraggeber wollen Mediaagenturen wie Steuerberater an ihrer Seite – sagen immerhin deren Branchenverbände. Nur würde niemand einen Steuerberater beauftragen, der auch vom Finanzamt bezahlt wird. Das erklärt eine Vielzahl von <a href="http://adage.com/article/print-edition/ra-wave-media-reviews-partly-driven-rebate-debate/298827/" target="_blank">Ausschreibungen internationaler Media-Etats</a>. Internationale Mediaagentur-Gruppen entziehen der Wertschöpfungskette erhebliche Beträge, mit denen deren Aktionäre und leitende Manager beglückt werden. Jedoch sind Werbeauftraggeber diejenigen mit dem Geld, den Produkten und Werbezielen. Medienanbieter haben die Angebote, um die Werbebotschaften zu den Konsumenten zu bringen und dort eine Werbewirkung zu erzielen – was das Ziel des Vorgangs ist oder immerhin sein sollte.</p>
<p>Wurde vor 10 Jahren noch die Bezahlung der Mediaagenturen durch Medienanbieter dem Grunde nach als Legende dargestellt, so variiert heute nur noch die Höhe dessen. Allein die hinter diesem Auspressen von Medienanbietern stehende Semantik ist legendär. Jeder nimmt noch schnell was er kriegen kann bis der Gaul totgeritten ist und erst dann wird abgestiegen. Die Anspielung in W&amp;V auf das Ehrenwort eines deutschen Politikers, der wenige Wochen später tot in der Badewanne eines Genfer Hotels gefunden wurde, ist dementsprechend drastisch.</p>
<p>Auf einer Veranstaltung des amerikanischen Werbekundenverbandes ANA in die Enge getrieben (Teilnehmer berichten von Dialogen ähnlich des Films «Eine Frage der Ehr»: «I want the truth!». «You can´t handle the truth!») sagte der <a href="http://adage.com/article/agency-news/groiupm-chairman-media-agencies-agents/298294/" target="_blank">Chairman der GroupM</a> (WPP): «Wenn wir einem Kunden einen disproportionalen Anteil von Einkaufsvorteilen geben, nehmen wir diesen von anderen Kunden». Denn volumenstarke Werbeauftraggeber profitieren von den Einkaufsvorteilen, die Mediaagenturen disproportional verteilen. Ein geringes Honorar und vermeintlich hohe Rabatte – auf Summen, die nur auf dem Papier existieren – sind lediglich Mittel zum Zweck, um die Media-Blase aus Gier und Eitelkeit höchst subtil zu erhalten.</p>
<p>Weshalb sollten Grösse und Kosten des Containers, mit dem der Content zum Consumer gebracht wird, die zentralen Punkte sein? Consumer wollen gerade in einer digitalisierten Medienwelt ernsthaften Content. Und gerade nicht mit den Containern, die nur deshalb ausgewählt wurden, weil sie den Gewinn eines Dienstleisters mehren – der von Medienanbietern und dem «Heer der Ahnungslosen» (so W&amp;V) unter den Werbeauftraggebern künstlich erhalten wird.</p>
<p>Der künftige Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt, <a href=" http://www.new-business.de/agenturen/detail.php?rubric=AGENTUREN&amp;nr=666391" target="_blank">Thomas Strerath, äusserte deshalb</a>: «Das Geschäftsmodell der Mediaagenturen ist bar jeglicher Vernunft und jenseits jeder Moral. Das braucht kein Mensch.» Der Gründer von RTL und Verwaltungsbeirat des Schweizer Privatsenders 3+, Dr. <a href="http://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Helmut-Thoma-zur-Mediadebatte-Wir-brauchen-ein-Gabriel-Gesetz-135560 " target="_blank">Helmut Thoma, fügte hinzu</a>: «Aus meiner Sicht sind Mediaagenturen vollkommen unnötig, zumindest für den Einkauf. Für mich ist das ein parasitäres Geschäftsmodell.»</p>
<p>Aber auch der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) sieht die Notwendigkeit für einen <a href=" http://www.m-k.ch/braucht-es-neue-modelle-fuer-das-mediamanagement/ " target="_blank">Strukturwandel im Mediamanagement</a>. In Ungarn ist kürzlich sogar der Gesetzgeber eingeschritten, um wie in Frankreich Rahmenbedingungen für den Umgang mit Einkaufsvorteilen beim Einkauf von <a href="http://blog.ebiquity.com/2015/06/changes-to-hungarian-media-law " target="_blank">Werbeplätzen zu schaffen</a>.</p>
<p>Wie Werbeauftraggeber, Mediaagenturen und Medienanbieter mit dieser Situation umgehen, lesen Sie in Teil 4 <a href="https://medienwoche.ch/tag/mediaagenturen/">dieser Serie</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/">Content, Container und Consumer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Polit-Talk als Casting-Show</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Nov 2012 11:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Absolute Mehrheit]]></category>
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		<category><![CDATA[ProSiebenSat.1 Media]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stefan Raab belebt mit der ersten Ausgabe von «Absolute Mehrheit» die dröge Talkshow-Kultur Deutschlands. Das Casting-Format des Privatsenders Pro7 könnte einige Menschen tatsächlich dazu bringen, sich ansatzweise mit Politik beschäftigen. Einige Schlagzeilen am Morgen nach der ersten Sendung sind sich einig: &#8222;Raabs Experiment fährt vor die Wand&#8220;, &#8222;nur öder Politquatsch&#8220;, &#8222;nur ein schlechter Witz&#8220;, gar <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/">Polit-Talk als Casting-Show</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Raab belebt mit der ersten Ausgabe von <a href="http://www.prosieben.de/tv/absolute-mehrheit/">«Absolute Mehrheit»</a> die dröge Talkshow-Kultur Deutschlands. Das Casting-Format des Privatsenders Pro7 könnte einige Menschen tatsächlich dazu bringen, sich ansatzweise mit Politik beschäftigen.<br />
<span id="more-30560"></span><br />
Einige Schlagzeilen am Morgen nach der ersten Sendung sind sich einig: <a href="http://www.rp-online.de/gesellschaft/fernsehen/raabs-experiment-faehrt-vor-die-wand-1.3065417">&#8222;Raabs Experiment fährt vor die Wand&#8220;</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/neue-polit-show-nur-oeder-politquatsch-bei-stefan-raab/7376272.html">&#8222;nur öder Politquatsch&#8220;</a>, <a href="http://www.hna.de/nachrichten/panorama-lokal/nein-schlechter-witz-stefan-raabs-polit-talk-absolute-mehrheit-2608730.html">&#8222;nur ein schlechter Witz&#8220;</a>, gar <a href="http://www.noz.de/deutschland-und-welt/kultur/fernsehen/67882196/raabs-neuer-polittalk-absolute-mehrheit-erfuellt-schlimmste-befuerchtungen">&#8222;schlimmste Befürchtungen&#8220;</a> sehen sich bestätigt. Die FAZ zählte am Ende der Sendung sechs Verlierer, die Sendung habe <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik-absolute-mehrheit-der-vorfuehr-effekt-11958029.html">&#8222;ausser Witzchen und Rüpelei wenig zu bieten&#8220;</a>. Wer die Reaktionen zur Sendung unter <a href="https://twitter.com/search?q=%23absolutemehrheit&#038;src=hash">#absolutemehrheit</a> auf Twitter verfolgte, traf auf eine Menge Leute, die fest entschlossen waren, das neue Format, das die Einförmigkeit von Talkshows in Deutschland aufbrechen möchte, nicht zu mögen.</p>
<p>Warum bloss? Wie kann man sich jeden Sonntagabend über «Günther Jauch» aufregen und dann, wenn jemand einen anderen Ansatz ausprobiert, den von der ersten Minute an in die Tonne treten? Keine Frage, es gibt vieles, das an der ersten Sendung zu kritisieren ist: Die ermüdend «frechen» Fragen von Stefan Raab, die ihn seiner <a href="https://www.youtube.com/watch?v=WuWpE1P-KLg">Switch-Parodie</a> gefährlich nahe bringen. Sein kindisch-dümmliches Witzchen über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_R%C3%B6sler">Philipp Rösler</a> («Wenn er das jetzt sieht beim Abendessen, hoffentlich fallen ihm nicht die Stäbchen aus der Hand»), in dem «Spiegel Online» eine <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/tv-kritik-stefan-raab-und-seine-polit-show-die-absolute-mehrheit-a-866591.html">«rassistische Entgleisung»</a> sah. Das aufgepeitscht klatschende Publikum, in dem einige besonders laut für den späteren Sieger der Sendung, Wolfgang Kubicki, johlten.</p>
<p>Vieles war wie in anderen deutschen Talkshows auch: Alle sprachen sich für die Energiewende aus, niemand forderte eine Senkung der Steuern, und es dauerte nicht mal fünf Minuten, bis sich die Kandidaten gegenseitig ins Wort fielen («Jetzt red ich mal zu Ende»), ein Schauspiel unter Männchen, das die Frau in der Runde, die Berliner Unternehmerin Verena Delius, mit Zurückhaltung beobachtete. Raab musste hier das Lehrgeld des Newcomers bezahlen, seine wenigen Eingriffe in das Gespräch waren inhaltlich wenig erhellend. Überhaupt kam ein solches kaum je zustande, weil insgesamt sechs Mal die aktuellen Ergebnisse des Televotings eingeblendet wurden, was wohl auch im Wissen des Privatsenders um die kurze Aufmerksamkeitsspanne ihrer Zuschauer geschah.</p>
<p>Vieles war aber auch anders: Ausgerechnet Vertreter der bei vielen Journalisten unbeliebten Parteien FDP und Die Linke holten beim Publikum die meisten Stimmen. Es schien, als bemühten sich die Gäste bei «Absolute Merheit» um eine verständliche Ausdrucksweise. Und mehrere lange Werbeblöcke rückten ins Bewusstsein, dass Privatsender ihr Geld mit Werbung verdienen müssen. Den Satz «Jetzt höre ich grade von der Regie, dass wir, bevor wir in die Werbung gehen, nochmals das Auto angucken» hätte man von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Limbourg_%28Journalist%29">Peter Limbourg</a>, der als Sat.1-Nachrichtensprecher sowas wie das journalistische Aushängeschild der ProSiebenSat.1 Media ist, allerdings doch lieber nicht hören mögen. Ihm war überhaupt eine unglückliche Rolle zugewiesen, mit der er sein Potenzial nicht ausspielen konnte.</p>
<p>Das Versprechen, am Ende einen Sieger zu küren, der mit einer «absoluten Mehrheit» den Jackpot leeren kann, verleiht der Verheiratung von Casting- und Talkshow, die Raab hier betreibt, eine spielerische Note. Der grinsende Bundesadler, der die Initalen der Sendung (und der aktuellen Bundeskanzlerin) trägt, wacht über einen Talk, der sich nicht allzu ernst nimmt, und gerade so in das Bewusstsein von Leuten eindringen könnte, die mit dem Thema Politik längst abgeschlossen oder gar noch nicht angefangen haben. Neckisch auch das Porträt von Bundespräsident Gauck, das an der in Talkshows gerne aufgestellten Backsteinwand hängt.</p>
<p>Auch wenn es die Elitisten ungern wahrhaben wollen: Über Politik dürfen alle reden, nicht nur die so genannten Experten, sogar ein Stefan Raab. <a href="http://meedia.de/fernsehen/grandiose-start-fuer-raabs-absolute-mehrheit/2012/11/12.html">Gerade beim jüngeren Publikum</a> kam die erste Sendung jedenfalls gut an. Und populistischer als andere Talkshows ist «Absolute Mehrheit» auch nicht.</p>
<p><small><a href="http://www.prosieben.de/tv/absolute-mehrheit/">«Absolute Mehrheit»</a> (<a href="http://www.prosieben.de/tv/absolute-mehrheit/video/">Videos</a>) wurde am 11. November 2012, um 22:45 Uhr, auf Pro7 ausgestrahlt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/">Polit-Talk als Casting-Show</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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