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	<title>Radio 1 | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 Aug 2017 08:41:40 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Radio hat drei grosse Vorteile gegenüber Streaming-Diensten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/24/radio-hat-drei-grosse-vorteile-gegenueber-streaming-diensten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Aug 2017 08:30:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Radio 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Die drei grossen Vorteile von Radio sind: die persönliche Ansprache, die Aktualität und die Regionialität», sagt Anja Caspary, Musikchefin des Berliner Radio 1. Im Interview mit der Werbewoche spricht Caspary über Erfolgsrezepte für zeitgemässes Radio. Zwar versuchten die Streaming-Dienste den Wettbewerb mit dem Radio aufzunehmen. Sie sei da sehr entspannt. Um gegen Spotify &#038; Co. <a href="http://www.werbewoche.ch/medien/2017-08-24/der-star-darf-nicht-groesser-als-sein-heimatsender-werden">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Die drei grossen Vorteile von Radio sind: die persönliche Ansprache, die Aktualität und die Regionialität», sagt Anja Caspary, Musikchefin des Berliner Radio 1. Im Interview mit der Werbewoche spricht Caspary über Erfolgsrezepte für zeitgemässes Radio. Zwar versuchten die Streaming-Dienste den Wettbewerb mit dem Radio aufzunehmen. Sie sei da sehr entspannt. Um gegen Spotify &#038; Co. bestehen zu können, erfordere dies aber Radiomitarbeitende mit Fachwissen und lokaler Verankerung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/24/radio-hat-drei-grosse-vorteile-gegenueber-streaming-diensten/">Radio hat drei grosse Vorteile gegenüber Streaming-Diensten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Journalistenfütterung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/10/04/journalistenfuetterung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2016 11:25:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Gut]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Kunz]]></category>
		<category><![CDATA[Radio 1]]></category>
		<category><![CDATA[Roger gegen Roger]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was macht man heute, wenn man eine offene Rechnung mit einer in der Öffentlichkeit stehenden Person hat? Man füttert einen Journalisten an. Der freut sich über einen «Primeur», einen «Exklusiv-Bericht». Das letzte Mass der Dinge im verludernden Journalismus. Am Sonntag herrscht noch Konkurrenz im Schweizer Zeitungsmarkt. Hier balgen sich der «Sonntagsblick», die «Schweiz am Sonntag», <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/04/journalistenfuetterung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was macht man heute, wenn man eine offene Rechnung mit einer in der Öffentlichkeit stehenden Person hat? Man füttert einen Journalisten an. Der freut sich über einen «Primeur», einen «Exklusiv-Bericht». Das letzte Mass der Dinge im verludernden Journalismus.<br />
<span id="more-28121"></span><br />
Am Sonntag herrscht noch Konkurrenz im Schweizer Zeitungsmarkt. Hier balgen sich der «Sonntagsblick», die «Schweiz am Sonntag», die «NZZ am Sonntag» und die «Sonntagszeitung» um Primeurs, also um die hoffentlich auflagesteigernde Präsentation von Meldungen, die das jeweilige Blatt exklusiv seinen Lesern zum Gipfeli servieren kann. Im besten Fall ziehen die übrigen Medien am Montag nach und zitieren, was für weitere Aufmerksamkeit sorgt und dem federführenden Redaktor Punkte im Bonusbereich einbringt. Also beste Voraussetzungen, um hier eine kleine Kampagne zu lancieren, wenn man weiss, wie man’s macht.</p>
<p>Roger Köppel weiss nun unbestreitbar, wie man mit Medien umgeht. Zudem profitiert er davon, dass der Kreis von Arbeitgebern auf dem Platz Zürich überschaubar ist. Der Journalist Andreas Kunz arbeitete einige Jahre bei der «Weltwoche», dann wechselte er nach einem Abstecher zum «Blick» in die Chefredaktion der «Sonntagszeitung». Und landete am 2. Oktober einen Coup. <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_02_10_2016/nachrichten/Roger-gegen-Roger-20-74547" target="_blank">Die «Exklusiv-Meldung»</a>: «Köppel wirft Schawinski vor, die Wahrheit im Fall Sarasin zu verheimlichen. Der TV-Talker spricht von Unsinn.»</p>
<p>Zum Hintergrund: Jahrelang fetzten sich Roger Schawinski und Roger Köppel jede Woche auf «Radio 1». Bis Schawinski die Benützung des gleichen Mikrofons letztes Jahr abrupt abbrach, die verbale Balgerei sei «für viele Hörer von Radio 1 nicht mehr zumutbar», vor allem angesichts der damaligen Kandidatur Köppels auf der Liste der SVP für den Nationalrat. Doch der Grund für das überraschende Aus der Erfolgssendung «Roger gegen Roger» könnte ein anderer gewesen sein: Schawinski wollte sich nicht von Köppel für ein Gerichtsverfahren instrumentalisieren lassen.</p>
<p>Letzte Woche wurde der stellvertretende Chefredaktor der «Weltwoche», Philipp Gut, vom Bezirksgericht Zürich wegen übler Nachrede und Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über unlauteren Wettbewerb zu einer bedingten Geldstrafe, einer Busse und zu einer Prozessentschädigung von über 30&#8217;000 Franken verurteilt. In einer Artikelserie hatte Gut einem Uni-Professor vorgeworfen, er habe als Mitglied einer Berufungskommission seine frühere Liebesbeziehung zu einer Kandidatin und heutigen Lebenspartnerin verschwiegen und ihr die ausgeschriebene Stelle zugehalten.</p>
<p>Gut hatte vor Gericht argumentiert, dass seine Vorwürfe auf Informationen «mehrerer voneinander unabhängiger Quellen» beruhten, die er im Rahmen des journalistischen Quellenschutzes nicht nennen könne. Das Gericht hielt dagegen, dass das nicht gelte, wenn der Journalist selbst der Beschuldigte ist. Man kann nicht in der Öffentlichkeit jemanden rufschädigend anpinkeln und vor den Kadi gezerrt sagen, man habe nur seiner Berichterstatterpflicht nachgelebt, sachdienliche Informationen von unabhängigen, vertrauenswürdigen Quellen erhalten, könne die aber nicht nennen. In diesem Fall muss man den Wahrheitsbeweis antreten – oder verliert. Das lernt jeder Medienanwalt im Grundkurs.</p>
<p>Diese schmerzliche Niederlage vor Gericht, das Zivilverfahren gegen Gut ist zudem noch hängig, ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von juristischen Nackenschlägen gegen die «Weltwoche». Erst vor Kurzem musste Köppel in seinem Editorial eine Gegendarstellung abdrucken, dann auf der Leserbriefseite das Gerichtsurteil in Sachen «Whistleblower» Elmer gegen «Weltwoche», das ebenfalls gegen das Blatt ausfiel. Es dürfte sich also einiges aufgestaut haben beim Nationalrat, Besitzer, Verleger und Chefredaktor Köppel. Wieso nicht eine alte Rechnung mit Roger Schawinski begleichen.</p>
<p>Also konnte die «Sonntagszeitung» in ihrer Ausgabe vom letzten Sonntag <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/10/notizenkoeppel.pdf" target="_blank">in Faksimile eine «Aktennotiz»</a> und einen Brief («persönlich, vertraulich») von Roger Köppel an den anderen Roger abdrucken. In der «Aktennotiz» hält Köppel in einer Art Gesprächsprotokoll fest, dass Schawinski in der Vorbesprechung eines Radiotalks im Oktober 2014 ihm gegenüber die Existenz eines früheren Liebesverhältnisses der beiden Professoren bestätigt habe. In seinem Brief vom 15. September 2015 schreibt Köppel, dass er Schawinski als Zeuge vor Gericht benennen wolle, nachdem das Professorenpaar die «Weltwoche» verklagt hatte. Zudem stellt Köppel die «offizielle» Begründung für die am 4. September 2015 erfolgte Absetzung des Radiotalks «Roger gegen Roger» infrage, sie sei «abenteuerlich konstruiert»; in Wirklichkeit sei wohl die Benennung von Schawinski als Zeuge der eigentliche Grund.</p>
<p>Wie ist nun «Sonntagszeitung»-Redaktor Andreas Kunz an diese «Aktennotiz» und an das «persönliche, vertrauliche» Schreiben von Roger Köppel gekommen? Offiziell gibt es zwei Besitzer davon, die beiden Rogers. Sollten sie nicht fahrlässigerweise anderen Mitarbeitern Zugang zu solch privaten Papieren verschafft haben und sollte Kunz sich nicht in ein elektronisches Archiv gehackt haben, muss ihm einer der beiden Rogers diese Unterlagen zur Verfügung gestellt haben. Dass es Roger Schawinski war, kann man aus logischen Gründen wohl ausschliessen. Sowohl Roger Köppel wie Andreas Kunz reagierten nicht auf entsprechende Anfragen. Zudem ist es Köppel unbenommen, Medien für seine Anliegen zu instrumentalisieren. Bleibt also die Rolle von Kunz, die Fragen aufwirft.</p>
<p>Es gehört zum Rüstzeug jedes seriösen Journalisten, dass er sich sowohl bei einem Datenmeer wie den Panama-Papers wie bei zwei Papierchen fragt, welche Absichten wohl dahinterstecken, wenn ihm solche Unterlagen zugesteckt werden. Die «Sonntagszeitung» folgt diesem Prinzip weder im Grossen noch im Kleinen. Sie räumte Schawinski die Möglichkeit einer Stellungnahme ein, die er dazu benützte, auf den Widerspruch hinzuweisen, dass die «Weltwoche» vor Gericht Quellenschutz geltend gemacht habe, «alleine in meinem Fall soll aber ein solcher nicht gelten.» Zudem «wäre die mir fälschlicherweise unterstellte Aussage nicht mehr als die Weitergabe von juristisch irrelevanten Gerüchten gewesen». Das ist allerdings richtig. Wenn eine «Quelle» der «Weltwoche» darin besteht, dass der Chefredaktor eine «Aktennotiz» über eine angebliche Aussage einer Drittperson über ein früheres Liebesverhältnis der beiden Professoren anlegte, wäre es wohl besser gewesen, das weiterhin ins Mäntelchen des «Quellenschutzes» zu hüllen.</p>
<p>Aber abgesehen davon, welche Rückschlüsse auf das journalistische Selbstverständnis eines Mitglieds der Chefredaktion der «Sonntagszeitung» kann man angesichts dieses Artikels ziehen? Wäre es im Sinne der Transparenz nicht geboten gewesen, das frühere Anstellungsverhältnis von Kunz bei der «Weltwoche» dem Leser offenzulegen? Wäre es nicht geboten gewesen, dem Leser mitzuteilen, welche Motive die Quelle gehabt haben wird, die den Redaktor mit diesen Dokumenten anfütterte? Wäre es nicht geboten gewesen, diese Fragen an Roger Köppel zu stellen und seine Antworten dem Leser mitzuteilen? Aber ausser in Form von Zitaten aus den beiden Papieren kommt der Absender im ganzen Artikel nicht weiter vor. Wäre es zumindest nicht redlich, dass der Autor Kunz auf ihm zugestellte journalistische Fragen antwortet, statt sich einfach in Schweigen zu hüllen? Es wäre auch interessant zu erfahren, wieso Kunz einen fast gleichlautenden Artikel von ihm, der vor einem Jahr in der «Sonntagszeitung» erschienen ist, lediglich um die beiden Faksimile-Ausrisse angereichert, rezykliert.</p>
<p>Das Publizieren eines Knatschs zwischen zwei in der Öffentlichkeit bekannten Exponenten und Medienschaffenden hat sicherlich etwas Verführerisches. Insbesondere, wenn es sich um zwei nicht konfliktscheue, dominante und meinungsstarke Herren handelt. Allerdings besteht der Unterschied zum Vorgehen von Weltwoche-Vize Gut nur darin, dass hier zwei Dokumente, allerdings ohne die Quelle und ihre Motive zu nennen, auf den Tisch der Öffentlichkeit gelegt wurden. In ihnen behauptet einer was, der andere widerspricht. Einer will einen anderen in die Pfanne hauen und eine alte Rechnung begleichen. Der andere verliess sich darauf, dass «persönlich, vertraulich» auch genau das bedeutet und unterschätzte die in den beiden letzten Sätzen von Köppels Schreiben, so es echt ist, enthaltene Drohung: «Ich ziehe es vor, mich weiterhin zurückzuhalten. Nur: es gibt Grenzen.»</p>
<p>Nun wurden diese Grenzen überschritten, unter willfähriger Beihilfe eines Journalisten der «Sonntagszeitung». «Si tacuisses, philosophus mansisses», sagt der Lateiner, wenn du geschwiegen hättest, wärest du Philosoph geblieben. Womit uns der Lateiner sagen will, dass jemand seinen Ruf durch eine blossstellende Äusserung selbst ramponiert hat. Das gilt zuvorderst für Andreas Kunz und die Verantwortlichen der «Sonntagszeitung». Aber nicht nur.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/04/journalistenfuetterung/">Journalistenfütterung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Und plötzlich arbeitslos</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/24/und-ploetzlich-arbeitslos/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2015 07:59:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Fritz+Fränzi]]></category>
		<category><![CDATA[Radio 1]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Illustrierte]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was es heisst, unerwartet die Stelle zu verlieren: Vor einem Jahr traf es unseren Kolumnisten, nachdem er den Chefredaktorenposten von Radio 1 verlassen hatte. Wie hat er die Zeit danach erlebt? Was half ihm, die Arbeitslosigkeit durchzuhalten? Und wie fand er schliesslich zum Schweizer ElternMagazin? Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu ertragen, schrieb <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/24/und-ploetzlich-arbeitslos/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was es heisst, unerwartet die Stelle zu verlieren: Vor einem Jahr traf es unseren Kolumnisten, nachdem er den Chefredaktorenposten von Radio 1 verlassen hatte. Wie hat er die Zeit danach erlebt? Was half ihm, die Arbeitslosigkeit durchzuhalten? Und wie fand er schliesslich zum Schweizer ElternMagazin?<br />
<span id="more-25508"></span><br />
Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu ertragen, schrieb einst Immanuel Kant: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.</p>
<p>Ich habe oft an diesen Satz denken müssen, als ich ohne Arbeit war. Die Hoffnung, der Schlaf, das Lachen – es sind die Dinge, die einem gerne mal abhanden kommen, wenn man arbeitslos ist. Ein Jahr ist das nun her. Die Erinnerung an diese Zeit hat sich in mir eingebrannt.</p>
<p>Ohne Arbeit. Ein relativer Begriff. Arbeit ist ja irgendwie immer, gerade als Vater von zwei kleinen Strolchen. Aber das zählt ja nicht, zumindest in Teilen der Gesellschaft. Gemessen wird man daran, was man beruflich macht. Wie viel Geld man verdient. Was man in seinem Job als Journalist bewegt.</p>
<p>Plötzlich ohne Arbeit. Ohne Aufgabe. Ohne Einkommen. Die Gefühle fahren Karussell. Frustration, Wut, weil man gescheitert ist, sich nutzlos fühlt; Selbstzweifel, weil man sich fragt, was habe ich falsch gemacht; Selbstmitleid, weil man denkt, die anderen sind schuld. Und schliesslich: Ohnmacht, Zukunftsangst.</p>
<p>Der letzte Gedanke am Abend, der erste Gedanke am morgen: wie geht es weiter. Ich schaue in die Mails, wieder nichts, keine Anfrage, keine Einladung zu einem Gespräch. Wen könnte ich noch anschreiben, wen anrufen? Ich will kein Mitleid. Nur ein bisschen Respekt. Ich habe 25 Jahre Berufserfahrung, habe grosse Titel verantwortet, Millionenbudgets verwaltet, Leute ausgebildet, habe einen Nobelpreisträger, den Dalai Lama und den ersten Mann auf dem Mond interviewt, aber was zählt das schon, wenn man in diesen Zeiten einen Job sucht, wo vor allem digitale Eingeborene gefragt sind.</p>
<p>Ich diszipliniere mich. Stehe um 6 Uhr auf. Frühstücke mit den Kindern, bringe sie in die Krippe, lasse mir meine Sorgen nicht anmerken. Die Kinder finden es toll, dass der Papi soviel Zeit hat, er arbeitet eben von zuhause aus, was ist schon dabei, er sitzt viel am Computer, am Telefon. Nicht wie andere Väter, die morgens früh weg sind und abends nach Hause kommen, wenn die Kinder schon schlafen.</p>
<p>Du musst unter die Leute, raten Freunde, aber was wissen die schon. Immer dieselben Fragen: Wo hast Du dich beworben? Was machst du jetzt? Hat sich die Redaktion, der Verlag schon gemeldet? Immer dieselben Tipps: Mach Dich doch selbstständig. Wechsele in die Kommunikation. Werde Hausmann! Und immer dieselben aufmunternden Worte: Also um Dich mach ich mir überhaupt gar keine Sorgen, Du mit Deinen Erfahrungen.</p>
<p>Aber ICH mach mir Sorgen, verdammt noch mal!</p>
<p>Dann eben Seitenwechsel. Kommunikationsbranche. Die brauchen doch Leute, die kommunizieren, schreiben, reden können. Kreative Köpfe, die strategisch denken, lange Arbeitstage locker wegstecken, sich mit schwierigen Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kunden herumschlagen. Ich melde mich bei den zehn grössten Agenturen, schreibe pfiffige Bewerbungen und werde von den meisten sofort und herzlich empfangen. Geht es aber um einen konkreten Job, werden Brillenträger hinter ihren Schreibtischen einsilbig: Da ist grad kein Budget, da sind grad grosse Umstrukturierungen, das passt grad schlecht. Aber wir melden uns. Natürlich meldet sich niemand.</p>
<p>Zurück zum RAV. Das was mir da gegenüber sitzt, nennt sich Berater. Der Berater beschränkt sich darauf, sinnfreie Fragen zu stellen, endlos Formulare auszufüllen. Kein Blickkontakt, kein Interesse wie es mir geht, keine Empathie. Ich lege zwei Dutzend Nachweise über Gespräche und Bewerbungen auf den Tisch. Der Berater klatscht in die Hände und sagt – so Herr Niethammer, jetzt legen wir aber mal richtig los. Und dann sagt er diesen Satz, den ich in meinem Leben nicht vergessen werde: „Sie bewerben sich ab sofort auf jede freie CEO-Stelle eines KMU.“ Wie, jetzt? Auf jede? Auch auf die Geschäftsführung einer Schraubenfabrik?“ „Ja, auch auf die! “</p>
<p>Das Resultat überrascht so wenig wie die Tatsache, dass am Morgen die Sonne aufgeht. Ich erhalte ausschliesslich Absagen, kübelweise. Wahlweise bin ich überqualifiziert, unterqualifiziert, zu alt (immerhin wählen die Personalberater die weniger harte Formulierung „Wir haben uns für einen jüngeren Bewerber entschieden“), zu teuer.</p>
<p>Dann also muss es ein Headhunter richten. Ein eigenes Volk, diese Kopfjäger. Sie arbeiten nach dem Prinzip Hoffnung. Einer sagt; lassen Sie das für mich regeln, dann schwafelt er etwas von „in zwei Wochen habe ich drei Jobs für sie“, dann hör ich nichts mehr. Ich frage nach, irgendwie ist es plötzlich kompliziert, eine wichtige Kontaktperson in den Ferien, eine andere krank, man würde sich melden, niemand meldet sich, es ist zum Kotzen.</p>
<p>Dann also die sozialen Netzwerke befeuern, sich auf Xing und LinkedIn vernetzen, sich bemerkbar machen, die Visibilität erhöhen, wie es ein Personalberater in seinem schlecht sitzenden Anzug so schön formuliert. Sein erster Rat: sie dürfen auf keinen Fall ihre Lohnansprüche reduzieren, da kommen sie sonst nie mehr hoch. Dann sagt er noch diesen Satz, der jeden Bewerber besonders motiviert: Schön, dass Sie meine Dienste in Anspruch nehmen, aber eigentlich hätten sie vor zehn Jahren hier aufschlagen sollen.</p>
<p>Dann wieder Bewerbungsgespräche. Bisher sass ich immer auf der anderen Seite, habe Dutzende Kandidaten befragt, habe ihre Unterlagen geprüft und beim Händedruck gewusst, der ist es, und der nicht. Also ein frisches Hemd angezogen, die Unterlagen nochmals sortiert, auf alle, wirklich alle Fragen eine Antwort parat. Und dann sagt der Personalchef: Sie waren doch Chef der Schweizer Illustrierten, sagen Sie mal, wie ist Melanie Winiger so privat?</p>
<p>Das alles ist ein Jahr her. Heute bin ich sehr glücklich mit meiner neuen Aufgabe beim Schweizer ElternMagazin. Ich führe ein kleines feines Team, verantworte ein grossartiges Produkt und beschäftige mich beinahe ausschliesslich mit nachhaltigen, relevanten Themen. Kontaktiert worden bin ich übrigens für die neue Stelle via – Facebook.</p>
<p>Ich habe die schwierigste Zeit in meinem Berufsleben ohne Trauma überstanden. Dank meiner Familie, meinen Freunden. Meinem Glauben, dass immer irgendwo eine Türe aufgeht, wenn eine andere zuschlägt. Geholfen haben mir aber auch ein paar Leitsätze, die ich eisern befolgt habe, und die ich an dieser Stelle gerne weitergebe:</p>
<p>Bleib hellwach, hungrig, gut informiert und vernetzt.<br />
Halte Dich fit, geistig und körperlich.<br />
Sei ehrlich. Im Gespräch. Und zu Dir selbst.<br />
Versuch mindestens einmal am Tag zu lachen.<br />
Hilf Dir selbst. Sonst hilft dir keiner. Schon gar nicht das Arbeitsamt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/24/und-ploetzlich-arbeitslos/">Und plötzlich arbeitslos</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Ich habe so viel mehr erreicht, als ich mir jemals vorgestellt habe»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/03/ich-habe-so-viel-mehr-erreicht-als-ich-mir-jemals-vorgestellt-habe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 09:12:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<category><![CDATA[Bettina Weber]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienstellen]]></category>
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		<category><![CDATA[Radio 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Gründer von Privatradios und Privatfernsehen hat Roger Schawinski das Monopol der Staatssender zum Einsturz bzw. zum Wanken gebracht. Der erfolgreiche und seit Anbeginn polarisierende Medienpionier ist aus der Schweizer Medienszene nicht mehr wegzudenken, denn er hat viele bleibende Spuren hinterlassen und unzählige andere Journalisten beeinflusst und mitgerissen. Schawinski, der sich selbst als «Zeitungsfreak» und <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/03/ich-habe-so-viel-mehr-erreicht-als-ich-mir-jemals-vorgestellt-habe/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Gründer von Privatradios und Privatfernsehen hat Roger Schawinski das Monopol der Staatssender zum Einsturz bzw. zum Wanken gebracht. Der erfolgreiche und seit Anbeginn polarisierende Medienpionier ist aus der Schweizer Medienszene nicht mehr wegzudenken, denn er hat viele bleibende Spuren hinterlassen und unzählige andere Journalisten beeinflusst und mitgerissen. Schawinski, der sich selbst als «Zeitungsfreak» und «verkappter Introvertierter» bezeichnet, hat uns Auskunft gegeben über seinen Interviewstil, seine Investitionen und seine Beziehung zu ehemaligen Erzfeinden.<br />
<span id="more-30525"></span><br />
<em>Ich treffe einen bestens gelaunten Roger Schawinski in seinem nicht übermässig grossen Büro bei Radio1 an der Hottingerstrasse in Zürich. An der Wand hängt eine Collage der schönsten Blick-Schlagzeilen, in denen es um Schawinski geht. Am Vorabend hat der 67-jährige Journalist in seiner Sendung <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=efbc5cf9-a231-419a-b7fb-127ac6f71c9f">Gerhard Blocher als Gast</a> empfangen.</em></p>
<p><strong>Welche nationale Relevanz hat ein auf einer bedeutungslosen Position für den Kantonsrat kandidierender Bruder eines Nationalrats?</strong><br />
Eine grosse, wenn er der Privatseelsorger von Christoph Blocher ist und man das Gefühl hat, die Basis des Blocherschen Denkens sei über Gerhard besser zu knacken, weil er weniger berechnend und damit authentischer ist als sein mit allen Wassern gewaschener Bruder.</p>
<p><strong>War das Gespräch für Dich ergiebig?</strong><br />
Einerseits Ja, andererseits Nein. Die grundsätzliche Frage der Herkunft des Auftrags, den die Blochers ja immer ins Zentrum stellen, beantwortete er mit einem «Ich weiss es nicht». Das ist für mich bemerkenswert, weil ich glaube, dass dies aus dem calvinistischen Denken kommt, also, dass alles göttlich vorbestimmt ist und man nur ein Instrument ist in dieser Welt, das agieren muss. Das führt dann zu dem zum arroganten und oft rüden Verhalten der Blochers, die das Gefühl haben, sie können sich alles erlauben.</p>
<p><strong>Du kommst aus eher einfachen Verhältnissen, durch harte Arbeit bist Du nun Millionär. Wer hat Dir den Auftrag gegeben, das zu erreichen?</strong><br />
Ich würde nie sagen, dass mir jemand einen Auftrag gegeben hat. Das ist meine eigene Motivation. Doch bei den Blochers wird der Auftrag überhöht und verklärt.</p>
<p><strong>Wie würdest Du reagieren, wenn jemand Verwandte von Dir einlädt, um öffentlich über Dich zu spekulieren?</strong><br />
Gerhard Blocher ist ja nicht irgendein Verwandter, sondern der grosse Bruder von Christoph Blocher. Christoph nennt Gerhard seine wichtigste Bezugsperson, telefoniert fast täglich mit ihm, ist sein engster Berater.</p>
<p><strong>Mein Eindruck war: Du bist in diesem Gespräch journalistisch und persönlich fair geblieben, hast aber nur die negativen Seiten und die Schwächen eines 78-Jährigen beleuchtet. Auf mich wirkte es wie eine sehr einseitige Auseinandersetzung.</strong><br />
Ich habe ihm die Gelegenheit eingeräumt, positive Seiten von sich zu erwähnen. Wenn er dazu nichts sagt, wenn er auf meine Fragen nicht eingeht und sich damit verweigert, ist das auch eine Aussage.</p>
<p><strong>Wie schätzt Du die Rolle des Schweizer Fernsehens ein beim <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xnMWp1ORyBo">Reporter-Film</a> direkt vor der Abwahl aus dem Bundesrat? Christoph Blocher sagt, das SF habe zugesichert, den Film nach den Wahlen auszustrahlen.</strong><br />
Ich kann dazu nichts sagen, da ich nichts darüber weiss. Gerhard Blocher glaubt ja nicht, dass der Film seinem Bruder geschadet hat, wie er in meiner Sendung erklärt hat.</p>
<p><strong>Wie würdest Du Deinen Interviewstil, wie Du ihn aktuell bei «Schawinski» und «Doppelpunkt» pflegst, beschreiben und was möchtest Du damit erreichen?</strong><br />
Ich versuche, sehr gut recherchiert an das Gespräch heranzutreten, ich mache mir viele Gedanken im Vorfeld, ich bin umfassend dokumentiert – um die relevanten Fragen im richtigen Moment stellen zu können und damit sich der Zuschauer eine eigene Meinung bilden kann. Das geht nur, in dem man hinter die Oberfläche der Gäste schaut und sie mit ihren Widersprüchen konfrontiert, was mal besser, mal weniger gut gelingt. Auf jeden Fall ist es ein kritischerer Stil, als man es vom Schweizer Fernsehen bisher gewöhnt war.<br />
Eine halbe Stunde Gespräch zwischen zwei Menschen ist im Fernsehen zu einer seltenen Disziplin, zu einem Anachronismus geworden. Im deutschen Fernsehen glaubt man, mindestens sechs Leute einladen zu müssen, damit der Zuschauer dran bleibt. Ich bedaure das, denn das 1:1-Gespräch ist für mich die Königsdisziplin. Es ist ein Hochseilakt, nur einen Gast zu haben, denn der kann ein Totalausfall sein. Das ist das grosse Risiko, das ich jedes Mal auf mich nehme.<br />
Einer, den ich bewundere, ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Charlie_Rose">Charlie Rose</a>, der bei Bloomberg und PBS zu sehen ist. Er kann, anders als ich, mehr in die elitäre Nische gehen. Das Schweizer Fernsehen dagegen ist Marktführer und bedient ein viel breiteres Publikum. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Wallace">Mike Wallace</a>, der vor kurzem verstorbene grosse amerikanische Fernsehjournalist, hat einmal gesagt, dass ein kritisches TV-Interview immer auch eine Gratwanderung zwischen Sadismus und intellektueller Neugier ist. Ich bewege mich also auf sehr heiklem Terrain.</p>
<p><strong>Das Konzept von «Schawinski» ist gut, doch die Sendung ist so prall gefüllt mit Beweisen gegen den Gast, dass das Gespräch zu kurz kommt.</strong><br />
Ich bin bereit, auf einen Gast, der etwas weiterführt, einzugehen, und dafür einen Teil meiner Vorbereitungen aufzugeben.</p>
<p><strong>Ich habe eine Umfrage gemacht, was es an Deinem Interviewstil zu kritisieren gibt. Das hat folgendes ergeben:<br />
1. Du lässt Gäste Gedanken oftmals nicht zu Ende formulieren, so verhinderst Du möglicherweise interessante Aussagen.</strong><br />
Das ist ein Fehler, den ich zu Beginn oft gemacht habe, richtig. Da hatte ich die Dramaturgie der 28 Minuten noch nicht im Griff. Andererseits werden Leute, die nicht unterbrochen werden, ausschweifend, und das wird für den Zuschauer unerträglich. Man muss immer den Rhythmus des Gesprächs im Blickfeld behalten.</p>
<p><strong>2. Du bist als Person zu präsent, Du präsentierst nicht nur Deine Meinung, sondern Du zelebrierst Voreingenommenheit.</strong><br />
Anders als ich können die meisten Interviewer nicht auf Augenhöhe mit ihrem Gast diskutieren. Ich  hingegen versuche genau das, und ich kann dies aufgrund meiner Erfahrung als Interviewer, Unternehmer und Manager über sehr viele Jahre hinweg auch tun. Damit werde ich natürlich auch viel kritisierbarer. Aus einer zweidimensionalen Ebene zwischen dem Interviewer und dem Interviewten, bei dem der Zuschauer aussen vor ist, wird so eine dreidimensionale Ebene zwischen Zuschauer, Interviewer und Interviewten. Der Zuschauer wird also eingebunden und kann laufend entscheiden, auf welcher Seite er in einzelnen Fragen steht. Das ergibt meiner Meinung nach viel spannenderes Fernsehen.</p>
<p><strong>3. Statt einfach nur hart nachzufragen, wirkst Du auf einige Zuschauer frech und stillos.</strong><br />
Im deutschen Fernsehen gibt es Soft Talkers wie Beckmann oder Jauch. Mein Stil ist anders, damit nehme ich in Kauf, dass sich gewisse Gäste dem nicht stellen wollen, und dass das einigen Zuschauern nicht schmeckt, vor allem nicht auf dem Sendeplatz um 22:55 Uhr, zu einer Zeit also, wo viele Menschen bereits am wegdösen sind. Ja, meine Sendung ist intensiver als andere. Von meinen Gästen höre ich aber, dass die Rückmeldungen auf ihren Besuch viel zahlreicher und positiver sind als bei anderen Sendungen. Es wird ihnen teilweise als Heldentat angerechnet, dass sie sich mir gestellt haben. Das heisst, die Sendung zahlt sich für alle aus.</p>
<p><strong>4. Deine Gäste bestehen aus Deinem Altherrennetzwerk, Junge und Frauen kommen zu kurz.</strong><br />
Ich kenne einfach viele Leute. Es gibt wenige Frauen in Führungspositionen. Und Junge haben einfach viel weniger zu erzählen. Ich brauche Leute mit einem Lebensentwurf, die eine halbstündige Sendung füllen können. Und «alt» ist relativ, im Vergleich zu «Menschen bei Maischberger» habe ich fast schon jugendliche Gäste.</p>
<p><strong>Wieso wollen Frauen wie Natalie Rickli oder Bettina Weber nicht zu Dir in die Sendung?</strong><br />
Jene Frauen, die in meiner Sendung waren, haben hervorragende Rückmeldungen erhalten. Bettina Weber machte mir den Vorwurf, zu wenige Frauen einzuladen. Dann fragte ich sie an, und sie schrieb mir zurück, sie sei keine öffentliche Person und sage deshalb ab, und dies, obwohl sie für den «Tages-Anzeiger» ganze Seiten mit Meinungsartikeln vollschreibt. Das ist leider ein typisches weibliches Verhalten, das ich oft erlebe. Die meisten Frauen stellen sich weniger gern der Kritik &#8211; und beklagen sich dann, dass sie nicht zu Wort kommen.</p>
<p><strong>Von Berlin aus wirkt die Schweiz noch harmoniebedürftiger als von Zürich aus. Ist die Angst vor Konfrontation in den letzten Jahren gestiegen?</strong><br />
Die Leute an der Spitze sind nicht das grösste Problem, das sind ihre überquellenden Medienabteilungen. Es läuft so: Die Medienberater trauen ihren Chefs zu wenig zu und wollen sie nur in einem absolut sicheren Umfeld platzieren, zum Beispiel in einem Zeitungsinterview, das sie 37x redigieren können, bis es absolut blutleer ist. Sie haben wohl Angst, dass sie, wenn etwas schief läuft, ihren Job verlieren. Sie wollen die absolute Kontrolle und verunmöglichen ihren Chefs damit, sich als Mensch öffentlich zu profilieren. Für mich ist diese Angsthaltung vieler Medienabteilungen unprofessionell. Ich hatte schon Zusagen von Bundesrätinnen, doch als die Medienabteilungen davon erfuhren, wurden plötzlich Terminprobleme vorgeschoben. Ich finde das verheerend, weil die Macht der ausufernden Medienabteilungen echte öffentliche Kommunikation immer mehr verhindert.</p>
<p><strong>Hat der Einfluss von PR im Schweizer Journalismus zugenommen?</strong><br />
Massiv. Dies und der gewaltige Einfluss der Medienstellen entwickeln sich immer mehr zu einer Pest.</p>
<p><strong>Du hast Dich damals mit Radio24 gelangweilt, und darum ein Fernsehen aufgebaut. Langweilst Du Dich nicht auch mit Radio1?</strong><br />
Nein, Radio1 ist ein Wunschkind von mir. Das ganze Leben die Nummer 1 sein wie bei Radio24, das kann für mich ja keine echte Challenge sein. Mit Radio1 habe ich wieder bei Null angefangen und den Einstieg in einen sehr stark besetzten Zürcher Radiomarkt geschafft. Die Konkurrenz besteht ja nicht nur aus dem SRG-Programm, sondern auch aus sechs Privatsendern. Ich habe mir hier eine schwierige Aufgabe gestellt, doch ich suche Herausforderungen. Dabei ist es mein vorrangiges Ziel, den qualitativ besten Privatsender des Landes zu betreiben. Wir sind auf diesem Weg schon sehr weit vorangekommen.</p>
<p><strong>Im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=nwdLsbuoC2w">Trailer</a> zum Film «Jolly Roger» sagst Du: «Die, die uns den den Sender kaputt gemacht haben, der Staat, die Macht, die Gewalt &#8211; das macht mir Angst.» Wie ist Dein Verhältnis zum Staat heute?</strong><br />
Ich habe immer noch eine kritische Haltung. Prinzipiell aber glaube ich, dass das Vertrauen in unsere staatlichen Institutionen ein Fundament ist, das man nicht willkürlich zerstören sollte, wie das die SVP versucht. Das grundsätzliche Vertrauen in die Institutionen ist unser Fundament, die Basis des Erfolgsmodells Schweiz.</p>
<p><strong>Du bist jede Woche auf der Gegenseite von Roger Köppel bei «Roger vs. Roger». Du kannst also nur links sein?</strong><br />
Weiter rechts zu sein, als er es ist, wäre ja selbst theoretisch nicht vorstellbar. Aber hie und da sind wir sogar ähnlicher Meinung.</p>
<p><strong>Im September 1973 schriebst Du für die «Schweizer Illustrierte» einen Text unter dem Titel «Nach Allendes Tod wird Blut fliessen.» Deine Sympathien für Salvador Allende, dem chilenischen Präsidenten, der einen demokratischen Sozialismus anstrebte, sind unübersehbar. Trotzdem hältst Du wahrheitsgetreu fest, dass die wirtschaftliche Lage im dritten Jahr der Regierung Allende katastrophal war, die Inflation einen Weltrekord erreichte, die Produktion in allen Bereichen sank und die Versorgung mit Lebensmitteln und Brennstoffen zeitweise beinahe zusammen brach. Wie hältst Du es mit dem Sozialismus?</strong><br />
Der Sozialismus ist gescheitert, auch die demokratischen Versuche. Der letzte Versuch war vielleicht derjenige unter Allende. Ich habe vor Ort gesehen, dass dieses System am Ende unfähig war, weil es im Rahmen der demokratischen Ordnung von seinen Gegnern gezielt destabilisiert wurde. Sozialismus funktioniert eben nur mit einem Terrorregime, weil ihn sonst die kapitalistischen Gegenkräfte wie im Fall Chile mit aller Macht zerstören. Also ist Sozialismus keine Option, mit der wir uns befassen sollten.</p>
<p><strong>Drei Wochen vor 9/11 hast Du die unter dem Namen Belcom zusammengefassten Radio24 und Tele24 für 92 Millionen Franken an die Tamedia verkauft, rückblickend ein Glücksdeal, weil danach die Kurse abstürzten.</strong><br />
Drei Monate vorher hatte ich noch eine schriftliche Offerte in der Höhe von 162 Millionen. Dann kam das Platzen des Dotcom-Hypes. Ich habe verkauft, weil ich keine grosse Herausforderung mehr sah bei Radio24 und weil selbst das damals angedachte Radio- und Fernsehgesetz einen Erfolg des Privatfernsehens verunmöglichen würde. Zudem war ich etwas ausgebrannt, auch durch die vier «Talk-Täglich»-Sendungen jede Woche mit zum Teil sehr boulevardesken Gästen. Wenn ich nicht verkauft hätte, dann wäre ich nie Chef von Sat.1 geworden, hätte nie als Geschäftsführer eines grossen Senders im Zentrum des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Berlin gelebt, was mich sehr bereichert hat. Loslassen ist vielleicht das Schwierigste überhaupt, aber das Wichtigste. Ich habe es mehr als einmal im richtigen Moment getan.<br />
Nach dem Verkauf dachte ich: Roger, jetzt musst Du Dich nie mehr um Geld kümmern. Das war ein grosser Irrtum, denn Geld will verwaltet sein. Mein Banker sagte mir einmal: «Roger, Geld ist flüchtig» &#8211; und er hat recht. Es kann jederzeit wieder weg sein, durch falsche Anlagen, durch eine Finanzkrise oder andere Ereignisse. Ich bedaure, dass ich mich seither fast mehr mit Geld beschäftigen muss als vorher.</p>
<p><strong>In der Reihe der letzten Sat.1-Chefs warst Du der mit der längsten Amtszeit. Wie ist der Zustand des Senders heute?</strong><br />
Das, was ich befürchtet habe und weswegen ich auch gegangen bin, ist eingetroffen: Die Sendergruppe wurde verkauft, die neuen Käufer haben einen unheimlich hohen Preis bezahlt und die Kosten wurden gemäss McKinsey-Beratung massiv reduziert. Der teure, aber wichtige Senderstandort Berlin wurde aufgegeben. Heute wird die ProSiebenSat.1 Media AG zentral aus Unterföhring bei München geführt, und die Senderchefs sind nicht mehr so wichtig wie früher. Finanziell funktioniert die Gruppe offenbar, doch was das Image und die Quote betrifft, steht Sat.1 heute leider nicht besonders gut da.</p>
<p><strong>Mir scheint, seit Deiner Zeit bei Sat.1 bist Du besessen von der Quote. Kann Dir das als «Schawinski» auf einem öffentlich-rechtlichen Kanal nicht egal sein? Bist Du nicht auch in dem Alter, in dem Du machen kannst, was Du willst?</strong><br />
Ich bin nicht besessen davon, aber ich finde sie wichtig. Im Schweizer Fernsehen wird die Quote durchaus analysiert. Etwas bedenklich ist vor allem der kontinuierliche Rückgang der Zuschauer unter 50 Jahren. Dasselbe Problem haben die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF ebenfalls, ohne dass sie ein Rezept gegen diese Verluste gefunden haben, und dies, obwohl sie unvergleichlich mehr Mittel haben als SRF.<br />
In Deutschland gibt es Portale wie <a href="http://www.quotenmeter.de/">quotenmeter.de</a>, <a href="http://www.dwdl.de/">dwdl.de</a> oder <a href="https://kress.de/">kress.de</a>, die TV-Quoten täglich abbilden und bewerten. Ich bedaure, dass der Schweizer Medienjournalismus diese Aufgabe nur sporadisch und punktuell betreibt. Ich bin seit meiner Sat.1-Zeit von Quoten angefixt. Das bringe ich einfach nicht aus meinem System raus. So ziehe ich mir auch heute noch täglich die Quoten der deutschen Sender rein, lese die Kommentare und überlege, welche Massnahmen auf welchen Sendeplätzen ich vornehmen würde.</p>
<p><strong>Du bist Teilhaber einer TV-Produktion in Berlin, was macht die?</strong><br />
Ich bin Minderheitsaktionär bei <a href="http://www.solistv.de/">Solis TV</a>, einer Firma, die sehr erfolgreich ist. Ich habe dieses Projekt ehemaliger Sat.1-Kollegen von Anfang an unterstützt. Wir produzieren etwa für den WDR «Der grosse Haushaltscheck» und «Der Vorkoster» oder für RTL «Helena Fürst – Anwältin der Armen». Das sind alles journalistische Projekte, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scripted_Reality">Scripted Reality</a> machen wir keine [<a href="http://www.solistv.de/projekte.php">Hier eine Übersicht der Projekte</a>].</p>
<p><strong>Deine Investitionen sind aber auch sonst vielfältig: Du bist Verwaltungsratspräsident der Radio1 AG und im Verlag Kein &#038; Aber, dazu beteiligt an der Medizinfirma Qvanteq AG.</strong><br />
Qvanteq ist ein Startup im Medizinbereich, ich wollte hier jungen Unternehmern finanziell unter die Arme greifen. Kein &#038; Aber ist nach Diogenes der zweitgrösste Schweizer Belletristikverlag. Es macht mir grossen Spass, dort aktiv beteiligt zu sein. Peter Haag ist ein sehr erfolgreicher Verleger, der für den grossen Ruf von Kein &#038; Aber gerade auch in Deutschland gesorgt hat.</p>
<p><strong>1997 sagtest Du dem «Klartext»: «Ich bin ein Internet-Pionier, indem ich als einziger im Internet überhaupt nichts mache.» Ist das immer noch so?</strong><br />
Ich bin nicht in die Investitionsfalle im Jahr 2001 getreten, weil ich schlicht und einfach die Geschäftsmodelle nicht verstanden habe. Viele, die damals investiert haben, verstehen sie ja heute noch nicht. Ich möchte nur in Projekte investieren, die ich verstehe.</p>
<p><strong>Und darum hältst Du Dich konsequent fern vom Internet?</strong><br />
Wirtschaftlich gesehen hat Radio1 relativ wenige kommerzielle Möglichkeiten im Internet. Aber die nutzen wir konsequent. Bei Kein &#038; Aber ist das anders, wir verkaufen E-Books und Apps. Für Bücher ist das Internet die Zukunft.<br />
Als Konsument ist das Netz eine meiner Hauptinformationsquellen. Ich war jetzt zwei Wochen in Sardinien und verfügte während zwei Wochen nur über Internet. Als ich zurückkehrte, dachte ich: Wenn ich nochmals zwei Wochen geblieben wäre, dann hätte ich es wohl aufgegeben, Zeitungen zu lesen. Zeitungen haben ein Riesenproblem! Bei mir handelt es sich nicht nur um einen, der mit Zeitungen sozialisiert wurde, nein, ich bin ein Zeitungsfreak! Ich kann mich erinnern, wie ich meiner heutigen Frau nach der ersten gemeinsamen Nacht sagte: «Du, das gibt es jetzt wohl nur einmal, dass ich am Morgen keine Zeitung lese. Die lese ich sonst immer zuerst.» Seit einiger Zeit lese ich sogar die «Sunday Times» aus England, weil ich die im Vergleich zu unseren vier Schweizer Sonntagszeitungen, die bei mir im Briefkasten liegen, herausragend finde. Die liefert mir echten «additional value» mit viel und ausführlichem Lesestoff. Und die «New York Times» konsumiere ich täglich auf dem iPad. Heute kann sogar ich mir vorstellen, den Zeitungen einmal untreu zu werden.</p>
<p><strong>Du hattest in Deiner Karriere eine Reihe von Erzfeinden: Armin Walpen, Peter Schellenberg, Hanspeter Lebrument, Frank A. Meyer, Kurt W. Zimmermann, Jürg Wildberger. Aber eigentlich bist Du nicht lange nachtragend, oder?</strong><br />
Nein, mit einigen von Ihnen habe ich wieder Kontakt, das waren halt Interessenskonflikte. Mit den meisten bin ich heute im Reinen, einige sind abgetreten von der Bühne, aber ich beschäftige mich jetzt auch nicht mit ihnen.</p>
<p><strong>Was muss an den aktuellen Schweizer Mediengesetzen geändert werden?</strong><br />
Alle Chancen sind verpasst worden. Das Radio- und Fernsehgesetz hätte man vor 15 Jahren ändern müssen. Moritz Leuenberger hat das verhindert, weil er eben ein Etatist ist. Es ist schade, dass die Schweiz als einziges Land nur ein einziges grosses Informationsfernsehen hat.</p>
<p><strong>Du hast mal erzählt, man könne es kaum glauben, aber Du seist ein eher introvertierter, stiller Jugendlicher gewesen.</strong><br />
Bei meiner ersten Arbeitsstelle wurde ein graphologisches Gutachten gemacht, und dort ist herausgekommen, dass ich äusserst introvertiert sei. Vielleicht bin ich ein verkappter Introvertierter, der das verstecken muss, in dem er sich extrovertiert gibt (lacht). Doch ja, ich habe eine introvertierte, eine stille Seite.</p>
<p><strong>Mit der Gründung von Radio24 hast Du ziemlich früh, mit 34, einen Karrierehöhepunkt erreicht. Die Begeisterung damals ist kaum noch nachvollziehbar: Innerhalb von fünf Tagen wurden 212.000 Unterschriften für Radio24 gesammelt, Du wurdest gefeiert mit «Roschee, Roschee»-Rufen, was Du zurückgewiesen hast, es gehe um die Sache, nicht um Dich (<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b6b4990f-5646-4eeb-a7e1-6afbc728821f">Video</a>, ab 37:45 Minuten). Radio DRS kam darauf erstmals auf die Idee, rund um die Uhr zu senden, das Monopol war Geschichte.</strong><br />
Wenn ich mir die heutigen 34-Jährigen ansehe: Ich muss damals eine grosse Unbekümmertheit gehabt haben – die ich sicher nicht mehr besitze. Die Chance, dass ich mit Radio24 nach drei Schliessungen erfolgreich sein würde, lag wohl weit unter einem Prozent. Doch verschiedene Umstände haben dazu geführt, dass es trotzdem geklappt hat, es war fast wie ein Märchen.</p>
<p><strong>Der Erfolg muss Dich doch auch selbst überrascht haben.</strong><br />
Total, aber wenn man mittendrin steckt, sieht man das nicht, das erkennt man erst hinterher. Wenn alle Journalisten und alle Mitarbeiter gesagt haben, nun ist alles vorbei, dann hat mich das genau 30 Sekunden lang lahm gelegt. Und dann suchte ich die eine Chance, die Geschichte doch noch zu drehen. Aber ohne Glück geht es nicht, Leistung und Einsatz genügen nicht. Ich sehe mich als glücklichen und zufriedenen Menschen: Ich habe so viel mehr erreicht, als ich mir jemals vorgestellt habe. Und ich habe mich nie verkauft, nie das Lager gewechselt, bin mir immer treu geblieben.</p>
<p><strong>Reden wir über Religion: Ich habe lange nicht gewusst, dass Du jüdischer Herkunft bist. Aber eigentlich bist Du Buddhist?</strong><br />
Das ist kein Gegensatz, denn ich sehe Buddhismus nicht als Religion, sondern als Philosophie. Ich war vor kurzem nach längerem Unterbruch wieder in einem buddhistischen Meditationsseminar. Mit den Techniken, die dort angewendet werden, komme ich auf eine Art und Weise an mich heran, die eine neue Dimension zu mir selbst eröffnet. Ich muss das nicht immer praktizieren, aber ich bin froh, dass ich weiss, dass es das gibt.<br />
Meine jüdischen Wurzeln sind da und bleiben da. Mein Vater vermittelte mir eine Grundethik des Helfens, er wollte selbst Arzt werden, aber das war finanziell nicht zu machen. Dann hoffte er, dass ich Arzt werde, nun ist meine ältere Tochter Ärztin geworden, was mich beglückt. Ich versuche auch immer, auf der Seite der Schwächeren zu stehen. Religion ist für mich eher Teil der Kultur, der Traditionen. Meine 15-jährige Tochter hat zu meiner Überraschung ein grosses Interesse für jüdische Fragen entwickelt. Durch sie bin ich mit dieser Kultur wieder vermehrt in Kontakt gekommen.</p>
<p><strong>Ich habe gelesen, Du schaust regelmässig US-Serien.</strong><br />
«The Newsroom» schaue ich derzeit religiously, da kommen Fragen über Journalismus auf, die ich mir auch selbst stelle: Ist es das Konzept, das die Quote treibt oder bestimmen Quoten die Inhalte? Wie weit muss man gehen? Wo muss man Kompromisse machen? Das interessiert mich unglaublich. Ich schaue aber auch gerne andere spannende Serien von «Breaking Bad» über «Mad Men» bis zu «The Wire», «Sopranos», «West Wing» und selbst «Big Love», wo es um Polygamie in Utah geht.</p>
<p><strong>Warum ist aus Dir eigentlich nie ein Late-Night-Host geworden?</strong><br />
Klassische Late-Night ist ja Unterhaltung, und ich sehe mich mehr als Journalist. Ich glaube nicht, dass ich das könnte.</p>
<p><strong>Du hast mal an der Seite von Timo Konietzka auf «Tele Züri» das Bundesligaspiel Borussia Dortmund gegen Bayern München kommentiert. Bist Du ein guter Fussballreporter?</strong><br />
Nein, natürlich nicht. Aber das war ein Jugendtraum, den ich mir erfüllt habe: Zuerst wollte ich wie so viele andere Nationalspieler werden, dann Fussballreporter, letzteres hat dann kurzzeitig geklappt. Als Sat.1 die Champions-League-Rechte inne hatte, durfte ich als Schweizer jeweils entscheiden, welches Spiel pro Spieltag die Deutschen sehen dürfen. Das war eine Machtposition, die ich genossen habe, und dies in einem Bereich, den ich liebe und in dem ich mich kompetent fühlte. Ich bin ja ein grosser Fussballfan.</p>
<p><strong>Man könnte sagen, Du bist ein journalistisches Allroundtalent. Gibt es auch Disziplinen im Journalismus, die Du nicht beherrschst, an denen Du gescheitert bist?</strong><br />
Ich schreibe zwar ganz gut, aber ich bin keine Edelfeder. Immerhin habe ich sieben Bücher geschrieben, fast alle Bestseller. Eher stolz bin ich, dass ich mit 67 noch selbst Radiosendungen fahre, was technisch ziemlich anspruchsvoll geworden ist und wo auch Jüngere kapitulieren. Auch bei «Schawinski» muss ich ja einen Teil der Technik selbst bedienen. Das ist zusammen mit der Präsenz im Gespräch Gehirnjogging vom Feinsten und ich mache das, solange es keine grösseren Ausfälle gibt. Was ich sicher nicht kann, ist Literatur: Ich habe zwar schon versucht, Drehbücher zu schreiben und deswegen in Los Angeles sogar einen Kurs besucht, doch zu meinem Leidwesen ist es dann bei Fingerübungen geblieben.</p>
<p><strong>Was Du allerdings sehr gut kannst, ist einen Input unglaublich schnell aufnehmen, ihn verarbeiten und beantworten. Ist das ein Talent? Oder kann man das lernen?</strong><br />
Ja, ich glaube, es ist ein Talent von mir, Fakten zu behalten und sie im richtigen Moment präsent zu haben. Alles präsent zu haben, ist die Quintessenz einer Sendung wie «Schawinski».</p>
<p><small>Das Gespräch mit Roger Schawinski wurde am 28. August 2012 in Zürich geführt. Die Sendung mit Gerhard Blocher erreichte 137.000 Zuschauer und 21,5 Prozent Marktanteil.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/03/ich-habe-so-viel-mehr-erreicht-als-ich-mir-jemals-vorgestellt-habe/">«Ich habe so viel mehr erreicht, als ich mir jemals vorgestellt habe»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>…und wo sollen die alle arbeiten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 13:20:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt viele Journalistenschulen in der Schweiz, die theoretische Grundlagen ausbilden. Das Problem: Die Schüler treffen auf völlig andere Realitäten in den Redaktionen. Erfolgreiche Journalisten werden in der täglichen Praxis und in der Zusammenarbeit mit Vorbildern erzeugt. Während journalistisch arbeitende Medien die letzten Jahre in finanzielle Bedrängnis gekommen sind, Leistungen abbauen mussten und es überhaupt <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/15/und-wo-sollen-die-alle-arbeiten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Journalistenschulen in der Schweiz, die theoretische Grundlagen ausbilden. Das Problem: Die Schüler treffen auf völlig andere Realitäten in den Redaktionen. Erfolgreiche Journalisten werden in der täglichen Praxis und in der Zusammenarbeit mit Vorbildern erzeugt.<br />
<span id="more-28956"></span><br />
Während journalistisch arbeitende Medien die letzten Jahre in finanzielle Bedrängnis gekommen sind, Leistungen abbauen mussten und es überhaupt ständig weniger rein journalistische Arbeitsplätze gibt, werden immer mehr Journalisten ausgebildet​. Junge, teilweise orientierungslose Menschen, die «etwas mit Medien» machen wollen, bilden eine Nachfrage, die Journalistenschulen mit einem Angebot befriedigen  &#8211; <a href="http://www.linguistik.zhaw.ch/de/linguistik/iam/studium/bachelorstudium-journalismus-organisationskommunikation-jo/kosten.html">hier etwa der Kostenkatalog des IAM</a>. Auch das Publizistikstudium ist seit vielen Jahren ein Renner unter Studenten.</p>
<p>Wir haben dazu bei den Journalistenschulen nachgefragt, wie viele Absolventen sie denn durchschnittlich in den letzten Jahren ausgebildet haben. Genaue Zahlen konnten die <a href="http://www.ringier.ch/index.cfm?rub=718">Ringier-Journalistenschule</a> und das <a href="http://maz.ch/">MAZ</a> liefern, ungefähre Schätzungen erhalten haben wir von der <a href="http://www.medienkurse.ch/">Medienschule Nordwestschweiz</a> (MNS), dem <a href="http://www.linguistik.zhaw.ch/de/linguistik/iam.html">Institut für Angewandte Medienwissenschaft</a> (IAM) und der <a href="http://www.sal.ch/">Schule für angewandte Linguistik</a> (SAL). Zusammengezählt ergibt sich trotzdem ein klares Bild, siehe unsere Grafik hier:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/Absolventen-journalistischer-Ausbildungen-an-fünf-Schweizer-Journalistenschulen-Grafik-Ronnie-Grob-medienwoche.jpg" alt="Absolventen journalistischer Ausbildungen an fünf Schweizer Journalistenschulen - Grafik: Ronnie Grob, medienwoche.ch" title="Absolventen journalistischer Ausbildungen an fünf Schweizer Journalistenschulen - Grafik: Ronnie Grob, medienwoche.ch" width="460" height="306" class="alignnone size-full wp-image-5939" /></p>
<p>Praxisorientierte Studiengänge bieten auch Hochschulen an, zum Beispiel die Abteilung <a href="http://www.unifr.ch/mukw/mukw07/index.php?page=hauptfach-90-ects">Medien- und Kommunikationswissenschaft der Uni Fribourg</a>.</p>
<p>Nicht wenige Lehrer an den Journalistenschulen (auch den sogenannt praxisbezogenen) dozieren aus einer Zeit und für eine Zeit, die vorbei ist. Von den Möglichkeiten des Onlinejournalismus, von Links und sozialen Netzwerken haben viele oft keine blasse Ahnung. Journalistenschüler beklagen, in dieser Hinsicht <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/01/das-frischfleisch-bilanziert/">nichts gelernt zu haben</a>, zum Beispiel Moritz Kaufmann, inzwischen Mitarbeiter der «Basellandschaftlichen Zeitung»: «Ich hätte gerne gelernt, wie man Infografiken programmiert und Websites bearbeitet.»</p>
<p>Es ist eine untergegangene Zeit, in der die gedruckte «New York Times» das leuchtendste Vorbild am Horizont, der Pulitzer-Preis das höchste Ziel, Diskussionen über die Abgrenzung verschiedener Textformen die schönste Theorie sind. Aus theoretischen und historischen Gründen ist es sicher nicht falsch, das mal zu hören. Für die zeitgenössische journalistische Praxis kann das aber nur etwa jeder zehnte oder hundertste Abgänger gebrauchen.</p>
<p>In der Newsnetz-Online-Redaktion zum Beispiel muss ein Neuling schon recht bald mal <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">zwei oder drei Storys täglich</a> raushauen. Journalismus ist da nicht das Ziel der Arbeit, sondern vielmehr das Mittel zum Erreichen der Klickperformance, mit der die Werbegelder stehen und fallen. Recherchen zu betreiben, aus denen vielleicht nichts wird, liegt nicht drin &#8211; dafür ist der Tag zu kurz (das gilt auch für viele Zeitungen). Abwehren muss der Neujournalist zudem das Bombardement der PR-Leute, die den Auftrag haben, ihn zu vereinnahmen. Einfach ist das nicht, hat er doch mit einigen von ihnen, zum Beispiel an der ZHAW, noch vor Kurzem freundschaftlich die Schulbank geteilt. Wie verschlungen die Zusammenarbeit zwischen Werbung und Journalismus in den Schweizer Medien sein kann, auch, vielleicht vor allem auf Chefredaktor-Ebene, hat Lukas Egli kürzlich in seiner <a href="http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/27071760">Gripen-Werbung-Story</a> aufgezeigt.</p>
<p>Doch Schulen und Lehrgänge hin oder her &#8211; die Praxis scheint immer noch die allerbeste Journalistenschule überhaupt zu sein. Denn wenn es darum geht, anhand von bekannten Journalisten eine Liste zu erstellen, welche Ausbildung denn nun die erfolgreichste ist, dann ragt ganz klar ein Name obenaus: Roger Schawinski.</p>
<p>Hier eine sicher unvollständige Liste von durchaus wohlbekannten Schülern der Schule Schawinski: Matthias Ackeret, Markus Gilli, Eva Wannenmacher, Hugo Bigi, Reto Brennwald, Frank Baumann, Katja Stauber, Florian Inhauser, Urs Leuthard, Röbi Koller, Ursi Spaltenstein, Dani Wyler, Daniela Lager, Nik Hartmann, Mario Torriani, Anna Maier, Nik Niethammer, Daniel Pünter, Claudio Zuccolini, Pascal Scherrer, Roman Kilchsperger, Jörg Kachelmann, Peter Wick, Marc Giriet, Daniel Ammann, Andi Büchi.</p>
<p>Nicht nur viele Radio-1-Leute, auch ein guter Teil des journalistischen Personals des Schweizer Fernsehens sind Schüler der Praxisschule Schawinski &#8211;  man fragt man sich: wo sind die SRF-Vorbilder, welche Talente ziehen sie nach, welche Talente haben sie nachgezogen? Ist die Ausbildung bewusst ausgelagert an private Medienunternehmen?</p>
<p>Es ist Zeit, Schawinski öffentlich zu danken. Seine erfolgreiche Arbeit in der Ausbildung hat er auf eigenes Risiko durchgeführt &#8211; und das ohne Studiengebühren oder Subventionen zu kassieren. Wenn auch nicht in Worten, so ist das in Taten bereits geschehen &#8211; die Montagabendsendung &#8222;Schawinski&#8220; wurde exakt auf seine Bedürfnisse zugeschnitten.</p>
<p>Dank im Namen des Schweizer Journalismus gebührt auch allen anderen, die jungen Talenten den Mut mitgegeben haben, etwas zu wagen und sie ab und zu auf den richtigen Weg zurückgeschubst haben. Für unerfahrene Journalisten ist es ein Glück, wenn sie mit den / für die Herausragenden der Branche arbeiten dürfen. Für ihre journalistische Laufbahn profitieren sie dadurch offenbar mehr als von jeder Schule.</p>
<p><strong>Nachtrag, 16. Januar 2012:</strong> Im Konzessionsgesuch<br />
für Radio 1 sind Radio- und Fernsehmitarbeiter aufgelistet, die Roger Schawinski seit 1979 ausgebildet hat:</p>
<p><a href='https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/12/Schüler-von-Roger-Schawinski.pdf'>Schüler von Roger Schawinski</a> (PDF-Datei)</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/15/und-wo-sollen-die-alle-arbeiten/">…und wo sollen die alle arbeiten?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Schaüinski?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 15:59:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Hummler]]></category>
		<category><![CDATA[Radio 1]]></category>
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		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schaüinski – Sie haben richtig gelesen. Das W in Schawis Namenszug – der ist auch gleich Titel und Marke der neuen Talksendung auf SF – ist als Einschaltknopf eines Apple-Computers gestaltet und nimmt optisch die erwartete (hohe) Einschaltquote gleich vorweg. Was haben wir am Montagabend von Roger Schawinski zu erwarten? Bereits im Vorfeld haben sich <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/19/schauinski/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Schawinski_logo.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> Schaüinski – Sie haben richtig gelesen. Das W in Schawis Namenszug – der ist auch gleich Titel und Marke der neuen Talksendung auf SF – ist als Einschaltknopf eines Apple-Computers gestaltet und nimmt optisch die erwartete (hohe) Einschaltquote gleich vorweg. Was haben wir am Montagabend von Roger Schawinski zu erwarten?<br />
<span id="more-28906"></span><br />
Bereits im Vorfeld haben sich Medienkritiker und -kritikerinnen zahlreich über den neuen Schawi auf SF ausgelassen und über seinen ersten Gast, den (laut Einschätzung Schawinskis bedeutendsten Schweizer) Privatbanker Konrad Hummler (er hält zwischen 10 und 20 Prozent an der Bank Wegelin &#038; Co.), der auch VR-Präsident der Neuen Zürcher Zeitung ist. Zu Recht wurde gefragt, warum Schawinski mit einem Mann quasi aus der zweiten Reihe die laut SF «brisanteste Talksendung der Schweiz» eröffnet. Denn Hummler tritt kaum in den Medien auf, jedenfalls nicht zur Primetime. Dem Mastertalker gilt er deshalb als ein noch «unverbrauchtes» Gesicht. Doch gerade das würden wir ja vom neuen «Roschee National» erwarten, dass er vor dem breiten Publikum gerade jenen verbrauchten Gesichtern, den Blochers, Mörgelis, Pellis, Levrats, Widmer-Schlumpfs und Sommarugas neue und überraschende Gesichtsverrenkungen entlocken würde. Vielleicht ist das auch zuviel erwartet und das Attribut «brisanteste Talksendung der Schweiz» ist eher als Vorwarnung zu verstehen.</p>
<p>Sicher ist, dass sich die meisten seiner potentiellen Gesprächspartner und -partnerinnen bereits zuhauf in den Archiven finden, die jüngeren Interviews als Podcasts auf der Website seines eigenen Radio 1. Dort kann man auch voraushören, was uns am kommenden Montag erwartet, wenn sich Schawinski – diesmal vor grossem Publikum und nicht nur vor seinen Radio 1 Fans – mit seiner standardisierten Eröffnungsfrage an seinen Gast wenden wird: «Konrad Hummler – wer sind Sie?» Das Interview mit Hummler führte er Ende Mai 2011. Seither hat sich vor allem die Währungskrise verschärft, ansonsten dürfte er dem umstrittenen Privatbanker, bis heute ein Verfechter von Fluchtgeldern, wie er im Talk gesteht, auf SF nicht viel Neues entlocken.</p>
<p>Ob sich der unzimperliche Schawinski auf der nationalen Bühne im Vergleich zu seinem eigenen Zürcher Format Doppelpunkt zügelt und etwas schonender mit seinem Gegenüber umgeht? Auf Radio 1 jedenfalls ging es ziemlich zur Sache, obwohl sich Hummler durch Schawinskis fahrig hingeschleuderte Unterbrechungen nicht aus dem Konzept bringen liess. Sollte das Experiment schiefgehen, den jahrzehntelangen Kritiker gegen das öffentliche Schweizer Fernsehen daselbst mit einer eigenen Talksendung einzubinden, gibt es immer noch den legendären Apple-Einschaltknopf. Mit dem kann man nämlich auch abschalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/19/schauinski/">Schaüinski?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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