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	<title>Radio DRS | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Radionachrichten: Ab 12 Uhr 30 soll man schweigen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/07/ab-12-uhr-30-soll-man-schweigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2015 06:56:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Radio DRS]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
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		<category><![CDATA[Kurt Witschi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Nachrichten des Schweizer Radios sind für die ältere Generation ein Fixpunkt im Alltag. Der ehemalige Redaktor Kurt Witschi erinnert in einem Buch an die Geschichte der Bulletins für die Nation.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nachrichten des Schweizer Radios sind für die ältere Generation ein Fixpunkt im Alltag. Der ehemalige Redaktor Kurt Witschi erinnert in einem Buch an die Geschichte der Bulletins für die Nation.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/07/ab-12-uhr-30-soll-man-schweigen/">Radionachrichten: Ab 12 Uhr 30 soll man schweigen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Toter Bundesrat, falscher Pilot</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/08/toter-bundesrat-falscher-pilot/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Leuzinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2012 11:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Agentur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Blindtext, der stehenbleibt, eine Seite, die irrtümlich in den Druck geht, ein falscher Text, den der Moderator abliest oder eine kleine Unaufmerksamkeit einer Redaktorin – Fehler sind in der Hektik des Nachrichtengeschäfts schnell passiert und können weitreichende Folgen haben. Wir präsentieren einige besonders schöne Trouvaillen aus dem Pannenkabinett der Schweizer Mediengeschichte. Wer am 13. <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/08/toter-bundesrat-falscher-pilot/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Blindtext, der stehenbleibt, eine Seite, die irrtümlich in den Druck geht, ein falscher Text, den der Moderator abliest oder eine kleine Unaufmerksamkeit einer Redaktorin – Fehler sind in der Hektik des Nachrichtengeschäfts schnell passiert und können weitreichende Folgen haben. Wir präsentieren einige besonders schöne Trouvaillen aus dem Pannenkabinett der Schweizer Mediengeschichte.</strong></p>
<p>Wer am 13. Mai 1997 die Aargauer Zeitung in der Hand hielt, staunte nicht schlecht: Auf der Frontseite prangte neben der Titelgeschichte («Der Aargau soll Familienzulagen nachzahlen») ein Kommentar, der reichlich wirr daherkam. Da stand über fünfzig Zeilen nichts anderes zu lesen als: «Es bömbelet so schön, wenn der AZ&#8217;s Bömben bömbelen.» Betitelt war der Text mit «Arbeitsklima und überhaupt», als Autor war ein gewisser Wütold Bömbli aus Bombay aufgeführt.</p>
<p>Heute lacht Christoph Bopp, wenn er auf die peinliche Panne angesprochen wird. Er war damals Chef der Abschlussredaktion und hat den Fauxpas noch in bester Erinnerung. Der Redaktor, der den Kommentar schreiben sollte, habe sich damit bis kurz vor Redaktionsschluss Zeit gelassen, erinnert sich Bopp. Seine Kollegin schickte die Frontseite schon einmal ans Korrektorat, damit es die anderen Artikel unter die Lupe nehmen konnte – und füllte mit dem verhängnisvollen Blindtext die noch leere Kommentarspalte. Irgendwie sei die falsche Seite dann in den Druck gegangen. Die Redaktion bemerkte den Fehler am nächsten Tag zunächst gar nicht, denn die Frontseite mit dem Bömbeli-Kommentar hatte es nur in die Postausgabe geschafft. «Auf der Redaktion waren alle Zeitungen in Ordnung.»</p>
<p>Die Aargauer Zeitung musste einigen Spott über sich ergehen lassen. Bopp kann dem absurden Inhalt des Kommentars aber auch Positives abgewinnen: «Das Vergnügen der Leserschaft war grösser, als wenn wir den Platz mit einem unverständlichen Pseudo-Latein gefüllt hätten.» Konsequenzen hatte die Panne trotzdem: Der AZ-Redaktion wurde ein strenges Blindtext-Verbot auferlegt.</p>
<p>Weniger witzig war eine Panne der (inzwischen geschlossenen) <a href="http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D43156.php" target="_blank" rel="noopener">Nachrichtenagentur SPK </a>Anfang der 1990er Jahre. Damals gab es noch drei Nachrichtenagenturen in der Schweiz, die in einem harten Konkurrenzkampf standen. Kein Wunder, wollte die diensthabende Redaktorin möglichst schnell sein, als eines Abends ein Mann auf der SPK-Redaktion anrief und berichtete, alt Bundesrat Kurt Furgler sei gestorben. Später stellte sich heraus, dass der Anrufer – offenbar ein Feind Furglers – die Meldung bewusst verbreitet hatte, um dem ehemaligen Magistraten eins auszuwischen. Die Redaktorin, die alleine im Büro sass, liess sich narren und versandte eine Meldung mit Furglers Tod. Eine Bestätigung durch eine verlässliche Quelle holte sie nicht ein.</p>
<p>Der damalige SPK-Redaktionsleiter Ruedi Estermann erinnert sich noch gut daran, wie ihn die Redaktorin anrief und berichtete, was passiert war. Estermann reagierte sofort: Von zu Hause aus habe er eine Notiz an die Kunden der Agentur verschickt und die Meldung zurückgezogen, erzählt er. Doch der Schaden war angerichtet: Der Regionalsender Radio Aktuell hatte die Meldung bereits übernommen. Der quicklebendige Kurt Furgler soll zu Hause vor dem Radiogerät gesessen haben, wo er überrascht vom eigenen Tod erfuhr.</p>
<p>Trösten konnte sich die SPK damit, dass sie mit dieser peinlichen Panne in guter Gesellschaft war. Knapp dreissig Jahre vorher hatte der «Blick» sogar einmal den Papst sterben lassen. Am 1. Juni 1963 titelte das Blatt: «Ein grosser Papst ist gestorben». Darunter wurden lebensnah die Umstände des Hinschieds von Johannes XXIII. geschildert. Dumm nur: Der Betrauerte lebte noch.</p>
<p>Eigentlich hatte der «Blick» alles richtig gemacht: Johannes XXIII. lag am Abend des 31. Mai schwerkrank im Sterben, und so bereitete die Redaktion vorsorglich eine zweite Version der Frontseite vor, die dann in den Druck gehen sollte, falls die Nachricht vom Tod des Papstes eintreffen würde. Weil das nicht passierte, begann die Druckerei die «richtige» Ausgabe zu drucken. Dann aber wechselte der Rotationsmaschinenmeister «aus einem unverständlichen Eifer heraus» die Druckplatte aus, wie die Druckerei später erklärte. So gelangte die Schlagzeile über den Tod des Papstes in den Druck.</p>
<p>Der Lapsus war doppelt katastrophal: Die Falschmeldung erschien nämlich am Pfingstsamstag, was gleichzeitig bedeutete, dass der «Blick» den Fehler erst drei Tage später korrigieren konnte (den Sonntagsblick gab es damals noch nicht). Immerhin war der Papst bis dahin tatsächlich gestorben, sodass das Blatt die eigene Schlagzeile gleich wiederverwerten konnte. Es war wohl das einzige Mal in der Schweizer Mediengeschichte, dass eine Zeitung zwei Ausgaben in Folge den gleichen Titel auf der Frontseite hatte.</p>
<p>Nicht nur bei Zeitungen kam es immer mal wieder zu Pannen. An einen folgenschweren journalistischen Schnitzer aus dem Jahr 1990 erinnert sich Roland Jeanneret, langjähriger Moderator bei Radio DRS: Im Nachtprogramm auf DRS 1 rief eines Nachts ein Hörer an, der sich als Swissair-Pilot vorstellte und aus seinem Berufsalltag erzählte. Der Moderator – ein Stagiaire – war von den Geschichten des Anrufers so begeistert, dass er ihn als Gast in eine seiner nachfolgenden Sendungen einlud. Auf die Idee, vorher die Identität des Mannes zu überprüfen, kam er nicht. Und so erschien der vermeintliche Flugkapitän einige Wochen später tatsächlich im Studio, erzählte während mehr als einer Stunde über seine Liebe zum Fliegen, von brenzligen Situationen während seiner Laufbahn und von dem immer stressigeren Arbeitsalltag bei der Swissair. Er beantwortete auch Hörerfragen, plauderte mit ihm über seine Arbeitskollegen («Kapitän Häberli? Jaja, den kenne ich.») und spekulierte über den Absturz einer Swissair-Maschine in Madeira, der sich kurze Zeit vorher ereignet hatte («Der Anflug auf diesen Flughafen ist natürlich schwierig»).</p>
<p>Dann jedoch meldete sich ein Hörer und äusserte Zweifel an der Identität des Gastes. Er erinnerte daran, dass das abgestürzte Flugzeug keine Maschine der Swissair war, und wies darauf hin, dass diverse Destinationen, über die der angebliche Pilot geredet hatte, von der Fluggesellschaft gar nicht angeflogen wurden. Wie sich herausstellte, war der angebliche Pilot ein dreister Hochstapler, der in seinem Leben noch nie in einem Cockpit gesessen hatte.</p>
<p>Der Schwindel hatte Folgen für Radio DRS: Die Swissair drohte mit einer Verleumdungsklage und verlangte eine Reihe von Gegendarstellungen sowie eine einstündige Berichtigungssendung, wie sich Jeanneret erinnert. Die Karriere des jungen Moderators bei Radio DRS fand jedoch ein jähes Ende.</p>
<p>Vor Pannen ist niemand gefeit. Tröstlich ist nur der Gedanke daran, dass man in den meisten Fällen irgendwann schmunzelnd daran zurückdenken wird. Und dass Andere in der Vergangenheit auch schon so manches Bömbeli platzen liessen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/08/toter-bundesrat-falscher-pilot/">Toter Bundesrat, falscher Pilot</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Lindenstrasse und Lückenfüller</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/04/25/lindenstrasse-und-lueckenfueller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 05:08:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der DRS-1-«Treffpunkt»: Moderator Dani Fohrler widmet sich mit Hilfe des Lindenstrassen-Fanclubs, einer Medienwissenschaftlerin, einem Drehbuchautor und drei Zuhörern zwei Stunden lang Fernsehserien, die auch DRS-1-Hörer interessieren könnten. Noch vor ein paar Jahrzehnten steckten Serien ganz tief in der Trashkiste. Wer etwas auf sich hielt, las ein Buch oder schaute sich Filme an, im Kino. Heute <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/25/lindenstrasse-und-lueckenfueller/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der DRS-1-«Treffpunkt»: Moderator Dani Fohrler widmet sich mit Hilfe des Lindenstrassen-Fanclubs, einer Medienwissenschaftlerin, einem Drehbuchautor und drei Zuhörern zwei Stunden lang Fernsehserien, die auch DRS-1-Hörer interessieren könnten.<br />
<span id="more-30467"></span><br />
Noch vor ein paar Jahrzehnten steckten Serien ganz tief in der Trashkiste. Wer etwas auf sich hielt, las ein Buch oder schaute sich Filme an, im Kino. Heute zeigt sich die Begeisterung des Publikums für Serien in den Einschaltquoten, den DVD-Verkäufen, den Up- und Downloads, den Tischgesprächen. Auch wenn sie in der medialen Rezeption kaum vorkommen. Die zweistündige «Treffpunkt»-Sendung zum Thema «Meine liebste Fernsehserie» versuchte herauszufinden, wer Serien schaut und warum.</p>
<p>Nachdem Moderator Dani Fohrler die Medienwissenschaftlerin Ursula Ganz-Blättler ein paar Mal Barbara Ganz-Blättler nennt, muss er kurz vor Ende der zweistündigen Sendung zwei dringende Verkehrsmeldungen verlesen. Und dann will er zu dem kommen, was er den «Höhepunkt» der Sendung nennt: Die Auswertung der <a href="http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/treffpunkt/2785.sh10220917.html">Online-Umfrage auf drs1.ch</a>, die eine Antwort auf die Frage «Welches ist Ihre liebste TV-Serie?» einfordert. Fohrler wundert sich, dass «Mein cooler Onkel Charlie», wie die US-Sitcom «Two and a Half Men» in hiesigen Programmen unpassenderweise heisst, beim DRS-1-Publikum auf Rang 3 abgeschnitten hat. Nun ja, es könnte an den drei oder vier Stimmen liegen, die ich trotz eingebauten Cookie-Schutz dafür abgeben konnte. «Gewonnen» hat die sinnlose Umfrage die ARD-Serie Lindenstrasse vor der ZDF-Serie «Ein Fall für zwei». Da half es auch nichts, dass der Serienmontag auf SF2 mit den ebenfalls zur Auswahl stehenden «Grey’s Anatomy» und «Dr. House» mehrfach positiv angesprochen wurde.</p>
<p>Die Umfrage nimmt viel Zeit ein, Fohrler spricht sie in den zwei Stunden mindestens fünf mal an. Vielleicht versteht er darunter die viel gepriesene Konvergenz zwischen Radio und Online. Doch eigentlich ist sie nicht mehr als ein Lückenfüller, wie auch die Marotte, vor jedem Musikstück anzukündigen, was nach dem Musikstück zu hören sein wird, «grad i wenige Augeblick». Diese Zeit könnte man genau so gut mit Musik füllen. Oder noch besser mit Inhalten.</p>
<p>Ein Sender wie Deutschlandfunk hat jedenfalls keine Mühe, sich einem Thema zwei Stunden lang nur mit Worten zu widmen. Dass man das dem gemeinen DRS-1-Hörer nicht zumuten mag, ist verständlich, aber Pseudoinhalte braucht auch der keine. Als Musik zwischen den Textbeiträgen läuft, was vor mehr als 20 Jahren mal hippe Musik auf DRS3 war und heute das Rauschen der sogenannten Evergreens. Nacheinander gespielt werden: Dexys Midnight Runners, Rod Stewart, Bryan Adams, F.R. David.</p>
<p>Dani Fohrler meistert seine Moderationsaufgabe aber sehr gut. Er ist engagiert, fast schon aufgedreht und bringt tatsächlich Schwung in die Sendung. Etwas mühsam ist, wie er mit den Fans der Lindenstrasse, die einen guten Teil der Sendung einnimmt, umgeht. Markus Rickli und Barbara Knoch, zwei Mitglieder aus einem Fanclub zur deutschen Serie (<a href="http://listra-fanclub.ch">listra-fanclub.ch</a>), werden von ihm mehrfach darauf hingewiesen, was es doch für ein Highlight gewesen sein muss, als sie in Köln den Stars der Sendung nahe sein konnten &#8211; was die beiden bedeutend unaufgeregter sehen. Die fahren nämlich alle paar Jahre mal nach Köln. Barbara Knoch fand es zwar schön, die Schauspieler zu sehen und von «Mutter Beimer» <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marie-Luise_Marjan">Marie-Luise Marjan</a> manchen Schwank aus ihrem Leben erzählt zu kriegen. Allerdings war sie auch etwas enttäuscht, «weil alles sehr klein ist, weil alles nur Attrappe ist und weil so viele Scheinwerfer da sind».</p>
<p>Weiter zu Wort kommt Michael Meisheit, der seit 15 Jahren Lindenstrasse-Drehbücher schreibt («Wir entwickeln das Drehbuch meist ein, eineinhalb Jahre im Voraus»), Werner Messmer, der für SRF Serien einkauft («Das ein Teamwork von Redaktoren und der Programmleitung, ein aufwändiger Aushandlungsprozess, die oberste Geschäftsleitung redet auch ein Wörtchen mit») und eben Ursula Ganz-Blättler, Dozentin für Medienwissenschaft an der Uni St. Gallen («Etwas wie Dexter hätte es vor 20 bis 30 Jahren nicht gegeben»).</p>
<p>Während man sich die Online-Umfrage hätte sparen müssen, ist der Einbezug des Publikums zu Beginn der Sendung ein Gewinn. Drei Hörer sind live in der Sendung: Eine gesteht, wie sie «Wege zum Glück» fast in die Sucht getrieben habe und wie sie sonnige Tage drinnen verbrachte und sich vorzeitig von ihrem Jass-Chränzli verabschiedete, um keine Folge zu verpassen &#8211; nun will sie keine neue Serie mehr anfangen. Ein anderer Hörer hat seit «Dallas» und «Denver-Clan» nichts mehr richtig gepackt. Und für einen weiteren wird Lindenstrasse zu einer ungünstigen Zeit gesendet, weil dann nämlich das Abendessen stattfindet.</p>
<p><small><a href="http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/top/treffpunkt/2785.sh10220917.html">«Meine liebste Fernsehserie»</a> vom 24. April 2012, 9 bis 11 Uhr, Radio DRS1.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/25/lindenstrasse-und-lueckenfueller/">Lindenstrasse und Lückenfüller</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wir erweisen uns die Referenz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/14/wir-erweisen-uns-die-referenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 07:25:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF verweist allzu gerne auf eigene Angebote und verschwendet so Sendezeit mit penetranter Eigenwerbung. Die wachsende Selbstreferenzialität kostet zwar nichts, bringt dem Zuschauer aber auch keinen echten Mehrwert. Das öffentliche Radio und Fernsehen wird von Gebühren finanziert, damit der Konsument mit Informationen versorgt wird, die er von privater Seite so <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/14/wir-erweisen-uns-die-referenz/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/14/wir-erweisen-uns-die-referenz/">Wir erweisen uns die Referenz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF verweist allzu gerne auf eigene Angebote und verschwendet so Sendezeit mit penetranter Eigenwerbung. Die wachsende Selbstreferenzialität kostet zwar nichts, bringt dem Zuschauer aber auch keinen echten Mehrwert.<br />
<span id="more-28892"></span><br />
Das öffentliche Radio und Fernsehen wird von Gebühren finanziert, damit der Konsument mit Informationen versorgt wird, die er von privater Seite so nicht erhalten würde. Der <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/784_40/a24.html">Programmauftrag der SRG</a> (Artikel 24 im Bundesgesetz über Radio und Fernsehen) führt vier Punkte auf: freie Meinungsbildung des Publikums, Stärkung der kulturellen Werte des Landes, Bildung des Publikums, Unterhaltung.</p>
<p>Man kann nun einwenden, dass dümmliche Unterhaltungssendungen, Boulevardmagazine und Reisesendungen, in denen SF-Mitarbeiter ihre alten Kollegen besuchen, zu keiner dieser Kategorien gehören. Aber das ist eine Frage der Einschätzung.</p>
<p>Keine Frage der Einschätzung ist die Anhäufung von Selbstreferenzialität. Nicht in Form einer selbstkritischen Auseinandersetzung (was zu begrüssen wäre), sondern in Form von penetranten Hinweisen auf das eigene Programm. Beispiele gefällig?</p>
<p><strong>1. Zwangstrailer online:</strong><br />
Ein konstantes Ärgernis sind die Clips im <a href="http://www.videoportal.sf.tv/">Videoportal auf sf.tv</a>. Ein Konsument, der einen Clip anwählt, wird fast immer dazu gezwungen, sich zuerst einen Trailer anzusehen, der auf irgendeine andere Sendung hinweist, von der er gar nichts wissen möchte und den er weder wegklicken noch beschleunigen kann. In der Werbeindustrie sind solche vorgeschalteten Einspieler als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Online_Video_Advertising#Video-Ads">Pre-Rolls</a> bekannt. Wie Martin Hitz schon <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/10/12/juerg-acklin-ist-nicht-pestalozzi/#comment-2994">2009</a> mutmasste, sollen die Zuseher so schon mal an potentiell in der Zukunft erlaubte Online-Werbung gewöhnt werden.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Der Konsument möchte jenes Video, das er sich ausgewählt hat, ansehen. Und nicht eines, das ihm vor die Nase gesetzt wird. Wer sich ärgert, dass er von Erziehungsmassnahmen gegängelt wird, ist nicht in der Stimmung, sich für andere Sendungen zu begeistern.</p>
<p><strong>2. Verweise auf das Online-Angebot:</strong><br />
ARD und ZDF treiben es besonders bunt: Kaum eine Sendung, in der der Moderator nicht auf irgend ein Online-Angebot hinweist. Dafür räumen sogar Nachrichtenflaggschiffe wie die «Tagesschau» oder das «heute-journal» manchmal bis zu 30 Sekunden ihrer begrenzten Sendezeit ein.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Ein Grossteil des Fernsehpublikums, das sich im Schnitt dem Pensionsalter annähert, kann mit den ständigen Hinweisen auf das Online-Angebot sowieso nichts anfangen. Und die anderen entscheiden vielleicht auch gerne selbst, ob und wann sie eine Website besuchen. Eine unauffällige Einblendung der Website reicht als Service völlig aus.</p>
<p><strong>3. Verweise vom Radio auf das Fernsehen:</strong><br />
Richtig bunt trieb es am 8. Juli DRS1, wie <a href="http://www.kleinreport.ch/news/zweistuendiger-sf-1-programmtrailer-auf-drs-1-65809.html">«Klein Report» berichtet</a>. 120 Minuten lang wurde die Sendung «Treffpunkt» dazu missbraucht, Aufmerksamkeit zu schaffen für die Samstagabendshow «SF bi de Lüt &#8211; Live». Ein Programmtrailer von zwei Stunden Länge &#8211; dazu muss man erst mal den Mut haben.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Aufmerksamkeit, also Quote für die Samstagabendshow. Gut gemacht kann so eine Sendung den Zuhörer unterhalten. Crossmediale Promotion wird auch bei privaten Verlagen praktiziert (und auch dort von Publikum und Kritikern kritisch angesehen), aber wenn der «Tages-Anzeiger» zwei Seiten freischaufeln würde, um auf eine besondere Sendung von «Tele Züri» hinzuweisen, dann gäbe es einen Aufschrei. Zurecht.</p>
<p><strong>4. Interviews mit sich selbst:</strong><br />
Es finden sich immer mehr «Experten» aus den eigenen Reihen. Die Moderatorin befragt den Wirtschaftsredaktor, die Nachrichtensprecherin schaltet zum Korrespondenten oder eine der vielen über Jahrzehnte mit dem Haus verbundenen Stimmen wird angerufen: Peter Studer, Arnold Hottinger, you name it. Weitere Namen finden Sie <a href="http://journal21.ch/ueber-uns">bei journal21.ch</a>.</p>
<p><strong>Was bringt das?</strong> Gespräche innerhalb der Redaktion täuschen den Dialog meistens nur vor, tatsächlich handelt es sich um die Herausarbeitung einer Einschätzung im Frage-Antwort-Spiel. So können Meinungen portiert werden, ohne dass jemand das Gefühl erhält, mit einer Meinung belästigt zu werden. Das gilt natürlich nicht für alle Fälle, manchmal machen solche Gespräche durchaus Sinn.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Der neue Konvergenzriese SRF verhält sich immer mehr wie ein Unterhaltungskonzern, der sein Publikum mit Querverweisen von einem Medium ins andere, von einem Programm ins nächste weist. Mit dem kleinen Unterschied, dass trotz ständiger Werbung kein Ertrag erwirtschaftet werden muss.</p>
<p>Die Gebührengelder sind für das Programm da, nicht für ständige Hinweise auf das Programm. Was Private zur Optimierung ihrer Quote machen, geht bei öffentlich-rechtlichen Anstalten ganz klar an der gestellten Aufgabe vorbei, der Ermöglichung von Sendungen, die ohne Fremdfinanzierung nicht möglich wären. Niemand zahlt Gebühren, um von ständig wiederholten Trailern und von Selbstreferenzialität genervt zu werden. Der immer wiederkehrende Besuch in der Hotelanlage von Ex-Mitarbeiterin Jana Caniga ist Ärger genug.</p>
<p><small>Zum Titel <a href="http://www.blog.institut1.de/2009/reverenz-und-referenz/">als Erinnerung</a>:<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reverenz">Reverenz</a>: Ehrfurchtsbezeugung<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Referenz_%28Linguistik%29">Referenz</a>: Gegenstandsbeziehung</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/14/wir-erweisen-uns-die-referenz/">Wir erweisen uns die Referenz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Peinliche Folklore</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 15:54:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>«Chez les Welsch» hiess es bis am letzten Freitag während rund zwei Wochen auf DRS 3. Die angekündigte Entdeckung einer «unbekannten Welt» blieb jedoch aus. Hitparadenmoderator und wenig sensibler Vielschwätzer Nik Thomi und seine Begleiterin Carole blieben angesichts der spannenden Herausforderung erschreckend belanglos. Klischees und Sozialfolklore waren Thomi wie auch Produzent Stephan Lütolf wichtiger als <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/logo_welsch.jpg" alt="" width="120" height="136" /> «Chez les Welsch» hiess es bis am letzten Freitag während rund zwei Wochen auf DRS 3. Die angekündigte Entdeckung einer «unbekannten Welt» blieb jedoch aus. Hitparadenmoderator und wenig sensibler Vielschwätzer Nik Thomi und seine Begleiterin Carole blieben angesichts der spannenden Herausforderung erschreckend belanglos. Klischees und Sozialfolklore waren Thomi wie auch Produzent Stephan Lütolf wichtiger als das, was die Romands tatsächlich bewegt.<br />
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Wenn die SRG mit den beiden Wochen <a href="http://www.drs3.ch/www/de/drs3/themen/panorama/272008.chez-les-welsch.html" target="_blank">«Chez les Welsch»</a> dazu beitragen könne, dass sich die Eidgenossen besser kennenlernten, dann erfülle sich damit eine wichtige Aufgabe des Service Public, meinte SRG-Generaldirektor Roger de Weck in der <a href="http://www.drs3.ch/www/de/drs3/sendungen/focus/2655.sh10182617.html" target="_blank">Talksendung «Focus»</a> auf DRS 3 zum vielversprechenden Auftakt von «Chez les Welsch». Zwei Wochen später müsste De Weck zur Einsicht gelangt sein, dass sein Herzensanliegen bei diesem Versuch nicht erfüllt wurde, weil DRS 3 das Thema schlicht nicht ernst genommen hat.</p>
<p>Das Vorhaben war ehrgeizig und der Anspruch kein geringerer, als die «unbekannte Welt» jenseits des Röstigrabens zu «entdecken». Doch die unbekannte Welt entpuppte sich unter den zum Teil linkischen Aktionen von Hitparadenmoderator Thomi und seiner Begleiterin, einer nach Zürich emigrierten Romande, als die sattsam bekannte, die aus den ewig gestrigen Klischees besteht. Ob die Romands bereits um 11 Uhr vormittags zum Apéritif greifen, geriet zu einer zentralen Frage über Mentalitätsunterschiede, zu der sich etwa Michel Bron aus Chenaux, ein «kerniger Winzer» mit «Charakterkopf» äussern musste. Die Strassenumfrage <a href="http://www.drs3.ch/www/de/drs3/live-aus-lausanne/275708.280919.audioslideshow-sprechen-sie-deutsch.html" target="_blank">«Sprechen Sie Deutsch?»</a> in Lausannes Altstadt (in Oliver Pocher-Überrumpelungsmanier) gipfelte im Fazit, dass die Romands kein Deutsch und umgekehrt die Deutschschweizer auch kein Französisch können und ergo eine Pattsituation besteht.</p>
<p>Die meisten der Stationen (etwa der Besuch bei den Eltern von Thomis Begleiterin in Palézieux, beim Radiosender Couleur 3, an der Fête de la Cité Lausanne, beim Ostschweizer Daniel Meienberger, alias designierter Gemeindepräsident von Echichens oder die morgendlichen Liveschaltungen des Moderatorenduos aus einem Lausanner Café-Tabac) sind auf der DRS Website nachzulesen oder als Bilderstrecken mit Ton oder teilweise nichts sagenden und peinlichen Bildlegenden nachgestellt. Auch die Gestaltung der Site ist missglückt. Den Romand schlechthin hat der Zeichner nämlich als stoppelbärtigen Säufer dargestellt. Da kommt einem als Radiohörer (und Webuser) eine Realität entgegen, die man mühelos in beliebigen Souvenirläden an gut frequentierten Passagen entlang des Genfersees überprüfen kann. Da helfen De Wecks filigrane Analysen im Interview nicht darüber hinweg; auch nicht die erhellenden Exkurse von Historiker Georg Kreis, dem Leiter des Europainstitutes an der Uni Basel, noch die stellenweise bemerkenswerten Reportagen der Input-Redaktion über das Verhältnis von Romands und Deutschschweizern, die ebenfalls Bestandteil der beiden Wochen über die Westschweizer Terra incognita waren.</p>
<p>Das Westschweizer Fernsehen hat denn auch bereits nach wenigen Tagen die Aktion der Deutschschweizer Kollegen verrissen. Im Verlauf der verschiedenen Begegnungen seien die Sorgen der Romands kaum thematisiert und beispielsweise über das Phänomen des Wirtschaftsbooms sei nicht gesprochen worden. «Die moderne und aktive Romandie hat es immer noch schwer, den Röstigraben zu überwinden», lautet das <a href="http://www.tsr.ch/video/info/journal-19h30/3235490-une-equipe-de-la-radio-alemanique-est-a-lausanne-pour-partir-a-la-decouverte-des-suisses-romands.html#id=3235490" target="_blank">Fazit der TSR-Journalisten</a>.</p>
<p>Diesen Brückenschlag hat SRG-Generaldirektor de Weck dem öffentlichen Radio und Fernsehen der Schweiz ins Stammbuch geschrieben. «Die Weltsicht der beiden Kulturen ist unglaublich unterschiedlich. Wenn sie sich verstehen, dann nur dank dem Willen zum Zusammenleben und dank gescheiten Institutionen. Das ist einer der grossen Lebensinhalte von mir.» Wenn es de Weck ernst meint mit seinem Anliegen, dann dürfen Projekte in der Art von «Chez les Welsch» in Zukunft nicht mehr im Seichten versanden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/">Peinliche Folklore</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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