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	<title>Redaktion | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 26 Feb 2021 08:37:24 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ein Tag im neuen Newsroom der Freiburger Nachrichten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/26/ein-tag-im-neuen-newsroom-der-freiburger-nachrichten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2021 08:37:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Making-of]]></category>
		<category><![CDATA[Freiburger Nachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Freiburger Nachrichten sind mit einer brandneuen Website und Smartphone-App in den Februar gestartet. Die Abläufe für die Redaktion sind so komplett auf den Kopf gestellt worden. Wir nehmen Sie mit in unseren neuen Newsroom und erklären, wie die Zeitung entsteht und die Website sowie App gefüttert werden</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/26/ein-tag-im-neuen-newsroom-der-freiburger-nachrichten/">Ein Tag im neuen Newsroom der Freiburger Nachrichten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Freiburger Nachrichten sind mit einer brandneuen Website und Smartphone-App in den Februar gestartet. Die Abläufe für die Redaktion sind so komplett auf den Kopf gestellt worden. Wir nehmen Sie mit in unseren neuen Newsroom und erklären, wie die Zeitung entsteht und die Website sowie App gefüttert werden</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/26/ein-tag-im-neuen-newsroom-der-freiburger-nachrichten/">Ein Tag im neuen Newsroom der Freiburger Nachrichten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Wie werde ich erfolgreich auf LinkedIn?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/26/wie-werde-ich-erfolgreich-auf-linkedin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2021 07:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hör-Tipp: Im Was mit Medien-Podcast spricht Linked-in-Redaktionschefin Sara Weber darüber, was die Linked-in-Redaktion beim Business-Netzwerk tut. Und sie gibt Tipps für gute Medien-Profile.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hör-Tipp:</strong> Im Was mit Medien-Podcast spricht Linked-in-Redaktionschefin Sara Weber darüber, was die Linked-in-Redaktion beim Business-Netzwerk tut. Und sie gibt Tipps für gute Medien-Profile.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/26/wie-werde-ich-erfolgreich-auf-linkedin/">Wie werde ich erfolgreich auf LinkedIn?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wie das «Kuratieren» den Journalismus verändert</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/02/wie-das-kuratieren-den-journalismus-veraendert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2015 08:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kuratieren]]></category>
		<category><![CDATA[Kurator]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfang Michal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer häufiger wird in der Medienbranche vom «Kuratieren» gesprochen. Ist die Verwendung dieses Wortes nur eine Modeerscheinung oder steckt mehr dahinter?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer häufiger wird in der Medienbranche vom «Kuratieren» gesprochen. Ist die Verwendung dieses Wortes nur eine Modeerscheinung oder steckt mehr dahinter?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/02/wie-das-kuratieren-den-journalismus-veraendert/">Wie das «Kuratieren» den Journalismus verändert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Journalistische Unabhängigkeit in Gefahr</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/28/journalistische-unabhaengigkeit-in-gefahr-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silke Fürst]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2015 07:37:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Bakom]]></category>
		<category><![CDATA[impressum]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Fribourg]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=22888</guid>

					<description><![CDATA[<p>«Gelenkte Informationen», «Einheitsbrei», «Erschöpfung» – die Medienkritik verschärft sich und warnt vor den Auswirkungen massiver Einsparungen in Schweizer Redaktionen. Alarmierende Entwicklungen im Journalismus sind hinlänglich bekannt, doch solide Daten sind Mangelware. Eine Studie der Universität Freiburg zeigt anhand der Aussagen von über 1000 Schweizer Medienschaffenden auf, wie sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert haben und die Berichterstattungsfreiheit <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/28/journalistische-unabhaengigkeit-in-gefahr-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>«Gelenkte Informationen», «Einheitsbrei», «Erschöpfung» – die Medienkritik verschärft sich und warnt vor den Auswirkungen massiver Einsparungen in Schweizer Redaktionen. Alarmierende Entwicklungen im Journalismus sind hinlänglich bekannt, doch solide Daten sind Mangelware. Eine Studie der Universität Freiburg zeigt anhand der Aussagen von über 1000 Schweizer Medienschaffenden auf, wie sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert haben und die Berichterstattungsfreiheit eingeschränkt wird.</strong></p>
<p>Die Signale aus den Redaktionen sind alarmierend: Durch Zusammenlegungen und Stellenkürzungen wird in zahlreichen Medien der Verlust von Fachwissen beklagt. Der Zeitdruck sei soweit gestiegen, dass selbst basale Fakten nicht mehr ausreichend geprüft werden und Zeitungen unter <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/33333/pitbulls-der-demokratie/" target="_blank">«chronischem Stress»</a> entstehen. Lassen sich diese Entwicklungen tatsächlich verallgemeinern? Für eine Studie des Departements für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung <a href="http://www.unifr.ch/dcm/" target="_blank">DCM</a> der Universität Fribourg wurden insgesamt rund 3300 Mitglieder des Journalistenverbandes impressum angeschrieben. Über 1100 Journalistinnen und Journalisten haben an der Studie teilgenommen, die das Bakom finanziell unterstützt hat. (<a href="http://www.lu-wahlen.ch/uploads/media/BAKOM-Projekt_Journalistenbefragung_2014_-_Endbericht__28korrigiert_29-3.pdf" target="_blank">Download komplette Studie, PDF 1,4 MB</a>)</p>
<p><strong>Zunehmender ökonomischer Druck</strong><br />
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der ökonomische Druck in den letzten fünf bis zehn Jahren zugenommen hat und die Arbeitsbedingungen prägt. Die Mehrheit der Befragten (53 &#8211; 55 Prozent) gibt an, dass die Redaktion deutlich mehr Beiträge erstellen muss und die Zeit für die Produktion einzelner Beiträge stark abgenommen hat. Das fest angestellte Personal wurde in vielen Redaktionen gekürzt. Zugleich sind die Ressourcen für Reisen, technische Ausstattung und andere Spesen zurückgegangen.</p>
<p>Ein grosser Teil der Journalistinnen und Journalisten (52%) spürt in starker Weise, dass die Finanzierung des eigenen Mediums unsicherer geworden ist. Gleichzeitig hat auch die Konkurrenz mit anderen Medien deutlich zugenommen. Im Zuge dessen ist die Bedeutung von Klickraten gestiegen. So prägen die Onlinenutzungszahlen in vielen Redaktionen den Entscheid mit, welche Themen ausgewählt und wie sie dargestellt werden.</p>
<p>Beim Vergleich verschiedener Medientypen zeigt sich, dass insbesondere die Tageszeitungen unter einem steigenden ökonomischen Druck leiden (Abbildung 1). Redaktionen der SRG haben im Vergleich zwar die geringsten Personalkürzungen und sehen ihre Finanzierung kaum gefährdet, spüren jedoch am stärksten eine zunehmende Konkurrenz mit anderen Medien und einen deutlich ansteigenden Produktions- und Zeitdruck. Wochenzeitungen und Zeitschriften sind von diesen Entwicklungen ebenfalls stark betroffen. Beim privaten Rundfunk wird der ökonomische Druck dagegen am geringsten erlebt. Zwischen den verschiedenen Sprachräumen zeigen sich in diesem Bereich kaum Unterschiede. Auffallend ist allerdings, dass Journalistinnen und Journalisten aus deutschsprachigen Redaktionen einen deutlich höheren Produktionsdruck spüren als ihre Kollegen aus der Romandie und dem Tessin.</p>
<p><strong>Unzufriedenheit mit eigenen Arbeitsbedingungen</strong><br />
Mit Blick auf die individuellen Arbeitsbedingungen zeigt sich, dass für grundlegende Aufgaben im redaktionellen Alltag gegenwärtig nur begrenzt Zeit zur Verfügung steht. Dies gilt für das Verfassen eigener Beiträge und insbesondere für vertiefende Recherchen vor Ort sowie für die Pflege eines eigenen Netzwerks von Informanten. Für die Überprüfung von Informationen und Quellen wird die meiste Zeit aufgewendet (Abbildung 2).</p>
<p>Auch für die inhaltliche Überarbeitung von vorliegendem Material, wie Agenturmeldungen und Medienmitteilungen, bleibt nur begrenzt Zeit. Angesichts des hohen Anteils von externem Material innerhalb der Berichterstattung lässt sich vermuten, dass dieses in Teilen nicht ausreichend überprüft und ergänzt werden kann. Entsprechend sind die befragten Journalistinnen und Journalisten mit ihren Zeitressourcen eher wenig zufrieden. Viele von ihnen können ihre täglich anfallenden Aufgaben kaum in zufriedenstellender Weise erfüllen. Sie stehen folglich unter starkem Zeitdruck und verfügen nach eigenem Verständnis nicht über die notwendigen Ressourcen, um ihre Arbeit gut zu machen.</p>
<p>Die Arbeitsbedingungen sind tendenziell über alle Medientypen hinweg ähnlich. Beim Schweizer Privatrundfunk zeigen sich jedoch vergleichsweise schlechtere Arbeitsbedingungen. Auch schneidet die Tagespresse in einigen Bereichen, wie etwa der Zufriedenheit mit den eigenen Zeitressourcen, schlechter ab. Diese Ergebnisse korrespondieren mit jenen einer kürzlich veröffentlichten <a href="http://www.stiftervereinigung.de/downloads/Einflussnahmen%20auf%20journalistische%20Arbeit_Summary.pdf" target="_blank">Befragung deutscher Zeitungsjournalisten und -journalistinnen</a>.</p>
<p><strong>Leichte Verschlechterung der Arbeitsbedingungen</strong><br />
Ist diese Situation auf Entwicklungen in den letzten fünf Jahren zurückführen? Unsere Ergebnisse sprechen nicht für starke Veränderungen. Ein jeweils etwa gleich grosser Anteil der Befragten berichtet, dass die Zeit für bestimmte Aufgaben weniger geworden, gleich geblieben oder zugenommen hat. Insofern ist es innerhalb der Redaktionen vielfach zu Umverteilungen von Aufgaben und Ressourcen gekommen. Leichte Verschlechterungen zeigen sich jedoch bei vertiefenden Recherchen vor Ort, bei der Netzwerkpflege und bei der Zufriedenheit mit den eigenen Zeitressourcen.</p>
<p>Dies trifft wiederum insbesondere auf die Tagespresse zu. Hier hat die Zeit für das Schreiben eigener Beitrage überdurchschnittlich stark abgenommen. Auch sind bei den Zeitungsjournalisten und -journalistinnen die Möglichkeiten zur Netzwerkpflege und die Zufriedenheit mit den Zeitressourcen stärker zurückgegangen. Bedenklich sind aber zum Teil auch die Befunde zum öffentlichen Rundfunk: Ein überdurchschnittlich hoher Anteil der hier arbeitenden Redaktorinnen und Redaktoren gibt an, dass die Zeit für die Informationsprüfung und für Recherchen vor Ort abgenommen hat. Im Vergleich der Sprachräume zeigt sich, dass die Westschweiz etwas stärker von einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen betroffen ist als die Deutschschweiz.</p>
<p><strong>Gefährdete Berichterstattungsfreiheit?</strong><br />
In Zeiten des Sparens stellt sich verschärft die Frage, inwiefern sich nicht nur die Arbeitsbedingungen verschlechtern, sondern auch die Berichterstattungsfreiheit eingeschränkt wird. Die internationale Forschungsliteratur geht davon aus, dass die kritische und unabhängige Berichterstattung über Werbekunden, das eigene Unternehmen sowie Mediensystem und Medienpolitik eingeschränkt ist. Die Studie der Universität Fribourg machte sich daran, diese Zusammenhänge für die Schweizer Medien zu prüfen.</p>
<p><strong>Verschwimmende Grenzen von Journalismus und Werbung</strong><br />
Zuerst zu den Werbekunden: In der Schweiz wird derzeit wieder vermehrt diskutiert, inwieweit sich die Grenzen zwischen Journalismus und Werbung aufweichen. Im Bereich der Schweizer Gratiszeitungen <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/27/schleichwerbe-limbo/" target="_self">gibt es dafür anschauliche Beispiele</a>. Aber lassen sich diese Entwicklungen für die gesamte Medienbranche verallgemeinern? Wir wollten wissen, inwieweit Redaktionen Werbekunden möglichst positiv darstellen und ob sie auf deren Druck reagieren.</p>
<p>Es zeigt sich, dass eher selten Nachrichten veröffentlicht werden, die für das Image der Werbekunden schädlich sein könnten. Dieses Ergebnis weist bereits darauf hin, dass in den Schweizer Medien auf die Interessen von Werbekunden Rücksicht genommen wird. Werden negative Meldungen über einen Werbekunden aber in anderen Medien verbreitet, so werden solche Nachrichten selten unterdrückt. Auch auf den direkten Druck von Werbekunden wird nur in begrenzter Weise reagiert (Abbildung 3).</p>
<p>Zwischen den verschiedenen Medientypen gibt es allerdings starke Unterschiede. Bei den Wochenzeitungen und Zeitschriften ist der Einfluss der Werbekunden am stärksten. Zudem hat der direkte Druck von Werbekunden die stärksten Auswirkungen auf die Tages- und Wochenpresse. Angesichts der finanziellen Lage der Presse kann diese offenkundig am wenigsten den Entzug von Werbeaufträgen in Kauf nehmen.</p>
<p>Aus den Daten lässt sich kein konsistentes Bild dazu ableiten, ob der Einfluss von Werbekunden im Zuge der Medienkrise zugenommen hat. Allerdings lässt sich bei der Wochenpresse und den Tageszeitungen feststellen, dass Anzeigenkunden zunehmend möglichst positiv dargestellt werden und vermehrt auf den direkten Druck von Werbekunden eingegangen wird. Zudem wächst der Einfluss von Werbekunden in der Deutschschweiz und im Tessin stärker als in der Romandie.</p>
<p><strong>Positive Darstellung des eigenen Medienunternehmens</strong><br />
Angesichts der <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/03479/index.html?lang=de" target="_blank">zunehmenden Medienkonzentration</a> im Schweizer Medienmarkt ist genauer zu betrachten, inwieweit Redaktionen kritisch und unabhängig über das eigene Medienunternehmen berichten können. Die Ergebnisse sind hier sehr deutlich. Die Befragten geben zu einem überwiegenden Teil an, dass sie gar nicht oder kaum Nachrichten bringen, die das eigene Medienunternehmen kritisch beleuchten (Abbildung 4).</p>
<p>Auch berichten Redaktionen in eher geringem Masse über Vorgänge im Medienunternehmen, die bereits in der öffentlichen Kritik stehen. Wenn sie diese Ereignisse jedoch in ihrer Berichterstattung aufgreifen, so können die jeweiligen Journalistinnen und Journalisten kaum über Inhalt und Umfang des Berichtes frei bestimmen. Darüber hinaus stimmen die Befragten in starkem Masse der Aussage zu, dass es für ihre Redaktion selbstverständlich ist, über positive Meldungen des eigenen Medienunternehmens zu berichten.</p>
<p>Es zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Medientypen. Die Möglichkeiten, öffentliche Kritik am Medienunternehmen aufzugreifen, sind bei der Tagespresse und beim öffentlichen wie privaten Rundfunk höher als bei den Wochenzeitungen und Zeitschriften.</p>
<p>Etwa drei Viertel aller Befragten stellen fest, dass sich dieser Einfluss in den letzten fünf Jahren nicht gewandelt hat. Eine bemerkenswerte Veränderung zeigt sich aber mit Blick auf positive Meldungen über das eigene Medienunternehmen. Rund 27 Prozent der Befragten geben an, dass es selbstverständlicher geworden ist, solche Nachrichten zu veröffentlichen. Bei der Tagespresse und dem öffentlichen Rundfunk ist diese Entwicklung noch stärker ausgeprägt. Die ohnehin stark von PR-Interessen geprägte Berichterstattung über das eigene Medienhaus nimmt also weiter zu.</p>
<p><strong>Eingeschränkte Berichterstattung über Medienpolitik</strong><br />
Auch die Medienpolitik ist für Journalistinnen und Journalisten per se ein sensibles Thema, da sie die eigene Branche betrifft und Interessen des eigenen Medienunternehmens berühren kann. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schweizer Medien insgesamt in eher geringfügigem Ausmass über medienpolitische Nachrichten berichten. Wenn dies geschieht, gilt es in einigen Redaktionen als selbstverständlich, «der Position des Medienunternehmens zu entsprechen». Rund 27% aller Befragten stimmen dieser Aussage stark bis sehr stark zu.</p>
<p>Engt man den Themenkreis auf jene medienpolitischen Entwicklungen und Entscheidungen ein, «die für das eigene Medienunternehmen folgenreich sind», so zeigen sich auch hier tendenziell Einschränkungen. Einige Redaktionen greifen diese folgenreichen Entwicklungen zwar auf, jedoch können die Autoren und Autorinnen dann nur in einigen Fällen «den Inhalt frei bestimmen» oder das Thema in «gewünschter Länge behandeln». Medienpolitischen Themen wird also insgesamt wenig Raum gegeben. Zugleich wird die Berichterstattung von den Unternehmensinteressen beeinflusst (Abbildung 5).</p>
<p>Auffällig ist, dass es bezüglich der Übernahme der medienpolitischen Position des Medienunternehmens keine nennenswerten Unterschiede zwischen den verschiedenen Medientypen gibt. Insofern hängt dieser Einfluss offenkundig nicht von der Finanzierungsform und den organisatorischen Eigenheiten ab. Unterschiede zeigen sich dagegen insbesondere bei der Frage, ob überhaupt über medienpolitische Themen berichtet wird. Wochenzeitungen und Zeitschriften greifen medienpolitische Themen am seltensten auf und erlauben den Redaktoren und Redaktorinnen dabei auch weniger Freiheit in der Gestaltung des Artikels.</p>
<p>Über zwei Drittel der Befragten geben an, dass sich diesbezüglich in den letzten fünf Jahren keine Veränderungen eingestellt haben. Daneben sagt jeder vierte Teilnehmer der Befragung, dass die Thematisierung medienpolitischer Nachrichten in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Etwa gleich viele Befragte geben an, dass sich die medienpolitische Berichterstattung nun verstärkt an der Position des eigenen Medienunternehmens ausrichten muss. Auch sind Journalistinnen und Journalisten zunehmend in der Gestaltung ihrer Berichte eingeschränkt. Die medienpolitische Berichterstattung nimmt also zu, ist aber zugleich auch stärker von den Unternehmensinteressen beeinflusst.</p>
<p><strong>Ökonomischer Druck erzeugt Handlungsbedarf</strong><br />
Die Resultate unserer Studie zeigen deutlich, dass Schweizer Journalistinnen und Journalisten mehrheitlich eine deutliche Verschärfung des ökonomischen Drucks wahrnehmen. Für grundlegende journalistische Aufgaben bleibt im Alltag oft zu wenig Zeit – und dieses Problem hat sich in den letzten fünf Jahren zwar nicht gravierend, aber tendenziell verstärkt. Die Berichterstattung über Werbekunden ist eingeschränkt. Noch stärkere Einschränkungen zeigen sich in der Berichterstattung über das eigene Medienunternehmen und über medienpolitische Themen.</p>
<p>Der Journalismus lebt gerade in Zeiten zunehmender Medienkonkurrenz von seiner Glaubwürdigkeit und Qualität. Diese Standards sind durch ökonomische Einflüsse und Interessen gefährdet. <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/30/ausbildung-medienkritik-und-finanzierung-staerken/" target="_self">Die MEDIENWOCHE diskutiert</a> daher in den kommenden Tagen, welche Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten sich angesichts dieser Studienergebnisse ergeben.</p>
<p><small>Die Studie «Arbeitsbedingungen und Berichterstattungsfreiheit in journalistischen Organisationen» von Manuel Puppis, Philomen Schönhagen, Silke Fürst, Brigitte Hofstetter und Mike Meißner wurde durch das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) finanziert. Der vollständige Projektbericht inklusive Fragebogen ist zum <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/04801/index.html?lang=de&amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfXx_g2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--" target="_self">Download</a> verfügbar.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/28/journalistische-unabhaengigkeit-in-gefahr-2/">Journalistische Unabhängigkeit in Gefahr</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Satiremagazin erscheint am Mittwoch: Charlie lebt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/10/satiremagazin-erscheint-am-mittwoch-charlie-lebt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2015 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Libération]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Luxemburger Wort]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach den blutigen Anschlägen auf Charlie Hebdo am Mittwoch erlebt das Satiremagazin eine Welle der Unterstützung. Am Freitag haben die Redakteure ihre Arbeit in den Räumlichkeiten der französischen Zeitung «Libération» wieder aufgenommen. Drei Stunden dauerte die erste Redaktionskonferenz nach den blutigen Anschlägen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/10/satiremagazin-erscheint-am-mittwoch-charlie-lebt/">Satiremagazin erscheint am Mittwoch: Charlie lebt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den blutigen Anschlägen auf Charlie Hebdo am Mittwoch erlebt das Satiremagazin eine Welle der Unterstützung. Am Freitag haben die Redakteure ihre Arbeit in den Räumlichkeiten der französischen Zeitung «Libération» wieder aufgenommen. Drei Stunden dauerte die erste Redaktionskonferenz nach den blutigen Anschlägen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/10/satiremagazin-erscheint-am-mittwoch-charlie-lebt/">Satiremagazin erscheint am Mittwoch: Charlie lebt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online und Print gehören nicht zusammen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/30/online-und-print-gehoeren-nicht-zusammen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2014 22:18:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionsorganisation]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Newsroom]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Konvergenz]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Digital-Chef des Guardian, Wolfgang Blau, zum Verhältnis von Online und Print und einem kritischen Blick auf den öffentlich-rechtlichen Online-Journalismus zum Auftakt der Tagung des DJV «Besser Online» 2014 in Berlin.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/30/online-und-print-gehoeren-nicht-zusammen/">Online und Print gehören nicht zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Digital-Chef des Guardian, Wolfgang Blau, zum Verhältnis von Online und Print und einem kritischen Blick auf den öffentlich-rechtlichen Online-Journalismus zum Auftakt der Tagung des DJV «Besser Online» 2014 in Berlin.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/30/online-und-print-gehoeren-nicht-zusammen/">Online und Print gehören nicht zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abgang mit Nebengeräuschen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/07/11/abgang-mit-nebengeraeuschen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/07/11/abgang-mit-nebengeraeuschen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jul 2014 09:10:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Artur K. Vogel]]></category>
		<category><![CDATA[Reisejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ende Jahr wird Artur Vogel den «Bund» als Chefredaktor verlassen. Ganz so freiwillig, wie es Vogel und Verlag darstellen, erfolgte der Abgang aber nicht. Die «Bund»-Redaktion drängte in den vergangenen Monaten auf eine Absetzung ihres Chefs – mit Erfolg, wie sich nun zeigt. «Den Entscheid, die Chefredaktion abzugeben, habe ich bereits im Januar getroffen», sagt <a href="https://medienwoche.ch/2014/07/11/abgang-mit-nebengeraeuschen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Jahr wird Artur Vogel den «Bund» als Chefredaktor verlassen. Ganz so freiwillig, wie es Vogel und Verlag darstellen, erfolgte der Abgang aber nicht. Die «Bund»-Redaktion drängte in den vergangenen Monaten auf eine Absetzung ihres Chefs – mit Erfolg, wie sich nun zeigt.<br />
<span id="more-20548"></span><br />
«Den Entscheid, die Chefredaktion abzugeben, habe ich bereits im Januar getroffen», sagt Artur Vogel. Gestern war es so weit. Vor versammelter Redaktion gaben Tamedia-Verleger Pietro Supino und Zeitungschef Ueli Eckstein zusammen mit Chefredaktor Vogel bekannt, dass dieser nach acht Jahren per Ende 2014 die Leitung des «Bund» abgeben werde. Eine Begründung für den Schritt nannten Supino und Eckstein keine, Nachfragen von Seiten der Redaktion blieben aus. In der daraufhin versandten <a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2014/pressrelease/artur_k_vogel_gibt_chefredaktion_der_bund_auf_ende_2014_ab/" target="_blank">Medienmitteilung</a> steht, Vogel wolle sich «wieder vermehrt dem Schreiben, seiner Tätigkeit als Autor von Büchern sowie dem Reisejournalismus widmen». Über die genauen Umstände der Kündigung haben die Parteien stillschweigen vereinbart.</p>
<p>Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer teilt auf Anfrage immerhin so viel mit, Vogel habe die Leitung «auf eigenen Wunsch» abgegeben. Ob ihm der Verlag diesen Schritt nahe gelegt hat, dazu schweigt Zimmer aber. Am Ende ging es schneller, als Vogel dies ursprünglich geplant hatte. Dafür gibt es verschiedene Hinweise.</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px;">Noch vor wenigen Monaten soll er an einer Redaktionssitzung gesagt haben, er habe vor, noch vier Jahre im Amt zu bleiben. Vogel selbst bestreitet, diese Aussage je gemacht zu haben.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px;">In den vergangenen Monaten war die Redaktion beim Verlag vorstellig geworden, weil sie Vogels Eignung als Chefredaktor infrage stellte.</span></li>
</ul>
<p>«Einzelne Kollegen stellen das nun so dar, als hätte mich die Redaktion aus dem Amt vertrieben», sagt Vogel und widerspricht dieser Version vehement. Doch mehrere unabhängig voneinander befragte «Bund»-Mitarbeiter sagen übereinstimmend: Ohne die Protestnoten der Redaktion wäre Vogel weiter im Amt geblieben, weil der Verlag gar nie erfahren hätte, wie es um die Leitung des Traditionsblatts wirklich steht. Verständlich: Wieso sollte sich die Tamedia-Spitze genauer darum kümmern, was in Bern läuft, so lange die Zahlen stimmen und der «Bund» als ansprechende Zeitung daherkommt. Dass dies nicht in erster Linie das Verdienst des Chefredaktors war, sondern einer kleinen Redaktion, die unter grosser Anstrengung gemeinsam den Karren zieht, entging der Konzernleitung offenbar.</p>
<p>Für die «Bund»-Redaktion entwickelte sich das Verhalten des Chefredaktors zunehmend zur Hypothek. Das kleinere Problem war Vogels journalistisches Profil. So hielt er es nicht für nötig, die letzten Wahlen sowohl auf Gemeinde-, Kantons-, wie auch auf Bundesebene zu kommentieren. Auch der Ausgang der SVP-Initiative gegen die «Masseneinwanderung» blieb im «Bund» ohne Vogels Würdigung. In den anderen Schweizer Zeitungen griffen die Chefs reihum in die Tasten. «Es war schon immer mein Prinzip, dass ich diejenigen kommentieren lasse, die mehr von der Sache verstehen als ich», reagiert Vogel auf den Vorwurf der zunehmenden Kommentarfaulheit. Das schreiberische Defizit in der Tagespolitik kompensierte er mit seiner wöchentlichen <a href="http://www.derbund.ch/stichwort/autor/artur-k-vogel/s.html#panel4" target="_blank">Kolumne «Perspektiven»</a> und <a href="http://www.derbund.ch/stichwort/autor/artur-k-vogel/s.html#panel3" target="_blank">seitenweise Reisereportagen</a> aus allen Winkeln der Welt. In Redaktion und Branche erwarb sich Vogel damit nicht unbedingt einen besseren Ruf als Journalist.</p>
<p>Die extensive Reiserei führte zum zweiten, weit grösseren Problem: Weil er regelmässig längere Zeit abwesend war, verlor der Chefredaktor zunehmend den Draht zur Redaktion. Das führte dazu, dass sein Handeln zu wenig im täglichen Redaktionsgeschäft verankert war. Die Mitarbeitenden bekundeten zunehmend Mühe, Vogels Entscheide zu verstehen. Zuletzt etwa bei der überraschenden Absetzung des langjährigen Lokalchefs und dessen Verpflanzung auf einen anderen Posten. Zu seinen Personalentscheiden mag Vogel keine Stellung nehmen und sagt nur so viel: «Es gibt nichts Konservativeres als eine Zeitungsredaktion.»</p>
<p>Auf der Redaktion spricht man von einem «unglaublichen Unbehagen», das sich in den letzten Monaten breit gemacht habe. Die Umstände, die zu Vogels Abgang geführt haben, werden intern gar als «Palastrevolution» bezeichnet. Der Aufstand sei vor allem deshalb gelungen, weil es auch Leuten «den Nuggi rausgehauen hat», die sich in der Vergangenheit mit Kritik zurückhielten. Das Signal in Richtung Verlag war unmissverständlich: So kann es nicht weitergehen. Und die Tamedia-Spitze hat die Warnrufe der Redaktion offenbar erhört. Über eine Nachfolge von Vogel will der Verlag «zu gegebener Zeit» informieren. Tamedia tut sicher gut daran, eine Person zu wählen, die neben der journalistischen Qualifikation auch einen Leistungsausweis in (Personal)management und -führung mitbringt.</p>
<p>Artur K. Vogel ist seit 2007 «Bund»-Chefredaktor. Zu Beginn seiner Amtszeit war die 1850 gegründete Zeitung akut von der Schliessung bedroht. Entsprechende Sparszenarien kursierten. 2009 entschied sich Tamedia für ein <a href="http://www.derbund.ch/bern/Der-Bund-bleibt-erhalten--enge-Zusammenarbeit-mit-dem-TagesAnzeiger/story/17053457" target="_blank">Kooperationsmodell mit dem Tages-Anzeiger</a>. Als Juniorpartner des Zürcher Blatts musste der «Bund» fortan mit wenigen Ausnahmen auf eigenständige Ressorts verzichten. Das führte zu einem massiven Personalabbau, den Chefredaktor Vogel ganz im Sinne des Verlags ausführte.</p>
<p>Als Höhepunkt seiner bald achtjährigen Amtszeit nennt Vogel an erster Stelle die Tatsache, dass es den «Bund» überhaupt noch gibt. Wie und ob er die vier Jahre bis zu seiner regulären Pensionierung weiterarbeiten wird, weiss Vogel noch nicht: «Das muss ich zuerst alles genau anschauen.» Klar ist für ihn immerhin soviel, dass er nach seinem Rücktritt als Chefredaktor vermehrt literarisch schreiben will. In diesem Frühjahr legte er sein <a href="http://www.freiburger-nachrichten.ch/archiv/reich-erfolgreich-und-ungluecklich" target="_blank">Debütwerk</a> vor, das er neben seiner Tätigkeit als Chefredaktor verfasst hatte. In Richtung von Kritikern und Neidern sagte er nach der Buchveröffentlichung: «Und vor allem gibt es Leute, die sich nicht vorstellen können, dass man als Chefredaktor einer Zeitung noch Zeit hat für so etwas.» Ohne Zeitung hat er nun noch mehr Zeit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/07/11/abgang-mit-nebengeraeuschen/">Abgang mit Nebengeräuschen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Chefredaktor am Sonntag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 21:48:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Spieler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Sonntagszeitung wurde bei der Gründung 1987 von einer wilden Redaktion gemacht, die Neues wagte und das Establishment aufwühlte. Dieser ehemalige Punk ist alt und fett geworden: Ängstlich um den Verlust jeden Lesers beliefert er den Mittelstand mit ganz schön langweiliger Durchschnittsware. Chefredaktor ist seit bald drei Jahren Martin Spieler, doch so richtig angekommen ist <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Chefredaktor am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sonntagszeitung wurde bei der Gründung 1987 von einer wilden Redaktion gemacht, die Neues wagte und das Establishment aufwühlte. Dieser ehemalige Punk ist alt und fett geworden: Ängstlich um den Verlust jeden Lesers beliefert er den Mittelstand mit ganz schön langweiliger Durchschnittsware. Chefredaktor ist seit bald drei Jahren Martin Spieler, doch so richtig angekommen ist er bis heute nicht: Statt wie ein Teil der Redaktion wirkt er wie ein verlängerter Arm des Verlags. Es fehlt der Zeitung nicht nur eine Digitalstrategie, sondern auch eine interne Kritikkultur, die frische Ideen zur Entfaltung bringen könnte.<br />
<span id="more-31160"></span><br />
<strong>Das Pensum</strong><br />
Was für einen Job hat eigentlich ein Mann mit folgenden Aufgaben?</p>
<ul>
<li>Moderator der wöchentlichen Sendung «BörsenTrend» auf Tele Züri</li>
<li>Moderator der wöchentlichen Sendung «Geld» auf Tele M1</li>
<li><del datetime="2013-01-31T08:38:47+00:00">Moderator der wöchentlichen Sendung «Geld» auf Tele 1</del> (eingestellt, wurde bis zum 26. Dezember 2012 ausgestrahlt)</li>
<li>Wirtschafts- und Börsenexperte für Radio- und TV-Stationen (auf Anfrage)</li>
<li>Verwaltungsrat der 3 Plus Group AG</li>
<li>Verwaltungsrat der Journalistenschule MAZ</li>
<li>Verwaltungsrat im «Club zum Rennweg» </li>
<li>Stiftungsrat der «Stiftung Pro Kloster Einsiedeln»</li>
<li>Präsident und Kassier der Konferenz der Chefredaktorinnen und -redaktoren</li>
<li>Dozent der Schweizer Journalistenschule MAZ</li>
<li>Dozent der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW</li>
<li>Dozent an weiteren Fachhochschulen</li>
</ul>
<p>Nun ja, er ist Chefredaktor der wöchentlich in acht Bünden erscheinenden «Sonntagszeitung», sein Name ist Martin Spieler. Er wohnt im Kanton Obwalden (Engelberg), ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Seine Nebentätigkeiten habe er «in letzter Zeit deutlich reduziert», schreibt Spieler auf Anfrage. Als Verwaltungs- und Stiftungsrat wende er 18 Stunden im Jahr auf, als Dozent 12 Stunden. Öffentliche Auftritte seien «durchaus im Interesse der Sonntagszeitung»: «Das gibt uns eine höhere Beachtung über den Sonntag hinaus und gehört zu meinen Aufgaben als Chefredaktor.»</p>
<p>Grundsätzlich gilt für alle redaktionell tätigen Mitarbeiter bei Tamedia, dass sie eigene Nebentätigkeiten in einer schriftlichen Erklärung offenlegen müssen: «Politische Mandate, leitende Funktionen in Parteien aber auch Mandate in Verwaltungs- oder Stiftungsräten sind grundsätzlich nicht zulässig, ausser es besteht eine Ausnahmebewilligung», schreibt die Pressestelle von Tamedia. Und weiter: «Es ist im Sinne der SonntagsZeitung, dass Martin Spieler als Chefredaktor öffentlich auftritt und sich zu aktuellen Fragestellungen äussert. Dies gilt auch für Auftritte an wichtigen Ausbildungsinstitutionen wie beispielsweise der Journalistenschule MAZ. Die Mandate bei der 3 Plus Group AG und beim Club zum Rennweg, die Martin Spieler bereits vor seinem Wechsel zur SonntagsZeitung ausübte, sind wie in unseren internen Richtlinien vorgesehen mit Tamedia abgesprochen und werden periodisch überprüft.»</p>
<p><strong>Die Redaktion</strong><br />
Der deutsche «Spiegel» sei die Messlatte für die Sonntagszeitung, sagte Martin Spieler In einem Interview mit dem «Schweizer Journalist» im März 2012; publizistisch formulierte er «einen ganz klaren Führungsanspruch»: «Wir wollen die beste, informativste, spannendste, unterhaltsamste Sonntagszeitung der Schweiz sein.» Es gelingt am ehesten bei der Information: Der in Bern angesiedelte Recherchedesk, eine Kooperation mit «Le Matin Dimanche», liefert jene Storys, die zu erwarten sind, wenn mal einigen Journalisten tatsächlich Zeit zur Recherche eingeräumt wird. Aufgedeckt wurde zum Beispiel ein <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=230577">Datendiebstahl im Nachrichtendienst des Bundes</a>.</p>
<p>Doch die damit zementierte, innerredaktionelle Zweiklassengesellschaft rief unter den Mitarbeitern viel Unmut hervor. Mittlerweile haben sich viele der in Zürich zurückgelassenen Kritiker daran gewöhnt und geniessen es, dass der Druck, am Sonntag eine Hammerstory zu liefern, nachgelassen hat, wenn die Titelseite mit Storys vom Recherchedesk besetzt wird.</p>
<p><em>Für diese Geschichte war nicht schwierig, Journalisten dazu zu bringen, etwas über Martin Spieler und die Situation der Sonntagszeitung zu sagen. Öffentliche Aussagen wollte jedoch nicht einer tätigen. Das hat zu tun mit dem allerwichtigsten Wert in der Sonntagszeitung-Redaktion: Loyalität. Wer nicht zu 100 Prozent loyal ist (natürlich gegen oben), hat keine Chance auf eine Beförderung. Das mag in vielen Firmen so sein, doch Journalismus ist ein Wettkampf unabhängiger und auch unkonventioneller Geister um die besten Recherchen, Ideen und Formulierungen. Es läuft selten lange gut, wenn das freie Wort nicht gefördert wird und am Ende immer nur die Chefs recht haben.</em></p>
<p>Während in Bern in aller Ruhe recherchiert wird, macht die Redaktion in Zürich einen unmotivierten, unterforderten Eindruck: Unzufriedenheit herrscht, Langeweile, Alltagstrott. Dafür verantwortlich ist einerseits eine unbewegliche Personalstruktur, die kaum frische Kräfte in Führungspositionen kommen lässt, andererseits die nicht vorhandene Streitkultur. «An den Redaktionssitzungen wird kaum je ein Text kritisiert», erzählt jemand aus der Redaktion. «Es fehlt an der Kritikkultur, es ist immer alles gut an den Blattkritiken», jemand anders. Und eine weitere Stimme: «Bei der grossen Redaktionssitzung wird viel gelobt, vor allem von Seiten der Führung. Am meisten lobt Spieler.» Über das Loben an sich schrieb Constantin Seibt <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/1592/kusse-des-todes-wie-sie-einen-journalisten-abschiessen-konnen/">vor ein paar Monaten</a>: «Lob bringt – gehäuft verabreicht &#8211; jeden Produktionsmotor ins Stottern».</p>
<p>Spieler selbst sieht das freilich anders, auf Anfrage schreibt er: «Die Stimmung in der Redaktion der Sonntagszeitung ist positiv inspirierend, konstruktiv und ich lade die Kolleginnen und Kollegen immer wieder ein, offen und auch kritisch zu diskutieren. Das ist jederzeit problemlos möglich.» Immerhin herrscht ein freundlicher, ein netter Ton vor im Umgang miteinander, was durchaus Spielers positivem Einfluss zugerechnet werden darf. Die vordergründig harmonische Stimmung kann aber nicht über die Konkurrenz von Einzelkämpfern im Redaktionsalltag hinwegtäuschen, die zum Teil eher gegeneinander als miteinander arbeiten. Viele würden gerne den Job wechseln, doch der Stellenmarkt ist derzeit ausgetrocknet. Spieler schreibt weiter: «Auch als Arbeitgeber ist die Sonntagszeitung attraktiv, was in einer im Vergleich zu anderen Zeitungen sehr geringen Fluktationsquote zum Ausdruck kommt sowie in der Tatsache, dass es uns problemlos gelingt, die besten Talente des Landes bei uns zu halten und neue zu gewinnen.»</p>
<p>Sieht man von einigen Highlights im Fokus, im Sport und im Wissen ab, füllen die personell gut dotierten Ressorts ihre Bünde uninspiriert ab, die hinteren Teile der Zeitung funktionieren vor allem als Werbetransporter. Eine Pauschalkritik, gewiss, doch den guten Voraussetzungen zum Trotz bleiben die leichteren Bereiche rund um Kultur und Freizeit mehrheitlich furchtbar uninteressant &#8211; kein Wunder, wenn einem der Chef jede Woche bescheinigt, tolle Arbeit abzuliefern. Gemessen werden sollten die gelieferten Inhalte nicht an der diesbezüglich ebenso wenig überzeugenden Konkurrenz, sondern an dem, was die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» oder die «Welt am Sonntag» in diesen Bereichen bieten. Viele Mitarbeiter sind schon seit Jahren, seit Jahrzehnten an unveränderter Position, ganz neue Impulse sind von ihnen nicht mehr zu erwarten.</p>
<p><strong>Die Primeurs</strong><br />
Auf der Titelseite werden wie bekannt und gewohnt Primeurs (Scoops) gebolzt. Statt sich mit allgemein bekannten Fakten auseinanderzusetzen, die an sich skandalös genug wären, präsentiert die Sonntagszeitung lieber bedeutungsarme Detailnews oder «Geheimpapiere». Der Leser wird so jeden Sonntag mit einer Reihe neuer Faktendetails konfrontiert, die insgesamt ein zerstückeltes Bild ergeben. Wer dieses kleinteilige Allerlei an Neuigkeiten verwirrt, hat Pech gehabt: Die Sonntagszeitung wird nicht für die Leser geschrieben, sondern für die anderen Journalisten. Es geht um die Zahl der Zitierungen. Ob man seinen Satz <a href="https://www.facebook.com/photo.php?v=10150395660494817&#038;set=vb.253727174674740&#038;type=2&#038;theater">«Ich freue mich auf Ihre Meinung»</a> jemals ernst nehmen konnte, bleibt fragwürdiger denn je.</p>
<p>So ist an Redaktionskonferenzen nicht etwa der Inhalt oder die Form der Texte Thema, sondern, welches Medium welche Geschichte wie aufgenommen hat. Zitiert eine Zeitung nicht konkret («wie die Sonntagszeitung schreibt»), sondern allgemein («wie aus der Sonntagspresse zu erfahren ist»), kann der sonst so versöhnliche Chefredaktor auch mal richtig wütend werden. «Es kommt nur auf die Primeurs an, und wie oft Dein Name in der Zeitung steht. Wichtig ist sogar die Reihenfolge der Namen in der Verfasserzeile», ist aus der Redaktion zu hören.</p>
<p>Diese Jagd nach Primeurs führt zu bedeutungs- und folgenlosen Geschichten, in denen irgendein aktuelles Ereignis hochgeschrieben wird zu einem «Skandal», in Folge dem gewichtige Stimmen fordern, das müsse «Konsequenzen» haben. Als Beispiel der Text <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=203574">«Allianz für ‹Lex Weltwoche›»</a> vom 15. Januar 2012: Sechs Parteichefs liessen sich in diesem Fall von drei Journalisten überzeugen, dass die Eigentumsverhältnisse von Roger Köppels «Weltwoche» keinesfalls privat bleiben dürften («Ziel ist es, kommende Woche eine gemeinsame Erklärung zu verfassen und die ‹Weltwoche› derart unter Druck zu setzen, dass sie auch allfällige Darlehensbürgschaften offenlegen muss.»). Die Folgen: Keine. Sie sind nach wie vor privat.</p>
<p>Die Chefredaktion scheut auch nicht, sich Exklusives vertraglich zuzusichern, manchmal auch nur, damit die Konkurrenz nichts davon hat. Beispielsweise wurde die Exklusivität eines (langweiligen) <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/wirtschaft/artikel-detailseite/?newsid=240255">Interviews mit Roberto Martullo</a> mit einer <a href="https://twitter.com/JrgAuf/status/289737116617940992">«Vereinbarung»</a> geschützt:</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p>Neu: Blocher-Schwiegersohn Martullo verweigert an einer Medienkonferenz Interviews: Er habe eine Vereinbarung mit der SoZ unterzeichnet!</p>
<p>&mdash; Jürg Auf der Maur (@JrgAuf) <a href="https://twitter.com/JrgAuf/status/289737116617940992">January 11, 2013</a></p></blockquote>
<p>Man mag sich über eine solche Vorgehensweise ärgern, doch über magere Inhalte kann keine Vereinbarung hinwegtrösten.</p>
<p><strong>Der Chef</strong><br />
Die Führung von Spieler wird als «etwas emotionslos» beschrieben. Wer sich einen seiner routiniert heruntergeratterten Monologe für die Lokalsender ansieht, wird verstehen, was gemeint sein könnte. Positiv erwähnt werden die zwischenmenschlichen Fähigkeiten von Spieler, insbesondere im persönlichen Gespräch. Tatsächlich kann kaum jemand der Redaktoren viel sagen über die Zusammenarbeit mit ihm &#8211; weil er so oft abwesend ist; mit ein Grund dafür, dass Spieler in der Redaktion nur über wenig Rückhalt verfügt. Einige Redaktoren nehmen ihn wahr als verlängerten Arm von Tamedia-Verleger Pietro Supino. Als tatsächlicher Chef in der Redaktion wirkt sein Stellvertreter, Simon Bärtschi, ist dieser doch, anders als Spieler, von Dienstag bis Samstag auf der Redaktion anwesend.</p>
<p>Geführt wird die Sonntagszeitung hierarchisch. Die Chefredaktion redet mit den Ressortleitern, die Ressortleiter reden mit den Journalisten. Direkten Kontakt gibt es wenig. Anliegen von unten nach oben durchlaufen die ordentlichen Stufen, die Entscheidungswege sind lang. Wer etwas erreichen will, ist gezwungen, Umwege zu gehen, ist doch weder das offene Wort noch die schnelle, unkomplizierte Lösung eine Option. In der Folge verbringt das Kader viel Zeit an Sitzungen. Es besteht kein Klima, in dem gute Ideen rasch umgesetzt werden können.</p>
<p><strong>Der Journalist</strong><br />
Was macht Spieler publizistisch? Vor allem eher uninspirierte, eher nicht so kritische Interviews. Und Editorials: Zuletzt forderte er ein zentrales Waffenregister und kritisierte Bundespräsident Maurer hart dafür, dass er sich die Freiheit nimmt, der «Arena» keinen angeblich traditionellen Besuch abzustatten («Gestatten Sie Herr Bundespräsident: Worauf haben Sie denn Lust, wenn Ihnen so vieles, das zu Ihrem Amt gehört, gar nicht behagt?»). <a href="http://www.martinspieler.ch/die-freiheit-im-internet-gilt-es-zu-verteidigen/20121202">Am 2. Dezember 2012</a> stellte er Google wie einen Dieb dar («sich bei journalistischen Texten einfach bedienen und ohne Gegenleistung gewerblich nutzen»), obwohl Google (so wie Zeitungen) nur zitiert und keine Urheberrechte bricht. Flankiert wurde das peinliche Editorial von einem Interview mit Marc Walder, der auf Vorlage von Spieler ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger forderte («Ich will dem Verband nicht vorgreifen, aber ich bin klar dafür»). Rainer Stadler von der NZZ <a href="http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/hassobjekt-google-1.17866884">quittierte folgerichtig</a>: «Der Journalismus würde intelligentere Interessenvertreter verdienen.» Eine Kolumne von David Bauer zum Leistungsschutzrecht steht nach wie vor in der <a href="http://www.davidbauer.ch/2012/11/25/eine-leistung-die-es-zu-schutzen-gilt/">Originalversion</a> und in der <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/multimedia/kolumne-bauer/kolumne-bauer-detailseite/?newsid=236003">SoZ-Version</a> online, da kann sich jeder selbst ein Bild machen.</p>
<p>Um das durch seine Bildschirmpräsenz über Jahre zementierte Image als Geldonkel aus dem Lokalfernsehen zu überwinden, reagierte er letztes Jahr und startete eine umtriebige Kommunikationsoffensive, mit angriffigen Texten und «Arena»-Auftritten. «Aber er hat einfach nichts zu sagen», so ein Journalist, der lieber anonym bleiben möchte. Dagegen Spielers Selbsteinschätzung: «Dass ich sehr viel Energie und auch Spass an meiner Tätigkeit als Chefredaktor der Sonntagszeitung habe, sehen Sie auch in der Tatsache, dass ich zu den publizistisch aktivsten Chefredaktoren des Landes gehöre und trotz meiner Führungsfunktionen nach wie vor selbst viele Interviews, Artikel und Kommentare in der Sonntagszeitung verfasse.»</p>
<p>Kein Problem hat der Chefredaktor der Sonntagszeitung, klassische PR-Berichte anzusagen, sogenannte «KMU-Porträts». <a href="https://www.youtube.com/watch?v=JWOJOz3UWms">Dieser Beitrag</a> lief 2012 auf Tele M1:</p>
<p><iframe width="450" height="253" src="https://www.youtube.com/embed/JWOJOz3UWms" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Zu seinen Nebentätigkeiten schrieb uns Spieler: «Ein Interessenkonflikt gibt es nicht: Alle meine Tätigkeiten am TV oder im Radio erfolgen immer in meiner Funktion als Chefredaktor der Sonntagszeitung.»</p>
<p><strong>Der Blogger</strong><br />
Unter <a href="http://www.martinspieler.ch/">martinspieler.ch</a> führt Spieler einen «Schweizer Wirtschaftsblog», in den er regelmässig eigene Texte kippt (zuletzt meist seine Editorials). Kommentieren kann man die Einträge, nur werden seit über einem Jahr keine Kommentare mehr freigeschaltet. Der <a href="http://www.martinspieler.ch/ubs-muss-obergrenze-fur-risiken-boni-und-verluste-einfuhren/20110919/comment-page-1#comment-16076">letzte freigeschaltete Kommentar</a> stammt vom 24. September 2011.</p>
<p><strong>Das Internet</strong><br />
Die Zeitung ist auch ohne Internet erfolgreich, war bisher die Losung. Der Text <a href="http://www.davidbauer.ch/2010/12/28/online-strategie-sonntagszeitung/">«Die SonntagsZeitung: Ein Print-Riese im digitalen Tiefschlaf»</a> von David Bauer aus dem Dezember 2010 ist nach wie vor gültig. Die aktuelle Situation ist dennoch erschreckend. Die altertümlich wirkende Website lädt nicht ein zum Besuch und hat sich, zumindest zahlenmässig, kaum entwickelt. Besuchten im Februar 2004 66’000 Unique Visitors die Website (92’596 Visits), waren es im Dezember 2012 90’000 Unique Visitors (174’519 Visits). Die iPad-Version der Sonntagszeitung kämpfte <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/05/jeden-sonntag-das-gleiche-theater/">letztes Jahr</a> mit grossen technischen Problemen, nach wie vor ist die Gesamtbewertung der App im iTunes-Store vernichtend. 598 von aktuell 969 Bewertungen (Stand: 24. Januar) stufen die von Goldbach Media erstellte App mit einem von fünf möglichen Sternen ein, das sind über 60 Prozent. Ist es aktuell besser? Nein. Von den letzten elf Kommentaren («werde das Abo nicht verlängern, das wäre schlicht Geldverschwendung», «die App ist sehr instabil und nervt mehr als sie nützt», «ist schon eine Frechheit, dass man für sowas bezahlt») bewerten neun mit einem Stern («Gefällt mir gar nicht»), lediglich zwei verleihen zwei Sterne («Gefällt mir nicht»).</p>
<p><strong>Der Netzwerker</strong><br />
Als Spieler mit der Führung der Sonntagszeitung betraut wurde, war das für viele eine grosse Überraschung, war sein Name doch nie im Gespräch. Tamedia hat ihn wohl ausgesucht wegen seiner Loyalität, aber auch aufgrund seiner guten Kontakte zur Wirtschaft. Diese seien jedoch überschätzt, ist zu hören, denn weit über den «Club am Rennweg» gingen sie nicht hinaus («zu den wirklich wichtigen Leuten hat er null Draht»). Trotzdem bleibt er ein typischer Netzwerker &#8211; wovon die Zeitung insgesamt profitiert, worunter das Wirtschaftsressort manchmal leidet.</p>
<p><strong>Die Erfolge</strong><br />
Martin Spieler, von 2004 bis 2010 für die Handelszeitung verantwortlich, seit 2010 für die Sonntagszeitung, kann Erfolge bei den Auflagen ausweisen. Allerdings profitiert er von übernommenen Lesern, in der Vergangenheit und in der Zukunft. So konnte die Handelszeitung 2007 nach dem Ableben von Cash <a href="http://www.axelspringer.de/presse/HANDELSZEITUNG-ab-sofort-groesste-Schweizer-Wirtschaftszeitung_35340.html">27’000 Abonnements übernehmen</a>.</p>
<p>Die «verkaufte Auflage», nach den jeweiligen <a href="http://www.wemf.ch/d/unternehmen/archiv/Auflagebulletins.php:">WEMF-Auflagebulletins</a>:</p>
<p><strong>2004:</strong> nicht online verfügbar<br />
<strong>2006:</strong> Handelszeitung: 30&#8217;776, Sonntagszeitung: 201&#8217;358<br />
<strong>2008:</strong> Handelszeitung: 45&#8217;190, Sonntagszeitung: 202&#8217;141<br />
<strong>2010:</strong> Handelszeitung: 40&#8217;822, Sonntagszeitung: 188&#8217;658<br />
<strong>2012:</strong> Handelszeitung: 36&#8217;689, Sonntagszeitung: 175&#8217;882</p>
<p>Seit dem 2. September 2012 erhalten rund 36‘000 «Bund»-Abonnenten die Sonntagszeitung, und auch die 62&#8217;707 Abonnenten der Basler Zeitung (gemäss WEMF 2012) werden ab dem 3. März 2013 die Sonntagszeitung erhalten, wonach die Auflage wohl in die Nähe von 250’000 Exemplaren kommen wird. Wer rechnen kann, und Tamedia kann rechnen, sieht, dass die Sonntagszeitung unter Spieler an Auflage verliert. Während die direkte Konkurrenz, die NZZ am Sonntag, <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/07/warum-die-nzzas-gewinnt/">zulegt</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Chefredaktor am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Kommt in die Gänge!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/03/02/kommt-in-die-gaenge/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Torsten Haeffner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 10:34:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Pro Quote]]></category>
		<category><![CDATA[Quote]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In deutschen Medien machen Journalistinnen und Redaktorinnen mobil: Sie fordern eine Quote von 30 Prozent weiblichen Führungskräften in Redaktionen. Aber weshalb ausgerechnet eine Frauenquote? Es gibt zahlreiche andere gesellschaftliche Gruppen, die in den Medien auch unterrepräsentiert sind. Das Recht auf Führung erwirbt man nicht per Verordnung oder Quote. Geht es um einen verordneten Frauenanteil in <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/02/kommt-in-die-gaenge/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/02/kommt-in-die-gaenge/">«Kommt in die Gänge!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/03/pro_quote.jpg" class="alignleft" width="120" height="95" /> In deutschen Medien machen Journalistinnen und Redaktorinnen mobil: Sie fordern eine Quote von 30 Prozent weiblichen Führungskräften in Redaktionen. Aber weshalb ausgerechnet eine Frauenquote? Es gibt zahlreiche andere gesellschaftliche Gruppen, die in den Medien auch unterrepräsentiert sind. Das Recht auf Führung erwirbt man nicht per Verordnung oder Quote.<br />
<span id="more-30444"></span><br />
Geht es um einen verordneten Frauenanteil in Führungspositionen, sind die Meinungen schnell gemacht: Die Befürworter versprechen sich von der zwangsweisen geschlechterspezifischen Besetzung von Führungspositionen mehr Gerechtigkeit. Die Gegner von Quoten sehen in verordneter Geschlechtergerechtigkeit eine Form der Diskriminierung oder lehnen jegliche Zwänge zur Durchsetzung von vermeintlicher Gleichheit generell ab.</p>
<p>Am 26. Februar war es wieder einmal soweit: Unter dem Titel «Frauen sind kein Problem, sondern die Lösung», verkündete Katharina Riehl <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/debatte-um-frauenquote-frauen-sind-kein-problem-sondern-die-loesung-1.1293788" target="_blank">in der «Süddeutschen Zeitung»</a> kämpferisch: «In Deutschland gibt es viel zu wenig Frauen in Leitungsposten. Auch in Verlagshäusern, wie der SZ. Nun machen 350 deutsche Journalistinnen mobil – und fordern jetzt eine Frauenquote von 30 Prozent für Führungspositionen.»</p>
<p>In einem <a href="http://www.pro-quote.de/was-wir-wollen/" target="_blank">offenen Brief</a> beklagen sich die Initiatorinnen von «Pro Quote» bei ihren Vorgesetzten, dass «nur zwei Prozent aller Chefredakteure der rund 360 deutschen Tages- und Wochenzeitungen Frauen» sind. Weiters monieren sie, dass von 12 Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks «lediglich drei weiblich» sind, mithin also 25 Prozent. Das Ziel der Journalistinnen ist, dass in den nächsten fünf Jahren mindestens dreissig Prozent der Führungspositionen in den Redaktionen mit Frauen besetzt werden, und zwar auf allen Hierarchiestufen. «Schaffen Sie das?», fragen sie die Adressaten des Schreibens. Nichts spricht dafür.</p>
<p>Denn eine Lösung ist die Quote nicht. Hätten Frauen das Recht, Quoten im Journalismus oder in anderen Berufen durchzusetzen, dann stünde das gleiche Recht auch beispielsweise Ausländern, Christen, Muslimen etc. zu. Zumal wenn man Miriam Meckel ernst nimmt, die meint, die Quote wäre rechtens, «weil Medien täglich dazu beitragen, unsere Weltbilder zu entwerfen. Die sollten auch den Blick der Frauen enthalten». Und welche Gruppe hätte dann – frei nach Frau Meckel – nicht das Recht, ihren Blick in die Weltbilder der Leser zu projizieren?</p>
<p>Kriterium zur Beförderung auf einen Chefposten kann nicht die Zugehörigkeit zu irgendeiner Gruppierung sein: Führen kann und soll, wer in den für die jeweilige Publikation erfolgsentscheidenden Rubriken über die dafür erforderliche Qualifikation, Kompetenz und ergo Autorität verfügt.</p>
<p>Und wie steht es darum in deutschen Medien? Ein Quervergleich von führenden deutschen Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen ergibt – und das kann jeder selbst bei seinem Leib- und Magenblatt überprüfen: In erfolgsentscheidenden Ressorts (Innenpolitik, Internationales, Wirtschaft, Finanzen, Wissenschaft, Sport etc.) arbeiten fast ausschliesslich Männer. Frauen sind hier nur selten am Werk.</p>
<p>Sie publizieren dagegen vornehmlich Artikel von den vielen Nebenkriegsschauplätzen dieser Welt: also über Lokales, Gesellschaftsthemen, Beziehungsprobleme, die neueste Party-Location, Beauty-, Gesundheits- und Bewerbungstipps, Prominente, Mode, Lifestyle, Kultur, Literatur, TV und dergleichen mehr.</p>
<p>Wo also sollen sie denn herkommen, diese dreissig Prozent Frauen? Und warum arbeiten viel weniger Frauen als Männer in den jeweils matchentscheidenden Disziplinen?</p>
<p>Die Initiative «Pro Quote» verkennt: Das Recht auf Führung erwirbt man nicht per Verordnung oder Quote. Führen und Macht muss man wollen und die dafür in den Schlüsseldisziplinen erforderlichen Qualifikationen, Kompetenzen und Autorität muss man liefern. Haben sich Frauen einmal in den jeweiligen Schlüsseldisziplinen etabliert und beweisen sie die nötige Durchsetzungskraft, dann braucht es keine Quote. Die Journalistin Lena Ackermann skandiert auf pro-quote.de: «Kommt in die Gänge!» Das sollten sie wirklich wörtlich nehmen, die Damen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/02/kommt-in-die-gaenge/">«Kommt in die Gänge!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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