<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Redaktionskultur | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/redaktionskultur/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 18 Oct 2018 15:21:07 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Tanzen, schwingen, wursten – wie sich Redaktionen selbst inszenieren</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/10/18/tanzen-schwingen-wursten-wie-sich-redaktionen-selbst-inszenieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Reto Hunziker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Oct 2018 15:19:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionskultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=62385</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie arbeiteten lange im Hintergrund, nun wagen sie ihr Coming-Out: Auch Medienschaffende, die nicht beim Fernsehen arbeiten, treten immer öfter vor der Kamera in Erscheinung. Auf einen Hosenlupf mit dem Chefredaktor, den Moonwalk üben mit dem People-Ressort oder Flachwitze reissen im Newsroom: Medien und die Menschen dahinter zeigen sich offenherziger denn je. Selbstinszenierung hat Hochkonjunktur. <a href="https://medienwoche.ch/2018/10/18/tanzen-schwingen-wursten-wie-sich-redaktionen-selbst-inszenieren/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/10/18/tanzen-schwingen-wursten-wie-sich-redaktionen-selbst-inszenieren/">Tanzen, schwingen, wursten – wie sich Redaktionen selbst inszenieren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie arbeiteten lange im Hintergrund, nun wagen sie ihr Coming-Out: Auch Medienschaffende, die nicht beim Fernsehen arbeiten, treten immer öfter vor der Kamera in Erscheinung.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-62386" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/10/MW-tanzen-schwingen-wursten_20181018c.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/10/MW-tanzen-schwingen-wursten_20181018c.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/10/MW-tanzen-schwingen-wursten_20181018c-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/10/MW-tanzen-schwingen-wursten_20181018c-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/10/MW-tanzen-schwingen-wursten_20181018c-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/10/MW-tanzen-schwingen-wursten_20181018c-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Auf einen Hosenlupf mit dem Chefredaktor, den Moonwalk üben mit dem People-Ressort oder Flachwitze reissen im Newsroom: Medien und die Menschen dahinter zeigen sich offenherziger denn je. Selbstinszenierung hat Hochkonjunktur. Und es ist im Prinzip nur eine logische Folge des Medienwandels.</p>
<p>Erinnern wir uns: Vor fast 25 Jahren mussten wir uns noch daran gewöhnen, dass so genannte «Videojockeys» sich selbst abmoderierten mit «für ‹Tele Züri›, Vorname Nachname». Und vor 15 Jahren galt es fast schon als bahnbrechend, in Zeitungen die Kommentare mit Porträtbildchen der Schreibenden zu versehen. Heute hingegen finden wir beispielsweise neben einem Artikel des «Tages-Anzeigers», der online verfügbar ist, Name, Foto und Twitter-Account des Autors und falls er fest angestellt ist auch noch die Kurz-Bio. Default-mässig.</p>
<p>Die Zeiten, in der das Ich kein Bestandteil des Textes sein darf, sind vorbei. Und offensichtlich auch jene, bei der der Autor nicht in Erscheinung treten darf. Im Gegenteil: Es ist sogar erwünscht – und wird forciert.</p>
<p>Die Varianten, wie Redaktionen sich präsentieren, sind mannigfaltig – aber vor allem multimedial. Sie fangen beim Video-Kommentar an, reichen über Reportage-artige Selbstversuche bis zu profanen Bild- oder Video-Dokumentationen des Redaktionsalltags.</p>
<p>Ein paar Beispiele gefällig?</p>
<ul>
<li><a href="http://www.20min.ch/entertainment/musik/story/Wie-ist-es--Jackson--zu-tanzen--10652983" target="_blank" rel="noopener">Das People-Ressort von «20 Minuten» versucht sich in Michael Jacksons Moonwalk.</a></li>
<li><a href="https://www.watson.ch/!891913901" target="_blank" rel="noopener">Matthias Sempach lupft «Watson»-Chefredaktor Maurice Thiriet im Newsroom.</a> (<a href="https://www.blick.ch/news/wirtschaft/wef/hier-signiert-trump-den-blick-id7896927.html" target="_blank" rel="noopener">Erinnert ein wenig an das hier</a>)</li>
<li><a href="https://www.stern.de/neon/feierabend/flachwitz-freitag--warum-ein-telefonklingeln-joko-winterscheidt-zum-lachen-bringt-7884874.html" target="_blank" rel="noopener">«Stern»-Redaktor René-Pascal Weiss tingelt jeden Freitag durch die Redaktion und schaut, wie die Mitglieder auf seine Flachwitze reagieren.</a></li>
<li><a href="https://www.watson.ch/!118717047" target="_blank" rel="noopener">Ein Teil der «Watson»-Redaktion zeigt seine alten Führerschein-Fotos. Die Leser sollen raten, wer das sein soll.</a></li>
<li><a href="http://www.20min.ch/community/stories/story/So-viel-Geld-erhaelt-man-als-Bettler-wirklich-14677679" target="_blank" rel="noopener">«20 Minuten» Community-Redaktor Alpcan «Alpi» Özkul ist als Bettler unterwegs.</a></li>
<li><a href="https://www.watson.ch/schweiz/wirtschaft/245627787-so-viel-plastik-verbrauchen-die-watsons-in-einer-woche" target="_blank" rel="noopener">«Watson»-Redaktoren offenbaren ihren wöchentlichen Plastikverbrauch.</a></li>
<li><a href="https://twitter.com/srfaarau/status/1052923607842738176" target="_blank" rel="noopener">«SRF»-Redaktor lässt sich von Polizist tasern.</a></li>
<li><a href="https://www.20min.ch/videotv/?vid=646153&amp;cid=225" target="_blank" rel="noopener">«20 Minuten» tanzt schon wieder, diesmal den «Skibidi»-Dance.</a></li>
<li><a href="https://www.watson.ch/!425132271" target="_blank" rel="noopener">Selbstversuch: «Watson»-Redaktor Oliver Baroni an der Wurst-WM.</a></li>
<li><a href="https://www.watson.ch/Wein+doch" target="_blank" rel="noopener">Das Format «Wein doch» von «Watson» ist zu einem fixen Gefäss geworden. Hier lassen sich Redaktionsmitglieder unter Einfluss von Alkohol über etwas aus, das sie stört.</a></li>
</ul>
<p>Der News-Wert variiert innerhalb des breiten Spektrums an Selbstinszenierungen stark. Vom Social Media Post, das <a href="https://www.facebook.com/watson.news/videos/2047058812036000/" target="_blank" rel="noopener">«Watson»-Mitarbeiter beim Aufbauen von Möbeln</a> zeigt,<br />
bis zur maximal Selbstreferenz: Hier sucht <a href="http://www.20min.ch/videotv/?vid=612701&amp;cid=252" target="_blank" rel="noopener">die People-Redaktion von «20 Minuten» einen neuen Mitarbeiter</a> mit einer Art Bewerbungsvideo.</p>
<p>Ja, sind wir Medienschaffenden denn alle total narzisstisch geworden? Nein, die Antwort ist viel einfacher. Und logischer. Die Mediengattungen haben sich dank des Internets vermischt. Um ein Video oder einen Podcast an ein Millionen-Publikum zu senden, braucht es keine teuren Anlagen mehr. Im Web ist all das möglich, auch für Privatpersonen via Social Media. Das bedeutet für die Online-Medien: Jeder macht fast alles. Auch ein Schreiberling nimmt also mal eine Kamera in die Hand. Nach der Devise: Wir können Multimedia, also machen wir Multimedia! Insofern wird die Lücke zwischen Onlinemedium und Regionalfernsehen immer kleiner, wie man etwa am Beispiel Nau.ch sieht.</p>
<p>Das <a href="https://www.instagram.com/izzymagazine/" target="_blank" rel="noopener">Social Media-Magazin «Izzy»</a> von Ringier zeigt, wie selbstverständlich Selbstinszenierung bereits sein kann. Das Medium bietet in erster Linie Videos mit Viral-Potenzial: Mini-Porträts von Vertretern gewisser <a href="https://izzymag.ch/article/diese-frau-verbringt-extrem-viel-zeit-im-bad" target="_blank" rel="noopener">Berufsgattungen</a> oder Minderheiten (ähnlich wie <a href="https://www.srf.ch/radio-srf-virus/rehmann" target="_blank" rel="noopener">Robin Rehmann bei «SRF Virus»</a>) oder ulkige versteckte Kamera-Stunts (wie einst bei «Verstehen Sie Spass?). Oft kommt dabei die Redaktion zum Zug. Ob sie darüber Auskunft geben, wie es sich als kleiner, grosser oder sparsamer Mensch so lebt, oder ob sie eine Rolle in einer Art Sketch übernehmen – es gehört zum Job-Profil.</p>
<p>Beim jungen Magazin «Izzy» gehört es zum Konzept, bei den herkömmlichen Medienmarken ist es PR in eigener Sache und damit ein Marketing-Instrument. Stichwort: Personalisierung. Je besser der Medienkonsument die Personen hinter den Medienhinhalten kennt, desto eher identifiziert er sich mit ihnen oder vertraut ihnen, was wiederum die Bindung zwischen ihm und dem Medium stärkt. Stichwort: Community-Building.</p>
<p>Warum also ist man nicht schon viel früher auf die Idee gekommen? Einerseits weil es schlicht noch nicht möglich und technisch zu aufwändig war. Andererseits, weil es, solange es den Medienunternehmen gut ging, verpönt war, sich mit etwas anderem als Inhalten zu profilieren. Ausnahme: Ende Jahr zeigten TV-Sender ihre Patzer und Anfang Jahr erschien in den Zeitungen die Doppelseite mit Passfotos der Redaktionsmitglieder.</p>
<p>Seit Interaktion in Echtzeit stattfinden kann, passen sich Medien immer stärker dem Habitus der Nutzer an, das Verhältnis zwischen Kommunikator und Rezipient wird familiärer. Auf Social Media <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/23/emojis-im-journalismus-wir-sind-soooo-fresh-und-lustig/">kommunizieren Medienschaffende mit Emojis</a>, in Foren sind auch Redaktoren angehalten, mitzudiskutieren. User schicken ihre Leser-Reporter-Bilder, warum nicht etwas zurückgeben und zeigen, wie es hinter den Kulissen läuft?</p>
<p>Problematisch ist das per se nicht. Komplizierter wird es erst, wenn der selbstreflexive Content eingekauft ist, aber vorgibt, neutral zu sein (etwa, wenn eine Tanzschule den «20 Minuten»-Moonwalk gesponsert hätte). Oder wenn, wie allgemein bei der Medien-PR eine Nicht-Information ohne Newswert zur Information hochstilisiert wird respektive No-News als gleichwertig erscheinen wie echte News. (Was bei Jux-Videos sehr oft der Fall ist, zumal sie neben relevanten Nachrichten erscheinen.)</p>
<p>Richtig und gut gemacht, können diese Selbstreferenzen einen Mehrwert darstellen. Meistens einen, der in der Unterhaltung anzusiedeln ist. Aber trotzdem. Auch die Köpfe hinter dem Content zu sehen, kann spannend sein. Wirkt es zu klamaukig, dilettantisch oder aufgesetzt, kann es allerdings auch passieren, dass das Gegenteil von dem passiert, was beabsichtigt war: Statt sich mit dem Medium zu identifizieren, distanziert sich der Konsument und das Medium verliert an Glaubwürdigkeit. Was sich die Redaktionen wohl als Nächstes einfallen lassen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/10/18/tanzen-schwingen-wursten-wie-sich-redaktionen-selbst-inszenieren/">Tanzen, schwingen, wursten – wie sich Redaktionen selbst inszenieren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Chefredaktor am Sonntag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 21:48:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Spieler]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Bärtschi]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=12266</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Sonntagszeitung wurde bei der Gründung 1987 von einer wilden Redaktion gemacht, die Neues wagte und das Establishment aufwühlte. Dieser ehemalige Punk ist alt und fett geworden: Ängstlich um den Verlust jeden Lesers beliefert er den Mittelstand mit ganz schön langweiliger Durchschnittsware. Chefredaktor ist seit bald drei Jahren Martin Spieler, doch so richtig angekommen ist <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Chefredaktor am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sonntagszeitung wurde bei der Gründung 1987 von einer wilden Redaktion gemacht, die Neues wagte und das Establishment aufwühlte. Dieser ehemalige Punk ist alt und fett geworden: Ängstlich um den Verlust jeden Lesers beliefert er den Mittelstand mit ganz schön langweiliger Durchschnittsware. Chefredaktor ist seit bald drei Jahren Martin Spieler, doch so richtig angekommen ist er bis heute nicht: Statt wie ein Teil der Redaktion wirkt er wie ein verlängerter Arm des Verlags. Es fehlt der Zeitung nicht nur eine Digitalstrategie, sondern auch eine interne Kritikkultur, die frische Ideen zur Entfaltung bringen könnte.<br />
<span id="more-31160"></span><br />
<strong>Das Pensum</strong><br />
Was für einen Job hat eigentlich ein Mann mit folgenden Aufgaben?</p>
<ul>
<li>Moderator der wöchentlichen Sendung «BörsenTrend» auf Tele Züri</li>
<li>Moderator der wöchentlichen Sendung «Geld» auf Tele M1</li>
<li><del datetime="2013-01-31T08:38:47+00:00">Moderator der wöchentlichen Sendung «Geld» auf Tele 1</del> (eingestellt, wurde bis zum 26. Dezember 2012 ausgestrahlt)</li>
<li>Wirtschafts- und Börsenexperte für Radio- und TV-Stationen (auf Anfrage)</li>
<li>Verwaltungsrat der 3 Plus Group AG</li>
<li>Verwaltungsrat der Journalistenschule MAZ</li>
<li>Verwaltungsrat im «Club zum Rennweg» </li>
<li>Stiftungsrat der «Stiftung Pro Kloster Einsiedeln»</li>
<li>Präsident und Kassier der Konferenz der Chefredaktorinnen und -redaktoren</li>
<li>Dozent der Schweizer Journalistenschule MAZ</li>
<li>Dozent der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW</li>
<li>Dozent an weiteren Fachhochschulen</li>
</ul>
<p>Nun ja, er ist Chefredaktor der wöchentlich in acht Bünden erscheinenden «Sonntagszeitung», sein Name ist Martin Spieler. Er wohnt im Kanton Obwalden (Engelberg), ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Seine Nebentätigkeiten habe er «in letzter Zeit deutlich reduziert», schreibt Spieler auf Anfrage. Als Verwaltungs- und Stiftungsrat wende er 18 Stunden im Jahr auf, als Dozent 12 Stunden. Öffentliche Auftritte seien «durchaus im Interesse der Sonntagszeitung»: «Das gibt uns eine höhere Beachtung über den Sonntag hinaus und gehört zu meinen Aufgaben als Chefredaktor.»</p>
<p>Grundsätzlich gilt für alle redaktionell tätigen Mitarbeiter bei Tamedia, dass sie eigene Nebentätigkeiten in einer schriftlichen Erklärung offenlegen müssen: «Politische Mandate, leitende Funktionen in Parteien aber auch Mandate in Verwaltungs- oder Stiftungsräten sind grundsätzlich nicht zulässig, ausser es besteht eine Ausnahmebewilligung», schreibt die Pressestelle von Tamedia. Und weiter: «Es ist im Sinne der SonntagsZeitung, dass Martin Spieler als Chefredaktor öffentlich auftritt und sich zu aktuellen Fragestellungen äussert. Dies gilt auch für Auftritte an wichtigen Ausbildungsinstitutionen wie beispielsweise der Journalistenschule MAZ. Die Mandate bei der 3 Plus Group AG und beim Club zum Rennweg, die Martin Spieler bereits vor seinem Wechsel zur SonntagsZeitung ausübte, sind wie in unseren internen Richtlinien vorgesehen mit Tamedia abgesprochen und werden periodisch überprüft.»</p>
<p><strong>Die Redaktion</strong><br />
Der deutsche «Spiegel» sei die Messlatte für die Sonntagszeitung, sagte Martin Spieler In einem Interview mit dem «Schweizer Journalist» im März 2012; publizistisch formulierte er «einen ganz klaren Führungsanspruch»: «Wir wollen die beste, informativste, spannendste, unterhaltsamste Sonntagszeitung der Schweiz sein.» Es gelingt am ehesten bei der Information: Der in Bern angesiedelte Recherchedesk, eine Kooperation mit «Le Matin Dimanche», liefert jene Storys, die zu erwarten sind, wenn mal einigen Journalisten tatsächlich Zeit zur Recherche eingeräumt wird. Aufgedeckt wurde zum Beispiel ein <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=230577">Datendiebstahl im Nachrichtendienst des Bundes</a>.</p>
<p>Doch die damit zementierte, innerredaktionelle Zweiklassengesellschaft rief unter den Mitarbeitern viel Unmut hervor. Mittlerweile haben sich viele der in Zürich zurückgelassenen Kritiker daran gewöhnt und geniessen es, dass der Druck, am Sonntag eine Hammerstory zu liefern, nachgelassen hat, wenn die Titelseite mit Storys vom Recherchedesk besetzt wird.</p>
<p><em>Für diese Geschichte war nicht schwierig, Journalisten dazu zu bringen, etwas über Martin Spieler und die Situation der Sonntagszeitung zu sagen. Öffentliche Aussagen wollte jedoch nicht einer tätigen. Das hat zu tun mit dem allerwichtigsten Wert in der Sonntagszeitung-Redaktion: Loyalität. Wer nicht zu 100 Prozent loyal ist (natürlich gegen oben), hat keine Chance auf eine Beförderung. Das mag in vielen Firmen so sein, doch Journalismus ist ein Wettkampf unabhängiger und auch unkonventioneller Geister um die besten Recherchen, Ideen und Formulierungen. Es läuft selten lange gut, wenn das freie Wort nicht gefördert wird und am Ende immer nur die Chefs recht haben.</em></p>
<p>Während in Bern in aller Ruhe recherchiert wird, macht die Redaktion in Zürich einen unmotivierten, unterforderten Eindruck: Unzufriedenheit herrscht, Langeweile, Alltagstrott. Dafür verantwortlich ist einerseits eine unbewegliche Personalstruktur, die kaum frische Kräfte in Führungspositionen kommen lässt, andererseits die nicht vorhandene Streitkultur. «An den Redaktionssitzungen wird kaum je ein Text kritisiert», erzählt jemand aus der Redaktion. «Es fehlt an der Kritikkultur, es ist immer alles gut an den Blattkritiken», jemand anders. Und eine weitere Stimme: «Bei der grossen Redaktionssitzung wird viel gelobt, vor allem von Seiten der Führung. Am meisten lobt Spieler.» Über das Loben an sich schrieb Constantin Seibt <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/1592/kusse-des-todes-wie-sie-einen-journalisten-abschiessen-konnen/">vor ein paar Monaten</a>: «Lob bringt – gehäuft verabreicht &#8211; jeden Produktionsmotor ins Stottern».</p>
<p>Spieler selbst sieht das freilich anders, auf Anfrage schreibt er: «Die Stimmung in der Redaktion der Sonntagszeitung ist positiv inspirierend, konstruktiv und ich lade die Kolleginnen und Kollegen immer wieder ein, offen und auch kritisch zu diskutieren. Das ist jederzeit problemlos möglich.» Immerhin herrscht ein freundlicher, ein netter Ton vor im Umgang miteinander, was durchaus Spielers positivem Einfluss zugerechnet werden darf. Die vordergründig harmonische Stimmung kann aber nicht über die Konkurrenz von Einzelkämpfern im Redaktionsalltag hinwegtäuschen, die zum Teil eher gegeneinander als miteinander arbeiten. Viele würden gerne den Job wechseln, doch der Stellenmarkt ist derzeit ausgetrocknet. Spieler schreibt weiter: «Auch als Arbeitgeber ist die Sonntagszeitung attraktiv, was in einer im Vergleich zu anderen Zeitungen sehr geringen Fluktationsquote zum Ausdruck kommt sowie in der Tatsache, dass es uns problemlos gelingt, die besten Talente des Landes bei uns zu halten und neue zu gewinnen.»</p>
<p>Sieht man von einigen Highlights im Fokus, im Sport und im Wissen ab, füllen die personell gut dotierten Ressorts ihre Bünde uninspiriert ab, die hinteren Teile der Zeitung funktionieren vor allem als Werbetransporter. Eine Pauschalkritik, gewiss, doch den guten Voraussetzungen zum Trotz bleiben die leichteren Bereiche rund um Kultur und Freizeit mehrheitlich furchtbar uninteressant &#8211; kein Wunder, wenn einem der Chef jede Woche bescheinigt, tolle Arbeit abzuliefern. Gemessen werden sollten die gelieferten Inhalte nicht an der diesbezüglich ebenso wenig überzeugenden Konkurrenz, sondern an dem, was die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» oder die «Welt am Sonntag» in diesen Bereichen bieten. Viele Mitarbeiter sind schon seit Jahren, seit Jahrzehnten an unveränderter Position, ganz neue Impulse sind von ihnen nicht mehr zu erwarten.</p>
<p><strong>Die Primeurs</strong><br />
Auf der Titelseite werden wie bekannt und gewohnt Primeurs (Scoops) gebolzt. Statt sich mit allgemein bekannten Fakten auseinanderzusetzen, die an sich skandalös genug wären, präsentiert die Sonntagszeitung lieber bedeutungsarme Detailnews oder «Geheimpapiere». Der Leser wird so jeden Sonntag mit einer Reihe neuer Faktendetails konfrontiert, die insgesamt ein zerstückeltes Bild ergeben. Wer dieses kleinteilige Allerlei an Neuigkeiten verwirrt, hat Pech gehabt: Die Sonntagszeitung wird nicht für die Leser geschrieben, sondern für die anderen Journalisten. Es geht um die Zahl der Zitierungen. Ob man seinen Satz <a href="https://www.facebook.com/photo.php?v=10150395660494817&#038;set=vb.253727174674740&#038;type=2&#038;theater">«Ich freue mich auf Ihre Meinung»</a> jemals ernst nehmen konnte, bleibt fragwürdiger denn je.</p>
<p>So ist an Redaktionskonferenzen nicht etwa der Inhalt oder die Form der Texte Thema, sondern, welches Medium welche Geschichte wie aufgenommen hat. Zitiert eine Zeitung nicht konkret («wie die Sonntagszeitung schreibt»), sondern allgemein («wie aus der Sonntagspresse zu erfahren ist»), kann der sonst so versöhnliche Chefredaktor auch mal richtig wütend werden. «Es kommt nur auf die Primeurs an, und wie oft Dein Name in der Zeitung steht. Wichtig ist sogar die Reihenfolge der Namen in der Verfasserzeile», ist aus der Redaktion zu hören.</p>
<p>Diese Jagd nach Primeurs führt zu bedeutungs- und folgenlosen Geschichten, in denen irgendein aktuelles Ereignis hochgeschrieben wird zu einem «Skandal», in Folge dem gewichtige Stimmen fordern, das müsse «Konsequenzen» haben. Als Beispiel der Text <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=203574">«Allianz für ‹Lex Weltwoche›»</a> vom 15. Januar 2012: Sechs Parteichefs liessen sich in diesem Fall von drei Journalisten überzeugen, dass die Eigentumsverhältnisse von Roger Köppels «Weltwoche» keinesfalls privat bleiben dürften («Ziel ist es, kommende Woche eine gemeinsame Erklärung zu verfassen und die ‹Weltwoche› derart unter Druck zu setzen, dass sie auch allfällige Darlehensbürgschaften offenlegen muss.»). Die Folgen: Keine. Sie sind nach wie vor privat.</p>
<p>Die Chefredaktion scheut auch nicht, sich Exklusives vertraglich zuzusichern, manchmal auch nur, damit die Konkurrenz nichts davon hat. Beispielsweise wurde die Exklusivität eines (langweiligen) <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/wirtschaft/artikel-detailseite/?newsid=240255">Interviews mit Roberto Martullo</a> mit einer <a href="https://twitter.com/JrgAuf/status/289737116617940992">«Vereinbarung»</a> geschützt:</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p>Neu: Blocher-Schwiegersohn Martullo verweigert an einer Medienkonferenz Interviews: Er habe eine Vereinbarung mit der SoZ unterzeichnet!</p>
<p>&mdash; Jürg Auf der Maur (@JrgAuf) <a href="https://twitter.com/JrgAuf/status/289737116617940992">January 11, 2013</a></p></blockquote>
<p>Man mag sich über eine solche Vorgehensweise ärgern, doch über magere Inhalte kann keine Vereinbarung hinwegtrösten.</p>
<p><strong>Der Chef</strong><br />
Die Führung von Spieler wird als «etwas emotionslos» beschrieben. Wer sich einen seiner routiniert heruntergeratterten Monologe für die Lokalsender ansieht, wird verstehen, was gemeint sein könnte. Positiv erwähnt werden die zwischenmenschlichen Fähigkeiten von Spieler, insbesondere im persönlichen Gespräch. Tatsächlich kann kaum jemand der Redaktoren viel sagen über die Zusammenarbeit mit ihm &#8211; weil er so oft abwesend ist; mit ein Grund dafür, dass Spieler in der Redaktion nur über wenig Rückhalt verfügt. Einige Redaktoren nehmen ihn wahr als verlängerten Arm von Tamedia-Verleger Pietro Supino. Als tatsächlicher Chef in der Redaktion wirkt sein Stellvertreter, Simon Bärtschi, ist dieser doch, anders als Spieler, von Dienstag bis Samstag auf der Redaktion anwesend.</p>
<p>Geführt wird die Sonntagszeitung hierarchisch. Die Chefredaktion redet mit den Ressortleitern, die Ressortleiter reden mit den Journalisten. Direkten Kontakt gibt es wenig. Anliegen von unten nach oben durchlaufen die ordentlichen Stufen, die Entscheidungswege sind lang. Wer etwas erreichen will, ist gezwungen, Umwege zu gehen, ist doch weder das offene Wort noch die schnelle, unkomplizierte Lösung eine Option. In der Folge verbringt das Kader viel Zeit an Sitzungen. Es besteht kein Klima, in dem gute Ideen rasch umgesetzt werden können.</p>
<p><strong>Der Journalist</strong><br />
Was macht Spieler publizistisch? Vor allem eher uninspirierte, eher nicht so kritische Interviews. Und Editorials: Zuletzt forderte er ein zentrales Waffenregister und kritisierte Bundespräsident Maurer hart dafür, dass er sich die Freiheit nimmt, der «Arena» keinen angeblich traditionellen Besuch abzustatten («Gestatten Sie Herr Bundespräsident: Worauf haben Sie denn Lust, wenn Ihnen so vieles, das zu Ihrem Amt gehört, gar nicht behagt?»). <a href="http://www.martinspieler.ch/die-freiheit-im-internet-gilt-es-zu-verteidigen/20121202">Am 2. Dezember 2012</a> stellte er Google wie einen Dieb dar («sich bei journalistischen Texten einfach bedienen und ohne Gegenleistung gewerblich nutzen»), obwohl Google (so wie Zeitungen) nur zitiert und keine Urheberrechte bricht. Flankiert wurde das peinliche Editorial von einem Interview mit Marc Walder, der auf Vorlage von Spieler ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger forderte («Ich will dem Verband nicht vorgreifen, aber ich bin klar dafür»). Rainer Stadler von der NZZ <a href="http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/hassobjekt-google-1.17866884">quittierte folgerichtig</a>: «Der Journalismus würde intelligentere Interessenvertreter verdienen.» Eine Kolumne von David Bauer zum Leistungsschutzrecht steht nach wie vor in der <a href="http://www.davidbauer.ch/2012/11/25/eine-leistung-die-es-zu-schutzen-gilt/">Originalversion</a> und in der <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/multimedia/kolumne-bauer/kolumne-bauer-detailseite/?newsid=236003">SoZ-Version</a> online, da kann sich jeder selbst ein Bild machen.</p>
<p>Um das durch seine Bildschirmpräsenz über Jahre zementierte Image als Geldonkel aus dem Lokalfernsehen zu überwinden, reagierte er letztes Jahr und startete eine umtriebige Kommunikationsoffensive, mit angriffigen Texten und «Arena»-Auftritten. «Aber er hat einfach nichts zu sagen», so ein Journalist, der lieber anonym bleiben möchte. Dagegen Spielers Selbsteinschätzung: «Dass ich sehr viel Energie und auch Spass an meiner Tätigkeit als Chefredaktor der Sonntagszeitung habe, sehen Sie auch in der Tatsache, dass ich zu den publizistisch aktivsten Chefredaktoren des Landes gehöre und trotz meiner Führungsfunktionen nach wie vor selbst viele Interviews, Artikel und Kommentare in der Sonntagszeitung verfasse.»</p>
<p>Kein Problem hat der Chefredaktor der Sonntagszeitung, klassische PR-Berichte anzusagen, sogenannte «KMU-Porträts». <a href="https://www.youtube.com/watch?v=JWOJOz3UWms">Dieser Beitrag</a> lief 2012 auf Tele M1:</p>
<p><iframe width="450" height="253" src="https://www.youtube.com/embed/JWOJOz3UWms" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Zu seinen Nebentätigkeiten schrieb uns Spieler: «Ein Interessenkonflikt gibt es nicht: Alle meine Tätigkeiten am TV oder im Radio erfolgen immer in meiner Funktion als Chefredaktor der Sonntagszeitung.»</p>
<p><strong>Der Blogger</strong><br />
Unter <a href="http://www.martinspieler.ch/">martinspieler.ch</a> führt Spieler einen «Schweizer Wirtschaftsblog», in den er regelmässig eigene Texte kippt (zuletzt meist seine Editorials). Kommentieren kann man die Einträge, nur werden seit über einem Jahr keine Kommentare mehr freigeschaltet. Der <a href="http://www.martinspieler.ch/ubs-muss-obergrenze-fur-risiken-boni-und-verluste-einfuhren/20110919/comment-page-1#comment-16076">letzte freigeschaltete Kommentar</a> stammt vom 24. September 2011.</p>
<p><strong>Das Internet</strong><br />
Die Zeitung ist auch ohne Internet erfolgreich, war bisher die Losung. Der Text <a href="http://www.davidbauer.ch/2010/12/28/online-strategie-sonntagszeitung/">«Die SonntagsZeitung: Ein Print-Riese im digitalen Tiefschlaf»</a> von David Bauer aus dem Dezember 2010 ist nach wie vor gültig. Die aktuelle Situation ist dennoch erschreckend. Die altertümlich wirkende Website lädt nicht ein zum Besuch und hat sich, zumindest zahlenmässig, kaum entwickelt. Besuchten im Februar 2004 66’000 Unique Visitors die Website (92’596 Visits), waren es im Dezember 2012 90’000 Unique Visitors (174’519 Visits). Die iPad-Version der Sonntagszeitung kämpfte <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/05/jeden-sonntag-das-gleiche-theater/">letztes Jahr</a> mit grossen technischen Problemen, nach wie vor ist die Gesamtbewertung der App im iTunes-Store vernichtend. 598 von aktuell 969 Bewertungen (Stand: 24. Januar) stufen die von Goldbach Media erstellte App mit einem von fünf möglichen Sternen ein, das sind über 60 Prozent. Ist es aktuell besser? Nein. Von den letzten elf Kommentaren («werde das Abo nicht verlängern, das wäre schlicht Geldverschwendung», «die App ist sehr instabil und nervt mehr als sie nützt», «ist schon eine Frechheit, dass man für sowas bezahlt») bewerten neun mit einem Stern («Gefällt mir gar nicht»), lediglich zwei verleihen zwei Sterne («Gefällt mir nicht»).</p>
<p><strong>Der Netzwerker</strong><br />
Als Spieler mit der Führung der Sonntagszeitung betraut wurde, war das für viele eine grosse Überraschung, war sein Name doch nie im Gespräch. Tamedia hat ihn wohl ausgesucht wegen seiner Loyalität, aber auch aufgrund seiner guten Kontakte zur Wirtschaft. Diese seien jedoch überschätzt, ist zu hören, denn weit über den «Club am Rennweg» gingen sie nicht hinaus («zu den wirklich wichtigen Leuten hat er null Draht»). Trotzdem bleibt er ein typischer Netzwerker &#8211; wovon die Zeitung insgesamt profitiert, worunter das Wirtschaftsressort manchmal leidet.</p>
<p><strong>Die Erfolge</strong><br />
Martin Spieler, von 2004 bis 2010 für die Handelszeitung verantwortlich, seit 2010 für die Sonntagszeitung, kann Erfolge bei den Auflagen ausweisen. Allerdings profitiert er von übernommenen Lesern, in der Vergangenheit und in der Zukunft. So konnte die Handelszeitung 2007 nach dem Ableben von Cash <a href="http://www.axelspringer.de/presse/HANDELSZEITUNG-ab-sofort-groesste-Schweizer-Wirtschaftszeitung_35340.html">27’000 Abonnements übernehmen</a>.</p>
<p>Die «verkaufte Auflage», nach den jeweiligen <a href="http://www.wemf.ch/d/unternehmen/archiv/Auflagebulletins.php:">WEMF-Auflagebulletins</a>:</p>
<p><strong>2004:</strong> nicht online verfügbar<br />
<strong>2006:</strong> Handelszeitung: 30&#8217;776, Sonntagszeitung: 201&#8217;358<br />
<strong>2008:</strong> Handelszeitung: 45&#8217;190, Sonntagszeitung: 202&#8217;141<br />
<strong>2010:</strong> Handelszeitung: 40&#8217;822, Sonntagszeitung: 188&#8217;658<br />
<strong>2012:</strong> Handelszeitung: 36&#8217;689, Sonntagszeitung: 175&#8217;882</p>
<p>Seit dem 2. September 2012 erhalten rund 36‘000 «Bund»-Abonnenten die Sonntagszeitung, und auch die 62&#8217;707 Abonnenten der Basler Zeitung (gemäss WEMF 2012) werden ab dem 3. März 2013 die Sonntagszeitung erhalten, wonach die Auflage wohl in die Nähe von 250’000 Exemplaren kommen wird. Wer rechnen kann, und Tamedia kann rechnen, sieht, dass die Sonntagszeitung unter Spieler an Auflage verliert. Während die direkte Konkurrenz, die NZZ am Sonntag, <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/07/warum-die-nzzas-gewinnt/">zulegt</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/">Chefredaktor am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2013/02/04/chefredaktor-am-sonntag/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>15</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online-Journalisten bleiben zweitklassig</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/06/online-journalisten-bleiben-zweitklassig/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/11/06/online-journalisten-bleiben-zweitklassig/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Nov 2012 12:04:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wälty]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Spillmann]]></category>
		<category><![CDATA[Res Strehle]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Konvergenz]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Boselli]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=11211</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach NZZ und «20 Minuten» übernimmt auch beim Tages-Anzeiger ein Zeitungsmann die Leitung der konvergenten Redaktion. Obwohl alle Verlage wissen, dass die Zukunft der Zeitung im Netz liegt, vertrauen sie weiterhin auf Führungspersonal aus der Papierwelt. Die Entwicklung geht derzeit unaufhaltsam in eine Richtung. Ob Zeitungen, Radio oder Fernsehen – alle wollen sich konvergent aufstellen; <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/06/online-journalisten-bleiben-zweitklassig/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/06/online-journalisten-bleiben-zweitklassig/">Online-Journalisten bleiben zweitklassig</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach NZZ und «20 Minuten» übernimmt auch beim Tages-Anzeiger ein Zeitungsmann die Leitung der konvergenten Redaktion. Obwohl alle Verlage wissen, dass die Zukunft der Zeitung im Netz liegt, vertrauen sie weiterhin auf Führungspersonal aus der Papierwelt.<br />
<span id="more-11211"></span><br />
Die Entwicklung geht derzeit unaufhaltsam in eine Richtung. Ob Zeitungen, Radio oder Fernsehen – alle wollen sich konvergent aufstellen; die traditionellen Verbreitungskanäle verschmelzen zunehmend mit dem Internet. Entsprechend müssen Redaktionskompetenzen und -abläufe neu definiert werden. Gestern hat die Zürcher <a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2012/pressrelease/res_strehle_uebernimmt_gesamtleitung_der_konvergenten_tages_anzeiger_redaktion" target="_blank">Tamedia bekanntgegeben</a>, mit welchem Spitzenpersonal ihr Flaggschiff Tages-Anzeiger die Herausforderungen der Konvergenz meistern soll. Mit Res Strehle übernimmt ein altgedienter Zeitungsmann die Gesamtleitung. Der bisherige Online-Chef, Peter Wälty, wird sein Stellvertreter. Damit wiederholt sich ein Vorgang, wie man ihn unlängst auch <a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2012/pressrelease/20_minuten_online_und_pendlerzeitung_mit_vollstaendig_integrierter_redaktion_und_unter_einheitliche-1" target="_blank">bei «20 Minuten» beobachten konnte</a>. Auch hier  hat Print-Chefredaktor Marco Boselli das Rennen an die Spitze der konvergenten Redaktion gemacht. Anders als beim Tages-Anzeiger hat Tamedia für Online-Chef Hansi Voigt keine Verwendung mehr und lässt ihn ziehen. Auch bei der Konkurrenz sieht es nicht anders aus: Bei der NZZ leitet seit bald einem Jahr  Markus Spillmann, der frühere Zeitungschefredaktor, <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=98827" target="_blank">die zusammengeführten Redaktionen</a>.</p>
<p>Von einem Trend zu sprechen wäre übertrieben. Bei jedem der drei Personalentscheide gibt es je spezifische Gründe und Erklärungen dafür, weshalb es ausgerechnet der Zeitungsmann an die Spitze geschafft hat und nicht ein Onliner. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die strukturellen Gemeinsamkeiten:</p>
<ul>
<li>Verlage gehen in Zeiten des Umbruchs lieber auf Nummer sicher und entscheiden sich für das Bewährte und Vertrauten; Zeitung kennen sie, Online entpuppt sich immer wieder als eine terra incognita.</li>
<li>Konvergenz wird primär verstanden als Weiterführung des Zeitungsgeschäfts mit anderen Mitteln.</li>
<li>Den aktuellen Online-Führungskräften traut man entweder nicht zu, eine redaktionelle Gesamtorganisation zu leiten, oder glaubt, auf ihr Fachwissen verzichten zu können.</li>
<li>Jetzt zahlt sich das Versäumnis aus, in den letzten 15 Jahren den Online-Journalismus nur als notwendiges Übel geduldet und entsprechend wenig in die Förderung von Führungskompetenz investiert zu haben.</li>
</ul>
<p>Das richtige Rezept für eine erfolgreiche Umsetzung der Konvergenz kennt niemand. Mit Rückschlägen, Blockaden und Widerständen ist in jedem Fall zu rechnen. Denn die Verschmelzung von Print und Online, die von den Verlagen zu lange als zwei getrennte Welten positioniert wurden, wird nicht reibungslos über die Bühne gehen. Für das Konfliktmanagement spielt es im Prinzip keine Rolle, ob das Führungspersonal eine Vergangenheit in Zeitung oder Netz hat; eine der beiden Seite wird sich immer übergangen oder benachteiligt fühlen.</p>
<p>Dennoch hinterlassen die Entscheide, für die Leitung von konvergenten Redaktionen auf das Alte und nicht auf das Neue zu setzen, einen komischen Nachgeschmack. Versteht man die Konvergenz als den ersten Schritt in eine volldigitale Zukunft, dann wäre es nur folgerichtig, hierfür auch Personal mit der Führung zu betrauen, das sich mit der neuen Medienwelt auskennt. Das braucht auch nicht aus dem eigenen Haus zu kommen. Von gestandenen Zeitungsmachern darf keine übermässige Innovationsfreude erwartet werden, da sie mit den Entwicklungen und Gepflogenheiten der digitalen Nachrichtenproduktion nur beschränkt vertraut sind – wobei man sich natürlich gerne vom Gegenteil überraschen lässt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/06/online-journalisten-bleiben-zweitklassig/">Online-Journalisten bleiben zweitklassig</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2012/11/06/online-journalisten-bleiben-zweitklassig/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
