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	<title>RTL | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sun, 15 Aug 2021 11:43:02 +0000</lastBuildDate>
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		<title>RTL schluckt Gruner + Jahr: Requiem auf einen Verlag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/08/07/rtl-schluckt-gruner-jahr-requiem-auf-einen-verlag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Aug 2021 09:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gruner + Jahr]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Ende von Gruner + Jahr ist besiegelt. Das einst stolze Traditionshaus wird an RTL verkauft. Bestimmt der Kölner TV-Sender künftig, was im »Stern« steht?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/07/rtl-schluckt-gruner-jahr-requiem-auf-einen-verlag/">RTL schluckt Gruner + Jahr: Requiem auf einen Verlag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ende von Gruner + Jahr ist besiegelt. Das einst stolze Traditionshaus wird an RTL verkauft. Bestimmt der Kölner TV-Sender künftig, was im »Stern« steht?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/07/rtl-schluckt-gruner-jahr-requiem-auf-einen-verlag/">RTL schluckt Gruner + Jahr: Requiem auf einen Verlag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Reality-TV, aber weit weg von Trash</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/24/reality-tv-aber-weit-weg-von-trash/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2021 11:18:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Reality TV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>RTL legt nach dem Erfolg eines schwulen Dating-Formates mit der lesbischen Version nach: «Princess Charming» zeigt, was das Genre auch kann.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/24/reality-tv-aber-weit-weg-von-trash/">Reality-TV, aber weit weg von Trash</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>RTL legt nach dem Erfolg eines schwulen Dating-Formates mit der lesbischen Version nach: «Princess Charming» zeigt, was das Genre auch kann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/24/reality-tv-aber-weit-weg-von-trash/">Reality-TV, aber weit weg von Trash</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Warum Trash-Schleuder RTL jetzt seriös wird</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/25/warum-trash-schleuder-rtl-jetzt-serioes-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 May 2021 14:25:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Bertelsmann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>RTL macht gerade Schlagzeilen mit seinem ganz neuen Kurs: Dieter Bohlen fliegt raus, Jan Hofer kommt &#8211; Deutschlands grösster Privatsender will wirklich seriös werden! Dahinter steckt eine groß angelegte neue Strategie. Wir zeigen, warum RTL die junge Zielgruppe im linearen TV aufgibt, welches Risiko und welche Widersprüche das mit sich bringt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>RTL macht gerade Schlagzeilen mit seinem ganz neuen Kurs: Dieter Bohlen fliegt raus, Jan Hofer kommt &#8211; Deutschlands grösster Privatsender will wirklich seriös werden! Dahinter steckt eine groß angelegte neue Strategie. Wir zeigen, warum RTL die junge Zielgruppe im linearen TV aufgibt, welches Risiko und welche Widersprüche das mit sich bringt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/25/warum-trash-schleuder-rtl-jetzt-serioes-wird/">Warum Trash-Schleuder RTL jetzt seriös wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Wir wollen alle erreichen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/17/wir-wollen-alle-erreichen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 13:52:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Tanit Koch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=73416</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tanit Koch war Chefredakteurin der «Bild»-Zeitung. Seit März führt sie n-tv und die neue Zentralredaktion von RTL. Sie schildert, wozu diese dient, wer Konkurrenz ist und worin die größte Herausforderung des Journalismus besteht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tanit Koch war Chefredakteurin der «Bild»-Zeitung. Seit März führt sie n-tv und die neue Zentralredaktion von RTL. Sie schildert, wozu diese dient, wer Konkurrenz ist und worin die größte Herausforderung des Journalismus besteht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/wir-wollen-alle-erreichen/">Wir wollen alle erreichen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie weit dürfen Journalisten bei Undercover-Recherchen gehen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/08/13/wie-weit-duerfen-journalisten-bei-undercover-recherchen-gehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Aug 2019 14:18:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Wallraff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>n mehreren Verfahren klagen Menschen gegen die RTL-Sendung «Team Wallraff», darunter Krankenschwestern und Psychiatrie-Patienten, die ohne ihr Wissen gefilmt worden waren. Das Oberlandesgericht Köln kam in einem Fall zu dem Schluss, dass die Aufnahmen unzulässig waren &#8211; egal, ob sie gesendet wurden oder nicht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/13/wie-weit-duerfen-journalisten-bei-undercover-recherchen-gehen/">Wie weit dürfen Journalisten bei Undercover-Recherchen gehen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>n mehreren Verfahren klagen Menschen gegen die RTL-Sendung «Team Wallraff», darunter Krankenschwestern und Psychiatrie-Patienten, die ohne ihr Wissen gefilmt worden waren. Das Oberlandesgericht Köln kam in einem Fall zu dem Schluss, dass die Aufnahmen unzulässig waren &#8211; egal, ob sie gesendet wurden oder nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/13/wie-weit-duerfen-journalisten-bei-undercover-recherchen-gehen/">Wie weit dürfen Journalisten bei Undercover-Recherchen gehen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Manipulation im Privatfernsehen: Mut zur Aufklärung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/16/manipulation-im-privatfernsehen-mut-zur-aufklaerung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2019 07:14:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>RTL hat einen Reporter überführt, der über Jahre Fernsehbeiträge manipulierte. Ein „RTL-Relotius“? So einfach ist es nicht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/16/manipulation-im-privatfernsehen-mut-zur-aufklaerung/">Manipulation im Privatfernsehen: Mut zur Aufklärung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>RTL hat einen Reporter überführt, der über Jahre Fernsehbeiträge manipulierte. Ein „RTL-Relotius“? So einfach ist es nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/16/manipulation-im-privatfernsehen-mut-zur-aufklaerung/">Manipulation im Privatfernsehen: Mut zur Aufklärung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lynch-Attacke nach RTL-Reportage über Pädosexuelle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/06/15/lynch-attacke-nach-rtl-reportage-ueber-paedosexuelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jun 2018 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der deutsche TV-Sender RTL zeigte am letzten Dienstag eine Undercover-Reportage. Mittels eines Lockvogels sollte ein Pädosexueller identifiziert und danach vor der Kamera mit seinem Verhalten konfrontiert werden. Dazu kam es aber nicht. Das RTL-Magazin «Punkt 12» zeigte lediglich einen Mann, von dem das TV-Team vermutete, dass es sich um die Person handeln könnte, mit der man in Kontakt gestanden hatte. Offensichtlich war die Anonymsierung mittels Verpixelung ungenügend. Wie die Polizei später meldete, kam es nach der Ausstrahlung der Sendung zu einer lebensgefährlichen Attacke auf diesen Mann durch Personen, die ihn im TV-Beitrag erkannt hatten. RTL weist jede Verantwortung für den Übergriff von sich. Boris Rosenkranz fragt sich im Medienblog Übermedien, «wieso Reporter dieser Art immerzu versuchen müssen, Täter zu stellen, am besten auf frischer Tat. Um Eltern und Kinder vor einer miesen Masche Pädosexueller zu warnen, wäre das gar nicht nötig, aber es würde so einen Film natürlich gleich unspannender machen, ohne Wackelkamera und Verdächtige mit Pixeln im Gesicht.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/15/lynch-attacke-nach-rtl-reportage-ueber-paedosexuelle/">Lynch-Attacke nach RTL-Reportage über Pädosexuelle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der deutsche TV-Sender RTL zeigte am letzten Dienstag eine Undercover-Reportage. Mittels eines Lockvogels sollte ein Pädosexueller identifiziert und danach vor der Kamera mit seinem Verhalten konfrontiert werden. Dazu kam es aber nicht. Das RTL-Magazin «Punkt 12» zeigte lediglich einen Mann, von dem das TV-Team vermutete, dass es sich um die Person handeln könnte, mit der man in Kontakt gestanden hatte. Offensichtlich war die Anonymsierung mittels Verpixelung ungenügend. Wie die Polizei später meldete, kam es nach der Ausstrahlung der Sendung zu einer lebensgefährlichen Attacke auf diesen Mann durch Personen, die ihn im TV-Beitrag erkannt hatten. RTL weist jede Verantwortung für den Übergriff von sich. Boris Rosenkranz fragt sich im Medienblog Übermedien, «wieso Reporter dieser Art immerzu versuchen müssen, Täter zu stellen, am besten auf frischer Tat. Um Eltern und Kinder vor einer miesen Masche Pädosexueller zu warnen, wäre das gar nicht nötig, aber es würde so einen Film natürlich gleich unspannender machen, ohne Wackelkamera und Verdächtige mit Pixeln im Gesicht.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/15/lynch-attacke-nach-rtl-reportage-ueber-paedosexuelle/">Lynch-Attacke nach RTL-Reportage über Pädosexuelle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Mediaagenturen haben ein parasitäres Geschäftsmodell und sind überflüssig»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/28/mediaagenturen-haben-ein-parasitaeres-geschaeftsmodell-und-sind-ueberfluessig/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/08/28/mediaagenturen-haben-ein-parasitaeres-geschaeftsmodell-und-sind-ueberfluessig/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Ziesmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2015 08:05:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Mediaagenturen]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Thoma]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Kickback]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt der Privat-TV-Pionier und Medienunternehmer Helmut Thoma, warum er den Einfluss der Mediaagenturen auf die Meinungsbildung und  auf die Medienvielfalt für gefährlich und schädlich hält. Die Marktteilnehmer seien aber unwillig zur Selbstregulierung. Deshalb bleibe nur der Weg über den Gesetzgeber, fordert Thoma. MEDIENWOCHE: 1984 waren Sie als Gründer von RTLplus <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/28/mediaagenturen-haben-ein-parasitaeres-geschaeftsmodell-und-sind-ueberfluessig/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt der Privat-TV-Pionier und Medienunternehmer Helmut Thoma, warum er den Einfluss der Mediaagenturen auf die Meinungsbildung und  auf die Medienvielfalt für gefährlich und schädlich hält. Die Marktteilnehmer seien aber unwillig zur Selbstregulierung. Deshalb bleibe nur der Weg über den Gesetzgeber, fordert Thoma.<br />
<span id="more-25558"></span><br />
<strong>MEDIENWOCHE: 1984 waren Sie als Gründer von RTLplus auf Mediaagenturen angewiesen. 2015 bezeichnen Sie das Geschäftsmodell der Mediaagenturen als parasitär. Was ist in den 31 Jahren dazwischen geschehen?</strong><br />
<strong>Helmut Thoma:</strong> Damals hatten Mediaagenturen kaum eine Bedeutung. Die Werbebuchungen wurden direkt mit den Werbekunden besprochen. Gesonderte Gespräche mit Mediaagenturen gab es nicht, weil deren Verhältnis zu den Werbekunden eine interne Angelegenheit war und mit uns Medienanbietern nichts zu tun hatte. Natürlich gab es für die Einbuchungen der Mediaagenturen Rabatte. Aber wir sind davon ausgegangen, dass die den Werbekunden weitergegeben werden und nicht zur Haupteinnahmequelle der Mediaagentur werden. Dass Rabatte der Medien an Werbekunden die Haupteinnahmequelle der Mediaagenturen darstellen, halte ich für absurd. Ein Medienvermarkter braucht keinen Vermarkter. Ob Werbekunden eine Mediaagentur brauchen, müssen diese individuell entscheiden. Für mich persönlich haben Mediaagenturen heute ein parasitäres Geschäftsmodell und sind überflüssig geworden. Mediaagenturen hätten ihre Kunden beraten und fortbilden sollen. Wenn ich mir aber manche Wortmeldungen von Werbekunden durchlese, haben Mediaagenturen auch dabei völlig versagt.</p>
<p><strong>Von Deutschland ausgehend wurden die Marktmechanismen aus Angebot und Nachfrage ab 1995 mit aussertariflichen Einkaufsvorteilen von Mediaagenturen ausgehebelt. Warum haben sich besonders Werbezeitenvermarkter wie IPAplus (RTL, Anm.) darauf eingelassen?</strong><br />
Ich hatte damals aus Frankreich gehört, dass unglaubliche Sitten eingerissen sind. Da war Anfang der 1990er Jahren von Kickbacks von 80 oder 90 Prozent die Rede. Das hat eher beim Amüsement bei uns beigetragen. Aus deutscher Sicht war das damals so kein Thema. Das hat sich Ende der 1990er Jahre geändert. Weil viele Werbeblöcke mit Freispots angefüllt waren, ergab sich eine schwierige Lage. Wir waren ausverkauft aber die Einnahmen stagnierten. Während RTLplus schon 1990 Gewinne abwarf, hatten Sat.1 und ProSieben mit riesigen Rabatten versucht Werbebuchungen zu erreichen. Dem kann man sich dann als Wettbewerber kaum verschliessen.</p>
<p><strong>Das Mediageschäft liegt am Boden. Mediaagenturen nehmen noch schnell was sie kriegen können. Vom Gaul wird erst abgestiegen wenn er tot am Boden liegt. Wohin muss der Strukturwandel führen, damit der Karren wieder aus dem Dreck kommt?</strong><br />
Durch die Marktkonzentration auf wenige Mediaagentur-Gruppen ist der Markt kaputt gemacht worden. Es gab immer schon die Diskussion über die Rückvergütungen. Ich hatte mal gefragt wie die das machen, dass jeder Werbekunde zu seinen Freispots und Rabatten kommt. Es hiess immer, das sei alles wunderbar geregelt und genauestens überprüft. Überhaupt nichts war überprüft! Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, wurden diese Rabatte bei Werbekunden unterschlagen und stattdessen als Einnahmequellen bei den Mediaagenturen verbucht. Nachdem in Frankreich mit dem <a href="http://legifrance.gouv.fr/affichTexte.do?cidTexte=LEGITEXT000006080988&amp;dateTexte=20150827 " target="_blank">Loi Sapin</a> (Gesetz für Markttransparenz und gegen Korruption in der Wirtschaft, benannt nach dem französischen Finanzminister Michel Sapin, Anm.) diese Einnahmequellen Mitte der 1990er Jahre weg gebrochen waren, sind die Mediaagenturen mit dem in Frankreich verbotenen System über Deutschland hergefallen. Heute ist die Marktsituation in Deutschland schlimmer als sie in Frankreich vor dem Loi Sapin war. Da die Marktteilnehmer unwillig zur Selbstregulierung sind, bleibt nur der Weg über den Gesetzgeber.</p>
<p><strong>Das Magazin «Werben &amp; Verkaufen» berichtete kürzlich, dass Medienanbieter jährlich dreistellige Millionenbeträge an Dienstleister der Werbekunden bezahlen, damit bei ihnen Werbeplätze gebucht werden. Wie erklärt man branchenfremden Personen diese Marktsituation?</strong><br />
Das ist unverständlich und untragbar. Werbeplätze sind ausgebucht aber die Einnahmen sinken. Völlig absurd! Mir ist unbegreiflich warum sich Medienanbieter darauf einlassen und Werbekunden dabei wegschauen. Denn immerhin sind diese Geldflüsse in dem eingepreist was Werbekunden bezahlen. Noch mehr Wettbewerbsverzerrung ist kaum vorstellbar.</p>
<p><strong>Wegen solcher Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil kleinerer Sender wurden gegen die Vermarkter von ProSiebenSat.1 und RTL im Jahr 2007 Bussgelder in Gesamthöhe von 216 Millionen Euro vom Kartellamt verhängt. Warum schreitet das Kartellamt aber nicht ein, wenn wenige Werbekonzerne ihre Marktmacht ganz offen zum eigenen Vorteil missbrauchen?</strong><br />
Weil die das überhaupt nicht verstehen. In Deutschland wird das Privatfernsehen von 14 Landesmedienanstalten kontrolliert, die dem überhaupt nicht gewachsen sind. Das Bundesverfassungsgericht urteilt zwar über die Zusammensetzung des Fernsehrates des ZDF, aber dagegen ist das Umfallen eines Sack Reis in Bielefeld ein epochales Ereignis. Währenddessen bestimmen Mediaagentur faktisch das Programm. Und zwar mehr als die gesamten Landesmedienanstalten zusammen Einfluss darauf haben. Da wird ein Einfluss geschaffen, der ansonsten mit akribischer Sorgfalt versucht wird zu verhindern. Die Meinungsbeeinflussung erfolgt durch das Diktat der Mediaagenturen, die die wahren Herren der elektronischen Medienlandschaft sind. Daher ist mir vollkommen schleierhaft weshalb das Kartellamt zwar die Angebotsseite sanktioniert aber die Nachfrageseite in einem 20-Milliarden-Euro-Markt unkontrolliert lässt.</p>
<p><strong>Die «Wirtschaftswoche» schrieb kürzlich von einem volkswirtschaftlichen Schaden durch Mediaagenturen in Milliardenhöhe. Müsste der Gesetzgeber einschreiten weil es keine Handhabe gibt, um diese Situation zu verbessern?</strong><br />
Das Kartellamt ist eine nachgeordnete Behörde des Bundeswirtschaftsministerium. Wenn bei Bussgeldern für Medienanbieter eine Zuständigkeit vorhanden gewesen war, warum dann nicht auch bei der Regulierung des Marktes in dem Medienanbieter auf Mediaagenturen treffen? So wie es die Franzosen gelöst haben, mit klaren gesetzlichen Regelungen, erscheint es mir der richtige Weg zu sein. Für diesen Weg setze ich mich zurzeit auch persönlich ein und werde das Thema über meine politischen Kontakte vorantreiben.</p>
<p><strong>Wie geht der Schweizer Privatsender 3+ mit dieser Situation um, bei dem Sie im Verwaltungsbeirat aktiv sind?</strong><br />
Bei 3+ stellt sich diese Frage in dieser Form nicht. Die haben eine besondere Position als Schweizer Privatsender mit Schweizer Programm für die Schweiz. Das ist eben nicht nur ein Werbefenster. Das funktioniert nicht zuerst über Rabatte. Sondern über Schweizerische Identität und junge Zielgruppen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/28/mediaagenturen-haben-ein-parasitaeres-geschaeftsmodell-und-sind-ueberfluessig/">«Mediaagenturen haben ein parasitäres Geschäftsmodell und sind überflüssig»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2015/08/28/mediaagenturen-haben-ein-parasitaeres-geschaeftsmodell-und-sind-ueberfluessig/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Content, Container und Consumer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Ziesmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2015 12:38:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[GroupM]]></category>
		<category><![CDATA[ProSiebenSat.1 Media]]></category>
		<category><![CDATA[WPP]]></category>
		<category><![CDATA[Mediaagenturen]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[W&V]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Monaten sind internationale Netzwerk-Mediaagenturen von mehreren Seiten unter Druck geraten. Nicht nur, dass Konzerne wie Facebook, Google und Amazon den Umweg über Mediaagenturen zu Werbeauftraggebern nicht nötig haben. Werbeauftraggeber beauftragen Mediaagenturen fern der Geldflüsse zu den Medien mit der Mediaplanung. Medienanbieter wollen die Geister loswerden, die sie selbst gerufen haben. Mit erschütternder <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/">Content, Container und Consumer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Monaten sind internationale Netzwerk-Mediaagenturen von mehreren Seiten unter Druck geraten. Nicht nur, dass Konzerne wie Facebook, Google und Amazon den Umweg über Mediaagenturen zu Werbeauftraggebern nicht nötig haben. Werbeauftraggeber beauftragen Mediaagenturen fern der Geldflüsse zu den Medien mit der Mediaplanung. Medienanbieter wollen die Geister loswerden, die sie selbst gerufen haben.<br />
<span id="more-25243"></span><br />
Mit erschütternder Deutlichkeit schilderte jüngst das Branchenmagazin W&amp;V in einer sechsseitigen Titelgeschichte das intransparente System, mit dem der Wertschöpfungskette aus Werbeauftraggebern, Medienanbietern und Mediaagenturen <a href=" http://www.wuv.de/agenturen/wie_mediaagenturen_ihre_geschaefte_machen " target="_blank">Gelder in mehrstelliger Millionenhöhe entzogen</a> werden. Dabei handelt es sich keineswegs nur um ein Zubrot, mit dem Mediaagenturen vermeintlich geringe Kundenhonorare ausgleichen würden. Nur noch 16 Prozent der Umsätze bei Mediaagenturen wie GroupM (WPP) stammen aus Kundenhonoraren, so W&amp;V. 84 Prozent stammen demnach aus Dritteinflüssen. Aus Zahlungen in Höhe von 90 bis 100 Millionen Euro, die alleine Vermarkter für Fernsehwerbezeiten an Mediaagenturen bezahlen, damit diese mit dem Geld ihrer Kunden bei den Fernsehsendern Werbeplätze buchen. Medienanbieter würden wohl eher keinerlei Zahlungen an Werbefirmen leisten, wenn diese keine Werbegelder ihrer Kunden an Medienanbieter zu vermitteln hätten.</p>
<p>W&amp;V schildert jährliche Zahlungen in Höhe von 5 Millionen Euro von Sport 1, 14 Millionen Euro von RTL2, 8 Millionen Euro von Discovery, 3 Millionen Euro von Sky und jeweils(sic!) 25 Millionen Euro von den beiden Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 an Mediaagenturen. Je höher die Rückvergütung, desto mehr Werbebuchungen würden Mediaagenturen vermitteln und mit dem Geld ihrer Kunden bezahlen, so W&amp;V. Trotz Kartellstrafen in Höhe von 216 Millionen Euro würden sich auch TV-Verkäufer im Markt untereinander austauschen, so W&amp;V weiter.</p>
<p><iframe width="400" height="225" src="https://www.youtube.com/embed/0oAPr1vhoYs" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Der Schweizer Media-Experte Sandro Prezzi <a href=" http://www.mediabeobachter.ch/blog/item/mediagate-w-v-deckt-aktuelle-tricks-der-mediaagenturen-auf-kommt-ihnen-was-bekannt-vor " target="_blank">schildert vergleichbare Vorgänge</a> in der Schweiz. Im Schweizer Markt wurde dazu der Begriff «Sharing-Saving-Bonus» oder «Freespace-Bonus» verwendet. Die Agenturen haben die «Bündelungsvorteile» mit einem durchschnittlich 20 Prozent Bonus an ihre Kunden verkauft. Bei Freespace-Anteilen von 20 bis 40 Prozent des Mediainvestments konnte hier auf einen Schlag die Agentur-Erlöse mehr als verdoppelt werden, indem man dem Kunden verkauft hat, was ihm eigentlich schon gehört hat, er sich dessen aber nicht bewusst war. Diese Praktiken in einem sehr sehr sehr grauen Graubereich haben mit dieser bemerkenswerten Titelgeschichte einen schweren Schlag erlitten. Denn ist die Zahnpasta einmal aus der Tube raus, kommt sie nicht wieder rein.</p>
<p>Dass diese fragwürdigen Deals in agenturseitig eingebundenen Drittfirmen abgewickelt werden, könnte darauf hindeuten, dass die Werbeauftraggeber – mit deren Geld die Mediaagenturen hantieren – von Existenz oder Höhe dieser Rückvergütungen keine vollständige Kenntnis haben. Die britische <a href="http://www.mediaweek.co.uk/article/1351710/first-fifa-media-agencies-cleaned" target="_blank">Media Week zog deshalb bereits den Vergleich</a> von Mediaagenturen zu den ebenso intransparenten und fragwürdigen Geldflüssen bei der Fifa.</p>
<p>Gerade weil den internationalen Mediaagentur-Gruppen spätestens seit mehreren Klagen von Werbekunden schmerzlich bewusst gemacht wurde, dass sie sämtliche volumenbezogenen Einkaufsvorteile an ihre Auftraggeber herausgeben müssen, sind in den vergangenen Jahren aus volumenbezogenen Werten nicht volumenbezogene Werte geworden. Aus 20 Prozent aussertariflichen Volumen-Rabatten werden beispielsweise Vergütungen für vermeintliche Serviceleistungen, die zu derselben Summe führt. Diesen Etikettenschwindel stellen manche Agenturlobbyisten als «lupenrein transparent» dar. Kritiker dessen werden ähnlich zur Rhetorik von Sepp Blatter als «aus der Zeit gefallen», «Ewiggestrige» <a href="https://www.freitag.de/autoren/kmvotteler/nachgefragt-mediaplanung-markt-masslosigkeit" target="_blank">oder «Nestbeschmutzer» dargestellt</a>. Ob bei den nächsten Medientagen ähnlich zu Sepp Blatter auch manche Agenturvertreter <a href="https://youtu.be/0pqO6tK8_Wg" target="_blank">mit Geldscheinen beworfen</a> werden?</p>
<p>Zurück bleibt verbrannte Erde. Medienanbieter mit guten Produkten, Inhalten und Reichweiten als Voraussetzung für hohe Werbewirkung werden nur dann mit Werbeplätzen gebucht, wenn sie selbst dafür bezahlen. Wenn sie nicht bezahlen, bezahlen sie mit Existenzverlust. Der Schaden für Medienpluralität und Pressefreiheit ist zusammen mit der «Schere im Kopf» nicht nur bei redaktionellen Inhalten enorm. Medienanbieter, die sich nicht auf Zusatzrabatte, Rückvergütungen oder Trading-Deals mit Mediaagenturen einlassen, werden in ihrer Existenz bedroht. Obwohl der britische Channel 5 für viele Werbeauftraggeber unverzichtbar ist, stornierte die Mediaagentur-Gruppe GroupM Werbebuchungen im Wert von 300 Millionen Pfund nach <a href="http://www.campaignlive.co.uk/article/1165414/channel-4-begins-2013-without-group-ms-300m-spend" target="_blank">Streit über Trading-Deals</a>.</p>
<p>Werbeauftraggeber wollen Mediaagenturen wie Steuerberater an ihrer Seite – sagen immerhin deren Branchenverbände. Nur würde niemand einen Steuerberater beauftragen, der auch vom Finanzamt bezahlt wird. Das erklärt eine Vielzahl von <a href="http://adage.com/article/print-edition/ra-wave-media-reviews-partly-driven-rebate-debate/298827/" target="_blank">Ausschreibungen internationaler Media-Etats</a>. Internationale Mediaagentur-Gruppen entziehen der Wertschöpfungskette erhebliche Beträge, mit denen deren Aktionäre und leitende Manager beglückt werden. Jedoch sind Werbeauftraggeber diejenigen mit dem Geld, den Produkten und Werbezielen. Medienanbieter haben die Angebote, um die Werbebotschaften zu den Konsumenten zu bringen und dort eine Werbewirkung zu erzielen – was das Ziel des Vorgangs ist oder immerhin sein sollte.</p>
<p>Wurde vor 10 Jahren noch die Bezahlung der Mediaagenturen durch Medienanbieter dem Grunde nach als Legende dargestellt, so variiert heute nur noch die Höhe dessen. Allein die hinter diesem Auspressen von Medienanbietern stehende Semantik ist legendär. Jeder nimmt noch schnell was er kriegen kann bis der Gaul totgeritten ist und erst dann wird abgestiegen. Die Anspielung in W&amp;V auf das Ehrenwort eines deutschen Politikers, der wenige Wochen später tot in der Badewanne eines Genfer Hotels gefunden wurde, ist dementsprechend drastisch.</p>
<p>Auf einer Veranstaltung des amerikanischen Werbekundenverbandes ANA in die Enge getrieben (Teilnehmer berichten von Dialogen ähnlich des Films «Eine Frage der Ehr»: «I want the truth!». «You can´t handle the truth!») sagte der <a href="http://adage.com/article/agency-news/groiupm-chairman-media-agencies-agents/298294/" target="_blank">Chairman der GroupM</a> (WPP): «Wenn wir einem Kunden einen disproportionalen Anteil von Einkaufsvorteilen geben, nehmen wir diesen von anderen Kunden». Denn volumenstarke Werbeauftraggeber profitieren von den Einkaufsvorteilen, die Mediaagenturen disproportional verteilen. Ein geringes Honorar und vermeintlich hohe Rabatte – auf Summen, die nur auf dem Papier existieren – sind lediglich Mittel zum Zweck, um die Media-Blase aus Gier und Eitelkeit höchst subtil zu erhalten.</p>
<p>Weshalb sollten Grösse und Kosten des Containers, mit dem der Content zum Consumer gebracht wird, die zentralen Punkte sein? Consumer wollen gerade in einer digitalisierten Medienwelt ernsthaften Content. Und gerade nicht mit den Containern, die nur deshalb ausgewählt wurden, weil sie den Gewinn eines Dienstleisters mehren – der von Medienanbietern und dem «Heer der Ahnungslosen» (so W&amp;V) unter den Werbeauftraggebern künstlich erhalten wird.</p>
<p>Der künftige Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt, <a href=" http://www.new-business.de/agenturen/detail.php?rubric=AGENTUREN&amp;nr=666391" target="_blank">Thomas Strerath, äusserte deshalb</a>: «Das Geschäftsmodell der Mediaagenturen ist bar jeglicher Vernunft und jenseits jeder Moral. Das braucht kein Mensch.» Der Gründer von RTL und Verwaltungsbeirat des Schweizer Privatsenders 3+, Dr. <a href="http://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Helmut-Thoma-zur-Mediadebatte-Wir-brauchen-ein-Gabriel-Gesetz-135560 " target="_blank">Helmut Thoma, fügte hinzu</a>: «Aus meiner Sicht sind Mediaagenturen vollkommen unnötig, zumindest für den Einkauf. Für mich ist das ein parasitäres Geschäftsmodell.»</p>
<p>Aber auch der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) sieht die Notwendigkeit für einen <a href=" http://www.m-k.ch/braucht-es-neue-modelle-fuer-das-mediamanagement/ " target="_blank">Strukturwandel im Mediamanagement</a>. In Ungarn ist kürzlich sogar der Gesetzgeber eingeschritten, um wie in Frankreich Rahmenbedingungen für den Umgang mit Einkaufsvorteilen beim Einkauf von <a href="http://blog.ebiquity.com/2015/06/changes-to-hungarian-media-law " target="_blank">Werbeplätzen zu schaffen</a>.</p>
<p>Wie Werbeauftraggeber, Mediaagenturen und Medienanbieter mit dieser Situation umgehen, lesen Sie in Teil 4 <a href="https://medienwoche.ch/tag/mediaagenturen/">dieser Serie</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/28/content-container-und-consumer-2/">Content, Container und Consumer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Helmut Thoma: «Service public gehört abgeschafft!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/09/helmut-thoma-service-public-gehoert-abgeschafft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2015 22:04:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Thoma]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>TV-Legende Helmut Thoma ruft zum Aufstand gegen die SRG und Service public auf. Er sagt, dass die Dominanz der SRG für Verleger tödlich sein kann.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/09/helmut-thoma-service-public-gehoert-abgeschafft/">Helmut Thoma: «Service public gehört abgeschafft!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>TV-Legende Helmut Thoma ruft zum Aufstand gegen die SRG und Service public auf. Er sagt, dass die Dominanz der SRG für Verleger tödlich sein kann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/09/helmut-thoma-service-public-gehoert-abgeschafft/">Helmut Thoma: «Service public gehört abgeschafft!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Mühe mit dem Trivialen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2015 08:09:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Dschungelcamp]]></category>
		<category><![CDATA[IBES]]></category>
		<category><![CDATA[Ich bin ein Star]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Entschuldigung, gucken Sie Dschungelcamp? Nein? Ach so, Sie schauen Arte. Nun, ich gebe es zu: ich mag die Maden- und Kakerlakenshow auf RTL. Warum? Weil «Ich bin ein Star – holt mich hier raus» eine saugut gemachte Unterhaltungsshow ist. Mit viel Liebe zum Detail: Moderation, Personal, Dramaturgie Ausstattung &#8211; perfekt in Szene gesetzt. Mehr noch <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Entschuldigung, gucken Sie Dschungelcamp? Nein? Ach so, Sie schauen Arte. Nun, ich gebe es zu: ich mag die Maden- und Kakerlakenshow auf RTL. Warum? Weil «Ich bin ein Star – holt mich hier raus» eine saugut gemachte Unterhaltungsshow ist. Mit viel Liebe zum Detail: Moderation, Personal, Dramaturgie Ausstattung &#8211; perfekt in Szene gesetzt. Mehr noch als die Show liebe ich die Berichterstattung darüber.<br />
<span id="more-22863"></span><br />
Kein anderes TV-Format produziert in Deutschland soviel Kritik und Häme, wird von den meinungsstarken Medien derart bissig-böse begleitet. In den letzten Jahren stelle ich eine geradezu wachsende Obsession des Feuilletons für das Trash-Format fest. Sowohl das Geschehen im Camp als auch die Form und das Funktionieren der Sendung werden akribisch filetiert. Was dabei rauskommt, wenn die Redakteure sich so richtig ins Glibberzeug legen, ist ganz grosser Lesespass.</p>
<p>Zugegeben, es mutet etwas sonderbar an, wenn auf Spiegel Online (<a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/dschungelcamp-nur-walter-freiwald-verdient-den-titel-dschungelkoenig-a-1014467.html" target="_blank">«Macht endlich was für Euer Geld, Ihr TV-Schmarotzer»</a>) das <a href="http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html" target="_blank">Dschungelcamp</a> direkt neben Pegida, der Ukraine und dem Islamischen Staat in der Suchleiste steht. Für die durchschnittlich 7 Millionen Fernsehzuschauer und für alle, die die Show (offiziell) nicht schauen, aber trotzdem mitreden wollen, werden die Vorgänge im Camp minutiös nacherzählt. «Der Ex-Moderator schleifte sich durch die Küche wie ein Butler auf Valium, identifizierte Skorpione als Frösche, suchte nach Sternen statt Schlüsseln, begutachtete in aller Ruhe interessiert einen Mini-Waran.»</p>
<p>Auch Süddeutsche (<a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/glossar-zum-dschungelcamp-tarzan-und-shame-1.2308670" target="_blank">«Mit Schafshoden im Mund Limbo tanzen»</a>) und FAZ (<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/dschungelcamp-3-0-als-naechstes-kommt-die-naturgeburt-13385499.html" target="_blank">«Als nächstes kommt die Naturgeburt»</a>) haben auf ihren Online-Portalen umfangreiche Dschungel-Dossiers («Testen Sie Ihr Dschungel-Wissen») angelegt und berichten täglich über «Ich bin ein Star ». Der «Stern» (<a href="http://www.stern.de/kultur/tv/dschungelcamp/dschungelcamp-walter-freiwald-muss-die-kotzfrucht-schlucken-2167614.html" target="_blank">«Bloss nicht brechen, Walter»</a>) hat gar einen eigenen Reporter nach Australien entsandt, der in einem Video seinen kläglich gescheiterten Versuch dokumentiert, eine Drohne über das Camp fliegen zu lassen. Sehr komisch.</p>
<p>«Ich bin ein Star»- ist Trash-Fernsehen vom Feinsten, ist <a href="http://www.wuv.de/medien/ibes_geadelt_dschungelcamp_fuer_grimme_preis_nominiert" target="_blank">Grimme-Preis-nomminiertes</a> Premium-Reality-TV. Die SZ sieht im Dschungel einen «ironisch überhöhten Spass für das gesättigte Bildungsbürgertum». Und für Schauspieler Ulrich Matthes («Tatort»), der sich kürzlich <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/schauspieler-ulrich-matthes-im-interview-zum-dschungelcamp-13363270.html" target="_blank">im FAZ-Interview</a> zum begeisterten Anhänger der Show erklärte, ist der Dschungel ein Sehnsuchtsort, «eine hochtheatrale Angelegenheit, weil die Teilnehmer gleichzeitig als Individuen und als Rollenträger unterwegs sind.»</p>
<p>«Ich bin ein Star – holt mich hier raus»: 16-tägige Orgie des Banalen, Klassenfahrt für C-Prominente, Ekelshow mit Schleimgetier, enthemmtem Voyeurismus und Lästereien. Ein Fernseh-Format oft jenseits der Grenze des guten Geschmacks. Vom Feuilleton jahrelang verachtet, wagen sich immer mehr Meinungsmacher vor, die auf die Metaebene des Formats verweisen: keine andere deutsche TV-Sendung ist eine so exakte wie bitterböse Persiflage auf unsere Branche.</p>
<p>Während sich die deutschen Medien einen Wettstreit über die ironischste Dschungel-Berichterstattung liefern, herrscht in den Schweizer Medien Kakerlaken-Unterbesetzung. <a href="http://www.blick.ch/people-tv/tv/dschungelcamp/dschungel-rebecca-hat-muskelkater-im-mund-dabei-sieht-das-nach-viel-training-aus-id3433233.html" target="_blank">«Blick»</a>, <a href="http://www.20min.ch/entertainment/tv/story/16366661" target="_blank">20 Minuten</a> und <a href="http://www.watson.ch/People/articles/869151183-IST-DAS-TOLL%21-6-Gr%C3%BCnde-f%C3%BCr-das-neue-Dschungelcamp.-Und-alles-von-Walters-Einlagen-bis-Saras-Schafshoden" target="_blank">Watson</a> berichten seltsam uninspiriert, blut(egel)arm und spassfrei. Für Tages-Anzeiger und NZZ ist der Dschungel in diesem Jahr überhaupt kein Thema, weder digital noch gedruckt.</p>
<p>Das erstaunt. Die Schweizer Leitmedien verpassen die Chance, eine äusserst unterhaltsame Sozialstudie mit eigenen Akzenten medial zu begleiten. Ihre Abwesenheit zeugt auch von der Schwierigkeit, als Redaktion ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man zwar populäre, aber schlecht kategorisierbare (Medien)hypes angemessen aufgreifen soll. Macht man einen auf Fanberichterstattung für die #ibes-Community oder wird versucht, das Phänomen den Abstinenten näherzubringen?</p>
<p>Dass man sich über Trash-TV sehr wohl launig-distanziert auslassen kann, beweist etwa Anja Rützel. Auf Spiegel Online beschrieb die Journalistin den Campbewohner Aurelio kürzlich <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/rtl-dschungelcamp-2015-tag-1-von-ich-bin-ein-star-holt-mich-hier-raus-a-1013458.html" target="_blank">als unerwarteten Sympathikus</a>, «der mit seiner abstrusen Tattoofülle an eine vollgekritzelte Dorfbushaltestelle erinnert.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/">Die Mühe mit dem Trivialen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Unterhaltungsarbeit für Verwöhnte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/01/25/unterhaltungsarbeit-fur-verwohnte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 10:18:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Privatfernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Bach]]></category>
		<category><![CDATA[Ich bin ein Star - holt mich hier raus!]]></category>
		<category><![CDATA[Sonja Zietlow]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[RTL]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das RTL-Dschungelcamp erwärmt den hiesigen Couch-Potatoes wieder mal den frostigen Januar mit harter Unterhaltungsarbeit. Dank «Stars» wie Ailton oder Brigitte Nielsen sowie den exzellenten Texten des Moderatoren-Teams ist «Ich bin ein Star &#8211; holt mich hier raus!» ein Lichtblick in der sonst so niederträchtigen Welt des deutschen Privatfernsehens. Das Feiern von Luxus Es regnet oder <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/25/unterhaltungsarbeit-fur-verwohnte/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das RTL-Dschungelcamp erwärmt den hiesigen Couch-Potatoes wieder mal den frostigen Januar mit harter Unterhaltungsarbeit. Dank «Stars» wie Ailton oder Brigitte Nielsen sowie den exzellenten Texten des Moderatoren-Teams ist «Ich bin ein Star &#8211; holt mich hier raus!» ein Lichtblick in der sonst so niederträchtigen Welt des deutschen Privatfernsehens.<br />
<span id="more-30424"></span><br />
<strong>Das Feiern von Luxus</strong><br />
Es regnet oder schneit in der Winternacht, draussen pfeift der Wind, der Zuschauer sitzt mit einem heissen Tee in einer Decke vor dem Fernseher, das Feuer im Cheminée knackt oder wenigstens die Heizung. Und irgendwo weit weg, im australischen Dschungel, kämpfen elf Prominente und Pseudoprominente gegen Schlangen, Kakerlaken und Mehlwürmer. Sowas ist nur in einer Welt lustig, in der niemand gegen Schlangen, Kakerlaken und Mehlwürmer kämpfen muss, also in einer Welt des Luxus, wie sie der westlichen Welt die letzten Jahrzehnte (zu weiten Teilen) vergönnt war. Wer selbst kein Obdach hat, wird womöglich nur bedingt lustig finden, wenn sich andere freiwillig in die Obdachlosigkeit begeben. Wer selbst Ungeziefer in der Wohnung hat, ein typisches Problem der Armut, wird womöglich nur bedingt lustig finden, wenn Brigitte Nielsen mit Kakerlaken tanzt (<a href="http://www.clipfish.de/special/ich-bin-ein-star/video/3728068/brigitte-nielsen-in-der-dschungelpruefung/">Video</a>). Wer selbst hungert, wird womöglich nur bedingt lustig finden, wenn Ungeziefer aufgetischt wird (<a href="http://www.clipfish.de/special/ich-bin-ein-star/video/3726584/dschungelpruefung-fuer-ramona-und-vincent/">Video</a>).</p>
<p><strong>Die ehrliche Arbeit</strong><br />
Während RTL für viele Sendungen Laiendarsteller aus den mittleren und unteren Schichten des Volks <a href="https://www.taz.de/!85830/">mit Knebelverträgen ausnützt</a> und vor der Kamera demütigt, werden die Teilnehmer des Dschungelcamps vergleichsweise anständig bezahlt. Für zwei Wochen öffentliches Rumliegen im australischen Urwald und einige wenige «Prüfungen» winkt den in Vergessenheit zu geraten drohenden «Stars» nicht nur eine Gage in der Höhe von mehreren zehntausend Euro, sie kriegen auch die dringend erwünschte, oft auch dringend benötigte Aufmerksamkeit. Denn viele, viele Medien berichten ausführlich über die Show und ihre Kandidaten, auch in der Schweiz: <a href="http://www.blick.ch/unterhaltung/tv/dschungelcamp/ich-wuerde-meine-tochter-lieber-in-klamotten-sehen-192694">Blick.ch</a>, sonst <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/">stets freudig erregt</a> bei nackten Tatsachen, mahnt Kandidatin Micaela Schäfer zur Zurückhaltung bei ihrer Kleiderwahl («krankhaft anmutende Entblössungen», «immer bizarrer»). Und auch <a href="http://www.20min.ch/life/dossier/dschungelcamp/story/19472509">20min.ch</a> stellt fest: «Seit zehn Tagen streckt das Erotikmodel ununterbrochen ihren Hintern und ihre Brüste in die Kameras. Keine Gelegenheit lässt sie aus, um über Sex zu reden.» Und Medien lassen keine Gelegenheit aus, um darüber zu berichten. Was wiederum nicht geschähe, ignorierte das Publikum solche Berichte.</p>
<p>Den Kandidaten geboten wird eine einzigartige Bühne und eine Chance. Der Kluge wird sie zu seinen Gunsten nutzen. Im Vergleich zu verlogenen PR-Veranstaltungen oder Privatanlässen, die zum Einkommen vieler Pseudoprominenten gehören, ist «Ich bin ein Star &#8211; holt mich hier raus!» erfrischend ehrliche Arbeit. Wer sich für den Anlass bereit erklärt, weiss von den bisherigen fünf Staffeln der Sendung genau, auf was er sich einlässt. Der heroische Kampf mit Ungeziefer zur Belustigung des Publikums ist echte und ehrlich geleistete Unterhaltungsarbeit. Gezwungen dazu wird niemand, nur gelockt.</p>
<p><strong>Das Aufblitzen der Wahrheit</strong><br />
Für Freunde der Wahrheit sind Extremsituationen ein kleines Eldorado. Wer sich bis an und über seine Grenzen hinaus fordert, lässt die Maske fallen und zeigt den Mensch dahinter, was sowohl erfreuliches als auch unerfreuliches zu Tage fördert. Radost Bokel und Brigitte Nielsen etwa diskutierten am Sonntag mit Tränen in den Augen über die Schattenseiten von Männern, an die sie geraten sind (<a href="http://www.clipfish.de/special/ich-bin-ein-star/video/3728612/radost-packt-aus-im-dschungelcamp/">Video</a>). Wie <a href="http://rtl-now.rtl.de/extra/sendung-vom-23012012.php?container_id=75630&#038;player=1&#038;season=0">sagte</a> es Dirk Bach am Montagabend?  «Dies hier ist eine Therapiestätte, eine Entzugsstätte, in vieler Hinsicht eine Stätte, um zu gesunden, zu sich zu finden, Gutes zu tun, und, in unserem Fall [er zeigt auf Sonja Zietlow und sich], mild und gütig zu sein.»</p>
<p>Auf jeden Fall einer der Höhepunkte der diesjährigen Staffel war der Auszug von Ex-Fernsehgarten-Frau Ramona Leiss, die ihre Zigaretten lieber aus dem Camp entführte, als sie ihren Leidensgenossen zu überlassen («Ich hab keine im Hotel. Ich brauch die jetzt.»). Der Kommentar folgte sogleich. Dirk Bach: «Ramona, eine starke Frau. Sie hat übrigens direkt nach der Brücke mit dem Rauchen aufgehört, ihre Kippen zerbrochen und weggeworfen» (<a href="http://rtl-now.rtl.de/ich-bin-ein-star-holt-mich-hier-raus/tag-10-im-dschungelcamp.php?container_id=75524&#038;player=1&#038;season=6">Video</a>, Minute 8).</p>
<p>Einschränkend dazu muss man sagen, dass die den Zuschauern gezeigten Ausschnitte nicht nur subjektiv, sondern auch manipulierend ausgewählt werden. Das ist aber Usus bei vielen RTL-Sendungen.</p>
<p><strong>Der Brillanz der Moderation</strong><br />
Die charmant bösartigen, sprachlich oft exzellenten Moderationen von Sonja Zietlow und Dirk Bach gehören zu den intelligentesten Texten, die auf RTL vom Teleprompter abgelesen werden. Die beiden erlauben sich einiges und teilen auch abseits des Geschehens in Australiens tüchtig aus: So witzelt Zietlow über die Namen der Kinder von Uwe Ochsenknecht (dessen Sohn Rocco Stark Teilnehmer ist) und Bach führt fiktive Telefongespräche mit Veronica Ferres (deren Partner Carsten Maschmeyer auch immer wieder dran kommt). Hauptopfer sind aber natürlich die «Stars», die sich für Geld während zwei Wochen einem alles überwachenden Fernsehsender ausliefern. Dieses Jahr scheint den beiden das verbale Quälen der Kandidaten besonderen Spass zu machen. Zietlow wirkt so unheimlich gutgelaunt, dass man ihr schon bald glaubt, es sei so. Der Job, Pseudostars etwas zu quälen, scheint ganz auf sie zugeschnitten. Auf ihrer <a href="http://www.sonja--zietlow.de/">Website</a> steht der Satz «eigentlich bin ich nämlich ganz nett!». Das will man ihr zwar gerne glauben, aber einen Grund wird es wohl haben, dass das dort steht.</p>
<p>Die Kurzhaarfrisur der grossen Blondine erinnert etwas an die von Brigitte Nielsen 1985 als Ehefrau von Ivan Drago in Rocky IV (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=V6K3IvJzJRg">Video</a>). Allerdings hat Zietlow die seltene Fähigkeit, Grimassen zu schneiden, die als echt komisch bezeichnet werden müssen. Wenn sie sich den Weg durch den Dschungel bahnt und der kugelige Bach ihr nachhoppelt wie ein in ein kleines Zirkuszelt eingekleideter Gummiball und sie dann gemeinsam den Namen der Sendung in gleicher Tonhöhe in den Wald schreien, dann entstehen schon fast ikonenhafte Bilder für die deutsche Fernsehgeschichte.</p>
<p><strong>Die Eigenarten der Teilnehmer</strong><br />
Dass sich Brigitte Nielsen als absoluter Glücksgriff für die Show und als bisher einzige mit internationaler Klasse herausstellt, haben wohl nicht alle erwartet. Ailton dagegen hat seine unterhaltsame Art, deutsch zu reden (einfach den Buchstaben «e» vermeiden, rät Sonja Zietlow), schon nach vielen Bundesliga-Spielen zum Besten gegeben. Die meisten anderen kannte bisher natürlich niemand, aber das ist bei einem Auflauf von C- und D-Promis auch nicht weiter verwunderlich.</p>
<p>Mit dem Berner Vincent Raven hat auch die Schweiz einen Abgesandten &#8211; der gelegentlich Latein spricht und die Zuschauer bisher vergeblich darum gebeten hat, ihn abzuwählen. Mitgenommen ins Camp hat er ein Rabenpendel (289 Euro) und ein Amulett der Pforten (299 Euro), wie auf <a href="http://vincentravenshop.de/">vincentravenshop.de</a> in einer Laufschrift zu erfahren ist. «Meine zwei persönlichen Dinge, die ich mitnehme, werden mir im Dschungel eine grosse Hilfe sein.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/25/unterhaltungsarbeit-fur-verwohnte/">Unterhaltungsarbeit für Verwöhnte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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