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	<title>SBB | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Dec 2021 10:28:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Der Kampf um die Aufmerksamkeit der Reisenden</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/12/07/der-kampf-um-die-aufmerksamkeit-der-reisenden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 10:28:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Reisemagazine]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[VIa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer oft mit den SBB unterwegs ist, hat es vermutlich auch schon in Händen gehalten &#8211; das Reisemagazin Via. Nun hat die SBB entschieden, die Publikation einzustellen &#8211; nach 30 Jahren. Es lohne sich nicht mehr. Via ist kein Einzelfall. Denn der Kampf um die Aufmerksamkeit ist an Bahnhöfen und in Zügen gross.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer oft mit den SBB unterwegs ist, hat es vermutlich auch schon in Händen gehalten &#8211; das Reisemagazin Via. Nun hat die SBB entschieden, die Publikation einzustellen &#8211; nach 30 Jahren. Es lohne sich nicht mehr. Via ist kein Einzelfall. Denn der Kampf um die Aufmerksamkeit ist an Bahnhöfen und in Zügen gross.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/07/der-kampf-um-die-aufmerksamkeit-der-reisenden/">Der Kampf um die Aufmerksamkeit der Reisenden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>SBB stampfen «Via» nach 28 Jahren ein</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/18/sbb-stampfen-via-nach-28-jahren-ein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Nov 2021 13:23:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Reisemagazin]]></category>
		<category><![CDATA[VIa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch im Sommer waren die Bundesbahnen sicher, auch in Zukunft werde es das beliebte Heftchen geben. Nun die Kehrtwende: Mit der nächsten Ausgabe ist Schluss.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch im Sommer waren die Bundesbahnen sicher, auch in Zukunft werde es das beliebte Heftchen geben. Nun die Kehrtwende: Mit der nächsten Ausgabe ist Schluss.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/18/sbb-stampfen-via-nach-28-jahren-ein/">SBB stampfen «Via» nach 28 Jahren ein</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>SBB investieren 100 Millionen pro Jahr ins Marketing</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/08/sbb-investieren-100-millionen-pro-jahr-ins-marketing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Sep 2019 10:17:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein vertraulicher Bericht zeigt: Das Marketing der SBB verschlingt pro Jahr 100 Millionen Franken. Nun hinterfragt der Bund die PR-Aktivitäten der Staatsbahn.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/08/sbb-investieren-100-millionen-pro-jahr-ins-marketing/">SBB investieren 100 Millionen pro Jahr ins Marketing</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein vertraulicher Bericht zeigt: Das Marketing der SBB verschlingt pro Jahr 100 Millionen Franken. Nun hinterfragt der Bund die PR-Aktivitäten der Staatsbahn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/08/sbb-investieren-100-millionen-pro-jahr-ins-marketing/">SBB investieren 100 Millionen pro Jahr ins Marketing</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SBB sagen zwei Jahre lang: «Derzeit ist eine Reportage nicht möglich.»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/08/29/sbb-sagen-zwei-jahre-lang-derzeit-ist-eine-reportage-nicht-moeglich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Aug 2018 09:32:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Watson-Reporterin Sarah Serafini versuchte zwei Jahre lang erfolglos von den SBB die Erlaubnis zu kriegen, einen Mitarbeiter der Minibar begleiten zu dürfen, bevor das rollende Gastroangebot aus den Zügen verschwindet. Nachdem die Journalistin von der Kommunikationsstelle der Bundesbahnen immer wieder hingehalten wurde, verleidete es ihr irgendwann. Als Abschluss der leidigen Affäre schrieb Serafini ein Making-of der Nicht-Geschichte – inklusive fiktionaler Reportage-Elemente über die Arbeit eines Minibar-Mitarbeiters.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/08/29/sbb-sagen-zwei-jahre-lang-derzeit-ist-eine-reportage-nicht-moeglich/">SBB sagen zwei Jahre lang: «Derzeit ist eine Reportage nicht möglich.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Watson-Reporterin Sarah Serafini versuchte zwei Jahre lang erfolglos von den SBB die Erlaubnis zu kriegen, einen Mitarbeiter der Minibar begleiten zu dürfen, bevor das rollende Gastroangebot aus den Zügen verschwindet. Nachdem die Journalistin von der Kommunikationsstelle der Bundesbahnen immer wieder hingehalten wurde, verleidete es ihr irgendwann. Als Abschluss der leidigen Affäre schrieb Serafini ein Making-of der Nicht-Geschichte – inklusive fiktionaler Reportage-Elemente über die Arbeit eines Minibar-Mitarbeiters.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/08/29/sbb-sagen-zwei-jahre-lang-derzeit-ist-eine-reportage-nicht-moeglich/">SBB sagen zwei Jahre lang: «Derzeit ist eine Reportage nicht möglich.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Das Thema ist in den Köpfen drin»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2016 08:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[K-Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Pro Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[René Schuhmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
		<category><![CDATA[Saldo]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
		<category><![CDATA[Sepp Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Salvisberg]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Ginsig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Konsumentenmagazine von Verleger René Schuhmacher haben die Initiative «Pro Service public» im Alleingang an die Urne gebracht. Schuhmacher sieht den Schritt in die Politik als logische Fortsetzung der Publizistik mit anderen Mitteln im Auftrag seiner Leser. Das Doppelspiel ist erfolgreich, wirft aber Fragen auf. Es ist ein eigentümlicher Abstimmungskampf um die «Pro Service public»-Initiative. <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konsumentenmagazine von Verleger René Schuhmacher haben die Initiative «Pro Service public» im Alleingang an die Urne gebracht. Schuhmacher sieht den Schritt in die Politik als logische Fortsetzung der Publizistik mit anderen Mitteln im Auftrag seiner Leser. Das Doppelspiel ist erfolgreich, wirft aber Fragen auf.<br />
<span id="more-27458"></span><br />
Es ist ein eigentümlicher Abstimmungskampf um die «Pro Service public»-Initiative. Während die Vorlage bei der Bevölkerung grosse Sympathien geniesst, fällt sie bei Parteien und Verbänden praktisch ausnahmslos durch. Linke Parteien, Gewerkschaften und selbst der Konsumentenschutz, die sonst bei jeder Gelegenheit den öffentlichen Dienst stärken wollen, verweigern der Vorlage ihre Gefolgschaft und halten das Ansinnen gar für kontraproduktiv. Dafür entdecken nun einzelne SVP-Exponenten das Thema für sich. Derzeit tritt Roger Köppel als einziges prominentes Gesicht öffentlich für die Initiative ein. Damit unterstützt der zum Politiker gewordene Weltwoche-Verleger ein Anliegen hinter dem der linke Verleger René Schuhmacher steht, der unter anderem die Konsumentenmagazinen K-Tipp und «Saldo» herausgibt. Als Spiritus rector der Initiative «Pro Service public» will sich Schuhmacher partout nicht betitelt wissen, obwohl er zusammen mit seinem Verlags- und Redaktionskader das Initiativkomitee bildet. Er sieht sich und seine Magazine vielmehr als eine Art Katalysator, der seiner Leserschaft ein Instrument in die Hand gegeben hat, damit sich diese in die Politik einbringen kann.</p>
<p>Öffentlich tritt Schuhmacher (Jahrgang 1953) selten bis nie in Erscheinung, so auch jetzt nicht. Das Gesicht der Initiative ist Peter Salvisberg, der Marketing-Leiter von Schuhmachers Verlag. «Neben meinem Job als Anwalt und dem zeitaufreibenden Hobby als publizistischer Leiter der Konsumentenzeitschriften habe ich nicht auch noch Zeit, eine Abstimmungskampagne zu führen», sagt René Schuhmacher auf Anfrage. Bei aller Bescheidenheit: Ohne Schuhmacher gäbe es die Initiative nicht. Er hat als schneller Denker und unermüdlicher Schaffer seinen Verlag zu einer schlagkräftigen Konsumentenlobby geformt. Dabei kommt ihm zugute, dass er als Anwalt mit den Spezialgebieten Vertragsrecht und Medienrecht just von jenen Themen etwas versteht, die seinen Publikationen nützen. «Mit seiner Erfahrung als Jurist hat er schon manchen Journalisten vor Fehlern geschützt», sagt ein langjähriges Redaktionsmitglied. Seine Funktion als publizistischer Leiter seiner Magazine nimmt er äusserst aktiv wahr. So liest er praktisch alle Artikel vor der Veröffentlichung, klopft sie auf Fehler ab. Damit spare er Anwaltskosten von rund einer halben Million Franken pro Jahr. Entsprechend präsent ist er im Tagesgeschäft der Redaktionen, was wegen seiner umgänglichen Art durchaus geschätzt wird. «Er sagt nie, du schreibst einen ‹Seich›. Er sagt, in deinem Artikel stimmt etwas nicht», erinnert sich ein ehemaliges Redaktionsmitglied. Er ist der Super-Chefredaktor. Das heisst aber auch, dass es keinen «Gott neben ihm» gibt, wie es jemand pointiert formuliert, der die Verhältnisse gut kennt.</p>
<p>Mit seinen 870’000 Lesern überflügelt allein der K-Tipp alle anderen Schweizer Wochen- und Monatstitel, selbst nachdem er im vergangenen Jahr deutlich an Reichweite verloren hat. Dafür geht es mit «Bon à Savoir», dem Schwesternblatt in der Westschweiz, gerade steil aufwärts, das nun über 400’000 Leser erreicht. Macht zusammen 1.3 Millionen Leser in der Schweiz. Damit erzielt der Zeitschriftenverlag einen Umsatz von rund 25 Millionen Franken und einen Gewinn von 1.5 Mio, berichtete die Weltwoche kürzlich. Schuhmacher bestätigt diese Zahlen gegenüber der Handelszeitung und präzisiert: Es handle sich dabei um die konsolidierten Umsätze und Ebita-Beträge im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Wurzeln des erfolgreichen Mediengeschäfts gehen auf die Sendung «Kassensturz» zurück. Entstanden ist der K-Tipp Anfang der 1990er-Jahre aus den «Merkblättern» zur Konsumsendung des Schweizer Fernsehens. Als sachkundiger Anwalt und Jurist mit bereits damals langjähriger publizistischer Erfahrung bei «Tat» und Tages-Anzeiger formulierte Schuhmacher diese Tipps und Hilfestellungen für die Fernsehsendung. Aus den «Merkblättern» wurde ein Magazin und Schuhmacher sein Verleger. Nach dem Rausschmiss aus dem Verlag und dem Aufbau von «Saldo» als Konkurrenztitel zum K-Tipp, kehrte Schuhmacher schliesslich zurück an die frühere Wirkungsstätte und führte das Medienhaus zu Erfolg in Geschäft – und nun auch in der Politik.</p>
<p>Nicht zum ersten Mal dienen K-Tipp und «Saldo» einem doppelten Zweck: Neben dem journalistischen Kerngeschäft von Information und Aufklärung sollen sie eine Initiative an der Urne zum Erfolg bringen. Ein erstes Mal gelang das vor sechs Jahren beim Referendum gegen die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes für Pensionskassenguthaben. Damals noch im Verbund mit Parteien und Gewerkschaften. Jetzt wählte man bewusst den Alleingang. Umso wichtiger sind darum die eigenen Medien, wenn einen sonst niemanden unterstützt.</p>
<p>Dass es um mehr geht als «nur» um Konsumentenjournalismus, sieht man den Magazinen denn gut an. Kritisches zu SBB, Post und Swisscom nimmt in jeder Ausgabe prominenten Raum ein. «Wir müssen sicher darauf achten, dass wir nicht monothematisch werden», sagt Verleger Schuhmacher. «Mit den Zuschriften zu Post, SBB und Swisscom könnten wir fast das ganze Blatt füllen.» Das ist natürlich auch den drei Unternehmen nicht entgangen. Sie sehen sich seit der Lancierung der Initiative mit einer Häufung von Anfragen der Konsumentenzeitschriften konfrontiert. Man versuche diese so professionell wie möglich zu beantworten, teilen die Medienstellen unisono mit. Oft bleibe aber ein komisches Gefühl zurück. Swisscom-Medienchef Sepp Huber formuliert es so: «Aus den Anfragen geht bereits hervor, wie der Artikel laufen muss, dann setzen wir unsere Ressourcen lieber dort ein, wo wir etwas bewirken können.» Etwas zurückhaltender, aber genauso unmissverständlich, drückt sich SBB-Sprecher Oli Dischoe: «Wir stellen fest, dass gewisse Konsumentenmagazine in einem politischen Umfeld, mit politischer Absicht schreiben.» Vor drei Jahren kam es mit den SBB <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">vorübergehend zum Zerwürfnis</a>. Das Bahnunternehmen beantwortete während eines halben Jahres Anfragen von K-Tipp und «Saldo» nur noch summarisch und verwies auf allgemein zugängliche Informationen auf der Website. Kritiker des Vorgehens nannten das Vorgehen einen <a href="http://www.infosperber.ch/Wirtschaft/SBB-K-Tipp-Boykott-Service-Public-Volksinitiative" target="_blank">«Informationsboykott»</a>.</p>
<p>Dass SBB, Swisscom und Post wegen der Initiative verstärkt im Fokus der Berichterstattung stünden, bestreiten die Magazine. Ihre Publikationen würden genau gleiche aussehen auch ohne ein politisches Ziel vor Augen. Verleger Schuhmacher erklärt: «Wir führen keine Politkampagne.» Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ganz ohne klassische Kampagnenarbeit kommen die Initianten trotz ihrer reichweitenstarken Medien nicht aus. So gibt es die nach dem Titel der Initiative bezeichnete Website<a href="http://proservicepublic.ch/" target="_blank"> www.proservicepublic.ch</a> und dieser Tage erhielten alle Schweizer Haushalte eine Abstimmungszeitung. Kostenpunkt: Rund 600&#8217;000 Franken, finanziert aus Spenden. Propaganda sei das nicht, nur «Notwehr gegen die groteske Fehlinformation im Bundesbüchlein», so Schuhmacher. Und die nächsten Pfeile stecken bereits im Köcher. Sollte als Reaktion auf eine allfällige Annahme der Initiative die Privatisierung der Staatsbetriebe auf die Traktandenliste rücken, was gar nicht im Sinne Schuhmachers wäre, dann liesse sich das natürlich mit Referendum oder einer nächsten Initiative bekämpfen. Aber vorderhand ist René Schumacher ganz der Publizist, der Debatten anstossen will. Für ihn hat die Initiative ihren Zweck denn auch schon jetzt erfüllt: «Das Thema ist in den Köpfen drin.»</p>
<p><small>Dieser Artikel ist im Auftrag der «Handelszeitung» entstanden.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/">«Das Thema ist in den Köpfen drin»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Drei grosse Klick-Magnete</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/12/drei-grosse-klick-magnete/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabelle Schwab]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2016 07:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<category><![CDATA[NET-Metrix]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Konzentrationstendenzen im Schweizer Internet: Tamedia, Ringier und Swisscom teilen sich bereits die Hälfte des durch Net-Metrix gemessenen Traffics. Nach und nach verleiben sich die Schweizer Internet-Riesen weitere Sites ein. Vor einigen Jahren hat der grosse Run auf Portale für Kleinanzeigen, Handelsplattformen sowie Verzeichnisdienste begonnen. Alleine für die Übernahme der Scout-Gruppe hat Ringier schätzungsweise 200 Millionen <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/12/drei-grosse-klick-magnete/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Konzentrationstendenzen im Schweizer Internet: Tamedia, Ringier und Swisscom teilen sich bereits die Hälfte des durch Net-Metrix gemessenen Traffics. Nach und nach verleiben sich die Schweizer Internet-Riesen weitere Sites ein.<br />
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Vor einigen Jahren hat der grosse Run auf Portale für Kleinanzeigen, Handelsplattformen sowie Verzeichnisdienste begonnen. Alleine für die Übernahme der Scout-Gruppe hat Ringier schätzungsweise 200 Millionen Franken bezahlt. Und die Kleinanzeigenplattform bleibt beliebt: Für einen vermutlich ebenfalls dreistelligen Millionenbetrag hat sich Ende März die Mobiliar in die Scout-Gruppe eingekauft.</p>
<p>Weiter sollen Tamedia und Ringier für jobs.ch zusammen fast 400 Millionen Franken ausgegeben haben. Und Swisscom wäre online nicht einmal halb so gross ohne die Verzeichnisdienste search.ch und local.ch, welche sie zusammen mit Tamedia hält.</p>
<p><strong>Infografik</strong>: <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/net_metrix_Q1.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Das Schweizer Internet im ersten Quartal 2016</a></p>
<p>Pro Monat haben sich im <a href="http://netreport.net-metrix.ch/audit/?l=de&amp;s=51421&amp;t=1&amp;pp=201601&amp;p=201603&amp;submit=Anzeigen#" target="_blank">ersten Quartal 2016 gemäss Net-Metrix</a> im Schnitt 96’885’833 Unique Clients (UC) auf 186 Schweizer Sites verteilt. Das heisst: Mehr als 90 Millionen Browser oder Apps, haben im gemessenen Zeitraum pro Monat einmal auf eine Site zugegriffen. Untersucht wird nur, wer die Dienstleistung von Net-Metrix in Anspruch nimmt. Abgedeckt wurden jedoch alle für den Werbemarkt relevanten Onlineangebote.</p>
<p>Aus der Statistik abzulesen ist: Vom Traffic-Kuchen schneidet sich Tamedia das grösste Stück ab. 27.1 Mio. Browser-, App-, sowie mobile Zugriffe pro Monat hat das Medienhaus registriert und ist damit absoluter Spitzenreiter unter den Schweizer Site-Betreibern. Dieser Traffic verteilt sich bei Tamedia auf insgesamt 25 Sites, darunter auch JobCloud, die sich Tamedia zu gleichen Teilen mit Ringier teilt und die beiden Verzeichnisdienste search.ch und local.ch, welche zu zwei Dritteln der Swisscom gehören.</p>
<p>Bemerkenswert: Alleine search.ch und local.ch verzeichnen 8.7 Mio. Zugriffe pro Monat, das macht fast zehn Prozent des Gesamttraffics der 186 durch Net-Metrix untersuchten Sites aus. Trafficstärkste Site bleibt für Tamedia jedoch 20 Minuten Online. Die Gratisplattform verzeichnete mit der deutschsprachigen Site 5 Mio., mit der französischsprachigen 1.8 Mio. und in der italienischen Schweiz knapp mehr als eine halbe Million Unique Clients pro Monat.</p>
<p>Deutlich hinter Tamedia folgt auf dem zweiten Platz der Schweizer Traffic-Giganten das Medienhaus Ringier mit 17 Mio. Zugriffen auf 29 Web-Sites pro Monat. Seit Anfang Jahr gehören auch sämtliche Angebote von Axel Springer Schweiz zu Ringier. In einem Joint Venture werden nun alle Schweizer Angebote Springers und alle Zeitschriften des Ringier Verlags vermarktet. Weiter interessant: Während bei Tamedia neun seiner 25 Websites keine Nachrichtenangebote sind, sind es bei Ringier deren 13.</p>
<p>Anders als Tamedia und Ringier hält sich Swisscom mit nur vier Sites und 9.6 Mio. Unique Clients pro Monat auf dem dritten Platz. Dies alleine durch die beiden Verzeichnisdienste search.ch und local.ch, die der Telekommunikationsfirma zu 61 Prozent gehören. Auch wenn man den Traffic auf die beiden Teilhaber Tamedia und Swisscom verteilt, der Swisscom also 61 Prozent der Unique Clients zuordnet, machen search.ch und local.ch noch immer zwei Drittel der Zugriffe aus. Zum Vergleich: Bluewin.ch verzeichnete im ersten Quartal 2016 2.8 Mio. Unique Clients pro Monat, local.ch 4.7 Mio.</p>
<p>Neben diesen drei Giganten scheint das Mithalten im Kampf um Klicks schwierig. Die SRG mit im Schnitt 7.7 Millionen Unique Clients pro Monat und die NZZ mit 5.2 Millionen Unique Clients pro Monat können mit den Grossen gerade noch knapp mithalten.</p>
<p>Mit ihrer neu erworbenen Beteiligung an der Scout-Gruppe zu 44 Prozent und daher mit einem Anteil von 1.8 Mio. Unique Clients pro Monat mischt nun auch der Versicherungkonzern Mobiliar in den Top Ten mit.</p>
<p>Die AZ Medien kann sich durch den Zusammenschluss ihrer Regionalzeitungen als Nordwestschweiz Netz und neu auch mit den Traffic-Zahlen ihrer Regionalsender mit 1.7 Mio. Unique Clients auf Platz Acht halten. Weiter behaupten sich im Schweizer Internet einzelne Sites mit starkem Traffic, so etwa comparis.ch und die unabhängige Unterhaltungsplattform likemag.com.</p>
<p>Dennoch ist der Kontrast gross: Neben den 108 Sites der zehn grössten Schweizer Medienunternehmen werden von Net-Metrix weitere 78 Sites erfasst, die gemeinsam aber nur gerade 20 Prozent des Gesamttraffics erzielen.</p>
<p>Das Verhalten der Medienhäuser Ringier und Tamedia erinnert an das Mini-Game Agar: Der Spieler ist ein runder Einzeller, der durch das Einverleiben kleinerer Spieler immer grösser und stärker wird. Und auch im Netz gilt das Gesetz der Grösse: Wer hat, dem wird gegeben, respektive: kriegt noch mehr Traffic.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/12/drei-grosse-klick-magnete/">Drei grosse Klick-Magnete</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Künstliche Aufregung um etablierte Praxis</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/06/19/kuenstliche-aufregung-um-etablierte-praxis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Karin Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2014 14:32:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderbeilage]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was soll daran problematisch sein, wenn eine Redaktion im Auftrag eines Werbekunden eine Sonderbeilage produziert? Gastautorin Karin Müller versteht nicht, was man an der kürzlich veröffentlichten SBB-Beilage im Tages-Anzeiger «sonderbar» finden kann. Unabhängiger Journalismus sei längst ein Mythos, findet Müller. Am Ende entscheide immer das Geld. All jenen, die sich über die Art und Weise <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/19/kuenstliche-aufregung-um-etablierte-praxis/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/19/kuenstliche-aufregung-um-etablierte-praxis/">Künstliche Aufregung um etablierte Praxis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll daran problematisch sein, wenn eine Redaktion im Auftrag eines Werbekunden eine Sonderbeilage produziert? Gastautorin Karin Müller versteht nicht, was man an der kürzlich veröffentlichten SBB-Beilage im Tages-Anzeiger «sonderbar» finden kann. Unabhängiger Journalismus sei längst ein Mythos, findet Müller. Am Ende entscheide immer das Geld.<br />
<span id="more-20355"></span><br />
All jenen, die sich über die Art und Weise aufregen, wie die <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/12/sbb-ziehen-glueckslos-mit-sonderbeilage/">Sonderbeilage des Tages-Anzeigers zur SBB-Durchmesserlinie</a> <a href="http://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Der-Tages-Anzeiger-in-der-SBB-Medienmappe" target="_blank">zustande kam</a>, sage ich: Regt auch ab! Dieser Vorgang ist nicht neu. Diese und ähnliche Szenarien existieren in allen Medienhäusern bereits seit Jahren. Es fing an, als die klassischen Anzeigenumsätze drastisch einbrachen, Stellenanzeigen ins Internet abwanderten und man beschloss, mit Newsrooms kostengünstiger zu arbeiten. Die Konsequenz: Vor rund 10 Jahren wanderten massenweise gestandene Recherchierjournalisten in die Kommunikation. Und im Newsroom bedient man sich der allseits bekannten «Kindersoldaten», Berufseinsteiger mit wenig Erfahrung. In diesem Durchlauferhitzersystem haben Journalisten, die heute alle zwischen 45 und 60 sind, keinen Platz. Warum? Sie denken zu eigenständig, haben sogar noch eigene Ideen für Stories und sind vielleicht etwas renitenter für Führungsleute. Und er ist teurer. Der Newsroom-Fliessbandarbeiter wartet brav, bis er einen Auftrag erhält. Die wenigsten mucken auf und bereiten einem Chef weniger Stress.</p>
<p>In der Zwischenzeit versuchen gestandene Journalisten, die jetzt als Kommunikationsberater oder Head of Communication tätig sind, ihr redaktionelles Know-how für ihre Mandanten oder Arbeitgeber zu nutzen. Und genau so entstehen dann solche Ideen, wie jetzt eben diese SBB-Sonderbeilage des Tages-Anzeigers, über die man sich künstlich aufregt. In der Wirtschaft sucht man immer nach Win-Win-Situationen. An erster Stelle steht immer die Überlegung, wie man ohne Umweg ganz redaktionell in die Medien kommt. Je nach Thema wird dieses Unterfangen ziemlich schwierig. Denn die Journalisten sind zwar willig, interessieren sich aber selten wirklich für ein Thema. Und die Ressortleiter winken lethargisch ab, verweisen auf die SMD und antworten: «Darüber haben wir 1988 schon mal geschrieben.» Sache erledigt. Was tut also der Ex-Journalist-jetzt-Kommunikationschef? Er versucht, alle auszuhebeln, die einem Projekt im Weg stehen könnten. Wichtig sind dabei natürlich gute Beziehungen.</p>
<p>Auch ich bin abgewandert und versuche nun für meine Mandanten Win-Win-Situationen bei den Verlagen herauszuholen. Im Lifestyle-Bereich ist die Sache ziemlich korrupt. Wer eine bestimmte Anzahl Inserate bucht, bekommt Zusagen über redaktionelle Beiträge. Die Direktorin eines Kosmetikkonzerns sagte mal zu mir, als ich ihr das Magazin vorstellte, das ich neu als Chefredaktorin leitete: «Sie wissen, dass Sie und Ihr Magazin ohne unsere Gunst in einem Jahr weg sind?» Ich fand dieses Statement damals zwar ziemlich dreist, aber die Dame war sich ihrer Macht durchaus bewusst. Wer in der Schweiz Grossbudgets zu vergeben hat, wird hofiert und gepampert. Bei allen grossen Frauen-, Mode- und Lifestyle-Magazinen gehört das zur Tagesordnung. Auch wenn sie das öffentlich nie zugeben würden und lieber das Hohelied auf ihre journalistische Unabhängigkeit anstimmen.</p>
<p>Es gibt aber auch bekannte Unternehmen, wo frühere Journalisten in ihrer Rolle als Kommunikationschefs die CEOs dazu bringen, während eines ungezwungenen Lunches mit Verlagsleuten und Chefredaktoren über die eine oder andere Idee eines Deals oder Gegengeschäfts zu plaudern. Natürlich versucht man auch indirekt Einfluss auf eine mögliche spätere Berichterstattung zu nehmen. Ich kenne Fälle aus dem Gesundheitsbereich, wo Pharmafirmen zwar offiziell für Inserate bezahlen. Weil aber ein rezeptpflichtiges Medikament nicht beworben werden darf, wird ein Zweitvertrag (meist mündlich) ausgehandelt, wo festgelegt wird, wie das Thema redaktionell verarbeitet und welche Fachärzte befragt werden müssen. Ein sehr einträgliches Geschäft und eine Win-Win-Situation für alle. Solches Business ist längst normal. Darum ist die Aufregung über die – nota bene gut gemachte – SBB-Beilage des Tages-Anzeigers völlig übertrieben.</p>
<p>Die Frage, die ich mir stelle: Was passiert im Krisenfall des betreffenden Unternehmens, mit dem man sich auf einen «Schweinehandel» einliess? Kann dann eine Redaktion noch unabhängig berichten? Offizielle Antwort: Ja. Inoffizielle Antwort: Es ist kompliziert. Denn eine Zeitung wird mehrmals abchecken, ob es sich lohnt, diesen CEO in die Pfanne zu hauen. So wird sich ein Journalist der Story annehmen, der am wenigsten Kontakt zum CEO hatte. Man wird prüfen, wie die Konkurrenz berichtet. Eine Form von Befangenheit – auch unausgesprochen – bleibt.</p>
<p>Das alles ist jedoch kein Grund für diese Hektik, wie sie hier verbreitet wurde. Wir alle müssen uns von einem Journalismus verabschieden, der aus zwei Werten bestand: Qualität und Unabhängigkeit. Natürlich kann man dazu 1000 Tagungen veranstalten. Im Markt ändert sich deshalb nichts. Verlagshäuser wollen und müssen rentieren. Und seit dem Erfolg der Gratiszeitungen wird solchen Deals zunehmend Vorschub geleistet. Darum freundet Euch an mit dem Ist-Zustand und verabschiedet euch von einer Realität, die es vielleicht noch vor zehn Jahren noch gab. Die junge Leserschaft ist mit dieser Vermischung von kommerziellen und redaktionellen Inhalten längst vertraut und stört sich nicht daran. Nur die ältere Generation verlangt nach sauberer Trennung und mehr Tiefgang und Qualität.</p>
<p>Mit dem Alter verändert sich das Leseverhalten. Und da die Auswahl an fundierter Recherche in der Schweiz relativ dünn ist, abonnieren viele halt deutsche Zeitungen oder Zeitschriften. Doch wie wird es weitergehen? Bezahlblätter müssen exklusivere Stories und bessere Bilder anbieten können. Alles andere hat ein Grossteil der Leserschaft bereits am Vorabend online konsumiert. Warum soll man eine Tageszeitung noch kaufen? Sie kann sich nur noch durch bessere Inhalte abheben. Und diesen etwas anderen «Content» erwirbt man aktuell eher mittels «special deals». Deshalb könnte ich mir gut vorstellen, dass dieses aktuell enge Zusammenrücken von Redaktionen in ein paar Jahren wieder distanzierter sein wird. Knallhart bleibt hingegen die Jagd nach Geld. Verlagsangestellte müssen noch kreativer werden, um Kunden für ihren Titel gewinnen zu können. Daran sollten sich Journalisten gewöhnen, dass der Begriff «unabhängiger Journalismus» längst ein Mythos ist.</p>
<p>Persönliche Verstrickungen von Verlagschefs oder ein Anruf der Verlegergattin bei einem Chefredaktor genügt und rasch ist es mit der Unabhängigkeit vorbei. Dabei gibt es keine Guten und Bösen. Denn am Ende des Tages wird auch der hartnäckigste Journalist von Inserateeinnahmen und solchen «Deals» mit Werbekunden finanziert. Was wir uns alle wünschten, nämlich dass Verlagschefs lange Recherchen wieder schätzen und auch entsprechend entlöhnen, gehört ins Land der Traumvorstellungen. Kein Verlagshaus wird in den nächsten Jahren die Löhne um durchschnittlich 25 Prozent anheben. Wozu auch, solange es junge Willige gibt, die man als Durchlauferhitzer auf Kurzzeitstories ansetzen kann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/19/kuenstliche-aufregung-um-etablierte-praxis/">Künstliche Aufregung um etablierte Praxis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>SBB ziehen Glückslos mit Sonderbeilage</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/06/12/sbb-ziehen-glueckslos-mit-sonderbeilage/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2014 14:21:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Globus]]></category>
		<category><![CDATA[Lea Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Publireportag]]></category>
		<category><![CDATA[Ruedi Baumann]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderbeilage]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie die SBB den Tages-Anzeiger dazu bringen, eine Sonderbeilage zur Eröffnung ihrer neuen Durchmesserlinie in Zürich zu realisieren und dafür nichts zahlen. Einblicke in eine sonderbare Partnerschaft. Dem Verlag war es offenbar ein Anliegen, die Fachwelt wissen zu lassen, was er da Tolles realisiert hatte. Es kommt schliesslich nicht alle Tage vor, dass man positive <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/12/sbb-ziehen-glueckslos-mit-sonderbeilage/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die SBB den Tages-Anzeiger dazu bringen, eine Sonderbeilage zur Eröffnung ihrer neuen Durchmesserlinie in Zürich zu realisieren und dafür nichts zahlen. Einblicke in eine sonderbare Partnerschaft.<br />
<span id="more-20224"></span><br />
Dem Verlag war es offenbar ein Anliegen, die Fachwelt wissen zu lassen, was er da Tolles realisiert hatte. Es kommt schliesslich nicht alle Tage vor, dass man positive Nachrichten von der Werbefront zu vermelden hat. Nicht ohne Stolz schrieb das Anzeigenmarketing des Tages-Anzeigers am letzten Donnerstag: «Bereits zum zweiten Mal setzt der Tages-Anzeiger eine Print-Beilage und eine Long-Form-Story kommerziell um.»</p>
<p>Beim ersten Mal handelte es sich um ein Werbeformat <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/extern/storytelling/globus/" target="_blank">für die Warenhauskette Globus</a>, an dessen verkaufsfördernder Intention kaum Zweifel aufkommen konnten. Beim zweiten Mal, am letzten Freitag, liegen die Dinge ein bisschen komplizierter. Diesmal handelt es sich um eine Sonderbeilage zur Eröffnung der SBB-Durchmesserlinie und des neuen unterirdischen Bahnhofs Löwenstrasse unter den bestehenden Gleisanlagen des Zürcher Hauptbahnhofs. Wer in der Beilage blättert oder im Web die nach den Regeln des <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/extern/storytelling/sbb/" target="_blank">trendigen Scrollytelling</a> aufbereiteten Artikel anschaut, versteht nicht, wieso es der Verlag war, der vorab informiert hat und nicht die Redaktion. Hier haben vor allem Journalisten ganze Arbeit geleistet und ein Jahrhundertbauwerk publizistisch umfassend gewürdigt. Die Artikel könnten genau so gut im Lokalteil der Zeitung stehen. Tun sie aber nicht und das aus gutem (oder je nach Sichtweise: schlechtem) Grund.</p>
<p>Bei der Sonderbeilage handelt es sich quasi um eine Auftragsarbeit für die Schweizerischen Bundesbahnen. Denn ohne die SBB gäbe es all die Artikel gar nicht in dieser Form. Es war ihre Idee, den Tages-Anzeiger für die publizistische Begleitung des Grossereignisses einzuspannen. «Wir sind mit der Idee für eine Sonderbeilage auf den Verlag zugegangen», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer.</p>
<p>Allein die Aussicht auf zusätzliche Werbefranken macht eine solche Anfrage heutzutage schier unwiderstehlich. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Redaktion unabhängig arbeiten könne. «Wäre dies nicht von Anfang an sichergestellt gewesen, hätte die Redaktion nicht mitgearbeitet», teilt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage mit. Lokalredaktor und Verkehrsspezialist Ruedi Baumann, der den Grossteil der Texte zur Beilage beisteuerte, schreibt, er habe «absolut frei, ohne eine einzige Weisung der SBB» arbeiten können. Das bestätigen auch andere Journalisten, die Artikel für die SBB-Beilage geliefert haben. Die Kooperation mit den SBB habe sich in keiner Weise auf ihre Arbeit ausgewirkt.</p>
<p>Ganz ohne Einfluss auf den Inhalt der Beilage sind die SBB aber nicht geblieben. Schliesslich haben die Bahnen Interesse an einer angemessenen Darstellung ihres Bauvorhabens. «Zwei Kollegen unseres Kommunikationsteams haben sich mit der Redaktion getroffen und Themenvorschläge eingebracht», sagt Lea Meyer. Wie bereits Journalist Baumann hält auch die SBB-Sprecherin fest, dass «der Entscheid über die schliesslich publizierten Beiträge voll und ganz bei der Redaktion» gelegen habe. Die Medienstelle der Bundesbahnen verlangten jedoch, jene Texte gegenzulesen, in denen SBB-Personal vorkommt. Man habe sich bei der Autorisierung darauf beschränkt, Faktenfehler<br />
zu korrigieren und nicht in die Wertung und inhaltliche Gewichtung der Journalisten einzugreifen, versichert Lea Meyer.</p>
<p>Auf den ersten Blick scheint die Rechnung für alle Beteiligten aufzugehen. Es sieht ganz nach einer Win-win-win-Situation aus:</p>
<ul>
<li>die Bahnen erhalten eine prominente publizistische Plattform für ihren Neubau</li>
<li>der Verlag kann in der Beilage zusätzliche Werbefläche zur Verfügung stellen und kassiert</li>
<li>die Redaktion kriegt zusätzliche Ressourcen und kann umfassender über ein lokales Grossereignis berichten, als sie das mit eigenen Mitteln hätte tun können.</li>
</ul>
<p>Auf den zweiten Blick gerät das Gleichgewicht aus der Balance. Den weitaus besten Deal machen die SBB: Es war ihre Idee, die der Tages-Anzeiger realisiert hat und sie müssen nicht einmal zahlen dafür. «Unser finanzieller Beitrag erfolgte indirekt über die Vermittlung von Inseraten unserer Baupartner», erklärt SBB-Sprecherin Meyer. Damit zogen die SBB das Glückslos. Sie zahlen nichts und kriegen die volle Aufmerksamkeit. Für die inserierenden Baufirmen ist es nicht die ideale Werbeplattform. Sie sind nicht im Endkundengeschäft tätig und erleiden mit Inseraten in einer Tageszeitung einen enormen Streuverlust.</p>
<p>Und was erfährt der Leser von dieser Partnerschaft? Zu wenig. Es ist davon auszugehen, dass er die Beilage als integralen Bestandteil des redaktionellen Angebots wahrnimmt, zumal sie sich im Layout nicht vom Rest der Zeitung unterscheidet, wie dies bei Publireportagen üblich ist. Zwar meint der Verlag, die Machart der Beilage sei ausreichend deklariert, wenn man sie nur mit «Sonderbeilage» kennzeichne. Im Web ist etwas ausführlicher von einer «Sonderpromotion in Zusammenarbeit mit der SBB» die Rede, was das Verständnis für die realen Abläufe aber auch nicht verbessern dürfte. Die so erfolgte Kennzeichnung mag den <a href="http://www.faire-werbung.ch/wordpress/wp-content/uploads/2013/09/Grundsaetze.pdf" target="_blank">Grundsätzen der Lauterkeitskommission</a> entsprechen. Für den Durchschnittsleser bleibt die zentrale Rolle unklar, welche die SBB spielten. Das liegt durchaus im Interesse beider Seiten: Die SBB sehen ihre Inhalte glaubwürdiger vermittelt, wenn nicht ein grosses Warnschild davor steht. Die Redaktion sähe ihre Arbeit herabgewürdigt, wenn ihre Artikel in die Nähe von Bahnwerbung gerückt würde.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/12/sbb-ziehen-glueckslos-mit-sonderbeilage/">SBB ziehen Glückslos mit Sonderbeilage</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Schleichwerbe-Limbo</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/03/27/schleichwerbe-limbo/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Mar 2014 09:19:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Rolling Stones]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Ticketcorner]]></category>
		<category><![CDATA[Blick am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Schleichwerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[McDonald's]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Grenzen zwischen Werbung und Inhalten vermischen sich bei einigen Schweizer Printmedien schon auf der Titelseite. Vergangenen Montag, am 24. März 2014, verloste Blick Tickets des hauseigenen Ticketcorners, 20 Minuten titelte mit einem Pressefoto von McDonald&#8217;s und Blick am Abend hatte die SBB gern. Beispiel 1: Blick Wir wollten wissen, welche journalistischen Gründe es hat, <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/27/schleichwerbe-limbo/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/27/schleichwerbe-limbo/">Schleichwerbe-Limbo</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Grenzen zwischen Werbung und Inhalten vermischen sich bei einigen Schweizer Printmedien schon auf der Titelseite. Vergangenen Montag, am 24. März 2014, verloste Blick Tickets des hauseigenen Ticketcorners, 20 Minuten titelte mit einem Pressefoto von McDonald&#8217;s und Blick am Abend hatte die SBB gern.<br />
<span id="more-18829"></span></p>
<h3>Beispiel 1: Blick</h3>
<p>Wir wollten wissen, welche journalistischen Gründe es hat, dass «Blick» seinen Lesern am Montag von allen Ereignissen, die sich in der Welt ereignet haben, ausgerechnet das Konzert der britischen Band Rolling Stones im Zürcher Letzigrund nahe bringen wollte. Schliesslich ist die Band schon viele Male in der Schweiz aufgetreten und das Konzert findet erst in einigen Monaten statt. Der stv. Chefredaktor Andreas Dietrich nimmt (in Abwesenheit von Chefredaktor Lüchinger) wie folgt Stellung:</p>
<blockquote><p>Wenn die grösste Rock&#8217;n&#8217;Roll-Band aller Zeiten nach sieben Jahren wieder in die Schweiz kommt, ist das für die grösste Bezahlzeitung der Schweiz selbstverständlich ein grosses Thema. (Für andere Medien ja auch.) Dies noch mehr, als die Band nach dem Selbstmord von Jaggers Freundin – auch dies ein Thema, das Fans und Leser bewegt – anderswo Konzerte abgesagt hat. Wie die Erfahrungen der Vorverkäufe in andern europäischen Städten zeigen (innert Minuten ausverkauft), ist das Interesse an den Stones offensichtlich nicht ganz klein.</p></blockquote>
<p>«Jede Journalistin und jeder Journalist» soll bei Ringier «ausschliesslich Weisungen erteilen und befolgen, die die Unabhängigkeit der Redaktion wahren», ist im Kapitel «Journalistische Unabhängigkeit» des <a href="http://www.ringier.com/de/ueber_ringier/code_of_conduct">«Code of Conduct» von Ringier</a> zu lesen.</p>
<p>Wenn man den «Blick» liest, sollte man aber auch im Hinterkopf behalten, dass Ticketcorner zu 50 Prozent im Besitz von Ringier ist («Blick» zu 100 Prozent).</p>
<p>Am 24. März heisst es im «Blick»:</p>
<blockquote><p>Der Vorverkauf startet am Mittwoch, 26. März, um 8.00 Uhr bei Ticketcorner. BLICK verschenkt schon heute exklusiv die ersten 20 Tickets (10 x 2)!</p></blockquote>
<p>Und am 25. März fordert man seine Leser konkret dazu auf, am nächsten Tag «vor acht Uhr an den offiziellen Ticketcorner-Vorverkaufsstellen» zu sein:</p>
<blockquote><p>Der offizielle Vorverkauf beginnt morgen Mittwoch um acht Uhr. Da die Mega-Show innert kürzester Zeit ausverkauft sein dürfte, verrät BLICK nun, wie Sie am besten zu den heiss begehrten Tickets kommen können:</p>
<p>Benutzen Sie mehrere Kanäle, um Tickets zu bekommen. Versuchen Sie es via Internet auf www.ticketcorner.ch oder an den offiziellen Vorverkaufsstellen (SBB, Die Post, Manor, Coop City und andere).</p>
<p>Falls Sie auf www.ticketcorner.ch nicht registriert sind, eröffnen Sie schon heute ein Konto. Damit Sie morgen früh gleich sofort einloggen können.</p>
<p>Seien Sie am Mittwoch vor acht Uhr an den offiziellen Ticketcorner-Vorverkaufsstellen.</p>
<p>Gehen Sie am besten an eine eher kleinere Vorverkaufsstelle auf dem Land (SBB, Post etc.). An den grossen Vorverkaufsstellen dürften sich lange Schlangen bilden.</p>
<p>Member von Ticketcorner können bereits heute Dienstag zwischen 8 und 16 Uhr am Priority Sale teilnehmen. Viel Vergnügen!</p></blockquote>
<p>Um am Tag der Vorverkauf-Eröffnung, dem 26. März, Leute zu porträtieren, die <a href="http://www.blick.ch/people-tv/der-erste-fan-stand-um-4-30-uhr-an-id2754732.html">im Ticketcorner am Hauptbahnhof in Zürich</a> in der Schlange gestanden haben.</p>
<h3>Beispiel 2: 20 Minuten</h3>
<p><a href="http://www.bildblog.de/55455/sie-lieben-es/">Auf Bildblog.de</a> wurde der Fall bereits aufgearbeitet. Doch Stopp! Um ein bezahltes Inserat in redaktionellem Gewand, wie man vermuten könnte, handelt es sich keinesfalls. Tamedia-Unternehmenssprecher Christoph Zimmer schreibt auf Anfrage:</p>
<blockquote><p> Die Themensetzung und Bildauswahl erfolgte ausschliesslich aus redaktionellen Überlegungen. Die Lancierung des neuen Burgers war eines der Themen des Tages und wurde unter Jugendlichen in der Schweiz intensiv diskutiert. 20 Minuten nahm das Thema deshalb auf, genauso wie die Redaktion beispielsweise auch über die Lancierung eine neuen iPhones berichtet.</p></blockquote>
<p>McDonald&#8217;s-Unternehmenssprecherin Aglaë Strachwitz antwortet so:</p>
<blockquote><p>Es handelte sich um eine redaktionelle Anfrage von 20 Minuten, die wir beantwortet haben und nicht um eine Medienschaltung. Unsere Freude, mit unseren neuen Produkten auf dem Titel zu sein, war aber verständlicherweise gross.</p></blockquote>
<p>Während andere Firmen Inserate bezahlen müssen, schaufelt 20 Minuten ganz offenbar völlig uneigennützig die Titelseite frei, um aus rein journalistischen Gründen ein Pressefoto von McDonald&#8217;s abzudrucken. Und das kostenlos! Da ist die Freude verständlicherweise riesengross.</p>
<h3>Beispiel 3: Blick am Abend</h3>
<p>Wenn man den Kommunikationsverantwortlichen der Schweizerischen Bundesbahnen absolute freie Hand lassen würde bei der Wahl eines Titels in einem Bericht zu eigenen Unternehmen, wie würde er wohl lauten? Ich tippe mal auf «Die SBB zum Gernhaben». Überraschung, genau so steht das auf Seite 2 im Blick am Abend. Daneben auf Seite 3 etwas kleiner der Kontrapunkt «Die SBB zum Aufregen und Nerven». Die «Die Top Ten der schlimmsten SBB-Momente» versammeln knallhart kritische Punkte wie zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Stinkende, aufdringliche, nervige Sitznachbarn landen auf Platz zwei.</p>
<p>Rang drei: Die Hektik am Bahnhof und das Gedränge zu den Stosszeiten.</p>
<p>Trifft man zum Beispiel auf eine Schulreise, ists mit der Stille im Zugabteil vorbei.</p>
<p>Auch in den Top Ten ist die schlechte Stimmung der Reisenden, wenn sie Liebeskummer haben, krank oder müde sind.</p>
<p>Platz neun für «Unterwegs ist grundsätzlich nicht wie zu Hause».</p></blockquote>
<p>Die anderen fünf Punkte listen dann tatsächlich Probleme auf, die von der SBB gelöst werden könnten.</p>
<p>War die SBB in die Entstehung der Artikel im Blick am Abend involviert? SBB-Mediensprecher Christian Ginsig nimmt wie folgt Stellung:</p>
<blockquote><p>Ja, selbstverständlich war die SBB involviert. Wir hatten schon mehrfach Themen, welche durch die Pendlerzeitungen aufgegriffen wurden. (Bsp Littering). Die Medienstelle erhielt das Interview zum Gegenlesen und dieses wurde durch uns freigegeben. Keinen Einfluss hatten wir auf den redaktionellen Teil des Textes (wie dies ja üblich ist).</p></blockquote>
<p>Auf die Nachfrage, von wem denn die Initiative für die Berichterstattung ausging, schreibt Ginsig:</p>
<blockquote><p>Die ging in diesem Fall von der SBB aus.</p></blockquote>
<p>Eine Anfrage an Peter Röthlisberger, Chefredaktor des Blick am Abend, blieb unbeantwortet.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Schleichwerbung? Nicht doch! Sowas würden Schweizer Printmedien also wirklich nicht tun. Festzustellen ist allerdings, dass Produkte, über die «redaktionell» geschrieben wird, vermehrt bereits auf den Titelseiten auftauchen. Die Eigeninteressen der Verlage scheinen oft stärker zu sein als journalistische Erfordernisse. Die Beziehung zu den Kommunikationsabteilungen von Firmen scheint nicht in einem kritischen und konkurrenzierenden, sondern eher in einem partnerschaftlichen Verhältnis zu sein. Der Weg zur journalismusfreien «Zeitung» ist wohl nur noch ein kurzer.</p>
<p>Von den Gratiszeitungen 20 Minuten und Blick am Abend ist nichts anderes zu erwarten, auf der <a href="http://www.schweizermedien.ch/fileadmin/schweizerpresse/themen/Code_of_Conduct/Code_of_Coduct_Unterzeichnet.pdf">Liste</a> der Titel, die 2010 den <a href="http://www.schweizermedien.ch/themen/code-of-conduct/">Code of Conduct des Verbands Schweizer Medien</a> unterschrieben haben, tauchen sie nicht auf. Der Blick dagegen hat sich verpflichtet, den Code of Conduct zu befolgen und hält dementsprechend Punkte wie diesen ein:</p>
<blockquote><p>Im Umgang mit bezahlter Werbefläche in den Print- und Online-Medien gilt das Prinzip der Transparenz gegenüber dem Publikum. Für den Medienkonsumenten muss immer klar erkennbar sein, ob die Inhalte redaktionellen Ursprungs oder kommerziell als Werbefläche platziert und von den Dritten bezahlt sind. Redaktion und Verlag stellen gemeinsam sicher, dass diese Trennung gewahrt wird.</p></blockquote>
<p>Dass der gelegentlich erwähnte Ticketcorner zur Hälfte Ringier gehört, hätte man ja auch erwähnen können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/27/schleichwerbe-limbo/">Schleichwerbe-Limbo</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Wir spielen mit offenen Karten»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jul 2013 14:54:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Bernhard Bürki]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Ginsig]]></category>
		<category><![CDATA[K-Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumenteninfo]]></category>
		<category><![CDATA[René Schuhmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
		<category><![CDATA[Saldo]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sepp Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zeitschriften der Konsumenteninfo AG machen mit ihrer Initiative «Pro Service public» aktiv Politik – quasi als Fortsetzung des Journalismus mit anderen Mitteln. René Schuhmacher, Verleger und publizistischer Leiter, findet den Vorwurf absurd, seine Redaktionen würden als Propaganda-Maschinen für die Initiative eingespannt. Wenn heute das Konsumentenmagazin K-Tipp bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB um eine Auskunft <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">«Wir spielen mit offenen Karten»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschriften der Konsumenteninfo AG machen mit ihrer Initiative «Pro Service public» aktiv Politik – quasi als Fortsetzung des Journalismus mit anderen Mitteln. René Schuhmacher, Verleger und publizistischer Leiter, findet den Vorwurf absurd, seine Redaktionen würden als Propaganda-Maschinen für die Initiative eingespannt.<br />
<span id="more-14864"></span><br />
Wenn heute das Konsumentenmagazin K-Tipp bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB um eine Auskunft bittet, dann kriegt es diese, wie alle anderen Medien auch. Das war nicht immer so. Ein halbes Jahr lang, vom letzten Herbst bis in den Frühling, haben die SBB nur noch summarisch auf K-Tipp-Anfragen reagiert und stattdessen auf allgemein zugängliche Online-Informationen verwiesen. Auch die anderen Titel aus dem Verlag Konsumenteninfo waren vom <a href="http://www.infosperber.ch/Medien/SBB-K-Tipp-Boykott-Service-Public-Volksinitiative" target="_blank">«Informationsboykott»</a> der SBB betroffen.</p>
<p>Mit dieser Sonderbehandlung reagierten die SBB auf die, nach ihrer Zählung, gehäuften Anfragen der Konsumentenzeitschriften. SBB-Sprecher Christian Ginsig vermutet als Grund für das gestiegene Auskunftsbedürfnis die <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis422.html" target="_blank">Volksinitiative «Pro Service public»</a>, welche die Konsumentenzeitschriften lanciert haben. Zur publizistischen Unterfütterung der Unterschriftensammlung hätten K-Tipp &amp; Co. die Berichterstattung über die Bundesbahnen hochgeschraubt. «Ausserdem hatten wir den Eindruck, viele Artikel seien bereits geschrieben, als wir die Anfragen erhielten», sagt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. Ein Eindruck, den Ginsigs Kollegen bei Post und Swisscom teilen.</p>
<p>Der politische Vorstoss, auf den die SBB so empfindlich reagierten, verlangt von den Service-public-Unternehmen auf Gewinn zu verzichten beim Geschäft mit der Grundversorgung. Ausserdem soll das Lohnniveau des Spitzenpersonals auf demjenigen der Bundesverwaltung fixiert werden. Ende Mai haben Verlag und Redaktionen der Konsumentenzeitschriften 106&#8217;010 beglaubigte Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Bis Ende Mai 2014 muss nun der Bundesrat eine Botschaft ausarbeiten und die Initiative dem Parlament zur Beratung vorlegen.</p>
<h2>Service public schon immer im Visier</h2>
<p>Die Berichterstattung über die Unternehmen des öffentlichen Diensts, insbesondere SBB, Post und Swisscom, nehmen in den Konsumentenmagazinen seit jeher einen prominenten Platz ein. Das ist zum einen ihrer dominanten Stellung in den jeweiligen Geschäftsfeldern geschuldet. Zum anderen pflegen diese Unternehmen einen intensiven Kundenkontakt, am stärksten die SBB: Rund eine Million Personen nutzen täglich das Verkehrsangebot und machen mitunter auch unerfreuliche Erfahrungen. In etwas geringerem Mass gilt das auch für Post und Swisscom.</p>
<p>Die Leser sind die wichtigste Ressource für K-Tipp &amp; Co. Ein Teil der enttäuschten und empörten Kundschaft meldet sich bei den Konsumentenzeitschriften, worauf diese die Unternehmen mit den Nutzerbeschwerden konfrontieren. «Wir informieren, wir beraten», sagt Verleger René Schumacher, «und manchmal gehen wir auch einen Schritt weiter.» Etwa dann, wenn immer wieder gleichlautende Klagen und Beschwerden bei den Redaktionen eingehen. «Dann gehen wir vom reinen Informieren über zum Support». Darunter versteht Schuhmacher juristischer Beistand, etwa in Form von Musterprozessen oder politisches Engagement. Im Fall der Service-public-Unternehmen sei der Druck der Leser auf die Redaktionen immer grösser geworden, «nicht nur zu schreiben, sondern zu handeln», sagt Schuhmacher.</p>
<p>Dass zum Handeln auch eine Volksinitiative zählen kann, war spätestens absehbar, als die Zeitschriften vor drei Jahren das Referendum gegen die Senkung des Umwandlungssatzes für Vorsorgeguthaben aktiv unterstützten. 70&#8217;000 Unterschriften steuerten die Leser zum schliesslich erfolgreichen Referendum bei. Auf die journalistische Arbeit habe das politische Engagement keinerlei Einfluss, sagt René Schuhmacher. Der publizistische Leiter und Verleger der Konsumentenzeitschriften bestreitet, dass seine Redaktionen nur wegen der Initiative plötzlich SBB, Post und Swisscom verstärkt ins Visier genommen hätten. «Unsere Berichterstattung würde ohne die Pro-Service-public-Initiative genau gleich aussehen», sagt Schuhmacher im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.</p>
<h2>Kleinliche Kritik?</h2>
<p>Das mag inhaltlich zutreffen, aber zumindest formal bewegen sich die Titel in einer Grauzone. Journalismus und Kampagne vermischen sich. So nutzt der K-Tipp dasselbe Logo für die neue Heftrubrik «Service public», mit dem auch für die Initiative geworben wird. Ausserdem erscheinen die redaktionellen Texte aus den Magazinen auch in der News-Rubrik auf der <a href="http://www.proservicepublic.ch/" target="_blank">Website zur Initiative</a>. Schuhmacher hält solche Kritik für kleinlich und auch nicht zutreffend: «Wir spielen mit offenen Karten». Ganz im Gegensatz zu anderen Medien: «Dass ein CEO oft nur deshalb mit einer bestimmten Zeitung spricht, weil er eine politische Botschaft platzieren will, erfahren die Leser nie.» Seine Zeitschriften, sagt Schuhmacher weiter, liessen sich aber weder von Behörden noch von Unternehmen instrumentalisieren.</p>
<p>SBB, Post und Swisscom, die sich nahezu täglich mit Anfragen von K-Tipp &amp;. Co. befassen, sehen das freilich etwas skeptischer. Sie kritisieren insbesondere die Vermischung von Journalismus und politischer Kampagne. Diese Kritik ist natürlich nicht frei von Eigeninteressen. Schliesslich zielt die Initiative der Konsumentenzeitschriften auf die künftige Strategie der Service-public-Unternehmen ab. Das hindert SBB, Post und Swisscom aber nicht daran, die Berichterstattung der Zeitschriften aus dem Konsumenteninfo-Verlag kritisch zu beurteilen; sie tun das nicht zuletzt im Vergleich mit anderen Medien, die sich genauso um das Wohl der Konsumenten kümmern. Bernhard Bürki, Mediensprecher der Post, bezeichnet die Anfragen der Konsumentenzeitschriften als «sehr aussergewöhnlich.»</p>
<p>«Es ist vorgekommen, dass wir drei Mal pro Woche kontaktiert wurden mit Katalogen von 10 bis 15 Fragen», sagt Bürki. «Und wenn wir die beantwortet hatten, schoben sie gleich noch mal 10 Fragen nach.» Störend daran sei, dass ein einzelner Verlag die personellen Kapazitäten strapaziere. Auch bei den SBB lief das so. Nur die Swisscom wurde nicht so intensiv gelöchert. Ärgerlicher sei es jedoch gewesen, zu merken, wie die Journalisten krampfhaft nach wunden Punkten suchten. «Da hatte ich schon den Eindruck, dass es nicht mehr um journalistische Neugier geht, sondern um die Suche nach Argumenten für die Initiative», sagt Bürki weiter. Verleger Schuhmacher hält wenig vom Urteil des Post-Sprechers. Das sei gerade so, als würde man Putin und Erdogan fragen, ob sie die Berichterstattung über ihre Person für ausgewogen und fair hielten. Entscheidend sei, dass die Informationen der Wahrheit entsprechen und fair recherchiert werde.</p>
<h2>Zulässig zugespitzt?</h2>
<p>Auf einem anderen Blatt steht dagegen, wie die Konsumentenzeitschriften mit ihrer Berichterstattung über die Service-public-Unternehmen teilweise hart an die Grenze des Zulässigen gingen und die Geschichte im Sinne der politischen Forderung zuspitzten. Am deutlichsten bei einer K-Tipp-Titelgeschichte über den <a href="http://i.imgur.com/I1O23Tq.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Gewinn der Swisscom</a>. Pro verdienten Franken im Privatkundengeschäft streiche Swisscom 60 Rappen als Gewinn ein, suggeriert dar Heftumschlag mit einer abgebildeten Einfrankenmünze. Sepp Huber, Leiter Media Relations von Swisscom, ärgert sich noch heute über diese Geschichte. «Ich habe es dem Journalisten genau erklärt, dass die 60 Prozent nie und nimmer dem Gewinn entsprechen.» In diesem Wert seien nicht einmal die Netzkosten berücksichtigt. In mehreren Mails hat Huber versucht, dem Journalisten die Grundlagen der Konzernbuchhaltung zu vermitteln. Erfolglos.</p>
<p>René Schuhmacher, der als publizistischer Leiter der Konsumenteninfo AG die letztinstanzliche Verantwortung trägt für diese Interpretation der Fakten, sagt dazu: «Wir haben nichts geschrieben, das nicht stimmt.» Der strittige Punkt ist indes der Eindruck, den der K-Tipp mit der Aussage zum Riesengewinn vermittelt. Wer sich nicht mit Konzernbuchhaltung auskennt, und das ist der Grossteil des Publikums, hält 60 Prozent Gewinn für die reinste Abzocke. In einer Gegendarstellung konnte die Swisscom schliesslich ihre Sicht der Dinge darlegen. Bis es so weit war, hat es aber gedauert. Erst nach einem längeren Hin und Her, sowie zwei Treffen der beiden Parteien konnte man sich auf das Vorgehen einigen. Heute sagt Schuhmacher: «Die Formulierung war nicht falsch, aber zu wenig präzis aufgrund mangelhafter Angaben und intransparenter Zahlen der Swisscom.» Damit hält Schuhmacher an der Darstellung fest und seine Redaktion für fehlerfrei. Darum gab es eine Gegendarstellung und kein Korrigendum.</p>
<h2>Kein Zufall</h2>
<p>Dass der K-Tipp ausgerechnet bei der Darstellung des Swisscom-Gewinns die Grenzen der zulässigen Zuspitzung ritzt, kann selbstverständlich Zufall sein. Unsauberkeiten lassen sich im Journalismus kaum vermeiden. Man mag aber nicht so recht an Zufall glauben, da ja die «Pro-Service-public»-Initiative gerade den Gewinn von Swisscom, Post und SBB im Visier hat. Und erst recht nicht mehr an Zufall mag man glauben, wenn auch das Magazin «Saldo» bei einer Gewinn-Geschichte die Fakten so auslegt, dass sie ins Schema der zentralen Initiativ-Forderung passen.</p>
<p>«Die Post rentiert fast so gut wie der Lebensmittelmulti Nestlé», stand Mitte April in «Saldo» zu lesen. Gemessen am Gewinn stehe die Schweizer Post im Vergleich mit ausländischen Postunternehmen einsam an der Spitze. Dass die Schweizer Post plausible Argumente gegen einen solchen Vergleich einbringt, erfährt der Leser zwar, aber erst ganz am Schluss des Artikels. Zurück bleibt der Eindruck, die Post sei ein Abzocker-Unternehmen, dessen Gewinnstreben unterbunden werden müsse. Nun ist der «Eindruck» bekanntlich keine feste Messgrösse. Darum gibt es auch keine klare Linie, wo der Journalismus aufhört und wo die politische Propaganda anfängt.</p>
<p>Anwaltschaftlicher Journalismus ist immer parteiisch, sonst ist er nicht. Aber gerade weil er eine konfrontative Stellung einnimmt, weil er anprangert und Veränderungen anmahnt und fordert, müssen die Journalisten noch höhere Qualitätsmassstäbe an ihre Arbeit anlegen, als bei Normalbetrieb. Das gilt natürlich ebenso für Medien, die nicht mit Referendum und Initiative, sondern mit Spin und Frame politische Interessen einbringen.</p>
<h2>Auch andere machen Politik</h2>
<p>René Schuhmacher betont immer wieder, politischer Aktivismus als Fortsetzung des Journalismus mit anderen Mitteln sei nicht seine Erfindung. Damit hat er recht. Auch Beobachter, Annabelle oder Blick haben als grosse und einflussreiche Medien ihre Position genutzt, um politischen Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen. Aber bei keinem anderen Verlag sind die politischen und publizistischen Interessen so eng verflochten, wie bei den Titeln der Konsumenteninfo AG. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Zusammensetzung des <a href="http://www.proservicepublic.ch/fileadmin/user_upload/Unterschiftsboegen/Unterschriftsbogen_d.pdf">Initiativkomitees</a> von «Pro Service public». Es besteht aus den Spitzen von Verlag und Redaktionen. Auf andere Partner aus dem politischen Spektrum habe man bewusst verzichtet, sagt Schuhmacher: «Wir wollten vermeiden, dass unsere Initiative einem bestimmten politischen Spektrum zugeordnet wird.»</p>
<p>Ohne die Unterstützung von Parteien und Gewerkschaften wird die Initiative kaum Mehrheiten finden im Parlament und an der Urne. Aber sie wird helfen, die Diskussion über Aufgaben und Ausgestaltung des Service public in Gang zu halten. Den Anstoss dazu sollen und müssen auch Medien geben. Im Fall von K-Tipp &amp; Co. bestehen aber berechtigte Zweifel, ob die Redaktionen immer mit professioneller Nüchternheit und Sorgfalt daran interessiert waren, Missstände aufzudecken oder ob sie nicht doch ihre Berichterstattung phasenweise der Kampagnestrategie der Initiative «Pro Service public» unterordneten. Eine klare Trennlinie gibt es nicht. Kommen Zweifel auf an der Redlichkeit des Journalismus, ist es die erste Aufgabe von Redaktion und Verlag, den Verdacht zu entkräften. Im vorliegenden Fall erfolgte dies nicht immer befriedigend.</p>
<p>Was heisst das für die Leser? Die können sich an die Empfehlung von Edward Wassermann halten. Der Dekan der angesehenen Berkeley Graduate School of Journalism sagte kürzlich: «Das Publikum sollte skeptisch bleiben gegenüber Journalisten, die auch Aktivisten sind.» Ein Vorbehalt, der natürlich auch für alle anderen Journalisten gilt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">«Wir spielen mit offenen Karten»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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