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	<title>Serie Lokalzeitungen | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«Tössthaler»: In der Kampfzone</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andres Eberhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2017 08:53:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Serie Lokalzeitungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dem «Tössthaler» sterben jährlich hundert Abonnenten weg. Die unabhängige Lokalzeitung in der Region Winterthur, die von Tamedia-Konkurrenz umringt ist, könnte es sich einfach machen und sich gemeinsam mit seinen Abonnenten ins Grab legen. Doch Verlegerin Katharina Leutenegger ruft zur Erneuerung auf. Um Katharina Leuteneggers (Bild oben) Rechnung zu verstehen, braucht man kein Finanzgenie zu sein: <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/10/in-der-kampfzone/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dem <a href="http://toessthaler.ch/" target="_blank">«Tössthaler»</a> sterben jährlich hundert Abonnenten weg. Die unabhängige Lokalzeitung in der Region Winterthur, die von Tamedia-Konkurrenz umringt ist, könnte es sich einfach machen und sich gemeinsam mit seinen Abonnenten ins Grab legen. Doch Verlegerin Katharina Leutenegger ruft zur Erneuerung auf.</strong><br />
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Um Katharina Leuteneggers (Bild oben) Rechnung zu verstehen, braucht man kein Finanzgenie zu sein: Abos müssen den Journalismus finanzieren, Inserate die Druck- und alle weiteren Kosten. Leutenegger nimmt einen Stift, schreibt eine grosse Null auf den Notizblock vor ihr, umrahmt diese Null demonstrativ mit vier starken Strichen, dann sagt sie: «Die schwarze Null, das ist mein oberstes Ziel.»</p>
<p>Seit drei Jahren ist Katharina Leutenegger Verlagsleiterin des «Tössthalers». Ihr Bruder, der schweizweit über ein Dutzend Gratis-Inserateblätter vertreibt (vom Mittelland-Anzeiger über die Nordwestschweizer Woche bis zum Züri Stadt &#038; Land Express), hatte sämtliche Anteile am traditionellen Lokalblatt übernommen und seiner Schwester einen Job verschafft, den diese «spannend» nennt, der sich aber vor allem als ungeahnt grosse Herausforderung entpuppte. «Es ist härter, als wir dachten», gibt Leutenegger zu. «Während wir heute ständig mit Infos aus der ganzen Welt versorgt werden, interessiert uns nicht mehr, was im nächsten Dorf passiert», sagt sie. «Das erstaunt mich.»</p>
<p>Leutenegger ist in Bauma aufgewachsen und lebt noch immer im Dorf am hinteren Ende des Zürcher Tals. «Mein Herz schlägt fürs Tösstal», sagt sie. Neben Alteingesessenen wie ihr ziehen auch immer mehr Städter ins Tal; an einen der wenigen Orte in der Agglomeration Zürich, wo sich auch Familien aus der Mittelschicht noch den Traum eines Eigenheims leisten können.</p>
<blockquote><p>Jährlich verliert das Blatt rund 100 seiner heute 2500 Abonnenten – die meisten altershalber, wegen Umzügen ins Altersheim oder Todesfällen.</p></blockquote>
<p>Dieser gesellschaftliche Wandel ist die grosse Herausforderung für den «Tössthaler», seit der Gründung vor 140 Jahren in den meisten Gemeinden des Tals das offizielle amtliche Publikationsorgan. Jährlich verliert das Blatt rund 100 seiner heute 2500 Abonnenten – die meisten altershalber, wegen Umzügen ins Altersheim oder Todesfällen. «Ich könnte nun den Break-Even ausrechnen und Ihnen sagen, wann wir hier den Betrieb schliessen müssen», sagt Leutenegger. Stattdessen hat sie sich für eine andere Lösung entschieden: die Herausforderung anzunehmen – oder in ihren Worten: den «Kampf um Aufmerksamkeit.» Die jährlich knapp 100 sterbenden Leser sollen durch Neuabonnenten ersetzt werden. Hauptzielgruppe: Jüngere Menschen.<br />
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Massimo Diana (Bild oben) steht auf der Terrasse der Redaktion des «Tössthalers». Von hier aus hat er einen freien Blick in die Hügel des Zürcher Oberlands auf der einen und in die Weite des Tals Richtung Winterthur auf der anderen Seite. Diana ist Redaktionsleiter des «Tössthalers». Er sagt: «Wir müssen uns erneuern. Die Neuzuzüger kommen aus städtischem Gebiet, entsprechend sind deren Lesegewohnheiten und Erwartungen an den Journalismus.»</p>
<p>Die gerade mal sieben Gemeinden mit total rund 10&#8217;000 Haushalten, die der «Tössthaler» abdeckt, sind publizistisch hart umkämpft: Von oben im Tal drückt der Zürcher Oberländer und die zum selben Verlagshaus gehörende Wochenzeitung Regio, von unten konkurriert der Winterthurer Landbote – alles Titel, die ganz oder teilweise im Besitz von Tamedia sind. Leutenegger ist zwar wichtig zu betonen, dass sie diese Zeitungen nicht als Konkurrenz sieht, weil diese ein anderes publizistisches Segment bedienen würden. Wenn schon nicht publizistisch, zumindest im Wettbewerb um amtliche und private Anzeigen sind sie es aber sehr wohl. Es ist ein Kampf mit ungleich langen Spiessen: «Tössthaler» gegen Tamedia.</p>
<blockquote><p>«Wir müssen mehr eigene Geschichten, mehr People-Stories sowie mehr Kommentare im Blatt haben.» Massimo Diana, Redaktionsleiter «Tössthaler»</p></blockquote>
<p>Diana leitet die Redaktion  erst seit letztem Winter. Mit ihm leitet zum ersten Mal ein Mann mit langjähriger journalistischer Erfahrung den redaktionellen Betrieb. Diana, ein Winterthurer, arbeitete unter anderem beim Landboten sowie bei verschiedenen Fachzeitschriften. Bis Diana das Amt übernommen hatte, bestand der «Tössthaler» hauptsächlich aus Eingesandten und Nachschauen, die Redaktion betrieb vor allem Agenda-Journalismus. «Wir haben einen Paradigma-Wechsel vollzogen», sagt Leutenegger, und Diana gibt den inhaltlichen Kurs vor: «Wir müssen mehr eigene Geschichten, mehr People-Stories sowie mehr Kommentare im Blatt haben.» Wie zum Beweis schlägt er die aktuelle Ausgabe auf, zeigt auf eine Geschichte über die Ortseingangstafeln der Gemeinden (und deren Kosten), blättert weiter und weist auf zwei fast seitenfüllende Portraits von Menschen aus der Region hin.</p>
<p>Als die Leuteneggers 2014 beim «Tössthaler» einstiegen, wussten sie alles übers Inserategeschäft. Das Abogeschäft war für beide aber völlig neu. Doch für Katharina Leutenegger war schnell klar, dass nur Investitionen die Zeitung wieder auf Kurs bringen können. Als erstes liess sie das Layout der Zeitung komplett überarbeiten – inklusive aller Schriften. Damit der «Tössthaler» vierfarbig erscheint, wurden Wechsel des Druckpartners sowie des Redaktionssystems notwendig. In einem zweiten Schritt wurde die Frontseite mit Textanrissen attraktiver gestaltet.<br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/katharina_leutenegger2.jpg" alt="" width="3776" height="2520" class="alignnone size-full wp-image-48344" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/katharina_leutenegger2.jpg 3776w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/katharina_leutenegger2-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/katharina_leutenegger2-768x513.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/katharina_leutenegger2-1024x683.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/katharina_leutenegger2-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/katharina_leutenegger2-728x485.jpg 728w" sizes="(max-width: 3776px) 100vw, 3776px" /><br />
«Wir haben viel investiert», sagt Leutenegger. Neben des neuen Layouts stellte sie auch eine Inserate-Verkäuferin ein, erneuerte die Büroeinrichtung und reorganisierte die Administration. Damit Pendler den «Tössthaler» bereits im Zug und nicht erst abends zuhause lesen können (der «Tössthaler» wird mit der Post verteilt), investierte sie zudem in ein E-Paper sowie eine rundum erneuerte Webseite, bei der die Top-Stories auf der Startseite in einem «Karussell» rotieren und auf der alle Inhalte nach Gemeinden geordnet sind.</p>
<blockquote><p>Um ihr oberstes Ziel, die schwarze Null, zu erreichen, schreckt Leutenegger auch vor Sparmassnahmen nicht zurück.</p></blockquote>
<p>Doch bisher hatten die Investitionen noch nicht die erhofften Abo-Zunahmen zur Folge. Im Gegenteil: Im letzten Jahr verlor der «Tössthaler» rund 40 Abonnenten mehr als üblich. Leuteneger vermutet, dass dies damit zusammenhängt, dass sie die Erscheinungsweise aus Kostengründen von drei- auf zweimal wöchentlich reduziert hat. Um ihr oberstes Ziel, die schwarze Null, zu erreichen, schreckt Leutenegger auch vor Sparmassnahmen nicht zurück. Als im letzten Jahr ein Redaktor seine Teilzeitstelle kündigte, ersetzte sie diese vorerst nicht und stellte stattdessen Praktikanten ein. Sie reduzierte aber auch ihr eigenes Pensum von 100 auf 50 Prozent. «Die einzige Stelle, die operativ nicht kritisch war.»</p>
<p>Die Luft wird also dünner, auch beim «Tössthaler». Statt aber die sinkenden Leserzahlen zu betrauern, schaut Leutenegger in die Zukunft. Sie experimentiert mit Facebook, studiert an einer App rum und überlegt sich, ob ein Crowdfunding «à la Republik» im kleinen Stil auch im Tösstal funktionieren würde. Den «Kampf um Aufmerksamkeit», der auch ein Kampf ums Überleben ist, hat sie noch nicht aufgegeben. Leutenegger sagt: «Es wird davon abhängen, ob die Menschen hier den Wert der Zeitung erkennen, dass sie verstehen, dass Journalismus etwas kostet.» Ein Verkauf – zum Beispiel an Blochers BaZ Holding AG mit ihren zahlreichen Regionalzeitungen – wäre eine Option, doch Leutenegger kommentiert solche Szenarien nicht. Sie konzentriert sich auf die Arbeit beim «Tössthaler» und investiert, so lange sie kann. Irgendwann wird sich das aber auszahlen müssen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/10/in-der-kampfzone/">«Tössthaler»: In der Kampfzone</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Frutigländer»: Wo der Verleger den Gewinn noch in den Journalismus investiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andres Eberhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Aug 2017 10:18:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Serie Lokalzeitungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bis vor zwölf Jahren folgte Bernhard Egger der über hundertjährigen Familientradition und betrieb eine Druckerei in Frutigen im Berner Oberland. Dann verkaufte er seine Anteile und gründete den «Frutigländer». Heute kommt das Lokalblatt mit 4000 Abonnenten gut über die Runden. Eggers Erfolgsrezept: Erzielt das Blatt einen Gewinn, wird dieser in die Redaktion investiert. Bis er <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/17/frutiglaender-wo-der-verleger-den-gewinn-noch-in-den-journalismus-investiert/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bis vor zwölf Jahren folgte Bernhard Egger der über hundertjährigen Familientradition und betrieb eine Druckerei in Frutigen im Berner Oberland. Dann verkaufte er seine Anteile und gründete den <a href="http://www.frutiglaender.ch/" target="_blank">«Frutigländer»</a>. Heute kommt das Lokalblatt mit 4000 Abonnenten gut über die Runden. Eggers Erfolgsrezept: Erzielt das Blatt einen Gewinn, wird dieser in die Redaktion investiert.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger1.jpg" alt="" width="3776" height="2520" class="alignnone size-full wp-image-46197" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger1.jpg 3776w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger1-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger1-768x513.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger1-1024x683.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger1-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger1-728x485.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 3776px) 100vw, 3776px" /><br />
Bis er 50 Jahre alt war, entsprach Bernhard Eggers Lebenslauf den Erwartungen: Er führte in vierter Generation die von seinem Urgrossvater im Jahr 1898 gegründete Druckerei in Frutigen. Dann wurde er in einer Mischung aus Zufall und der Motivation, einmal etwas anderes zu machen, zum Zeitungsverleger.</p>
<p>Bernhard Egger steht an einem Besprechungstisch, hinter ihm ein Fenster mit Blick auf Balmhorn und Altels. Das Sitzungszimmer teilt sich die Frutigländer Medien AG mit der Druckerei, die noch immer Eggers Namen trägt. «Wir teilen uns die Räume und die Administration, davon profitieren beide Seiten», sagt Egger. Gedruckt wird jedoch in Aarau. «Für den Zeitungsdruck ist unsere Druckerei nicht eingerichtet.»</p>
<blockquote><p>«Früher erfuhr man etwas vom Hörensagen am Stammtisch statt faktenbasiert durch die Zeitung.»</p></blockquote>
<p>Egger ist Vater und Spiritus Rector der 2005 gegründeten, zweimal wöchentlich erscheinenden Bezahlzeitung «Frutigländer». Den Funken aber haben andere gelegt. Alles begann mit einer Kolumne, die am 9. Oktober 2004 in der Tageszeitung «Berner Oberländer» erschien. Geschrieben hatte sie Toni Koller, damals hauptberuflich als Regional-Redaktor bei Radio SRF tätig. «Was Adelboden gut täte», schrieb er, «ist eine eigene Zeitung.» Koller stammt selber aus Adelboden. Er habe sich immer daran gestört , dass über Dinge, die in Adelboden geschehen, kaum ein öffentlicher Diskurs statt finde, sagt er auf Anfrage. «Man erfuhr etwas nur vom Hörensagen am Stammtisch statt faktenbasiert durch die Zeitung.» So seien viele Fakten verdreht worden und Gerüchte entstanden.</p>
<p>Koller beendete seine Kolumne mit einer Aufforderung. «Tatsachen und Meinungen, schwarz auf weiss statt den verschlungenen Wegen des Hörensagens – wer packt’s an und lanciert das Projekt?» Wenig später klingelte sein Telefon. Am Apparat war Frank Müller, Herausgeber des «Anzeigers von Saanen», einer über 100-jährigen Lokalzeitung, die zwei Täler westwärts im Saanenland erscheint. Er habe ein solches Projekt in der Schublade, sagte Müller, ihm würden aber die Kontakte vor Ort fehlen. Also vermittelte Koller, bevor er sich aus dem Projekt zurückzog. Als Ergebnis gelangte Müller an Egger, welcher mit seiner Druckerei seit eh und je für die Herausgabe des Amtlichen Frutiger Anzeigers verantwortlich war. Danach ging es schnell: Fünf Monate nach dem ersten Treffen war der «Frutigländer» geboren.</p>
<blockquote><p> Als Herausgeber des Amtlichen Anzeigers hat er den stärksten Trumpf in der Hand: Das Quasi-Monopol auf die Inserate in der Region.</p></blockquote>
<p>Egger wirkt mit seiner sportlichen Statur, seinem braungebrannten Teint und seiner eckig-modernen Brille jünger als seine 61 Jahre. Als Jugendlicher hatte er zunächst auf eine Zukunft im Tourismus hingearbeitet. «Ich träumte von einem grossen Hotel in Ostasien.» Mit 22 aber, während eines halbjährigen Praktikums in Ghana, habe er sich entschieden, doch die Familientradition fortzuführen. In der Folge studierte Egger in St. Gallen Finanz- und Rechnungswesen. Mit 27 kehrte er nach Frutigen zurück, zwei Jahre später übernahm er den Betrieb. Damals konnte niemand ahnen, dass es die letzte Stabsübergabe innerhalb der Familie Egger bleiben würde.</p>
<p>Als die Idee für den «Frutigländer» an ihn herangetragen wurde, stimmte für Egger das Timing perfekt. «Freunden gegenüber hatte ich schon mit 40 gesagt, dass ich mit 50 etwas Neues machen möchte.» Dass die Zeitung ein finanzielles Risiko war, das wusste auch Egger. Immerhin: Als Herausgeber des Amtlichen Anzeigers hatte er den stärksten Trumpf in der Hand: Das Quasi-Monopol auf die Inserate in der Region. Denn der Anzeiger hat eine Abdeckung von 100 Prozent. Möglich macht es ein schweizweit einzigartiges Gesetz: Im Kanton Bern müssen sämtliche amtliche Publikationen in gedruckter Form jeden einzelnen Haushalt erreichen – und zwar in einer Publikation ohne ergänzenden redaktionellen Inhalt. </p>
<blockquote><p>«Alles, was wir besitzen, sind ein paar Macs und Bürostühle.»</p></blockquote>
<p>Nein, Bernhard Egger ist kein typischer Verleger. Ihm geht es nicht darum, Gewinne einzustreichen. Ein Beispiel: Kürzlich wurden Einsparungen gemacht, indem der Druckpartner gewechselt wurde – von der Dietschi Druck &#038; Medien in Olten zur Mittelland Zeitungsdruck AG. Dieses Geld investierten Egger, seine Frau und die Gebrüder Müller aus dem Saanenland – die vier Aktionäre der AG – hauptsächlich in eine neue 60%-Redaktionsstelle. Egger sagt: «Ganz ehrlich, wir haben sozusagen keine Reserven. Alles was wir besitzen, sind ein paar Macs und Bürostühle.»</p>
<p>Auf der anderen Seite betont Egger aber auch, dass er kein Mäzen sei. «Wir haben noch kein einziges Mal rote Zahlen geschrieben», sagt er. Die ersten tauesend Abonnenten für das neue Blatt, das jeweils am Dienstag und Freitag erscheint, kamen ruckzuck. Die zweiten tausend auch. Damit war die Finanzierung der ersten beiden Redaktorenstellen bereits nach wenigen Monaten gesichert. Bei den dritten ging’s immer noch schnell. Bis zum 4000. Abonnenten dauerte es etwas länger, seit Jahren stagniert man bei dieser Zahl. Egger ist sich bewusst, dass der Plafond nun erreicht ist. Für ihn ist klar: Neue Abonnenten gibt es nur, wenn die journalistische Arbeit besser wird. Er sagt: «Wir stecken alles Geld, das wir verdienen, in die Redaktion.»<br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger_2.jpg" alt="" width="3776" height="2520" class="alignnone size-full wp-image-46199" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger_2.jpg 3776w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger_2-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger_2-768x513.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger_2-1024x683.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger_2-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/bernhardegger_2-728x485.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 3776px) 100vw, 3776px" /><br />
Das lohnt sich: Worüber früher geschwiegen oder höchstens genuschelt wurde, wird heute öffentlich diskutiert: sei es der Stellenabbau einer grossen Baufirma oder Ungereimtheiten auf einem öffentlichen Amt. Der «Frutigländer» fragt nach. Auch die Liebesgeschichte zweier 90-Jähriger, ein Kommentar über die Sanierung der Tellenburg bei Frutigen oder ein Selbstversuch beim Vogellisi-Berglauf würde es ohne die Lokalzeitung nirgends nachzulesen geben.</p>
<blockquote><p>«Ich wollte einfach etwas Neues machen. Die Zeitung war eine spannende Ergänzung zu meiner früheren Tätigkeit.»</p></blockquote>
<p>Weder Investor noch Mäzen. Was also ist es, das Bernhard Egger antreibt? «Ich wollte einfach etwas Neues machen. Die Zeitung war eine spannende Ergänzung zu meiner früheren Tätigkeit.» Skrupel, die über 100-jährige Tradition der Familiendruckerei zu beenden, hatte er keine. Einerseits ging die Druckerei an vertraute Gesichter: Aus dem Kader hatte sich eine interne «Übernahmecrew» gebildet. Andererseits war dieser Schritt für Egger ohnehin absehbar, denn er und seine Frau haben keine Kinder.</p>
<p>Egger versprüht eine ehrliche Offenheit, wie man sie sich auch von anderen Verlegern wünschte. «Ob es den Frutigländer in 20 Jahren noch gibt? Ich weiss es nicht.» In knapp vier Jahren wird sich Egger ohnehin pensionieren lassen. Er wird es so machen wie bei der Druckerei. Alle Anteile verkaufen, sich vollständig zurückziehen. «Viele haben Mühe loszulassen. Ich nicht. Etwas zu übergeben ist doch das Schönste», sagt er. Das einzige, was er sich von seinem Nachfolger wünscht: «Es muss jemand sein, der sich mit Herzblut für die Lokalzeitung engagiert.» </p>
<p>Bilder: Andres Eberhard</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/17/frutiglaender-wo-der-verleger-den-gewinn-noch-in-den-journalismus-investiert/">«Frutigländer»: Wo der Verleger den Gewinn noch in den Journalismus investiert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Schaffhauser AZ: Eine Redaktion wie eine Indie-Band</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/11/schaffhauser-az-eine-redaktion-wie-eine-indie-band/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph Lenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 22:33:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Serie Lokalzeitungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schaffhauser AZ war eigentlich schon tot. Dann nahm ihre Geschichte eine unwahrscheinliche Wendung. Heute ist sie eine der aufregendsten Lokalzeitungen der Schweiz. Im Februar 2016 setzte die starke Frau im Schaffhauser Regierungsrat einen Brief auf. Einen Brief an die Redaktion der Schaffhauser AZ. Eine Reihe von Enthüllungen hatte zuvor ein schlechtes Licht auf Rosmarie <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/11/schaffhauser-az-eine-redaktion-wie-eine-indie-band/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Schaffhauser AZ war eigentlich schon tot. Dann nahm ihre Geschichte eine unwahrscheinliche Wendung. Heute ist sie eine der aufregendsten Lokalzeitungen der Schweiz.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MattiasMarlon_Scheffen.jpg" alt="" width="1002" height="768" class="alignnone size-full wp-image-45994" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MattiasMarlon_Scheffen.jpg 1002w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MattiasMarlon_Scheffen-300x230.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/MattiasMarlon_Scheffen-768x589.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1002px) 100vw, 1002px" /><br />
Im Februar 2016 setzte die starke Frau im Schaffhauser Regierungsrat einen Brief auf. Einen Brief an die Redaktion der Schaffhauser AZ. Eine Reihe von Enthüllungen hatte zuvor ein schlechtes Licht auf Rosmarie Widmer-Gysels (SVP) Finanzdepartement geworfen. Die Lokalzeitung hatte den Behörden peinliche Rechenfehler bei den Steuereinnahmen nachgewiesen. Sie hatte enthüllt, dass die Kantonspolizei gewachsen war, weit über das von der Politik festgelegte Stellenmaximum hinaus. Als die AZ auch noch über grosszügige Steuerdeals für den Lebensmittelkonzern Unilever berichtete, hatte Regierungsrätin Widmer-Gysel genug. Die Kommunikations-Bemühungen ihres Departements seien ins Lächerliche gezogen worden, schrieb sie an die AZ: «Das Finanzdepartement wird in heiklen Fällen deshalb fortan auf eine Stellungnahme verzichten.» </p>
<p>Eine Informationssperre ist ein unorthodoxes Mittel. Andererseits: Die Arbeit der AZ war für die lokalen Verhältnisse ebenso ungewöhnlich. Bissiger, unbestechlicher Journalismus.</p>
<p>Die jüngere Geschichte des Medienplatzes Schaffhausen ist rasch erzählt: Bis Mitte der 1990er-Jahre bekämpften sich die freisinnigen Schaffhauser Nachrichten und die linke Schaffhauser Arbeiterzeitung – die AZ – Tag für Tag. Dann ging der linken Zeitung der Schnauf aus, wie allen sozialdemokratischen Tageszeitungen in der Schweiz. Entweder gaben sie direkt auf oder versuchten fortan als Wochenzeitung über die Runden zu kommen. Letzteres tat auch die Schaffhauser AZ. Sie baute Stellen ab und beschränkte sich aufs Lokale. Als einziges SP-Blatt sollte der AZ mit diesem Schritt das Überleben gelingen. Seit 1998 erscheint die Zeitung jeden Donnerstag im Tabloid-Format.</p>
<p>Die Schaffhauser Nachrichten festigten derweil unter Chefredaktor und Verleger Norbert Neininger (2015 verstorben) ihre Macht. Heute beherrscht der Meier Verlag, bei dem die SN erscheinen, nicht nur die regionale Tageszeitung, das regionale Radio und das regionale Fernsehen, sondern auch fast alle verbliebenen Lokalanzeiger im Kanton.</p>
<p>Journalistisch betrachtet waren die letzten 20 Jahre relativ ereignislos. Die SN lebten primär von ihrer Unentbehrlichkeit, die AZ vom Wohlwollen (und den Spenden) der Linken. Und beide Zeitungen schrumpften gemütlich ihrem Ende entgegen.</p>
<blockquote><p>«Die AZ-Journalisten schreiben gut. Und sie überraschen mit Ideen – weit mehr als früher!»<br />
<small>Peter Hartmeier, Schaffhauser und Ex-Chefredaktor Tages-Anzeiger</small></p></blockquote>
<p>Für die AZ sind diese Zeiten vorbei. In den letzten 18 Monaten hat ein Generationenwechsel stattgefunden. Sechs End-Zwanziger bilden heute die Redaktion, vier Männer, zwei Frauen, alle im 60-Prozent-Pensum angestellt für 3600 Franken brutto. Sie machen eine sehr beschwingte Zeitung. Und sie gewinnen seit rund einem Jahr wieder Leser. Unter dem Strich kommt jede Woche ein Abo hinzu. Gut 1900 sind es insgesamt. Hält der Trend, dürften es nächstes Jahr, wenn die AZ ihr Hundertjähriges feiert, wieder über 2000 Abonnenten sein.</p>
<p>Einer, der diesen Wandel aus der Nähe verfolgte, ist Peter Hartmeier. «Am Familientisch und in meinem Freundeskreis wird viel öfter als früher über Geschichten und Kommentare der AZ diskutiert», sagt der in Schaffhausen wohnhafte Ex-Chefredaktor des Tages-Anzeigers. Warum? «Die AZ-Journalisten schreiben gut. Und sie überraschen mit Ideen – weit mehr als früher!» Manchmal ärgert sich Hartmeier zwar über die Staatsgläubigkeit der AZ und ihren Hang zum «Heimatschützlerisch-Provinziellen». Trotzdem, sagt er: «Wenn ich am Donnerstagabend nach einem Arbeitstag in Zürich nach Hause komme, will ich die AZ lesen.»</p>
<blockquote><p>«Wir können machen, was wir wollen. Es gibt keine Strukturen, keine Hierarchien, keine festen Gärtchen.»<br />
<small>Mattias Greuter, Co-Redaktionsleiter AZ</small></p></blockquote>
<p>Vor gut einem Jahr traf ich die AZ-Redaktion in einem Café in Schaffhausen. Weil die Redaktorinnen beide etwas los hatten, sassen da nur die vier männlichen Kollegen, drei davon Teilzeit-Studenten. Mit ihren Strickpullovern und Jeans sahen sie aus wie eine Indie-Band. So redeten sie auch. «Wir können machen, was wir wollen. Es gibt keine Strukturen, keine Hierarchien, keine festen Gärtchen», sagte Mattias Greuter, 29 (auf dem Bild oben links).</p>
<p>Wie also sehen sie aus, die Geschichten dieser Redaktion? Einige Beispiele: Vorletzte Woche hat sich die AZ den <a href="https://www.shaz.ch/2017/07/31/walmart-milliarden-an-der-bachstrasse/" target="_blank">globalen Steuerwettbewerb</a> von unten her angeschaut: Sie observierte einen Briefkasten am Rande der Schaffhauser Altstadt. Er gehört dem Wal-Mart-Imperium. 13 Milliarden Franken hatte der weltgrösste Konzern zeitweilig an dieser unscheinbaren Adresse gelagert. Aber als die AZ anklopfte, war das Büro verwaist. </p>
<p>Mehrfach berichtete die AZ über den geschäftstüchtigen Schaffhauser Konditor Christian Köhler. Er führt ein <a href="https://www.shaz.ch/download/Ausgabe_06_09._Februar_2017.pdf" target="_blank">Doppelleben als Immobilienhai</a> und hat begonnen, das Stadtzentrum aufzukaufen. Die Nachbarn wundern sich: Nimmt Köhler in denkmalgeschützten Altstadt-Liegenschaften «Pinselrenovationen» vor, kann es sein, dass die Wände bedrohlich vibrieren. Was in den Häusern vorgeht, kann selbst die Baupolizei nicht prüfen. Köhler lässt sie nicht rein.</p>
<p>An Weihnachten 2015 brachte die AZ zwei Sandkastenfreunde zusammen, die sich irgendwann aus den Augen verloren hatten: Giorgio Behr, der es dank Fleiss und Härte vom Habenichts zum reichsten Schaffhauser gebracht, und Heinz Möckli, stadtbekannt, weil er konsequent barfüsselt und gerne Lolipops oder Raucherwaren verschenkt. Beim Treffen mit der AZ musterten sie sich und ihre Lebenswege. Daneben <a href="https://www.shaz.ch/download/Ausgabe_52_24._Dezember_2.pdf" target="_blank">schwelgten sie in der Vergangenheit</a>.<br />
<em>Heinz</em>: Giorgios Familie hatte ein Bassin im Garten.<br />
<em>Giorgio</em>: Das hatte mein Vater mit Bsetzisteinen gebaut. Während einiger Zeit lud ich dich ein, mit mir Hausboote zu bauen und schwimmen zu lassen.<br />
<em>Heinz</em>: Schiffe aus Holzbrettli, Baumrinden und so weiter.<br />
<em>Giorgio</em>: Lego gabs ja keine. Bis verboten wurde, ohne Zähler Wasser ins Bassin laufen zu lassen. Dann war es vorbei mit den Holzschiffen.</p>
<blockquote><p>«Wir haben wenig Macht und nehmen keine Rücksicht.»<br />
<small>Kevin Brühlmann, AZ-Redaktor</small></p></blockquote>
<p>Die Verjüngung der AZ hat aber nicht nur mehr Themenvielfalt gebracht. Erkennbar ist auch eine politische Öffnung. Die AZ steht zwar weiterhin klar links (Ex-SP-Präsident Hans-Jürg Fehr ist seit 1996 Präsident des AZ Verlags). Sie berichtet aber unvoreingenommener über Themen und Akteure der Rechten – und mit etwas mehr Distanz über die ihr nahestehenden Milieus. </p>
<p>Gibts da keine Reklamationen der langjährigen Abonnenten? Selten, sagte Reporter Kevin Brühlmann an jenem Abend 2016 in Schaffhausen. Es sei aber schon auch ein Kampf gewesen, dieses Blockdenken abzulegen. «Früher hiess es immer wieder mal: Darüber schreiben wir nicht, das kommt von den Jungfreisinnigen. Heute denken wir nicht mehr so.»</p>
<p>Auch die Rivalität mit den Schaffhauser Nachrichten ist wieder aufgeblüht. Einerseits politisch: SN-Chefredaktor Robin Blanck und Verwaltungsratspräsident Gerold Bührer (Ex-Präsident der FDP Schweiz) halten die Tageszeitung auf einem stramm rechtskonservativen Kurs. Andererseits journalistisch: Im Kampf um die besseren Scoops hat die kleine AZ plötzlich die Nase vorn. Ihre Recherchen werden regelmässig von nationalen Medien aufgegriffen. Etliche Debatten im Schaffhauser Ratssaal gehen auf AZ-Enthüllungen zurück.</p>
<p>Die SN seien eine bequeme Konkurrenz geworden, sagte AZ-Redaktor Kevin Brühlmann im Sommer 2016. «Das Schicksal des Monopolblatts: Man hat viel Macht, muss aber auf alle Rücksicht nehmen. Wir haben wenig Macht und nehmen keine Rücksicht.»</p>
<blockquote><p>Es komme nun öfter vor, dass Gegendarstellungen verlangt würden. «Aber unsere Juristin hat das meiste abgebügelt.»<br />
<small>Mattias Greuter, Co-Redaktionsleiter AZ</small></p></blockquote>
<p>Vor einigen Wochen traf ich mich erneut mit Mattias Greuter. Er ist inzwischen zum Co-Redaktionsleiter der AZ aufgestiegen, gemeinsam mit Marlon Rusch. Es gibt nun also doch so etwas wie eine Hierarchie. «Nur wenn es ums Organisatorische geht», sagte Greuter. Was das heisst? «Zum Beispiel verhandelt die Redaktionsleitung mit Leuten, die eine Gegendarstellung verlangen. Das ist in letzter Zeit häufiger vorgekommen.» Sie hätten jetzt auch schon mal eine Juristin beiziehen müssen, weil die Gegenseite mit einem bekannten Medienanwalt aufmarschiert sei. Die Juristin habe das meiste abgebügelt. «Das war toll», sagte Greuter und lächelte stolz.</p>
<p>Auch mit Rosmarie Widmer-Gysel, der Regierungsrätin, habe sich das Verhältnis nach der Informationssperre im Frühling 2016 wieder entspannt, erzählte Greuter. Allerdings habe die AZ kürzlich über die Kantonspolizei geschrieben, «es gibt Vorwürfe gegen den Kommandanten», das habe der Finanzdirektorin gar nicht gefallen. Es sei «jetzt grad wieder ein bisschen schwierig». Aber das werde sich schon wieder einrenken.</p>
<p><em>Der Autor ist in Schaffhausen aufgewachsen. Von 2005 bis 2009 sass er für die Alternative Liste im Schaffhauser Stadtparlament. Er hat nie für die Schaffhauser AZ gearbeitet.</em></p>
<p><small>Bild: Schaffhauser AZ/zvg</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/11/schaffhauser-az-eine-redaktion-wie-eine-indie-band/">Schaffhauser AZ: Eine Redaktion wie eine Indie-Band</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Willisauer Bote: Ein Langstreckenläufer unter den Lokalzeitungen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/03/willisauer-bote-ein-langstreckenlaeufer-unter-den-lokalzeitungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andres Eberhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Aug 2017 11:40:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Serie Lokalzeitungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Willisauer Bote gilt als eine der innovativsten Lokalzeitungen des Landes, obwohl er eigentlich das Gleiche macht wie bereits vor 127 Jahren. Mit seinen neun Redaktoren erreicht er heute 9000 Leserinnen und Leser. Das sind zwar weniger als auch schon, aber der unabhängige Kleinverlag steht weiterhin solid verankert da im Luzerner Hinterland – auch wegen <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/03/willisauer-bote-ein-langstreckenlaeufer-unter-den-lokalzeitungen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der <a href="http://www.willisauerbote.ch/" target="_blank">Willisauer Bote</a> gilt als eine der innovativsten Lokalzeitungen des Landes, obwohl er eigentlich das Gleiche macht wie bereits vor 127 Jahren. Mit seinen neun Redaktoren erreicht er heute 9000 Leserinnen und Leser. Das sind zwar weniger als auch schon, aber der unabhängige Kleinverlag steht weiterhin solid verankert da im Luzerner Hinterland – auch wegen seiner kritischen, aber fairen Berichterstattung.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers2.jpg" alt="" width="1440" height="965" class="alignnone size-full wp-image-45774" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers2.jpg 1440w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers2-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers2-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers2-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers2-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px" /><br />
Man hält die Dinge einfach beim Willisauer Boten. Während andere Lokalmedien viel Kapital in gewagte Digitalstrategien investieren, konzentriert sich der unabhängige Kleinverlag aus dem Luzerner Hinterland auf das journalistische Kerngeschäft. Zweimal in der Woche, immer dienstags und freitags, steht im gedruckten «Böttu» das Wichtigste aus dem Luzerner Hinterland und dem Wiggertal. Das ist das Konzept des Willisauer Boten, seit fast 130 Jahren.</p>
<p>Der Chefredaktor arbeitet seit 28 Jahren und damit praktisch sein ganzes Arbeitsleben beim «Böttu». Stefan Calivers, 55, ein sympathischer Mann mit unprätentiösem Auftreten, sitzt in seinem schlichten Einzelbüro und tippt einige E-Mails. Als er in den Achtziger Jahren seine ersten Artikel für den Willisauer Boten verfasste, tat er dies auf einer Schreibmaschine im Einfingersystem. Heute sitzt er vor einem Apple-Computer mit grossem Bildschirm. «Das Einfingersystem bin ich jedoch nicht losgeworden», sagt er, beinahe entschuldigend. Dabei wirkt sein Schreibstil ausgesprochen effizient. Warum etwas ändern, das funktioniert? </p>
<blockquote><p>«Wir verstehen unsere Zeitung als Ergänzung zu den Tagesmedien.» Stefan Calivers,  Chefredaktor Willisauer Bote</p></blockquote>
<p>In 127 Jahren Geschichte sind die Macher des Willisauer Boten stets vorsichtig vorgegangen. Einmal steigerten sie die Erscheinungsweise von zwei- auf dreimal die Woche, machten den Schritt aber wieder rückgängig. Ein anderer Versuch war es, nationales Kurzfutter aus Agenturmeldungen in die Zeitung zu integrieren. Auch davon kam man wieder ab. «Wir verstehen unsere Zeitung als Ergänzung zu den Tagesmedien», sagt Chefredaktor Stefan Calivers.</p>
<p>Ähnlich bedächtig geht man in Willisau mit der aktuellen Herausforderung um: Die Krise des Journalismus und die rasant voranschreitende Digitalisierung gehen auch am «Böttu» nicht spurlos vorbei. Zwar hat nach wie vor etwa jeder siebte Einwohner der Region den «Böttu» abonniert. Von 11&#8217;000 Abonnenten zu Spitzenzeiten ist die Zahl aber auf aktuell rund 9000 gesunken. Rund ein bis zwei Prozent beträgt der Rückgang jährlich – die Inserateeinnahmen sind bei ähnlich abnehmender Menge konstant. Gemäss Calivers überlege man sich darum, wie das digitale Angebot auf die neuen Lesegewohnheiten angepasst werden könne. Derzeit werden die Texte aus dem «Böttu» auf der Webseite nur angeteasert. Ein E-Paper gibt es zwar, doch haben dieses nur 42 Leser abonniert. Calivers ist überzeugt, dass der bisherige Weg mit bezahlten Inhalten auch der zukünftige ist – egal, ob gedruckt oder digital. «Im Lokalen sind unsere Inhalte exklusiv, und das bleibt so.» </p>
<blockquote><p>Bereits viermal gewann der Willisauer Bote den Schweizer Preis für Lokaljournalismus.</p></blockquote>
<p>Der «Böttu» ist  ein Langstreckenläufer unter den Lokalzeitungen: schlank, fit und schon lange unterwegs. Neun Redaktoren teilen sich 780 Stellenprozente. Dazu kommen fünf weitere Angestellte bei der Partnerzeitung Seetaler Bote, die zusammen mit dem «Böttu» den Kern der SWS Medien AG ausmachen. Die Kleinredaktion fällt immer wieder positiv auf. Bereits viermal gewann sie den Schweizer Preis für Lokaljournalismus. So zum Beispiel für eine Sommerserie im Jahr 1998, als zwei Redaktoren als Landstreicher mit lediglich 50 Franken in der Tasche in der Region unterwegs waren. 2010 sorgte der Willisauer Bote wiederum für Aufsehen, als er in einer Sommerserie frech grosse Schweizer Medien parodierte. Aus der Schweizer Illustrierte wurde die «Schweizer Simulierte» , aus der Tierwelt wurde «Tiernapf». «Ich erhielt daraufhin sogar Anfragen aus dem Ausland», erinnert sich Calivers.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers1.jpg" alt="" width="1440" height="1128" class="alignnone size-full wp-image-45777" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers1.jpg 1440w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers1-300x235.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers1-768x602.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/08/calivers1-1024x802.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px" /><br />
Woher kommt diese kreative Kraft? Für Calivers ist klar, was es ausmacht: «Der Teamgeist. Wir ziehen alle am gleichen Strick. Und machen unseren Job mit Herzblut.» Dieser Spirit werde von einer Generation zur nächsten weitergetragen. Kommt dazu, dass es der Zeitung gelingt, die Talente aus der Region anzuziehen. Dies auch dank einer Partnerschaft mit der Journalistenschule MAZ in Luzern. «Wir haben in meiner Zeit noch nie eine Stelle ausschreiben müssen», sagt der Chefredaktor. Dass dies die Ausnahme ist, weiss er vom «Seetaler Boten», den Calivers publizistisch ebenfalls verantwortet, auch wenn dieser weitgehend eigenständig operiert. &#8222;Es ist hier viel schwieriger, offene Stellen mit jungen Journalistinnen und Journalisten zu besetzen», so Calivers.</p>
<blockquote><p>«Ich habe dieses oft beschriebene Nähe-Distanz-Problem von Lokaljournalisten nie so erlebt» Stefan Calivers</p></blockquote>
<p>Wie alle Redaktoren ist Calivers in der Region verankert. Er hat mit Ausnahme seines Studiums in Bern sein Leben in Willisau verbracht. Auch seine Freizeit verbringt er in der Dorfgemeinschaft – als Jugendlicher im Fussballclub, seit vielen Jahren als aktiver Fasnächtler. Calivers gefällt die Nähe zu den Leuten, über die er schreibt. «Ich habe dieses oft beschriebene Nähe-Distanz-Problem von Lokaljournalisten nie so erlebt», sagt er. Natürlich könne der «Böttu» nicht «einfahren wie der ‹Blick›». «Schliesslich müssen wir den Leuten am nächsten Tag beim Einkaufen in die Augen schauen können.» Es sei aber auch nicht das Ziel, «Öl ins Feuer zu giessen, wenn es schon brennt.» Klar hingegen ist, dass man beim Willisauer Boten klare Vorstellungen von journalistischer Qualität und Unabhängigkeit hat. «Wir sind kein Verlautbarungsorgan. Was ins Blatt kommt, ist kein Wunschkonzert. Wir setzen die Themen nach Relevanz. Ausserdem sind wir kritisch und thematisieren immer beide Seiten.»</p>
<p>So hält man es beim Willisauer Boten, seit bald 130 Jahren. Sachlich und nüchtern, aber eben auch kritisch und mit Haltung. Einmal nur ist die Redaktion wirklich ausgebrochen. Und zwar anlässlich der erwähnten Sommerserie 2010 mit den Parodien nationaler Medientitel. Auch den «Blick» nahm man auf die Schippe. Als «Bleck» verkleidet thematisierte der Willisauer Bote die Absenzen der Luzerner Kantonsräte im harten Boulevardstil. Ein damals oft abwesender Parlamentarier, für den das Ganze ein Nachspiel hatte, fand das nicht so lustig. Ein Leserbrief zeigte, dass die meisten begriffen hatten, worum es bei der Aktion eben auch ging. Darin stand: «Seid froh, dass der Böttu nicht das ganze Jahr so schreibt.»</p>
<p><small>Bilder: Andres Eberhard</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/03/willisauer-bote-ein-langstreckenlaeufer-unter-den-lokalzeitungen/">Willisauer Bote: Ein Langstreckenläufer unter den Lokalzeitungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>«REGI. Die Neue»: «Unsere Inhalte gibt es sonst nirgends zu lesen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/27/unsere-inhalte-gibt-es-sonst-nirgends-zu-lesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Harry Rosenbaum]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2015 11:09:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Serie Lokalzeitungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=24649</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn sich die Grossen zurückziehen, springen Kleine in die Bresche: Im Hinterthurgau führt eine Genossenschaft die über 100 jährige Zeitungstradition weiter, nachdem Tamedia das Feld verlassen hat. In Basel übernahm ein traditionsreicher Buchverlag die Amtsanzeiger der Basler Zeitung Medien und investiert in den Lokaljournalismus. Im Thurgauer Bezirk Münchwilen ist die Entstehung der Gemeindezeitung «REGI. Die <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/27/unsere-inhalte-gibt-es-sonst-nirgends-zu-lesen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn sich die Grossen zurückziehen, springen Kleine in die Bresche: Im Hinterthurgau führt eine Genossenschaft die über 100 jährige Zeitungstradition weiter, nachdem Tamedia das Feld verlassen hat. In Basel übernahm ein traditionsreicher Buchverlag die Amtsanzeiger der Basler Zeitung Medien und investiert in den Lokaljournalismus.</strong></p>
<p>Im Thurgauer Bezirk Münchwilen ist die Entstehung der <a href="http://www.regidieneue.ch/xml_1/internet/de/intro.cfm" target="_blank">Gemeindezeitung «REGI. Die Neue»</a> eindeutig auf mediale Entzugserscheinungen bei der Bevölkerung und beim ansässigen Kleingewerbe zurückzuführen. 125 Jahre lang gab es im sogenannten Tannzapfenland die «Regional-Zeitung Hinterthurgau». <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/wil/wv-ht/Aus-fuer-die-Regional-Zeitung;art253,523088" target="_blank">2008 stellte Tamedia das Blatt ein</a>. Die Region fühlte sich fortan von der nachrückenden Thurgauer Zeitung aus Frauenfeld unterversorgt. 2011 wurde eine Genossenschaft gegründet, mit dem Ziel, der Zeitungsnot ein Ende zu bereiten. Daran beteiligten sich Private, Gewerbler und 13 Gemeinden, davon fünf ausserhalb des Bezirks. Die Herausgeber-Genossenschaft hat heute rund 500 Mitglieder und ein Stammkapital von 300&#8217;000 Franken.</p>
<p><strong>Dorf- und Gemeindeleben im Mittelpunkt</strong><br />
«REGI. Die Neue» erscheint als Abo-Zeitung zweimal wöchentlich am Dienstag und Freitag. Die Abo-Auflage beträgt 2500 Exemplare. Hinzu kommen Grossauflagen mit 1000 bis 5000 zusätzlichen Exemplaren, die alternierend einmal monatlich in den einzelnen Gemeinden gestreut werden. Laut redaktionellem Leitbild will «REGI. Die Neue» eine unabhängige, liberale, weltoffene und der Wahrheit verpflichtete Forumszeitung sein, die das Dorf- und Gemeindeleben in den Mittelpunkt stellt.</p>
<p>Laut Redaktionskonzept müssen Berichte über Firmen und Veranstaltungen grundsätzlich von diesen selbst verfasst werden. Die Redaktion behält sich aber vor, so zu redigieren, dass dabei die Informationen von öffentlichem Interesse im Zentrum stehen. Werbebotschaften werden in den Inserateteil verwiesen.</p>
<p><strong>Erfolgsmodell für die serbelnde Regionalpresse</strong><br />
Peter Mesmer, ein altgedienter Thurgauer Journalist, ist der Verlags- und Redaktionsleiter. Er hat ein 100-Prozent-Pensum. Zwei weitere Redaktorinnen sind für 100 respektive für 60 Prozent angestellt. Zusätzlich gibt es 10 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Studierende oder Pensionierte für bescheidene Honorare arbeiten.</p>
<p>«Im ersten Erscheinungsjahr arbeitete REGI. Die Neue mit einem grösseren Verlust als vorgesehen», sagt Mesmer. «Im Businessplan rechneten wir mit 230&#8217;000 Franken.» Schon im darauffolgenden Quartal ging es aufwärts. Heute beläuft sich der Jahresumsatz auf etwa 650&#8217;000 Franken. Aus den Abonnements werden rund 250&#8217;000 Franken generiert. «Die Abo-Zahlen stagnieren momentan, aber bei den Inseraten, die hauptsächlich von den Gewerbetreibenden im Bezirk kommen, verzeichnen wir Wachstum», sagt der Verlags- und Redaktionsleiter. Die Redaktion verfügt über ein Jahresbudget von 320&#8217;000 Franken.</p>
<p>Mit der Thurgauer Zeitung, ein Kopfblatt des St. Galler Tagblatts (NZZ Mediengruppe), stehe «REGI.Die Neue» nicht in Konkurrenz, sagt Mesmer. Das Gewerbe aus dem Bezirk inseriere dort eher selten. Im Wettbewerb stehe man hingegen mit den Wiler Nachrichten, ein Blatt aus dem Gratisimperium des Zehnder Verlags. Das Blatt aus dem sanktgallischen Wil sei im Hinterthurgau nämlich stark vertreten. Trotzdem gebe es aber auch eine Zusammenarbeit der beiden Blätter. – Mesmer ist von seiner Zeitung und dem dafür entwickelten Konzept überzeugt: « Wir haben eine reelle Chancen», sagt er. «Das Blatt kann durchaus zum Erfolgsmodell für die serbelnde Regionalpresse werden.»</p>
<p><strong>Basel: Amtsanzeiger mit Journalismus</strong><br />
Der <a href="http://www.reinhardt.ch/content.cfm?content=56" target="_blank">Basler Reinhardt Verlag</a> ist 2010 ins Geschäft mit den Amtsanzeigern eingestiegen. Gegründet wurde das Unternehmen 1900 als Friedrich Reinhardt Verlag und gab ursprünglich evangelisch-theologische Literatur und Familienzeitschriften heraus. Im Mai 2010 übernahm Reinhardt von der Basler Zeitung Medien den <a href="http://www.lokalzeitungen.ch/wer_sind_wir.cfm" target="_blank">LV Lokalzeitungen Verlags AG</a> und die Amtsanzeiger von Allschwil, Birsfelden, Muttenz und Pratteln. Die Wochenzeitungen mit 1500 bis 3000 Abonnenten erscheinen jeweils am Freitag. Sie berichten über lokale Themen aus Politik, Sport, Kultur und Gesellschaft. Mehrmals pro Jahr wird eine Grossauflage in alle Haushalte der jeweiligen Gemeinde verteilt.</p>
<p>Toprak Yerguz, ein erfahrener Journalist, besorgt die Chefredaktion und Leitung der Zeitungen. «Wir halten Amtsanzeiger für ein gutes Geschäftsmodell», sagt Yerguz. «Nach dem Birsigtal-Boten und der Riehener Zeitung sind die Lokalzeitungen der LV Lokalzeitungen Verlags AG der dritte gewichtige Schritt ins Zeitungsgeschäft, den der Reinhardt Verlag unternommen hat und von welchem wir überzeugt sind. Diese Zeitungen ergänzen sich, weil sie die Basler Peripherie abdecken. Sie erscheinen in Gemeinden, die eine kritische Grösse aufweisen und in welchen sich deshalb eine eigene Zeitung auch finanziell lohnt.» Yerguz Journalistenherz schlägt klar für die Lokalzeitung: «Hier ist eine Nische, in welcher man erfolgreich sein kann. Nicht zuletzt, weil der Druck aus dem Internet gering ist: Unsere Inhalte gibt es sonst nirgends zu lesen.»</p>
<p><strong>Keine Verlautbarungsorgan</strong><br />
Am Redaktionskonzept und Layout der früheren Herausgeber hat der Reinhardt Verlag bei seinen Amtsanzeiger nichts geändert. Lediglich die Vermarktung ist anders. «Früher akquirierte eine externe Stelle die Inserate, jetzt machen wir das selbst», sagt Yerguz. Sind die Lokalzeitungen des Reinhardt Verlags durch das Etikett «Amtsanzeiger» Verlautbarungsmedien der Gemeinden? «Die Redaktionen sind unabhängig», sagt der Chefredaktor. «Die Gemeinden können auf dem für sie reservierten Platz ihre eigenen Mitteilungen publizieren. Dieser Teil der Zeitung ist klar gekennzeichnet.» Die Lokalzeitungen des Reinhardt Verlags finanzieren sich über Inserate, Abos und Abgeltungen der Gemeinden für erbrachte Leistungen, beispielsweise die Publikation amtlicher Bekanntmachungen. Umsatzzahlen und Budgets gibt der Verlag nicht bekannt.</p>
<p><strong>Konkurrenzlos</strong><br />
Die Lokalblätter haben praktisch keine Konkurrenz, weder publizistisch noch wirtschaftlich. Die Dorfgeschichten stiehlt ihnen niemand, weil sie den Redaktionen der regionalen und überregionalen Blätter meistens gar nicht bekannt sind. Und wer von der schreibenden Zunft findet Vereinsversammlungen interessant? &#8211; Der Bäcker und der Metzger, das «Wullelädeli» und das Gasthaus auf dem Dorf haben ihre Kundschaft in der Regel im Dorf. Logischerweise inserieren sie auch nicht ausserhalb des Dorfes, dafür aber im Lokalblatt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/27/unsere-inhalte-gibt-es-sonst-nirgends-zu-lesen/">«REGI. Die Neue»: «Unsere Inhalte gibt es sonst nirgends zu lesen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Tüüfner Poscht»: Unabhängig trotz Gemeindegeld</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/16/unabhaengig-trotz-gemeindegeld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Harry Rosenbaum]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2015 09:32:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Serie Lokalzeitungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Ausserrhoder Gemeinde Teufen beweist der frühere Radio- und Fernsehjournalist Erich Gmünder (61) als Chefredaktor der «Tüüfner Poscht», dass sich auch mit bescheidenen Ressourcen eine erfolgreiche Zeitung machen lässt. Seit fünf Jahren arbeitet Erich Gmünder als Chefredaktor der Dorfzeitung «Tüüfner Poscht». Das Blatt erscheint monatlich, mit je einer Doppelnummer im Sommer und im Winter. <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/16/unabhaengig-trotz-gemeindegeld/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Ausserrhoder Gemeinde Teufen beweist der frühere Radio- und Fernsehjournalist Erich Gmünder (61) als Chefredaktor der «Tüüfner Poscht», dass sich auch mit bescheidenen Ressourcen eine erfolgreiche Zeitung machen lässt.</strong></p>
<p>Seit fünf Jahren arbeitet <a href="http://www.tposcht.ch/author/erichgmuender/" target="_blank">Erich Gmünder</a> als Chefredaktor der Dorfzeitung «Tüüfner Poscht». Das Blatt erscheint monatlich, mit je einer Doppelnummer im Sommer und im Winter. Das Blatt macht Lust auf Dorfgeschichten und hat alle Elemente eines modernen Magazins: Reportagen, Features, Interviews, People-Stories, Politgeschichten, Klatsch, Kolumnen und Gemeinde-News. «Die Redaktion einer Dorfzeitung sitzt im Glashaus wie kaum eine andere», sagt Gmünder. «Politisch kennen wir keine Tabus. Es ist sehr schnell Geschirr zerschlagen. Aber wenn man darauf allzu sehr Rücksicht nehmen würde, wäre das Blatt entweder langweilig oder es würde nichts drin stehen.»</p>
<p>Die «Tüüfner Poscht» erscheint im 20. Jahrgang. Sie wurde 1995 auf Drängen der örtlichen Kulturkommission gegründet, um die heterogene Bevölkerung in der 6200-Seelen-Gemeinde, die sich einstmals in drei Dörfer teilte, zusammenzubringen. Zu Beginn war die Zeitung ein Mitteilungsblatt der Gemeinde. Seit Anfang dieses Jahres trägt ein Verein die Publikation und darantiert so die redaktionelle Unabhängigkeit. Neu erscheint die Lokalzeitung <a href="http://www.tposcht.ch/" target="_blank">auch im Web</a>.</p>
<p>Erich Gmünder führt die «Tüüfner Poscht» im Mandatsauftrag. Er ist nicht nur der einzige in der Redaktion, der nicht in der Gemeinde wohnt, sondern auch der einzige Medienprofi. «Meine Kolleginnen und Kollegen kommen aus anderen Berufen oder sind pensioniert. Sie kennen die Gemeinde-Interna und haben enge Beziehungen zur Bevölkerung» sagt er. Natürlich sei er inzwischen auch mit vielen Vorgängen in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teufen_AR" target="_blank">Teufen</a> vertraut, meint Gmünder. Die gemeindeansässigen Kolleginnen und Kollegen der achtköpfigen Redaktion seien aber eine wichtige Rückversicherung für ihn und seine Arbeit. Zudem geniesse er es, ausserhalb Teufens zu leben, weil er so weniger Druck spüre.</p>
<p><strong>Keine PR  für Gemeinde oder Wirtschaft</strong><br />
Die Redaktion hat hehre Grundsätze: Sie fühlt sich der journalistischen Sorgfalt verpflichtet. «Jeder Beitrag wird gegengelesen», sagt der langjährige Radio- und TV-Journalist Gmünder. «Die Geschichten müssen stimmen, sie dürfen nicht geschönt sein, und auch Fakten dürfen nicht verdreht werden.» Die Redaktion pocht auf ihre Unabhängigkeit. «Wir sind nicht die PR-Abteilung der Gemeinde oder eines Wirtschafts-Unternehmens in der Gemeinde», sagt der Chefredaktor. Gmünder weiss auch, dass die Dorfzeitung, die mit einer Auflage von 4000 Exemplaren erscheint, eine gewisse Macht hat, mit der sorgfältig umzugehen ist. «Die Tüüfner Poscht liegt einen Monat auf, sie hat Langzeitaktualität. Man kann uns auch nicht abbestellen, weil wir gratis per Post in alle 3100 Haushaltungen der Gemeinde verteilt werden», sagt er.</p>
<p>Die Einnahmen der «Tüüfner Poscht» belaufen sich pro Jahr auf rund 250&#8217;000 Franken. Sie setzen sich aus den Erträgen der Zeitungsinserate, der Bannerwerbung des Onlineportals, den Werbebeilagen und den Abonnements für Auswärtige zusammen. Etwa ein Drittel des Gesamtbudgets trägt die Gemeinde über einen Globalkredit. Dafür stehen ihr in jeder Ausgabe vier Seiten zur Verfügung.</p>
<p><strong>200 Franken Honorar für eine Seite</strong><br />
Rund 60&#8217;000 Franken kostet der Druck, seit das Blatt zu einer Druckerei <a href="http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/kantonappenzell/auszeitung/at-ap/Tueuefner-Poscht-gruendet-Verein;art120091,4010777" target="_blank">in Gossau gewechselt hat</a>. Das Redaktionsbudget ist eher bescheiden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten 200 Franken für eine Zeitungsseite und 100 Franken für eine halbe. Mit 20 Franken wird ein Bild für das Onlineportal entschädigt. Das Layout besorgt ein externer Grafik zu einem marktüblichen Preis. Die Bilanzsumme der «Tüüfner Poscht» liegt damit bei rund 400&#8217;000 Franken pro Jahr.</p>
<p>Das Inseratevolumen wachse erfreulich, weiss Gmünder. Mehr als die Hälfte der Werbung komme von ausserhalb der Gemeinde. Das sei sehr erstaunlich für eine kleine Gemeinde wie Teufen, sagt der Chefredaktor und hat auch eine Erklärung dafür: «In Teufen wohnen halt rund 400 Millionäre! Wir haben auch Inserate, die gezielt eine höhere Kaufkraftklasse ansprechen.» Die Ausserrhoder Gemeinde mag mit ihrer geballten Kaufkraft eine Ausnahme darstellen. Andere Kommunen sind diesbezüglich einiges bescheidener dotiert. Aber trotzdem schneiden kleine Blätter auf dem Werbemarkt verhältnismässig besser ab als die grossauflagige Konkurrenz.</p>
<p><strong>Dorfzeitung füllt mediale Lücken</strong><br />
Die «Tüüfner Poscht» profitiert von eine sehr hohe Leserbindung. Sie füllt die Lücken, welche das St. Galler Tagblatt durch Ausdünnung der Lokalberichterstattung aus Spargründen verursacht hat. Das gehe von den Vereinsberichten bis zu den Zivilstandsmeldungen, meint Gmünder. Neben den Magazingeschichten wollten die Leute eben auch Informationen aus dem Makrobereich der Gemeinde. Beispielsweise seien für eine Dorfzeitung die Publikation von Todesanzeigen und von Berichten über Schulveranstaltungen sehr wichtig.</p>
<p>Wegen ihrer räumlichen Nähe ist eine Dorfzeitung auch eine moralische Instanz. «Die Tüüfner Poscht sieht sich in der Gemeindepolitik in der Rolle der Moderatorin», sagt der Chefredaktor. «Sie will nicht polarisieren. Eine Hofpostille ist sie deswegen aber trotzdem nicht. Die Unabhängigkeit wird hochgehalten. Geht sie verloren, verschwindet auch die Glaubwürdigkeit. Ohne sie kann aber keine Dorfzeitung gemacht werden, die ernst genommen werden will.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/16/unabhaengig-trotz-gemeindegeld/">«Tüüfner Poscht»: Unabhängig trotz Gemeindegeld</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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