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	<title>Skandal | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 06:41:39 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Fünf Jahre alter Steuersünder-Pranger in der Schweiz entdeckt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/26/fuenf-jahre-alter-steuersuender-pranger-in-der-schweiz-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2015 12:44:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Steuersünder]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Bildblog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Nachricht aus der Schweiz versetzt die deutsche Medienlandschaft seit Sonntag in Aufruhr. Fast alle von ihnen berufen sich auf die Schweizer «Sonntagszeitung» und behaupten, dass die Schweizer Steuerverwaltung «jetzt» damit «begonnen» habe, «die Namen möglicher deutscher und anderer ausländischer Steuerbetrüger im Internet zu veröffentlichen.» Bloss: Das stimmt gar nicht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Nachricht aus der Schweiz versetzt die deutsche Medienlandschaft seit Sonntag in Aufruhr. Fast alle von ihnen berufen sich auf die Schweizer «Sonntagszeitung» und behaupten, dass die Schweizer Steuerverwaltung «jetzt» damit «begonnen» habe, «die Namen möglicher deutscher und anderer ausländischer Steuerbetrüger im Internet zu veröffentlichen.» Bloss: Das stimmt gar nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/26/fuenf-jahre-alter-steuersuender-pranger-in-der-schweiz-entdeckt/">Fünf Jahre alter Steuersünder-Pranger in der Schweiz entdeckt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Der Böse ist immer der griechische Finanzminister</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/25/der-boese-ist-immer-der-griechische-finanzminister/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2015 12:42:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Varoufakis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kein Affront, kein Skandal. Und alles, was passiert, spricht immer gegen Varoufakis. Den bösen, eitlen Mann, der die Vertraulichkeit des Finanzministertreffens nicht gebrochen hat, anders als die unzuverlässigen anonymen Teilnehmer, denen die deutsche Presse vertraut.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/25/der-boese-ist-immer-der-griechische-finanzminister/">Der Böse ist immer der griechische Finanzminister</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kein Affront, kein Skandal. Und alles, was passiert, spricht immer gegen Varoufakis. Den bösen, eitlen Mann, der die Vertraulichkeit des Finanzministertreffens nicht gebrochen hat, anders als die unzuverlässigen anonymen Teilnehmer, denen die deutsche Presse vertraut.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/25/der-boese-ist-immer-der-griechische-finanzminister/">Der Böse ist immer der griechische Finanzminister</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Gerigate» – Märchen für Erwachsene</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/29/gerigate-maerchen-fuer-erwachsene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2014 12:23:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Skandaltheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Geri Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Bühler]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit zehn Tagen bewegt die Nacktselfie-Affäre um Grünen-Nationalrat Geri Müller das Land. Noch ist die Faktenlage nicht restlos geklärt, doch schon jetzt steht fest: «Gerigate» folgt den typischen Linien eines Medienskandals. Eine Analyse.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/29/gerigate-maerchen-fuer-erwachsene/">«Gerigate» – Märchen für Erwachsene</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit zehn Tagen bewegt die Nacktselfie-Affäre um Grünen-Nationalrat Geri Müller das Land. Noch ist die Faktenlage nicht restlos geklärt, doch schon jetzt steht fest: «Gerigate» folgt den typischen Linien eines Medienskandals. Eine Analyse.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/29/gerigate-maerchen-fuer-erwachsene/">«Gerigate» – Märchen für Erwachsene</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Skandal am Communication Summit!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 12:35:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Presseverein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Röthlisberger]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Blick am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Skandal am Communication Summit!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch was steckt dahinter? Die „Medienwoche“ hat dem Tagungsthema des Communication Summit vorgegriffen und die beiden Referenten Peter Röthlisberger, Chefredaktor Blick am Abend, und Karl Lüönd, Publizist, zur Debatte eingeladen. Zwei wissenschaftliche Positionen zu Skandalisierung und Emotionalisierung finden Sie in den <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/">Beiträgen von Vinzenz Wyss (pro) und Kurt Imhof (kontra)</a>.<span id="more-307"></span></p>
<div class="columns">
<div class="column">
<h4>PRO</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=505"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-505" title="roethlisberger_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/roethlisberger_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Peter Röthlisberger ist Chefredaktor Blick am Abend.</p>
<p><strong>Der Leser hat Recht</strong></p>
<p>Wem soll der Wurm schmecken? Dem Leser oder dem Soziologieprofessor? Finden Sie diese Provokation billig? Oder haben Sie schadenfreudig gelacht? Beides ist gut für uns. Hauptsache, der Einstiegssatz lässt Sie nicht gleichgültig. Ihre Reaktion ist uns Rechtfertigung, Emotionalisierung als journalistisches Werkzeug anzuwenden. Emotionalisierung, Personifizierung gefällt den Lesern und Zuschauern. Das ist einfach zu belegen, denn stark emotionalisierende Medien sind in der Schweiz jeweils die grössten ihrer Sparte. Der Blick ist bezüglich Auflage und Lesern die grösste bezahlte Tageszeitung, der Sonntagsblick mit Abstand die Nummer Eins am Sonntag, blick.ch die meistbesuchte Medienseite und der Blick am Abend ein Erfolgsmodell. Und dann der uneinholbare Branchenleader Schweizer Fernsehen. Was zeigt das Fernsehen anderes als Emotionen und Personifizierung? Es gibt keine Beiträge und Talksendungen ohne Regung, Rührung, Überschwang. Emotionen erreichen Menschen – deswegen wird dieses Rezept immer erfolgreich sein. Ich halte nichts davon, geschätzte 80 Prozent der Mediennutzer selbstgerecht auf den rechten Weg bringen zu wollen. Die Demokratie ist durch emotionalisierenden Journalismus nicht gefährdet. Der Leser und Fernsehzuschauer ist mündig. Boulevardmedien, gekauft oder gratis, helfen, die Welt zu begreifen. Sie reduzieren Komplexität. Im Idealfall missionieren sie auch nicht für eine Anschauung, nehmen die Nutzer auf allen Kanälen ernst und erklären nicht die Welt, wie sie sein müsste. Dieser Wurm schmeckt dem Leser. Und der Leser hat Recht.</p>
</div>
<div class="column">
<h4>CONTRA</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=504"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-504" title="lueond_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/lueond_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Karl Lüönd ist freier Publizist und Buchautor</p>
<p><strong>Kopf hoch! Halt durch! Hurra!</strong></p>
<p>Näher, mein Leser, zu Dir! Texte aufladen, spannend machen, zuspitzen – das sehen manche Verleger und Journalisten als Überlebensstrategie, und dafür gibt es ein paar Basissportarten, zum Beispiel Lokalisieren, Personalisieren, Emotionalisieren. Letzteres geschieht durch konsequenten Abbau der Distanz zwischen Berichterstatter und Berichtsgegenstand. Je näher man dem betroffenen, ausrufenden, leidenden Menschen kommt, desto schwieriger wirds mit der Übersichtlichkeit. Halt durch, Lara Gut! Am Ende macht sich der Reporter mit seinem Gegenüber oder mit einer Idee, einer These, einer Initiative gemein. Im Überschwang der Gefühle wird der Berichterstatter gar zum Akteur. Dann kommt es zu Petitionen gegen Kampfhunde und Belohnungen für die Ergreifung eines flüchtigen Täters.<br />
Varietät der Darstellungsformen ist etwas Wichtiges, also kann nicht jede journalistische Darbietung als nüchterner Bericht daher kommen. Doch abgesehen davon, dass gedruckte Emotionen immer ein bisschen papieren wirken werden: Das Kultursystem Zeitung ist eigentlich im Gefolge der Aufklärung entstanden. Es wurde eingerichtet, um den Menschen die Dinge zu erklären, nicht um zu applaudieren oder zu lamentieren. Wohl wurden im 19. und im frühen 20. Jahrhundert manche Zeitungen – denn viele von ihnen waren damals Plattformen der Parteien – auch als Agitationswerkzeuge benützt. Aber diese Funktion hat sich längst überholt. Dass sie nun im verschärften Wettbewerb um die Aufmerksamkeit wiederkehren soll, hat mit dem Trugschluss zu tun, dass Lautstärke und Wirkung miteinander einhergehen.</p>
</div>
</div><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Skandal am Communication Summit!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Heiligt der Zweck die Mittel?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/01/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 11:59:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Vinzenz Wyss]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Imhof]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Themenschwerpunkt Emotionalisierung der Medien am Communication Summit äussert sich auf medienwoche.ch auch die Wissenschaft in einem Pro (Vinzenz Wyss) und Kontra (Kurt Imhof). Dabei zeigt sich: Das Aufmotzen medialer Inhalte mit Gefühlen und Menschlichallzumenschlichem ist aus wissenschaftlicher Sicht nur mit Vorbehalten vertretbar. PRO Vinzenz Wyss Anspruchsvolle Aufgabe Als Journalismusforscher läge es für mich zunächst <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Themenschwerpunkt Emotionalisierung der Medien am Communication Summit äussert sich auf medienwoche.ch auch die Wissenschaft in einem Pro (Vinzenz Wyss) und Kontra (Kurt Imhof). Dabei zeigt sich: Das Aufmotzen medialer Inhalte mit Gefühlen und Menschlichallzumenschlichem ist aus wissenschaftlicher Sicht nur mit Vorbehalten vertretbar.<span id="more-323"></span></p>
<div class="columns">
<div class="column">
<h4>PRO</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/roethlisberger_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/wyss_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=495"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-495" title="wyss_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/wyss_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Vinzenz Wyss</p>
<p><strong>Anspruchsvolle Aufgabe</strong></p>
<p>Als Journalismusforscher läge es für mich zunächst nahe, Emotionalisierung naserümpfend als Inszenierungsstrategie im Wettbewerb um knappe Aufmerksamkeit abzutun. Emotionalisierung reduziert durch Personalisierung, Konfliktstilisierung und Moralisierung  den grundsätzlich komplexen Zusammenhang von Struktur und Handlung auf die gefühlserregenden Taten oder Betroffenheiten von Personen. Da wird beispielsweise die Bankgeheimnisdebatte in eine simple Sieg/Niederlage-Geschichte gegossen, in der ein hässlicher Bösewicht die kleine Heldin bedroht und beim scheinbar betroffenen Publikum Empörung hervorruft. Die Story lässt sich dann ohne kognitiven Aufwand repetitiv in die Welt twittern. Solches Lechzen nach emotionaler Wucht vergiftet kostbare Öffentlichkeit. Es schleckt aber auch keine Geiss weg, dass narrativ eingebettete Emotionen Menschen im Rezeptionsprozess helfen, sich mit komplexen Sachverhalten überhaupt erst auseinanderzusetzen und Situationen, Ereignisse oder Verhaltensweisen anderer besser einzuschätzen.  Das lehrt uns die Kommunikationspsychologie, wobei nicht verschwiegen werden sollte, dass Menschen mit eskapistischen Zügen mehr darauf ansprechen. Ich plädiere hier also für den bewussten und verantwortungsvollen Einsatz von Emotionalisierung, was im Journalismus durchaus funktional sein kann. Etwa dann, wenn es gelingt, bei der Thematisierung gesellschaftsrelevanter Probleme strukturelle Aspekte über emotionalisierte Personenthematisierungen in Anschlag zu bringen. Der Zweck heiligt das Mittel. Eine anspruchsvolle Aufgabe also, die in den Händen des Billigjournalismus kaum gut aufgehoben ist.</p>
<p><strong>Vinzenz Wyss</strong> ist Medienprofessor an der ZHAW und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft</p>
</div>
<div class="column">
<h4>CONTRA</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/lueond_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/01/imhof_dup.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""></a><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=496"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-496" title="imhof_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/imhof_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Kurt Imhof</p>
<p><strong>Tyrannei der Intimität</strong></p>
<p>Eine Frontseitenanalyse aus dem letzten Quartal des Jahres 2009 zeigt bei den größten Zeitungen der deutschen und der französischen Schweiz »20minuten« bzw. »20minutes« (tamedia) einen Anteil an Kommunikationsereignissen des Human Interest von 40.5% bzw. 36.3%. Politische Kommunikationsereignisse schaffen es gerade noch auf 27.4 in der deutschen bzw. 29.4% in der französischen Ausgabe. Die Thematisierungsintensität von kolportierten Personen jenseits jeglicher Leistungsrollen (»mikro rollenfern«) erreicht bei beiden Zeitungen über 20% und der Berichterstattungsstil ist in diesen beiden Gratisblättern zu 43.2 bzw. 48.8% moralisch-emotional, d.h. die Beiträge sind zu diesem Anteil darauf ausgelegt Stimmungslagen wiederzugeben sowie moralischen und emotionalen Entäußerungen von irgendwelchen Promis Ausdruck zu geben. Die Aufmacherbeiträge der Hauptnachrichtensendung »Züri News« von »Tele Züri« (tamedia) bestehen aus nicht weniger als knapp 60% Human Interest, 30% rollenferne Personenbezüge und 62.5% moralisch-emotionaler Berichterstattung.<br />
Diese Beispiele (ohne Boulevardzeitungen!) sollen hier genügen, denn: Es geht nicht um die simple Frage Emotionalität ja oder nein – eine journalistisch gute Katastrophen- und Kriegsberichterstattung etwa lässt sich ohne Empathie nicht machen. Es geht vielmehr darum, dass die öffentliche Kommunikation in der Gefühlssuppe des Human Interest ersäuft. In dieser Gefühlssuppe fehlt der Sauerstoff, um das zu debattieren, was uns alle tatsächlich etwas angeht.</p>
<p><strong>Kurt Imhof</strong> ist Professor für Soziologie an der Universität Zürich. Er leitet den Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög).</p>
</div>
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