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	<title>SRF 2 Kultur | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Mon, 08 Nov 2021 22:06:21 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Morgenplauderei, die einem die Musik vergällt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/11/08/morgenplauderei-die-einem-die-musik-vergaellt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Nov 2021 22:06:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 2 Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturradio]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Überlebenskampf greift das Kulturradio zunehmend zu Methoden, die Bindung der Hörerschaft mit salopper Nähe zu erschleichen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Überlebenskampf greift das Kulturradio zunehmend zu Methoden, die Bindung der Hörerschaft mit salopper Nähe zu erschleichen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/08/morgenplauderei-die-einem-die-musik-vergaellt/">Morgenplauderei, die einem die Musik vergällt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Bundesrät*innen, Radio&#160;SRF, Weltwoche&#160;und&#160;Tamedia</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/10/bundesraetinnen-radio-srf-weltwoche-und-tamedia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jul 2021 08:50:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 2 Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Rutishauser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Bundesrät*innen, locker Sommerzeit – und alles wird lockerer. Oder präsentiert sich auf jeden Fall lockerer. So stellte sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga, auf Arbeitsbesuch im Senegal, an ein DJ Pult und scratchte mit etwas (Entwicklungs-)Hilfe von DJ Nina. Die Schweizer Medien berichteten mit Begeisterung und Esprit darüber. Derweil war Bundesrat Alain Berset – ziemlich locker <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/10/bundesraetinnen-radio-srf-weltwoche-und-tamedia/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/10/bundesraetinnen-radio-srf-weltwoche-und-tamedia/">Bundesrät*innen, Radio SRF, Weltwoche und Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-90078" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210710b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210710b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210710b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210710b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-Good-Bad-Ugly-20210710b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Bundesrät*innen, locker</h3>
<p>Sommerzeit – und alles wird lockerer. Oder präsentiert sich auf jeden Fall lockerer. So stellte sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga, auf Arbeitsbesuch im Senegal, an ein DJ Pult und <a href="https://www.pilatustoday.ch/videos/simonetta-sommaruga-macht-in-senegal-die-djane-142816005" target="_blank" rel="noopener">scratchte</a> mit etwas (Entwicklungs-)Hilfe von DJ Nina. Die Schweizer Medien berichteten mit <a href="https://www.srf.ch/play/tv/gesichter--geschichten/video/simonetta-sommaruga-am-dj-pult?urn=urn:srf:video:81808ab7-ef65-4353-a6e8-0cf3f8122416" target="_blank" rel="noopener">Begeisterung</a> und <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/sommaruga-scratcht-in-senegal-ld.1634163?mktcid=smsh&amp;mktcval=Twitter" target="_blank" rel="noopener">Esprit</a> darüber. Derweil war Bundesrat Alain Berset – ziemlich locker – als «Bundesbro» zu Gast in der witzigen Parodie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Xg-NmeF1nB8" target="_blank" rel="noopener">«Tagessheesh»</a> («Tagesschau für Millennials») von «Zwei am Morge». Berset trug zwar Anzug und Krawatte, montierte aber die Sonnenbrille, nippte am Bubble Tea und lernte bereitwillig ein neues Vokabular («no cap» – «ist so») – und das alles für einen guten Zweck: Damit sich die Jungen impfen lassen. In den über 300 YouTube-Kommentaren erntete er dafür viel Lob von seinem Impf-Zielpublikum: «Berse isch huere ehre daser immer mitmacht 😂», «Digga Alain Berset so en geile 🤣 bi ihm lauft Die hütig Jugend» und «Daddy Berset eifach en ehremah». Selbst für SRF fiel dabei noch eine Streicheleinheit ab: «Für das zahli sogar gern Serafe Gebühre 😂».</p>
<h3>The Bad – Radio, ärmer</h3>
<p>Abschiedswoche gleich für zwei Sendungen von Radio SRF: Am Sonntag war auf SRF 2 Kultur zum letzten Mal <a href="https://www.srf.ch/audio/52-beste-buecher" target="_blank" rel="noopener">«52 beste Bücher»</a> zu hören, am Freitag auf SRF 3 <a href="https://www.srf.ch/radio-srf-3/aktuell/peter-schneider-die-andere-presseschau-geht-in-pension" target="_blank" rel="noopener">«Die andere Presseschau»</a>. So unterschiedlich wie die beiden Sendungen war auch der Grund für ihre Einstellung. Über das Ende für «Die andere Presseschau» des «Haussatirikers» von SRF 3, Peter Schneider, entschied Schneider selbst: Wie er gegenüber der MEDIENWOCHE bestätigte, war es sein Wunsch, in «Frühpension» zu gehen. Deshalb ist nun Schluss mit der täglichen Kurz-Dosis satirischer und pointierter Zeitungskritik, nach mehr als 30 Jahren. Ein ähnliches Alter hatte «52 beste Bücher» erreicht. Die Sendung – wöchentlich ein ausführliches Gespräch mit der Autorin oder dem Autor einer «herausragenden literarischen Neuerscheinung» – wurde aus Spargründen abgesetzt. Weder ein <a href="https://www.boersenblatt.net/news/literaturszene/literatur-braucht-einen-platz-150249" target="_blank" rel="noopener">offener Brief</a> bekannter Autor*innen noch ein <a href="https://sbvv-unterschriftensammlung.ch/" target="_blank" rel="noopener">Protestschreiben</a> des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands mit über 8000 Unterschriften konnte das verhindern.</p>
<p>Und wie geht es weiter? Schliesslich hatte SRF-Direktorin Nathalie Wappler <a href="https://www.boersenblatt.net/news/literaturszene/srf-direktorin-antwortet-auf-autorenbrief-150327" target="_blank" rel="noopener">versprochen</a>, es werde «weiterhin ein attraktives Literaturangebot» geben. «Das neue Literaturformat ist in Entwicklung», so René Schell, Ad-Interim-Stabschef SRF Kultur und Leiter Audio &amp; Musik, gegenüber der MEDIENWOCHE. «Sobald die Details erarbeitet sind, werden wir sie kommunizieren.»</p>
<h3>The Ugly – Chefredaktoren, aufgeregt</h3>
<p>Die «Ehe für alle» versetzt «Weltwoche»-Chefredaktor und -Verleger Roger Köppel offenbar in heftige Aufregung. «Dann kann man auch sein Pferd oder seinen geliebten Wellensittich heiraten», twitterte er. Und: «Ein Tisch heisst Tisch. Ein Stuhl ist ein Stuhl. Eine Ehe ist die Verbindung zwischen Mann und Frau. (…) Wo Worte ihre Bedeutung verlieren, beginnt die Despotie.» Und schliesslich: «Kann ich dann auch meine superattraktive Cousine heiraten? Wenn ja, bin ich dafür!» Pech gehabt, Herr Köppel: Zwar dürfen in der Schweiz bereits jetzt Cousine und Cousin heiraten – aber Bigamie bleibt auch mit der «Ehe für alle» verboten.</p>
<p>Sehr aufgeregt war auch Tamedia-Chefredaktor Arthur Rutishauser, nachdem er die (unakzeptable) Karikatur mit der Tamedia-Journalistin Michèle Binswanger gesehen hatte, welche das Magazin <a href="https://www.megafon.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Megafon»</a> des Berner Kulturzentrums Reitschule auf Twitter veröffentlicht hatte. In einem als satirisch verstandenen Kontext war eine Hinrichtungsszene aus der Französischen Revolution zu sehen, in die der abgeschlagene Kopf von Binswanger hineinmontiert war. Nach Protesten entschuldigte sich das «Megafon» für die Darstellung und löschte sie. Die Geschichte und ihre Folgen können zum Beispiel <a href="https://www.persoenlich.com/medien/aufruhr-wegen-kopfungsbild" target="_blank" rel="noopener">hier</a>, <a href="https://www.megafon.ch/aktuelles/satirefreiheit/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>, <a href="https://www.nau.ch/politik/bundeshaus/journalistin-gekopft-strafanzeige-gegen-reitschuler-65960466" target="_blank" rel="noopener">hier</a> und <a href="https://www.woz.ch/2127/tamedia-vs-megafon/wer-cancelt-hier-eigentlich-wen" target="_blank" rel="noopener">hier</a> (in unterschiedlichen Färbungen) nachgelesen werden.</p>
<p>Rutishauser kommentierte in aller Heftigkeit und veröffentlichte den Schluss seines <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/das-ist-eine-grenzueberschreitung-998041872470" target="_blank" rel="noopener">Kommentars</a> gleich in drei Versionen, eine im Print, zwei online. Die heftigste Version – «Besorgniserregend ist, dass mittlerweile ein Teil der politischen Linken so intolerant geworden ist, dass sie auf jeglichen Anstand verzichtet und Volksverhetzung betreibt, wie wir sie bei Rechtsextremen erwarten und wie wir sie eigentlich seit 1945 bei uns überwunden glaubten» – war nur vorübergehend online zu lesen. Dann wurde der Nazivergleich kommentarlos entfernt. Gelöscht hat übrigens auch das «Megafon» seinen Tweet. Zu sehen ist das Bild – nur leicht verpixelt – aber nach wie vor bei «20 Minuten». Ob sich Rutishauser, der gegen das «Megafon» eine Klage angekündigt hat, darüber auch so aufregt?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/10/bundesraetinnen-radio-srf-weltwoche-und-tamedia/">Bundesrät*innen, Radio SRF, Weltwoche und Tamedia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Radio SFR 2 auf heiklem Pfad</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/15/radio-sfr-2-auf-heiklem-pfad/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2014 11:36:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 2 Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[SRF 2]]></category>
		<category><![CDATA[Daniela Kuhn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Radio SRF 2 Kultur hat sein musikalisches Spektrum geöffnet. Obwohl es in den letzten beiden Jahren 50 000 Hörer verlor, fährt es auf seinem Kurs fort. Die Sendung «Reflexe» verschwindet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Radio SRF 2 Kultur hat sein musikalisches Spektrum geöffnet. Obwohl es in den letzten beiden Jahren 50 000 Hörer verlor, fährt es auf seinem Kurs fort. Die Sendung «Reflexe» verschwindet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/15/radio-sfr-2-auf-heiklem-pfad/">Radio SFR 2 auf heiklem Pfad</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Befreiungsschlag»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/12/befreiungsschlag/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2012 09:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 2 Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>DRS 2 ist bald Geschichte. Im November ändert der Schweizer Kultursender nicht nur seinen Namen, sondern kombiniert auch seine DNA neu. Nathalie Wappler, Kulturchefin von Schweizer Radio und Fernsehen, spricht von einem «Befreiungsschlag». Unter dem Eindruck der Konvergenz will SRF 2 Kultur mit einem neuem Kultur- und Aktualitätsbegriff mehrheitsfähiger und durchhörbarer werden. DRS 2 hat <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/12/befreiungsschlag/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>DRS 2 ist bald Geschichte. Im November ändert der Schweizer Kultursender nicht nur seinen Namen, sondern kombiniert auch seine DNA neu. Nathalie Wappler, Kulturchefin von Schweizer Radio und Fernsehen, spricht von einem «Befreiungsschlag». Unter dem Eindruck der Konvergenz will SRF 2 Kultur mit einem neuem Kultur- und Aktualitätsbegriff mehrheitsfähiger und durchhörbarer werden.</strong></p>
<p>DRS 2 hat viele Stimmen. In Erinnerung bleiben besonders jene, von denen man meint, sie verkörperten den Sender in idealtypischer Weise. Eine solche Stimme ist jene von Jakob Knaus. Mehr als 30 Jahre lang arbeitete der promovierte Germanist für Schweizer Radio, die längste Zeit für DRS 2 und als Studioleiter in Bern. Bis heute klingt die gedämpfte Sprechweise nach, wie Knaus frühmorgens gesetzt-dezent, mit unüberhörbarer Begeisterung, die Musik von Leoš Janáček ansagte. Knaus konnte einem den Klassikmorgen gehörig verderben, wenn man die tschechischen Komponisten nicht mochte.</p>
<p>Das Mitarbeiterprofil des etwas kauzigen, aber hochkompetenten Dr. phil. ist längst Geschichte, aber es prägt das Bild – und noch viel mehr das Klischee – des Schweizer Kultursenders bis heute. Im Schlechten wie im Guten. Denn bei allem hochkulturellen Dünkel, der bei DRS 2 immer irgendwo mitschwingt, hat sich der Sender längst zu einem modernen Kulturradio gemausert. Zwar nicht übermässig innovativ, aber zuverlässig und die Brennpunkte des globalen Kultur- und Gesellschaftslebens stets im Auge.</p>
<p>Beim Publikum kommt das gut an. DRS 2 zählt weiterhin zu den meistgehörten Kulturradios in Europa, gemessen am Marktanteil in den jeweiligen Ländern. Und unter den DRS2-Hörern finden sich die treuesten Radiohörer der Schweiz überhaupt. Jene, die neben den Empfangsgebühren freiwillig auch noch die Mitgliedschaft im Kulturclub zahlen. Aber das bringt alles nichts, wenn die Hörerzahlen stetig zurückgehen; eine Entwicklung, von der auch die anderen DRS-Programme betroffen sind. Im düstersten Szenario bleibt das Publikum irgendwann ganz weg: «Stellt euch vor, wir machen ein Kulturradio und keiner hört mehr zu. So ist die Situation zwar überhaupt nicht – im Gegenteil. Aber so kann es werden.»</p>
<p>Mit diesen Worten stimmte Nathalie Wappler die DRS 2-Belegschaft auf das Kommende ein. Am letzten Montag informierte die Kulturchefin von Schweizer Radio und Fernsehen im Studio Basel zusammen mit weiteren Leitungspersonen über die anstehenden Änderungen. Wie kein anderes Programm von Schweizer Radio und Fernsehen, die ab November unter dem gemeinsamen Markendach SRF auftreten, nutzt DRS 2 die Namensänderung für die umfassendste Programmanpassung in seiner Geschichte. Da der Sender ursprünglich gar nicht als Vollprogramm vorgesehen war, habe sich der Sender über die Jahrzehnte unkoordiniert entwickelt und sei jetzt «in den gewachsenen Strukturen gefangen.» Deshalb, sagt SRF-Kulturchefin Wappler, «müssen wir einen Befreiungsschlag wagen.»</p>
<p>Der Begriff vom Befreiungsschlag ist nicht übertrieben. Wie der Sender in ein paar Wochen klingen wird, hat mit dem heutigen Programm über weite Strecken nicht mehr viel zu tun. Mehrere Sendungen verschwinden und ganze Tagesabschnitte werden komplett neu gestaltet. Was bleibt, sind die Stimmen der Sprecherinnen und Moderatoren, die beim Publikum für Vertrauen in das neue Produkt werben müssen.</p>
<p>Am deutlichsten hörbar wird das neue Konzept am Morgen und am Vorabend. Die Zeitabschnitte von 6 bis 9 und von 16 bis 19 Uhr sollen «als magazinierte Sendestrecken die Begleitqualität von DRS 2 erhöhen und die Hördauer beim Publikum steigern.» Dafür wird die Rolle des Moderators neu definiert. Als prägende Stimme führt sie durch das Programm und soll nicht wie bisher, kompetent aber zurückhaltend nur die Musik ansagen. «Es entsteht ein völlig neuer Mix aus Musik, Moderation und journalistischen Inputs», schwärmt Programmleiterin Franziska Baetcke. Etwas nüchterner ausgedrückt: DRS 2 will – zumindest in der Primetime – durchhörbar und mehrheitsfähig werden.</p>
<p>Weil keine zusätzlichen Mittel für die gewichtige Akzentverschiebung zur Verfügung stehen, müssen etablierte Sendungen über die Klinge springen. Geopfert werden unter anderem Atlas, Cocktail und Apéro sowie DRS 2 aktuell, das unter diesem Namen sowieso nichts mehr verloren hätte bei SRF 2 Kultur. Die aktuellen Meldungen aus der bisherigen Mittagssendung fliessen häppchenweise in die Morgen- und Vorabendstrecke ein. Ausserdem werden die Redaktionen der beiden Hintergrundsendungen Reflexe und Kontext, zwei Flaggschiffe des Senders, fusioniert und formal umdefiniert. Das Publikum könne heute die beiden Sendungen sowieso nicht auseinanderhalten, argumentiert Programmleiterin Franziska Baetcke.</p>
<p>Der Neupositionierung liegt ein angepasster Kultur- und Aktualitätsbegriff zugrunde. Wobei es den zuständigen Leitungspersonen nicht recht gelingen will, die neuen Begriffe, und was sich gegenüber dem alten DRS2 verändert hat, verständlich zu machen. An der Informationsveranstaltung vom 3. September stellte ein Redaktor nach ellenlangen Ausführungen und Erklärungsversuchen lapidar fest: «Es gibt also gar keinen neuen Kultur- und Aktualitätsbegriff.» Worauf sich Achim Podak ein weiteres mal wortgewaltig daran macht, dem Begriffsstutzigen das Neue und Innovative des Kulturbegriffs von SRF 2 Kultur beizubringen.</p>
<p>Das klingt dann so: «Wofür ich plädiere, ist ein funktionaler Kulturbegriff, der ganz stark mit Beobachtungsverhältnissen gesellschaftlicher Wirklichkeit zu tun hat. Das ist ein sehr potenter, tragfähiger und auch ein beweglicher Kulturbegriff, den es braucht, um der Komplexität gesellschaftlicher Wirklichkeit auch nur annähernd gerecht zu werden.» Achim Podak ist fast nicht zu bremsen, er könnte stundenlang weiterreferieren. Ob damit den Journalistinnen und Journalisten klarer würde, was sie dann genau zu tun haben, darf allerdings bezweifelt werden.</p>
<p>Obwohl der Prozess zur Umgestaltung von DRS 2 nun schon fast zwei Jahre dauert, ist noch vieles unklar. Das zeigten auch die Reaktionen der Mitarbeiter bei der Informationsveranstaltung. Und es handelt sich nicht nur um die üblichen organisatorischen Details, die bei einem Prozess solchen Ausmasses unweigerlich zu Fragen führen. Auch grundsätzliche Entscheide stossen auf Unverständnis. So etwa die Absetzung der Sendung Atlas. Das sei doch eine Sendung, die genau ins künftige Senderprofil passe, reagierte eine Journalistin verständnislos auf den Absetzungsbescheid. Sowohl der neue Aktualitäts- als auch der Kulturbegriff treffen auf das «Magazin über Menschen, Landschaften und Musik» perfekt zu. Das wissen auch die Verantwortlichen von DRS 2. Es sind denn auch strukturelle und nicht inhaltliche Gründe, mit denen sie die Absetzung der Sendung begründen: kostet zu viel, ist zu schlecht mit dem übrigen Programm koordiniert, verschlingt zu viele Ressourcen.</p>
<p>Die Absetzung von Atlas zeigt exemplarisch, in welchem Dilemma DRS 2 beim Übergang zu SRF 2 Kultur steckt: Der Wunsch nach dem grossen Wurf lässt sich nur schwer in Einklang bringen mit den vorhandenen finanziellen Ressourcen und personellen Kapazitäten. Das führt dann zu Entscheiden, die in Widerspruch zum angestrebten Ziel stehen können.</p>
<p>Als ob das alles nicht schon anspruchsvoll genug wäre, warten auf DRS 2, respektive SRF 2 Kultur, weitere Hürden. Die erste davon ist das konvergente Arbeiten und die Steuerung der journalistischen Prozesse aus einem multimedialen Newsroom heraus. Damit sollen Arbeitsabläufe optimiert und Leerläufe vermieden werden, so könne der neue Sender seine «journalistische Potenz abrufen» (Podak). Wie das geht, wusste neun Wochen vor dem Start aber noch niemand so genau. Detailfragen würden nun fortlaufend geklärt. Auf die Mitarbeitenden wirkt dies wenig vertrauenserweckend. In ihren Fragen ist die Skepsis und das Misstrauen nicht zu überhören.</p>
<p>Und schliesslich muss die ganze Übung in ein paar Jahren, zwar nicht von Grund auf, so doch unter neuen Vorzeichen, wiederholt werden. Der Standort im Studio auf dem Bruderholz in Basel soll aufgegeben werden und SRF 2 Kultur mit der ganzen Abteilung Kultur von SRF in ein ehemaliges Gebäude der Post über den Gleisen beim Hauptbahnhof ziehen. Noch vor einem Jahr ging man davon aus, dass der Umzug 2013 zu erwarten sei. Heute hat sich der Zügeltermin um mindestens eineinhalb Jahre nach hinten verschoben. Ende 2014 lautete der letzte Stand Anfang Juli. Der «Riesenhosenlupf», von dem Kulturchefin Wappler spricht, erfolgt damit gleich doppelt. Einmal im November im Radiostudio Basel und zwei Jahre später in den neuen Räumlichkeiten am Bahnhof. Erst dann wird der Sender über die passenden Räumlichkeiten verfügen, die das konvergente und multimediale Arbeiten optimal ermöglichen.</p>
<p>DRS 2 macht diesen Entwicklungsschritt zum Glück nicht in existenzieller Not. Der Sender ist immer noch zu gut positioniert, als dass ihn eine Übung mit diesen Ausmassen aus der Bahn werfen könnte. Beim jetzigen Stand stellt sich aber die Frage, ob der Ressourceneinsatz hinreichend durchdacht ist. Denn wird das Strukturkorsett zu eng geschnürt, drückt das der Kreativität, ohne die Kultur nicht leben kann, die Luft ab.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/12/befreiungsschlag/">«Befreiungsschlag»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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