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	<title>Staatsmedien | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 30 Mar 2021 07:20:57 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Störfaktor Staatsmedien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/28/stoerfaktor-staatsmedien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Mar 2021 07:20:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsmedien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Regierungen finanzierte Medien sorgen öfters für aussenpolitische Spannungen. Das müsste nicht sein.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Regierungen finanzierte Medien sorgen öfters für aussenpolitische Spannungen. Das müsste nicht sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/28/stoerfaktor-staatsmedien/">Störfaktor Staatsmedien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Heikel: Twitter kennzeichnet Staatsmedien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/15/heikel-twitter-kennzeichnet-staatsmedien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2021 15:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsmedien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Regierungen gesteuerte Medien erhalten von Twitter ein Kennzeichen. Was der Transparenz dienen soll, hat seine Tücken.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Regierungen gesteuerte Medien erhalten von Twitter ein Kennzeichen. Was der Transparenz dienen soll, hat seine Tücken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/15/heikel-twitter-kennzeichnet-staatsmedien/">Heikel: Twitter kennzeichnet Staatsmedien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Die vier Tugenden der Öffentlich-rechtlichen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/09/04/die-vier-tugenden-der-oeffentlich-rechtlichen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Sep 2013 10:44:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Öffentlich-rechtliche]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsmedien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Öffentlich-rechtliche Medien stehen zunehmend unter Legitimationsdruck. Um auch in Zukunft eine Existenzberechtigung zu haben, müssen sich auf ihren ursprünglichen Auftrag zurückbesinnen und sich entschieden von den privaten Medien abgrenzen. Es wird gelingen mit diesen vier Tugenden: Staatsferne: Kritik statt Kungelei Demut: dem Geldgeber verpflichtet Wahrhaftigkeit: weniger Schrott, bitte! Mässigung: die Quote ist nicht alles Staatsferne: <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/04/die-vier-tugenden-der-oeffentlich-rechtlichen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Öffentlich-rechtliche Medien stehen zunehmend unter Legitimationsdruck. Um auch in Zukunft eine Existenzberechtigung zu haben, müssen sich auf ihren ursprünglichen Auftrag zurückbesinnen und sich entschieden von den privaten Medien abgrenzen. Es wird gelingen mit diesen vier Tugenden:<br />
<span id="more-15689"></span></p>
<ol>
<li><a href="#staatsferne">Staatsferne: Kritik statt Kungelei</a></li>
<li><a href="#demut">Demut: dem Geldgeber verpflichtet</a></li>
<li><a href="#wahr">Wahrhaftigkeit: weniger Schrott, bitte!</a></li>
<li><a href="#maessigung">Mässigung: die Quote ist nicht alles</a></li>
</ol>
<p><a name="staatsferne"><strong>Staatsferne: Kritik statt Kungelei</strong></a></p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/08/prudentia.jpg" alt="" title="Prudentia (Klugheit) aus der Reihe «Die sieben Tugenden» von Pieter Brueghel dem Älteren, 1561/1562, Ausschnitt, Public Domain." width="120" height="120" class="alignleft size-full wp-image-15709" />Viele Mitarbeiter der Öffentlich-Rechtlichen reagieren wütend, wenn man sie als Beamte eines Staatssenders bezeichnet. Richtig, formal ist das nicht korrekt, aber was läge näher, solche Vorwürfe durch eine besonders kritische Haltung dem Staat gegenüber zu zerstreuen? Doch besonders staatskritisch ist öffentlich-rechtlicher Journalismus eher selten, das zeigt beispielsweise <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/18/flaggschiff-auf-kuschelkurs/">unsere Analyse der SRF-Tagesschau</a>. Die Nachrichtengefässe folgen oft der Agenda der staatlichen Organe; manche Beiträge wirken wie von der Kommunikationsabteilung der Behörden erstellt.</p>
<p>Staatssender befinden sich im Eigentum oder unter unter der unmittelbaren Kontrolle eines Staats, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fdeutscher_Rundfunk">Grossdeutsche Rundfunk</a> der Nationalsozialisten war so ein Beispiel oder der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Fernsehfunk">Deutsche Fernsehfunk</a> in der DDR. Heute sind Staatssender vor allem in Afrika, Asien und Südamerika verbreitet.</p>
<p>Öffentlich-rechtliche Sender dagegen sind von staatlichen Organen unabhängig. Jedoch existieren sie aufgrund politischer Regulierung und neigen deshalb dazu, staatsnah und politiknah zu bleiben. Diese Nähe gilt es zu überwinden! ÖR-Sender sind in der Lage, den Staat und seine Vertreter auf das Härteste anzugreifen. Weshalb sie diese Möglichkeit nur gelegentlich ausgeschöpfen, ist unverständlich. Ihre Staatsferne müssen ÖR-Mitarbeiter täglich und immer wieder neu beweisen, einzelne kritische Recherchen reichen da nicht aus. <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//extra/interviews/stamm_1300828.php5">Stephan Stuchlik zeigt, wie&#8217;s geht</a>.</p>
<p><a name="demut"><strong>Demut: dem Geldgeber verpflichtet</strong></a></p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/08/spes.jpg" alt="" title="Spes (Hoffnung) aus der Reihe «Die sieben Tugenden» von Pieter Brueghel dem Älteren, 1561/1562, Ausschnitt, Public Domain." width="120" height="120" class="alignleft size-full wp-image-15710" />Unglaubliche 7&#8217;492&#8217;520&#8217;505,97 Euro haben die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland 2012 <a href="http://www.rundfunkbeitrag.de/haeufige_fragen/einnahmen_oeffentlich_rechtlicher_rundfunk/">von den Gebührenzahlern eingenommen</a>, und sie tun es jedes Jahr wieder. Das <a href="http://www.dradio.de/">Deutschlandradio</a>, das am ehesten das liefert, wofür Öffentlich-Rechtliche geschaffen worden sind, hat dabei nur etwa 2,5 Prozent der 7,5 Milliarden abbekommen, 192 Millionen. Der ganz grosse Teil geht drauf für Sportübertragungen, Krimikomödien, Kochshows und Bürokratie. Und in der Schweiz? Wurden 2012 Gebührengelder in der Höhe von 1298 Millionen Franken <a href="http://www.bakom.admin.ch/empfangsgebuehren/03772/?lang=de#sprungmarke0_5/">eingezogen</a>, wovon 1188 Millionen Franken an die SRG gingen.</p>
<p>Diese für Otto Normalkonsument ungeheuerlich hohen Zahlen zwingen die Öffentlich-Rechtlichen zur Demut gegenüber ihren Geldgebern, gerade deswegen, weil diese Beträge nicht freiwillig erfolgen, sondern wie Steuern eingezogen werden, auch von solchen, die das Angebot gar nicht nutzen. Journalisten, die für das Öffentlich-Rechtliche arbeiten, sind viel direkter der Öffentlichkeit verpflichtet und haben weniger Freiheiten als Journalisten in der Privatwirtschaft. Sie haben einen direkten Auftrag der Gebührenzahler, während privatwirtschaftlicher Journalismus eher allgemein der Öffentlichkeit verpflichtet ist.</p>
<p><a name="wahr"><strong>Wahrhaftigkeit: weniger Schrott, bitte!</strong></a></p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/08/iusticia.jpg" alt="" title="Iusticia (Gerechtigkeit) aus der Reihe «Die sieben Tugenden» von Pieter Brueghel dem Älteren, 1561/1562, Ausschnitt, Public Domain." width="120" height="120" class="alignleft size-full wp-image-15708" />Weil öffentlich-rechtliche Journalisten oft sehr viel besser ausgerüstet, ausgebildet und bezahlt sind als ihre privat finanzierten Kollegen, darf man von Ihnen auch mehr Qualität erwarten. Spekulationsmeldungen wie «Stocker ins Ausland?» (<a href="http://www.srf.ch/sport/fussball/super-league/stocker-ins-ausland">srf.ch</a> vom 16. April 2013) oder «Stocker schon bald bei Schalke?» (<a href="http://www.srf.ch/sport/fussball/internationale-ligen/stocker-schon-bald-bei-schalke">srf.ch</a> vom 13. August 2013) über den nach wie vor beim FC Basel unter Vertrag stehenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Valentin_Stocker">Valentin Stocker</a> sind unangebracht und nicht öffentlich-rechtlicher Auftrag. Gleiches gilt für Horoskope auf Radio SRF3, das <a href="http://www.srgd.ch/ueber-uns/ombudsstelle/beanstandungen/detail/news/2013/08/21/31458-srf-virus-am-gurtenfestival-messen-des-brustumfangs-von-konzert-besucherinnen-beanstandet/">Ausmessen von Oberweiten auf TV SRF2</a>, und erschreckend viel anderes. Die sechs mal wöchentlich ausgestrahlte Promisendung <a href="http://www.srf.ch/sendungen/glanz-und-gloria/sendungsportraet">&#8222;Glanz &#038; Gloria&#8220;</a> etwa befindet sich SRF-intern tatsächlich in der Abteilung &#8222;Information&#8220; (nicht &#8222;Unterhaltung&#8220;).</p>
<p>Was alle Journalisten unterlassen sollten, gilt für Angestellte der Öffentlich-rechtlichen in besonderem Ausmass. Es gilt die Verpflichtung zur absoluten Faktentreue und zur transparenten Korrektur von Fehlern. Wenn man etwas von den Öffentlich-rechtlichen erwarten darf, dann geprüfte Fakten. Alles andere (Unterhaltungswert, Kreativität, Witz, Auftreten, Ästhetik) ist nachrangig.</p>
<p><a name="maessigung"><strong>Mässigung: die Quote ist nicht alles</strong></a></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/08/temperantia.jpg" alt="" title="Temperantia (Mässigung) aus der Reihe «Die sieben Tugenden» von Pieter Brueghel dem Älteren, 1561/1562, Ausschnitt, Public Domain." width="120" height="120" class="alignleft size-full wp-image-15711" />Das Öffentlich-rechtliche ist dazu da, zu informieren und zwar abseits vom Druck des Publikums. Es müssen also weder Klickzahlen noch Einschaltquoten gebolzt werden. Klingt absurd? Ist es nicht, eine solche Position wird auch von Verantwortlichen bei den Öffentlich-rechtlichen geteilt, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/im-gespraech-br-intendant-ulrich-wilhelm-wir-sollten-jetzt-aus-den-graeben-herauskommen-12107602.html">zum Beispiel von Ulrich Wilhelm</a>, dem Intendanten des Bayerischen Rundfunks:</p>
<blockquote><p>Die Öffentlich-Rechtlichen sind in der privilegierten Situation, nicht auf Quoten schielen zu müssen. Die Quote darf ohnehin nie zum Selbstzweck werden, sie ist lediglich eine dienende Größe, die in Anbetracht der Mediennutzung des Internets an Aussagekraft verliert. </p></blockquote>
<p>Somit kann man es sich leisten, auf banale Debatten nicht einzutreten, und das zu machen, was wichtig ist und einen Wert hat. Wer nicht versteht, was ich meine, soll doch mal Ausland und Feuilleton in der NZZ lesen, so geht&#8217;s! So gesehen könnte TV SRF2 per sofort eingestellt werden, entspricht doch kaum eine dort ausgestrahlte Sendung dem ursprünglichen Gedanken des Öffentlich-Rechtlichen. Comics, Serien und Sport sind für eine Gesellschaft nicht überlebenswichtig, miteinander im Wettbewerb stehende Privatsender können solche Aufgaben hervorragend übernehmen. Oder könnten, wenn nicht freiheitsfeindliche Politiker Gesetze erlassen hätten, die das verhindern.</p>
<p>Wäre <a href="http://www.srf.ch/radio-srf-4-news/uebersicht">Radio SRF4</a> politisch völlig unvoreingenommen und so klug und professionell wie der <a href="http://www.dradio.de/dlf/">Deutschlandfunk</a>, dann wäre das bestes öffentlich-rechtliches Radio. Bestes öffentlich-rechtliches Fernsehen liefert der deutsche Digital-Spartenkanal <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ZDFinfo">ZDFinfo</a>, auf dem fast nonstop Bildung läuft. Er könnte TV SRF2 als gutes Beispiel dienen.</p>
<p><small>Siehe auch <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/03/die-sieben-todsuenden-der-nachrichtenportale/">«Die sieben Todsünden der Nachrichtenportale»</a> vom 3. Mai 2013.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/04/die-vier-tugenden-der-oeffentlich-rechtlichen/">Die vier Tugenden der Öffentlich-rechtlichen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Das ist Provokation, nicht Kritik»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/21/das-ist-provokation-nicht-kritik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Samuel Buchmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2012 15:13:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Claudio Zanetti teilt gerne aus: Journalisten nennt er schon mal «Idioten» und links sind für ihn sowieso die meisten, besonders jene beim «zwangsgebührenfinanzierten Staatsradio». Eigentlich wäre er selber gerne Journalist geworden. Doch daraus wurde nichts. Dafür schiesst der SVP-Politiker jetzt umso schärfer gegen missliebige Medienschaffende. Was Zanetti als Medienkritik versteht, empfinden die Angegriffenen als reine <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/21/das-ist-provokation-nicht-kritik/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Claudio Zanetti teilt gerne aus: Journalisten nennt er schon mal «Idioten» und links sind für ihn sowieso die meisten, besonders jene beim «zwangsgebührenfinanzierten Staatsradio». Eigentlich wäre er selber gerne Journalist geworden. Doch daraus wurde nichts. Dafür schiesst der SVP-Politiker jetzt umso schärfer gegen missliebige Medienschaffende. Was Zanetti als Medienkritik versteht, empfinden die Angegriffenen als reine Provokation.<br />
<span id="more-11460"></span><br />
Claudio Zanetti ist Jurist, Zürcher  <a href="http://www.kantonsrat.zh.ch/Mitglied_Details.aspx?ID=73071948-d81f-4cd3-a125-569264c8de62" target="_blank">SVP-Kantonsrat</a>, aktiver <a href="https://twitter.com/zac1967" target="_blank">Twitterer</a> und <a href="http://zanetti.ch/" target="_blank">Blogger</a>. Aber eigentlich wäre er lieber Journalist geworden: «Schon in der Maturazeitung habe ich als Traumberuf &#8218;Journalist&#8216; angegeben. Doch es hat nicht sollen sein.» So versucht Zanetti neben seinem politischen Amt eben auf eigene Kosten journalistisch tätig zu sein. Er betreibt die Plattform politik.ch, ein «Nachrichtenportal», auf dem man «keinen journalistischen Mainstream, sondern pointierte, direkte und unabhängige» Beiträge finden soll, wie es in einem Werbevideo heisst. Den Vorwurf, dass er als Politiker doch per Definition nicht unabhängig sei, weist er zurück: «Ich vertrete zwar eine subjektive Meinung. Das heisst aber nicht, dass ich nicht unabhängig bin.» Lukrativ sei das Portal allerdings nicht, dafür fehlten die nötigen Sponsoren und Werbepartner. Zanettis <a href="http://www.politik.ch/de/videos/cc-talk.html" target="_blank">Politsendung CC-Talk</a>, die er produzierte und auch gleich mitmoderierte, lief zwei Jahre lang auf Star-TV. Mittlerweile wurde sie abgesetzt – ebenfalls aus Geldmangel.</p>
<p>Damit endet die journalistische Erfahrung in Zanettis Lebenslauf. Deshalb war die Überraschung gross, als im April 2012 bekannt wurde, dass Zanetti <a href="http://www.20min.ch/schweiz/news/story/SVP-Politiker-soll-BaZ-Bundeshaus-Crew-fuehren-18719228" target="_blank">neuer Bundeshauschef der Basler Zeitung</a> werden soll. Davor sollte er in die USA reisen und über den Wahlkampf berichten. Doch daraus wurde nichts. Nachdem in der Redaktion Kritik am Personalentscheid von Chefredaktor Markus Somm laut wurde, <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_19/basel/423065/claudio-zanetti-wird-nun-doch-nicht-baz-bundeshaus-chef.htm" target="_blank">verzichtete Zanetti auf den Posten</a>. Er selbst schweigt sich über die genauen Gründe bis heute aus. «Das spielt jetzt keine Rolle mehr», sagt er auf Anfrage.</p>
<p>Und so bleibt Zanetti stattdessen dabei, die Medien zu kritisieren. <a href="https://twitter.com/zac1967" target="_blank">Besonders auf Twitter</a> verbringt der Politiker viel Zeit damit – um die 50 Tweets schreibt er täglich. «Viele Medien reden von Qualitätsjournalismus, werden aber diesen Ansprüchen sowohl intellektuell als auch handwerklich nicht gerecht», beklagt er. Die meisten Journalisten seien zu denkfaul und würden nicht genug kritische Fragen stellen.</p>
<p>Am 17. Oktober twittert Zanetti zum Beispiel: «Was ist das für ein Journalist, der den Interviewpartner Fragen stellen lässt, <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/13117115" target="_blank">ohne Antworten zu liefern</a>?» Im betreffenden Interview mit Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart geht es um neue Gewinnsteuersätze der Kantone. Brülhart wirft unter anderem die Frage nach deren Berechnung auf. Thomas Ley, Autor des Artikels, kann Zanettis Kritik im konkreten Fall nicht nachvollziehen: «Vielleicht sollte Herr Zanetti das Interview genauer lesen. Die Frage stellt Brülhart den Kantonen, eben genau, weil es darauf noch keine Antwort gibt.»</p>
<p>Neben dem «Tages-Anzeiger» ist vor allem das gebührenfinanzierte Schweizer Radio und Fernsehen ein Dorn in Zanettis Auge: «Unsere Staatsmedien sind doch ein Witz! Sie werden ihrem Auftrag nicht gerecht – sie hinterfragen die Entscheide des Bundesrats nicht, sondern lassen sich mit Trivialitäten abspeisen.» Ausserdem ist Zanetti überzeugt davon, dass die Medienbranche zu 90% aus «Linken» besteht, welche vorwiegend gegen die SVP schreiben und politische Agitation betreiben.</p>
<p>Soviel zum Inhalt der Kritik. Über diesen gehen die Meinungen zwar auseinander – hitzige Twitter-Wortgefechte sind keine Seltenheit – doch es ist grundsätzlich zu begrüssen, dass sich Politiker mit der Qualität von Journalismus auseinandersetzen. Die Art und Weise, wie Zanetti Journalisten kritisiert, ist aber oft unprofessionell. Er lässt sich schon mal zu persönlichen Beleidigungen hinreissen. So schreibt er zum Beispiel am 24. Oktober auf Twitter: «Die <a href="http://twitter.com/zac1967/status/261010752666742784" target="_blank">zweitdümmste Journalistin</a> hätte gemerkt, dass es nicht ums Klima, sondern um eine <a href="http://tagi.ch/10183469" target="_blank">getarnte Preiserhöhung</a> geht.», und bezieht sich damit auf die Autorin des Artikels, Helene Arnet. Das Beispiel ist exemplarisch für viele Fälle, in denen er nicht nur einen Artikel kritisiert, sondern pauschal die Kompetenz der Autoren anzweifelt.</p>
<p>Das stört auch «Tages-Anzeiger»-Journalistin <a href="https://twitter.com/mbinswanger" target="_blank">Michèle Binswanger</a>. Sie ist ein beliebtes Ziel von Zanettis Tweets, sobald es ums Thema Frauen geht. «Zanetti versucht mit falschen Unterstellungen seine Gegner zu provozieren. Meist geht es nicht um die Sache, sondern sofort gegen eine Person», sagt Binswanger. «Deshalb würde ich das, was Zanetti auf Twitter betreibt, nicht als Medienkritik bezeichnen, da Kritik eine gewisse Tiefe verlangt. Ich sehe es eher als einen Versuch, sich zu profilieren.»</p>
<p>Zanettis Aussagen sind radikal, schwarz oder weiss. Der Nachteil daran ist, dass sie oft jegliche Objektivität vermissen lassen und wenig differenziert sind. Aber das ist vielleicht auch nicht der Anspruch – schliesslich handelt es sich hier um einen von seinen Ansichten überzeugten Politiker. Wer Claudio Zanetti auf Twitter folgt, muss sich also auf wahre Fluten von Meldungen, SVP-Parolen und zugesppitzte Aussagen gefasst machen. Doch dazwischen findet sich tatsächlich der eine oder andere kritische Tweet über die Schweizer Medienlandschaft, der zum Nachdenken anregt.</p>
<p><small>Der Autor hat diesen Text im Rahmen seiner Journalismus-Ausbildung am Institut für Angewandte Medienwissenschaft IAM, Winterthur verfasst.  Er wurde ursprünglich auf <a href="http://medienkritik-schweiz.ch/" target="_blank">«Medienkritik Schweiz»</a> veröffentlicht.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/21/das-ist-provokation-nicht-kritik/">«Das ist Provokation, nicht Kritik»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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