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	<title>Stefano Semeria | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>SRF-Unterhaltungschef: «Dschungelcamp käme für uns nicht infrage»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/01/28/srf-unterhaltungschef-dschungelcamp-kaeme-fuer-uns-nicht-infrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jan 2019 14:39:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Stefano Semeria]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist der neue einflussreiche Mann bei SRF: Unterhaltungschef Stefano Semeria. Wir haben den 52-Jährigen in seinem Büro am Standort Leutschenbach getroffen. Ein Gespräch über den «Donnschtig-Jass», Duzis mit Politikern und Unterhaltung, die die Zuschauer ernst nimmt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist der neue einflussreiche Mann bei SRF: Unterhaltungschef Stefano Semeria. Wir haben den 52-Jährigen in seinem Büro am Standort Leutschenbach getroffen. Ein Gespräch über den «Donnschtig-Jass», Duzis mit Politikern und Unterhaltung, die die Zuschauer ernst nimmt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/01/28/srf-unterhaltungschef-dschungelcamp-kaeme-fuer-uns-nicht-infrage/">SRF-Unterhaltungschef: «Dschungelcamp käme für uns nicht infrage»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Am Anfang steht für mich die Frage, wie ernst wir unser Publikum nehmen.»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/09/18/am-anfang-steht-fuer-mich-die-frage-wie-ernst-wir-unser-publikum-nehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Sep 2018 08:10:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Stefano Semeria]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Anfang August leitet Stefano Semeria (52) die Abteilung Unterhaltung von Schweizer Radio und Fernsehen SRF in Zürich. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt der erfahrene TV-Mann, wie er den Spagat zwischen junger Zielgruppe und einem älteren Stammpublikum schaffen will. Als Erfolgsfaktor sieht er die «Scharniergeneration» der 30- bis 55-Jährigen. Bild: Oscar Alessio/SRF Das Gespräch <a href="https://medienwoche.ch/2018/09/18/am-anfang-steht-fuer-mich-die-frage-wie-ernst-wir-unser-publikum-nehmen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Anfang August leitet Stefano Semeria (52) die Abteilung Unterhaltung von Schweizer Radio und Fernsehen SRF in Zürich. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE erklärt der erfahrene TV-Mann, wie er den Spagat zwischen junger Zielgruppe und einem älteren Stammpublikum schaffen will. Als Erfolgsfaktor sieht er die «Scharniergeneration» der 30- bis 55-Jährigen.</strong><br />
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<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie sind seit 1. August im Amt als Unterhaltungschef von SRF. Was befähigt Sie zu dieser Aufgabe?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Ich habe in meinem Leben sehr unterschiedliche Funktionen ausgeübt.Aber es gab immer zwei Kernelemente. Das eine war Planung und Organisation und das andere war Trendscouting im weitesten Sinne. Ich habe mich sehr viele Jahre für private Medien, aber auch für öffentlich-rechtliche mit der Frage auseinandergesetzt, was gibt es Neues an audiovisuellen Medieninhalten weltweit.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was haben Sie in den ersten 14 Tagen im neuen Job alles schon gemacht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Viel gelesen, viele Gespräche geführt. Für viele Mitarbeitende geht es zuerst einmal darum zu wissen, wer ich bin, was sie von mir erwarten können, wofür ich stehe. Natürlich gibt es bei solchen Wechseln auch immer die Frage: Wie findet er das, was wir bisher gemacht haben?</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ich welchem Zustand befindet sich die Abteilung Unterhaltung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Zum einen sehe ich, dass alle Mitarbeitenden extrem motiviert sind. Es freut mich besonders, dass es eine relativ junge Abteilung ist. Mein ehemaliges «Junge Zielgruppen»-Team bestand natürlich mehrheitlich aus jungen Mitarbeitenden. Dass dies auch in der Unterhaltung der Fall ist, war mir vorher gar nicht bewusst. Sicherlich ist nicht allein das Alter der Grund für die Motivation. Ich merke, dass es ein Bedürfnis ist, den Umbruch mitzugestalten, den es in der Unterhaltung und in den Medien gibt. Ich spüre das Selbstverständnis aller Mitarbeitenden, für ein öffentliches Medienunternehmen zu arbeiten und sich dabei zu fragen: Was wollen wir denn in Zukunft anbieten? Das freut mich sehr, weil ich mir dieselbe Frage stelle.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In der ersten Zeit als Unterhaltungschef fällt Ihnen die Aufgabe zu, zuvor beschlossene Sparmassnahmen umzusetzen. Unter anderem werden die grossen Show-Produktionen in Kreuzlingen eingestellt. Wie schwer wiegt dieser Verlust?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Natürlich wiegt ein solcher Verlust schwer. Alles, was man verliert, bedauert man. Es haben aber alle Beteiligten akzeptiert, dass dies so ist. Ich finde das nicht nur professionell, sondern auch aus der Historie raus verständlich, dass wir unseren Teil zur Entwicklung des gesamten Unternehmens beitragen wollen und auch müssen. Und es hilft gar nicht, nun lange zu lamentieren und sich zu wehren, sondern das als Chance wahrzunehmen und zu sagen, wir haben jetzt neue Rahmenbedingungen, wir müssen sparen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Hätten Sie nun abgeschaffte Formate behalten, wenn Sie schon hätten mitentscheiden können?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Die Frage stellt sich so gar nicht. Ob man zwei Quiz-Sendungen braucht oder nur eine, das kann man sich immer fragen. Aber wir verlieren ja dieses Element nicht insgesamt. Bei Formaten wie etwa <a href="https://www.srf.ch/sendungen/srf-bi-de-luet/uebersicht-2" rel="noopener" target="_blank">«SRF bi de Lüt»</a>, hätte ich auch überlegt, ob es wirklich sinnvoll wäre, hier zu sparen. Aber die seriellen Produktionen vor allem am Freitagabend wurden sinnvollerweise nicht angefasst.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was macht im Kern ein Unterhaltungsangebot eines Service-public-Anbieters aus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Am Anfang steht für mich die Frage, wie ernst wir unser Publikum nehmen. Das gilt eigentlich für alle Formen und Formate. Wie präsentieren wir Personen, wie erzählen wir Geschichten? Damit können wir uns auch von den Privaten unterscheiden. Nehmen wir Scripted Reality als Beispiel. Dürfen wir das machen? Ich würde das nicht per se ausschliessen. Es ist nur die Frage, ob wir dem Publikum klarmachen würden, wie wir in und mit dem Genre spielen. Wir dürften es nicht im Glauben lassen, die «Reality» sei echt. Und wir führen unsere Protagonisten nicht vor. Das ist ein grosser Unterschied, was die Fairness gegenüber dem Publikum angeht. Ich behaupte, dass es kein Genre gibt, das uns gar nicht ansteht. Unsere Haltung ist entscheidend.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die TV-Unterhaltung war jahrzehntelang geprägt von den grossen Samstagabendkisten, «Benissimo» gab es zwanzig Jahre lange auf SF, respektive SRF. Wird es solche Publikumsmagnete in Zukunft noch geben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Die klassische Show hat ihre Halbwertszeit irgendwann erreicht. Wir stehen jetzt gerade in diesem Transitionsprozess und überlegen, wie wir damit umgehen. Es wird weiterhin ein Publikum geben, das gerne eine Samstagabendshow sieht und einen anderen Teil, der lieber etwas anderes guckt. Und darauf müssen wir Antworten finden. Aber eine lange Samstagabendunterhaltung wird es noch sehr lange geben. Gute Beispiele unter vielen anderen sind etwa <a href="https://www.srf.ch/sendungen/happy-day/uebersicht-2" rel="noopener" target="_blank">«Happy Day»</a> und <a href="https://www.srf.ch/sendungen/srf-bi-de-luet-live/uebersicht" rel="noopener" target="_blank">«SRF bi de Lüt live»</a>. Es gibt dieses Bedürfnis des Publikums am Samstagabend lange unterhalten und begeistert zu werden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber wird es in Zukunft noch TV-Formate geben, die sich über Jahre, ja Jahrzehnte halten, wie eben die klassischen Samstagabendshows. Oder werden die Produktionszyklen generell kürzer?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Fernsehen war schon immer zyklisch geprägt und die Zyklen sind nicht für alle Genres oder Gattungen gleich. Wenn ich mir überlege, dass die BBC vor 14 Jahren mit der Tanz-Show «Strictly Come Dancing» rausgekommen ist, die ja auch eine Anlehnung an die grossen Primetime Entertainment Shows aus den 1970er-Jahren war, dann sieht man, wie Elemente wieder verwendet werden, die es schon lange geben hat. Vor ein paar Jahren gab es auch den Trend, klassische Game-Shows wieder ans TV zu bringen bei den Privaten. Formeln, die mal gut funktioniert haben, werden neu angestrichen und man guckt, ob sie auch heute beim Publikum ankommen. Das wird es immer wieder geben. Ob die Zyklen kurz oder länger sind, das ist schwer vorherzusehen. Ich habe seit Jahren damit gerechnet, dass es bald keine neuen Koch-Shows mehr geben wird – und es kommen immer mehr auf den Markt. Es ist verrückt, was es dort alles gibt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie sieht für Sie eine ideale Unterhaltungssendung aus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Ich kann das gut an einem Beispiel illustrieren, das mich in den letzten Monaten sehr beschäftigt hat weil es ein Format ist, das ich sehr intelligent fand, und das aufzeigt, wie man ein breiteres Publikum ansprechen kann. Der britische Channel 4 brachte letztes Jahr «Old People’s Home for 4 Year Olds» als Zweiteiler. Das ist eine Sendung, die Kindergartenkinder über einen längeren Zeitraum mit Senioren in einem Betagtenheim zusammengebracht hat. Das Format zeigt – in sehr unterhaltender Weise – ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema: Älter werden und die Frage, wie wollen wir unsere älter werdenden Mitmenschen in der Gesellschaft betreut wissen. Es ist ein gutes Beispiel dafür, was öffentliche Medien leisten können, dass es möglich ist, mehrere Generationen mit einem relevanten Inhalt anzusprechen. Wenn ich mir etwas wünschen würde, dann wäre es, dass auch wir noch mehr in diese Richtung denken.</p>
</div></p>
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</div>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie müssen es allen recht machen. Aber welches Publikumssegment wollen sie speziell umwerben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Eine Zielgruppe, die wir noch stärker in den Mittelpunkt rücken müssen, sind die 30- bis 55-Jährigen. Das sind genau die Kinder vom älteren, bestehenden Publikum und die Eltern von denen, die wir auch als Publikum haben wollen. Diese Generation in der Mitte – eine Art Scharniergeneration – spielt eine wahnsinnig wichtige Rolle bei der Mediensozialisierung, weil sie beides kennt. Sie hat das analoge Medienangebot miterlebt und ist damit gross geworden. Sie ist aber auch digital total auf dem Quivive. Das ist eine Generation von der ich glaube, wenn wir sie stärker in den Mittelpunkt rücken, dann finden wir auch Themen, die sowohl nach oben, ins älter werdende Publikum, als auch ins jüngere Publikum funktionieren.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was bei SRF möglich und machbar ist, hängt auch von Konzession und Gesetz ab. Im Entwurf zur neuen Konzession wird eine klare Abgrenzung vom Angebot der Privaten gefordert. Sehen Sie solche Vorgaben als störendes Korsett oder als willkommene Leitplanke?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Weder, noch. Ich glaube, die Unterhaltung hat das, was nun gefordert wird, schon längst gemacht. Wir unterscheiden uns bereits jetzt sehr deutlich von den Privaten. Wir thematisieren auch Integration, wir beschäftigen uns mit Randgruppen und mit schwierigen Themen, die im Umfeld privater Medienanbieter kaum zu refinanzieren wären. Ich nenne mal als Beispiel die SRF Virus-Sendung <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/rehmann-s-o-s--sick-of-silence?id=193b46cb-d61c-48c2-82e6-d6c4676d176e&#038;station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7" rel="noopener" target="_blank">«Rehmann S.O.S. – Sick of Silence»</a>, in der Moderator Robin Rehmann mit jungen Leuten spricht, die chronisch krank sind. Und in Youtube-Videos lässt Robin Menschen, vermittelt über Schauspieler, zu Wort kommen, die sich mit ihren oft tragischen Geschichten nicht in seine Sendung trauen. Ich freue mich natürlich, wenn auch private Medien sich dieser Themen annehmen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das heisst für Sie: Mit der neuen Konzession wird eigentlich nur die gängige Praxis festgeschrieben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Ich glaube in weitesten Teilen, ja. Der einzige Unterschied, den es neu gibt, ist diese Verpflichtung, sich von den Privaten abzugrenzen. Wir haben aber aus meiner Sicht nie etwas gemacht, das eins-zu-eins bei den Privaten so hätte laufen können. Und umgekehrt sehe ich auch kein Format dort, das eins-zu-eins bei uns hätte laufen können. Da muss man mir vielleicht auch helfen, meine Erinnerung aufzufrischen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Da kämen mir schon ein paar Sendungen in den Sinn. Zum Beispiel «Mini Beiz, dini Beiz». Könnte man unverändert auf 3+ bringen. Oder das <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/12/alles-fuer-den-sponsor/">vollversponserte Format «Gadget Box»</a>, das wenn schon zu «Joiz» gepasst hätte.</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Das stimmt. Allerdings sind das Beispiele für service-orientierte Themen. Wenn man die etwas frischer und jünger erzählt, gibt es nicht allzu viele Unterschiede. Das Erzählen, die Erzählformen bei Privaten ist ja nicht prinzipiell schlecht. Es geht für mich bei der Unterscheidbarkeit vielmehr um eine Haltung, gegenüber Protagonisten, gegenüber dem Publikum, gegenüber Themen, die in der Lebenswelt der Schweizerinnen und Schweizer angesiedelt sind. Bei herausragenden Produktionen ist der Unterschied daher nicht sehr gross, wenn man sein Publikum ernst nimmt und Protagonisten nicht vorführt. Das tun wir bei «Mini Beiz, dini Beiz» nicht. Und mit «Gadget Box» haben wir noch vor der Gründung des Bereichs «Junge Zielgruppen» versucht am TV ein jüngeres, technikinteressiertes  Publikum anzusprechen. Dort haben Tester aus verschieden beruflichen Milieus oder Interessengruppen, wie zum Beispiel Familien, Köche oder Musiker neueste Gadgets getestet. Das war Service pur. Unterhaltsam und informativ. Und, ich bin sicher, trotz der frischen Machart wäre dieses Programm vom «Joiz»-Publikum immer noch als zu alt beurteilt worden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie arbeiten mit einem sehr breiten Unterhaltungsbegriff. Ist da eine Abgrenzung von beispielsweise der Kultur überhaupt noch möglich?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Ich bin mit diesen Labeln nicht ganz glücklich, weil die Entwicklung der letzten 15 bis 20 Jahren in den Medien, besonders im TV, nur dann Erfolge hervorbrachte, wenn es hybride Formate waren. Das heisst: Aus verschiedenen Zuständigkeitsbereichen was Neues zusammenmixen. Nehmen wir Infotainment oder Edutainment. Das sind ganz verschiedene Bereiche, die Information oder Bildung betreffen, aber auch Unterhaltungsanteile enthalten. Ein gutes Beispiel ist <a href="https://www.srf.ch/sendungen/aerztevsinternet/uebersicht-2" rel="noopener" target="_blank">«Ärzte vs. Internet»</a>. In einer klassischen Aufteilung könnte die Information sagen, das gehört zu uns. Bei uns ist es nun in der Unterhaltung angesiedelt, natürlich auch im Austausch mit den Kollegen von «Puls». Vor zehn Jahren wäre das so noch nicht möglich gewesen, weil man sich gesagt hätte, ihr macht Quiz und wir machen Information. Eine Mischung wäre gar nicht in Frage gekommen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Angesichts der verbreiteten digitalen und mobilen Nutzung, denken Sie alles vom Web her?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Für mich geht es zuerst um die Idee und dann um den Kanal oder die Plattform (…) Bei einer Web-Serie, wie etwa «Nr. 47», denke ich aber natürlich zuerst ans Web &#8211; obwohl wir die einzelnen Episoden auch am Fernsehen in einer zusammengefassten Form ausgestrahlt haben. Und ein «SRF bi de Lüt» schaut die grosse Mehrheit am heimischen TV. Die Sendung machen wir darum nicht per se fürs Netz. Aber: Wir müssen uns viel mehr Gedanken darüber machen, wie wir auf welcher Plattform mit welchen Inhalten wie oft, wie lange, in welcher Art präsent sind. Denn neben Radio, Fernsehen und Online srf.ch sind wir auch auf Drittplattformen unterwegs, wie Facebook oder Instagram, wo wir Angebote für spezifische Publika schaffen.</p>
</div></p>
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</div>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Apropos Drittplattformen: Das sind private Unternehmen mit ihren eigenen Gesetzen und Regeln. Inwiefern darf oder soll ein Service-public-Anbieter überhaupt seine Inhalte auf Facebook, Instagram oder Youtube präsentieren?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Ich sehe es vom Publikum her. Das Publikum ist auf verschiedenen Plattformen unterwegs. Wir können uns natürlich entscheiden, gewisse Dinge nicht zu machen, dann werden wir aber auch einen wichtigen Teil des Publikums nicht mehr erreichen. Wir können sie nicht auf unsere Plattform zwingen. Das wird nicht funktionieren. Ich hoffe, dass alle Menschen, die sich damit auseinandersetzen, diese Weitsicht haben zu sagen, es muss einem öffentlichen Medienhaus möglich sein, auf den Plattformen zu agieren, wo auch das Publikum ist. Es hat sich nun mal so entwickelt, wie es ist. Es ist nicht in allen Fällen begrüssenswert, was da stattfindet. Und auch die Machtbündelung und die Frage der Datennutzung, das ist mir klar, dass es auch eine gewisse Problematik gibt. Aber es ist ein relativ simpler Entscheid für mich. Wenn wir es nicht dürfen oder uns selber beschränken würden, würden wir das junge Publikum in weiten Teilen verlieren.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Private Angebote für ein junges Publikum scheitern in der Schweiz trotz innovativer Konzepte und Erfolg bei der Zielgruppe immer wieder an den Marktbedingungen, sei es jüngst Likemag oder zuvor Joiz. Ist die Schweiz zu klein oder SRF zu gross für ein vielfältiges Angebot für junge Mediennutzer?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Die Problematik ist eher die, dass wir so einen grossen Kanton nebenan haben. Es gibt ganz viele Angebote aus dem deutschsprachigen Raum, die hierzulande auch genutzt werden. Wenn ich mir beispielsweise anschaue, wie beliebt deutsche Youtuber in der Schweiz sind. Umgekehrt funktioniert das nicht. Wenn Jugendkultur über Sprache transportiert wird, dann ist natürlich der Markt begrenzt, weil unsere Youtuber ihre Inhalte auf Schweizerdeutsch anbieten. Jugendkultur ist undankbar insofern, weil sie sich sowohl lokal als auch international orientiert. Da ist das Konkurrenzumfeld einfach wahnsinnig gross.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie sind 52 Jahre alt: Ist dies ein ideales Alter als Unterhaltungschef, um den Spagat zwischen junger Zielgruppe und älterem Stammpublikum auszuhalten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefano Semeria:</h4> <p>Wenn ich jetzt nein sagen würde, wäre ich ja nicht am richtigen Ort. Wenn ich ja sage, klingt das wie eine Selbstbehauptung. Aber es ist natürlich nie ganz falsch mit dem Alter auch etwas Lebenserfahrung mitzubringen.</p>
</div></p>
<p><small>Bild: Oscar Alessio/SRF</small></p>
<p><small>Das Gespräch fand am 14. August in Zürich statt. Die hier veröffentlichte Fassung ist eine erweiterte Version <a href="https://www.srgd.ch/de/aktuelles/news/2018/09/17/neuer-chef-aus-der-generation-mitte/" rel="noopener" target="_blank">eines Interviews</a>, das der Autor im Auftrag des SRG-Magazins «Link» geführt hat.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/09/18/am-anfang-steht-fuer-mich-die-frage-wie-ernst-wir-unser-publikum-nehmen/">«Am Anfang steht für mich die Frage, wie ernst wir unser Publikum nehmen.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Er will SRF fit machen für das junge Publikum</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/05/er-will-srf-fit-machen-fuer-die-junge-zielgruppe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 May 2016 05:50:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Hansruedi Schoch]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Zielgruppe]]></category>
		<category><![CDATA[MySchool]]></category>
		<category><![CDATA[Stefano Semeria]]></category>
		<category><![CDATA[Virus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Anfang März ist Stefano Semeria verantwortlich für das Jugendangebot von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Seither stehen die Zeichen auf Umbau. Die bisherigen Kanäle und Plattformen rücken zusammen. Damit sollen Ressourcen freigespielt werden, um schneller auf sich wandelnde Nutzungsformen reagieren zu können. Im Oktober starten ARD und ZDF in Deutschland einen Jugendkanal mit einem <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/05/er-will-srf-fit-machen-fuer-die-junge-zielgruppe/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Anfang März ist Stefano Semeria verantwortlich für das Jugendangebot von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Seither stehen die Zeichen auf Umbau. Die bisherigen Kanäle und Plattformen rücken zusammen. Damit sollen Ressourcen freigespielt werden, um schneller auf sich wandelnde Nutzungsformen reagieren zu können.<br />
<span id="more-27318"></span><br />
Im Oktober starten ARD und ZDF in Deutschland einen Jugendkanal mit einem Jahresbudget von 45 Millionen Euro. Im November will auch Schweizer Radio und Fernsehen mit einem neuen Jugendangebot loslegen. Von deutschen Verhältnissen kann man in der Schweiz nur träumen. Hier gibt es keine zusätzlichen Mittel für neue Vorhaben. Im Gegenteil: SRF hat eben eine Sparrunde hinter sich, Personal wurde abgebaut und das Programmangebot punktuell gestrafft. Davon ausgenommen blieben diesmal die Kinder- und Jugendprogramme, auch wenn das auf den ersten Blick anders aussieht. Insgesamt 800 Stellenprozent wurden unlängst gestrichen bei der Kinderplattform Zambo, dem Bildungsangebot SRF mySchool und dem Jugendsender Virus. Allein bei Zambo hat SRF <a href="http://www.kleinreport.ch/news/personeller-umbruch-beim-srf-kinderprogramm-zambo-84097/" target="_blank">sechs Mitarbeitenden gekündigt</a>, die sich zusammen 3,8 Vollzeitstellen geteilt haben. Ausserdem werden befristete Stellen nicht neu besetzt.</p>
<p>«Das ist kein Abbau, sondern ein Umbau», betont Stefano Semereia im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Im Unterschied zu Deutschland müsse SRF aus dem Bestehenden Neues schaffen. Seit Anfang März zeichnet der frühere Programmleiter TV bei SRF für den neu geschaffenen Direktionsbereich «junge Zielgruppe» verantwortlich. Ziel des Umbaus sei es, die Redaktionen von Zambo, MySchool und Virus zusammenzulegen, in gestraffter Form weiterzuführen und mit den frei gespielten Ressourcen neue Angebote aufzubauen.</p>
<p>Als «junge Zielgruppe» definiert SRF das Publikum im Alter zwischen 12 und 35 Jahren und fasst die Gruppe damit wesentlich breiter als etwa die Werbung dies tut. Die Eckwerte macht SRF am Einsetzen autonomer Medienentscheidungen fest zu Beginn der Pubertät und dem Alter der Familiengründung von Mitte dreissig. «Natürlich müssen wir inhaltlich differenzieren und Teenager anders ansprechen als die 30-Jährigen», sagt Semeria. Der Zielgruppe ist indes gemeinsam, dass sie das Programmangebot von Radio und Fernsehen nicht mehr primär auf dessen eigenen Kanälen wahrnimmt, sondern überall dort, wo sie sich im Web bewegt.</p>
<p>Darum will SRF seine Inhalte stärker auf den Plattformen und Diensten des Social Web ausspielen, sei es auf Facebook und Twitter, aber auch Instagram oder Snapchat. Und dafür fehlt dem Unternehmen heute das erforderliche Fachwissen. «Der einzelne Redaktor, der eigentlich Radio oder Fernsehen macht, kann das nicht auch noch. Das würde dann qualitativ nicht stimmen. Dort müssen wir mehr Know-how aufbauen», nennt SRF-Programmdirektor Hansruedi Schoch einen zentralen Grund für den Umbau. Das grösste Defizit ortet Stefano Semeria im Bereich Bewegtbild für Online und Social Media. Auch beim transmedialen Storytelling, dem (Weiter)erzählen von Geschichten über verschieden Plattformen, sieht er noch Mängel. «Sonst sind wir eigentlich recht gut aufgestellt und können intern neue Kapazitäten aufbauen», sagt Semereia. Mit Kooperation und Auftragsproduktionen will SRF zudem externe Ressourcen beanspruchen – nicht zuletzt im Hinblick auf Talent-Scouting. «Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber», weiss Semereia, «und zwischen privater Produktion und öffentlichem Rundfunk gibt es seit jeher eine grosse Durchlässigkeit».</p>
<p>Dass SRF erst 2016 eine klare Zuständigkeit für die junge Zielgruppe schafft, sieht auf den ersten Blick nach einem groben Versäumnis aus. Erfolgt der jüngste Schritt also aus Not und Verzweiflung, weil man die Felle wegschwimmen sieht? SRF-Programmchef Hansruedi Schoch verneint: «Mit dem Fernsehen erreichen wir in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen immer noch acht von zehn Personen. In einer ganz normalen Primetime erreichen wir bei diesem Segment sogar einen deutlichen höheren Anteil als etwa Pro7 oder auch schweizerische Konkurrenten.» Aber: Genauso gibt es die grösser werdende Gruppe, die SRF mit den linear ausgestrahlten Programmen nicht mehr erreicht. Und weil die auch Gebühren zahlt, soll sie spezifische Angebote für ihre Bedürfnisse erhalten, begründet SRF das nun forcierte Engagement für die junge Zielgruppe.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/05/er-will-srf-fit-machen-fuer-die-junge-zielgruppe/">Er will SRF fit machen für das junge Publikum</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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