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	<title>Wahlen | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Mon, 20 May 2019 06:38:04 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Europawahl 2019 beschäftigt auch die sozialen Netzwerke</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/05/21/die-europawahl-2019-beschaeftigt-auch-die-sozialen-netzwerke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2019 08:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch diese Woche verging nicht ohne News aus unserer Branche. Diesmal zur Europawahl 2019, Sicherheitslücken bei WhatsApp, Sperrungen auf Twitter und Co.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch diese Woche verging nicht ohne News aus unserer Branche. Diesmal zur Europawahl 2019, Sicherheitslücken bei WhatsApp, Sperrungen auf Twitter und Co.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/21/die-europawahl-2019-beschaeftigt-auch-die-sozialen-netzwerke/">Die Europawahl 2019 beschäftigt auch die sozialen Netzwerke</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der linke Wahlerfolg in Grossbritannien als Anfang vom Ende des mächtigen Murdoch-Boulevards?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Stäuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 00:25:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Grossbritannien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manche Beobachter, prominent etwa Buzzfeed, wollen im überraschenden Wahlerfolg von Labour in Grossbritannien einen Bedeutungsverlust der britischen Revolverpresse erkannt haben: Die Mehrheit der Bevölkerung glaubt nicht mehr den rechten Scharfmachern, sondern vertraut linken Blogs und Online-Magazinen. Doch so einfach geht das nicht, sonst wäre ja auch der Brexit zu verhindern gewesen. In bester Laune verfasste <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manche Beobachter, prominent <a href="https://www.buzzfeed.com/jimwaterson/how-newspapers-lost-their-monopoly-on-the-political-agenda?utm_term=.duYYZvwoyD#.rn0VjZGr7q" target="_blank">etwa Buzzfeed</a>, wollen im überraschenden Wahlerfolg von Labour in Grossbritannien einen Bedeutungsverlust der britischen Revolverpresse erkannt haben: Die Mehrheit der Bevölkerung glaubt nicht mehr den rechten Scharfmachern, sondern vertraut linken Blogs und Online-Magazinen. Doch so einfach geht das nicht, sonst wäre ja auch der Brexit zu verhindern gewesen.</strong></p>
<p>In bester Laune verfasste der Labour-Politiker John Prescott in der Wahlnacht vom 8. Juni ein Tweet: Der Medienmogul Rupert Murdoch sei laut verlässlicher Quelle aus der Wahlparty der Times «gestürmt», als sich das Debakel der Konservativen Partei abzeichnete. Dahinter setzte Prescott einen vor Lachen tränenden Smiley. Die Geschichte mag stimmen oder nicht, ausser Frage steht, dass die Parlamentswahl nicht nur für die Tories eine bittere Enttäuschung war, sondern auch für Rupert Murdoch und den britischen Boulevard.</p>
<p>Wenige Wochen zuvor, kurz nachdem Theresa May Neuwahlen angekündigt hatte, waren rechte Titel wie «Sun», «Daily Mail», oder «Daily Express» noch zuversichtlich gewesen: Wie praktisch alle Beobachter und Experten erwarteten sie einen Erdrutschsieg der Tories. Aber im Lauf des Wahlkampfs, als die oppositionelle Labour-Partei unter dem linken Vorsitzenden Jeremy Corbyn zu einer spektakulären Aufholjagd ansetzte, verbreitete sich in den Redaktionsräumen zunächst Unruhe und dann Panik.</p>
<p>In den letzten Tagen vor dem Votum legten die Boulevard-Blätter die letzten Überreste an Zurückhaltung ab – viel war nicht mehr da – und versuchten, ihre Leserinnen und Leser mit wildem Gebrüll von einem Votum für Labour abzubringen: «Apologeten des Terrors», schrie etwa die «Daily Mail» auf der Frontseite und druckte darunter Fotos von Jeremy Corbyn und seiner engen Verbündeten John McDonnell und Diane Abbott ab. Die «Sun» überschrieb eine «Recherche» über die angeblichen Verbindungen Corbyns zu radikalen Islamisten mit der nicht eben dezenten Schlagzeile «Jezzas Dschihadisten-Genossen». Am folgenden Tag warnte sie gar vor der «Apokalypse», falls Corbyn gewinnen sollte.</p>
<blockquote><p>Nur ein Jahr nach dem Brexit, als die Revolverpresse einen ihrer grössten Triumphe feierte, scheint ihre Macht plötzlich verpufft.</p></blockquote>
<p>Es half alles nichts. Labour gewann 30 Sitze hinzu, während die Konservativen ihre absolute Mehrheit einbüssten. Die irritierende Vorliebe für Wortspiele war bei den Redakteuren der&nbsp;«Sun»&nbsp;noch intakt («Theresa Dismay»), aber die Stimmung war dumpf – bei den rechten Zeitungen dominierten Begriffe wie «Chaos», «Angst», «Schock» und «Alptraum». Seit Jahrzehnten rühmt sich die britische Boulevardpresse, die öffentliche Meinung zu beherrschen, und lange Zeit galt es als unmöglich, dass eine Partei die Parlamentswahlen ohne die Unterstützung der «Sun» gewinnen könnte – die Murdoch-Zeitung hatte den Ruf, <a href="https://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Pix/site_furniture/2010/5/4/1272980216414/Party-support-in-general--004.jpg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">stets auf den Gewinner zu setzen</a>. Aber nur ein Jahr nach dem Brexit, als die Revolverpresse einen ihrer grössten Triumphe feierte, scheint ihre Macht plötzlich verpufft.</p>
<p>Viele Kommentatoren sind überzeugt, dass Corbyns Triumph <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/jun/09/tabloids-crush-corbyn-power-politics-sun-mail-labour" target="_blank" rel="noopener">das Ende des einst mächtigen britischen Boulevards</a> markiert. Und manche haben die Totengräber bereits ausgemacht: Der Erfolg Labours sei einer Reihe von linken Publikationen geschuldet, die die Debatte in den sozialen Medien dominieren. Es sind etwa Blogs wie «Another Angry Voice» oder Online-Medien wie «The Canary», «Novara Media» oder «Evolve Politics», die in vielen Fällen Aktivismus und Journalismus kombinieren. Sie ergreifen klar Partei für Corbyn und schreiben nicht nur gegen die rechtskonservative Revolverpresse an, sondern auch gegen die etablierten Qualitätsmedien wie die BBC oder den «Guardian».</p>
<p>Diese Publikationen bieten einen Journalismus von sehr unterschiedlicher Qualität. «The Canary» hat zuweilen eine Tendenz, eher unerhebliche Ereignisse aufzubauschen und die Leser mit reisserischen Schlagzeilen zum Anklicken des Artikels zu bewegen; nachdem Jeremy Corbyn beispielsweise ankündigte, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Schuldenlast von Studienabgängern reduziert werden kann, <a href="https://www.thecanary.co/2017/06/01/theresa-mays-worst-nightmare-just-came-true-corbyn-offers-voters-winning-proposition/" target="_blank" rel="noopener">titelte die Website</a>: «Theresa Mays schlimmster Albtraum ist gerade wahr geworden.» Demgegenüber sind die Artikel von Novara Media in der Regel sauber recherchiert und hintergründig, wenn auch stets meinungsstark und dezidiert links. In punkto Seriosität mögen sie variieren, doch gemäß der These vom Ende des Boulevards haben sie etwas gemeinsam: Dank der sozialen Medien, allen voran Facebook, vermögen diese linken Autoren zu herkömmlichen Publikationen in Konkurrenz zu treten.</p>
<blockquote><p>Insgesamt wiesen Inhalte auf Facebook während des Wahlkampfs eine starke Tendenz zugunsten von Labour-Chef Jeremy Corbyn auf.</p></blockquote>
<p>Das Medieninstitut Enders Analysis hat eine <a href="https://www.theguardian.com/media/2017/jun/11/media-bias-no-longer-matters-general-election-2017" target="_blank" rel="noopener">Untersuchung über die Wahlberichterstattung</a> veröffentlicht, die diese Theorie zu stützen scheint: So wurden beispielsweise Artikel über die Parteivorsitzenden, die «The Canary» publizierte, auf Facebook öfter geteilt als ähnliche Texte des «Telegraph» oder der BBC. Und Blog-Einträge von «Another Angry Voice» hatten eine grössere Reichweite als die «Daily Mail» oder der «Daily Express». Insgesamt wiesen Inhalte auf Facebook während des Wahlkampfs eine starke Tendenz zugunsten des Labour-Chefs auf.</p>
<p>Buzzfeed publizierte nach den Wahlen <a href="https://www.buzzfeed.com/jimwaterson/how-newspapers-lost-their-monopoly-on-the-political-agenda?utm_term=.duYYZvwoyD#.rn0VjZGr7q" target="_blank" rel="noopener">eine längere Analyse</a>, die aufs gleiche hinausläuft: Die etablierten Medien hätten ihren jahrzehntelangen Einfluss auf die öffentliche Meinung eingebüsst und seien von flinken Bloggern und Aktivisten verdrängt worden. (Zwar gibt es auch eine rechte Blogosphäre und einen britischen Ableger von «Breitbart», aber sie scheinen in diesen Wahlen eine kleinere Rolle gespielt zu haben als linke Publikationen). «Hyperparteiische Websites» hätten ihr eigenes paralleles Universum geschaffen, in dem eine kleine Reihe von Themen in die Facebook-Feeds geschwemmt werden. Der Autor nennt dazu das Beispiel der Fuchsjagd, die Theresa May entkriminalisieren wollte. Eine Analyse von Buzzfeed kam zum Ergebnis, dass neun der 20 meist geteilten Artikel über die Wahlen aus nicht-traditionellen Publikationen stammen. Besonders beliebt waren Inhalte, die nicht nur Corbyn das Wort redeten, sondern im gleichen Zug auch die traditionellen Medien kritisieren: Hunderttausende etwa lasen einen Artikel von «The Canary» mit der Überschrift: «Corbyn hielt eine Rede, die ihm zum Wahlsieg verhelfen könnte, aber die BBC zeigt sie nicht.»</p>
<blockquote><p>Wenn die linke Blogosphäre so stark wäre, wie sie nun im Zusammenhang mit den Wahlen dargestellt wird, hätte sie ihren Einfluss auch schon früher geltend machen können.</p></blockquote>
<p>Die wachsende Bedeutung sozialer Medien und alternativer Nachrichtenportale ist schwer von der Hand zu weisen. Aber eine Reihe von Beobachtungen legt die Vermutung nahe, dass ihr Einfluss auf den britischen Wahlkampf übertrieben wird. Da ist zunächst die schlichte Tatsache, dass linke Blogs und Websites bereits vor den Wahlen existierten und ihre Artikel auf Facebook und Twitter hunderttausendmal geteilt wurden. Das änderte aber nichts daran, dass die Labour-Partei im April 2017 ihre schlechtesten Umfragewerte seit 2009 verzeichnete. Das gleiche gilt für die Brexit-Abstimmung. Wenn die linke Blogosphäre so stark wäre, wie sie nun im Zusammenhang mit den Wahlen dargestellt wird, hätte sie ihren Einfluss auch schon früher geltend machen können.</p>
<p>Zudem muss unterschieden werden zwischen Inhalten, die geteilt werden, und jenen, die auch gelesen werden. Gemäss einer Erhebungen der Marktforschungsfirma Comscore <a href="https://www.opendemocracy.net/uk/analysis-of-news-and-advertising-in-uk-general-election" target="_blank" rel="noopener">dominieren etablierte Zeitungen mit hoher Auflage</a>, sowie die BBC die Online-Berichterstattung nach wie vor: Die Website der «Daily Mail» zum Beispiel registrierte im vergangenen April rund 700 mal mehr Besucher als «The Canary».</p>
<p>Justin Schlosberg, Lektor am Birkbeck College, University of London, hält alternative Medien denn auch nicht für entscheidend für den jüngsten Labour-Wahlerfolg. Er verweist auf einen anderen Faktor: Die zwei Zeitungen «Daily Mirror» und «Guardian», die beide linksliberale bis linke Positionen vertreten, lehnten Jeremy Corbyn vor den Wahlen ab, stellten sich aber mit Beginn der Wahlkampagne geschlossen hinter die Labour-Führung. Für bestimmte Bevölkerungsgruppen war das ein wichtiger Faktor: «Der ‹Mirror› hat enormen Einfluss in den traditionellen Labour-Hochburgen im Norden Englands. Viele dieser Wähler hatten sich während Regierungszeit New Labours [1997-2010] von der Partei abgewandt, manche wählten in den letzten Jahren Ukip. Man erwartete, dass sie in diesen Wahlen zu den Konservativen übergehen würden.» Das geschah jedoch nicht in dem Ausmass, wie es Prognosen nahelegten: Viele kehrten stattdessen zurück zu Labour. «Der Grund war aber nicht, dass sie ‹Evolve Politics› lasen, sondern den ‹Mirror›», sagt Schlosberg. «Das ist ein Hinweis auf die anhaltende Bedeutung von Zeitungen.»</p>
<p>Allgemein sei es jedoch sehr schwierig, den Einfluss der Presse auf das Wahlverhalten nachzuweisen – sowohl im negativen als auch im positiven Sinn. Um das Corbyn-Phänomen zu erklären, muss also der Blickwinkel ausgeweitet werden auf die politische Botschaft des linken Vorsitzenden. Corbyn stand für den Widerstand gegen die Sparpolitik, der in den vergangenen Jahren laufend gewachsen ist – aber bei den grossen Parteien und in den etablierten Medien kaum Ausdruck fand, nicht einmal in der linksliberalen Presse. Der neuste British Attitudes Survey – die umfassendste Erhebung über die Meinungen der britischen Bevölkerung – zeigt, wie stark sich <a href="https://www.theguardian.com/politics/2017/jun/28/uk-support-is-rising-for-higher-taxes-to-fund-nhs-schools-and-police" target="_blank" rel="noopener">die Haltung diesbezüglich geändert hat</a>: 48 Prozent der Befragten befürworten höhere Steuern und mehr staatliche Ausgaben zugunsten von Gesundheit, Ausbildung und Sicherheit; vor sieben Jahren, als die Austeritätspolitik begann, waren es noch 32 Prozent gewesen.</p>
<p>«Diese Haltungen wurden von den Medien völlig ignoriert – bis sich mit den Wahlen ein kleines Fenster öffnete und Medien, insbesondere die BBC, gezwungen waren, über diese Fragen zu berichten», sagt Schlosberg. «Das war das erste Mal, dass politische Lösungsvorschläge, die sich mit einem grossen Teil der öffentlichen Meinung decken, in den etablierten Medien eine Stimme erhielten.»</p>
<p>Thomas Häussler vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Bern hält ebenfalls den politischen Kontext für wichtiger als den Einfluss alternativer Medien. Allerdings stellt er nebst der Stärke Corbyns auch die Schwäche der Premierministerin in den Vordergrund: «Theresa May hat sich konstant selbst ins Bein geschossen. Das hat es den rechten Publikationen, selbst der ‹Daily Mail›, schwer gemacht, sich voll und ganz hinter sie zu stellen.» Zudem hatte Corbyn bessere Antworten auf die Sorgen und Ängste der Leserinnen und Leser als die Tories – etwa in Bezug auf die Wohnungkrise oder die Finanzklemme beim Gesundheitsdienst: «Denn die Leserschaft der ‹Daily Mail› besteht nicht aus Millionären, sondern gerade aus jenen Leuten, die unter dieser Sparpolitik leiden», sagt Häussler.</p>
<p>Allerdings hätten alternative linke Medien insofern eine Rolle gespielt, als dass sie innerhalb des linken Spektrums Leute mobilisieren konnten: «Ihr Zielpublikum ist jung, urban und gut ausgebildet, und es informiert sich zunehmend über Facebook. Hier können solche Publikationen Leser anziehen.» Laut Erhebungen war die Tatsache, dass diese linken, jungen Leute am 8. Juni in grossen Zahlen an die Urne gingen, mitunter entscheidend für Labours Erfolg: Gemäss einer Schätzung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Mori <a href="https://www.ipsos.com/ipsos-mori/en-uk/how-britain-voted-2017-election" target="_blank" rel="noopener">stieg der Anteil der 18-24-Jährigen Wählerinnen und Wähler</a> um 16 Prozent im Vergleich zu den Wahlen vor zwei Jahren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/">Der linke Wahlerfolg in Grossbritannien als Anfang vom Ende des mächtigen Murdoch-Boulevards?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die SRG kommt ins Bundeshaus – und keiner geht hin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/10/19/die-srg-kommt-ins-bundeshaus-und-keiner-geht-hin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2015 09:42:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So souverän der Auftritt der TV-Aushängeschilder am Wahlsonntag auch war: Aus logistischer Sicht war die Premiere des SRG-Wahlstudios im Bundeshaus ein Reinfall. Nur die wenigsten Politiker bemühten sich in die Wandelhalle. Denn der Nabel der Schweizer Politik befindet sich am Wahltag woanders. Das Aufatmen aus Bern war weit herum zu vernehmen, als die SRG im <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/19/die-srg-kommt-ins-bundeshaus-und-keiner-geht-hin/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/19/die-srg-kommt-ins-bundeshaus-und-keiner-geht-hin/">Die SRG kommt ins Bundeshaus – und keiner geht hin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So souverän der Auftritt der TV-Aushängeschilder am Wahlsonntag auch war: Aus logistischer Sicht war die Premiere des SRG-Wahlstudios im Bundeshaus ein Reinfall. Nur die wenigsten Politiker bemühten sich in die Wandelhalle. Denn der Nabel der Schweizer Politik befindet sich am Wahltag woanders.<br />
<span id="more-25945"></span><br />
Das Aufatmen aus Bern war weit herum zu vernehmen, als die SRG im Juli bekannt gab, ihr Wahlstudio zum ersten Mal nicht mehr im Studio am Leutschenbach aufzubauen. Die altehrwürdige Wandelhalle sollte es diesmal sein. Die Radio- und Fernsehgesellschaft kam damit einem seit vielen Jahren gehegten Wunsch der Bundesstadt entgegen. Welch demokratiepolitische Negativsymbolik, wenn am wichtigsten Tag des politischen Vierjahres-Zyklus ausgerechnet im Bundeshaus kein Licht brennt – so der Tenor, der das Umdenken auslöste.</p>
<p>Gestern brannte es also, das Licht im Bundeshaus. Grell sogar. Über 100 Scheinwerfer waren montiert, dutzende Kameras installiert. Alleine fürs Deutschschweizer Fernsehen standen fast vierzig Techniker und Journalisten im Einsatz. Kurz: Die SRG scheute keinen Aufwand – und zeigte damit eindrücklich, wer im Medienland Schweiz das Sagen hat. Wenn man als Zeitungsjournalist gestern durch die Wandelhalle schritt, fühlte man sich gleichsam als Eindringling und Artfremder. Sofern man denn überhaupt konnte: Lief gerade eine Live-Sendung, war der Durchgang ohnehin blockiert.</p>
<p>Was im journalistischen Alltag auch sonst gilt, zeigte sich dabei exemplarisch: Zuerst die SRG, dann der Rest. Bei Pressekonferenzen im Bundeshaus-Medienzentrum lautet die Hackordnung jeweils folgendermassen: Print- und schreibende Onlinejournalisten haben ihre Fragen im Plenum zu stellen – womit sie die anderen Journalisten mitunter auf ihre Recherchepiste aufmerksam machen –,  danach kommen in der bilateralen Fragerunde zuerst die SRG-Journalisten und dann die privaten Radio- und TV-Stationen. Nur wenn Printler und Onliner insistieren und Glück haben, dürfen sie der Bundesrätin oder dem Parteipräsidenten am Ende auch noch eine direkte Frage stellen. Auf den gestrigen Wahlsonntag umgemünzt hiess das: Der auf 20 Uhr angesetzte Point de Presse mit Christian Levrat fand erst mit zwanzigminütiger Verspätung statt, weil der SP-Präsident länger als erwartet und bei mehreren regionalen SRG-Stationen Red und Antwort stehen musste. Ist der Redaktionsschluss eine Stunde später und wie beim Artikel meines Kollegen die Einschätzung des Parteipräsidenten zentral, können zwanzig Minuten eine halbe Ewigkeit sein.</p>
<p>Was fairerweise zu sagen ist: Die SRG unterstrich ihren medialen Hoheitsanspruch zwar mit jeder verlegten Kabelrolle, sie leistete gestern jedoch auch Grosses. Wie Jonas Projer, Urs Leuthard und insbesondere Susanne Wille während zwölf Stunden durch die Live-Sendungen führten, verdient Respekt. Sattelfest, mit der nötigen Distanz und doch charmant. Mit einem Wort: Souverän. Auch kurz vor Mitternacht wirkten sie noch einiges geistesgegenwärtiger als mancher Politiker, der ihnen vor die Linse gezerrt wurde. Dass man sich zu Recht fragen kann, ob eine zwölfstündige Sendung angesichts der behäbig hereintröpfelnden Resultate aus den Kantonen nicht dem audiovisuellen Overkill gleichkommt, ist nicht ihr Problem.</p>
<p>Die zentrale Frage ist aber vielmehr: Aus welchen Gründen wollte man gestern überhaupt im Bundeshaus sein? Die Antwort: Eigentlich aus keinem. Wer glaubte, dass Wandelhalle und Co. am Wahlsonntag Nabel der Schweizer Politik war, irrte. Falls überhaupt, dürfte es während des ganzen Tages wenige Momente gegeben haben, an dem dort nicht mindestens doppelt so viele Journalisten wie Parlamentarier anwesend waren. Man realisierte eindrücklich, dass eidgenössische Wahlen in erster Linie eine kantonale Angelegenheit sind. Abgesehen von den Parteipräsidenten und Fraktionschefs, verirrten sich gestern kaum Politiker ins Parlamentsgebäude. Als ich um 18.30 Uhr, also kurz vor der berühmt-berüchtigten Elefantenrunde der Parteipräsidenten, einen SVP-Politiker suchte, um mit ihm oder ihr über die Wahlerfolge von Roger Köppel und Magdalena Martullo-Blocher zu sprechen, musste ich das Vorhaben schnell abblasen. Es war im ganzen Bundeshaus schlicht kein Vertreter der grössten Partei des Landes zugegen.</p>
<p>Was für ein Unterschied zum SRG-Wahlstudio vor vier Jahren im Leutschenbach. Wo man nur hinschaute, standen den Journalisten damals Politiker zur Verfügung. Die soeben als bestgewählte Nationalrätin gefeierte Natalie Rickli schritt von Mikrophon zu Mikrophon. Mit CVP-Frau Barbara Schmid-Federer konnte man mitfiebern, wie sie sich an den bereitgestellten Computern über ihr eigenes Abschneiden informierte. Und SVP-Übervater Christoph Blocher stieg gar auf ein Podest, um in möglichst viele Kameras gleichzeitig referieren zu können. Klar stammen sie alle drei aus dem bevölkerungsstärksten Kanton der Schweiz, klar sind dort die Wahlresultate jeweils schneller bekannt als in Bern. Dennoch hatte der gestrige Blick auf TeleZüri kurz nach 19 Uhr mehr als nur Symbolgehalt: Inmitten von Zürcher Parlamentariern versuchte die Bernerin Aline Trede den Niedergang ihrer Partei zu erklären. Bitterböse Ironie der Geschichte: Wenige Stunden nach ihrem TV-Auftritt erfuhr die quirlige Grüne, dass sie abgewählt wurde.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/19/die-srg-kommt-ins-bundeshaus-und-keiner-geht-hin/">Die SRG kommt ins Bundeshaus – und keiner geht hin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wechsel auf die wirklich dunkle Seite der Macht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/21/wechsel-auf-die-wirklich-dunkle-seite-der-macht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2015 09:33:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
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		<category><![CDATA[Etrit Hasler]]></category>
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		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ein Medienschaffender in PR und Kommunikation wechselt, schreit die ganze Branche einhellig «Pfui!». Tritt ein Journalist in die Politik ein, ist die Empörung weitaus leiser. Obwohl dieser Seitenwechsel mindestens genau so problematisch ist. Matthias Aebischer hat es bereits getan: Nach 21 Jahren als Journalist zog er 2011 für die SP in den Nationalrat ein. <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/21/wechsel-auf-die-wirklich-dunkle-seite-der-macht/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/21/wechsel-auf-die-wirklich-dunkle-seite-der-macht/">Wechsel auf die wirklich dunkle Seite der Macht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Medienschaffender in PR und Kommunikation wechselt, schreit die ganze Branche einhellig «Pfui!». Tritt ein Journalist in die Politik ein, ist die Empörung weitaus leiser. Obwohl dieser Seitenwechsel mindestens genau so problematisch ist.<br />
<span id="more-25734"></span><br />
Matthias Aebischer hat es bereits getan: Nach 21 Jahren als Journalist zog er 2011 für die SP in den Nationalrat ein. FDP-Nationalrat Fathi Derder arbeitete gar weiter als Journalist, wie auch Peter Keller, der SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Mitarbeiter. Nun wollen ihnen mindestens drei weitere Medienleute ins Bundeshaus folgen: «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel will für die SVP nach Bern, für die SP fordert «WOZ»-Redaktor Andreas Fagetti den Kollegen Keller in Nidwalden heraus und der freie Journalist. Wie Sprengkandidat Fagetti darf sich auch der freie Journalist und Slampoet Etrit Hasler kaum Wahlchancen ausrechnen auf der St. Galler SP-Liste.</p>
<p>Die Reaktionen auf die politischen Ambitionen der Journalisten fielen unterschiedlich aus: Während Köppels Kandidatur angesichts der politischen Stossrichtung seiner «Weltwoche» <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Koeppel-und-der-Fahrplan-fuer-die-MaurerNachfolge/story/23323917" target="_blank">als folgerichtig beurteilt</a> wurde, löste Fagettis Nationalratskandidatur <a href="http://www.nzz.ch/schweiz/wochenzeitung-tritt-gegen-weltwoche-an-1.18605240" target="_blank">aufgrund «inexistenter Wahlchancen»</a> mehrheitlich schmunzelnde Verwunderung aus. Jene von Hasler und möglichen weiteren Medienschaffenden lösten keinerlei öffentlichen Reaktionen aus in Bezug auf seine Journalistentätigkeit.</p>
<p>Während die Medien rege über die Motivation, die Ziele und Wahlchancen der Kandidaten – vor allem von Köppel – schrieben, blieb eine kritische Würdigung unter Journalisten so gut wie aus. Einzig die Tatsache, dass Köppel im Falle einer Wahl weiter Journalist bleiben möchte,<a href="http://www.tageswoche.ch/de/2015_09/schweiz/681635/" target="_blank">stiess hier</a> <a href="http://www.nzz.ch/meinung/blogs/wahlfieber/21/2015/05/13/roger-koeppel-bauernversteher/" target="_blank">und dort</a> auf Kritik. Andererseits war aber auch zu lesen, dass die Doppelfunktion von Journalist und Politiker <a href="http://www.nzz.ch/zuerich/einst-ueblich-nun-verpoent-1.18491506" target="_blank">einst Gang und Gäbe</a> gewesen sei, wie NZZ-Medienjournalist Rainer Stadler schreibt.</p>
<p>Bedenkt man, wie innerhalb der Branche auf eine andere Form des Seitenwechsels jeweils reagiert wird, ist diese Nonchalance mehr als erstaunlich. Kündet ein Journalist an, seine Dienste fortan einer PR-Agentur oder Behörde als Auftragskommunikator anzubieten, folgt die Empörung stets auf dem Fusse. Vom rechtschaffenen Journalismus zur manipulativen PR – wie kann man nur? Nicht selten wird der «Seitenwechsler» – nicht nur hinter vorgehaltener Hand – <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/lobbying-medienjournalist-christof-moser-kritisiert-die-seitenwechsler-324728#.Vf-y9WTtmkp" target="_blank">gar als Verräter</a> bezeichnet, der auf die «dunkle Seite der Macht» übergetreten ist, seine Seele einer besseren Bezahlung verkauft hat.</p>
<p>Ist denn der Gang in die Politik so viel anders als derjenige in die PR? Ich finde: Nein. In beiden Fällen wird ein Wechsel vollzogen, der radikaler kaum sein könnte. Im journalistischen Alltag wird man stets konfrontiert mit Personen oder Institutionen, die in irgend einer Art ihre Interessen vertreten und diese via Medien in die Öffentlichkeit tragen möchten.</p>
<p>Aufgabe eines Journalisten ist es dann, diese Interessen kritisch zu hinterfragen und allenfalls anderen Positionen gegenüberzustellen. Das gilt für Verlautbarungen einer PR-Agentur, die für eine Pharmafirma ein neues Medikament vermarkten will, gleichermassen wie für Parolen der Politikerin X oder Partei Y, die ihre Position so an den Mann bringen will. Politik ist immer auch PR; für eine Sache, eine Idee, eine Person.</p>
<p>Ein Journalist, der fortan in aller Öffentlichkeit als Politiker für eine Position einsteht, unterscheidet sich kaum vom Journalisten, der im Auftrag einer PR-Agentur für eine Sache wirbt. Dass die Empörung im einen Fall ungleich grösser ist als im anderen, ist mir schleierhaft. Umso weniger verstehe ich, dass die von Köppel angestrebte «Doppelfunktion» von Journalist und Politiker nicht intensiver problematisiert wird, während die Vermischung von PR und Journalismus einem «Sündenfall» gleichkommt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/21/wechsel-auf-die-wirklich-dunkle-seite-der-macht/">Wechsel auf die wirklich dunkle Seite der Macht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Als der Akustikkoppler krächzte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/10/als-der-akustikkoppler-kraechzte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 12:20:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. April 2015 wählen Zürcherinnen und Zürcher ihre Kantons- und Regierungsräte. Der Politblog begleitet das Grossereignis mit einer Reihe von Beiträgen, heute von TA-Redaktor Ruedi Baumann.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. April 2015 wählen Zürcherinnen und Zürcher ihre Kantons- und Regierungsräte. Der Politblog begleitet das Grossereignis mit einer Reihe von Beiträgen, heute von TA-Redaktor Ruedi Baumann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/10/als-der-akustikkoppler-kraechzte/">Als der Akustikkoppler krächzte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Medien als Wahlhelfer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/03/17/medien-als-wahlhelfer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2014 12:33:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Abstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine journalistische Darstellungsform, die mir seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet. Was ist eigentlich ein Leitartikel und wie passt er zum Selbstverständnis der Medien? In der Debatte rund um die Verantwortung der Medien für den Ausgang der Abstimmung über die  SVP-Einwanderungsinitiative lohnt sich ein kritischer Blick auf dieses besondere Gefäss – und damit auf <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/17/medien-als-wahlhelfer/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/17/medien-als-wahlhelfer/">Medien als Wahlhelfer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt eine journalistische Darstellungsform, die mir seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet. Was ist eigentlich ein Leitartikel und wie passt er zum Selbstverständnis der Medien? In der Debatte rund um die Verantwortung der Medien für den Ausgang der Abstimmung über die  SVP-Einwanderungsinitiative lohnt sich ein kritischer Blick auf dieses besondere Gefäss – und damit auf das Spannungsfeld zwischen Journalismus und Politik.<br />
<span id="more-18714"></span><br />
Ein Leitartikel sticht als besondere Art von Kommentar hervor: Er ist meist prominenter platziert und länger als andere «normale» Kommentare. Und er gibt nicht einfach die Meinung eines einzelnen Journalisten wieder, sondern jene der Redaktion oder des Medienhauses insgesamt. Ein Leitartikel wird so gewissermassen zur <a href="http://www.medienwiki.org/index.php/Leitartikel" target="_blank">«Flagge einer Zeitung»</a>.</p>
<p>In einem Leitartikel kommentiert der Journalist jeweils ein aktuelles oder allgemeines Thema. Dabei stellt er entweder die verschiedenen Argumente einander gegenüber, zeigt Risiken und Chancen eines Themas auf, ohne ein abschliessendes Urteil zu fällen. Oder aber er entscheidet sich klar für oder gegen eine Seite.</p>
<p>Mich beschäftigt vor allem die politische Parteinahme – Leitartikel, in denen ein Journalist mit einem eindeutigen Urteil dezidiert Stellung bezieht. Diese Art von Kommentar ist im Sinne einer Einladung zur Diskussion – eine klare Position provoziert Gegenpositionen – durchaus legitim, wenn es um allgemeine, gewissermassen zeitlose, gesellschaftliche Themen geht. Denn dann trifft der Leitartikel auf fruchtbaren, offenen Boden; der Leser muss keine Entscheidung treffen und kann das Meinungsangebot konstruktiv aufnehmen.</p>
<p>Diese Ausgangslage ändert sich grundlegend in einer Phase der politischen Entscheidungsfindung, namentlich vor Abstimmungen oder Wahlen. Dann wird der dezidiert urteilende Leitartikel meines Erachtens problematisch. Weil er in diesem Fall vom Deutungsangebot gewissermassen zur Wahlempfehlung wird – und der Journalist quasi zum Politiker. Was letztlich der Aufgabe des Journalismus widerspricht, zumindest so, wie ich ihn verstehe.</p>
<p>Journalismus soll es dem Bürger ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu bilden; selber zu entscheiden, ob er etwas gut oder schlecht findet, ob und was er auf seinen Stimmzettel schreibt. Journalismus soll die Menschen mündig machen. Bei Leitartikeln mit klarer Wahl- oder Abstimmungsempfehlung aber unterschätzt der Journalist beziehungsweise das Medium die Menschen. Und überschätzt letztlich sich selber. Das ist der Grund, wieso mich die von Medienprofessoren angestossene <a href="http://m.schweizamsonntag.ch/ipad/articleView.htm?article=bGluZTJfQlpCX2xpbmUyLTA5XzAyXzIwMTRfU29ubnRhZ19SZWRha3Rpb25fdjFfMTUwMDM4NQ%3D%3D" target="_blank">Diskussion nach der Abstimmung</a> vom 9. Februar so sehr irritiert. Und zwar nicht inhaltlich – welche Medien nun tatsächlich für oder gegen die Einwanderungsinitiative der SVP angeschrieben haben, ist meines Erachtens einerlei.</p>
<p>Mich irritiert vielmehr, mit welcher Selbstverständlichkeit Medien zu den politischen Playern gezählt werden. Man diskutiert nicht mehr nur, welche Parteien, Verbände und Interessengruppen sich nun wofür eingesetzt haben und wie. Und was fast noch bezeichnender ist: Die Medien gefallen sich offenbar in dieser Rolle. So diskutieren sie nun lediglich, welche einzelnen Titel in welchem Mass zum Ja zur Einwanderungsinitiative beigetragen haben und weisen den schwarzen Peter von sich. Anstatt – was meines Erachtens wichtiger wäre – die Rolle als politischer Akteur infrage zu stellen.</p>
<p>Versteht mich nicht falsch: Ich weiss, dass Journalismus immer auch zur Meinungsfindung beiträgt und beitragen soll. Was das Stimmvolk weiss, weiss es aus den Medien, jede Meinungsfindung ist letztlich medial beeinflusst. Umso wichtiger scheint mir eine gewisse Zurückhaltung. Gerade vor Abstimmungen sollten Medien sich auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen: den Bürger mündig zu machen. Und das gelingt am besten, wenn möglichst ausgewogen berichtet und kommentiert wird. Das ist keine unrealistische Forderung. Bei Schweizer Radio und Fernsehen gilt folgende Spielregel: «Je näher der Abstimmungs- oder Wahltermin, desto dominanter ist das Ausgewogenheitsgebot.»</p>
<p>Zu politischen Fragestellungen gibt es in der Regel ein breit gefächertes Meinungsspektrum. Wenn Medien helfen wollen,  die Wirklichkeit zu verstehen, müssen sie das umfassend abbilden. Andernfalls wird ein befremdliches Bild gezeichnet: Hier die ahnungslosen Leser, dort die allwissenden Medien, die sagen, was richtig und was falsch ist. Damit wird der Journalismus seiner Rolle nicht gerecht.</p>
<p>Meines Erachtens müssen Journalisten den Lesern eine der Realität entsprechende Auswahl an Entscheidungsmöglichkeiten vorlegen, damit diese sich selbst ein Bild machen und eine eigene Meinung bilden können. Es braucht uns Journalisten nicht dazu, dem Leser zu sagen, was richtig oder falsch ist. Und wer das Gegenteil behauptet, wäre wohl besser beraten, wenn er umsattelt: vom Journalismus in die Politik.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/17/medien-als-wahlhelfer/">Medien als Wahlhelfer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Just deal with it», sagt Arthur Honegger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/07/just-deal-with-it-sagt-arthur-honegger/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2012 08:26:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Korrespondenten]]></category>
		<category><![CDATA[North Carolina]]></category>
		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkonvent]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SF-Korrespondent Arthur Honegger ist seit dreizehn Tagen unterwegs. Für die «Tagesschau» und «10vor10» produzierte er über zehn Beiträge und Live-Schaltungen, die von den Parteitagen in Tampa und Charlotte berichteten. Müde ist der 33-jährige Davoser nicht. Er nennt seine Tätigkeit «Traumberuf» und sich selbst «Politikjunkie». Wie ist es, an Parteitagen zu arbeiten? Man muss viel improvisieren. <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/07/just-deal-with-it-sagt-arthur-honegger/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>SF-Korrespondent Arthur Honegger ist seit dreizehn Tagen unterwegs. Für die «Tagesschau» und «10vor10» produzierte er über zehn Beiträge und Live-Schaltungen, die von den Parteitagen in Tampa und Charlotte berichteten. Müde ist der 33-jährige Davoser nicht. Er nennt seine Tätigkeit «Traumberuf» und sich selbst «Politikjunkie».<br />
<span id="more-30529"></span><br />
<strong>Wie ist es, an Parteitagen zu arbeiten?</strong><br />
Man muss viel improvisieren. Man weiss nie, was passiert. Heute nach Obamas Rede bleibe ich bis etwa ein Uhr morgens in der Arena und schaue, welche Inhalte ich für die Beiträge am Freitag generieren kann. Zu diesem Zeitpunkt weiss ich noch nicht, welche Zugänge mir offen stehen werden, wen ich interviewen kann. In diesem Job ist alles stets Gegenstand von rollender Planung. Typisch für das News-Business.</p>
<p><strong>Ein schwedischer Journalist sagte, Tampa war organisierter.</strong><br />
Was immer man antrifft, man muss damit arbeiten. Wenn ich nicht in ein Medienzentrum gelange, dann setze ich mich auf den Boden und arbeite von dort aus. Just deal with it.</p>
<p><strong>Die Parteitage sind Show und Message Design, Inhalte kommen kurz. Wie generierst du daraus deine Beiträge?</strong><br />
Es ist Show, ja. This is America. Show-Business ist immer «part of the deal». Sei das in der Wirtschaft oder in der Politik. So tickt das Land. Sie machen immer alles in extremis. Wenn sie eine Message rüberbringen wollen, dann bringen sie Videos, Konzerte, Stars und grosse Reden. Ich reproduziere diese Shows nicht. Ich mache die Analyse von dem, was gesagt wurde. Ich bin bestrebt, Kontext herzustellen, Motive und Beweggründe aufzuzeigen.</p>
<p><strong>Was sind dabei die Hürden?</strong><br />
Es muss schnell gehen. Das sind vielfach Ad-hoc-Analysen. Das kann schwierig sein, aber je länger man im Land lebt und den politischen Diskurs hier verfolgt, desto einfacher wird es.</p>
<p><strong>Welche Richtlinien kriegst du von Zürich?</strong><br />
Zürich sagt, was sie möchten. Wie es umgesetzt wird, ist in der Regel meine Sache. Live-Schaltungen sind ein gutes Beispiel: Da ist es zu hundert Prozent an mir, welche Antworten ich gebe. Wenn hinter mir gerade die Foo Fighters spielen, kann ich auch dazu etwas sagen.</p>
<p><strong>Und, hast du das?</strong><br />
Nein, obwohl ich die Musik ganz gern mag.</p>
<p><em>Vor Obamas Rede am Donnerstagabend boten die Demokraten eine Show: Mary J. Blige rappte, die Foo Fighters rockten, Kerry Washington und Scarlett Johansson legten jungen Amerikanern den Gang zur Urne nahe. Zehntausende hatten Akkreditierungen, um die wohl wichtigste Rede des Präsidenten live zu verfolgen. Aufgrund des Regens wurde der Ort gewechselt: anstatt im Football-Stadion der Carolina Panthers sprach der Präsident in der Arena, wo dieser Tage schon die First Lady und Bill Clinton auf der Bühne standen. Anstatt 60&#8217;000 Leute kamen nur 25&#8217;000 rein.</em></p>
<p><strong>Der «Blick» schrieb, dass du als New-York-Korrespondent ein «einsamer Wolf warst».</strong><br />
Ja, das stimmt. Das war ich sogar extrem, weil ich oft selber drehe, ohne Kameramann. Ich hatte meine Kamera und mein Notebook, fertig.</p>
<p><strong>Keinen Kameramann und Cutter?</strong><br />
Doch, Cutter praktisch immer, und punktuell natürlich auch Kameraleute. Aber in New York macht man als Korrespondent ja eher Reportagen und Hintergrundgeschichten, die News kommen mehr aus Washington. Darum habe ich selber viel gedreht und bin alleine gereist, was mir auch durchaus liegt.</p>
<p><strong>Was ist als Washington-Korrespondent heute anders?</strong><br />
Hier habe ich als Bürochef noch zusätzliche Aufgaben, was Infrastruktur und Team angeht. Total sind wir sechs Korrespondenten in DC: Je ein TV- und Radiokorrespondent aus der Romandie, aus dem Tessin und aus der Deutschschweiz. Fürs Fernsehen haben wir noch eine Produzentin, die uns administrativ und koordinativ unterstützt. Mit ihr arbeite ich vor allem bei Planung und Organisation eng zusammen.</p>
<p><em>Das Schweizer SRG-Team sitzt in einem Büro an der M Street in Washington D.C., wenige Gehminuten vom Weissen Haus entfernt. Auch hier ist für Arthur Honegger Effizienz eine Priorität. Die sechs Korrespondenten sprechen sich häufig ab, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden &#8211; in der Themenwahl sind jedoch alle Journalisten autonom.</em></p>
<p><strong>Wann geht es zurück in die Heimat?</strong><br />
Das weiss ich noch nicht. Es kommt darauf an, was privat läuft und wann sich welche Möglichkeiten beruflich auftun. Ich lege mich eigentlich nie fest. Das habe ich damals in New York auch nicht getan. Klar ist: Das Maximum für einen Korrespondenten sind sechs Jahre, und nach Washington D.C. gehe ich in die Schweiz zurück.</p>
<p><strong>Welcher journalistische Posten schwebt dir in der Schweiz vor?</strong><br />
Ich bin kein Planer.</p>
<p><strong>Ein Träumer?</strong><br />
Ich denke, dass ich beim Fernsehen bleiben werde. SF ist ein guter Arbeitgeber. Ich kann mich dort mit dem Journalismus und dem Service public identifizieren.</p>
<p><strong>Bist du mit dem Service public zufrieden?</strong><br />
Ja. Was ich bisher von SF gesehen habe, spricht dafür. Diversität und Fairness sind enorm wichtig. Der «Blick», wo ich zwei Jahre lang gearbeitet habe, hat ja die Tendenz, eine Position einzunehmen. Das ist für den Boulevard auch okay, für mich aber nicht die Art von Journalismus, die mir am meisten zusagt.</p>
<p><em>Arthur Honegger absolvierte 2001 die Ringier-Journalistenschule, war von 2002 bis 2004 Wirtschaftsredaktor beim «Blick» und durchlief danach beim Schweizer Fernsehen die Ausbildung zum Fernsehjournalisten. Danach arbeitete er in der Redaktion «Schweiz Aktuell», bevor er 2008 als Korrespondent für vier Jahre nach New York übersiedelte. Seit Januar 2012 ist er USA-Korrespondent in Washington, wo er mit seiner Ehefrau und der zweijährigen Tochter lebt.</em></p>
<p><strong>Welche Art von Journalismus möchtest du machen?</strong><br />
Alle Seiten mit ihren besten Argumenten zu Wort kommen lassen, damit die Zuschauer daheim das ganze Bild zu sehen bekommen. Beim Fernsehen haben wir dank der Gebührenfinanzierung ja auch mehr journalistische Unabhängigkeit als viele Privatmedien.</p>
<p><strong>Stimmt das wirklich?</strong><br />
Absolut. Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wer auf unserem Sender wann wo Werbung schaltet. Das war noch nie ein Thema. Im Printjournalismus ist das anders. Nehmen wir als Beispiel den «Kassensturz»: Da ist kein Unternehmen immun gegen Kritik, nur weil es sich um einen Werbekunden handelt. Das ist gut für den Journalismus. Das Schweizer Fernsehen ist so aufgestellt, dass die Unabhängigkeit gewährleistet ist.</p>
<p><strong>Was nimmst du von deiner Zeit in New York und Washington mit?</strong><br />
In New York habe ich als Journalist gelernt, völlig eigenständig zu arbeiten und als Einzeleinheit zu funktionieren. In Washington geht es auch um andere Sachen: Entscheidungen, Rechnungen, Infrastruktur. In New York habe ich in Queens gelebt, laut Statistik «the most diverse place on earth». Wenn man einen derart bunten Haufen mal erlebt hat, dann kommt man schon verändert raus. Mit einer anderen Perspektive halt.</p>
<p><strong>Was zeigt dir diese Perspektive?</strong><br />
Die Zeit in New York hat meinen Horizont erweitert. Und was will man mehr als das?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/07/just-deal-with-it-sagt-arthur-honegger/">«Just deal with it», sagt Arthur Honegger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Regionalmedien haben vergessen, worum es geht»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/06/regionalmedien-haben-vergessen-worum-es-geht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2012 08:24:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[North Carolina]]></category>
		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkonvent]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Charlotte]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[freie Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Jason Subik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am letzten Samstag stieg Jason Subik in Johnstown im Hinterland von New York in sein Auto. 1292 Kilometer und 14 Stunden später kam er an in Charlotte, North Carolina. Subik ist freischaffender Journalist, der mit seinen Artikeln zum Parteitag der US-Demokraten insgesamt 300 Dollar verdient – für die Unterkunft zahlt er 400 Dollar; Spesen bekommt <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/06/regionalmedien-haben-vergessen-worum-es-geht/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/06/regionalmedien-haben-vergessen-worum-es-geht/">«Regionalmedien haben vergessen, worum es geht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am letzten Samstag stieg Jason Subik in Johnstown im Hinterland von New York in sein Auto. 1292 Kilometer und 14 Stunden später kam er an in Charlotte, North Carolina. Subik ist freischaffender Journalist, der mit seinen Artikeln zum Parteitag der US-Demokraten insgesamt 300 Dollar verdient – für die Unterkunft zahlt er 400 Dollar; Spesen bekommt er keine. Dennoch reist er an den Wahlkonvent, «weil es ein historisches Happening ist», sagt der 33-jährige Rotschopf.<br />
<span id="more-30528"></span><br />
<strong>MEDIENWOCHE: Für die Berichterstattung vom Parteitag der Demokraten legst du drauf. Weshalb machst du das?</strong><br />
Jason Subik: Es geht hier um etwas Grösseres: Big Change. Dieser Wahlkonvent ist ein historisches Happening.</p>
<p><strong>Obamas Wahl 2008 war doch das grosse Ereignis.</strong><br />
Klar, der erste schwarze Präsident der USA wurde gewählt. Eine Wiederwahl aber macht ihn erst unsterblich. Amerika entscheidet, in welche Richtung es gehen wird. Die Leute werden für immer darüber reden. Und ich war hier und habe als Journalist den Leuten zuhause davon berichtet.</p>
<p><strong>Wofür du selbst in die Tasche langen musst.</strong><br />
Ich schreibe für <a href="http://www.ithaca.com/" target="_blank">«The Ithaca Times»</a> zwei Artikel und für <a href="http://www.troyrecord.com/" target="_blank">«The Troy Record»</a> einen Artikel. Ich kriege 100 Dollar pro Text und bezahle 400 Dollar für ein Zimmer ausserhalb von Charlotte.</p>
<p><em>Jason Subik fand über die Website Airbnb.com ein Zimmer etwas ausserhalb von Charlotte. Für die vier Nächte bezahlt er insgesamt 400 Dollar. Seine Gastgeberin Sally ist eine 63-jährige weisse Amerikanerin, die in einem ebenerdigem Haus lebt zusammen mit ihrem Nymphensittich Crizma, dem Hund Trouser und den drei Katzen Steven, Dori und Emma. </em></p>
<p><strong>Kriegst du Spesen?</strong><br />
Nein. Ich kam her, weil ich meinen Beruf ernst nehme. Viele Regionalmedien haben vergessen, worum es geht.</p>
<p><strong>Worum geht es denn im Journalismus?</strong><br />
Der Journalist muss für die Menschen aufstehen, die es selbst nicht können, er muss sich gegen die Mächtigen auflehnen. Und er muss an Orte reisen, an die nicht alle gelangen. Wie ich dieser Tage. Von Upstate New York ist kein anderer Journalist hier, denn die Zeitungen schicken keine Leute her.</p>
<p><strong>Weil sie nur Regionaljournalismus machen.</strong><br />
Das ist eine Definitionsfrage. Muss Regionaljournalismus banal sein und sich auf die lokalen News beschränken? Oder kann der Regionaljournalist darauf aufmerksam machen, was ein nationaler Anlass für die Region bedeutet? Es geht doch um ‚the bigger picture’, um Kontext, Komplexität und Konsequenzen. Aber die Regionalmedien werden immer mehr &#8218;people-ish&#8216;.</p>
<p><strong>Was bedeutet «people-ish»?</strong><br />
Vor ein paar Jahren arbeitete ich als Reporter bei «The Daily Gazette» in Schenectady in New York. Damals kandidierten Andrew Cuomo und Rick Lazio für das Amt des New Yorker Gouverneurs. Sie stammten beide aus unserer Region. Die Chefredakteurin wollte eine Geschichte darüber machen, wie oft Cuomo und Lazio in der Region joggen gehen. Das ist people-ish und fluffy (flockig, flauschig).</p>
<p><em>2011 wurde Jason Subiks Onkel von einem Bienenschwarm totgestochen. Die Familie wurde von den Medien belagert. Ihn störte das nicht und er ermutigte seine Cousins, die Söhne des Opfers, den Journalisten die Geschichte zu schildern. Er ist überzeugt: Sogenannte «obit stories» (obituary, dt. Nachruf) sind wichtig für Menschen, um Tragödie und Leid zu verstehen. Betroffene sollen die Geschichten stets selber erzählen, damit Fehler und Gerüchte vermieden werden. Als Jason Subik angestellt war bei <a href="http://www.dailygazette.com/" target="_blank">«The Daily Gazette»</a> und beim <a href="http://www.leaderherald.com/" target="_blank">«Leader Herald»</a>, war er der Mann für sogenannte «obit stories».</em></p>
<p><strong>Wie viel hast du als festangestellter Journalist verdient?</strong><br />
31&#8217;000 Dollar Brutto pro Jahr, was circa 1600 Dollar monatlich sind.</p>
<p><strong>Und heute als freier Journalist?</strong><br />
Wenn ich mich ins Zeug lege, kriege ich die 1600 Dollar monatlich hin. Mehr als das habe ich aber noch nie verdient – nicht als Freischaffender, nicht als Angestellter.</p>
<p><em>Nach dem Studium in Printjournalismus am <a href="http://www.ithaca.edu/rhp/depts/journalism/" target="_blank">Ithaca College</a> arbeitete Jason Subik zwei Jahre in Albany beim TV-Sender <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/WTEN" target="_blank">WTEN</a>, der zu ABC (American Broadcasting Company) gehört. Dann wechselte er in die Redaktion der «Daily Gazette» und wurde zweimal befördert. 2011 wurde er grundlos entlassen. Er ist davon überzeugt, dass er durch eine Recherche zu viel «Dreck im System» entdeckt hatte. Er fand Beweise dafür, dass die Schulbehörden «schmutziges Geld» besässen. Die Geschichte wurde nie publiziert.</em></p>
<p><strong>Was sind deine Ziele?</strong><br />
Ich möchte den Master in Englisch und Literatur absolvieren und den Lokaljournalismus verlassen, um über grössere Kontexte zu schreiben. Ich denke, Bücher sind das perfekte Medium dafür.</p>
<p><strong>Belletristik oder Sachliteratur? </strong><br />
Ich bin davon überzeugt, dass man in der Belletristik eher die Wahrheit erzählen kann als in Sachbüchern. In der Sachliteratur müssen wie im Journalismus immer alle Quellen offengelegt werden, alles muss logisch sein. Aber die Wahrheit ist manchmal unlogisch und darum haben viele Geschichten keinen Platz in Zeitungen, obwohl sie erzählt werden sollten.</p>
<p><strong>Worüber möchtest du die Wahrheit erzählen?</strong><br />
Über die Menschen, unaufgeklärte Morde und politische Korruption.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/06/regionalmedien-haben-vergessen-worum-es-geht/">«Regionalmedien haben vergessen, worum es geht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>SF umgeht eigene Leitlinien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/12/sf-umgeht-eigene-leitlinien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 12:16:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Publizistische Leitlinien]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Studer]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
		<category><![CDATA[Vinzenz Wyss]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Ständerat]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Yanez]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So kurz vor den Wahlen hätte weder Ständeratskandidat Toni Brunner noch Nationalratskandidat Martin Bäumle bei «Schawinski» auftreten dürfen. SF macht damit die eigenen Leitlinien zu Makulatur. Für Chefredaktor Diego Yanez scheint das kein Problem zu sein. Am 26. September sass SVP-Parteipräsident Toni Brunner im Talk bei Roger Schawinski. Die Wahlen sind zentrales Thema, ebenso Brunners <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/12/sf-umgeht-eigene-leitlinien/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/12/sf-umgeht-eigene-leitlinien/">SF umgeht eigene Leitlinien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/10/logo_srf.jpg" alt="" width="120" height="79" />So kurz vor den Wahlen hätte weder Ständeratskandidat Toni Brunner noch Nationalratskandidat Martin Bäumle  bei «Schawinski» auftreten dürfen. SF macht damit die eigenen Leitlinien zu Makulatur. Für Chefredaktor Diego Yanez scheint das kein Problem zu sein.</p>
<p><span id="more-28928"></span></p>
<p>Am 26. September sass SVP-Parteipräsident Toni Brunner im Talk bei Roger Schawinski. Die Wahlen sind zentrales Thema, ebenso Brunners persönliche Kandidatur für den Ständerat. SF bietet ihm damit die perfekte Profilierungsmöglichkeit. Dasselbe eine Woche später mit dem Zürcher Grünliberalen Martin Bäumle.</p>
<p>Bereits Mitte September machte der Lenzburger Strafrechtsprofessor und SP-Nationalratskandidat Martin Killias mit seiner Kritik am Umgang von SF mit den internen Leitlinien im Sonntags-Blick und auf NZZonline von sich reden. Er kam als «Experte» nicht bei Schawinski zum Zuge, dafür sein unmittelbarer Konkurrent, Jung-SPler Cédric Wermuth. Im Unterschied zu Wermuth (und auch zu Schawinskis früheren kandidierenden Talk-Gästen Karin Keller-Sutter und Peter Spuhler) gilt gemäss den Publizistischen Leitlinien von SRF für Brunner und Bäumle jedoch eine verschärfte Regel im Hinblick auf den Wahltag vom 23. Oktober: «Ab vier Wochen vor dem Urnengang sind keine Auftritte von Kandidierenden oder Exponenten mehr zulässig.» Die Regel gilt auch für Auftritte in Unterhaltungs-, Talk- und Sportsendungen, da hier ein «grosses Profilierungspotenzial» besteht. Die entsprechenden Passagen sind in den Leitlinien sogar fett hervorgehoben.</p>
<p>Was ist ein solches Dokument wert, wenn man die eigenen Spielregeln so einfach über Bord werfen kann? Immerhin sind sie politisch hochwirksam, denn sie sollen die Ausgewogenheit der Parteipräsenz im nationalen Sender besonders im spannungsgeladenen Vorfeld von Wahlen und Abstimmungen gewährleisten. Chefredaktor Diego Yanez pocht auf seinen Ermessensspielraum. Durch Aktualität diktierte und journalistisch begründete Berichte seien jederzeit möglich. Schawinski bohre nach und lege Widersprüche frei, sagt Yanez: «Die Sendung ist alles andere als eine Plattform.» Damit ist der Publizist Peter Studer, einst selber Chefredaktor vom Schweizer Fernsehen, nicht einverstanden. «Es gibt bestimmt genug Persönlichkeiten ausserhalb des Wahlkarussells, die für die Sendung in Frage kämen.»</p>
<p>Dem Vernehmen nach hat sich Yanez auch vor dem Publikumsrat für eine Abweichung von den Publizistischen Leitlinien stark gemacht; es gebe zu wenig attraktive Talk-Gäste, wenn man keine Kandidaten einladen könne. Obwohl der SF-Chefredaktor ein Schielen auf die Quote bestreitet, wirft diese Praxis ein schlechtes Licht auf das öffentliche Fernsehen. Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss findet solches Gebaren zumindest «ungeschickt», das man sich in Zeiten, wo das gebührenfinanzierte Fernsehen in der Kritik stehe, eigentlich nicht leisten könne: «Man erwartet von der SRG, dass sie sich an ihre Leitlinien hält. Wenn nicht, schafft das Irritation und ein Glaubwürdigkeitsproblem.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/12/sf-umgeht-eigene-leitlinien/">SF umgeht eigene Leitlinien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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